Gestaltung und Kunst. Bachelor- und Masterabsolvent/innen

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1 Gestaltung und Kunst Die Neuabsolvent/innen des Bereichs Gestaltung und Kunst arbeiten nach dem Studium vornehmlich im privaten Dienstleistungssektor, vor allem in Grafikateliers und Agenturen. Etwa die Hälfte gibt an, einen künstlerischen Beruf auszuüben. Erwartungsgemäss treffen die Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst auf eine deutlich ungünstigere Beschäftigungssitua tion als die Neuabsolvent/innen FH insgesamt: 60 Prozent haben Mühe, eine ihren Erwartungen entsprechende Stelle zu finden, rund doppelt so viele wie bei der Gesamtheit aller Neuabsol - vent/innen FH. Der Anteil an Stellensuchenden ist mit 8 Prozent sogar viermal höher als bei den Neuabsolvent/innen FH insgesamt. Nur gut die Hälfte der Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst meint, dass ihre jetzige Tätigkeit ihren Qualifikationen entspricht. Häufig sehen sie auch keinen inhaltlichen Bezug zwischen der jetzigen Tätigkeit und dem Studium. Das auf eine Vollzeitstelle hochgerechnete Jahreseinkommen liegt ein Jahr nach Abschluss des Studiums mit Franken deutlich unter dem Durchschnitt aller Neuabsolvent/innen FH. Da fast drei Viertel teilzeitlich arbeiten, reduziert sich das effektive Einkommen. Einem Viertel steht monatlich sogar nur gut 2000 Franken oder weniger zur Verfügung. Trotz dieser Nachteile fällt die Zufriedenheit mit der Studienwahl bei den Neuabsolvent/innen des Bereichs Gestaltung und Kunst kaum geringer aus als bei der Gesamtheit der Neuabsolvent/innen FH. Tabelle 1: Kennzahlen der Stichprobe (n=668) (in Prozent) Geschlecht Männer 38 Frauen 62 Fachhochschule Berner Fachhochschule 7 Fachhochschule Nordwestschweiz 20 Haute Ecole spécialisée de Suisse occidentale 28 Hochschule Luzern 15 Scuola Universitaria Professionale della Svizzera Italiana 5 Zürcher Fachhochschule 24 Fächer Visuelle Kommunikation, 38 Produkt- und Industriedesign, 27 Innenarchitektur, 9 Konservierung, 3 Bildende Kunst (Fine Arts), 14 Vermittlung von Kunst und Design, 9 - und absolvent/innen Bei den befragten Neuabsolvent/innen der Fächer Visuelle Kommunikation, Produktund Industriedesign sowie Innenarchitektur handelt es sich um absolvent/innen FH. Von ihnen sind wenige in ein studium eingestiegen (je nach Fach lediglich 6 bis 16 Prozent). Für die Neuabsolvent/innen der Fächer Konservierung, Bildende Kunst und Vermittlung von Kunst und Design ist hingegen der abschluss die Regel (je nach Fach zwischen 53 und 75 Prozent). Der eigentliche Berufseinstieg erfolgt für sie erst nach dem abschluss. Aus diesem Grund bezieht sich die Auswertung bei diesen drei Fachrichtungen auf die absolvent/innen FH, bei den anderen auf die absolvent/innen FH. Vor zwei Jahren (2009) war es noch nicht möglich, die Daten der absolvent/innen FH auszuwerten. Die erste Stelle nach dem Studium SDBB, Bern, 2013 Die hier publizierte Auswertung stützt sich auf die Erhebung der Gesamtstudie: Bundesamt für Statistik BFS, Befragung der Hochschulabsolvent/innen, Abschlussjahrgang Mehr zur Befragung:

2 Schwieriger Berufseinstieg Tabelle 2: Kennzahlen Beschäftigungslage (in Prozent) Gestaltung und Kunst Schwierigkeiten bei der Stellensuche Studium als gute Grundlage für den Berufseinstieg betrachtet Weiterbildung nach Studienabschluss begonnen Fachhochschulstudierende absolvieren im Vergleich zu Universitätsstudierenden eine eher praxisorientierte Ausbildung, die den Berufseinstieg in der Regel begünstigt. Dies gilt jedoch nicht für die Neuabsolvent/innen im Bereich Gestaltung und Kunst, wo die Ausbildung ähnlich wie in den Geistes- und Sozialwissenschaften allgemeinbildenden Charakter hat. Ausserdem übersteigt die Anzahl der im Bereich Gestaltung und Kunst ausgebildeten Personen deutlich die Anzahl der zu besetzenden Stellen (z.b. Restaurierung). Insgesamt scheint es in den gestalterischen Berufen eher ein Überangebot an Neuabsolvent/innen zu geben. Abbildung 1: Schwierigkeiten bei der Stellensuche (in Prozent) Visuelle Kommunikation, 62 Produkt- und Industriedesign, 64 Innenarchitektur, 47 Konservierung, 14** Bildende Kunst (Fine Arts), 71 Vermittlung von Kunst und Design, Gestaltung und Kunst (alle Fächer) Die Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst sehen die Gründe für ihre Schwierigkeiten vor allem in der Stellensituation im ihrem Bereich (73 Prozent) sowie in ihrer Studienrichtung (62 Prozent) und in der fehlenden Berufserfahrung (60 Prozent). Die Neuabsolvent/innen FH insgesamt führen ihre Schwierigkeiten beim Berufseinstieg vor allem auf die fehlende Berufserfahrung zurück. Wer bereits vor Studienabschluss über berufliche Erfahrungen im Fachgebiet verfügt, hat deutlich weniger Mühe bei der Stellensuche als die anderen (55 versus 74 Prozent). Tabelle 3: Kennzahlen Erwerbssituation (in Prozent) erwerbstätig stellensuchend Stelle zugesichert Erwerbsverzicht *

3 Die Schwierigkeiten beim Berufseinstieg im Bereich Gestaltung und Kunst hängen mit dem vergleichsweise hohen Anteil an stellensuchenden Neuabsolvent/innen zusammen. Wie Abbildung 2 zeigt, betrifft dies alle Studienrichtungen. Nur 44 Prozent der Neuabsolvent/innen sind der Meinung, dass ihr abschluss im Bereich Gestaltung und Kunst eine gute Grundlage für den Berufseinstieg darstellt das sind 18 Prozentwerte weniger als bei den Neuabsolvent/innen FH insgesamt. Auffallend viele Neuabsolvent/innen aus dem Bereich Gestaltung und Kunst haben mehrere Stellen inne insgesamt 29 Prozent. Um eine Stelle zu bekommen, müssen sie sich auch mehr anstrengen als andere: Durchschnittlich benötigen sie acht Bewerbungen, die Neuabsolvent/innen FH insgesamt nur deren fünf. 47 Prozent kommen über Stelleninserate (Online oder in Printmedien) oder über Spontanbewerbungen zu einer Anstellung, 21 Prozent über persönliche Kontakte (: 59 bzw. 24 Prozent). Abbildung 2: Anteil Stellensuchende (in Prozent) Visuelle Kommunikation, Produkt- und Industriedesign, Innenarchitektur, Konservierung, Bildende Kunst (Fine Arts), Vermittlung von Kunst und Design, Gestaltung und Kunst (alle Fächer) ** 5** 10* 7** Vergleichsweise häufig sind die Befragten als Praktikant/innen beschäftigt rund 12 Prozent im Vergleich zu 3 Prozent bei den Neuabsolvent/innen FH insgesamt. 17 Prozent absolvieren im Jahr nach Studienabschluss eine Weiterbildung, häufig ein studium oder eine Weiterbildung ausserhalb der Hochschule. In verschiedensten Bereichen beschäftigt Die Ausbildungen im Fachhochschulbereich Kunst und Gestaltung unterscheiden sich zum Teil stark, entsprechend verteilen sich die Tätigkeitsbereiche über ein breites Spektrum (vgl. Abbildung 3). Gut die Hälfte der Neuabsolvent/innen ist im Bereich der privaten Dienstleistungen tätig, vor allem in Grafikateliers, Architektur- und Planungsbüros, Werbung/PR-Agenturen sowie Informatikfirmen. Im Bereich der Information und Kultur sind die Neuabsolvent/innen der Gestaltung und Kunst beispielsweise in Verlagen, in der Filmbranche, im Radio und Fernsehen oder im Museum tätig.

4 Abbildung 3: Beschäftigungsbereiche (in Prozent) Hochschule Schule Rechtswesen Information und Kultur Pädagog., Psycholog., Soziale Dienste Land- und Forstwirtschaft Industrie ** 10 1** 0.4** 7 Private Dienstleistungen 52 Öffentliche Dienste Verbände und Organisationen Die Hälfte der Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst gibt an, einen künstlerischen Beruf auszuüben. Andere nennen Berufe der Textil- und Lederverarbeitung, Techniker/innen, Berufe des Baugewerbes, Berufe des Gastgewerbes und der Hauswirtschaft, kaufmännische Berufe und viele weitere. Tabelle 4: Kennzahlen Berufsbezeichnungen (in Prozent) Künstlerische Berufe 50 Berufe des Unterrichts und der Bildung 15 Medienschaffende und verwandte Berufe 10 Unternehmer/innen, Direktor/innen, leitende Beamt/innen 6 Berufe der Informatik 3 Berufe des Verkaufs und des Handels 3 Inadäquate Beschäftigung verbreitet Die Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst sind relativ häufig der Ansicht, dass ihre Berufstätigkeit ihren Qualifikationen eher nicht oder gar nicht entspricht. Nur jeweils ca. 50 bis 60 Prozent meinen, dass ihre jetzige Tätigkeit in Bezug auf die berufliche Position, die übertragenen Aufgaben oder die im Studium erworbenen fachlichen Qualifikationen ihrer Ausbildung entspricht. Bei den Neuabsolvent/innen FH insgesamt liegen diese Werte jeweils zwischen 59 und 71 Prozent. Es wundert deshalb nicht, dass nur 57 Prozent angeben, mit ihrem Job in Bezug auf die Übereinstimmung mit beruflichen Qualifikationen zufrieden zu sein (Neuabsolvent/innen FH insgesamt: 68 Prozent). Wie nachstehende Abbildung zeigt, ist der Anteil jener, die einen Job ohne inhaltlichen Bezug zum Studium ausüben, im Bereich der Gestaltung und Kunst wesentlich grösser als bei den Neuabsolvent/innen FH insgesamt. Ein Viertel der Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst gibt an, aufgrund von Schwierigkeiten bei der Stellensuche, auf eine der Ausbildung nicht angemessene Tätigkeit ausgewichen zu sein (Neuabsolvent/innen FH insgesamt: 10 Prozent). Entsprechend betrachten sie ihre jetzige Anstellung häufiger als temporäres Jobben denn als längerfristige Berufstätigkeit (11 versus 6 Prozent).

5 Abbildung 4: Kein inhaltlicher Bezug zwischen Studium und jetziger Tätigkeit (in Prozent) Visuelle Kommunikation, 13 Produkt- und Industriedesign, 19 Innenarchitektur, 16* Konservierung, 0 Bildende Kunst (Fine Arts), 21 Vermittlung von Kunst und Design, Gestaltung und Kunst (alle Fächer) 4** Sehr tiefe Einkommen Tabelle 5a: Kennzahlen Anstellungsbedingungen (in Prozent) Visuelle Kommunikation Produkt- und Industriedesign Innenarchitektur Konservierung Jahresbruttoeinkommen 1 (in Franken) Zufriedenheit mit Einkommen: Anteil Zufriedene Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte * 63* Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein * Ja, im entsprechenden Fach * Ja, auch in verwandten Fächern ** Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung ** 0 1 Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet. Tabelle 5b: Kennzahlen Anstellungsbedingungen (in Prozent) Bildende Kunst Vermittlung Kunst/Design Gestaltung/ Kunst (alle) Jahresbruttoeinkommen 1 (in Franken) Zufriedenheit mit Einkommen: Anteil Zufriedene Anteil Teilzeitbeschäftigte (Pensum < 90 Prozent) Anteil befristet Angestellte Hochschulabschluss für jetzige Tätigkeit verlangt? Nein Ja, im entsprechenden Fach Ja, auch in verwandten Fächern 8** Ja, aber ohne spezifische Fachrichtung 3** 4** Als statistisches Mittel wurde der Median verwendet. Die Einkommen der teilzeitlich beschäftigten Personen wurden auf 100 Prozent hochgerechnet. Das Jahreseinkommen der Neuabsolvent/innen aus dem Bereich Gestaltung und Kunst liegt mit Franken deutlich unter dem Durchschnitt der Neuabsolvent/innen FH. Da mehr als die Hälfte nur teilzeitlich beschäftigt ist, verfügen die Neuabsolvent/innen

6 effektiv nur über ein Jahreseinkommen von Franken, was einem Monatseinkommen von 3700 Franken entspricht. Ein Viertel verdient sogar nur knapp 2000 Franken oder weniger pro Monat. Einzig diejenigen, die in den Lehrberuf einsteigen, verdienen wesentlich mehr. Daher verwundert nicht, dass die Zufriedenheit mit dem Einkommen deutlich geringer ist als beim Durchschnitt der Neuabsolvent/innen FH. Fast 40 Prozent der Neuabsolvent/innen aus dem Bereich Gestaltung und Kunst verfügen nur über einen befristeten Arbeitsvertrag, und bei mehr als der Hälfte verlangt der Arbeitgeber gar keinen Hochschulabschluss. Mehrheitlich zufrieden mit der Studienwahl Tabelle 6: Kennzahl Rückblick (in Prozent) Gestaltung und Kunst Rückblickend betrachtet nochmals dasselbe Studium wählen Knapp 70 Prozent der Neuabsolvent/innen in Gestaltung und Kunst 6 Prozent weniger als die Neuabsolvent/innen FH insgesamt würden nochmals dasselbe Studium an der gleichen Hochschule ergreifen. Aufgrund der erwähnten Schwierigkeiten überrascht dieser doch vergleichsweise hohe Zufriedenheitswert. Häufig besteht ein Zusammenhang zwischen der angetroffenen Beschäftigungssituation und der rückblickenden Zufriedenheit mit der Studienwahl. Im Bereich Gestaltung und Kunst wiegt offenbar der inhaltliche Gewinn im Studium die ungünstige berufliche Situation nach dem Studium auf.

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