Didaktik, Lernobjekte & Wiederverwendung

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1 Didaktik, Lernobjekte & Wiederverwendung Peter Baumgartner Bildungstechnologie Institut für Bildungswissenschaft & Medienforschung

2 Gliederung 1. Frage- und Problemstellung 2. Lernobjekt (LOs) & Learning Object Metadata (LOM) 3. Lernen als Prozess & Kommunikation 4. Didaktische Szenarien 5. Forschungsprogramm

3 Aspekte vonalltagstauglichkeit Alltagstauglichkeit aus NutzerInnensicht Kostenreduktion (ua.durch Weiter- bzw. Wiederverwendbarkeit) Unabhängigkeit von HerstellerInnen Lernbiografie unabängig vom System "Life Long Learning" 3/26

4 Interoperabilität (Interoperability) 5 Ziele von Standards Arbeitet das System mit anderen Systemen? Verwaltbarkeit (Manageability) Gibt es Aufzeichnungen über Lerner(verhalten) und Inhalte? Zugang (Accesibility) Können Lerner zu geeigneter Zeit geeigneten Inhalt abrufen? Nachhaltigkeit (Durability) Bleibt Bisheriges funktionsfähig, selbst wenn sich die Technologie weiterentwickelt? Wiederverwendbarkeit (Re-usability) Können Inhalte ( Lernobjekte ) in anderen Zusammenhängen wieder verwendet werden? 4/26

5 Lernobjekt Standardsicht 5/26

6 Lernobjekt (Masie 2002) 6/26

7 Lernobjekte Ton Bild Film Text Medienobjekte (Assets) Informationsobjekte: Begriffe, Fakten, Prinzipien, Prozesse, Prozeduren etc. Lernobjekte: Sammlung von Informationsobjekten die genau ein Lernziel erfüllen. Ist in sich abgeschlossen! 7/26

8 Re-usable Learningobjects (RLO s) Lernobjekt CMS Lektion, Kapitel Kurs, Zertifizierung LMS 8/26

9 Learning Content Management System (LCMS) Autoren Kursteilnehmerin Learning Content Management System Webbasierte Vorlagen, Formulare Editieren & Genehmigen Personalisierte Zusammenstellung Autorentools Autoren Smart Force, Netg, Skillsoft etc. Ebene der Autorinnen Ebene der Genehmigung Ebene der Veröffentlichung Kursteilnehmer Kommerziell zugekaufter Content Datenbank mit wiederverwendbaren Lernobjekten (RLO) Kursteilnehmerin 9/26

10 Die LEGO - Metapher (1) 10/26

11 Die LEGO - Metapher (2) 11/26

12 Die LEGO - Metapher (3) 12/26

13 ROI-Paradox Lernobjekte wieder verwendbar Reusability of Objects and Instruction Paradox Didaktik angepasst kontextfrei kontextabhängig 13/26

14 Häppchenwissen? McDonaldisierung des Wissens? 14/26

15 Learning Object Metadata (LOM) LOM general title langstringtype catalogentry Language: en-us String: Lernojekte Catalog: ISBN lifecycle Entry: (version, status, etc.) 15/26

16 Interaktivitätsniveau nach IEEE (LOM) Name: Beschreibung: 5.3 Interactivity Level Single value, restricted vocabulary: 0 = very low 1 = low 2 = medium 3 = high 4 = very high 16/26

17 Interaktionsniveaus (Schulmeister 2002) 0: Objekte betrachten, rezipieren 1: Präsentationsform variieren 2: Inhalte verändern 3: Objekt/Inhalt erzeugen 4: Objekt/Inhalt erzeugen mit intelligenter Rückmeldung des Programms 17/26

18 Interaktivitätstypen nach IEEE (LOM) Name: Beschreibung: 5.1 Interactivity Type Single value, restricted vocabulary: Active Expositive Mixed Undefined 18/26

19 19/26 Interaktivitätstypen (Baumgartner 2004) Steuernde Interaktionen Bedienung des Programms [LOM: Expositive] (Steuerung des Programmablauf = Navigation) Didaktische Interaktionen Lernprozess [LOM: Active] (Handeln mit Lernobjekten, Programmressourcen = Interaktion) Kommunikative Interaktionen kommunikative und/oder kooperative Prozesse [LOM: Communicative, Collaborative] (medienvermitteltes kommunikatives Handeln mehrerer Personen)

20 Interaktionsniveaus (Schulmeister 2002) 0: Objekte betrachten, rezipieren 1: Präsentationsform variieren 2: Inhalte verändern 3: Objekt/Inhalt erzeugen 4: Objekt/Inhalt erzeugen mit intelligenter Rückmeldung des Programm Kommunikation Kooperation 20/26

21 Lehrmodelle Transfer Tutor Coach Faktenwissen ("know-that ) Vermittlung wissen, erinnern Wiedergabe korrekter Antworten Merken, Wiedererkennen lehren, erklären Lehren II Prozeduren, Verfahren ("know-how ) Dialog (aus)üben, Problemlösen Auswahl und Anwendung der korrekten Methoden Fähigkeit, Fertigkeit beraten, helfen, vorzeigen Lehren II II 21/26 soziale Praktiken ("knowing-in-action ) Interaktion reflektierend handeln, erfinden Bewältigung komplexer Situationen Verantwortung, Lebenspraxis kooperieren gemeinsam umsetzen Lehren III III

22 Interaktion mit der Gesellschaft Handeln/Lehren I+ Erkennen & Tun (Austesten) Knowing-in-action Handeln/Lehren I Lehren & Unterstützen Interaktion mit Objekten Üben & Diskutieren Produzieren & Ablegen Reflecting-in-practice Handeln/Lehren III Umgebung Coachen & Orchestrieren Helfen & Organisieren Reflecting-in-action Handeln/Lehren II Artefakt Interaktion mit sich & anderen Subjekten (Menschen) 22/26

23 Interaktion mit der Gesellschaft Handeln/Lehren I+ Erkennen & Tun (Austesten) Knowing-in-action Handeln/Lehren I Lehren & Unterstützen Interaktion mit Objekten Üben & Diskutieren Produzieren & Ablegen Reflecting-in-practice Handeln/Lehren III Coachen & Orchestrieren Helfen & Organisieren Reflecting-in-action Handeln/Lehren II Artefakt Interaktion mit sich & anderen Subjekten (Menschen) 23/26

24 Interaktion mit der Gesellschaft Handeln/Lehren I+ Erkennen & Tun (Austesten) Knowing-in-action Handeln/Lehren I Lehren & Unterstützen Interaktion mit Objekten Üben & Diskutieren Reflecting-in-practice Handeln/Lehren III? Coachen & Orchestrieren? Artefakt Content Lernobjekt? Helfen & Organisieren Produzieren & Ablegen Reflecting-in-action Handeln/Lehren II Interaktion mit sich & anderen Subjekten (Menschen) 24/26

25 IMS LD - Conceptual Model 25/26

26 Leitvorstellung Didaktische Szenarien (Educational Scenarios) Etwa Didaktische Interaktionsmuster (Educational Interaction Patterns) Etwa LMS, CMS und andere Werkzeuge 26/26

27 Was ist ein didaktisches Szenario? (1) Drehbuch zur Beschreibung der Utensilien und des Ablaufs einer Szene (sozialen Situation) Film-Theater Metapher: DrehbuchautorIn = ContententwicklerIn RegisseurIn = Lehrende/r SchauspielerInnen = Lernende Szene = (geplantes) didaktisches Szenario Aufführung, Performance = (reales) didaktisches Szenario Theaterstück = Lektion, Kurseinheit, Modul 27/26

28 Was ist ein didaktisches Szenario? (2) Drehbuch zur Beschreibung der Utensilien und des Ablaufs einer Lernsequenz Wie wird das Lernobjekt verwendet? Welcher Anfangszustand? Wie lange? Als Folge von? (Sequencing, Iteration etc.) Welches Feedback ist vorgesehen? Welche Endzustände sind möglich? Für welche Endzustände welches Feedback? Welche Aktion folgt auf welchen Endzustand? Folgt weiteres Lernobjekt? Wenn ja, welches? (Sequencing) usw. usf. 28/26

29 Umsetzung Didaktische Szenarien (Custumization Policy) Didaktische Interaktionsmuster (Content Types + Action Tools + UI) LMS, CMS und andere Werkzeuge 29/26

30 CampusContent 30/26

31 Lernobjekt: Arbeitsdefinition Metadata Metadata Technical Object (TO) Not every EO fits Educational Object (EO) Lernobjekt Example: Explanation of the Function of a Pump Example: Given Some Parameters Calculate the Efficiency 31/26

32 Forschungsprogramm 1. Weiterentwicklung der handlungs- und kommunikationstheoretischen Grundlagen 2. Kategorisieren und Beschreiben der didaktischen Szenarien und der darunter liegenden Interaktionsmuster 3. Didaktischen Szenarien in ihrer praktischen Anwendung (empirisch) untersuchen 4. Unterstützende Funktionen und Werkzeuge entwickeln 5. Ein (Standardisierungs-)Modell entwickeln, das den Widerspruch zwischen Wiederverwendbarkeit und didaktischer Flexibilität gerecht wird. 32/26

33 Danke für Ihre Aufmerksamkeit! Peter Baumgartner Bildungstechnologie Institut für Bildungswissenschaft & Medienforschung

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