Auf dem Weg zur inklusiven Schule. Handreichung zur Umsetzung und Weiterentwicklung

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1 Auf dem Weg zur inklusiven Schule Handreichung zur Umsetzung und Weiterentwicklung

2 Inhalt: 1. Vorwort der Senatorin Einführung Begriff Inklusion Zusammenfassung Ausführliche Version Entwicklung der Inklusion in Bremen Text Andrea Rechtsgrundlagen UN-Konvention Schulgesetz Entwicklungsplan Inklusion Verordnung zur unterstützenden Pädagogik Sonstige Rechtsgrundlagen Kommunale Zuweisungsrichtlinie Richtlinie REBUZ Zeugnis- und Versetzungsordnung Schulformen Inklusion im Ganztag Inklusion an Grundschulen Ziele der Grundschule Inhalte/Konzeption unterstützender Pädagogik an Grundschulen Rahmenbedingungen an Grundschulen Inklusion an Oberschulen Ziel der Oberschule Konzept der Oberschule Rahmenbedingungen an der Oberschule ZuP an der Oberschule Zuweisung besonderer Ressourcen Die Lehrkräfte bilden ein Team Weitere Aufgaben der ZUP Fördermaßnahmen an der Oberschule Arbeit der ZuP-Leitung Rechtliche Grundlagen Inklusion an Gymnasien Ziel Inhalte/Konzeption Rahmenbedingungen Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ZuP am Gymnasium Rechtliche Grundlagen Inklusion an Berufsbildenden Schulen Ziel der Berufsbildenden Schulen Konzept der Berufsbildenden Schulen Rahmenbedingungen an den Berufsbildenden Schulen

3 ZuP an Berufsbildenden Schulen Zuweisung besonderer Ressourcen Die Lehrkräfte bilden ein Team Weitere Anforderungen Fördermaßnahmen an der berufsbildenden Schulen Arbeit der ZuP-Leitung Rechtliche Grundlagen Zentren für unterstützende Pädagogik Aufgaben und Konzept Gesamtpapier zu ZuP Organisationsstruktur der ZuP Gesamtpapier zu ZuP Aufgaben des Zentrums für unterstützende Pädagogik Aufgaben der ZuP - Leitungen: Sicherung von Qualitätsansprüchen...32 Ziele, Angebote und konzeptionelle Grundlagen...32 Klima und Umgang...32 Unterricht und Förderung...32 Zusammenarbeit mit Eltern...32 Schulinterne und externe Zusammenarbeit...32 Leitung und Koordination...32 Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung...33 Rahmenbedingungen Aufgaben der Sonderpädagogen:...33 Unterrichten...33 Diagnostik...33 Beraten Vertretungsregelungen für das Zentrum für unterstützende Pädagogik ZuP-Verbund Aufgabe Leitung Entscheidungsfindung (Stimmverhältnisse) Geschäftsordnung Entlastung der ZUP - Leitung Mustergeschäftsordnung Unterrichtsentwicklung Inklusive Pädagogik und Unterrichtsent wicklung Beziehungsqualität und Lernklima Effektive Klassenführung Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen Strukturierung Vielfältiges Üben und Anwenden Selbstgesteuertes Lernen Direkter Unterricht Individuelles Fördern Fördern durch Fordern Unterrichtsentwicklung Schule kann gelingen Gelingensbedingung ist der individualisierte Unterricht

4 Indikatoren für Individualisierten Unterricht Didaktische Prinzipien des individualisierten Unterrichts Erfolgverschaffende Lernarrangements Prinzipien einer Erfolg verschaffenden Lernarrangements Formen der Differenzierung:...42 Differenzierungskonzept (1)...42 Differenzierungskonzept (2)...42 Differenzierungskonzept (3)...43 Differenzierung durch Wochenplan- bzw. Arbeitsplanarbeit, Arbeit im Lernbüro, individuelle Studienzeiten (4)...43 Differenzierung durch Projektunterricht (5)...43 Binnendifferenzierung (6)...43 Kooperative Lernformen (7) Gestaltung der Räume (Vorbereitete Lernumgebung) Diagnostik Förderbereiche Förderbedarfe...44 Dyskalkulie - Rechenschwäche...44 Legasthenie...45 Hochbegabung Sonderpädagogischer Förderbedarf...46 Lernen...46 Sprache...46 Emotional - soziale Entwicklung...46 Wahrnehmung- und Entwicklungsförderung ( geistige Behinderung )...47 Körperliche und motorische Entwicklung...47 Hören...48 Sehen...48 Autismus Verfahren zur Klärung eines Förderbedarfs Anfrage Vorklärung Beratungsgespräch Diagnostik Fallberatung bzw.-konferenz Förderung Feststellungsdiagnostik Antrag Gutachten Förderung Ablaufplan des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs Antrag Beratung/Hospitation Feststellungsverfahren Gutachten Förderung Förderdiagnostik Ziel der Förderdiagnostik Ablaufpläne zur Einleitung eines diagnostischen Ver- fahrens Verfahren zur Klärung eines Förderbedarfs in der allgemeinen Schule.51 Anfrage

5 Vorklärung...52 Diagnostik...52 Förderplanung...53 Förderung Diagnostikkoffer LIS noch nicht klar: wer hat wie Zugriff auf welche Förderinstrumente? Förderung Förderkonzepte schuleigene Förderkonzepte...55 Grundsätze des Förderns...55 Rahmen wirksamer Fördermaßnahmen...56 Organisation von Fördermaßnahmen...56 Erstellung von individuellen Förderplänen...56 Evaluation von Fördermaßnahmen Förderkonzepte im ZuP...56 Grundsätze des Förderns und Forderns...56 Grundsätze der Förderdiagnostik...57 Grundsätze für die Umsetzung individueller Lernentwicklungspläne...57 Grundsätze für Dokumentation, Leistungsbewertung und Evaluation...57 Grundsätze für Kooperationen und Sonstiges Sprachförderkonzept Förderplanung Ein Förderplan ist Grundlagen des Förderplans Förderplanung beinhaltet Hilfestellung für ein effektive Förderplanung bieten Leistungsbewertung und Abschlüsse Ref. 20 oder Übergänge (Noch kein Material vorhanden) Kindergarten Grundschule Grundschule Sekundarstufe I Sekundarstufe I Sekundarstufe II ZSB ZBB Berufsorientierung Ref. 21-Herr Nelson Unterstützungssysteme für die Inklusion Senatorin für Bildung und Wissenschaft Organigramm (Andrea) Regional Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen REBUZ-Flyer Schnittstelle REBUZ ZuP Beschulung der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf soziale und emotionale Entwicklung Ressortübergreifende Kooperationen Förderung im Bereich Lesen, Schreiben, Rechnen Bremerhaven Landesinstitut für Schule / Lehrerfortbildungsinstitut Förderzentren und mobile Dienste

6 Sehen Hören Körperlich-motorische Entwicklung Emotional-soziale Entwicklung Werkschule Schule für Krankenhaus- und Hausunterricht Evaluation und Weiterentwicklung (Qualitätsentwicklung) Noch nicht eingegliedert Kompetenzen...65 Kompetenzbereiche...65 Kompetenzraster...66 Kompetenzstufen am Beispiel des Spracherwerbs (Europäische Kompetenzstufen)...67 Erstellen von Themen für den Kompetenzerwerb Anhang Vorlagen Förderplanung Grundlagendokumente auf CD

7 1. Vorwort der Senatorin 7

8 2. Einführung 2.1. Begriff Inklusion Inklusion bedeutet für den Bereich der Schule einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle und das Erkennen sowie Überwinden von Barrieren. Dadurch können sich alle Kinder und Jugendliche aktiv in das gemeinsame Leben und Lernen einbringen. Die Ausrichtung der Schulen auf die unterschiedlichen Voraussetzungen von Kindern und Jugendlichen ist eine grundsätzliche Aufgabe. Dabei werden die Akzeptanz von Vielfalt und Verschiedenheit erweitert und die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Schulen im Umgang mit Unterschieden - sowohl auf der individuellen als auch auf der organisatorischen und systemischen Ebene - gestärkt. Sie greifen die Erfahrungen mit der individuellen Förderung in allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen auf. Das Ziel ist, die gemeinsame Bildung und Erziehung für Kinder und Jugendliche zu verwirklichen und die erreichten Standards sonderpädagogischer Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote im Interesse der Kinder und Jugendlichen abzusichern und weiterzuentwickeln. Hieraus sind Impulse für die Entwicklung inklusiver Bildungsangebote abzuleiten. Bei allen geplanten Veränderungen und Entwicklungen ist darauf zu achten, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen an jedem Lernort ihren Bedürfnissen und Ansprüchen entsprechend lernen, die notwendige Qualität und der erforderliche Umfang der Unterstützung für alle Kinder und Jugendlichen gesichert sind, die Zusammenarbeit aller an der Förderung des jeweiligen Kindes bzw. Jugendlichen beteiligten Personen und Einrichtungen gewährleistet ist, sonderpädagogische Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote ein qualitativ hochwertiges gemeinsames Lernen ermöglichen. Bildung und Erziehung von jungen Menschen mit Behinderungen sind Aufgaben aller Bildungseinrichtungen. Bei Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, die beim schulischen Lernen sonderpädagogische Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote benötigen, ist es Aufgabe aller Beteiligten zu gewährleisten, dass diese Kinder und Jugendlichen eine ihren persönlichen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen und -möglichkeiten entsprechende Bildung und Erziehung erhalten. Hierbei ist das gesamte Lernumfeld mit seinen Bedingungen pädagogisch bedeutsam. Es entspricht grundsätzlich dem Wohl aller Kinder und Jugendlichen, dass sie gemeinsam lernen und aufwachsen. Bei der Verwirklichung der bestmöglichen Bildung und Erziehung ist vom Wohl des einzelnen Kindes oder Jugendlichen auszugehen. Das Kindeswohl orientiert sich an der Individualität als dem Recht des Kindes, in seiner Unverwechselbarkeit, insbesondere auch mit seinen Stärken und Neigungen sowie seinen 8

9 Kompetenzen und Ressourcen wahrgenommen und an seinen eigenen Möglichkeiten gemessen zu werden; an der Eigenaktivität als dem Recht des Kindes, eigene Individualität im Tun zu erleben, auszuformen und weiterzuentwickeln und dem Anspruch, Gestaltender seines Lernens zu sein; am Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten als dem Recht des Kindes, ein realistisches Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein zu entwickeln, die Stärkung seiner individuellen Leistungsbereitschaft und -fähigkeit zu erfahren und umsichtiges, gewaltfreies und verantwortungsvolles Handeln zu lernen; an der Selbstbestimmtheit und der Selbstverantwortlichkeit als dem Recht des Kindes, Eigenaktivität selbstbestimmt zu erleben und darin Selbstverantwortlichkeit zu entwickeln, d. h. in den Entwicklungsprozess zunehmend sowohl seine eigenen als auch die Bedürfnisse anderer und der Gruppe wahrzunehmen und einzubinden; an der Teilhabe als dem Recht des Kindes, mit seiner Individualität anerkannter Teil der Gemeinschaft zu sein und den Bildungsprozess mitgestalten zu können. Sonderpädagogische Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote können zeitlich befristet oder langfristig erforderlich sein und sind eng mit der zuständigen allgemeinen Pädagogik und deren Angeboten zu verknüpfen. Sie richten sich insbesondere auf die Gestaltung von förderlichen Lern- und Entwicklungsbedingungen sowie auf die Vermeidung, Überwindung bzw. Beseitigung von Barrieren durch angemessene Vorkehrungen. Grundlage inklusiver Bildung sind das gemeinsame Lernen und die gemeinsame Erziehung von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderungen. In solchen Zusammenhängen ist es möglich, die Lebens- und Sozialraumbezüge dieser jungen Menschen zu erhalten und ihnen Gelegenheit zu geben, diese Bezüge auf der Grundlage ihrer Bedürfnisse weiterzuentwickeln. Grundvoraussetzung dafür sind gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme sowie die dafür notwendigen Haltungen und Einstellungen aller an Schule Mitwirkenden. Daran ist konsequent und zielgerichtet zu arbeiten. Die aktive Beteiligung der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen an den sie betreffenden Angelegenheiten ist selbstverständlich. Ungleichheiten in den Lebenswelten und Verschiedenheiten der Personen sind Themen des Unterrichts. Inklusive Bildungsangebote ermöglichen Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen oder mit einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf den gleichberechtigten Zugang zu allen Angeboten des Unterrichts, zu den Angeboten der verschiedenen Bildungsgänge und des Schullebens. Das ermöglicht jedem Kind oder Jugendlichen mit Behinderungen, im Rahmen eines barrierefreien Unterrichts einen seinen Fähigkeiten gemäßen schulischen Abschluss zu erreichen. Barrierefreiheit bezieht sich sowohl auf den Unterricht, auf die Zugänglichkeit von Schulgebäuden und anderen Lernorten, auf Eignung und ggf. Anpassung von Lehr- und Lernmedien als auch auf sonstige Hilfen zur angemessenen Schulbildung durch verschiedene Leistungs- und Kostenträger. Ein inklusiver Unterricht trägt der Vielfalt von unterschiedlichen Lern- und Leistungsvoraussetzungen der Kinder und Jugendlichen Rechnung. Alle Kinder und Jugendlichen erhalten Zugang zu den verschiedenen Lernumgebungen und Lerninformationen. Es werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass sie sich über eine Vielfalt an Handlungsmöglichkeiten selbstbestimmt und selbstgesteuert in ihren Entwicklungsprozess einbringen. 9

10 Das Konzept des handlungsorientierten, ganzheitlichen Unterrichts soll den Kindern und Jugendlichen die notwendigen Erfahrungs- und Zugangsfelder für aktive, zunehmend selbstständige und ergebnisorientierte Entwicklungsprozesse bieten. Damit werden Grundlagen für ein nachhaltiges, lebenslanges Lernen gelegt. Inklusiver Unterricht berücksichtigt einerseits die Standards und Zielsetzungen für allgemeine schulische Abschlüsse und andererseits die individuellen Kompetenzen der Lernenden. Gleiche Lerngegenstände können im Unterricht auf unterschiedlichen Wegen und mit unterschiedlicher Zielstellung bearbeitet werden. Dies erfordert geeignete didaktisch-methodische Vorgehensweisen und Unterrichtskonzepte, um für alle Lernenden Aktivität und Teilhabe in einem barrierefreien Unterricht zu gewährleisten. Erfolgreiches Lernen in heterogenen Gruppen setzt für einige Kinder und Jugendliche mit Behinderungen voraus, dass Unterrichtsinhalte zeitweilig oder längerfristig elementarisiert werden, um den individuellen Lernerfordernissen und Zugangsweisen eines Kindes oder eines Jugendlichen zu entsprechen. Inklusiver Unterricht beinhaltet Maßnahmen innerer und äußerer Differenzierung, um flexibel und angemessen auf die Erfordernisse der Lerngruppe mit ihren unterschiedlichen Voraussetzungen eingehen zu können, und schließt personelle Überlegungen für die Unterrichtsgestaltung ein. Um den speziellen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im schulischen Alltag zu entsprechen, können Lehrkräfte und andere Personen mit spezifischen pädagogischen, therapeutischen und medizinischen Kompetenzen erforderlich sein. Inklusiver Unterricht nutzt Situationen, Lehr- und Lernmittel, Informationsmaterialien und Medien, die für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen den jeweiligen Erfordernissen der Behinderungen entsprechend gestaltet werden. Diese Anpassungen erstrecken sich von optischen, akustischen und weiteren sensorischen Gestaltungsprinzipien für Unterrichtsmedien über den Einsatz technischer Hilfsmittel bis zur Anpassung sprachlicher Inhalte, um z. B. schriftsprachliche und andere Kommunikationsformen in leichter Sprache zugänglich zu machen. Ersetzende und ergänzende Kommunikationsformen müssen ebenso berücksichtigt werden. Individuelle Lernplanungen und Förderpläne sind für eine erfolgreiche inklusive Bildung unverzichtbar. Eine inklusive Unterrichtsgestaltung beruht auf einer den Lernprozess begleitenden pädagogischen Diagnostik und einer kontinuierlichen Dokumentation der Lernentwicklung. Grundsätzlich ist jede erbrachte Leistung individuelles Ergebnis einer Bewältigung von Anforderungen. Alle Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen haben in einem inklusiven Unterricht Anspruch auf Würdigung ihrer individuellen Leistungs- und Entwicklungsfortschritte. Die erreichten Arbeitsergebnisse und die individuelle Leistungsentwicklung werden durch Schulnoten, Lernentwicklungsberichte, Rückmeldegespräche, Portfolios, Zeugnisse oder andere Formen dokumentiert. Auf dieser Grundlage werden die weiteren Bildungs- und Entwicklungsziele festgelegt. Es soll regelmäßig geprüft werden, ob die Leistungsbewertung nach Standards in allen Lern- und Leistungsbereichen vollständig oder nur in Teilbereichen möglich oder aufzuheben ist. Abweichungen von den üblichen Bewertungsregeln werden in den individuellen Förderplänen der Kinder und Jugendlichen ausgewiesen. Eltern sind regelmäßig über die Ergebnisse des zielgleichen oder zieldifferenten Unterrichts und Lernens sowie über die verschiedenen Formen der Leistungsmessung und - bewertung zu informieren und zu beraten. Information und Beratung dienen dazu, Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und ihren Bezugspersonen, insbesondere bei schulischen Übergängen in der Schulbiografie, frühzeitig realistische O- 10

11 rientierungen über erreichbare Abschlüsse und Anschlüsse sowie Möglichkeiten der Unterstützung und Weiterentwicklung zu geben. Abschlussverfahren, Abschlussprüfungen, Abschlusszeugnisse und Abschlussvergaben sind für den weiteren Bildungs- und Berufsweg der Jugendlichen von ausschlaggebender Bedeutung. Die Leistungsbewertung muss sich daher bei Abschlüssen wegen des grundgesetzlich vorgegebenen Gleichbehandlungsgebots, insbesondere im Hinblick auf die freie Wahl von Beruf und Ausbildungsstätte, nach einheitlichen Kriterien richten. Ein dem jeweiligen Einzelfall angemessener Nachteilsausgleich ist auch in einer Prüfungssituation zu gewähren, wenn durch die Behinderung allein der Nachweis des Leistungstands, also die technische Umsetzung durchaus vorhandener Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse, erschwert ist und wenn die Beeinträchtigung durch Hilfsmittel ausgeglichen werden kann. Die Feststellung, ob die Voraussetzung für eine Anpassung der äußeren Prüfungsbedingungen an die Bedürfnisse des betroffenen Prüflings vorliegen, ist eine schulische Entscheidung, die einer landesrechtlichen Regelung bedarf. Bemerkungen über die Gewährung eines Nachteilausgleichs gehören nicht in ein Abschlusszeugnis. Ein Abweichen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsbewertung in einer Prüfungssituation oder bei der Vergabe eines Abschlusses stellt einen Vorteil gegenüber den Mitschülerinnen und Mitschülern dar. Es ist Aufgabe der Leistungsbewertung, in einem Abschlussverfahren, in einer Abschlussprüfung, in einem Abschlusszeugnis oder bei der Abschlussvergabe zu ermitteln, bis zu welchem Grad der Prüfling die gesetzten Standards erreicht hat Zusammenfassung Ausführliche Version 2.2. Entwicklung der Inklusion in Bremen Text Andrea 11

12 12

13 3. Rechtsgrundlagen 3.1. UN-Konvention 3.2. Schulgesetz 3.3. Entwicklungsplan Inklusion 3.4. Verordnung zur unterstützenden Pädagogik 3.5. Sonstige Rechtsgrundlagen Kommunale Zuweisungsrichtlinie 13

14 Richtlinie REBUZ Zeugnis- und Versetzungsordnung 14

15 4. Schulformen 4.1. Inklusion im Ganztag 4.2. Inklusion an Grundschulen Ziele der Grundschule Die Grundschule ist traditionell die Schule, die alle Kinder des Schuleinzugsbezirks aufnimmt. Die wohnortnahe Beschulung ist grundgesetzlich garantiert. Die Grundschulen unterscheiden sich in ihrer Struktur. Es gibt momentan gebundene Ganztagsschulen, an denen alle Schülerinnen und Schüler ganztägig lernen, offene Ganztagsschulen, an den ein angemeldeter Teil der Schülerinnen und Schüler an ganztägigen Angeboten teilnimmt, Schulen mit jahrgangsübergreifenden Lerngruppen von Jahrgang 1 4, Schulen mit jahrgangsgemischten Gruppen 1-2 und 3-4, 1-3, 1+3 und 2+4, Schulen, die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf W + E aufnehmen Schulen mit schulersetzenden Maßnahmen über das ReBUZ bzw. in Bremen im FÖZ für sozial emotionale Entwicklung und Schulen speziell für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf Sehen, Hören und körperliche.und motorische Entwicklung. Schülerinnen und Schüler auch mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen, Sprache und Verhalten wurden schon seit vielen Jahren an den Grundschulen des Landes Bremen integriert. Im Bereich W+E (Wahrnehmung und Entwicklung; KMK: geistige Entwicklung) fanden seit langer Zeit Kooperationen mit der Grundschulklasse statt mit vielen gemeinsamen Unterrichtsphasen und Kindern, die in das Schulleben integriert waren. Hier bilden die Grundschulen mittlerweile gemeinsame Klassen, deren Arbeit momentan ausgeweitet und intensiviert wird. Der schulgesetzliche Auftrag der Inklusion hat für die Grundschulen besondere Anforderungen gerade im Bereich der Unterrichtsentwicklung zur Folge. Individualisierter Unterricht muss herausfordernde Angebote für alle Schülerinnen und Schüler bereithalten und gemeinsames Arbeiten unterschiedlicher Kinder ermöglichen. Lernen in der Grundschule bedeutet den Erwerb von Sachkompetenz, Methodenkompetenz, sozialer Kompetenz und personaler Kompe- 15

16 tenz. Grundschulbildung ist grundlegende Bildung (Persönlichkeitsstärkung, Teilhabe an der Gesellschaft, lebenslanges Lernen), die allen ein hohes Maß an Bildung und Teilhabe mit dem Ziel der Inklusion zukommen lässt. Die Kinder sollen Kompetenzen erwerben und in unterschiedlichen Anforderungsbereichen in der Grundschule gefordert und gefördert werden, die sie beim Übergang in eine weiterführende Schule als Basis mitbringen und umsetzen können. Die Struktur und Organisation der Grundschulen soll diese Entwicklung unterstützen und hat das Ziel, sich auf die individuellen Problemlagen der Kinder einzustellen, ggf. auch entsprechende materielle und personelle Hilfen zur Verfügung zu stellen und ein möglichst barrierefreies Lernen für alle Kinder an der Schule ihres Wohnortes zu ermöglichen Inhalte/Konzeption unterstützender Pädagogik an Grundschulen An jeder Grundschule arbeiten Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Sprachberaterinnen und berater, Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter, Erzieherinnen und Erzieher und weitere Förderkräfte wie z.b: LRS- und Dyskalkulie-Fachkräfte etc. gemeinsam mit den Klassen- und Fachlehrerinnen und -lehrern in einem Unterricht, der für alle Kinder individuelle Herausforderungen auf Ihrem jeweiligen Anforderungsniveau bietet und sie in ihrem Lernen unterstützt. Besondere Förderung und Forderung findet in erster Linie im Klassenverband durch individualisierte Angebote statt. In enger Verzahnung mit dem Klassenunterricht kann spezielle Förderung und Forderung auch außendifferenziert organisiert werden. Dabei sollte im Unterricht folgendes berücksichtigt werden: Fördern und Fordern aller Begabungen bezieht alle Kinder ein. Individualisiertes Lernen wird im Unterricht realisiert durch o verschiedene Anforderungsniveaus, o unterschiedliche Lernzeiten, o Arbeit mit unterschiedlichen Hilfsmitteln o unterschiedliche Lösungswege und -möglichkeiten, o Organisation in Projekten mit unterschiedlichen Fachinhalten, o sprachsensiblen Fachunterricht (Sprachentwicklung ist Aufgabe aller Fächer) etc. Für Kinder mit besonderen Problemlagen wird eine Förderdiagnostik durchgeführt, die auf den Stärken und Schwächen aufbaut, auf deren Basis sich Förderziele und Förderplanungen ableiten lassen. Die Entwicklung der Kinder wird dokumentiert, ihre Förderung regelmäßig evaluiert und der aktuellen Entwicklung angepasst. Die Leistungsbewertung der Schülerinnen und Schüler erfolgt zunehmend kompetenzorientiert und auf eine wertschätzende Art und Weise. Sie berücksichtigt die Lernentwicklung und leitet daraus die nächste Stufe der Entwicklung ab. Die Rückmeldekultur schließt die Kinder und Eltern ein und beteiligt diese aktiv bei den Förderplanungen der Schule. Die Grundschule muss sich auch als inklusive Institution weiter entwickeln: Alle Kinder der jeweiligen Grundschule werden offen und freundlich aufgenommen und im Schulleben berücksichtigt (künstlerische Gestaltung der Schule, Bücher in anderen Sprachen, z.b. auch den Herkunftssprachen, 16

17 Spielmöglichkeiten auch für bewegungseingeschränkte Kinder, Schülerbeteiligungsmöglichkeiten für alle, unterstützte Kommunikation etc.). Auch für Kinder mit besonders herausforderndem Verhalten werden an den Grundschulen spezifische Förderangebote vor Ort bereit gehalten. Dabei findet eine enge Zusammenarbeit mit dem ReBUZ und dem Amt für Jugend und Familie statt. Eltern werden als Erziehungspartner einbezogen. Grundschulen öffnen sich dem Stadtteil und bieten Nutzungsmöglichkeiten nach dem Unterricht für alle Kinder Rahmenbedingungen an Grundschulen Für die Weiterentwicklung der Grundschulen mit dem Ziel der Inklusion müssen die bestehenden räumlichen, finanziellen und personellen Ressourcen mindestens erhalten bleiben und bedarfsgerecht angepasst werden. Die Verteilung der Stunden auf die einzelnen Standorte muss geprüft werden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Schulen in besonderen sozialen Brennpunkten auch eine erhöhte Ressource für ihre Aufgaben und Personal mit besonderen Ausbildungen erhalten. Die Grundschulen haben sich (in Bremerhaven alle, in Bremen teilweise) zu einem ZuP-Verbund zusammengeschlossen, um die Förderung für die Kinder besser zu organisieren. Eine ZuP-Fachbereichsleitung /ZuP-Leitung (Bremen) ist für den Verbund der Grundschulen zuständig. Das hängt zum einen mit der geringen Größe und damit der geringeren Anzahl an Förderstunden/-kräften zusammen, die eine Verteilung auf die Einzelschule nur schwer möglich macht (Arbeitszeit der Sonderpädagoginnen und pädagogen nicht passgenau, Krankheitsausfall macht Probleme, fachlicher Austausch soll gewährleistet sein etc.) und es soll auch Kooperationen unter Grundschulen der Region befördern. Die ZuP-Fachbereichsleitungen/ ZuP-Leitung entwickeln gemeinsam mit den Schulleitungen und beteiligten Kolleginnen und Kollegen Förderkonzepte für ihre Standorte, zur Teamarbeit und regen Fortbildungen für die weitere Qualifizierung an. Dabei sammeln sie über klare und verbindliche Verfahren die Daten der Kinder mit individuellen Förderbedarfen, begleiten die Anwendung förderdiagnostischer Verfahren und organisieren eine effektive Arbeitsteilung für die Förderaufgaben an den Grundschulen. Dabei müssen die Lernausgangslagen der Kinder gleich zum Schuleintritt erfasst werden, damit sich der Unterricht schnell auf ihre individuellen Bedürfnisse einstellen kann. Die Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie ReBUZ, Beratungsstellen, Amt für Jugend und Familie/Amt für soziale Dienste etc. unterstützt die Grundschulen in den Fragen, bei denen sie mit ihren eigenen Möglichkeiten an Grenzen stoßen. Neben den Klassen- und Fachlehrerinnen und lehrern sind auch Sonderpädagoginnen und -pädagogen, Sprach-, LRS-,, Dyskalkulie-,, und Mathematikförderlehrer/innen, Entwicklungsberaterinnen und -berater, Erzieherinnen und Erzieher, Schulsozialarbeiterinnen und -sozialarbeiter und viele mehr an den Planungen und der Umsetzung für die individuelle Förderung beteiligt. Hier kommt es entscheidend darauf an, dass diese multiprofessionellen Teams ihre Arbeit gut koordinieren und abstimmen. Die Förderplanung im Team sollte in abgestimmten Verfahren gemeinsam aus den diagnostischen Informationen Förderziele und eine Förderplanung ableiten. Dabei sind die geplanten Maßnahmen mit den Kindern und Eltern zu besprechen, abzustimmen und regelmäßig zu evaluieren. Die 17

18 Förderplanung im Team sollte professionell erfolgen und einen entsprechenden organisatorischen Rahmen an der Schule bieten (feste Teamstrukturen, Teamzeiten, Begleitung der Teams etc.). Die integrative Förderung ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Kinder und Kollegien und sollte entsprechend umgesetzt werden (Absprachen über jeweilige Aufgaben, Rollentausch beim Personal etc.). Bei der Suche nach einer neuen Struktur mit dem Ziel der Inklusion kommt es darauf an, bestehende Schul- und Organisationsformen so zu verändern, dass sich die Grundschulen noch besser auf die Anforderungen der Kinder einstellen können und sie ein möglichst passendes individuelles und integratives Unterrichtsangebot vor Ort erhalten Inklusion an Oberschulen Ziel der Oberschule Die Oberschule versteht sich als Gemeinschaftsschule, in der die Schülerinnen und Schüler möglichst lange gemeinsam lernen und den jeweils bestmöglichen Abschluss erreichen können. Abschlüsse sind die Einfache Berufsbildungsreife, die Erweiterte Berufsbildungsreife, der Mittlere Schulabschluss und das Abitur. Sie ist nach der Grundschule in den Jahrgängen 5 bis 13 organisiert. Dabei ist nicht jede Oberschule mit einer eigenen Oberstufe ausgestattet, andere Oberschulen haben eine Gymnasiale Oberstufe im Verbund mit einer weiteren Schule. Im Unterschied zum Gymnasium führt die Oberschule in der Regel nach 13 Jahren zum Abitur. Viele Oberschulen sind gleichzeitig Ganztagsschulen in gebundener, teilgebundener oder offener Form Konzept der Oberschule Aufgrund der Zielsetzung, bei gemeinsamem Lernen alle Bildungsabschlüsse zu ermöglichen, sind bestimmte Anforderungen an die Arbeit der Oberschule gesetzt: Fördern und Fordern aller Begabungen Individualisiertes Lernen o Unterricht bietet verschiedenen Anforderungsniveaus o Unterricht ermöglicht unterschiedliche Lernzeiten Binnendifferenzierter Unterricht berücksichtigt: o vielfältige Lernsituationen und Unterrichtsmethoden o Bündelung von Fächern zu Lernbereichen und Projekten o dem Förderauftrag angemessene Rückmeldekultur und Leistungsbewertung Bildungspläne formulieren die Standards Neben der kognitiven Entwicklung werden die sozialen, emotionalen, kreativen und praktischen Fähigkeiten gefördert 18

19 Berufsorientierung ist schulische Querschnittsaufgabe, d.h. integraler Bestandteil des Unterrichts oder wird in Wahlpflicht- bzw. Wahlangeboten oder Projekten umgesetzt Rahmenbedingungen an der Oberschule Jahrgangsteams mit Jahrgangsleitungen o Jahresarbeitsplan o Unterrichtsplanung o Absprachen zu Bewertungen und Rückmeldungen Fachkräfte des ZuP; u. U. auch Sozialpädagogen Klassengröße: max. 25 Räumliche Anforderungen: o Räume und Flächen für Differenzierung o spezifische Ausgestaltung (z.b. für Barrierefreiheit) o Raumgestaltung / Einrichtung für vielseitige Formen des Unterrichts Die Sachausstattung orientiert sich an den Anforderungen für individualisiertes Lernen in heterogenen Lerngruppen ZuP an der Oberschule Konzept und Gliederung der Oberschule sind gute Voraussetzung für den Auftrag der Inklusion Zuweisung besonderer Ressourcen Im Rahmen des Auftrags der Oberschule Fördern und Fordern aller Begabungen werden den Oberschulen besondere Ressourcen zugewiesen. Nähere Angaben hierzu finden sich in dem Kapitel (Zahl nach Fertigstellung der Handreichung einfügen) Ressourcen Mindeststandards. Die Klassenstärke ist auf 22 Schüler festgelegt. Attestierte Förderschüler können im Jahrgang verteilt oder mit max. 5 in einer Schwerpunktklasse unterrichtet werden Die Lehrkräfte bilden ein Team Regelschullehrer und Sonderpädagogen bilden im Jahrgang, ggf. für eine Klasse, ein Team. Beide tragen Verantwortung für alle Schüler einer Klasse; beide sind Ansprechpartner für die Schüler. Vertauschte Rollen im Unterricht (z.b. die sonderpädagogische Lehrkraft vertritt ein Unterrichtsfach eigenverantwortlich) befördern diese Teamsituation. Für die gemeinsame Arbeit der Jahrgangs- und Klassenteams stellen sich (einschließlich der Sonderpädagogen) folgende Aufgaben: Vorbereitung des Übergangs von Jg. 4 in den Grundschulen und Jg. 5 an der Oberschule (Hospitationen; Übergabegespräche mit der Grundschule; sorgfältige Klassenbildung) Eingangstest (Feststellung der Lernausgangslage) Diagnose und Förderplanung Arbeit am schulinternen Curriculum Beschreibung der Unterrichtsthemen und Kompetenzen 19

20 Material zusammenstellen, verändern, systematisieren, weitergeben Selbsteinschätzung für Schüler ermöglichen o Unterricht auf unterschiedlichen Lernniveaus und mit unterschiedlichen Lernzeiten vorbereiten o Unterschiedliche Leistungsnachweise erarbeiten o Beurteilungen und Rückmeldungen gemäß der unterschiedlichen Lernentwicklung geben Weitere Aufgaben der ZUP Neben der Kernaufgabe in der inklusiven Oberschule (individualisiertes Lernen; binnendifferenzierter Unterricht) stellen sich weitere Anforderungen: Sprachförderung Angebot für DAZ Angebot für Dyskalkulie Förderung für Hochbegabte Angebote für Problemlagen durch Migration Angebote für Soziales Lernen Angebote zur Berufsorientierung Einbeziehung der Sozialpädagogen in das Schulleben Fördermaßnahmen an der Oberschule Allgemeine Aussagen zur Förderung o Binnendifferenzierter Unterricht o Fachleistungsdifferenzierung in Kursen oder auf Antrag bei der Fachaufsicht im Klassenverband o Klassenübergreifende Angebote o Zusätzliche Lehrerstunden für Doppelbesetzung o Wahlpflichtangebote, Wahlangebote oder Projekte zur Förderung in Deu / Mat / Eng o DAZ-Förderung (Vorklassen) o LRS-Förderung o soziales Lernen (Erziehungsprogramme; Klassenrat; Trainingsraum) Individuelle Förderung o durch differenzierende Unterrichtsmethoden o durch Einsatz einer zweiten Lehrkraft o durch Schülercoaching (Sozialpädagogen) Gestaltung des Diagnoseprozesses o Diagnose der Lernausgangslage o Förderplanung o Förderung Schülerrückmeldungen Schülerbeobachtung o Evaluation der Fördermaßnahmen Anpassung der Förderung Fördermaßnahmen innerhalb des Klassenverbandes (integrierte Förderarbeit) o nach Quantität - unterschiedliche Anzahl von Aufgaben 20

21 o nach Qualität - Beschreibung von Kompetenzstufen und Unterrichtsinhalten - Entwicklung von entsprechenden Unterrichtseinheiten mit verschiedenen Niveaustufen entsprechendem Unterrichtsmaterial - Schüler wählen ihr Lernmaterial selbst aus (Lerntheken) - Rückmeldesystem (Checklisten; Beratung der Schüler durch die Lehrkräfte; Rückmeldebögen) - unterschiedliche Tests - individuelle Leistungsrückmeldung in Lernentwicklungsberichten - differenzierte Leistungsbeurteilung bei zieldifferentem Unterrichten o über unterschiedliche Lernwege - die unterschiedlichen Zugänge (visuell, auditiv, kommunikativ, motorisch, u.a.m.) nutzen - multiple Intelligenzen berücksichtigen o über kooperatives Lernen - verschiedene Formen der Partner- und Gruppenarbeit o best. Aufgaben in allen Fächern (z.b. Lesetraining; Präsentieren) o Methodentraining (Arbeitstechniken) o Projektlernen; Stationenlernen; Arbeitspläne; Lerntagebuch o Lernkompetenztraining ( Lernen lernen ) offenes Unterrichtsangebot, das verschiedene Lernwege ermöglicht o Wochenplan o Vertieftes Lernen zusätzliche (additive) Fördermaßnahmen und Fördermaßnahmen außerhalb des Klassenverbandes o zeitlich begrenzte Kleingruppen zu best. Förderaspekten o Lese-/Schreib-/Sprachförderung in klassenübergreifenden Gruppen - Sprachförderungs-Gruppe im Jg. - Leseclub - Deutsch- / DAZ-Förderung in Jahrgang o - DAZ-Förderung - Förderunterricht in den Vorklassen Leistungsbewertung o Selbsteinschätzung der Schüler (Checklisten) o Beurteilung (Rückmeldebögen) den einzelnen berücksichtigen (Lernstand und Lernentwicklung) o Lernentwicklungsberichte (statt Notenzeugnisse) o Elternsprechtage o Schülersprechtage (Checkliste für Beratungsgespräche) Arbeit der ZuP-Leitung Die in den vorgenannten Punkten beschriebenen Prozesse werden von der ZuP- Leitung in Abstimmung mit der Didaktischen Leitung der Schule verantwortet. Dazu gehört, diese Prozesse zu initiieren, anzuleiten, zu begleiten, zu evaluieren. 21

22 Eine ausführliche Beschreibung ist nachzulesen in dem Kapitel (Zahl nach Fertigstellung der Handreichung einfügen) Zentren für unterstützende Pädagogik. Bei dieser Arbeit hat die ZuP-Leitung nicht nur die im ZuP arbeitenden Fachkräfte anzuleiten, sondern gleichzeitig die Beteiligung der Eltern und Schüler zu ermöglichen. Außerdem hat sie die notwendige Kooperation mit den fachlichen Institutionen (ReBUZ, AfsD, schulärztlicher Dienst, Kontaktpolizisten, Jugendeinrichtungen und Bildungsträger im Stadtteil) sowie den Netzwerken Inklusion, LIS, Senatorin für Bildung und Wissenschaft zu beachten Rechtliche Grundlagen Bremisches Schulgesetz, insbesondere 20 und 22 Verordnung über die Sekundarstufe I der Oberschule, insbesondere 2-11 Funktionsstellenstruktur öffentlicher Schulen (Deputationsvorlage G 71/17) und Pilottexte zur Ausschreibung von Funktionsstellen 4.4. Inklusion an Gymnasien Ziel Die Gestaltung des Unterrichts an den Gymnasien wird bestimmt durch das Schulgesetz 20 Abs. 3 und Abs. 4, die Verordnung über die Sekundarstufe I des Gymnasiums und die Verordnung über die Gymnasiale Oberstufe Inhalte/Konzeption Auf Grund der Verordnung und der Bildungspläne werden an die Schülerinnen und Schüler an Gymnasien besondere erhöhte Anforderungen gestellt: Der Unterricht findet mit einem erhöhten Lerntempo auf einem Anforderungsniveau statt. Den Schülerinnen und Schülern wird eine vertiefte Allgemeinbildung vermittelt. Der Unterricht in der Sekundarstufe I bereitet grundsätzlich auf die Gymnasiale Oberstufe vor und führt zu allen Abschlüssen. Für das Gymnasium gibt es spezielle Bildungspläne. Der Unterricht wird zielhomogen durchgeführt. Die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung ist erhöht. Studien- und Berufsorientierung ist schulische Querschnittsaufgabe Rahmenbedingungen Der Zugang zum 5. Jahrgang des Gymnasiums ist prinzipiell frei wird aber durch die vorhandenen Kapazitäten und die Beurteilung der Schülerinnen und Schüler in den Grundschulen im Hinblick auf das Erreichen der Regelstandards stark beeinflusst (gestuftes Zulassungsverfahren). 22

23 Schülerinnen und Schüler, die eine Gymnasiale Oberstufe besuchen wollen, müssen bestimmte Zugangsbedingungen erfüllen (Versetzung von der 9. in die 10. Klasse am Gymnasium oder einen qualifizierten MSA-Abschluss). Nach der Einführungsphase ist eine Versetzung in die Qualifikationsphase notwendig, um den Bildungsgang fortsetzen zu können. Im inklusiv erteilten Unterricht im Gymnasium ist grundsätzlich zu unterscheiden zwischen Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf: Schülerinnen und Schüler ohne sonderpädagogischen Förderbedarf Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen werden und wurden schon bisher gemeinsam unterrichtet (LSR, Dyskalkulie, Sprachförderung etc.). Sie erhalten besondere Förderung und gegebenenfalls einen Nachteilsausgleich Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf Je nach vorhandenen Ressourcen der Schule, werden Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Körperliche Entwicklung, Sehen, Hören, Verhalten und Autismus (Asperger Autismus) im Gymnasium inklusiv unterrichtet. Schülerinnen und Schüler mit einem sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen oder Wahrnehmung- und Entwicklungsförderung haben aufgrund des Bildungsauftrages und der genannten Zugangsvoraussetzungen keinen Zugang zum Gymnasium. Die Zuweisung der Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf Wahrnehmung und Entwicklungsförderung an zwei Gymnasien in Bremen (Gymnasium Links der Weser und Gymnasium Vegesack) erfolgt außerhalb des gymnasialen Aufnahmeverfahrens. Die Bildung der Klassen an diesen beiden Schulen, zu denen die oben genannte Schülerinnen und Schüler zugeordnet werden, erfolgt additiv : 19 Schülerinnen und Schüler des gymnasialen Bildungsganges und 5 Schülerinnen und Schüler mit dem genannten sonderpädagogischen Förderbedarf. Jeder Klassenverband verfügt über zwei benachbarte Räume. Der Unterricht erfolgt mit einem hohen Grad an äußerer Differenzierung (zieldifferenter Unterricht). Gemeinsamer Unterricht wird vorzugsweise in den handlungsorientierten Fächern (Kunst, Musik, Sport, Naturwissenschaft und Technik) erteilt, partiell auch im Fach Gesellschaft und Politik sowie in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch (z.b.: in Form gemeinsamer Projekte) ZuP am Gymnasium Die Arbeit im Bereich der unterstützenden Pädagogik ist im Wesentlichen durch den 9 der Verordnung über die Sekundarstufe I des Gymnasiums geprägt (Schwerpunkt: Sicherung der Anforderungen der Bildungspläne; Unterstützung von Kindern mit Lernschwächen). Zunehmend gewinnt aber auch der Bereich der Verhaltensauffälligkeiten und damit verbunden die Entwicklung sozialer Kompetenzen an Bedeutung. Hinsichtlich der Unterstützung der individuellen Erziehungsprozesse wird die Ein- 23

24 bindung externer Beratungsstellen immer häufiger und wichtiger (ReBUZ; soziale Dienste; Polizei; u.a.). Die Förderung besonderer Begabungen und Leistungsfähigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen bis hin zur Förderung von hochbegabten Schülerinnen und Schülern (Exzellenzförderung) fallen ebenfalls in dieses Aufgabenfeld und werden immer stärker von Eltern nachgefragt. Die Implementierung und Weiterentwicklung eines vielseitigen Förderkonzepts (incl. einer effizienten Förderplanung und eines Sprachförderkonzepts) ist eine der zentralen Aufgaben des ZuP. Dabei geht es nicht nur um die Behebung von Defiziten. Die Diagnostik ist im Gymnasium, ebenso wie an allen anderen Schulformen, eine wichtige Voraussetzung, um dem Förderauftrag entsprechen zu können Rechtliche Grundlagen Bremisches Schulgesetz, insbesondere 20 und 22 Verordnung über die Sekundarstufe I des Gymnasiums, insbesondere 2-5 und 9 Verordnung über die Gymnasiale Oberstufe Funktionsstellenstruktur öffentlicher Schulen (Deputationsvorlage G 71/17) und Pilottexte zur Ausschreibung von Funktionsstellen 4.5. Inklusion an Berufsbildenden Schulen Ziel der Berufsbildenden Schulen Berufsbildende Schulen werden von allen Schülerinnen und Schülern besucht, die die allgemeinbildenden Schulen nach Klasse acht, neun oder zehn verlassen haben. Ziele sind je nach Bildungsgang Berufsorientierung, Berufsvorbereitung, Berufsausbildung oder Weiterbildung. Alle Schülerinnen und Schüler in dualen Ausbildungen besuchen die Berufsschulen. An Berufsbildenden Schulen können in Analogie zu den allgemeinbildenden Schulen auch alle allgemeinbildenden Schulabschlüsse erworben werden. Durch diese Situation befinden sich in allen Bildungsgängen - proportional zum Bevölkerungsdurchschnitt - Menschen mit Behinderungen, Menschen mit Beeinträchtigungen des Lernens, Menschen mit Migrationserfahrungen und überproportional viele soziokulturell benachteiligte Menschen. Das Bemühen der berufsbildenden Schulen ist es, alle Barrieren in Bildung und Erziehung für alle Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen auf ein Minimum zu reduzieren. 24

25 Konzept der Berufsbildenden Schulen Die berufsbildenden Schulen gliedern sich in verschiedene Schularten und diesen Schularten zugeordnete Bildungsgänge mit unterschiedlichen Zugängen, Abschlüssen und von unterschiedlicher Dauer: Berufsschule Werkschule Berufsfachschule Berufsaufbauschule Fachoberschule Berufliches Gymnasium Allgemeinbildendes Gymnasium Berufsoberschule Fachschule Ausbildungsvorbereitende Bildungsgänge (Vollzeit und Teilzeit) Werkstufe Aufgrund dieser Struktur sind bestimmte Anforderungen an die berufsbildenden Schulen gesetzt: Ausbildungsordnungen und Verordnungen sowie Lehrpläne sind teils bundeseinheitlich und teil landesspezifisch geregelt und formulieren die Standards. Innerhalb der Bildungsgänge wird angesichts der zu entwickelnden beruflichen Professionalität lernzielhomogen gearbeitet. Menschen mit Beeinträchtigungen müssen also wegen der anzustrebenden beruflichen Qualifikation, ggf. unter Berücksichtigung eines Nachteilsausgleichs bei der Abschlussprüfung, die gleichen Leistungen erbringen wie Menschen ohne Beeinträchtigung. Für die meisten Bildungsgänge an berufsbildenden Schulen gibt es Aufnahmevoraussetzungen. Für die meisten vollschulischen Bildungsgänge von der Berufsfachschule bis zum Beruflichen Gymnasium sind dies Abschlüsse der Sekundarstufe I. Für die größte Schulart im berufsbildenden Schulsystem, die Berufsschule, ist die Aufnahmevoraussetzung der Ausbildungsvertrag, sodass Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss auch gemeinsam mit Abiturienten und Studienabbrecher beschult werden können. Binnendifferenzierter Unterricht, individualisiertes Lernen und Selbstlernphasen berücksichtigen diese stark unterschiedlichen Voraussetzungen. Der Bedarf an professioneller Begleitung kann folgerichtig ebenfalls sehr unterschiedlich sein. Die individuelle Lernberatung und Beratung in Ausbildung und Arbeit stehen im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass an der Berufsschule eine stark heterogene Schülerschaft angefangen von Schülerinnen und Schülern ohne Schulabschluss bis hin zu Abiturienten und Studienabbrechern in einer Klasse lernzielhomogen unterrichtet werden müssen, unterscheidet sich der Inklusionsprozess an Berufsbildenden Schulen deutlich von dem der allgemeinbildenden Schulen. 25

26 Rahmenbedingungen an den Berufsbildenden Schulen Personal: o Lehrkräfteteams bestehend aus Lehrerinnen und Lehrern mit fachspezifischen Ausbildungen und ggf. Fakultas für allgemeinbildende Fächer sowie Lehrmeisterinnen und Lehrmeister; i. d. R. geordnet in Fachbereichen o Sozialpädagogen nur in der Werkschule o Sonderpädagogen inklusive Assistenzen in der Werkstufe o Eine/n Sprachförderbeauftragte/n je Schule Klassengröße: derzeit max. 34 Räumliche Anforderungen: o Klassenräume und Flächen für Differenzierung o spezifische Ausgestaltung der Fachräume und Werkstätten o Raumgestaltung / Einrichtung für vielseitige Formen des Unterrichts Die Sachausstattung sollte sich an dem orientieren, was für die Entwicklung beruflicher Handlungskompetenz in dem jeweiligen Bildungsgang erforderlich ist ZuP an Berufsbildenden Schulen Ein System von Förderschulen hat es im berufsbildenden Bereich im Land Bremen nie gegeben. Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf werden an den Berufsbildenden Schulen beschult. Aus diesem Grunde ist die Konzeption der Berufsbildenden Schulen im Land Bremen auf diese besonderen Bedarfe hin ausgerichtet. Da jedoch speziell benötigte Professionen wie Sozial- oder Sonderpädagogen bislang nicht vorgesehen waren, muss der Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit besonderem Förderbedarf weiter professionalisiert werden Zuweisung besonderer Ressourcen Im Rahmen des Auftrags der Berufsbildenden Schulen werden für den Bereich Fördern und Fordern besondere Ressourcen zugewiesen. Diese Zuweisung erfolgt analog zu Oberschulen und Gymnasien, die ihrerseits ebenfalls analog geregelt sind Die Lehrkräfte bilden ein Team Die Lehrkräfte eines Bildungsgangs bilden ein Team. Den Teams stellen sich folgende Aufgaben: z. T. Eingangstests (Feststellung der Lernausgangslage) Unterricht in Lernsituationen / Projekten auf verschiedenen Lernniveaus und mit unterschiedlichen Lernzeiten vorbereiten Prüfungsaufgabenentwicklung Zusammenarbeit mit Ausbildungsbetrieben /-partnern Organisation von Praktika Arbeit am schulinternen Curriculum Pflege der Fachräume und Materialien 26

27 Organisation und Durchführung von Prüfungen In einigen Bildungsgängen unterstützen Sozialpädagogen die Arbeit der Teams durch die Betreuung der Jugendlichen in persönlichen Problemlagen Weitere Anforderungen Neben der Kernaufgabe in der inklusiven Berufsbildenden Schule (individualisierter Unterricht in Lernfeldern) stellen sich weitere Anforderungen: Sprachförderung an den berufsbildenden Schulen gehört zu den Aufgaben der Sprachförderbeauftragten: o - Fortbildung der Fachlehrkräfte o - Sprachförderkonzept erstellen und umsetzen Förderung für Hochbegabte Angebote zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen Angebote zur gezielten fachlichen Förderung (z. B. über AbH oder schulinterne Förderkurse) Angebote für besondere Problemlagen (z. B. Offenes Ohr ) Angebote zur Studienorientierung Fördermaßnahmen an der berufsbildenden Schulen Individuelle Förderung o durch differenzierende Unterrichtsmethoden o durch Einsatz von max. 5 Lehrkräften je Lerngruppe o durch Sozialpädagogen o Beratung über verfügbare ausbildungsbegleitende Hilfen Fördermaßnahmen innerhalb des Klassenverbandes/einer Lerngruppe o Beschreibung und Erklären von Kompetenzen und Unterrichtszielen o Entwicklung von Fächer/Lernfelder übergreifenden Unterrichtseinheiten/ Lernsituationen mit hohem Selbstorganisationspotential zur Stärkung der Selbstwahrnehmung o integrative Vermittlung allgemeinbildender Fächer, insbesondere des Faches Deutsch o Lehrerstunden/Lehrmeisterstunden für Klassenteilung o Lerntagebuch/Berichtsheft o Methodentraining (Arbeitstechniken) o Projektlernen; Stationenlernen o Bereitstellen von Materialien und Literatur für unterschiedliche Lernniveaus o regelmäßiges Feedback o kompetenzorientierte Leistungsbewertung o Ermöglichung individueller Lern- und Lösungswege o Förderung kooperativens Lernens in verschiedenen Sozialformen Leistungsbewertung o Selbsteinschätzung der Schüler o Beurteilung mit Rückmeldebögen o Notenzeugnisse o Ausbilder-/Praxisanleitersprechtage oder -veranstaltungen 27

28 o Eltern- /Schülersprechtage o Gewährung von Nachteilsausgleichen additive Fördermaßnahmen außerhalb des Klassenverbandes o Inseln für Selbstlernphasen o offene Bibliotheken o Lese-/Schreib-/Sprachförderung in klassenübergreifenden Gruppen o Klassenübergreifende / bildungsgangsübergreifende Förderangebote in Deu / Math / Eng o Angebote für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund o Angebote für Soziales Lernen o Einbeziehung der Sozialpädagogen in das Schulleben Arbeit der ZuP-Leitung Die 16 berufsbildenden Schulen in der Stadtgemeinde Bremen sind hinsichtlich ihrer Bildungsangebote und ihrer Größe sehr unterschiedlich. Es erscheint deshalb sinnvoll, ZuP-Verbünde einzurichten. Die Leitung des ZuP ist Teil der Schulleitung der Stammschule. Sie kann auch an Sitzungen der Schulleitungen der Schulen im ZuP-Verbund teilnehmen. Sie erfüllt folgende Aufgaben: Verantwortung für Förderbudget und Leitung von ZuP Mitwirkung bei der Personalauswahl und Organisation des Personaleinsatzes Schafft und unterhält ein interdisziplinäres Netzwerk u. a. mit Vertretern der Jugendhilfe, Sozialhilfe, Erziehungsberatungsstellen, Agentur für Arbeit, Institutionen im Stadtteil Koordination der Beratung und Unterstützung aller Lehrkräfte zur sonderpädagogischen und weiterer unterstützender pädagogischer Förderung Beratung und Unterstützung für Lehrkräfte, Eltern und Schüler Schaltstelle zur Einbeziehung von therapeutischen, sozialen und sonstigen Hilfen außerschulischer Träger Organisation der Rahmensetzung zielgleicher und zieldifferenter Bildungsgänge Qualitätssicherung sonderpädagogischer Standards Organisation der prozessbegleitenden Diagnostik und der Erstellung individueller Förderpläne Organisation von fachlichem Austausch spezieller Unterstützungspädagogik Interdisziplinäre Zusammenarbeit und Entwicklung multiprofessioneller Teams Zusammenarbeit mit ReBuZ und anderen Unterstützungssystemen Schülerbeförderung Rechtliche Grundlagen Bremisches Schulgesetz, insbesondere 25 bis 31 Funktionsstellenstruktur öffentlicher Schulen (Deputationsvorlage G 71/17) und Pilottexte zur Ausschreibung von Funktionsstellen 28

29 5. Zentren für unterstützende Pädagogik 5.1. Aufgaben und Konzept Konzept für die Arbeit des Zentrums für unterstützende Pädagogik (ZuP) Name der Schule - Datum 1. Beschreibung der Zusammensetzung Schülerschaft (Gesamtzahl, soziale Zusammensetzung, Anzahl der SuS mit sonderpädagogischen Förderbedarf, Art des Förderbedarfs, Anzahl der SuS mit weiteren Förderbedürfnisse, hochbegabte SuS 2. Ressourcen für das ZuP (sächlich, räumlich, personell) 3. Grundsätze der Förderung (Bezug zu der Zusammensetzung der SuS, zum Schulprogramm und zu den zur Verfügung stehenden Ressourcen) 4. Umsetzung der Grundsätze 5. Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen 6. kriteriengesteuerte Ü- berprüfung und Bewertung der Grundsätze 7. Fortbildung 29

30 8. Ergänzungen Gesamtpapier zu ZuP 5.2. Organisationsstruktur der ZuP Gesamtpapier zu ZuP Zentren für unterstützende Pädagogik ist integraler Bestandteil einer Schule oder eines Verbundes. Mitglied sind alle Fachkräfte, die für die Förderung der Schülerinnen und Schüler einer Schule oder in einem Verbund zuständig sind. Die Arbeit der Zentren für unterstützende Pädagogik basiert auf folgenden Grundlagen: Bremer Schulgesetze Bremer Schulentwicklungsplan Bremer Entwicklungsplan Inklusion KMK von 2010 Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler Entwicklungsplan Migration und Bildung Förderkonzept zur Sprachentwicklung Verordnung unterstützende Pädagogik Konzept zur Förderung mathematischer und naturwissenschaftlicher Kompetenzen Konzept Bewegte Schule Bremerhavener Schulentwicklungsplan Bremerhavener Entwicklungsplan Inklusion Aufgaben des Zentrums für unterstützende Pädagogik Förderung der Schülerinnen und Schüler bei spezifischen individuellen Lernausgangslagen wie: LRS - Förderung Dyskalkulie - Förderung Leseförderung (z.b. Lese Intensiv Förderung) Förderung besonderer Begabungen (Hochbegabtenförderung etc.) 30

31 Sonderpädagogische Förderbedarfe (Sehen, Hören, motorische Entwicklung, Wahrnehmung- und Entwicklungsförderung, Lernen, Sprache, emotionalsoziale Entwicklung) Migrantenförderung Sprachförderung Unterstützende Pädagogik wird gewährleistet durch: Zeitweise Doppelbesetzung im Unterricht Multiprofessionelle Kompetenzen der Mitglieder des ZuP Förderdiagnostik und Förderplanung Einsatz der Braille - Schrift und Gebärdensprache Individuelle Hilfen Einbeziehung von therapeutischen, sozialen und sonstigen Hilfen außerschulischer Träger Beratung und Unterstützung in allen Fragen der sonderpädagogischen und weiterer unterstützender pädagogischer Förderung Planung, Durchführung, Evaluation gemeinsamen Unterrichts Qualitätssicherung Standards unterstützender Pädagogik Erstellen und Vorhalten von Medien und Materialien, die die unterstützende Pädagogik ermöglichen Interdisziplinäre Zusammenarbeit Das Zentrum für unterstützende Pädagogik wird durch eine eigene Leitung geführt, welche Bestandteil der Schulleitung bzw. eines Verbundes ist Aufgaben der ZuP - Leitungen: Kernaufgabe : Verantwortung für den gesamten Bereich der unterstützenden Pädagogik an der Schule Daraus ergeben sich folgende Teilbereiche: Mitwirkung bei der Entwicklung der Schule als inklusive Einrichtung Umsetzung der pädagogischen Standards für Inklusion an der Schule Beratung und Unterstützung der Jahrgangsteams und anderen Fachkräften an der Schule zu Fragen der Inklusion Mitwirkung beim Einsatz der Lehrkräfte und des zusätzlichen Personals (FSJ -ler, Assistenzen etc.) Entwicklung und Umsetzung des Förderkonzepts der Schule (Förderdiagnostik, Förderpläne, individualisierender Unterricht) Begleitung und Evaluation des Förderprozesses Gestaltung der interdisziplinären Kooperation mit außerschulischen Einrichtungen enge Kooperation mit dem ReBuZ Organisation der Unterstützungsangebote in der Schule Gestaltung der Übergänge: o Kita/ Jg. 1 o Jg. 4/ Jg. 5 o Jg. 10/ weiterführende Schulen Ermittlung des Fortbildungsbedarfs und Organisation von Fortbildungen für die Fachkräfte des ZUP und der gesamten Schule 31

32 Organisation eines interdisziplinären Netzwerkes mit verbundenen Einrichtungen unterschiedlicher fachlicher Kompetenzen Sicherung von Qualitätsansprüchen Sicherung folgender Qualitätsansprüche für die Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf: Ziele, Angebote und konzeptionelle Grundlagen klare schulische Konzeption für pädagogische Unterstützungsmaßnahmen zusätzliche Unterstützungsangebote sind mit dem Unterricht und miteinander vernetzt Transparenz und verbindliche Umsetzung der Unterstützungsmaßnehmen Einbeziehen der Kinder Und Jugendlichen Klima und Umgang (elementare Bedingungen für den Schulalltag der Schülerinnen und Schüler) Wohlgefühl und Gesundheit Positive Beziehungen basierend auf Rücksicht und Verständnis Gegenseitiger Respekt und Fairness Soziale Integration aller Schülerinnen und Schüler Offener und wertschätzender Umgang nach innen und außen Unterricht und Förderung Heterogenität als Basis des Unterrichts Individualisierende und differenzierende Lernangebote Förderung ist orientiert an Voraussetzungen und Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler sowie an den gemeinsam vereinbarten Förderzielen (Förderdiagnostik und Förderplanung) Zusätzliche Maßnahmen finden in erster Linie im Unterricht oder unterrichtsnah statt Multiprofessionelle Teamarbeit Zusammenarbeit mit Eltern Gemeinsam abgestimmte Praxis bezüglich Information, Kontakt und Einbezug der Eltern Eltern bekommen regelmäßig Informationen zum Schulleben insgesamt Regelmäßige Feedbackgespräche zwischen Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern Einbeziehen der Eltern in Fördermaßnahmen Schulinterne und externe Zusammenarbeit Alle an der Schule Tätigen arbeiten im Schulalltag sowie in der Schul- und Unterrichtsentwicklung verbindlich zusammen Etablieren von Organisationsformen der regelmäßigen Kommunikation für den Austausch über die Schülerinnen und Schüler, den Unterricht und über einzelne Fächer Stete Kooperation mit externen Partnern (andere Schulen, spezialisierte Personen und Institutionen, Öffentlichkeit etc.) Leitung und Koordination 32

33 Gewährleistung der Leitungsaufgaben bezogen auf die einzelnen Förderbedarfe Verbindliche Regelung von Aufgaben, Zuständigkeiten und Abläufen Transparente Informationen für alle an der Schule Tätigen Unterstützung der Lehrenden und des weiteren pädagogischen Personals Systematische Bearbeitung von inhaltlichen Fragen Organisation von fachspezifische Fortbildungen Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung Gezielt geplante Weiterentwicklung der Schule Klare Zielstellungen für die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler Umsetzung der Entwicklungsschritte durch die Leitung und der Mitarbeiter/innen Formulierung klarer Aufträge Controllingsystem ist etabliert Reflexion der Arbeit (individuell und im gegenseitigen Austausch) Regelmäßige Feedbackkultur zu Schülerinnen und Schülern, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Externe Evaluierung der Unterstützungsmaßnahmen Ergebnisse der Evaluierung werden konsequent in die Arbeit einbezogen Rahmenbedingungen Personelle Ressourcen werden fachgerecht eingesetzt und ermöglichen eine angemessene Unterstützung und Förderung der Schülerinnen und Schüler Klassengröße und Gruppenzusammensetzung entsprechen den Anforderungen an eine erfolgreiche, zielorientierte Unterstützung und Förderung Fachspezifische Ausbildung der Mitarbeiter/innen Räumliche Bedingungen und Infrastruktur ermöglichen die erforderliche Förderung, Unterstützung und Betreuung Spezifischen Erfordernissen von Schülerinnen und Schülern wird Rechnung getragen (barrierefreier Zugang, Beleuchtung, Schalldämmung, sanitäre Einrichtungen etc.) Aufgaben der Sonderpädagogen: Unterrichten Initiierung und Begleitung von Lernprozessen in heterogenen Lerngruppen auf der Basis ihrer individuellen Förderpläne, eigene Unterrichts- und Fördertätigkeit, vorrangig im Zwei-Pädagogen- System, und Beratung hinsichtlich der Unterrichtsgestaltung Dokumentation der Lernentwicklung und Beurteilung der Leistung Diagnostik bildungszielbezogene Beobachtung, Feststellung und Dokumentation von Lernausgangslagen, Gutachtenfortschreibung und Mitwirkung beim Förderplan Fortschreibung des Sonderpädagogischen Gutachtens und des sonderpädagogischen Förderplans Förderdiagnostik 33

34 Erstellen Förderdiagnostischer Gutachten Unterstützung von Übergangssituation Erstellung eines Sonderpädagogischen Gutachtens Gegebenenfalls Vorbereitung der Entscheidung der Senatorin für Bildung über den Förderort Beraten Information und Beratung der Eltern, Mitwirkung bei der rechtzeitigen und vorausschauenden Planung der für die Inklusion erforderlichen Rahmenbedingungen, Beratung und Unterstützung der Lehrer und Erzieher in der inklusiven Schule, in Kindertageseinrichtungen im Rahmen des Einschulungsverfahren begleitende Beratung und Unterstützung von Übergangssituationen Information von Pädagogen und Eltern über allgemeine Fragen sonderpädagogischer Förderung, z. B. auch durch Teilnahme an Elternabenden, Fortbildungen usw Vertretungen im Zentrum für unterstützende Pädagogik genauer müsste es heißen: Vertretungsregelungen für das Zentrum für unterstützende Pädagogik Aus der Aufgabe der ZuP ergibt sich die herausgehobene Bedeutung von Förderung an allgemeinen und beruflichen Schulen. In der Vertretungsregelung der Schulen gilt der Grundsatz: Förderstunden bedürfen der Kontinuität. Daraus ergeben sich folgende Regelungen: Förderstunden und ihre Fachkräfte gehören nicht zum regulären Vertretungspool Ausnahmesituationen, wie z.b. extrem hoher Krankenstand des Kollegiums etc., bedingen das Einverständnis der Betroffenen ZuP-Verbund Aufgabe Der Verbund dient der Sicherstellung und Verbesserung von unterstützender Pädagogik mit dem Ziel der inklusiven Schule. Aufgabe des Verbundes ist der bedarfsgerechte Einsatz der Ressourcen zur Förderung aller Schülerinnen und Schüler, der auf der Grundlage eines gemeinsamen Konzeptes basiert. Die Arbeitsschwerpunkte für die Zusammenarbeit leiten sich aus dem Schulentwicklungsplan des Landes Bremen (Oktober 2008) und dem Entwicklungsplan Inklusion (Dezember 2010) ab. Schwerpunkte sind unter anderem: Entwicklung von koordinierten integrativen Förder- und Forderkonzepten; gemeinsame Evaluation der Förderarbeit und Auswertung der Förderergebnisse (LRS-Screenings, Lernstandserhebungen etc.); Ermittlung der Fortbildungs- und Unterstützungsbedarfe; 34

35 Mitarbeit bei der Entwicklung stadtweiter fachlicher Standards für die Förderarbeit sowie deren Implementation an den Schulen Leitung Die Schulen bilden ein Leitungsteam (Verbundleitung), dessen Vorsitz die ZUP- Leitung übernimmt. Jede Schule bestellt ein Schulleitungsmitglied in das Leitungsteam. Der/die Vorsitzende lädt durch eine schriftliche Einladung mindestens zweimal jährlich zu einem Treffen des Leitungsteams ein. Die Teamsitzungen werden protokolliert. Zu Beginn der Sitzung beschließt das Leitungsteam über Umfang und Reihenfolge der Tagesordnung und über die Genehmigung des Protokolls der vergangenen Sitzung. Die Dauer der Sitzung beträgt nicht mehr als 90 Minuten, auf Antrag kann die Sitzung um 30 min. verlängert werden. Danach ist die Sitzung zu beenden oder zu vertagen. Inhalt der Sitzungen sind die Abstimmung der Konzeption des Verbundes und der Einsatz der Förderressourcen. Die Verbundleitung trifft sich ebenso regelmäßig, um sich in organisatorischen und inhaltlichen Fragen der Förderung auszutauschen. Fragestellungen und Arbeitsaufträge werden über die ZUP- Leitung an die ZuP- Treffen gegeben, die Beschlüsse für die Gesamtkonferenz der einzelnen Standorte vorbereiten. An diesen ZuP-Treffen nehmen alle Mitglieder der ZUP, die Sonderpädagoginnen/-pädagogen, die Schulsozialarbeiter/-innen, die LRS- und DaZ- Beauftragten der Schulen, die Mathematikmultiplikatoren/-innen, die Entwicklungsberaterinnen/-berater und ggf. weitere an der Förderarbeit Beteiligte teil und beraten sich über die weitere Arbeit der unterstützenden Pädagogik an einer Schule im ZUP - Verbund. Zusätzlich werden Arbeitsgruppen zur Förderarbeit im Verbund oder an einem Standort (z.b. AG der LRS- oder DaZ Beauftragten) eingerichtet Entscheidungsfindung (Stimmverhältnisse) Auf jede Schule und auf die ZUP - Leitung entfällt je eine Stimme. Bei Stimmengleichheit entscheidet der/die Vorsitzende. Den Einsatz der Fachkräfte zur Förderung der Schülerinnen und Schüler im Verbund regelt das Leitungsteam in Anlehnung an 20 Abs. 7 BremSchVwG unter Berücksichtigung der Dienstvereinbarung für die Versetzung/Abordnung der Lehrerinnen und Lehrer an den Schulen der Stadt Bremen einvernehmlich. Sollte ein Einvernehmen nicht erzielt werden, wird eine Entscheidung durch Abstimmung herbeigeführt Geschäftsordnung Die Schulen eines Verbundes geben sich für ihren ZUP-Verbund eine Geschäftsordnung Entlastung der ZUP - Leitung Der Anteil der Entlastungsstunden der ZUP - Leitung wird unter den im ZUP Verbund beteiligten Schulen einvernehmlich geregelt. 35

36 Mustergeschäftsordnung Text - hier fehlt noch Text - hier fehlt noch Text - hier fehlt noch Hier fehlt noch die Mustergeschäftsordnung Text - hier fehlt noch Text - hier für ein Leitungsteam in einem Kooperationsverbund. Als Papier liegt sie vor, in digitaler fehlt noch Text - hier fehlt noch Text - hier fehlt noch Text - Form ist sie nicht aufzutreiben. rsiemer 5.3. Unterrichtsentwicklung Inklusive Pädagogik und Unterrichtsent wicklung 1 Inklusive Pädagogik erkennt an, dass in jeder Lerngruppe eine breite Vielfalt an Kenntnissen, Fähigkeiten, Talenten, Leistungsbereitschaft, Neigungen und Interessen besteht. Inklusive Pädagogik geht von Heterogenität als Normalität aus. Diese Heterogenität führt einerseits zu methodischen und didaktischen Herausforderungen für Lehrkräfte, bietet andererseits aber auch Lernchancen, die zum Wohle aller Kinder und Jugendlichen genutzt werden können. Für die Lehrkräfte geht es im Rahmen inklusiver Pädagogik darum, die individuelle Verschiedenheit der Schülerinnen und Schüler zum Ausgangspunkt für die Gestaltung des Unterrichts zu nehmen. Deshalb soll es weniger darum gehen, Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf additiv, d.h. ergänzend zum allgemeinen Unterricht zu fördern. Vielmehr sollen aufbauend auf den Lernausgangslagen aller Schülerinnen und Schüler individuelle Lernziele und -schritte entwickelt werden, die im Unterricht erreicht werden sollen. Individualisierender, binnendifferenzierender Unterricht bietet vor allem den leistungsstärkeren und den leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern neue Chancen. Jede Schülerin und jeder Schüler soll nach dem eigenen Lerntempo und den eigenen Möglichkeiten lernen und arbeiten können, Aufgabenstellungen sollen an die jeweiligen Lernausgangslagen anknüpfen. Für individualisierenden Unterricht existieren bereits vielfältige Ansätze und Konzepte. Dennoch ist die Verwirklichung inklusiver Pädagogik eine Aufgabe, auf die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schule insgesamt durch Fortbildung sowie Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen vorbereitet werden müssen. Das betrifft insbesondere auch das Hinwirken auf eine Haltung bei allen Beteiligten im Sinne des Abbaus evtl. noch vorhandener Unsicherheiten beim Umgang mit Kindern mit Behinderungen und eine Weiterentwicklung des sozialen Miteinanders in der Schule. Aufgabe der sonderpädagogischen Fachkräfte ist insbesondere das Erstellen diagnosegestützter Förderpläne. Darüber hinaus stehen sie für alle sonderpädagogischen Fragestellungen z.b. zu Unterrichtsgestaltung, Diagnostik, Förderplanung und Beratung sowie für Fallgespräche und die Organisation des schulübergreifen- 1 Die Ausführungen basieren auf Eine Schule für alle von mittendrin e. V. (Hrsg.), Verlag an der Ruhr 2012; Gemeinsam lernen Auf dem Weg zu einer inklusiven Schule, Bertelsmann Stiftung, Deutsche UNESCO- Kommission u.a. (Hrsg.), Verlag Bertelsmann Stiftung 2011 und Inklusive Bildung an Hamburgs Schulen, Mitteilung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg

37 den Austauschs zur Verfügung. Assistenzkräfte, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und ggf. weitere pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen in erster Linie Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf im Unterricht. Die unterstützende Arbeit umfasst die Moderation von Konflikten und individuelle Unterstützungsangebote, aber ggf. auch die Elternarbeit. Die Regelschullehrkräfte bereiten gemeinsam mit den Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen den Unterricht individualisiert, leistungsdifferenziert und kompetenzorientiert vor. Die Leistungsbeurteilung bei Lernentwicklungsgesprächen, Förderplanung und Zeugniserteilung wird im multiprofessionellen Team beraten, erfolgt aber durch die Lehrkräfte. Die Weiterentwicklung einer Schule zur inklusiven Schule bedeutet nicht nur, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf spezifisch zu fördern. Vielmehr geht es darum, Schule und Unterricht insgesamt stärker auf die Heterogenität von Schülerinnen und Schülern auszurichten und binnendifferenzierende sowie individualisierende Schul- und Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Inklusive Pädagogik ist deshalb eine Aufgabe für die gesamte Schule und nicht nur für die sonderpädagogische Förderung in einer Schule. An jeder Schule soll deshalb die Entwicklung in Richtung Inklusion, Selbstbestimmung und Teilhabe für alle Schülerinnen und Schüler ausdrücklich thematisiert werden. Eine solche Form der Qualitätssicherung sollte systematisch und möglichst umfassend im Rahmen regelmäßiger Bestandsaufnahmen im Diskurs aller beteiligten Gruppen einer Schule stattfinden. Qualitätssicherung bindet alle beteiligten Personen, also insbesondere die Kinder und Jugendlichen sowie die Sorgeberechtigten mit ihren pädagogischen Ansprüchen ein. Aufgrund der besonderen Herausforderungen auf diesem Gebiet soll der Orientierungsrahmen Schulqualität in diesem Aspekt weiterentwickelt werden und zukünftig klare Aussagen zur Qualität einer inklusiven Schule enthalten. (aus Mitteilung des Senats Hamburg an die Bürgerschaft 2012) Alle Oberschulen erhalten durch das Landesinstitut bzw. das LFI Fortbildungen zum Bereich Lehren und Lernen in heterogenen Gruppen und zum Bereich Unterricht entwickeln im Team. Auch für die Gymnasien werden Fortbildungen zum Bereich Individualisieren im Unterricht: Lernzeit effektiv nutzen angeboten. Im Einzelnen geht es bei diesen Fortbildungen u. a. um die Arbeit mit Förderplänen, zieldifferentes Arbeiten in den Fächern, Classroom-Management, pädagogische Diagnostik, Leistungsbewertung, Arbeit in multiprofessionellen Teams, Rollenklärungen und Grundkenntnisse über spezifische Beeinträchtigungen. Bei der schulspezifischen Konzeptentwicklung stehen die Entwicklung eines schulinternen Grundverständnisses von inklusivem Unterricht und die Ableitung spezifischer Bedarfe aus sonderpädagogischen Gutachten im Vordergrund; hinzu kommen Kriterien der Klassenzusammensetzung und der Aufbau einer internen Kooperations- und Kommunikationsstruktur sowie von Kooperationen mit anderen kompetenten Einrichtungen und Partnern. Das LIS/LFI bietet darüber hinaus allen inklusiv arbeitenden Schulen eine spezifische Beratung und Begleitung bei der Konzeptentwicklung, der Maßnahmenplanung, der Qualifizierungsplanung sowie der Umsetzung von Vorhaben an. Die fachdidaktische Fortbildung und Beratung, die Fortbildung zur allgemeinen Unterrichtsentwicklung sowie die Angebote zur Lifeskill-Förderung werden jeweils auf den spezifischen schulinternen Bedarf ausgerichtet. Das LIS bietet noch mindestens bis zum Abschluss des Oberschulaufbaus in 2016 für die Schulen im Reformprozess kontinuierlich (zurzeit das Begleitangebot 5) Schul- und Personalentwicklung zum Bereich Gemeinsam Lernen an. 37

38 Es ist herauszustellen, dass sich durch Heterogenität in Lerngruppen die Qualität des Unterrichts nicht automatisch verbessert. Für die Regelschullehrkräfte stellt sich daher vor allem die Frage, wie sie didaktisch-methodisch auf eine (sehr d. V.) heterogene Lerngruppe mit unterschiedlichen Bedürfnissen zugehen können um alle Lernenden zu erreichen und zugleich ein hohes Lernspektrum zu halten. ( Bertelsmann Stiftung 2011). Grundsätzlich brauchen Schülerinnen mit besonderem Förderbedarf keine andere Art von Unterricht. Sie sind aber in einem höheren Maße auf einen hochwertigen und individuellen Unterricht angewiesen, und zwar früher, kontinuierlicher und intensiver als Schüler ohne Beeinträchtigungen. Im Folgenden werden qualifizierende Merkmale und Prinzipien von Unterricht vorgestellt, die auf Grund ihrer besonderen Bedeutung für den Lernerfolg von Schülern mit Lernschwierigkeiten ausgewählt wurden. Der Text ist auf die Sekundarstufe I bezogen. Zum einen sind die Hinweise aber auch in der Grundschule von Nutzen und zum anderen verfügt die Grundschule im Lande Bremen über eine fast fünfundzwanzigjährige Erfahrung mit der gemeinsamen Beschulung in den Bereichen Lernen, Sprache und Verhalten bzw. der kooperativen Beschulung bei Schülerinnen und Schülern mit geistiger Behinderung, die aber in der Entwicklung nicht immer systematisch war. Insbesondere besteht in beiden Schulstufen noch ein Bedarf an abgestimmten Konzepten für den Bereich Verhalten Beziehungsqualität und Lernklima Gelingende zwischenmenschliche Beziehungen schaffen ein unterstützendes Lernklima und erhöhen damit die Effektivität von Lehr- und Lernprozessen. Die Kommunikation und Interaktion zwischen Lehrer und Schüler sowie zwischen Schüler und Schüler sollte deshalb von Wärme, Wertschätzung, Empathie und Echtheit geprägt sein. Im Hinblick auf Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf kommt der Etablierung einer konstruktiven Fehlerkultur eine besondere Bedeutung zu. Allen Schülern sollte bewusst sein, dass Fehler selbstverständliche Bestandteile von Lernprozessen sind und nicht Ansatzpunkt für Spott und Zurücksetzung sein dürfen Effektive Klassenführung Lernen gelingt nur, wenn genügend Lernzeit investiert wird. Dies gilt in besonderer Weise für Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf. Hieraus ergibt sich die Notwendigkeit, Regeln festzulegen, um ein geordnetes Zusammenleben und ertragreiche Lehr- und Lernprozesse zu garantieren. Auf Regelverletzungen muss der Lehrer unmittelbar reagieren, und zwar möglichst, ohne den Unterricht zu unterbrechen. Das geht z. B. mit einem Punktabzugsprogramm Selbstwirksamkeitserfahrungen ermöglichen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf verfügen häufig nur über geringe Selbstwirksamkeitserfahrung und neigen dazu, Misserfolge zu vermeiden, indem sie zu leichte oder zu schwere Aufgaben auswählen... Um Vertrauen in ihre Lernfähigkeit aufzubauen, benötigen Schüler mit Lernschwierigkeiten Aufgaben, die in der Zone zwischen Unterforderung und Überforderung liegen. Die Bestimmung dieser Zone erfordert eine kontinuierliche, prozessorientierte Diagnostik, welche die gesamte Lernsituation berücksichtigt und dialogisch orientierte ist. Schüler mit verfestigter Lernunlust benötigen darüber hinaus mitunter extrinsische Anreize. 38

39 Strukturierung Inhalte und Themen des Unterrichts müssen so strukturiert werden, dass die Lernenden Zusammenhänge erkennen und die Bedeutung der Lerninhalte für ihr Leben offensichtlich wird. Hilfreich ist hier die Verknüpfung der Lerninhalte von Inhalten mit bedeutsamen Themen, um die Anbindung an die kognitiven Netzwerke der Schüler zu unterstützen. Wichtig ist auch, dass die Relevanz für den eigenen Alttag / das eigene Leben erkannt wird. Es ergibt sich die Notwendigkeit der zeitlichen Strukturierung durch klar begrenzte Arbeitsphasen, auf die regelmäßig und verlässlich Phasen der Entspannung folgen Vielfältiges Üben und Anwenden Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf verfügen häufig über wenig Erfahrung im Umgang mit kognitiven Strategien (z. B. Wiederholen, Ordnen und Verknüpfen) sowie über geringere Vorkenntnisse als ihre Mitschüler. Deshalb benötigen sie besondere vielfältige Gelegenheiten zum wiederholenden Üben und zum aktiven Anwenden des Gelernten. Um Überdruss zu vermeiden bietet der Einsatz der folgenden Lernmaterialien Abwechslung zu den üblichen Arbeitsblättern: Lochkästen, Drehfix-Rahmen, LÜK- Kästen, Lernkarteien mit Selbstkontrolle u.a. Das Bremer Portal Inklusion, das demnächst im Netz eingerichtet wird, gibt weitere Hinweise dazu Selbstgesteuertes Lernen Unterricht in heterogenen Lerngruppe kann nur gelingen, wenn ausgewählte Lehrfunktionen des Lehrers in selbständige Lerntätigkeiten der Schüler übertragen werden. Selbständiges und selbstgesteuertes Lernen erfordert den gezielten Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen Arbeitstechniken, Lernstrategien, Kommunikation und Kooperation sowie personelle Kompetenzen, wie z. B. ein realistisches Selbstkonzept, Motivation und Frustrationstoleranz. Eine Fülle von Materialien und Übungseinheiten für den systematischen Aufbau von Lern- und Arbeitsmethoden liefern beispielsweise die Bergedorfer Methodentrainings, welche insbesondere bei Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auch in der Sekundarstufe noch problemlos verwendet werden können. Die Veröffentlichungen von Heinz Klippert liefern weitere Hinweise zur Ermöglichung selbständiger Lernprozesse Direkter Unterricht Wie bereits angedeutet, benötigen Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf ein höheres Maß an Instruktionen, als vorwiegend auf selbstgesteuertes Lernen gerichtete Methoden bieten können. Deshalb muss im Unterricht darauf geachtet werden, dass eine Balance zwischen selbstgesteuertem Lernen und expliziter Instruktion durch den Lehrenden gefunden werden. Direkter Unterricht ist eine Möglichkeit, die Balance zwischen Instruktion und Konstruktion herzustellen. Gemäß dem Grundsatz, dass unzureichend ausgebildete Qualifikationen möglichst direkt und ohne Umwege vermittelt werden sollen, steht bei dieser Unterrichtskonzeption eine lehrerzentrierte, kleinschrittige und einschleifende Vermittlung spezifischer Kompetenzen im Mittelpunkt. Die Lehrperson führt schrittweise eine geeignete Strategie vor. Dabei spricht sie Denkprozesse offen aus und erklärt, was sie wann; wie, warum und in welcher Reihenfolge tut und wie sie die Ergebnisse ihrer Handlungen überprüft. 39

40 Individuelles Fördern Hans Wocken ( Das Haus der inklusiven Schule, Feldhaus 2011) unterschiedet drei Dimensionen der ergänzenden Förderung: Inhaltlich (grundlegende Fähigkeiten in den Kulturtechniken und den Hauptfächern), zeitlich (nacharbeitender Förderunterricht, vorgreifende Vermittlung), organisatorisch (in der Regel intern, aber teilweise ist äußere Differenzierung auch sinnvoll), Ein inklusiver Unterricht favorisiert jedoch Formen der inneren Differenzierung, die angemessene Lernhilfen unterrichtsimmanent anbieten Fördern durch Fordern Lernende können unter günstigen pädagogischen Bedingungen mehr an Wissen und Können erwerben, als Ihnen oft zugetraut wird (Weinert 1997; Helmke 2010). Dies gilt auch für lernschwache Schüler. Ausdrücklich ist darauf hinzuweisen, dass Lernschwierigkeiten nicht gleichmäßig in allen Breichen des schulischen Lernens auftreten, sondern sich aufgabenspezifisch und lernbereichsabhängig auf einem Kontinuum zwischen den Polen nicht feststellbar und schwerwiegend bewegen (Begemann 1997). Hieraus folgt für die schulische Praxis, dass man Lernschwierigkeiten nicht pauschal auf andere Bereiche abstrahieren darf, da die zu partiellen Unterforderungen führen würde. Stattdessen muss die Zone zwischen Unterforderung und Überforderung regelmäßig und themenabhängig neu bestimmt werden. 2 Insofern kommt der Lehrerkompetenz Pädagogisch diagnostizieren im Schulalltag in der inklusiven Schule eine große Bedeutung zu, die in Aus- und Fortbildung berücksichtigt werden muss. Die Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit und das Landesinstitut für Schulen bearbeiten das Thema Diagnostik zurzeit schwerpunktmäßig in einer AG. Ziel ist die Veröffentlichung eines Diagnoseinstrumentarium im Netz, eines Leitfadens und ggf. ein Fachtag zur Diagnostik im Herbst Unterrichtsentwicklung Schule kann gelingen Inklusive Haltung Unterricht und Förderung Kindbezogene Zusammenarbeit Unterrichtsbezogene Zusammenarbeit Etablierte Steuerung und Qualitätsentwicklung Alle Schülerinnen und Schüler eines Jahrganges besuchen gemeinsam die Schule und lernen gemeinsam. Im Mittelpunkt steht ein Miteinander im gemeinsamen Lernen und Leben am allgemeinen Ort Schule. Die Individualisierung von Unterricht führt zu einer Lern- und Leistungskultur, die Leistungen der Schülerinnen und Schüler umfassend wahrnimmt und würdigt, sie individuell fördert, Lernwege öffnet und zum Kompetenzerwerb beiträgt. Unterricht und Erziehung müssen die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützen ihre Fähigkeiten einzuschätzen zu lernen 2 Alles aus dem sehr empfehlenswerten praktischen Buch: mittendrin e. V. EINE SCHULE FÜR ALLE Inklusion umsetzen in der Sekundarstufe. 40

41 sich selbstständig Ziele zu setzen eigene Lernwege zu gehen Gelingensbedingung ist der individualisierte Unterricht Überarbeitung der schuleigenen Curricular unter inklusivem Gesichtspunkt Feststellen, Erfahren, Kennenlernen und Wissen der individuellen Merkmale jeder Schülerin, jedes Schülers als Voraussetzung für individualisiertes Lernen In Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Lerngruppe, vom Entwicklungsalter der Schülerinnen und Schüler und ihrer besonderen Problemlagen kann es besondere Auszeiten geben (außergewöhnliche Maßnahmen), deren Ziel das Wiederherstellen des Wohlbefindens und der Lernbereitschaft ist. Didaktik der Heterogenität Bearbeitung gemeinsamer Themen in unterschiedlicher Breite und Tiefe Rhythmisierung von Zeiten der Konzentration und Entspannung, von Ruhe und Gespräch, von Bewegung und Arbeiten am Platz etc. unterstützen die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft in heterogenen Gruppen Konzept der Bewegten Schule mit dem Ziel der Rhythmisierung der Lernzeit Bewegung aufnehmen. Merkmale guter Schule entsprechend dem Bremer Schulentwicklungsplan (S.35ff) Indikatoren für Individualisierten Unterricht Arbeiten an unterschiedlichen Aufgaben nach Thema, Interessensschwerpunkten und Leistungsvermögen unterschiedliche Lehrbücher, Lernmaterialien und Arbeitshilfen zusätzliche Hilfen für schwache Schüler Reflexion des Lernfortschritts seitens der Schüler (Metakognition) Lernschleifen Lernstandsdiagnostik und Förderpläne für schwache Schüler genügend Zeit steht zur Verfügung Möglichkeit einer Auszeit Kinder mit gesundheitlichen Problemen werden berücksichtigt die Möglichkeit zur Arbeit an eigenen Schwerpunkten Sensibilisierung der Kinder für Leistungsunterschiede Kinder unterstützen sich gegenseitig transparente Leistungserwartungen Additive Unterrichtsangebote selbstständiges, selbstreguliertes und offenes Lernen Didaktische Prinzipien des individualisierten Unterrichts Lebenswelt der Lernenden einbeziehen Inhalte variantenreich anbieten Aufgabenstellungen in unterschiedlichen Schwierigkeiten (unterschiedliche Niveaustufen) anbieten 41

42 Vorwissen und Erfahrungen der Lernenden als Ausgangspunkt Herausfordernde Lernumgebung Lernende nutzen ihre Wissen Zeit für vollständige Lernprozesse Fertigkeiten und Wissen repetieren (üben und wiederholen) Zielvereinbarungen treffen und Erfolge positiv verstärken Minimale Unterstützung bieten Gemeinschaftsbildung und Individualisierung Beziehungsarbeit als Fundament Gegenseitige Wertschätzung Individualisierung und Selbstständigkeit Erfolgverschaffende Lernarrangements Problemstellungen, Hilfsmittel, Lösungen, Anwendungsmöglichkeiten, Ü- bungsmöglichkeiten können von Schülerinnen und Schüler selbstständig genutzt werden Geplante Einführung (Input) in das Thema Geplante Korrektur der Lehrperson Prinzipien einer Erfolg verschaffenden Lernarrangements Fordern die angebotenen Problemstellungen heraus? Können die Kompetenzen wirkungsvoll eingesetzt und weiter entwickelt werden? Sind die Themen interessant? Stehen die gesellschaftlichen Erfordernisse im Einklang mit den Interessen der Schülerinnen und Schüler? Bieten die angebotenen Aufgaben attraktive Denk- und Handlungsmöglichkeiten? Formen der Differenzierung: Differenzierungskonzept (1) Lehrvortrag zur Vermittlung von Basisinformationen für alle Vergewisserung, ob das Vorgetragene im Wesentlichen verstanden wurde Arbeit der leistungsschwächeren Schüler/innen an individuellen Aufgaben Fortsetzung des Lehrervortrags für leistungsstärkere Schüler/innen Übungsphase für alle Differenzierungskonzept (2) gemeinsame Einführung mit einem kurzen Überblich über die Ziele langsame Erarbeitung die Grundlagen zum Lehrinhalt durch Lehrkraft Arbeit der leistungsstarken Schüler/innen an individuellen Aufgaben gemeinsame Übung mit der Lehrkraft für langsame Schüler/innen Beide Konzepte sind dynamisch zu verstehen. Schüler/innen können sich aus dem individuellem Lernprozess aus- oder einklinken, so wie es ihrem individuellem Lernbedürfnis entspricht. 42

43 Differenzierungskonzept (3) Erarbeitung von Fachinhalten, die besonders komplex und schwierig sind, Formen der Differenzierung: Einzelförderung, individuelles Arbeiten innerhalb der Klasse, Arbeit in unterschiedlichen Räumen Einsatz nur, wenn keine handhabbaren Lösungen nach den beiden anderen Konzepten gefunden werden Differenzierung durch Wochenplan- bzw. Arbeitsplanarbeit, Arbeit im Lernbüro, individuelle Studienzeiten (4) Anpassung der fachspezifischen Lernangebote an den individuellen Leistungsständen der Schüler und Schülerinnen Lerninhalte in Form differenzierter Angebote innerhalb der Planarbeit, meistens am Regelunterricht orientiert qualitative (Schwierigkeitsgrad) und quantitative (Arbeitsaufwand, Anzahl der Aufgaben) Differenzierung selbstständiges Üben, Wiederholen, Nachlesen bestimmte Fragestellungen und Aufgaben im Rahmen von kleinen Vorhaben bearbeiten sich Aufgaben stellen Differenzierung durch Projektunterricht (5) Berücksichtigung der Interessen der Lernenden Einbezug der Unterschiedlichkeit des Lern- und Entwicklungsstandes eines Schülers bzw. einer Schülerin Alle arbeiten an einem gemeinsamen Thema, aber an unterschiedlichen Schwerpunkten. Ganzheitlichkeit Bearbeitung des Themas durch den Schüler bzw. der Schülerin entsprechend dem Interesse und dem Lern- und Entwicklungsstand Binnendifferenzierung (6) Über Quantität o Über Qualität o o unterschiedliche Anzahl an Aufgaben unterschiedliche Kompetenzstufen Schüler wählen ihr Material aus (Lerntheken) Über unterschiedliche Lernwege o individuelle Ergebnisse einbringen Über Kooperatives Lernen o verschiedene Formen der Partner- und Gruppenarbeit Kooperative Lernformen (7) Zentral für das Kooperative Lernen ist, dass jeder sowohl für das Lernen der Gruppe als auch sein eigenes verantwortlich ist Verantwortung der gesamten Gruppe für die Erreichung ihrer Gruppenziele und die individuelle Verantwortung jedes Gruppenmitglieds, seinen Anteil an der Arbeit zu leisten. die Leistung der einzelnen Mitglieder wird gemessen und zurückgemeldet 43

44 die Belohnungen werden auf Team-Ebene gegeben werden die positive Abhängigkeit klar strukturieren Gestaltung der Räume (Vorbereitete Lernumgebung) Klassen- und Differenzierungsräume, in denen selbstbestimmte Unterrichtformen praktiziert werden, signalisieren durch ihre Gestaltung, dass Unterschiedlichkeit, Individuelles wie Gemeinsames, Schnelles wie Langsames akzeptiert werden. Räume als Lernumgebung werden dem Entwicklungsstand der Lernenden durch das Jahrgangsteam in Rücksprache mit der Schulleitung entsprechend gestaltet. Verschiedenen Unterrichtsphasen erfordern verschiedene Unterrichtsformen und Lernarrangements und damit eine entsprechende Ausstattung des Klassenraums. Die Mindestausstattung eines Raumes besteht aus folgenden Elementen: Regale, ein Fach für jeden Schüler bzw. jede Schülerin, Arbeitsmaterialien für Schülerinnen und Schüler zum selbstständigen Lernen in einzelnen Fächern, Dokumentation von aktuellen Arbeitsergebnissen der Schülerinnen und Schüler aus dem Unterricht der Fächer und der Projekte. Ergänzung der Ausstattung/ Einbeziehen der Flure eine Experimentierzone, verschiedene Sitzmöglichkeiten, Leseecke mit Büchern z.b. aus der Stadtbibliothek, Computerecke mit Internetzugang Raum zum freien Sprechen (Sitzkreis, Stehpult o.ä.) Bei Neuanschaffungen von Schulmöbeln sollte darauf geachtet werden, dass der Klassenraum mit kleinen beweglichen Tischen ausgestattet wird, die zu einem größeren Konferenztisch zusammengeschoben werden können. In die Raumgestaltung und in die Auswahl des Materials werden die Schülerinnen und Schüler einbezogen Diagnostik Förderbereiche Die individuelle Förderung ist weiterhin primäre Aufgabe der Arbeit in den jeweiligen Teams (Klassen-, Jahrgangs- oder jahrgangsübergreifende Teams). Das Zentrum für unterstützende Pädagogik unterstützt die Schule bei der inklusiven Unterrichtung. (Bremer Schulgesetz 2009, 22) Folgende Aufstellung dient dem möglichst frühzeitigen Erkennen, wann Fachkompetenz des jeweilig zuständigen ZUP der Schule hinzu zu ziehen ist Förderbedarfe Dyskalkulie - Rechenschwäche 44

45 Entwicklungsverzögerung des mathematischen Denkens beständige Minderleistungen im Lernstoff des arithmetischen Grundlagenbereiches (Mächtigkeitsverständnis, Zahlbegriff, Grundrechenarten, Dezimalsystem) begriffliche Verinnerlichungsprobleme Kinder verharren beim rein zählenden Operieren Transferleistungen können nicht erbracht werden stets neu abgezählt Berechnungen benötigen unverhältnismäßig viel Zeit Geübtes wird schnell wieder vergessen oder es wird inhaltsleer auswendig gelernt. Die Aufgabe kann nur wortwörtlich wiedergegeben werden Berechnungen von mathematischen Aufgaben können ohne die Veranschaulichungsmittel nicht durchgeführt werden Veranschaulichungsmittel werden unökonomisch und kontralogisch verwendet Legasthenie lang andauernde Störung des Erwerbs der Schriftsprache Probleme mit der Umsetzung der gesprochenen zur geschriebenen Sprache und umgekehrt Probleme bei der auditiven und visuellen Wahrnehmungsverarbeitung Probleme der Verarbeitung der Sprache Probleme der phonologischen Bewusstheit Probleme beim Aufsagen des Alphabets, der Benennung von Buchstaben oder dem Bilden von Reimen auftreten Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen Ersetzen von Buchstaben, Silben und Wörtern Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in den Wörtern Schwierigkeiten bei Doppellauten Unfähigkeit, Gelesenes wiederzugeben, aus Gelesenem Schlüsse zu ziehen oder Zusammenhänge zu sehen Verstöße gegen die Buchstaben-Laut-Zuordnungsregeln Probleme bei der Wortdurchgliederung: Auslassungen, Verdrehungen, Hinzufügungen Hochbegabung umfassende, weit über dem Durchschnitt liegende intellektuelle Begabung es gibt eine sehr starke Korrelation zwischen Intelligenz und Schulnoten, gleichwohl ist nicht jeder Hochbegabte ein guter Schüler und nicht jeder gute Schüler hochbegabt hohes Detailwissen und sehr gutes Verständnis von Zusammenhängen Ungewöhnlich ausgeprägter Wortschatz und sprachlicher Ausdruck Frühes Lesen 45

46 (Frühes) Interesse an Büchern, die weit über dem Altersniveau liegen Bevorzugt selbstständige Arbeit, hohe Ziele Starke Vertiefung in bestimmte Probleme Langeweile bis hin zu Arbeitsverweigerung bei Routineaufgaben kein Interesse an altersgemäßen Beschäftigungen bzw. am Schulstoff der Jahrgangsstufe Stören der anderen Kinder, um Aufmerksamkeit zu erlangen Außenseiterposition, das Kind fühlt sich unverstanden gilt als Streber oder Besserwisser Auffälligkeiten für das soziale Umfeld Perfektionistisch und sehr kritisch in Bezug auf Leistungen Fühlt sich stark isoliert und allein Ständig kritisches Hinterfragen von Autoritäten Sehr individualistisch Tendenz, Situationen alleine bestimmen zu wollen Sonderpädagogischer Förderbedarf Ein sonderpädagogischer Förderbedarf ist bei Kindern und Jugendlichen vorhanden, die in ihren Bildungs-, Entwicklungs- und Lernmöglichkeiten so beeinträchtigt sind, dass sie im Unterricht der allgemeinen Schule ohne sonderpädagogische Unterstützung nicht hinreichend gefördert werden können. Sonderpädagogische Förderbedarf kann in folgenden Bereichen auftreten: Lernen tritt in Verbindung mit Beeinträchtigungen der motorischen, sensorischen, kognitiven, sprachlichen sowie sozialen und emotionalen Fähigkeiten auf Auswirkungen auf alle grundlegenden Entwicklungsbereiche: Sprache o in der Grob- und Feinmotorik o in Wahrnehmungs- und Differenzierungsleistungen o in der Aufmerksamkeit o in der Entwicklung von Lernstrategien o in der Aneignung von Bildungsinhalte o in Transferleistungen o im sprachlichen Handeln o in der Motivation o im sozialen Handeln o im Aufbau von Selbstwertgefühl und einer realistischen Selbsteinschätzung Störung im Spracherwerb, Sprachgebrauch, Sprechtätigkeit (Disgramatismus, Stottern, Poltern, Sigmatismus etc.) Beeinträchtigungen des Hörvermögens, der auditiven und visuellen Wahrnehmung und der Motorik Emotional - soziale Entwicklung Kinder und Jugendliche, die durch aktives, teilweise auch aggressives Verhalten ihre Befindlichkeit nach außen dokumentieren oder 46

47 ihre Befindlichkeit still in sich tragen, sich innerlich vom aktuellen Geschehen fernhalten oder in Krankheiten und Sucht flüchten keine oder stark verminderte Selbststeuerung keine oder stark verminderte Selbstregulation nicht in der Lage, eine durchschnittliche altersgemäße Aufmerksamkeit zu zeigen sehr hohe Ablenkbarkeit verkürzte Konzentrationsspannen resignieren schnell sind entmutigt Motivation, Ausdauer, Lerntempo und Belastbarkeit unterliegen in der Schule extremen Schwankungen unternehmen hohe Anstrengungen, um im Mittelpunkt zu stehen fordern oft von ihren Bezugspersonen ein hohes Maß an Zuwendung Wahrnehmung- und Entwicklungsförderung ( geistige Behinderung ) Massive Beeinträchtigung im altersgemäßen Entwicklungsstand im Bereich Wahrnehmung, Sprache, Denken,Handeln, selbstständige Lebensführung körperliche, psychische und soziale Beeinträchtigungen Auswirkungen auf o das situations-, sach- und sinnbezogene Lernen o die selbstständige Aufgabengliederung o die Planungsfähigkeit o den Handlungsvollzug, o das persönliche Lerntempo o die Durchhaltefähigkeit im Lernprozess o die individuelle Gedächtnisleistung o die kommunikative Aufnahme-, Verarbeitungs- und Darstellungsfähigkeit o Fähigkeit, sich auf wechselnde Anforderungen einzustellen o die Übernahme von Handlungsmustern o die Selbstbehauptung und die Selbstkontrolle o die Selbsteinschätzung und das Zutrauen Körperliche und motorische Entwicklung motorische Beeinträchtigung körperliche Beeinträchtigung kognitiven Strukturen räumliche und zeitliche Strukturen Formen und Gestalten Konzentrations- und Anstrengungsbereitschaft einzelne Sinnesfunktionen Handlungs- und Bewegungsabläufe kognitiven Strukturen wie Körperschema räumliche und zeitliche Strukturen 47

48 Formen und Gestalten. Konzentrations- und Anstrengungsbereitschaft Hören Hörschädigung Beeinträchtigung der auditiven Wahrnehmung Störung der Wahrnehmung und Verfügbarkeit von Sprache, Sprechen und Kommunikation Störung der Wahrnehmung und Verstehen der sozialen und sächlichen Umwelt Beeinträchtigung im Auffassen der gesprochenen Sprache Verzögerungen im Spracherwerb Sehen visuelle Wahrnehmung Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung visueller Eindrücke, die mit Hilfe des Sehorgans in der Verknüpfung mit zentralen Funktionen stattfinden sind gestört Blinde Kinder und Jugendliche können nicht oder nur in sehr geringem Maße auf der Grundlage visueller Eindrücke lernen eingeschränktes Sehvermögen Autismus tiefgreifende Entwicklungsstörung massive sensorische, motorische, emotionale und soziale Probleme soziales Handeln stark beeinträchtigt Beeinträchtigungen von Wahrnehmung, Motorik und Kommunikation Angstzustände Angstvolle Reaktionen Stereotype Verhaltensweisen starrem Festhalten an nichtfunktionalen Gewohnheiten sowie an Ritualen und Beschäftigungen aggressives Verhalten Verfahren zur Klärung eines Förderbedarfs Anfrage Anfrage durch Lehrerinnen/Lehrer oder Eltern an das ZuP der zuständigen allgemeinen Schule Vorklärung Gespräch ZuP-Mitarbeiter/in und ZuP-Leitung und Mitarbeiter/in der Schule ggf. Hospitation ggf. Rücksprache mit Eltern Entscheidung über das weitere Vorgehen durch Beteiligte und ZuP-Leitung und ggf. Feststellungsverfahren 48

49 Beratungsgespräch mit Lehrerinnen und Lehrern/Pädagogen; z.b. Vereinbarung. bzgl. individualisierter Unterrichtsformen,... mit Schüler/Schülerin z.b. Vereinbarung bzgl. Ziele, nächste Schritte mit Eltern z.b. Vereinbarung. bzgl. häuslicher Unterstützung Diagnostik Diagnostik wird mit Elterngespräch eingeleitet Lernausgangslage, mögliche Förderziele und Fördervorschläge werden schriftlich festgehalten Fallberatung bzw.-konferenz unter Hinzuziehung von Fachdiensten wie REBUZ Schulärztlicher Dienst Amt für soziale Dienste Förderung Umsetzung und Dokumentation der Förderung Aktualisierung und Evaluation der Förderung Einbeziehung der Kinder/Jugendlichen Elterninformation Hier fehlt jetzt noch die schematische Darstellung des Verfahrens. Als Papier liegt sie vor, in digitaler Form ist sie nicht aufzutreiben. rsiemer Feststellungsdiagnostik Antrag Antrag durch Schule / Eltern /Schulaufsich t/ Schulärztlicher Dienst an das zuständige ZUP Sollten die Vorgespräche beim Verfahren zur Klärung des Förderbedarfes ergeben, dass ein besonderer Förderbedarf bestehen könnte oder beim Übergang Schule-Berufsausbildung die Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs zur Diskussion stehen, so leiten Schule, Eltern, Schulaufsicht oder Schulärztlicher Dienst ein Feststellungsverfahren zur sonderpädagogischen Förderung mit dem Antrag an das zuständige ZuP ein. Die Beteiligten entscheiden ggf. nach einer Hospitation in der Kindertagesstätte oder allgemeinen Schule gemeinsam mit dem FÖZ (Sehen, Hören, körperliche Entwicklung) oder ZuP über das weitere Vorgehen, die Zuständigkeit und Fallführung, die Einbeziehung anderer z.b. REBUZ, den Zeitrahmen, etc. bei diesem Feststellungsverfahren. In diesen Fällen orientiert sich auch dieses diagnostische Verfahren an den Grundsätzen für die Diagnostik und muss die Schülerin/ den Schüler und die Eltern mit einbeziehen. Das diagnostische Feststellungsverfahren wird allerdings ergänzt 49

50 durch zusätzliche diagnostische Informationen wie z.b. ein med. Gutachten und andere Informationen aus dem Bereich Sehen, Hören, Motorik, oder Wahrnehmung und Entwicklung, durch normierte Testverfahren mit qualitativer Auswertung, z.b. einer Intelligenzdiagnostik oder durch andere Verfahren bzw. Informationen. Die Details für den Ablauf dieses Feststellungsverfahren - Antragstellung, Ablauf, Information und Zustimmung der Eltern etc. werden durch die Verordnung unterstützende Pädagogik geregelt Gutachten Gutachten inkl. Empfehlungen zur Entscheidung über sonderpädagogischen Förderbedarf und Förderort an die SfBWG Da dieses Feststellungsverfahren mit einem Wechsel des Förderortes oder einer besonderen Ressource verbunden sein kann, ist die Zustimmung der Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit erforderlich (Details regelt die neue Verordnung zur unterstützenden Pädagogik) Förderung Die Vorschläge aus der Förderplanung werden mit den individuellen Zielen und Schwerpunkten im Rahmen der unterstützenden Pädagogik der allgemeinen Schule und unter Einbeziehung sonderpädagogischer Fördermaßnahmen umgesetzt. Die Förderung soll unter Einbeziehung der Schülerin/des Schülers regelmäßig dokumentiert, überprüft, ausgewertet und angepasst werden. In diesen Fällen orientiert sich auch diese Förderung an den Grundsätzen für ein förderdiagnostisches Verfahren und muss die Schülerin/ den Schüler und die Eltern mit einbeziehen Ablaufplan des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs Antrag Antrag durch Schule / Eltern / Schulärztlicher Dienst an die zuständige Schule Beratung/Hospitation Beratung/Hospitation im Kindergarten oder in der allgemeinen Schule Gemeinsam mit zuständigem ZuP oder FÖZ (Sehen, Hören, körperlich- motorische Entwicklung) Feststellungsverfahren Feststellungsverfahren durch ZuP oder FÖZ (Sehen, Hören, körperlichmotorische Entwicklung) Gutachten zum Feststellungsverfahren Empfehlung für sonderpädagogischen Förderbedarf und Förderort schulärztliches Gutachten ggf. schulpsychologisches Gutachten 50

51 Gutachten Gutachten inkl. Empfehlungen zur Entscheidung über sonderpädagogischen Förderbedarf und Förderort an Senatorin für Bildung, Wissenschaft und Gesundheit Entscheidung und Bescheid durch SfBWG, Bescheid an aufnehmende Schule, Eltern und zum Gesundheitsamt Förderung Umsetzung und Dokumentation der Förderung Aktualisierung und Evaluation Einbeziehung der Kinder/Jugendlichen Elterninformation Förderdiagnostik Ziel der Förderdiagnostik Im Rahmen der inklusiven Schulentwicklung bekommt die Diagnostik einen anderen Stellenwert und muss sich entsprechend verändern. Bisher stand die Zuweisung von Bildungsgängen im Mittelpunkt des diagnostischen Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfes. Im Rahmen der Förderdiagnostik soll die individuelle Lernausgangslage der Schülerin oder des Schülers festgestellt werden und Informationen für alle Bereiche der unterstützenden Pädagogik gesammelt, dokumentiert und ausgewertet werden. Auf dieser Grundlage erstellen die Beteiligten eine Förderplanung. Die Stärken der Kinder und Jugendlichen stehen im Vordergrund der Förderdiagnostik. Die Eltern und die Kinder bzw. Jugendlichen werden aktiv in die Förderplanung einbezogen, damit werden alle wichtigen zum Handlungsfeld Schule und zum Umfeld gehörenden Bereiche berücksichtigt Ablaufpläne zur Einleitung eines diagnostischen Verfahrens Ein diagnostisches Verfahren wird in der Regel von der Schule (alle Lehrkräfte, die mit dem Kind arbeiten, ZuP-Leitung, Schulleitung), den Eltern, der Fachaufsicht oder dem Sozialpädiatrischen Dienst (Gesundheitsamt) eingeleitet. Bei vermutetem Förderbedarf im Bereich W+E erfolgt das Verfahren vor Schuleintritt, bei anderen Fragestellungen in der Regel zu Beginn oder während der Schulzeit möglichst im Laufe des 1. Schuljahres. Der erste Schritt sind Gespräche mit den Beteiligten, die Einbeziehung der Eltern und ggf. eine Hospitation. Danach wird über das weitere Vorgehen entschieden. Folgende Wege können dabei grundsätzlich vorgeschlagen werden: Verfahren zur Klärung eines Förderbedarfs in der allgemeinen Schule Anfrage Auch hier fehlt jetzt noch die schematische Darstellung des Verfahrens. Als Papier liegt sie vor, in digitaler Form ist sie nicht aufzutreiben. rsiemer 51

52 Anfrage durch Lehrerinnen/Lehrer oder Eltern an das ZuP der zuständigen allgemeinen Schule Eltern oder Kolleginnen/Kollegen einer allgemeinbildenden Schule können ein Verfahren zur Klärung des Förderbedarfes für ein Kind beantragen. Vorklärung Nach einer solchen Anfrage klären die ZuP-Leitung, die ZuP-Pädagogen und Lehrkräfte einer allgemeinen Schule nach Rücksprache mit den Eltern, den Antragsstellern und ggf. einer Hospitation im Unterricht, ob Diagnostik o ein Beratungsgespräch mit Lehrerinnen/Lehrern, Eltern oder/ Schülerin/Schüler o eine Fallberatung bzw. -konferenz (unter Hinzuziehung von Fachdiensten wie Schulärztl. Dienst, Amt für Jugend und Soziales, REBUZ, Therapeuten etc.) o oder eine Diagnostik eingeleitet wird. Falls eine Diagnostik angefordert wird, findet zuerst ein Elterngespräch statt, in dem Informationen ausgetauscht, mögliche Ziele formuliert und über den weiteren Ablauf des Verfahrens aufgeklärt werden. Anschließend erstellt eine Kollegin/ein Kollege in Absprache mit der ZuP-Leitung eine Bestandsaufnahme (Auswertung der vorliegenden Diagnosen und Informationen) und Erfassung der Lernausgangslage mit Vorschlägen für individuelle Förderziele und Vorschlägen zur weiteren Förderung der Schülerin oder des Schülers und fasst diese schriftlich zusammen. Die Verfahren der Diagnostik sollten sich auf die wesentlichen Fragen konzentrieren und diese kurz und präzise zusammenfassen. Im Vordergrund sollte die Anwendung der Vorschläge in der Unterrichts- und Förderpraxis der unterstützenden Pädagogik stehen. Inhalte der Diagnostik sollten je nach den gesetzten Zielen und Fragestellungen folgende Punkte enthalten: Anlass für das Verfahren und die konkreten Fragestellungen, Überblick über die durchgeführten Beobachtungen und Verfahren, Kind- Umfeld-Analyse, Alltagshandlungen, Lern- und Arbeitsverhalten im schulischen Umfeld, Analyse der Lernprozesse (kognitive, emotionale und soziale Entwicklung, Problemlösungsverhalten und Denkstrategien) des Schülers/ der Schülerin, Entwicklungsstand im Bereich Motorik (Motorik, Sensomotorik und Wahrnehmung, Feinmotorik, Körpererleben) Sprachliches Handeln, Erfassung des schulischen Lernstandes unter Einbeziehung der Schülerin/ des Schülers (Mathematik, Lesen, Schreiben, Sprachkenntnisse, Sachunterricht, Musik, Kunst, Sport etc.) 52

53 Erfassen und Beschreiben der Stärken und Schwächen mit einer Selbsteinschätzung des Schülers/ der Schülerin (Sichtweise der Situation und Förderbedürfnisse), Erfassung und Auswertung der bisherigen Förderung und des schulischen Umfeldes, Erfassung und Beschreibung des individuellen Förderbedarfs mit möglichen Förderzielen unter Einbeziehung der Schülerin/ des Schülers,, Einbeziehung und Auswertung anderer Untersuchungsergebnisse, ggf. andere wichtige Informationen einbeziehen und eine Zusammenfassung der diagnostischen Ergebnisse mit Vorschlägen für das weitere Vorgehen. Methoden der Diagnostik können je nach individueller Fragestellung sein: eigene oder andere Beobachtungen, Gespräche mit Eltern, Kolleginnen/Kollegen und anderen Beteiligten/ Institutionen, Selbsteinschätzungen der Schülerin/des Schülers, Auswertung von Portfolios und anderen Dokumentationen des Lernstandes, Normierte oder individuelle Verfahren zur Erfassung der Schulleistungen, Auswertung von Förderergebnissen und -berichten, informelle diagnostische Verfahren, normierte Testverfahren mit detaillierter qualitativer Auswertung Analyse anderer Untersuchungen und Dokumente oder andere Verfahren, die zur Klärung der Fragestellungen beitragen. Die schriftlichen Ergebnisse der Förderdiagnostik sollen Grundlage für einen individuellen Lernentwicklungsplan bzw. Förderplan sein und unter Einbeziehung der Schülerin/ des Schülers und der Eltern Vorschläge machen für die nächsten individuellen Förderziele, gezielte und geplante individuelle Förderung, Unterstützung mit dem Ziel eines möglichst selbstorganisierten Lernens, Differenzierung und Individualisierung des Lernstoffes, hilfreiche Bedingungen im schulischen Umfeld, individuelle Förder- und Unterstützungsangebote durch die Schule, individuelle Förder- und Unterstützungsangebote außerhalb der Schule, evtl. Hilfsmittel, um Barrieren abzubauen (Unterstütze Kommunikation etc.), Beratung zur Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, der Eltern, Kinder oder Jugendlichen oder andere Aspekte (z.b. Peergroup berücksichtigen). Für die Diagnose und spätere Förderung ist es von zentraler Bedeutung, dass die unterschiedlichen Förderbereiche nicht nur aufgelistet, sondern vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Entwicklung gewichtet, zusammengeführt und durch Vorschläge der Schülerin/ des Schülers ergänzt werden. Dabei sollten sich die Untersuchungen auf die individuellen Ausgangsfragen für die jeweilige Schülerin/ den Schüler konzentrieren und die diagnostischen Fragen entsprechend anpassen und reduzieren. Förderplanung 53

54 Diese o.g. Vorschläge der Förderdiagnostik (Ablaufplan I) werden von den beteiligten Schülerinnen/ Schülern, beteiligten Kolleginnen/Kollegen unter Einbeziehung der Eltern und der Schülern/ des Schülers in einer gemeinsamen Besprechung diskutiert und abgestimmt, um daraus eine Förderplanung und konkrete Schritte für die unterstützende Pädagogik mit einem individualisierten Lernentwicklungsplan abzuleiten. Ggf. werden weitere Maßnahmen wie ein Nachteilsausgleich oder die Einbeziehung weiterer Fachleute oder Institutionen initiiert. Förderung Die Vorschläge aus der Förderplanung werden mit den individuellen Zielen und Schwerpunkten im Rahmen der unterstützenden Pädagogik der allgemeinen Schule umgesetzt. Die Förderung soll unter Einbeziehung der Schülerin/des Schülers regelmäßig dokumentiert, überprüft, ausgewertet und angepasst werden. Für eine qualifizierte Auswertung und Evaluation der Ergebnisse ist es ggf. auch wichtig, weitere diagnostische Informationen zu erheben, die den Prozess begleiten und Grundlage für die weiteren Planungen der Beteiligten sind. So kann wirksam überprüft werden, ob die angestrebten Ziele erreicht wurden bzw. ggf. geändert werden sollten, welche Veränderungen sich bei der Schülerin/dem Schüler ergeben haben, wie die Schülerin/ der Schüler mit gearbeitet haben bzw. welche Sicht der Förderung und der Ziele sie haben, wie sich die Lernprozesse weiter entwickelt haben, welche Inhalte und Methoden erfolgreich zum Einsatz kamen (und welche evtl. auch nicht und darum geändert werden sollten), wie die Zusammenarbeit im Team funktioniert hat bzw. was geändert werden sollte wie die Zusammenarbeit mit den Eltern funktioniert hat bzw. geändert werden sollte, welche anderen Untersuchungen oder Tests neue Erkenntnisse gebracht haben, welche Unterstützung von außen erfolgt ist und mit welchem Erfolg und welche Unterstützung noch angeregt werden sollte oder ggf. welche anderen Faktoren für eine erfolgreiche unterstützende Pädagogik noch bedeutsam sind. Die Informationen aus der Evaluation der Förderarbeit mit weiteren diagnostischen Informationen zum Lernprozess sollen regelmäßig dokumentiert werden und sich dabei auf die wesentlichen Förderziele in Kurzform konzentrieren, damit sie in der Praxis von den Beteiligten zeitnah eingesehen und ausgewertet werden können. Daraus erfolgen Konsequenzen für die Förderziele, die Zuständigkeiten im Team, den weiteren Förderplan und die Einbeziehung der Schülerin/des Schülers. In Besprechungen der Beteiligten werden in regelmäßigen Abständen (mindestens 2mal im Jahr) evtl. Veränderungen bei den Förderzielen und der Förderplanung, über die auch die Eltern und Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden, beschlossen. Unterstützung und Begleitung der Förderdiagnostik im Rahmen der unterstützenden Pädagogik 54

55 Eine solche Entwicklung und die nachhaltige Einführung von Verfahren der Förderdiagnostik bringen folgende Veränderungen bzw. Notwendigkeiten mit sich: ein prozessbezogenes Verfahren, das die Lernprozesse begleitet und auswertet, ein dynamisches Verfahren, das von der ständigen Veränderung der Schülerin/des Schülers ausgeht, die Einbeziehung der Schülerin/ des Schülers bei den Förderzielen und der Förderplanung, Vorschläge für Förderziele und die Förderplanung, Einsatz von praxistauglichen Verfahren zur diagnostischen Begleitung von Lernprozessen und Evaluation, dementsprechende regelmäßige Veränderung von Förderzielen und Förderplanung, ganzheitliche Förderplanung für die Schülerin/ den Schüler unter Einbeziehung aller Bereiche der unterstützenden Pädagogik, regelmäßige Abstimmung in den Förderteams oder Unterstützung und Qualifizierung der Mitarbeiter zu oben genannten Punkten Diagnostikkoffer LIS noch nicht klar: wer hat wie Zugriff auf welche Förderinstrumente? 5.5. Förderung Förderkonzepte schuleigene Förderkonzepte Förderkonzepte einer Schule sollten Aussagen zu folgenden Aspekten enthalten (Bezug zu den Leitideen des Schulprogramms) Grundsätze des Förderns Art und Weise der Wahrnehmung der Persönlichkeit des Schülers bzw. der Schülerin Feststellen der Lernausgangslage 55

56 unterscheidende Förderung (unterschiedliche Hilfen, nach- bzw. vorausarbeitende Förderarbeit) Rahmen wirksamer Fördermaßnahmen Zeitrahmen Art und Weise der Leistungsbewertung Ressourcen und ihre Verteilung Einrichtung und Zusammensetzung der Förderkonferenz Organisation von Fördermaßnahmen Gestaltung des Diagnoseprozesses Fördermaßnahmen innerhalb des Klassenverbandes (integrierende Förderarbeit) Lernauffälligkeiten in Teilbereichen Lernangebote auf verschiedenen Ebenen während des Unterrichtsablaufs offenes Unterrichtsangebot, das verschiedene Lernwege ermöglicht Fördermaßnahmen außerhalb des Klassenverbandes trotz individueller Lernangebote werden bestimmte Kompetenzen nicht erreicht Schülerinnen und Schüler, deren Sozial- und Lernverhalten noch nicht den Erwartungen entspricht Erstellung von individuellen Förderplänen Format des Förderplans Verantwortlichkeit Benennung der Fördermaßnahme Ziel der Fördermaßnahme Begründung für die Fördermaßnahme Ort, Dauer der Maßnahme Evaluation von Fördermaßnahmen Förderkonzepte im ZuP Um eine Schulentwicklung mit dem Ziel der Inklusion nachhaltig an allen Regelschulen einzuführen und zu verankern, bedarf es einer guten Planung, Umsetzung, Begleitung und Evaluation des fortlaufenden Prozesses. Eine wichtige Aufgabe der unterstützenden Pädagogik ist es dabei, dass sich die verschiedenen Bereiche des Förderns und Forderns an einer Schule austauschen und ihre Arbeit aufeinander abstimmen. Im Mittelpunkt dieser Planungen sollten immer die Schülerinnen/ die Schüler stehen und diese sind bei den geplanten Arbeiten immer einzubeziehen und zu beteiligen. Das Förderkonzept einer Schule oder eines Schulverbundes sollte neben dem Bezug zu den Leitideen des Schulprogramms folgende Aspekte enthalten: Grundsätze des Förderns und Forderns mit inklusivem Menschenbild als Grundlage für die eigene Arbeit, Respekt und Toleranz in heterogenen Lerngruppen, Wahrnehmung und Akzeptanz der Persönlichkeit des Schülers/der Schülerin, 56

57 individualisierten Lernangeboten als Basis des Unterrichts, systemischer und ganzheitlicher Sichtweise der Förderprozesse, professioneller Teamarbeit als Grundlage für Kooperation, Feedbackkultur auf der Basis gegenseitiger Anerkennung und ggf. anderen Absprachen. Grundsätze der Förderdiagnostik mit verbindlichen Absprachen über den organisatorischen Ablauf diagnostischer Verfahren, Absprachen über die personellen Zuständigkeiten bei diagnostischen Verfahren, Austausch und Verständigung über die einzusetzenden Methoden und Verfahren der Förderdiagnostik, Verfahren zur Feststellung der schulischen Lernausgangslagen, Verfahren zur Begleitung von individuellen Lernprozessen, Verfahren zur Überprüfung und Evaluation von Förderzielen und Lernentwicklungsplänen und ggf. anderen Absprachen. Grundsätze für die Umsetzung individueller Lernentwicklungspläne mit Format des Förderplans, Ausführungen bei der Begründung und Zielsetzung für die individuellen Lernentwicklungspläne, Details für die Entwicklung konkreter Fördermaßnahmen, unterscheidende Förderung (unterschiedliche Hilfen, nach- bzw. vorausarbeitende Förderarbeit) Verantwortlichkeiten bei der Umsetzung der Fördermaßnahmen und beim Einsatz von Ressourcen, (Kolleginnen, Kollegen, ZuP-Ltg. und/oder SL) Absprachen zu verschiedenen Formen der Förderarbeit ((z.b. binnen- oder außendifferenziert, offene Lernangebote, Werkstätten etc.) Ort, Dauer der Maßnahme in Bezug zu den gesetzten Zielen, Koordination der unterschiedlichen Bereiche über Förderkonferenzen (Einrichtung, Zusammensetzung, Einberufung, Organisation etc.), ggf. andere übergreifende Vorschläge zum Fördern und Fordern. Grundsätze für Dokumentation, Leistungsbewertung und Evaluation mit Format der begleitenden Dokumentation der Förderung, Absprachen zur regelmäßigen Auswertung und Evaluation der Fördermaßnahmen mit evtl. Änderungen für die weitere Arbeit, Art und Weise der Leistungsbewertung, Art und Weise des Nachteilsausgleiches, Grundsätze für Kooperationen und Sonstiges mit 57

58 Absprachen und Regelungen für ZuP-Konferenzen (Organisation, Inhalte, Ablauf ) Klärung von Zuständigkeiten für Absprachen mit anderen Schulen im Verbund, Institutionen, REBUZ etc., Austausch und Kooperation mit anderen ZuP-Verbünden, Ablaufplan für Krisenintervention bei Schülerinnen und Schülern, Plan für Krisenintervention in Teams des ZuP, Finanzplanung für Materialien der unterstützenden Pädagogik und ggf. andere Fragen im ZuP. Bei der Erstellung eines Förderkonzeptes besteht die zentrale Herausforderung darin, die verschiedenen Bereiche im ZuP eng zu verzahnen und übergreifende sowie nachhaltige Formen der Zusammenarbeit in der Schule zu verankern und systematisieren Sprachförderkonzept Förderplanung Förderplanung bedeutet die Gestaltung des individuellen Lernangebots von Schülerinnen und Schülern. Sie ist verbindlich für alle Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedarfen Ein Förderplan ist Ein Förderplan ist Arbeitsplan für die Pädagogen Entwicklungsplan für das Kind / den Jugendlichen Ziel- und Angebotskatalog Zeitlich begrenzte Absprache über pädagogische Zusammenarbeit im Team Grundlagen des Förderplans Grundlagen des Förderplans sind: Diagnostische Erkenntnisse (s. Förderdiagnostik) Kind-Umfeld-Analyse Beobachtungen und Einschätzungen des pädagogischen Teams sowie ggf. des Schülers bzw. der Schülerin Förderplanung ist ein dialogischer Prozess aller am Lernprozess eines Schülers Beteiligter zur Gestaltung eines individuellen Lernangebots. Förderplanung ist ressourcenorientiert. Sie setzt an den Stärken an und hat fördernde Faktoren im Blick. Förderplanung ist alltagstauglich. Sie beinhaltet wenige konkrete, umsetzbare und überprüfbare Ziele und Maßnahmen. Förderplanung ist ein Entwicklungsprozess. Sie wird evaluiert und fortgeschrieben (je nach Situation, jedoch min. 1x pro Hbj.). 58

59 Förderplanung beinhaltet Förderplanung beinhaltet (min.) Konkrete Ziele für die Entwicklung Pädagogische Angebote Konkretisierung der Maßnahmen Zeitraum und Evaluation Hilfestellung für ein effektive Förderplanung bieten Hilfestellung für ein effektive Förderplanung bieten u.a.: Förderplanung im Team, LISUM hierzu kann schulinterne Fortbildung über die Agentur für Schulentwicklung vermittelt werden www. foerderplaner.de (30-Tage Probeversion im Netz verfügbar) bei Vorliegen eines Beschlusses der Schulkonferenz über eine verbindliche Nutzung dieses Instruments kann ein Antrag auf Finanzierung der Schullizenz gestellt werden Beispiele für Förderplanung s. Anhang 5.6. Leistungsbewertung und Abschlüsse Ref. 20 oder Übergänge (Noch kein Material vorhanden) Kindergarten Grundschule 59

60 Grundschule Sekundarstufe I Sekundarstufe I Sekundarstufe II ZSB ZBB 5.8. Berufsorientierung Ref. 21-Herr Nelson 60

61 6. Unterstützungssysteme für die Inklusion 6.1. Senatorin für Bildung und Wissenschaft Organigramm (Andrea) 6.2. Regional Beratungs- und Unterstützungszentren Bremen REBUZ-Flyer Schnittstelle REBUZ ZuP 61

62 Beschulung der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischen Förderbedarf soziale und emotionale Entwicklung Ressortübergreifende Kooperationen Förderung im Bereich Lesen, Schreiben, Rechnen Bremerhaven 6.3. Landesinstitut für Schule / Lehrer fortbildungsinstitut 6.4. Förderzentren und mobile Dienste Sehen 62

63 Hören Körperlich-motorische Entwicklung Emotional-soziale Entwicklung 6.5. Werkschule 6.6. Schule für Krankenhaus- und Hausunterricht 63

64 7. Evaluation und Weiterentwicklung (Qualitätsentwicklung) Evaluation in der Pädagogik meint das methodische Erfassen und das begründete Bewerten von Prozessen und Ergebnissen zum besseren Verstehen und Gestalten einer Praxis-Maßnahme im Bildungsbereich durch Wirkungskontrolle, Steuerung und Reflexion. (Reischmann) Evaluation Daten methodisch organisiert erheben und systematisch dokumentieren Befragung, Beobachtung, Test, Fragebogen, und Materialanalyse rückblickende Wirkungskontrolle der vorausschauenden Steuerung Verständnis von didaktischen Situationen und Prozessen prozessbegleitende Formative Evaluation produktbewertende Summative Evaluation Lernzielbasierte Evaluation In der inklusiven Schule ist daher der Fokus auf eine starke Feedbackkultur zu richten: in Teamsitzungen (Klassenteams, Jahrgangsteams, Leitungsteams) in Fachkonferenzen in ZuP Konferenzen in Gesamtkonferenzen Schüler-Schüler-Gespräche Schüler-Lehrer-Gespräche Schüler-Lehrer-Elterngespräche Selbsteinschätzung So ist z.b. beim Scheitern inklusiver Prozesse in Schule ist zu hinterfragen Pädagogische Unterstützungsmaßnahmen zu schwach Klassenzusammensetzung zu schwierig Methodisch-didaktische Kompetenz der Lehrpersonen begrenzt Als Hilfsmittel zur Evaluation kann der Index Inklusion von Prof. Dr. Hinz erfolgreich eingesetzt werden. 64

65 8. Noch nicht eingegliedert 8.1. Kompetenzen Kompetenz ist eine Disposition, die Personen befähigt, bestimmte Arten von Problemen erfolgreich zu lösen, also konkrete Anforderungssituationen eines bestimmten Typs zu bewältigen (Weinert) Das Erkennen von Fehlern und der produktive Umgang mit ihnen ist konstruktiver Teil des Lernprozesses. Ein Kompetenzorientierter Unterricht bietet den Schülerinnen und Schülern durch geeignete Aufgaben Gelegenheiten, Problemlösungen zu erproben, fordert gleichzeitig den Kompetenznachweis in anspruchsvollen Leistungssituationen ein. Kompetenzbereiche Prozessbezogene Kompetenzen Problemlösen Darstellen Modellieren Kommunizieren und Argumentieren Inhaltsbezogene Kompetenzen Entsprechend der in den Bremer Bildungsplänen beschriebenen Kompetenzen, z.b.: Mathematische Kompetenzen (Zahlen und Operationen, Größen und Messen, Raum und Form, Muster und Strukturen, Daten und Zufall) Fremdsprachenkompetenz (Verstehen, Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben) Deutschkompetenz (Verstehen, Hören, Sprechen, Lesen mit Texten und Medien umgehen, Schreiben und Gestalten, Sprache und Sprachgebrauch) Sachunterrichtliche Kompetenz Naturwissenschaftliche Kompetenz Geschichtliche Kompetenz Biologische Kompetenz etc. Lebenspraktische Kompetenz lebenspraktische und soziale Fähigkeiten Bereich der Hygiene gesunde Ernährung geregelten Tagesstruktur Umgang mit Geld Kleidung Reinigung Kontakt mit Ämter Kontakt mit Arbeitgebern Individualkompetenz/Selbstkompetenz/Personenkompetenz/Humankompetenz 65

66 Fähigkeiten und Einstellungen, in denen sich die individuelle Haltung zur Welt und insbesondere zur Arbeit ausdrückt Leistungsbereitschaft Engagement Motivation Flexibilität Kreativität Ausdauer Zuverlässigkeit Selbstständigkeit Mobilität Anpassungsfähigkeit Belastbarkeit Lernbereitschaft Emotionale Kompetenz mit eigenen und fremden Gefühlen umgehen können sie im konkreten Kontext richtig bewerten Stress vermeiden Konflikte nicht eskalieren lassen Beziehung zur eigenen Persönlichkeit Soziale Kompetenz in den Beziehungen zu Menschen situationsadäquat handeln Kommunikationsfähigkeit Kooperationsfähigkeit Konfliktfähigkeit Einfühlungsvermögen (Empathie) Emotionale Intelligenz soziale Beziehungen innerhalb und außerhalb der Schule zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen personale Zuwendung erleben sich anderen zuzuwenden Zuwendung beantworten sich mitteilen Beziehungen gestalten Umgangsformen und Regeln beachten Teilhabe an sozialen und kulturellen Veranstaltungen Kompetenzraster Voraussetzung für einen kompetenzorientierten Unterricht ist ein didaktisches Grundgerüst in einem Fach. Die Fachlehrkräfte müssen sich auf Kompetenzen festlegen, die in einem Kompetenzraster zusammengefasst werden und die eine systematische Sicht auf das Können der Schülerinnen und Schüler am Ende einer Unterrichtseinheit ermöglichen. 66

67 Kompetenzraster geben Auskunft über die Kompetenzen, die angestrebt werden sollen. Sie sind Grundlage für die Dokumentation und Einschätzung von Lernentwicklung Merkmale eines Kompetenzrasters sind: Checkliste / Raster mit Niveaustufen der einzelnen Kompetenzen, dadurch Beschreibung des Weges von einfachen Grundkenntnissen bis zu komplexen Fähigkeitsstufen, Ich-Formulierungen, Kennzeichnung der Schülerin und des Schülers, durch Punkte, wo man sich befindet, Fremdeinschätzung der Lehrkräfte. Beispiel für das Fach Englisch Kompetenzbereiche Leseverstehen Kompetenzstufen Ich verstehe Ich verstehe einfache den Inhalt sehr Sätze kurzer einfacher Mit bekanntem Texte mit Wortschatz. bekanntem Wortschatz. Ich verstehe den Inhalt von Texten mit begrenztem Grundwortschatz Ich verstehe Texte zu vertrauten Themen in Alltagssprache. Vorteile individuelles Sich-Orientieren der Schüler/innen und der Lehrkräfte an einer Bezugsnorm Überprüfung des eigenen Wissens durch die Schülerin bzw. den Schüler Konsens der Fachlehrkräfte, welche Kompetenzen in einem Fach vermittelt werden sollen Identifikation von gezielten Lernangeboten durch die Lehrkräfte dialogische Form Selbsteinschätzung der Leistung durch den Schüler bzw. die Schülerin Nachteile aufwändige Arbeit für Lehrkräfte für die Erstellung der Kompetenzraster in den Fächern Kompetenzstufen am Beispiel des Spracherwerbs (Europäische Kompetenzstufen) A: elementare Sprachverwendung (A1 und A2) B: selbstständige Sprachverwendung (B1 und B2) C: kompetente Sprachverwendung C1: fortgeschrittenes Kompetenzniveau C2: nahezu muttersprachliche Sprachbeherrschung Erstellen von Themen für den Kompetenzerwerb In der Fachkonferenz werden Themen bzw. Aufgaben ausgewählt, die für den Erwerb der inhaltsbezogenen und insbesondere der prozessbezogenen Kompetenzen geeignet sind. 67

68 Die Aufgaben sollen den Anforderungsbereichen der Bildungsstandards entsprechen. Materialien werden festgelegt, die für das Erreichen der Kompetenzen notwendig sind. 68

69 9. Anhang 9.1. Vorlagen Förderplanung Beispiel eines Förderplans (A. Herrmann-Weide) Förderplan für Klasse Zeitraum von bis Erstellt von Funktion Schule Übergeordnete Förderziele Förderbereich Lernenvoraussetzungen Spracherwerb und Begriffsbildung Lesen und Schreiben Mathematik Umgang mit Anforderungen (Lern- und Arbeitsverhalten) Kommunikation Bewegung und Mobilität Selbstorganisation Soziales Verhalten Freizeit Konkretisierte Förderziele Unterstützende Maßnahmen Lernumgebung, Methoden, Materialien etc. Beobachtungen/ Einschätzung der Zielerreichung (Datum, erreicht, teilweise erreicht, nicht erreicht) Beispiel Verschriftlichung der Förderziele bei der Unterrichtung mit multiprofessionellen Teams Förderbereich Schüler/in:.. Förderziele formuliert von.. Förderziele formuliert von. Förderziele formuliert von... Hochbegabung 69

70 70

71 aus Förderplanung im Team, LISUM Andrea Bethge, Förderplanung als pädagogische Handlung, Material zum Fachtag in Bremen am Grundlagendokumente auf CD 71

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