Die langfristigen Auswirkungen des Klimaschutzes auf die sektorale Struktur der deutschen

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1 Allianz Dresdner Economic Research Working Paper Nr.: 93, Autoren: Werner Heß, Hans-Peter Muntzke, Christoph Partisch, Rolf Sandvoß Die langfristigen Auswirkungen des Klimaschutzes auf die sektorale Struktur der deutschen Wirtschaft Inhalt 1. Einleitung 2. Indikatorensystem zur Erfassung der Umweltbetroffenheit von Branchen 3. Auswirkungen des Klimawandels auf ausgewählte Branchen in Deutschland 3.1 Energieversorgung vor schwierigen Herausforderungen 3.2 Land- und Forstwirtschaft schädigen und schützen zugleich das Klima 3.3 Verkehr: Trotz verschärften Klimaschutzes weiterhin starkes Wachstum 3.4 Fahrzeugbau: Autohersteller unter Handlungsdruck 3.5 Bergbau mit sinkender Produktion 3.6 Mineralölversorgung: Nachfragerückgang bei nahezu allen Produkten 3.7 Bauwirtschaft: Impulse durch energetische Gebäudesanierung 3.8 Mineralienverarbeitung (Erzeugung von Baustoffen): Hohe Energieintensität belastet 3.9 Recycling und Entsorgung: Politik und hohe Rohstoffpreise stimulieren 3.10 Elektrotechnik und Maschinenbau: Klare Profiteure des Klimaschutzes 3.11 Dienstleistungen für Unternehmen mit leichten Zugewinnen 4. Schlussfolgerungen und Ausblick

2 1. Einleitung Die Diskussion über Klima und Energie ist in letzter Zeit immer stärker in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Niemals zuvor wurden die Gefahren einer globalen Umweltkatastrophe, die durch den Klimawandel langfristig drohen, so dramatisch debattiert. Die in jüngster Zeit veröffentlichten Nachrichten geben in der Tat Anlass zur Sorge: So prognostizieren etwa die Experten der Vereinten Nationen einen Temperaturanstieg um durchschnittlich bis zu 6½ Grad bis zum Ende des Jahrhunderts und als Folge regelmäßige Unwetter, lange Dürreperioden sowie einen Anstieg des Meeresspiegels um über einen halben Meter. Es überrascht daher nicht, dass der Klimawandel nach einer Umfrage des Allensbach-Instituts mit Abstand das größte Problem darstellt, das nach Meinung der deutschen Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten zu bewältigen ist. Niemand bestreitet heute ernsthaft, dass der Anstieg der globalen Mitteltemperatur vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht wird. Kontrovers diskutiert wurde aber, ob eine ambitionierte Reduktion der Treibhausgasemissionen auch ökonomisch zu rechtfertigen sei. Lange Zeit waren viele Ökonomen der Meinung, Klimaschutz sei in erster Linie eine ökonomische Last. Getreu diesem Votum verweigerten z.b. die USA die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls, eine völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung zur Reduktion von Treibhausgasen. Klimaschutz so die Behauptung koste Wirtschaftswachstum, was vor allem gegenüber den Entwicklungsländern nicht zu rechtfertigen sei. Diese Position wurde inzwischen von der Realität aus zwei Gründen eingeholt. Zum einen sind die Kosten der Verminderung von Emissionen aufgrund des technischen Fortschritts und wegen der erreichten Größenvorteile bei den Umwelt- und Klimaschutztechnologien heute wesentlich geringer einzuschätzen als noch vor wenigen Jahren. Zum anderen sind die drohenden Schäden eines ungebremsten Klimawandels höher als bisher vermutet. Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung könnte der Klimawandel allein die deutsche Wirtschaft bis zum Jahr 2050 fast 800 Milliarden EUR kosten und das jährliche Wachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte dämpfen. Auch der neue Klimabericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel (IPCC) verdeutlicht, dass die Folgen eines ungebremsten Klimawandels für Mensch und Umwelt erheblich wären. Der britische Ökonom Nicolas Stern erwartet, dass damit volkswirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe verbunden sein werden: Wird nicht gegengesteuert, könnte dies nach seinen Schätzungen bis zum Jahr 2050 zwischen 5 und 20% des Weltsozialprodukts kosten. Vor diesem Hintergrund räumt auch die politische Führung weltweit dem Klimaschutz inzwischen einen viel höheren Stellenwert ein als noch vor wenigen Jahren. So wurden auf dem EU- Klimagipfel im März 2007 diesbezüglich sehr ehrgeizige Ziele festgelegt. Erstens sollen die Treibhausgasemissionen der EU bis 2020 um 30% unter das Niveau von 1990 sinken, sofern andere Großemittenten mitziehen. Andernfalls ist die EU nur zu einer Minderung um 20% bereit. Zweitens sollen die Industrieländer gemeinsam bis 2050 ihre Emissionen um 60 bis 80% gegenüber

3 verringern. Drittens wird zur Umsetzung dieser Ziele bis 2020 angestrebt, die Energieeffizienz um 20% zu steigern und den Anteil der erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch auf 20% zu verdreifachen. Die Bundesregierung setzt sich noch ehrgeizigere Ziele. Sie hat kürzlich einen Acht-Punkte-Plan vorgestellt, wie Deutschland bis 2020 den Ausstoß von Kohlendioxid um 40% gegenüber 1990 verringern könnte (siehe Tabelle 1). Da 18% des Einsparvolumens bereits erreicht sind, verbleibt ein Einsparziel von 270 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Das neue Umwelt- und Energieprogramm der Bundesregierung, welches das Kabinett Ende August auf den Weg gebracht hat, umfasst dazu einen Maßnahmenkatalog von 30 Einzelpunkten, um vor allem den Energieverbrauch beim Heizen, von Haushaltsgeräten, Autos und in Gewerbebetrieben zu senken. Wichtige Teile des Programms sind entsprechend die Verschärfung der Gebäudesanierung, die Umstellung der Kfz-Steuer auf eine CO 2 -Basis, schärfere Grenzwerte für Pkws und der Ausbau erneuerbarer Energien im Strom- und Wärmebereich. Nach Angaben des Bundesumweltministeriums könne mit dem Programm eine Minderung der CO 2 -Emissionen bis 2020 von etwa 35% realisiert werden. Inwieweit letztlich dieses Ziel mit dem Maßnahmenkatalog auch tatsächlich erreicht werden kann, bleibt abzuwarten. Umweltverbände und auch Wirtschaftsexperten bezweifeln dies und rechnen mit einer deutlichen Verfehlung der Einsparziele. Tabelle 1 Acht-Punkte-Plan der Bundesregierung zur Minderung von Emissionen Maßnahme Erneuerung des Kraftwerksparks Verdoppelung des Anteils der Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung Steigerung des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von 12 auf 27 % Senkung des Stromverbrauchs um 11 % durch Steigerung der Energieeffizienz Wärmeeinsparung durch Gebäudesanierung, effiziente Heizungsanlagen und in Produktionsprozessen Verdoppelung des Anteils erneuerbarer Energien zur Wärmeerzeugung Mehr Effizienz und erneuerbare Energien im Verkehr Maßnahmen im Nicht-Energie-Bereich Einsparziel von Kohlendioxid bis 2020 (Millionen Jahrestonnen) Insgesamt 270 Quelle: Bundesumweltministerium. 3

4 Die Realisierung all dieser Ziele bedeutet für die Industriegesellschaften einen tiefgreifenden Umbau. Wir stehen am Beginn der dritten industriellen Revolution, einer umweltgetriebenen Phase des Strukturwandels, in dessen Zentrum die Energie- und Ressourceneffizienz steht. Neue Werkstoffe, bessere Technologien, optimierte Produktionsverfahren und intelligente Produkte müssen dazu beitragen, globale Umweltprobleme zu lösen und die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Auch ohne das Klimaproblem wäre dieser Modernisierungsschub wirtschaftlich sinnvoll. Der Klimawandel ist somit der Motor für eine wirtschaftliche Erneuerung, die ohnehin in Angriff zu nehmen wäre. Diese wirtschaftliche Erneuerung wird nicht ohne Auswirkungen auf die Wirtschaftsstruktur in Deutschland bleiben. Welche Branchen zählen zu den Gewinnern und welche zu den Verlierern eines verstärkten Klimaschutzes? Diese Frage wollen wir im vorliegenden Working Paper beantworten. Grundlage dafür ist ein von uns entwickeltes System von Indikatoren. Dessen Aufbau und die Ergebnisse, die es liefert, beschreibt Abschnitt 2. Anschließend gehen wir in Abschnitt 3 auf ausgewählte Branchen näher ein, denen beim Thema Klimaschutz eine wichtig Rolle zufällt. Zum Abschluss ziehen wir ein Fazit aus unserer Analyse und gehen der Frage nach, von welchen Faktoren das Tempo des umweltgetriebenen Strukturwandels entscheidend beeinflusst wird. 2. Indikatorensystem zur Erfassung der Umweltbetroffenheit von Branchen Um zu erfassen, inwiefern einzelne Branchen in Deutschland vom Klimawandel betroffen sind und von Maßnahmen des Klimaschutzes positiv oder negativ tangiert werden, haben wir ein System Grafik 1 Indikatorensystem zur Ermittlung der Umweltbetroffenheit einzelner Branchen 30% Treibhausgasemissionen Energieintensität 30% relativer Wasserverbrauch 10% weitere umweltrelevante Kriterien 30% Begünstigung durch Umweltschutzmaßnahmen 30% Innovationsfähigkeit 25% Wettbewerbsfähigkeit 15% 15% Fähigkeit zur Energieeinsparung Fähigkeit zur Treibhausgasreduzierung 15% Anpassungsdruck (Tabelle 3) Wachstumspotenzial (Tabelle 4) + Ausmaß der positiven / negativen Umweltbetroffenheit (Tabelle 5) 4

5 von Indikatoren entwickelt, das sich grob in zwei Gruppen gliedert (Grafik 1). 2.1 Indikatoren zum Anpassungsdruck Die erste Gruppe von Indikatoren soll den Anpassungsdruck ermitteln, dem einzelne Branchen durch ihre verursachte Umweltbelastung unterliegen (siehe Tabelle 2 im Anhang). Die absoluten Emissionen von Treibhausgasen eines Wirtschaftszweiges und dessen Anteil an den gesamten Treibhausgas-Emissionen in Deutschland zeigen die Bedeutung auf, die diese Branche für den Klimawandel hat. Diese beiden Spalten dienen nur zur Information und gehen nicht in die Bewertung ein. Nachrichtlich werden die Emissionen der Privaten Haushalte ausgewiesen, die diese bei der Wärmeerzeugung und der privaten Mobilität verursachen. Maßgeblich für die Bewertung der Umweltbetroffenheit einer Branche sind nicht die absoluten, sondern die spezifischen Treibhausgas-Emissionen, also die Emissionen bezogen auf die jeweilige Bruttowertschöpfung. Die Annahme hierbei ist, dass eine Branche von einer Verschärfung des Umweltschutzes umso mehr betroffen sein wird, je höher dieser Wert ist. Auch eine hohe Energieintensität (Energieverbrauch je Einheit Bruttowertschöpfung) deutet bei einer Verschärfung des Umweltschutzes auf eine starke Betroffenheit einer Branche hin. Zum einen ist der Energieverbrauch eng mit der Emissionsbelastung verbunden und zum anderen ist bei einer strengeren Klimaregie mit deutlich steigenden Energiepreisen zu rechnen. Dies trifft energieintensive Branchen. Wasser ist im Produktionsprozess eine kostbare Ressource und die Reserven werden durch den Klimawandel in Zukunft stark beeinträchtigt. Je höher der Wasserverbrauch einer Branche bezogen auf die eigene Bruttowertschöpfung ist, desto mehr wird die Branche von dem künftig knapper und teurer werdenden Rohstoff betroffen sein. In der Tabelle 3 (siehe Anhang) sind diese drei Indikatoren nach einem einheitlichen Bewertungsschema ausgewiesen. Die Bewertung kann dabei von einem Minuszeichen bei einer geringen Betroffenheit bis hin zu fünf Minuszeichen für eine starke Betroffenheit reichen. Als Ergänzung zu den drei Indikatoren werden weitere umweltrelevante Kriterien berücksichtigt, für die zwar keine quantitativen Daten vorliegen, die aber dennoch wichtig für die Einschätzung der Umweltbetroffenheit einer Branche sind. Bewertet wird hier unter anderem die Umweltschädlichkeit bei der Nutzung des Produktes, das in dem Wirtschaftszweig produziert wird. Außerdem wird die Frage gestellt, ob es gesellschaftliche oder politische Vorbehalte gegen das Produkt gibt. Gehen in die Produkte der Branche Stoffe ein, die aus gesundheitlicher Sicht bedenklich sind? Untersucht wird des Weiteren, ob der Produktionsprozess toxische und andere schwer zu entsorgende Abfallstoffe generiert. In Anlehnung an den Umweltindikator des volkswirtschaftlichen Branchenratings 5

6 von Allianz Dresdner Economic Research werden diese Fragen anhand eines Fragebogens qualitativ beantwortet, durch ein Punktesystem bewertet und untereinander vergleichbar gemacht. Die Einschätzung kann von einem Pluszeichen (positive Auswirkungen) bis hin zu fünf Minuszeichen für eine starke negative Betroffenheit reichen. In die Gesamtbewertung gehen die Indikatoren Treibhausgasintensität, Energieintensität und die weiteren umweltrelevanten Kriterien mit einem Gewicht von jeweils 30% ein, der Indikator Wasserverbrauch mit einem Gewicht von 10%. 2.2 Indikatoren zum Wachstumspotenzial Die zweite Gruppe von Indikatoren soll ermitteln, inwieweit eine Branche grundsätzlich in der Lage ist, auf exogene Veränderungen wie durch den Klimaschutz erzwungen zu reagieren (siehe Tabelle 4 im Anhang). Dabei treffen wir die Annahmen, dass dies einer Branche umso besser gelingt, je stärker ihre internationale Wettbewerbsposition ist, je größer ihre Innovationsfähigkeit ist und je mehr sie bereits in der Vergangenheit Treibhausgasemissionen reduziert sowie Energie eingespart hat. Unabhängig von der Anpassungsfähigkeit an Maßnahmen des Klimaschutzes haben wir in einem weiteren Indikator diejenigen Branchen identifiziert, die von einem verstärkten Umweltschutz grundsätzlich profitieren. Diese Einschätzung bezieht sich auf keine bestimmte Kenngröße, sondern dient zur Erfassung all jener Aspekte, die in den bereits genannten anderen Indikatoren noch nicht erfasst sind. Dies schließt auch strukturelle Veränderungseffekte mit ein, so profitiert der Verkehrssektor zum Beispiel von Verlagerungen des Individualverkehrs hin zum öffentlichen Verkehr. Die Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit einer Branche erfolgt in Anlehnung an das volkswirtschaftliche Branchen-Rating von Allianz Dresdner Economic Research. Die Wettbewerbsfähigkeit auf Auslandsmärkten wird dabei gemessen durch die Entwicklung des Weltmarktanteils einer Branche, indem ihre Exporte zu den weltweiten Exporten dieser Branche ins Verhältnis gesetzt werden. Als Indikator der Wettbewerbsfähigkeit auf dem Inlandsmarkt dient die Entwicklung der Importquote. Der Wettbewerbsindikator errechnet sich dann als der mit der Exportquote gewichtete Mittelwert aus diesen beiden Größen. Zur Beurteilung der Innovationsfähigkeit einer Branche dienen drei verschiedene Indikatoren, die in den Indikatorenberichten zur Innovationserhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) jährlich ermittelt werden. Erstens der Anteil der kontinuierlich Forschung und Entwicklung treibenden Unternehmen an der Gesamtzahl der Unternehmen einer Branche. Zweitens die Innovationsintensität gemessen als Verhältnis von Innovationsaufwendungen und Umsatz aller Unternehmen, also einschließlich des Umsatzes der nichtinnovativen Unternehmen. Drittens der Umsatzanteil mit neuen Produkten, d.h. der Anteil des Umsatzes einer Branche, der auf die in den letzten drei Jahren neu geschaffenen oder deutlich verbesserten Güter bzw. Dienst- 6

7 leistungen entfällt. Der Indikator zur Einschätzung der Innovationsfähigkeit errechnet sich als einfacher Mittelwert dieser drei Indikatoren. Um zu beurteilen, wie erfolgreich eine Branche in der Vergangenheit bereits Treibhausgasemissionen reduziert und Energie eingespart hat, verwenden wir als Indikatoren die Entwicklung der Treibhausgasemissionen einer Branche bezogen auf ihren Energieverbrauch und die Primärenergieintensität (Energieeinsatz pro Einheit Bruttowertschöpfung einer Branche) im Zeitraum 1991 bis In die Gesamtbewertung schließlich gehen die Indikatoren zur Beurteilung der Innovationsfähigkeit mit 25%, zur Erfassung der Profiteure eines verstärkten Umweltschutzes mit 30% sowie die übrigen drei Indikatoren zur Einschätzung der Wettbewerbsfähigkeit, zur historischen Entwicklung des Energieverbrauchs und der Treibhausgasemissionen jeweils mit einem Gewicht von 15% ein. 2.3 Gesamtbewertung: Ausmaß der Umweltbetroffenheit Tabelle 3 und Tabelle 4 liefern damit am Ende jeweils einen Gesamtindikator für den durch verschärften Klimaschutz ausgelösten Anpassungsdruck einer Branche und für die Fähigkeit dieser Branche, auf solche Herausforderungen zu reagieren. Diese beiden Indikatoren werden addiert und ergeben die Gesamtbewertung einer Branche (siehe Tabelle 5 im Anhang). Sie spiegelt letztlich wider, in welchem Ausmaß eine Branche durch verschärften Klimaschutz positiv oder negativ tangiert wird. Dieses Ausmaß der Umweltbetroffenheit einer Branche bildet die Richtschnur um einzuschätzen, wie sich der Anteil dieses Wirtschaftszweigs an der gesamten Bruttowertschöpfung in Deutschland auf längere Sicht verändern wird. Als Basisszenario hierfür haben wir die von uns für den Zeitraum 2004 bis 2020 prognostizierte jahresdurchschnittliche Veränderung der Bruttowertschöpfung einzelner Branchen ohne verschärften Klimaschutz zugrunde gelegt, um anschließend von diesen Veränderungsraten gemäß der Gesamtbewertung Zuschläge oder Abschläge vorzunehmen. Die auf diese Weise modifizierten Veränderungsraten gelten für das Szenario eines verschärften Klimaschutzes (Klimaszenario), so wie er von der Bundesregierung in ihrem neuen E- nergie- und Umweltprogramm beschlossen wurde (siehe Einleitung). Die damit gleichzeitig vorgezeichnete Entwicklung der Bruttowertschöpfungsanteile für die einzelnen Branchen ist durch entsprechende Pfeile angedeutet. Dabei ist in Anlehnung an das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) unterstellt, dass die verstärkten Klimaschutzmaßnahmen des Energieprogramms der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 zu volkswirtschaftlichen Wachstumsverlusten von jahresdurchschnittlich etwas mehr als 0,1 Prozentpunkten führen. Allerdings kommt es nach Angaben des DIW aber nur zu einer Emissionsminderung von 32% gegenüber dem Jahr

8 3. Auswirkungen des Klimawandels auf ausgewählte Branchen in Deutschland In diesem Kapitel konzentrieren wir uns auf diejenigen der in den Tabellen ausgewiesenen Branchen, denen beim Thema Klimaschutz eine wichtige Rolle zufällt. Dies sind zum Teil Wirtschaftszweige, welche die Umwelt in hohem Maße belasten und deshalb im Fokus der Klimaschutzpolitik stehen (Energieversorgung, Verkehr, Fahrzeugbau, Bergbau, Mineralölversorgung). Daneben gibt es aber auch Branchen, die von einem verschärften Klimaschutz profitieren (Bauwirtschaft, Erzeugung von Baustoffen, Recycling und Entsorgung, Elektrotechnik und Maschinenbau). Wie wird sich die Bruttowertschöpfung der betrachteten Sektoren bis zum Jahr 2020 in einem Klimaszenario mit verschärftem Klimaschutz gegenüber dem Basisszenario ohne verschärfte Klimaschutzpolitik voraussichtlich entwickeln? 3.1 Energieversorgung vor schwierigen Herausforderungen Der Sektor Energieversorgung ist mit einem Anteil von 37% bei weitem der größte Emittent von Treibhausgasen in Deutschland. Im Zeitraum von 1990 bis 1999 konnten die Unternehmen der Energieversorgung ihre Emissionen um insgesamt 16% reduzieren. Seitdem war aber wieder ein Anstieg von 5% bzw. über 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent zu beobachten. Zurückzuführen ist dies vor allem auf die Mängel des EU-Emissionshandelssystems. Die Verschmutzungsrechte waren zu üppig bemessen und wurden zudem kostenlos zugeteilt. Die Energieerzeuger erhielten zuletzt Emissionsrechte für 11 Millionen Tonnen mehr Kohlendioxid als sie tatsächlich benötigten. Somit war der Anreiz, in Klimaschutzmaßnahmen zu investieren, relativ gering. Im Gegenteil: Die Einpreisung des Marktwertes der Emissionsrechte in den Strompreis sorgte bei den Stromversorgern für zusätzliche Gewinne. Der Verband der industriellen Energie- und Kraftwirtschaft beziffert diese "Windfall Profits" auf über 5 Mrd. EUR pro Jahr. Der Energiesektor nimmt bei all unseren Indikatoren zur Ermittlung des Anpassungsdrucks bei verschärftem Klimaschutz die führende Position ein. Gleichzeitig konnte die Branche bei der Bewertung der Anpassungsfähigkeit an verschärften Klimaschutz kaum punkten. Insgesamt nimmt damit die Energieversorgung neben dem Bergbau in unserer Gesamtbewertung die Spitzenposition im Hinblick auf die Klimabetroffenheit ein. Vor diesem Hintergrund zeichnet sich künftig eine deutliche Verschärfung des Klimaschutzes im Energiesektor ab. Strengere Auflagen im EU-Emissionshandel sind bereits beschlossene Sache. Für die zweite Handelsphase 2008 bis 2012 erhalten Energiekonzerne und Industrie deutlich weniger Zertifikate als zuvor. Insgesamt hat die EU Deutschland einen Ausstoß von Treibhausgasen von jährlich 453 Millionen Tonnen zugebilligt. Im Jahr 2006 lag der Ausstoß der am Emissionshandel beteiligten Sektoren bei 477 Millionen Tonnen. Knapp 10% der Zertifikate werden in der zweiten Handelsperiode nicht mehr kostenlos zugeteilt. Zunächst werden sie zum Marktpreis verkauft 8

9 und dann ab 2010 versteigert. Die Zertifikate, die entgeltlich abgegeben werden, kommen dabei nicht aus dem Topf der Industrie, sondern werden dem Kontingent der Energieerzeuger entnommen. Damit sinkt die Menge der ihnen kostenlos zugeteilten Zertifikate um insgesamt 17%. Die Verknappung von Emissionszertifikaten ist nur ein erster Schritt, weitergehende Maßnahmen sind abzusehen und auch notwendig. So ist der Energiesektor Schwerpunkt des Maßnahmenkatalogs der Bundesregierung (Acht-Punkte-Plan). Mehr als die Hälfte des dort genannten Einsparvolumens soll der Energiesektor tragen. Grafik 2 Bruttostromerzeugung in Deutschland - Anteile der Energieträger in Prozent (2006) - Erdgas 11,5 % Heizöl 2 % Braunkohle 24 % Windkraft 5 % Wasserkraft 3,5 % Sonstige 6,5 % Steinkohle 21,5 % Kernenergie 26 % Quelle: Statistisches Bundesamt. Langfristig sinkende Wertschöpfung bei verschärftem Klimaschutz In Deutschland ist langfristig auch ohne verschärften Klimaschutz mit einem kaum mehr als stagnierenden Stromverbrauch zu rechnen. Die Verbesserung der Energieeffizienz in der Produktion, der Bedeutungsverlust energieintensiver Branchen, Einsparmaßnahmen im Wärmebereich und ein generell bewussteres Verbraucherverhalten überlagern den zu erwartenden Verbrauchszuwachs, der durch den steigenden Ausstattungsgrad mit elektrischen Geräten, durch die Entwicklung neuer elektrizitätsgebundener Anwendungsmöglichkeiten und durch das Wirtschaftswachstum hervorgerufen wird. Die Nachfrage nach Erdgas wächst im Basisszenario dagegen deutlich, bis zum Jahr 2020 erwarten wir einen Anstieg um rund 30%. Wichtigste Ursachen dafür sind das weitere Vor- 9

10 dringen von Erdgas im Wärmemarkt, die verstärkte Umstellung der Industrie auf Gas, vor allem aber deutliche Absatzzuwächse im Kraftwerksbereich. Wir erwarten deshalb insgesamt selbst in unserem Basisszenario hier treffen wir die Annahme, dass die Politik keinen verschärften Klimaschutz betreibt bis zum Jahr 2020 nur noch eine jahresdurchschnittliche Steigerung der realen Bruttowertschöpfung in der Energieversorgung von etwa 0,5%. Dieser Zuwachs liegt bereits deutlich unter dem Trendwachstum der deutschen Wirtschaft von real etwa 1,8%. In dem von uns für wahrscheinlich erachteten Szenario eines verschärften Klimaschutzes wird der Stromverbrauch in Deutschland im langfristigen Durchschnitt sinken. Denn ohne eine massive Steigerung der Stromeffizienz sind die anvisierten Einsparziele von Kohlendioxid nicht zu erreichen. Dies dämpft zwangsläufig die Wachstumsaussichten der Stromversorger, auf die gut 80% der Umsätze des Sektors Energieversorgung entfallen. Unterstützt werden die Bestrebungen zur Steigerung der Stromeffizienz durch voraussichtlich steigende Strompreise. So dürften die Verschmutzungsrechte vermutlich immer teurer werden: Zum einen durch die stetige Verknappung des Angebots und zum anderen durch die ab 2013 geplante vollständige Versteigerung der Zertifikate. Auch Investitionen in modernere, kohlendioxidärmere Kraftwerke verteuern den Strompreis tendenziell. Außerdem ist zu erwarten, dass der massive Ausbau der erneuerbaren Energien weiterhin mit hohen Subventionen einhergeht. Auch diese Kosten werden nach bisheriger Förderpolitik (Erneuerbare-Energien-Gesetz) von den Stromverbrauchern zu tragen sein. Hinzu kommt die allgemeine Verteuerung der Brennstoffkosten (Gas, Kohle). Im Klimaszenario ist unterstellt, dass die durch verschärften Klimaschutz verursachten Preissteigerungen trotz des künftig stärkeren Wettbewerbs im Energiesektor von den Stromversorgern an ihre Kunden weitergegeben werden können. Mittelfristig ist zu erwarten, dass mit dem Ausstieg aus der Atomenergie die Klimaziele in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nur unter höheren Kosten zu erreichen sind. Dies dürfte den Strompreis in Deutschland überproportional erhöhen. Zusammen mit einer Intensivierung des Wettbewerbs im europäischen Strommarkt, den die EU-Kommission vorantreibt, dürften deshalb die Stromimporte auf Dauer steigen. Dies wird die Produktion der heimischen Stromversorger zusätzlich dämpfen. Auch die Gasversorgung der zweitgrößte Bereich der Energieversorgung - wird Abstriche von ihren bislang überaus günstigen Wachstumsperspektiven machen müssen. Im Wärmemarkt wird der Gasabsatz trotz Ausweitung der zu beheizenden Wohnflächen und Marktanteilsgewinnen gegenüber dem Heizöl kaum noch zunehmen. Die Gründe hierfür liegen in den verstärkten Bemühungen bei der energetischen Gebäudesanierung, in der Verschärfung der Effizienzanforderungen bei Neubauten durch modernere Heizungsanlagen und in dem forcierten Einsatz von erneuerbareren Energien bei der Beheizung. Zudem sollen nach dem Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zukünftig bis zu 10% des Erdgasverbrauchs durch Biogas ersetzt werden. Demgegenüber 10

11 nimmt die Nachfrage nach Gas im Kraftwerksbereich bei verschärftem Klimaschutz stärker zu als im Basisszenario. Insgesamt bleibt die Gasversorgung damit zwar auf Wachstumskurs, allerdings mit einer geringeren Dynamik als im Basisszenario. Zunehmen wird auch die Wertschöpfung im Bereich der Wärmeversorgung durch den notwendigen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung. So soll sich der Anteil von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplungs- Anlagen nach dem Willen der Bundesregierung bis zum Jahr 2020 auf 25% verdoppeln. Doch die Umsatzzuwächse in den Sparten Gasversorgung und Wärmeversorgung können angesichts der geringen Bedeutung, die beide Sektoren an der gesamten Energieversorgung haben, nicht verhindern, dass die Wertschöpfung der Energieversorgung insgesamt zurückgeht. Im Klimaszenario rechnen wir daher bis 2020 mit einem jahresdurchschnittlichen Rückgang der realen Bruttowertschöpfung des Sektors Energieversorgung um 0,5%. Erneuerbare Energien und Erdgas gewinnen zu Lasten der Braunkohle Wie wirkt sich nun eine verschärfte Klimaschutzpolitik auf die künftige Struktur der Energieträger (Energiemix) in Deutschland aus? Klarer Gewinner sind in jedem Fall die erneuerbaren Energien. Mit dem Beschluss der EU, den Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergieverbrauch bis 2020 auf 20% (2006: 6,5%) festzuschreiben, ist deren verstärkter Einsatz bei der Stromerzeugung unabdingbar. Die Bundesregierung plant den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung von derzeit 12% bis zum Jahr 2020 auf 25 bis 30% mehr als zu verdoppeln. Der Bundesverband Erneuerbare Energien hält sogar einen Anteil von 35% für erreichbar. Das Hauptaugenmerk dürfte dabei auf dem weiteren Ausbau der Windenergie und der Verstromung von Biomasse liegen. Die Nutzung von Wasserkraft dagegen lässt sich in Deutschland kaum noch steigern. Sonnenenergie Grafik 3 Kohlendioxidemission bei der Stromerzeugung - In Gramm je erzeugter Kilowattstunde - Braunkohle 1153 Steinkohle 949 Erdgas 428 Solarz ellen 101 Wasserkraft 40 Atomkraft 32 Windkraft 24 Quelle: Öko-Institut. 11

12 und Geothermie haben ein sehr hohes Potenzial, sie stehen aber erst am Anfang ihrer Entwicklung und sind von einer rentablen Nutzung noch weit entfernt. Sie werden zwar hohe Zuwachsraten erzielen, aber auch im Jahr 2020 nur einen geringen absoluten Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Auch der Einsatz von Erdgas bei der Stromerzeugung profitiert von einem verschärften Klimaschutz. Die Ziele bei der Reduktion von Treibhausgasen lassen sich nur erreichen, wenn Gaskraftwerke zunehmend Kohlekraftwerke ersetzen. Bleibt es bei dem Ausstieg aus der Kernenergie, müssen massiv Gaskraftwerken gebaut werden. In diesem Fall müsste sich der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung fast verdreifachen. Bei insgesamt geringerem Strombedarf bedeutet dies mehr als eine Verdoppelung des Erdgaseinsatzes in der Stromerzeugung. Eindeutiger Verlierer unter den Energieträgern wird die Kohle sein trotz der derzeitigen Begünstigung beim Emissionshandel. Diese dürfte in der Handelsperiode ab 2012 entfallen. Betroffen davon ist mit der höchsten Kohlendioxid-Intensität in erster Linie die Braunkohle. Die Produktion von Strom aus Braunkohle wird sich daher künftig erheblich verteuern. Allerdings hat die heimische Braunkohle einen Preisvorteil gegenüber Steinkohle und Gas. Dieser Vorteil entfällt Schätzungen zufolge erst bei einem Zertifikatepreis von 35 EUR je Tonne Kohlendioxid. Spätestens wenn dieser Preis mittelfristig erreicht wird, stehen viele Investitionsentscheidungen für neue Braunkohlekraftwerke auf der Kippe. Die unsicheren Rahmenbedingungen beeinträchtigen aber bereits heute die geplanten Investitionen. Neue Chancen eröffnen sich für die Kohle, wenn es gelingt, bei der Kohleverstromung das Kohlendioxid abzuscheiden und unterirdisch zu lagern. Nach Einschätzung des Umweltbundesamtes ist diese Technik aber erst ab 2020 für den kommerziellen Einsatz verfügbar. Sie ist zudem mit hohen Kosten verbunden. Dazu kommt die zusätzliche Energie, die zur Abtrennung der Treibhausgase notwendig ist, und der Transport in die unterirdischen Lagerstätten. Das Wuppertal-Institut rechnet beim Einsatz der neuen Technik mit einer Erhöhung des Strompreises um 50 bis 70%. Bei der Entwicklung der künftigen Struktur der Energieträger in Deutschland ist als Sondereffekt zu berücksichtigen, dass Deutschland den Ausstieg aus der Kernenergie definitiv beschlossen hat. Im Jahr 2021 wird nach der mit der Stromwirtschaft getroffenen Vereinbarung der letzte Meiler vom Netz gehen. Die dadurch entstehende Lücke bei der Stromversorgung soll nach den Plänen der Bundesregierung durch Einsparungen beim Stromverbrauch, dem verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien und dem Zubau von Gaskraftwerken geschlossen werden. Allerdings wird im Regierungslager angesichts der gegenwärtig hohen Strompreise und der intensiven Klimaschutzdiskussion über eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke nachgedacht. In diesem Fall würde sich die Struktur der Energieträger für die Stromerzeugung weniger stark verschieben. Würden die Laufzeiten der Kernkraftwerke verlängert, könnte die Branche nach Angaben der Kraftwerksbetreiber zudem Investitionen in Höhe von bis zu 10 Mrd. EUR einsparen. Damit wäre Zeit gewonnen, um den Kraftwerkspark bei einer in der Zwischenzeit gestiegenen Wettbewerbs- 12

13 fähigkeit erneuerbarer Energien schneller auf klimafreundliche Strukturen umzustellen. Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen erfolgen Ersatzinvestitionen dagegen vorwiegend in Kohleund Gaskraftwerke. Die deutsche Kraftwerksstruktur ist damit über Jahrzehnte hinaus auf diese klimaschädlichen Energieträger fixiert. Erhöhtes Investitionsrisiko für Kraftwerksbetreiber Alles in allem steht die deutsche Elektrizitätswirtschaft in den nächsten Jahren vor einer schwierigen Herausforderung. Die Branche ist sehr kapitalintensiv und kalkuliert üblicherweise mit Investitionszyklen von 30 bis 40 Jahren. Angesichts der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Rahmenbedingungen hat sich das Investitionsrisiko dramatisch erhöht. In den nächsten Jahren steht die Stromwirtschaft vor einem neuen Investitionszyklus. Für den Ersatz stillzulegender Atomkraftwerke und der Erneuerung veralteter Kohlekraftwerke sind bis zum Jahr 2020 Investitionen in der Größenordnung von 68 bis 100 Milliarden EUR notwendig, je nachdem welche Energieträger zum Einsatz kommen. Die künftige Kraftwerksstruktur in Deutschland ist aufgrund der vielfältigen Einflussfaktoren und des nicht vorhersehbaren technischen Fortschritts kaum seriös vorherzusagen. Einen Königsweg bei der Erneuerung des Kraftwerksparks gibt es nicht, alle Optionen für die Stromerzeugung sind weiter zu verfolgen, zumal neben dem Ziel einer möglichst klimaneutralen Elektrizitätsversorgung auch Aspekte der Effizienz und der Versorgungssicherheit zu berücksichtigen sind. 3.2 Land- und Forstwirtschaft schädigt und schützt zugleich das Klima Die Land- und Forstwirtschaft wird in dreifacher Hinsicht von dem Thema Klimawandel tangiert. Erstens ist sie direkt betroffen von den zu erwartenden Änderungen des Klimas. Denn langfristig führt der Temperaturanstieg dazu, dass die Winter wärmer und feuchter werden und die Sommer heißer und trockener. Die Gefahr von Dürren und Waldbränden steigt infolgedessen. Auch der Schädlingsbefall bei Feldfrüchten und Obst nimmt zu. In der Forstwirtschaft ist eine noch stärkere Verbreitung des vor allem die Fichtenbestände bedrohenden Borkenkäfers zu befürchten. Schätzungen zufolge könnten in der Land- und Forstwirtschaft durch den Klimawandel in den nächsten 50 Jahren Schäden in Höhe von bis zu 3 Mrd. EUR entstehen. Zweitens beeinflusst die Land- und Forstwirtschaft aber auch selbst das Klimageschehen, denn sie steuert rund 7½% zur Emission von Treibhausgasen in Deutschland bei. Insbesondere bei der Viehhaltung wird Methan freigesetzt ein Gas, das um ein Vielfaches schädlicher ist als Kohlendioxid. Drittens ruhen aber auch große Hoffnungen auf der Land- und Forstwirtschaft, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des Klimaproblems leisten kann. Denn Wälder, Böden, Pflanzen und bestimmte Mikroorganismen (so genannte Kohlendioxid-Senken) sind in der Lage, der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen und es in ihrer Biomasse zu speichern. Außerdem kann die Land- und Forstwirtschaft durch Bereitstellung kohlendioxidneutraler Energieträger (Biomasse) Kohlendioxid-Emissionen vermindern, indem fossile Rohstoffe ersetzt werden. 13

14 Wenn also Aussagen zur Klimarelevanz von Land- und Forstwirtschaft getroffen werden sollen, müssen einerseits ihre klimaschädigende Wirkung (Emission von Treibhausgasen) und andererseits ihre klimaschützende Wirkung (Ersatz fossiler Energieträger durch Biomasse) gegenseitig abgewogen werden. Landwirtschaft: Klimawandel führt zu steigenden Preisen für Agrarprodukte In der Landwirtschaft verändert der Klimawandel die wirtschaftlichen und ökologischen Rahmenbedingungen deutlich. Er schafft zusätzliche Chancen, aber natürlich auch Risiken. Der zu erwartende Temperaturanstieg und die Zunahme der jährlichen Niederschlagsmengen verbessern grundsätzlich die Produktionsbedingungen. Die Vegetationsperiode verlängert sich und das Pflanzenwachstum wird gefördert. Getreide und andere Feldfrüchte bringen mehr Ertrag und der Wald liefert größere Holzmengen. Gleichzeitig ermöglicht der Klimawandel die Kultivierung neuer Pflanzen. Die Risiken liegen in einer Zunahme extremer Klimaereignisse. Stürme und Schlagregen sowie Hitze- und Trockenperioden dürften zunehmen. Derart extreme Wetterereignisse führen zu Ernteausfällen, die in der Kosten-Nutzen-Rechnung der Landwirte immer stärker zu Buche schlagen. Deshalb sind größere Schwankungen bei den Ernteerträgen sehr wahrscheinlich. In welchem Ausmaß die landwirtschaftlichen Erträge durch den Klimawandel beeinflusst werden, ist stark von der Fruchtart und der Wasserversorgung abhängig. So ist vor allem in trockenen Gebieten Ostund Südwestdeutschlands eine vermehrte Gefährdung landwirtschaftlicher Erträge zu erwarten. Außerdem besteht für die Landwirte weniger Planungssicherheit, da die Witterungsbedingungen von Jahr zu Jahr stärkeren Schwankungen unterliegen. Die zunehmende Trockenheit erfordert auch einige Anpassungsmaßnahmen in der Feldbewirtschaftung. Durch eine Umnutzung der Böden kann Weizen zum Teil durch Getreide wie Hirse und Mais ersetzt werden, die höhere Temperaturen vertragen. Um Trockenperioden zu überbrücken, müssen künftig immer mehr Äcker bewässert werden. Es ist absehbar, dass im Zuge des Klimawandels die Preise für Agrarprodukte tendenziell steigen werden. Ein Grund dafür ist, dass die Bewässerungslandwirtschaft massiv an Bedeutung gewinnen wird. Die hierfür notwendigen umfangreichen Investitionen verteuern landwirtschaftliche Erzeugnisse. Außerdem führt der vermehrte Wasserverbrauch in der Landwirtschaft zu einem Nutzungskonflikt der knappen Ressource Wasser. Ein weiterer Grund für steigende Agrarpreise ist der durch den Klimawandel zu erwartende vermehrte Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Da die Preissteigerungen auch Futterpflanzen betreffen, dürften Fleischerzeugnisse ebenfalls teurer werden. Längerfristige Preiserhöhungen bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen sind nicht zuletzt durch die zunehmende Bedeutung von Bioenergien vorgezeichnet. Die Verknappung fossiler Rohstoffe und 14

15 klimapolitische Entscheidungen haben einen regelrechten Boom für Biomasse ausgelöst. Hierunter versteht man ganz allgemein die Gesamtheit der in einem Lebensraum vorkommenden organischen Substanz. Zu unterscheiden ist dabei zwischen schon vorhandenen Rückständen, Nebenprodukten und Abfällen (z.b. Rest- und Abfallholz, Stroh oder organische Abfälle aus Landwirtschaft, Industrie und Gewerbe) und eigens für die energetische Nutzung angebauten Energiepflanzen (nachwachsende Rohstoffe). Beide Arten von Biomasse lassen sich auf sehr unterschiedliche Weise aufbereiten und in feste, flüssige oder gasförmige Veredelungsprodukte (Bioenergie) umwandeln. Die Möglichkeiten der energetischen Nutzung von Biomasse sind damit im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien besonders vielfältig: Sie eignet sich nicht nur zur Erzeugung von Strom und Wärme (feste Biomasse, Biogas), sondern auch zur Gewinnung von biogenen Kraftstoffen, die herkömmliche fossile Treibstoffe ersetzen können. Ein weiterer Vorteil von Biomasse und daraus erzeugter Energieträger ist, dass die Energie aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit zeitlich und räumlich flexibel bereitgestellt werden kann. Seit der Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2004 investieren immer mehr Landwirte in Biogasanlagen und bauen mit staatlicher Unterstützung nachwachsende Rohstoffe wie Raps, Mais oder Getreide an. Dies beschert den Landwirten zwar neue Einnahmequellen, bringt aber auch neue Probleme mit sich. So ist das Potenzial nachwachsender Rohstoffe dadurch begrenzt, dass landwirtschaftliche Produktionsflächen nicht uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Es besteht ein Nutzungskonflikt zwischen Pflanzen, die der Nahrungs- und Futtermittelproduktion dienen, und solchen, die für die Energieerzeugung gedacht sind. Darüber hinaus darf der Anbau von Biomasse nur im Einklang mit den Erfordernissen des Schutzes von Natur und Landschaft weiter ausgedehnt werden. Trotz dieser Einschränkungen ist in Deutschland bis zum Jahr 2030 eine Ausweitung der landwirtschaftlichen Flächen zum Anbau von Biomasse von derzeit 1,6 Millionen Hektar auf 3 bis 4 Millionen Hektar möglich. Damit lassen sich aber nur etwa 10% des Primärenergieverbrauchs decken. Da Biomasse also eine knappe Ressource ist, sollte sie möglichst wirksam für den Klimaschutz eingesetzt werden. Die Europäische Union plant den Anteil an erneuerbaren Energien am Primärenergieeinsatz bis zum Jahr 2020 auf 20% zu erhöhen. Die Bundesregierung hat dieses Ziel dahin gehend konkretisiert, dass erneuerbare Energien bis 2020 einen Anteil von 14% bei der Erzeugung von Wärme, 17% bei Kraftstoffen und 27% bei Strom erlangen sollen. Um diese ambitionierten Ziele zu erreichen, muss der Einsatz von Biomasse, der innerhalb der erneuerbaren Energien mit 70% bereits jetzt den höchsten Anteil hat, weiterhin stark steigen. Die wachsende Nachfrage wird dazu führen, dass Biomasse knapper wird und sich die Preise dafür erhöhen. Deshalb könnten künftig Importe an Bedeutung gewinnen, obwohl noch längst nicht alle Biomassepotenziale in Deutschland erschlossen sind. Wenn Biomasse teurer wird, gefährdet dies die Wirtschaftlichkeit der industriellen und energetischen Verwertung. Auch aus diesem Grund gilt es, die verfügbaren Biomassen so einzusetzen, dass daraus der größtmögliche Vorteil für den Klimaschutz erwächst. Dies ist mit dem eingeschla- 15

16 genen Weg zu einer möglichst hohen Beimischung von Biosprit in Kraftstoffen aber nicht gewährleistet. In letzter Zeit mehren sich kritische Stimmen, die auf die schlechte Energieeffizienz und damit den geringen Beitrag der Biokraftstoffe zur Verminderung des Kohlendioxidausstoßes hinweisen. So hat der Sachverständigenrat für Umweltfragen kürzlich in einem Sondergutachten belegt, dass Biomasse in der Wärme- sowie gekoppelten Wärme- und Stromerzeugung bis zu dreimal effizienter und wesentlich kostengünstiger eingesetzt werden kann als bei der Erzeugung der derzeit genutzten Biokraftstoffe Biodiesel und Bioethanol (Biokraftstoffe der ersten Generation). Deshalb sollten Wärme und Strom bei der Förderung von Biomasse vor Biokraftstoffen den Vorzug erhalten. Forstwirtschaft: Verbesserte Absatzmöglichkeiten für Holz Auch die Forstwirtschaft wird in Zukunft von der zunehmenden Bedeutung der staatlich geförderten Bioenergien profitieren. In den letzten Jahren wurden angesichts der gestiegenen Öl- und Gaspreise viele Heizungsanlagen auf Holz umgestellt. Auftrieb erhielt die Verbrennung von Holz durch technische Innovationen. Neben der traditionellen Stückholzbefeuerung (z.b. im offenen Kamin) werden im häuslichen Bereich zunehmend die als besonders zukunftsträchtig geltenden innovativen Pelletheizungen eingesetzt. Die Nachfrage nach Holz ist infolgedessen erheblich gestiegen. Zusätzliche Impulse kamen durch den erhöhten Holzbedarf der Industrie. Es besteht deshalb schon seit mehreren Jahren ein Trend, mehr Rohholz einzuschlagen. Im Jahr 2005 lag in Deutschland der Holzeinschlag der Forstbetriebe mit fast 57 Millionen Kubikmetern um knapp 5% über dem Vorjahresstand. Im Vergleich zum durchschnittlichen Einschlag der letzten 10 Jahre (41,3 Millionen Kubikmeter) ist dies eine Steigerung um fast 38%. Vor dem Hintergrund des drohenden Klimawandels dürften sich die Absatzmöglichkeiten für Holz weiter verbessern. Allerdings ist bei nachhaltiger Holzbewirtschaftung eine natürliche Begrenzung der Produktionskapazität durch das Pflanzenwachstum vorgegeben. Da die Nachfrage nach Holz als Energieträger zunehmen wird und das Angebot (z.b. über Aufforstung brachliegender Flächen) nur langsam angepasst werden kann, zeichnen sich für die nächsten Jahre weiter steigende Holzpreise ab. Selbst bei minderen Holzqualitäten (z.b. Sturmholz) ist ein dramatischer Preisverfall wie in früheren Jahren kaum zu befürchten. Bereits in den letzten Jahren haben in Deutschland die Preise für Brennholz aufgrund der gestiegenen Nachfrage angezogen. Auch gegenüber der holzverarbeitenden Industrie wird die Forstwirtschaft höhere Preise durchsetzen können. Den höheren Preisen auf der Verkaufsseite stehen allerdings steigende Kosten für Anpassungsmaßnahmen an die klimatischen Änderungen gegenüber, die sich in der Forstwirtschaft in den nächsten Jahren bemerkbar machen werden. Neben einer Zunahme von Sturmschäden dürfte europaweit die Gefahr von Waldbränden steigen. Darüber hinaus erfordern die sich wandelnden klimatischen Bedingungen eine veränderte Bewirtschaftung von Wäldern. So ist der Anbau von Baumsorten stärker an die jeweiligen Standortbedingungen (Niederschläge, Bodenbeschaffenheit, 16

17 Temperatur, Höhe) anzupassen. Auch Maßnahmen zur Bekämpfung von Baumschädlingen werden künftig eine größere Rolle spielen. Vielfach werden die Vorzüge von Mischwäldern betont, die weniger anfällig gegenüber klimatischen Änderungen sind. Allerdings sind die Erntekosten bei Mischwäldern höher als bei Monokulturen. Die Baumsorten Eiche und Buche gelten im Gegensatz zur Fichte als relativ unempfindlich gegenüber Änderungen des Klimas. Infolgedessen dürfte die Fichte in Deutschland an Bedeutung verlieren, da sie ein feuchtes und relativ kühles Klima bevorzugt. Alles in allem werden sich nach unserer Einschätzung die von der Land- und Forstwirtschaft ausgehenden klimaschädigenden und klimaschützenden Auswirkungen weitgehend die Waage halten, so dass das Gewicht dieses Wirtschaftszweigs an der gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bis 2020 in etwa konstant bleiben wird. 3.3 Verkehr: Trotz verschärften Klimaschutzes weiterhin starkes Wachstum Der Verkehrsektor trägt in hohem Maße zur Belastung der Umwelt bei. Zu den klimaschädlichen Emissionen kommen vor allem Lärmbelastungen sowie der Verbrauch von Flächen und Ressourcen. In strenger statistischer Abgrenzung verursacht der Wirtschaftsbereich rund 5% der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Erfasst ist dabei aber nur der gewerbliche Verkehr, also der Straßengütertransport, der Schienenverkehr, die Binnenschifffahrt sowie der nationale See- und Luftverkehr. Mit den Emissionen des Individualverkehrs (private Nutzung des Automobils), die dem Haushaltssektor zugeordnet sind, und des Werkverkehrs, der in den jeweiligen Wirtschaftszweigen erfasst wird, liegt der Anteil des Verkehrs an den Treibhausgasemissionen bei 20%. Davon entfallen 12% auf den Pkw-Verkehr, 7% auf den Lkw- und Omnibusverkehr und 1% auf den sonstigen Verkehr. Unberücksichtigt bleiben die Emissionen des grenzüberschreitenden Luft- und Seeverkehrs, da sie gemäß internationaler Vereinbarungen nicht in die nationalen Emissionen einbezogen werden. Allerdings sind diese Sektoren im Hinblick auf das Weltklima keineswegs zu vernachlässigen, denn der Weltluftverkehr und die internationale Seeschifffahrt sind jeweils für rund 3% der globalen Kohlendioxid-Emissionen verantwortlich. Zudem emittieren Schiffe 10% des weltweiten Schwefeldioxids und bis zu einem Viertel der globalen Stickoxide. Auch ohne den Individualverkehr und den internationalen Luft- und Seeverkehr gehört der Verkehrssektor zu den umweltschädlichsten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Bei fast allen der für unsere Messung der Umweltbelastung herangezogenen Indikatoren nimmt der Verkehr einen Spitzenplatz ein, bei den entlastenden oder positiven Kriterien liegt er dagegen unter dem Durchschnitt aller Wirtschaftsbereiche. Da die Nachfrage nach Verkehrsleistungen in Zukunft noch deutlich steigen wird, verschärft sich das Umweltproblem. Allein für den internationalen Luftverkehr rechnet 17

18 man bis zum Jahr 2020 ohne Gegenmaßnahmen mit einer Zunahme des Anteils an den weltweiten Kohlendioxid-Emissionen von 3 auf 6%. Der gesamte Verkehrsbereich (einschließlich Individualverkehr und Werkverkehr) ist einer der wenigen Wirtschaftszweige in Deutschland, der seine Emissionen gegenüber 1990 noch gesteigert hat. Der Straßenverkehr verzeichnete im Zeitraum 1990 bis 2004 einen Zuwachs der Kohlendioxid- Emissionen um 7%. Allerdings war nur bis 1999 ein Anstieg zu beobachten (plus 16%), seitdem gehen die Emissionen zurück. Ohne diese Emissionsminderung im Straßenverkehr (minus 8% seit 1999) wäre die Kohlendioxid-Gesamtbilanz Deutschlands zwischen 1999 und 2004 sogar ins Negative gekippt. Der starke Anstieg von 1990 bis 1999 beruhte auf dem enormen Zuwachs des Verkehrsvolumens, ausgelöst durch den rapiden Anstieg der individuellen Mobilität der ostdeutschen Bevölkerung, den zunehmenden Güterverkehr nach der Wiedervereinigung und den Anstieg der Verkehrsströme durch die Öffnung Mittel- und Osteuropas. All dies hatte die Effizienzsteigerungen im Verkehrssektor überkompensiert. Mit den geringeren Verkehrszuwächsen ab 1999 kamen dessen Effizienzsteigerungen zum Tragen, die zurückzuführen sind auf den sinkenden spezifischen Kraftstoffverbrauch im Pkw-Bereich und die Verbesserung der organisatorischen Abläufe im Straßengüterverkehr. Auch der verstärkte Tanktourismus dürfte zu der zuletzt besseren Kohlendioxid- Bilanz beigetragen haben. Denn tanken Deutsche im Ausland, schlägt sich dies in der Emissionsbilanz des Landes nieder, in dem der Treibstoff versteuert wird. Verkehr im Fokus der Klimaschutzpolitik In der Klimaschutzpolitik steht der Verkehr aufgrund seiner starken Umweltbeanspruchung ganz oben auf der Agenda. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen hier durch mehr Effizienz und den stärkeren Einsatz erneuerbarer Energien bis 2020 rund 30 Millionen Jahrestonnen Kohlendioxid eingespart werden (Gesamtemissionen 2004: 171 Millionen Tonnen). Beispielsweise sollen technische Verbesserungen (geringere Motorleistung, Leichtbauweise) und eine kraftstoffsparende Fahrweise die spezifischen Kohlendioxid-Emissionen bei Pkw um bis zu 40% senken. Außerdem ist vorgesehen, die Kohlendioxid-Grenzwerte für Pkw zu verschärfen, die Kraftfahrzeugsteuer am Kohlendioxid-Ausstoß zu orientieren und den Einsatz von Biokraftstoffen zu erhöhen. Beabsichtigt ist zudem, die Transportströme insbesondere im Güterverkehr stärker von der Straße auf die Schiene oder auf Binnenschiffe zu verlagern. Die Effizienz des Güterverkehrs ist generell zu verbessern. Dabei müssen logistische Abläufe optimiert und Engpässe an den Schnittstellen des Verkehrs beseitigt werden. Die Politik plant zudem, die Wettbewerbsposition der Bahn zu stärken. Konkrete Maßnahmen sind bereits für den Luftverkehr vorgeschlagen. Ab 2011 sollen Flüge innerhalb der EU in den Emissionshandel einbezogen werden und ein Jahr später auch sämtliche internationalen Füge von und nach Europa. Auch die Schifffahrt soll spätestens ab 2013 in den Emissionshandel einbezogen werden. Im Basisszenario unterstellen wir für den Verkehrssektor bis zum Jahr 2020 einen durchschnittlichen Anstieg der realen Bruttowertschöpfung von 2,2%. Dieser Zuwachs liegt deutlich über dem 18

19 Trendwachstum der gesamten deutschen Wirtschaft. Die wesentlichen Impulse für dieses Wachstum kommen von der fortschreitenden nationalen und internationalen Arbeitsteilung, der Integration der osteuropäischen Volkswirtschaften und den wachsenden Mobilitätsansprüchen der Bevölkerung. Allerdings wird sich Mobilität in Zukunft durch verschärfte Klimaschutzpolitik verteuern. Zum einen wird der Transport an sich kostenträchtiger, zum Beispiel über die Einführung einer Kohlendioxid- Steuer, über eine höhere Mineralölsteuer oder über die Einbindung einzelner Verkehrssektoren in den Emissionshandel. Zum anderen wird das Transportmittel selbst aufgrund verbrauchssenkender Investitionen teurer. Im Ergebnis sinkt das Wachstum der Verkehrsleistung durch Einschränkung von Mobilität stärker als der von uns unterstellte moderate Rückgang des allgemeinen Wirtschaftswachstums durch verstärkten Klimaschutz. Grafik 4 Güterverkehr in Deutschland - Anteile der Landverkehrsträger in % (Tonnen in 2006) - Eisenbahn 15 % Binnenschiff 11 % Straße (> 50 km) 70 % Rohrleitungen 4 % Quelle: BVU Beratergruppe Verkehr + Umwelt GmbH. Umweltschonende Verkehrsträger gewinnen an Bedeutung Veränderungen erwarten wir insbesondere bei der privaten Nutzung des Pkw. Einerseits werden hier aus Kostengründen vermutlich Wege eingespart. Andererseits ist das Mobilitätsbedürfnis in der Bevölkerung aber so ausgeprägt, dass sich diese Einsparungen auch angesichts des kurzen Prognosezeitraums in Grenzen halten werden. Im Güterverkehr sind nennenswerte Einsparungen von Verkehrswegen aufgrund der weiter voranschreitenden Arbeitsteilung noch schwieriger. Insge- 19

20 samt wird aber die Transportnachfrage durch Veränderungen in der Verkehrsträgerstruktur (Modal Split) zunehmend umweltschonender bedient. Im Personenverkehr werden Fahrten im Pkw durch umweltschonendere öffentliche Verkehrsmittel ersetzt, die sich weniger verteuern werden. Im Güterverkehr findet eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene und das Binnenschiff statt. Im einzelnen zeichnen sich bei den Verkehrsträgern folgende Entwicklungen ab: Eindeutiger Verlierer einer verschärften Klimapolitik ist der Straßenverkehr, der eine der schlechtesten Umweltbilanzen aufweist und entsprechend teurer wird. Verlagerungen im Personen- und Güterverkehr hin zu anderen Verkehrsträgern und die allgemein geringere Verkehrsnachfrage führen zu spürbaren Wachstumsverlusten. Mit der geringeren Nutzung des Automobils wird auch das Wachstum bei den Herstellern (einschließlich Zulieferern), bei Tankstellen, im Handel, bei den Werkstätten und den Kfz-Versicherungen beeinträchtigt. Kaum Auswirkungen eines verschärften Klimaschutzes sind dagegen auf das Wachstum der Seeschifffahrt zu erwarten. Zwar verteuert sich der Schiffstransport ebenfalls. Mit Verkehrsverlagerungen ist aber nicht zu rechnen, da auch die anderen Verkehrsträger belastet werden und es im interkontinentalen Warenverkehr 95% entfallen hier auf die Seeschifffahrt ohnehin kaum Ausweichmöglichkeiten gibt. Die deutschen Reeder sehen die Klimadebatte deshalb mit Gelassenheit, zumal ihre Flotte zu den weltweit modernsten und umweltfreundlichsten gehört und damit eher Wettbewerbsvorteile entstehen würden. Allerdings nur, wenn es zu einer international abgestimmten Klimastrategie kommt. Auch für den Luftverkehr erwarten wir keine nennenswerten negativen Auswirkungen. Zwar ist dieser Bereich besonders umweltschädlich und dürfte entsprechend höhere Kosten zu tragen haben. Allerdings führte das Aufkommen der Billigflieger und die damit einhergehende verbraucherfreundliche Preisentwicklung dazu, dass die Konkurrenzposition zumindest auf den internationalen Strecken relativ unangefochten ist. Inzwischen werden Überlegungen angestellt, das Billigkonzept auch auf der Langstrecke zu etablieren, was zu einem weiteren deutlichen Preisrückgang führen würde. Bei Einbeziehen des Luftverkehrs in den Emissionshandel würde der Preisaufschlag eines Retourtickets nach Angaben der EU-Kommission im Jahr 2020 bei schätzungsweise 4,60 bis 39,60 EUR liegen. Das sind Größenordnungen, in denen sich derzeit die Kerosinzuschläge der Luftfahrtgesellschaften bewegen, die das Wachstum des Luftverkehrs in letzter Zeit kaum begrenzt haben. Alles in allem dürfte eine Verteuerung des Luftverkehrs durch erhöhte Umweltkosten kaum zu wesentlichen Verkehrsverlagerungen führen. Gewinner einer verschärften Klimapolitik ist der Schienenverkehr, der sowohl beim Personenverkehr als auch im Güterverkehr Marktanteile gewinnen dürfte. Eine Autofahrt verursacht rund drei mal so hohe externe Kosten wie eine Fahrt mit dem Zug, beim Flugzeug liegen sie etwa doppelt so hoch. Mit umweltbedingten Zuwächsen kann auch der Öffentliche Personennahverkehr rechnen. Gerade in Ballungsgebieten, wo er bereits jetzt konkurrenzfähig ist, sollte es zu spürbaren Verkehrsverlagerungen kommen. 20

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