Bildschirmarbeitsplätze

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1 Bildschirmarbeitsplätze TT.MM.JJJJ Referentenunterlage Die sinnvolle Planung und die Ausgestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen sind wichtige Faktoren, die über das körperliche und psychische Wohlbefinden von Büromitarbeitern mit entscheiden. Die Lerneinheit soll dazu dienen, Büromitarbeitern die wesentlichen Punkte aufzuzeigen, die zu beachten sind, um Gefährdungen im Büroalltag begegnen zu können.

2 Bildschirmarbeitsplätze Inhalt: 1. Belastungen und deren Folgen 2. Täglicher Arbeitsablauf 3. Arbeitsmedizinische Vorsorge (1, 2) 4. Sehhilfen 5. Anordnung von Bildschirmarbeitsplätzen (1, 2) 6. Anordnung der Arbeitsmittel 7. Größe der Arbeitsfläche 8. Arbeitsstuhl 9. Arbeitstisch 10. Bildschirm 11. Tastatur (1, 2) 12. Maus/andere Eingabegeräte (1, 2) 13. Übungen für Hals, Nacken, Schultern 14. Übungen für Finger, Hände, Arme 15. Übungen für Füße und Beine 16. Übungen für die Brustwirbelsäule 17. Übungen für die Lendenwirbelsäule 18. Entspannungsübungen für die Augen (1 5) Thema: Zielgruppe: Teilnehmerzahl: Methode und Zeit: Lernziele: Vorzubereitende Unterlagen: Der sichere Bildschirmarbeitsplatz Büromitarbeiter aus Verwaltung/Produktion/Technik Entsprechend der Größe des Seminarraums, jedoch nicht mehr als 25 Teilnehmer Lehrgespräch: 2 3 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten Die Teilnehmer sollen auf Basis dieser Lehreinheit die Gefährdungen im Büroalltag kennenlernen und mit technischen, organisatorischen und personenbezogenen Schutzmaßnahmen vertraut gemacht werden. Sinnvoll wäre die Fotodokumentation einiger Büroräume. 2

3 Folie 1: Kurze Einleitung zum Thema: Fragen Sie die Teilnehmer, welche Gefährdungen bei Büroarbeiten vorstellbar sind. Mögliche Antworten: Nacken-/Rückenschmerzen Kopfschmerzen Erkältungen durch zu kalte/warme Räume trockene Augen Bei Büro- und Bildschirmarbeiten können durch körperliche, psychische und visuelle Belastungen gesundheitliche Gefährdungen auftreten. Was soll denn beim Rumsitzen schon groß passieren? Diese Sprüche müssen sich Tausende Büromitarbeiter anhören, die den Belastungen eines typischen Büroarbeitsplatzes ausgesetzt sind. Büroarbeitsplätze werden zwar als belastungsarme Arbeitsplätze eingestuft, sind aber zweifelsohne aufgrund arbeitsbedingter Umstände mit dafür verantwortlich, dass wir uns immer weniger bewegen. Der Bewegungsmangel führt über kurz oder lang zu Beschwerden unseres Bewegungsapparats. 3

4 Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, Beeinträchtigungen und Beschwerden, mit denen Büromitarbeiter konfrontiert werden können. Tipp: Hier könnten Sie Fotos aus Büros zeigen, in denen Kabel rumliegen, Schubladen offen stehen etc. Auch im Internet finden Sie einige Videospots zu diesem Thema (www.youtube.de). 4

5 Folie 2: Geben Sie eine kurze Übersicht über die Agenda mit Hinweisen auf die einzelnen Bürobestandteile, u.u. mit Hinweis auf eine gemeinsame Übungseinheit am Ende der Unterweisung. 5

6 Folie 3: Schnell sind Büroelemente zusammengekauft, die durchaus alle von hochwertiger Qualität sein können, jedoch nicht aufeinander bzw. auf die Bedürfnisse der Beschäftigten im Büro abgestimmt sind. Ihr Ziel bei der Einrichtung des Büroarbeitsplatzes sollte sein, unter Berücksichtigung der bestehenden Regelwerke und Richtlinien die bestmöglichen Arbeitsbedingungen zu schaffen. Grundvoraussetzung für die Realisierung eines optimalen Büroarbeitsplatzes ist die optimale Planung der Abläufe und die Betrachtung dieser gemäß 5 (Gefährdungsbeurteilung) des Arbeitsschutzgesetzes. Belastungen der Augen Office Eye Syndrome. Mediziner sprechen bei dieser Benetzungsstörung der Augenoberfläche auch vom Sicca-Syndrom. Die Ursachen für trockene Augen sind sehr vielfältig. Grundsätzlich anzuführen sind drei Auslöser: zu geringe Produktion von Tränenflüssigkeit veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit verminderter Lidschlag 6

7 In den meisten Fällen sind die Bedingungen des Umfelds verantwortlich für trockene Augen. Als Beispiel dafür wäre der Computerarbeitsplatz im klimatisierten Büro mit zu trockener Raumluft zu nennen. Heizungen und Klimaanlagen senken die Feuchtigkeit der Raumluft, der Tränenfilm verdunstet schneller. Weitere Symptome für trockene Augen sind unter anderem Brennen, Fremdkörpergefühl, Druckgefühl und Müdigkeit der Augen. Vom Office Eye Syndrome betroffen sind vor allem Bildschirmarbeitskräfte. Durch den starren Blick auf den Computer wird die Zahl der Lidschläge gesenkt, das Auge erhält weniger Feuchtigkeit und trocknet aus. Frauen sind aufgrund von hormonellen Faktoren häufiger betroffen als Männer; dies hängt mit der Zusammensetzung des Tränenfilms zusammen. Verbesserungen sind durch folgende Faktoren möglich: Der Bildschirm steht nicht im Gegenlicht vor einem Fenster. Eine Bildschirmspiegelung wird vermieden. Bewegungsapparat Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems werden durch Bewegungsmangel gefördert, d.h., zu langes Sitzen belastet nicht nur den Rücken, sondern den gesamten Bewegungsapparat. Tipp: Das Auto morgens bewusst mal weiter weg vom Büro parken, somit ist ein kleiner Marsch ins Büro unausweichlich. 7

8 Folie 4: Rein anatomisch gesehen ist der Mensch nicht für die Schreibtischarbeit geschaffen. Egal, wie ergonomisch die Büroeinrichtung ausgesucht wurde, es ist wichtig, dass wir uns bewegen, d.h. sich aufzurichten, gerade zu stehen und zu gehen. Mediziner raten, das Sitzen im Büro insgesamt auf 50 % der Arbeitszeit zu begrenzen. Animieren Sie an dieser Stelle die Teilnehmer, zu überlegen, wie dies gestaltet werden könnte, ohne die Abläufe wesentlich zu stören. Beispiele dafür wären: Haben Sie etwas mit dem Kollegen zu besprechen? Machen Sie sich auf den Weg in sein Büro, statt eine zu schreiben. Das Raumkonzept sollten Sie so auslegen, dass Drucker- und Kopiergeräte in separaten Räumen untergebracht sind. So ist man gezwungen, aufzustehen und sich den Ausdruck zu holen. Führen Sie Ihre Besprechungen mal im Stehen. Weitere Informationen und Richtwerte erhalten Sie in der BGI 5050 Büroraumplanung sowie der BGI 650 Bildschirm- und Büroarbeitsplätze Leitfaden für die Gestaltung. Äußerst hilfreich ist auch die Fachinformation BGI 5018 Gesundheit im Büro Fragen und Antworten. 8

9 Folie 5 + 6: 9

10 Die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen dienen der Früherkennung bzw. Vorbeugung arbeitsbedingter Erkrankungen oder Berufskrankheiten. Jeder Arbeitgeber ist nach dem Arbeitsschutzgesetz zur gesundheitlichen Fürsorge gegenüber seinen Mitarbeitern verpflichtet. Im Detail regelt die Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge ArbMedVV, bei welchen Gefährdungen arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen durchzuführen oder anzubieten sind. Die in der Bildschirmarbeitsverordnung und im berufsgenossenschaftlichen Grundsatz G 37 vorgesehene Untersuchung der Augen ist freiwillig, d.h. eine Angebotsuntersuchung. Bei folgenden Tätigkeiten könnte eine Augenuntersuchung sehr sinnvoll sein: ständige Datenerfassung und -abfrage Schreibdienst CAD-/CAM-Verfahren Bildverarbeitung Achtung: Neben den Regelfristen kann ein Mitarbeiter auf Wunsch eine vorzeitige Nachuntersuchung fordern, wenn er einen ursächlichen Zusammenhang zwischen seinen Beschwerden und seiner Tätigkeit am Arbeitsplatz vermutet. Tipp: Weitere vertiefende Informationen liefert die BGI 785 Berufsgenossenschaftlicher Grundsatz für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen, Bildschirmarbeitsplätze G 37 (mit Kommentar). 10

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