Einführung in die Philosophie

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1 in die Philosophie Glauben und Wissen Wintersemester // bei Moritz Schulz

2 Plan Erscheinung und Wahrnehmung 1 Erscheinung und Wahrnehmung 2 3

3 Wahrnehmung Sinneswahrnehmung ist eine (womöglich sogar die) zentrale Erkenntnisquelle. Durch Sinneswahrnehmung erhalten wir Informationen über die Außenwelt. Sinneswahrnehmung umfasst verschiedene Modalitäten: Zu nennen sind hier insbesondere die visuelle und die auditive Wahrnehmung. Die perzeptuelle Informationsgewinnung ist nicht fehlerfrei: Es gibt die Möglichkeit von Sinnestäuschung. (Daraus versucht der Skeptiker gerne, philosophisches Holz zu schlagen.)

4 Was ist Wissen? Der erste Definitionsversuch Definitionsversuch I Wissen ist Wahrnehmung. Man kann hier in mehrfacher Hinsicht Zweifel anmelden: 1. Soll mathematisches Wissen auch Wahrnehmung sein? 2. Soll abgeleitetes Wissen (Schlussfolgerungen aus der Wahrnehmung) auch Wahrnehmung sein? Dies stellt in Frage, ob Wissen immer Wahrnehmung ist. Umgekehrt kann man auch fragen: ist Wahrnehmung immer Wissen?

5 Alles relativ? Wenn Wahrnehmung Wissen ist, die Dinge aber von verschiedenen Personen unterschiedlich wahrgenommen werden, können dann verschiedene Personen unterschiedliches [Variante 1] oder sogar miteinander unvereinbares [Variante 2] Wissen haben? Variante 1 ist kein Problem: Es gibt keinen Grund für die Annahme, dass zwei Personen dasselbe wissen sollten. Variante 2 ist ein Problem: Ein Szenario wie das folgende wäre dann möglich. (1) Salome weiß, dass der Wind kalt ist. (2) Mehmet weiß, dass der Wind nicht kalt ist.

6 Erscheinung Erscheinung und Wahrnehmung Es ist sicher so, dass uns die Dinge ganz unterschiedlich erscheinen können. Die Eindrücke, die uns die Sinne liefern, können ganz unterschiedliche Rückschlüsse auf die Wirklichkeit nahelegen. Dieser Umstand ist aber unproblematisch: (1 ) Salome hat den Eindruck, dass der Wind kalt ist. (2 ) Mehmet hat den Eindruck, dass der Wind nicht kalt ist.

7 Versteckte Relativität im Prädikat? Relativismus oder sein naher Verwandter, der Kontextualismus, spielen in der Gegenwartsphilosophie (wieder) eine große Rolle. Sie orientieren sich aber nicht an der Natur der Wahrnehmung, sondern darauf, wie die fraglichen sprachlichen Ausdrücke in einer Situation auszuwerten sind. Am Beispiel: (1 ) Salome weiß, dass der Wind kalt-für-salome ist. (2 ) Mehmet weiß, dass der Wind nicht kalt-für-mehmet ist.

8 Bereichsspezifische Relativität Moderner Relativismus ist in der Regel bereichsspezifisch: Er bezieht sich typischerweise auf evaluative Prädikate wie schön oder lecker. Es bleibt danach ein Bereich, der nicht relativistisch konzipiert wird. Für einen solchen Relativismus sind dann die folgenden Aussagen unvereinbar: (3) Salome weiß, dass das Schwimmbecken 25m lang ist. (4) Mehmet weiß, dass das Schwimmbecken nicht 25m lang ist.

9 Ist Erscheinung wirklich Wahrnehmung? Vergleichen sie die folgenden beiden Aussagen: (5) Kim nimmt einen Seeadler wahr / Kim sieht einen Seeadler. (6) Kim hat einen visuellen Eindruck von einem Seeadler. Für die Wahrheit von (5) muss ein Seeadler im Gesichtsfeld von Kim existieren, für die Wahrheit von (6) aber nicht.

10 Ein Kategorienfehler? Wenn Kim einen Seeadler sieht, welches Wissen erwirbt sie dadurch (unter der Annahme, Wahrnehmung sei Wissen)? Dass es Seeadler gibt? (Was, wenn sie nicht weiß, was ein Seeadler ist?) Könnte es auch sein, dass sie gar kein Wissen erwirbt, weil sie an ihre Wahrnehmung keine Fragen stellt, die sich auf Basis der Wahrnehmung beantworten ließen? Womöglich ist Wahrnehmung gar nicht Teil der richtigen Kategorie, um Wissen darzustellen.

11 Meinung und Repräsentation Wissen repräsentiert die Welt. Und Repräsentationen, die Wissen darstellen, sind korrekt. Repräsentationen, mit denen das Subjekt einen Einstellung dazu einnimmt, wie die Welt beschaffen ist, kommen erst durch die Meinungen zustande, die auf Basis von Wahrnehmung ausgebildet werden. Eine Wahrnehmung allein bestimmt noch keine Meinung: wir können einen Stock als gebogen wahrnehmen, aber die (korrekte) Meinung ausbilden, er sei gerade.

12 Der zweite Definitionsversuch Definitionsversuch II Wissen ist wahre Meinung.

13 Wissen und Wahrheit Was sicherlich richtig ist: Faktivität von Wissen Wenn jemand weiß, dass die Dinge so-und-so stehen, dann stehen sie so-und-so. Es gibt kein falsches Wissen. (Aber es gibt natürlich falsche Meinungen.)

14 Hinreichend? Stellt jede wahre Meinung Wissen dar?

15 Meinungsgenese und Wissen Meinungen können auf unterschiedliche Weise zustande kommen: Wir können Meinungen auf der Basis unserer Wahrnehmungen ausbilden. Wir können Meinungen entwickeln, indem wir Schlüsse aus bereits vorhandenen Meinungen ziehen. Wir können Meinungen von anderen Personen übernehmen.

16 Überreden Erscheinung und Wahrnehmung Wenn uns jemand durch Überredungskünste dazu bringt, eine Meinung zu haben, stellt diese Meinung dann Wissen dar, sofern sie wahr ist?

17 Gute Gründe Meinungen, die nicht auf guten Gründen beruhen, stellen kein Wissen dar. Eine verwandte Variation desselben Themas: Meinungen, die durch einen wenig verlässlichen Prozess zustande kommen, stellen kein Wissen dar. Den Überredungskünsten einer anderen Person zu erliegen, die man nicht aus unabhängigen Gründen für vertrauenswürdig hält, führt im allgemeinen nicht zu wahren Meinungen, auch wenn es dies im Einzelfall natürlich tun kann.

18 Der dritte Definitionsversuch Definitionsversuch III Wissen ist wahre Meinung verbunden mit einer guten Begrüdung (/Erklärung).

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