Psychobiographisches Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm. ein Blick in die Zukunft Erstellt von: G. Burket 2014

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1 Psychobiographisches Pflegemodell nach Prof. Erwin Böhm ein Blick in die Zukunft Erstellt von: G. Burket 2014

2 Warum eigentlich? Unsere Bewohner leben in einem wertschätzenden Klima mit hohem grundpflegerischem Standard. Alle ihre Grundbedürfnisse werden im Sinn des Pflegemodells von Monika Krohwinkel erforscht, nach Möglichkeit zufriedengestellt und evaluiert. Das Leben bei uns hat Hotelqualität. 2

3 Ein vielfältiges Aktivitäten- und Veranstaltungsprogramm gestaltet das Leben im Jahreskreis abwechslungsreich es ist für jeden etwas dabei. Unsere Bewohner werden eingeladen, sich an diversen Aktivitäten zu beteiligen. Wir feiern Geburtstage und begleiten in der Sterbephase. 3

4 Wir wollen dass unsere Bewohner so lange wie möglich selbstbestimmt und aktiv leben können, wenn sie das möchten. Wir respektieren die Privatsphäre unserer Bewohner. Wir schätzen den persönlichen Kontakt und die schönen Momente die sich daraus ergeben.. jedoch: 4

5 sehen wir auch: Viele alte Menschen die aus verschiedensten somatischen oder psychischen Gründen ihren Alltag nicht mehr selbständig gestalten können oder wollen. Sie verbringen ihre Tage im Heim oftmals damit, zu warten bis die nächste Mahlzeit oder der nächste Besucher kommt. 5

6 Verhaltensauffälligkeiten wie Rückzug, monotone Bewegungen, Verlust der Sprache, Verlust der Fähigkeit sich zu waschen, selbst zu essen oder anzukleiden, aggressive Ausbrüche, Beschuldigungen, etc.. Das sind sehr oft Symptome folgender Tatsachen: 6

7 Was fehlt: Meist waren diese Menschen gezwungen ihre gewohnte/geliebte Umgebung und vielleicht sogar Familie, zu verlassen. Niemand braucht mehr ihre Fähigkeiten oder ihr Wissen. Niemand hat Zeit länger als ein paar Minuten zuzuhören und sich in ihre Welt zu begeben. 7

8 Sie leben zeitweise in ihrer Vergangenheit. Niemand kennt sie mehr wirklich. Sie müssen den Verlust von körperlichen Fähigkeiten genauso verkraften wie den Verlust von Freunden oder Familienangehörigen. Sie sehen keinen Sinn mehr in ihrem DA SEIN. Sie sind nicht mehr wichtig! 8

9 Begriff Demenz: Es kommt vor, dass betagte Menschen aus verschiedenen Gründen psychisch mehr und mehr Zeit in der Vergangenheit verbringen. Die Ursachen dafür sind nicht hinreichend bekannt, es haben jedenfalls der rasante Fortschritt an Technologien, die veränderten Gebräuche, die moderne Sprache, das Desinteresse am Hier und Jetzt auch ihren Anteil an dieser Verhaltensveränderung die heutzutage Demenz genannt wird. Es gibt dazu verschiedene Screeningverfahren und Tests die diese Diagnosestellung ermöglichen. 9

10 Die Thematik der Verhaltensauffälligkeiten und Defizite alter Menschen wurde in den letzten Jahren mittels verschiedener Medien mehr und mehr ins Rampenlicht gerückt. Der Begriff Demenz oder dementielle Erkrankung sollte erklärt und definiert werden und im Zuge dessen werden mehr Schulungen und Informationsveranstaltungen für den Umgang mit Menschen mit dieser Diagnose abgehalten. 10

11 Wir haben damit eine Definition und vielleicht etwas mehr Verständnis für ein Zustandsbild dessen Begleiterscheinungen für Betroffene und Pflegende oftmals beängstigend ist. Andererseits kann die Diagnose Demenz mit all dem grassierenden Pseudowissen dazu führen, dass wir betroffene Menschen in eine Schublade stecken nach dem Motto nun, er/sie ist eben dement als wäre das ein irreversibler Dauerzustand. 11

12 Wenn wir aber eine andere Sicht- und Herangehensweise wählen wollen, die uns und dem/der Betroffenen mehr Spielraum und Platz für Reversibilität lässt, sehen wir unsere Hauptaufgabe im Kontakt mit diesen Personen darin, eine Brücke zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu bauen. 12

13 Eines der Hilfsmittel die uns dabei zur Verfügung stehen, ist die Psychobiographie. Ein weiteres, das Wissen um zeitgeschichtliche Bedingungen und Zusammenhänge, Herausforderungen, Rituale, gesellschaftliche Zwänge, uvm. 13

14 Künftig: wollen wir ein Leben in Normalität ermöglichen. sind wir weder ein Krankenhaus noch ein Hotel sondern wollen ein Daheim für so viele Bewohner wie möglich schaffen. möchten wir unseren Bewohnern ihre Ich-Wichtigkeit ermöglichen. 14

15 werden wir uns bei verhaltensauffälligen Bewohnern verstärkt an der Biographie orientieren und uns auf Spurensuche begeben, welche uns erlaubt, zu diesen Bewohnern einen Kontakt herzustellen. wollen wir Bewohner reizen wieder am Leben teil zu nehmen. reflektieren wir unser Handeln und unsere Motive und Bedürfnisse als Pflegende. 15

16 beziehen wir das bisherige Lebensumfeld unserer Bewohner in die Pflegeplanung mit ein. dürfen unsere Bewohner auch grantig und launisch sein und ihren Gefühlen Ausdruck verleihen. ist uns jede Form der Individualität willkommen. 16

17 widmen wir uns der Aufgabe die Anforderungen einer Institution mit dem Ermöglichen eines weitgehend normalen Alltagsleben zu vereinen. Leben wir miteinander und nicht nebeneinander. Unterstützen wir die Selbstpflegefähigkeiten unserer Bewohner 17

18 Pflege mit den Händen in der Hosentasche oft missverstanden heißt: nichts tun, was der Patient noch selbst für sich tun kann, sondern ihn dabei unterstützen, diese Ressourcen der Selbstpflege und Selbstfürsorge wiederzufinden. 18

19 Denn wir wünschen uns, dass unsere Bewohner Ihr Leben bei uns leben und nicht verleben! Und vielleicht helfen uns gerade unsere auffälligen Bewohner durch ihr Anderssein und ihr nicht funktionieren im Sinne des Gewohnten, sowie ihren sanften Zwang uns Zeit zu nehmen sie in ihre Welt zu begleiten. 19

20 E R W I N B Ö H M P S Y C H O B I O G R A P H I S H C E S Biographiearbeit DAS PFLEGEKONZEPT DES BAPH KIRCHDORF UMFASST: P F L E G E M O D E L L NACH 20

21 VOR INTERVENTION 21

22 DANACH 22

23 Danke für ihre Aufmerksamkeit! 23

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