Digitales Fernsehen (DVB - Digital Video Broadcasting)

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1 Digitales Fernsehen (DVB - Digital Video Broadcasting) Was bedeutet digital? Digital bedeutet die Codierung der Daten als 0er und 1er. Das Signal wird beim Sender codiert und beim Empfänger decodiert. Vorteile: Bessere Bild und Tonqualität durch einfache Fehlerkorrektur Besserer Empfang bei terrestrischer Übertragung (wellenförmige Verbreitung über Funk). Somit sind auch mobile Anwendungen möglich Bsp. Fernsehen im Auto Hohe Datenübertragungsrate von 10-30Mbit/s (keine Einschränkung mehr durch sich überschneidende Frequenzbänder) Durch Datenkomprimierung (einheitlich DVB/MPEG2) 5-10 mal soviel Übertragungskapazität (Auf einem Kanal wird nicht 1 Programm sondern ein Programmbouquet - Zusammenstellung mehrerer Programme übertragen). Wesentlich geringere Kosten gegenüber analoger Übertragung (bei Satellitenübertragung ca. ein zehntel!) Einheitliches Format für alle Daten (Radio, Fernsehen, Internet) 1

2 Wie kann ich digitales Fernsehen empfangen? Es gibt derzeit drei Möglichkeiten für den digitalen TV-Empfang: via Kabel (DVB-C) via Satellit (DVB-S) terrestrisch (DVB-T) Für Deutschland wurde ein totaler Ausstieg bei der analogen Übertragungstechnik ab 2010 beschlossen, die USA haben diesen Zeitpunkt bereits 2006 gewählt. Somit sind in diesen Ländern analoge TV-Geräte nach der Umstellung unbrauchbar. Um digitales TV dennoch empfangen zu können benötigt man eine sogenannte Settopbox, ein Empfangsgerät für digitale Daten, das man auf den Fernseher stellen kann. Für Radios gibt es derzeit noch keine Settopboxen. Bsp.: d-box von nokia Um digitales Fernsehen via Satellit empfangen zu können benötigt man bei der Satellitenschüssel ein digitale Empfangseinheit (LNB) Bei den Settopboxen unterscheidet man folgende Modelle: Free to Air: Empfang ausschliesslich unverschlüsselter Daten Empfänger mit CA-Modul (Conditional Access): Pay-TV nach Norm des CA- Moduls möglich (Bsp.: d-box für Premiere World) Empfänger mit Common Interface (CI): genormte Schnittstelle, mehrere Verschlüsselungssysteme möglich Kosten: derzeit sind Settopboxen ab ca ,- ATS erhältlich, Preisreduktionen bei stärkerer Verbreitung sind jedoch abzusehen. Neue TV-Geräte werden die digitale Empfangseinheit wahrscheinlich bereits integriert haben. 2

3 Möglichkeiten des interaktiven Fernsehen Ohne Rückkanal besteht die Möglichkeit eine grosse Bandbreite an Informationen zu übertragen und bei Bedarf die gewählten Inhalte anzuzeigen (Bsp. Teletext). Anwendungsbeispiele: Pay-TV mit verschiedenen Programmbouquets (Bsp.: Premiere World) Zusätzliche Informationen (über Microsites kleine eigenständige Webseiten) EPGs (Electronic program guides) Teilnahme an Multi-choice-Quizshows Regionalisierte Informationen (Bsp. Bundesland heute) Pay per view Mehrere Kamerawinkel (Bsp. Konzerte, Formel1-Rennen)... Bsp.: Interaktive Quizshow Echtes interaktives Fernsehen Hierzu muss ein Rückkanal zum Anbieter existieren (z.b. Telefonleitung oder Kabelanschluss) um volle Interaktion zu ermöglichen. Es gibt zwei Modelle, wie digitales TV funktionieren kann. walled garden Modell: Das Hauptaugenmerk liegt hier auf speziell für den Fernseher zugeschnittenen Multi-Media- Inhalten. Die Inhalte werden unabhängig vom Internet produziert und präsentiert. Die Inhalte sind also nur in einem geschützten Garten zugänglich. Die Datenselektion erfolgt eher über eine erweiterte Fernbedienung als über ein Keyboard und eine Maus. Internet über den Fernseher: Hier wird der Fernseher gleichzeitig zum Internet-Terminal bei dem man bei Bedarf zwischen Fernsehen und Internet hin- und herschalten kann.. Dieses Modell bietet spezielle Möglichkeiten für Videokonferenzen oder personalisierte EPGs. Bedient wird das System über ein schnurloses Internet-Keyboard 3

4 Awendungsbeispiele (für beide Modelle) Fernseh-Banking Shopping Wetten Teilnahme an Wahlen/Umfragen Chat Bsp.: Interaktive Börsenkursabfrage v. Bloomberg Demo: 4

5 Auswirkungen auf die TV-Werbung Die Werbemöglichkeiten lassen sich in vier Gruppen teilen: Interaktive Werbespots - erlaubt dem Seher via Fernbedienung eine Microsite zu betreten, welche weitere Informationen bzw. Funktionen bietet. Bsp.: 1. Interaktiver TV-Spot von Tierfutterhersteller Purina, Mai 2000, Hundefutterwerbung (Hundepflegeset kostenlos) Bsp.: Coca-cola, gratis Polarbär Splitscreen Werbungen Die Werbung erscheint in einem abgegrenzten Bereich neben dem TV-Bild, ähnlich der Bannerwerbung im WWW. Virtuelle Werbung Einfügen von Werbebotschaften durch digitale Veränderung des Bildes Bsp.: Werbeeinblendungen bei Fussballübertragung T-Commerce e-commerce über TV. Hier wird man zu Microsites oder Shoppingmalls geleitet, auf denen man direkt bestellen kann. 5

6 Durch die Registrierung von Benutzern können spezifische Zielgruppen angesprochen werden. In weiter Zukunft ist sogar eine Personalisierung denkbar. 6

7 Probleme beim Internetzugang via Fernseher England ist mit 8 Millionen Abonnenten weltweit führend. Eigentlich wollte man mittels DVB bis 2005 der gesamten Bevölkerung einen einfachen Zugang zum Internet ermöglichen, doch tatsächlich nutzen nur 6% der DVB-User den Fernseher als Zugang zum Internet. Warum? Der TV-Schirm unterscheidet sich massgeblich von einem PC-Monitor: er hat eine niedrigere Auflösung, weniger Kontrast und stellt teilweise Farben abweichend dar. Dadurch ist Text auf Webseiten über den Fernseher meistens schwer lesbar. Weiters unterstützen die derzeit erhältlichen Settop-Boxen teilweise kein Flash, Streaming oder Downloads. Die meisten Boxen besitzen auch keinen Druckeranschluss. Die englische Regierung hat als Reaktion auf diese Probleme Richtlinien zur Gestaltung von Webseiten für den Fernseher herausgegeben. Diese empfehlen unter anderem: Grössere Schriften, weniger Farben und maximal 8 Hyperlinks pro Seite. Man sieht, normale Webseiten sind für die Betrachtung über den Fernseher nicht geeignet und müssten für eine optimale Darstellung eigens aufbereitet werden! Bsp.: BBC News optimiert für den Fernseher Eine weitere Schwierigkeit ist, dass durch den Anbieter kein voller Internetzugang möglich ist. So haben derzeit nur ca. 20% der Briten die Möglichkeit über ihren DVB-Anbieter ins Internet zu gelangen: Service Medium Abonnenten (Mio) Zugang BskyB Satellit 4,67 Walled garden ONdigital terrestrisch 1,12 Internetzugang über ONnet ntl Kabel 0,53 Internetzugang bei Extragebühr 7

8 Telewest Kabel 0,35 Walled Garden Ein weiteres Problem ist, dass die meisten DVB-Benutzer keine Möglichkeit haben das gesamte WWW zu durchsuchen. Somit können Webseiten nur dann gefunden werden, wenn diese auf dem Portal (die erste Seite die man sieht, wenn der Internetzugang aktiviert wird) ihres Anbieters platziert sind. Doch diese Einträge sind kostenpflichtig. Auch beim Walled Garden Modell werden nur bestimmte Services (Shopping, Banking, Wetten,...) zugänglich gemacht, für die dessen Anbieter zahlen muss. 8

9 Digitales Fernsehen in Österreich: ORF In Österreich teilt sich der Fernsehempfang wie folgt auf: Satellit: 41% Kabel: 38% Terrestrisch: 21% Derzeit werden folgende Programme digital über den Satelliten ASTRA ausgestrahlt: ORF1 seit September 2000 ORF2 seit September 2000 TW1 - Tourismus- und Wetterkanal seit 1997 (unverschlüsselt) Features: Die Sendung Bundesland-heute und ORF Regionalradios sind aus allen 9 Bundesländern wählbar. Der ORF ist aus urheberrechtlichen Gründen verpflichtet, seine Fernseh-Satellitenprogramme verschlüsselt auszustrahlen, um die Empfangbarkeit auf das Lizenzgebiet Österreich bzw. Südtirol zu beschränken. Der ORF hat sich für das Verschlüsselungsverfahren BetaCrypt entschieden. Der Empfang ist nur bei Verwendung einer d-box oder eines digitalen Satelliten-Receivers, der über ein BetaCrypt-Modul verfügt, gewährleistet. Kosten: Für die Anmeldung von ORF-DIGITAL-SAT-Karten, die einem im Handel erhältlichen Digital-Receiver beigelegt sind, wird ein einmaliger Unkostenbeitrag von 15,26 / ös 210 eingehoben. Für ORF-Smartcards, die direkt über die Bestell- und Infohotline bezogen werden, beträgt der Unkostenbeitrag 29,80 / ös 410. Durch den Erwerb der ORF-DIGITAL-SAT-Karte entstehen keine laufenden Kosten. UPC Telekabel Seit September 2001 bietet UPC Telekabel in Wien digitales Fernsehen unter dem Namen UPC digital an. Folgende Funktionen werden angeboten: 50 TV- und 40 Audio- Kanäle. EPG Erinnerungsfunktion, Sperre von Programmen über PIN-Code möglich Durch den Dienst arrivo können Wunschfilme im 30Minuten-Takt bestellt werden (video-on-demand) Surfen im WWW navigiert wird mittels Fernbedienung oder Infrarot-Keyboard 9

10 Kosten: ab ATS 328,87 bzw. EUR 23,90 pro Monat. Für die Settop-Box muss eine Kaution hinterlegt werden. Werbung UPC digital TV-Spot ITV digital: Links:

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