Pandemieplanung in Deutschland

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1 Internationale Bodenseekonferenz Pandemieplanung in Deutschland Grenzgängerfragen im Fall einer Pandemie Dr. Isolde Piechotowski, MPH Vorbemerkung Gesundheitsministerkonferenz (Dezember 2006) Alle verantwortlichen Institutionen und Ebenen, insbesondere die Ärzteschaft, die Krankenhäuser, Rettungs- und Hilfsdienste sind aufgefordert, Vorbereitungen in ihrem Bereich zu treffen 1

2 Organisation - Pandemieplanung Nationaler Pandemieplan Überblick über die Maßnahmen Phasenorientierte Aufgaben und Handlungsempfehlungen Wissenschaftliche Zusammenhänge Wird kontinuierlich von Bund und Ländern aktualisiert; aktuelle Version Mai 2007: Pandemiepläne der Bundesländer Pandemieplanung in den Kreisen Anbindung an regionale Krisenmanagementstrukturen Organisation - Zusammenwirken Verbindung zwischen den Ebenen Alle Organisationseinheiten agieren selbständig Nationaler Pandemieplan gibt Handlungsrahmen vor Klare vertikale Kommunikationsstrukturen Überregionale Entscheidungsgremien Gemeinsamer Krisenstab von Innen- und Gesundheitsministerium bereichsübergreifende Abstimmung zeitkritischer Entscheidungen und Maßnahmen fachliche Beratung durch Bundesoberbehörden z.b. RKI Interministerielle Koordinierungsgruppe des Bundes und der Länder Abstimmung Lageeinschätzung, Risikobewertung, Handlungsempfehlungen 2

3 Strategie im Gesundheitsbereich Patientenversorgung (1) ambulante Versorgung Sicherstellungsauftrag Kassenärztliche Vereinigung Grundsatz: absolute Vorrangigkeit der ambulanten Versorgung Unterstützung durch Hilfsorganisationen Umsetzung je nach Land und Kreis unterschiedlich (Fieberambulanzen, Schwerpunktpraxen, alle Praxen) stationäre Versorgung Strenge Indikation für Klinikeinweisung Umsetzung je nach Land und Kreis unterschiedlich (z. B. Festlegung von Schwerpunktkliniken) Baden-Württemberg: Alle Krankenhäuser mit Fachabteilung für Innere Medizin und Pädiatrische Abteilungen ( bzw Betten) 3

4 Patientenversorgung (2) Patiententransport Zentral über Rettungsleitstellen strenge Prüfung der Indikation für Klinikeinweisung Patientenversorgung - Spezielle Aspekte der grenzüberschreitenden Kooperation Dienstverpflichtungen für Gesundheitspersonal nicht geplant, kann aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen werden Ausländische Grenzgänger können in Deutschland nicht dienstverpflichtet werden Maßnahmen für bestimmte Fachbereiche Pandemieplanung in den Kliniken ist Sache des Trägers Pandemieplan und Handbuch betriebliche Pandemieplanung geben Hilfestellung 4

5 Eindämmung der Pandemie Public Health Maßnahmen Ermittlung von Kontaktpersonen und Absonderung Phase 4 und 5, sowie bei Einzelfällen in Phase 6 Schulschließung, Verbot von Massenveranstaltungen Empfehlung auf Bundesebene in Abhängigkeit von der epidemischen Situation Individuelle Schutzmaßnahmen Allgemeine Hygieneempfehlungen Selbstisolation Erkrankter Tragen von Mund-Nasen-Schutz (FFP1), insbesondere Erkrankte Eindämmung der Pandemie (2) Arbeitsschutzmaßnahmen - Medizinisches Personal Erstellung betriebsspezifischer Pandemienotfallpläne Arbeitsschutzgesetz Verpflichtung des Arbeitgebers, die erforderlichen Maßnahmen zu treffen Atemschutz und persönliche Schutzausrüstung Tätigkeitsbezogene abgestufte Empfehlungen des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) Prophylaxe mit antiviralen Arzneimitteln Bevorratung durch Krankenhäuser möglich (Erweiterung des Arzneimittelgesetzes) 5

6 Eindämmung der Pandemie (3) Arbeitsschutzmaßnahmen - Wirtschaftsbetriebe Empfehlungen für betriebliche Pandemiepläne Vorsorgemaßnahmen für Mitarbeiter Bevorratung von antiviralen Arzneimitteln Bevorratung persönlicher Schutzausrüstung Organisatorische Maßnahmen zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr Separierung von Arbeitsplätzen Schichtregelungen Einrichten von Heimarbeitsplätzen Behandlung - Versorgung mit antiviralen Medikamenten Bevorratung für Therapie durch Bundesländer Beschluss der Länder: Bevorratung für 20 % der Bevölkerung Bevorratungsmengen aktuell Baden-Württemberg 14 % Bayern 20 % Rheinland-Pfalz 20 % Priorisierung nicht erforderlich: Nach Einschätzung von Bund und Ländern Therapie aller Erkrankten sicher gestellt Versorgungswege je nach Bundesland unterschiedlich Abgabe einheitlich über Apotheken und Kliniken 6

7 Behandlung - Impfstrategie Saisonale Impfung STIKO-Empfehlung für Personen > 60 Jahre und beruflich Exponierte Erweiterte Impfempfehlung durch Länder Ziel: Steigerung der Durchimpfung; Anspruch auf Versorgung von Impfschäden Impfung in der Pandemie Vollversorgung der Bevölkerung mit Impfstoff gegen das pandemische Virus (Zweifachimpfung) Priorisierung der first responder ; anschließend Impfung der Allgemeinbevölkerung nach Altersgruppen Kostenübernahme durch GKV und PKV Wirtschaft und Soziales Leben 7

8 Einschränkende Maßnahmen Schließung von Schulen oder Kindergärten, -krippen Als prinzipielle Maßnahme vorgesehen, Umsetzung im Einzelnen noch offen Einschränkungen des Verkehrs nicht geplant Einschränkungen an den Grenzübergängen nicht geplant Information, Fortbildung, Kommunikation 8

9 Information Ärzteschaft Fachinformationen über Internet (RKI, Landesbehörden) Bevölkerung Kommunikationskonzept Bestandteil des Pandemieplans Informationsmaterial (Broschüre, CD) bei RKI und BzGA in Vorbereitung Fortbildungen Gesundheitspersonal Informationen über ärztliche Standesorganisationen Informationsveranstaltungen durch ÖGD auf Kreisebene Medizinische Einrichtungen und Altenheime bzw. Altenpflegeheime Hinweise und Empfehlungen in den Pandemieplänen der Länder Wirtschaftsbetriebe, Behörden Handbuch betriebliche Pandemieplanung 9

10 Staatsangehörige im Ausland Versorgung von Mitbürgern im Ausland Pandemieplan des Auswärtigen Amtes Zielgruppen Deutsche Institutionen (z.b. Goethe-Institut) Deutsche Wirtschaftsunternehmen Staatsangehörige im Ausland Übersicht über mögliche Vorsorgemaßnahmen Jeder ist für seine eigene Gesundheit verantwortlich 10

11 Noch offene Fragen Offene Fragen Durchführung der Impfung Zusammenwirken von ÖGD und Ärzteschaft Sicherstellung der Impfung entsprechend der Priorisierung Ambulante Versorgung Strategie der Ärzteschaft zur Sicherstellung der Patientenversorgung 11

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