Pflegesachleistungen bzw. Pflegegeld sind möglich, wenn der zu Pflegende zu Hause durch einen Pflegedienst oder Angehörige versorgt wird.

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1 Ambulante Leistungen der Pflegeversicherung Pflegesachleistungen bzw. Pflegegeld sind möglich, wenn der zu Pflegende zu Hause durch einen Pflegedienst oder Angehörige versorgt wird. Pflegesachleistungen werden von der Pflegekasse bezahlt, wenn ein ambulanter Pflegedienst den Pflegebedürftigen zu Hause versorgt: Entsprechend den abgerechneten Leistungen übernimmt die Pflegekasse bei Stufe der Pflegebedürftigkeit monatliche Pflegesachleistungsbeträge ab : Pflegestufe Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III Pflegestufe IV oder Härtefall monatliche Pflegesachleistungsbeträge ab bei Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz: Als Härtefall werden Schwerstpflegebedürftige der Pflegestufe IV bezeichnet, deren Pflegebedarf so außergewöhnlich hoch ist, dass er über die Stufe III noch hinausgeht. Die Anerkennung als Härtefall ist aber äußerst selten und liegt zurzeit statistisch unter einem Prozent. Die Pflegesachleistungen werden vom Pflegedienst direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Sollten vom Pflegedienst weniger Leistungen berechnet werden, als in der jeweiligen Pflegestufe möglich, so kann ergänzend das Pflegegeld in Anspruch genommen werden. Das Pflegegeld wird von der Pflegekasse gezahlt, wenn Angehörige (oder auch andere Ehrenamtliche) die Pflegebedürftigen zu Hause versorgen. Das Pflegegeld beträgt bei Stufe der Pflegebedürftigkeit monatliche Pflegegeldbeträge ab : Pflegestufe Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III monatliche Pflegegeldbeträge ab bei Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz: Das Pflegegeld erhält der Pflegebedürftige, nicht die Pflegekraft. Die Pflegekasse übernimmt aber ergänzende Leistungen zur sozialen Absicherung der ehrenamtlichen Pflegepersonen, sofern diese 14 Stunden pro Woche pflegerisch tätig sind. So werden von der Pflegekasse Beiträge zur Rentenversicherung und Unfallversicherung gezahlt. Pflegegeld und Pflegesachleistungen können auch kombiniert werden. Diese so genannten Kombinationsleistungen errechnen sich nach prozentualen Anteilen: Wird zum Beispiel ein Angehöriger eines Pflegebedürftigen in Stufe II von der Sozialstation bei der Pflege unterstützt und werden dafür von den Pflegesachleistungen in Höhe von 1144,- Euro nur 50 %, also 572,- Euro, verbraucht, so erhält der Pflegebedürftige die verbliebenen 50% vom Pflegegeld (bei Stufe II sind dies 458,- Euro), also 229,- Euro.

2 Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen Stufe der Pflegebedürftigkeit Pflegestufe I, II, oder III (ohne erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz) Pflegestufe 0, I, II oder III (mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz) Pflegestufe 0, I, II oder III (mit dauerhaft erheblich und in erhöhtem Maße eingeschränkter Alltagskompetenz) Leistungen pro Monat Ab dem 1. Januar 2015 werden zusätzliche Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, niedrigschwellige Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen. Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem ab 1. Januar 2015 den nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzten Betrag maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden. Der monatliche Betreuungs- und Entlastungsbetrag wird nicht pauschal von der Pflegekasse ausbezahlt, er ist zweckgebunden einzusetzen für qualitätsgesicherte Leistungen der Betreuung und Entlastung. Er dient der Erstattung von Aufwendungen, die den Versicherten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen der Tages- oder Nachtpflege, der Kurzzeitpflege und Leistungen durch zugelassene ambulante Pflegedienste, sofern es sich um Angebote der allgemeinen Anleitung und Betreuung oder um Angebote der hauswirtschaftlichen Versorgung und nicht um Leistungen der Grundpflege handelt. Die Beträge der Betreuungs- und Entlastungsleistung können bis ins Folgehalbjahr in Anspruch genommen werden. Leistungen der teilstationären Tages- / Nachtpflege Unter Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Versorgung) versteht man die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf in einer Pflegeeinrichtung. Stufe der Pflegebedürftigkeit Teilstationäre monatliche Leistungsbeträge ab : Pflegestufe Pflegestufe I Pflegestufe II Pflegestufe III Teilstationäre monatliche Leistungsbeträge ab bei Personen mit eingeschränkter Alltagskompetenz :

3 Sonstige Leistungen der Pflegeversicherung Pflegebedarf Die Pflegeversicherung übernimmt die Kostenerstattung der Pflegehilfsmittel, die für den Verbrauch bestimmt sind, in Höhe von 40 Euro monatlich (bei pflegedürftigen Personen in den Pflegestufen 0 bis IV). Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen Für eine Anpassung des Wohnumfeldes an die geänderte Lebenssituation zahlt die Pflegekasse auf Antrag bis zu Euro pro Maßnahme. Pflegebedürftige in den Pflegestufen 0, I, II oder III können wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Bei der Antragstellung sowie bei Beratungsbedarf ist Ihnen unsere Caritas - Wohnberatung gerne behilflich. Pflegekurse Die Pflegeversicherung übernimmt auch die Finanzierung von Pflegekursen, wie sie zum Beispiel von unseren Caritas - Sozialstationen regelmäßig angeboten werden. Eine Schulung in der häuslichen Umgebung ist nach Antragsstellung bei der Pflegekasse ebenfalls möglich. Dieses Schulungsangebot richtet sich vor allem an Pflegebedürftige und den Pflegepersonen, deren Pflegesituation einer individuelleren, zielgerichteten Beratung bedarf mit spezifischen Pflegesituationen. Sozialversicherungsbeiträge Die Pflegekasse übernimmt zudem Leistungen zur Rentenversicherung oder Unfallversicherung für pflegende Angehörige, die mindestens 14 Stunden in der Woche pflegen und weniger wie 30 Wochenstunden berufstätig sind. Verhinderungspflege Eine weitere Leistung, die von der Pflegekasse übernommen wird, ist die so genannte Ersatz- oder Verhinderungspflege. Anspruchsberechtigt sind pflegebedürftige Personen in den Pflegestufen 0 bis III. Hierfür steht jährlich ein Betrag von maximal Euro zur Verfügung. Fällt ein pflegender Angehöriger aufgrund von Erholung, Krankheit oder sonstiger Gründe aus auch stundenweise, kann ersatzweise Verhinderungspflege beantragt und mit der Pflegekasse abgerechnet werden. Dies ist für bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr möglich (bei weniger als 8 Stunden Verhinderungspflege pro Tag gilt die Begrenzung auf 6 Wochen nicht). Die Verhinderungspflege kann z.b. stundenweise durch einen ambulanten Pflegedienst erfolgen. Eine Aufstockung aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Kurzzeitpflege ist möglich um bis zu 806 jährlich auf dann insgesamt Euro pro Jahr. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird dem Leistungsbetrag für die Kurzzeitpflege angerechnet. Kurzzeitpflege Im Rahmen der Kurzzeitpflege wird der Pflegebedürftige vorübergehend stationär betreut. Diese teilstationäre Pflege erfolgt z. B. wenn eine bestimmte Übergangszeit nach einem Krankenhausaufenthalt zu überbrücken ist oder ein pflegender Angehöriger Urlaub macht oder selbst erkrankt. Die Pflegekasse zahlt die Kurzzeitpflege für maximal 28 Kalendertage, höchstens aber Euro pro Jahr. Der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege kann um bis zu Euro aus noch nicht in Anspruch genommenen Mitteln der Verhinderungspflege auf insgesamt bis zu Euro im Kalenderjahr erhöht werden, der Anspruch auf Kurzzeitpflege in diesem Fall wäre dann auf längstens acht Wochen pro Kalenderjahr beschränkt. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird dem Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet.

4 Pflegestufen Auf Grund der in der Begutachtung und durch das Pflegetagebuch ermittelten und anerkannten Pflegezeiten (nicht alle Pflegezeiten werden automatisch anerkannt!) wird der Pflegebedürftige in eine Pflegestufe eingeordnet. Voraussetzung dafür ist ein Hilfebedarf bei den gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden täglichen Verrichtungen über voraussichtlich mind. 6 Monate. Dabei genügt nicht eine überwiegende Hilfe im Haushalt. Die pflegebedürftige Person muss vielmehr im Bereich der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität einen größeren täglichen Hilfebedarf haben. Folgende Kriterien für die Pflegestufen sind festgelegt: Pflegestufe I: Es liegt ein Hilfebedarf bei mind. 1 x tgl. für mind. zwei Verrichtungen und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung vor. Ein Zeitaufwand von mind. 90 Minuten pro Tag für Hilfeleistungen ist erforderlich, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mehr als 45 Minuten betragen muss. Pflegestufe II: Mind. 3 x täglicher Hilfebedarf zu verschiedenen Tageszeiten bei der Pflege und zusätzlich mehrmals in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung. Durchschnittlich mind. 3 Std. pro Tag für Hilfeleistungen sind erforderlich, wobei der Aufwand für pflegerische Verrichtungen mit 2 Std. pro Tag eindeutig überwiegen muss. Pflegestufe III: Die Hilfe muss rund um die Uhr, auch nachts benötigt werden. Ein nächtlicher Pflegebedarf ( Uhr) liegt dann vor, wenn jede Nacht eine Pflegeleistung anfällt, welche die Nachtruhe der Pflegeperson unterbricht. Ausnahmsweise auch möglich, wenn einmal oder höchstens zweimal i. d. Woche keine nächtliche Hilfeleistung angefallen ist und sich der Hilfebedarf auf Dauer nicht weiter reduziert. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche bei der hauswirtschaftlichen Versorgung Hilfe benötigt werden. Durchschnittlich müssen mind. 5 Stunden pro Tag für Hilfeleistung, davon mind. 4 Stunden für die Pflege, benötigt werden.

5 Erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen haben häufig einen Hilfe- und Betreuungsbedarf der über den Hilfebedarf hinausgeht, der bei der Beurteilung von Pflegebedürftigkeit Berücksichtigung findet. Die Einschränkung der Alltagskompetenz muss auf Dauer erheblich sein (voraussichtlich mindestens sechs Monate) und regelmäßig bestehen. Dazu werden krankheits- oder behinderungsbedingte kognitive Störungen (wahrnehmen und denken) sowie Störungen des Affekts und des Verhaltens erfasst. Nachfolgend die 13 Kriterien zur Beurteilung erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz 1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereichs (Weglauftendenz) 2. Verkennen oder Verursachen gefährdender Situationen 3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährdenden Gegenständen oder potenziell gefährdenden Substanzen 4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation 5. Einer Situation unangemessenes Verhalten 6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen oder seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen 7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung 8. Störung der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigung des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben 9. Störung des Tag-Nacht-Rhythmus 10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren 11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen 12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten 13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression Eine erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn in den o.a. Kriterien wenigstens bei zwei Items ein "Ja" angegeben wird, davon mindestens einmal bei einem Item aus einem der Bereiche 1 bis 9. Eine in erhöhtem Maße eingeschränkte Alltagskompetenz liegt vor, wenn die für die erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz maßgeblichen Voraussetzungen erfüllt sind und zusätzlich bei mindestens einem weiteren Item aus einem der Bereiche 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 ein Ja angegeben wird.

6 Pflegezeitgesetz Die meisten pflegenden Angehörigen benötigen in der Phase, in der sie Familie, Pflege und Beruf vereinbaren müssen, vor allem mehr zeitliche Flexibilität. Das neue Gesetz ab zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf besteht aus drei Säulen: tägige Auszeit im Akutfall mit Lohnersatzleistung Beschäftigte, die kurzfristig Zeit für die Organisation einer neuen Pflegesituation benötigen, können wegen einer sogenannten kurzzeitigen Arbeitsverhinderung bis zu zehn Tage der Arbeit fernbleiben. Neu ist, dass dies mit einem Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld, vergleichbar dem Kinderkrankengeld, verbunden wird eine Lohnersatzleistung, die den Verdienstausfall in dieser Zeit zu einem Großteil auffängt. 2. Sechs Monate Pflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch Beschäftigte, die sich nach dem Pflegezeitgesetz für eine bis zu sechsmonatige teilweise oder vollständige Freistellung entscheiden, haben künftig einen Anspruch auf Förderung durch ein zinsloses Darlehen. Dieses Darlehen zur besseren Absicherung des Lebensunterhalts können sie direkt beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgabe beantragen. Das Darlehen wird in monatlichen Raten ausgezahlt und deckt die Hälfte des durch die Arbeitszeitreduzierung fehlenden Nettogehalts ab. Auf entsprechenden Antrag kann auch ein niedrigeres Darlehen bis zu einer Mindesthöhe von 50 Euro monatlich genommen werden. 3. Familienpflegezeit mit zinslosem Darlehen und Rechtsanspruch Den Anspruch auf ein zinsloses Darlehen haben auch diejenigen Beschäftigten, die eine Freistellung nach dem Familienpflegezeitgesetz in Anspruch nehmen. Neu im Gesetz ab ist die Einführung eines Rechtsanspruchs auf Familienpflegezeit. Beschäftigte sind künftig für die Dauer von bis zu 24 Monaten bei einer verbleibenden Mindestarbeitszeit von 15 Wochenstunden teilweise freizustellen, wenn sie einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in häuslicher Umgebung pflegen.

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