EbenederbereichsspezifischenInformationszugangsgesetze (vgl.z.b.dieumweltinformationsgesetzedesbundesundderländer,dasverbraucherinformationsgesetz

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1 Deutscher Bundestag Drucksache 17/ Wahlperiode Gesetzentwurf der Fraktion der SPD Entwurf eines Gesetzes zu Stärkung von Informationsfreiheit und Transparenz unter Einschluss von Verbraucher- und Umweltinformationen Informationsfreiheits- und Transparenzgesetz A. Problem TransparenzistkonstitutivfürdendemokratischenundsozialenRechtsstaat. TransparenzstärktdiedemokratischenBeteiligungsrechtederBürgerinnenund Bürger,erleichtertPlanungsentscheidungen,wirktStaatsverdrossenheitentgegenunderschwertManipulationenundKorruption.DerZugangzumarktrelevantenInformationenfürVerbraucherinnenundVerbraucheristeinwichtiger Baustein sozialer Marktwirtschaft. DasInformationsrechthatsichinDeutschlandüberdieJahreimWesentlichenin vierregelungsebenenausgebildet,dietypischerweiseunverbundennebeneinanderstehen:aufderebenederallgemeineninformationsfreiheitsgesetze,der EbenederbereichsspezifischenInformationszugangsgesetze (vgl.z.b.dieumweltinformationsgesetzedesbundesundderländer,dasverbraucherinformationsgesetz (VIG),dasStasi-Unterlagen-Gesetz (StUG),diepresserechtlichen VorschriftenderLänder,dieArchivgesetzedesBundesundderLänder),der EbenederOffenlegungs-bzw. aktive InformationspflichtenfürBehördenin Fachgesetzen (vgl.z.b. 40Lebensmittel-undFuttermittelgesetzbuch, 31 Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)),undderEbenederAkteneinsichts-und AuskunftsrechtefürVerfahrensbeteiligte (z.b. 29VwVfG, 25SGBX, 111GWB, 21Flugunfalluntersuchungsgesetz)sowieunmittelbarbetroffenerPersonen (z.b. 93cBBG, 19BDSG, 15BVerfSchG, 7BND-G, 9 MAD-G, 37 BKA-G, 150 Absatz 4 GewO). DanebentrittnochdasInformationsweiterverwendungsgesetz (IWG),das selbstkeineinformationszugangsansprüchegewährt,sonderndiesevoraussetzt undvielmehrinergänzungderinformationszugangsvorschriftendiekommerziellenutzungsolcherinformationenregelt.einezwitterstellungnehmendie GeodatenzugangsgesetzedesBundesundderLänderein,diesowohlRegelungenzumInformationszugang (Bereitstellung)alsauchzurInformationsweiterverwendung enthalten. ImBereichderallgemeinenInformationszugangsrechtehabenBundundLänderihreRegelungsbereichejeweilsgetrenntgeregelt.DieOffenlegungs-bzw. aktiveninformationspflichtenfürbehördeninfachgesetzen,dasverbraucherinformationsgesetz (VIG)unddasGesetzzurVeröffentlichungvonInformationenüberdieZahlungvonMittelnausdenEuropäischenFondsfürLandwirtschaftundFischereivom (BGBl.IS.2330 AFIG)geltenalsbe-

2 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode reichsspezifischeregelungenjeweilsfürdiebehördenvonbundundländern (vgl. 2 Absatz 2 VIG und 2 Absatz 1 Satz 1 AFIG). ImErgebnisistderInformationszugangvoneinerverwirrendenVielzahlvon Vorschriftengeprägt.FürdeninformationssuchendenBürger,aberauchfürdie betroffenenbehördenführtdaszuschwerüberschaubarenkonkurrenzender Vorschriften.SogeltenmitdemInformationsfreiheitsgesetz (IFG),demUmweltinformationsgesetz (UIG),demVerbraucherinformationsgesetz (VIG),dem Agrar-undFischereifonds-Informationen-Gesetz (AFIG),demInformationsweiterverwendungsgesetz (IWG),demGeodatenzugangsgesetz (GeoZG)unddem Stasi-Unterlagen-Gesetz (StUG)fürdieBehördendesBundesbereitssieben Bundesgesetze,dieInformationszugangsansprücheundInformationsweiterverwendung regeln. Danebenermöglichenbzw.verpflichtenallgemeineInformationszugangsregeleungen (vgl. 6Absatz1Satz3VIG)undeineReihevonFachgesetzen (vgl. z.b. 40LFGBoder 31ProdSG)dieBehördenzuraktivenOffenlegungvon Informationen.DabeireichtdieBandbreitederBehördeninformationvonder Möglichkeitzumbehördlichen Hinweis aufanbieterinformationenüberdie VeröffentlichungvonKontrollergebnisseninDatenbankenbishinzurbehördlichen Warnung über Gesundheitsgefahren. MitdemvorliegendenGesetzentwurfsolleineinheitlichesInformationsrecht aufmöglichsthohemtransparenzniveaumiteinerzeitgemäßenverpflichtung zurveröffentlichungrelevanterinformationeninniedrigschwelligerundmoderner Form geschaffen werden. Das Gesetz dient gleichzeitig derumsetzungderrichtlinie2003/4/egdeseuropäischenparlamentsund desratesvom28.januar2003überdenzugangderöffentlichkeitzuumweltinformationenundzuraufhebungderrichtlinie90/313/ewgdesrates (ABl. L 41 vom , S. 26) und derrichtlinie2001/95/egdeseuropäischenparlamentsunddesratesvom 3.Dezember2001überdieallgemeineProduktsicherheit (ABl.L11vom ,S.4),diezuletztdurchdieVerordnung (EG)Nr.596/2009 (ABl. L 188 vom , S. 14) geändert worden ist. B. Lösung MitdemvorliegendenGesetzentwurfwirdeineinheitlichesInformationszugangsgesetzdurchZusammenfassungvonIFG,UIGundVIGgeschaffen.Der GesetzentwurforientiertsichbeiderZusammenführungderRegelungsbereiche jeweilsanderregelungmitdemhöherentransparenzniveau.gleichzeitigwerdenmitdemgesetzentwurfdieergebnissederevaluationdesifgaufgegriffen,dieimauftragdesdeutschenbundestagesdurchdasinstitutfürgesetzesfolgenabschätzung und Evaluation Speyer im Jahr 2012 durchgeführt wurde. NebendemInformationszugangsrechtschafftderGesetzentwurfeineVerpflichtungzuraktivenVeröffentlichungimGesetzbezeichneterwesentlicher InformationenderVerwaltungundgestaltetdieseVeröffentlichungspflichtauch alssubjektivesöffentlichesrechtaus.damitwirddergedankeausdenersten EntwürfenfüreinVerbraucherinformationsgesetzaufgegriffen,dermitdem AuskunftsrechtundderaktivenbehördlichenInformationvonzweiSäulendes Informationsrechtsausging,diesichergänzen.DieBehördenwerdendadurch angehalten,informationenvonallgemeineminteressevonsichauszuveröffentlichenundsiesodenbürgerinnenundbürgerneinfachundkostenfreiin öffentlich zugänglichen Datenbanken zur Verfügung zu stellen.

3 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 3 Drucksache 17/13467 SpezielleInformationszugangsregelungenwiedasAFIGwerdenindenGesetzentwurfnichteinbezogen,umdieKomplexitätderRegelungmöglichstniedrig zuhalten.verbraucherinformationsrechtegegenüberunternehmen (vgl.hierzu z.b.diedienstleistungs-informationspflichten-verordnung,artikel33absatz2derreach-verordnungoderdievorschlägeaufbundestagsdrucksache 17/2116imHinblickaufdieAuskunftüberbesondersausgelobteProdukteigenschaftenoderInformationenüberEigenkontrollsysteme)werdenebenfallsnicht einbezogen, weil der Regelungsadressat nicht die öffentliche Verwaltung ist. MitdemGesetzentwurfwirdweiterhindieStellungdesBundesbeauftragtenfür dendatenschutzunddieinformationsfreiheitgestärktunddieanwendungdes In-camera-Verfahrensgemäß 99Absatz2VwGOfürdenBereichderInformationszugangsregelungen klargestellt. C. Alternativen EineAlternativezumvorliegendenGesetzentwurfwärees,nichtszutun.AngesichtsderinAbschnittAbenanntenProblemeundderBedeutungvonTransparenzunddemfreienZugangzuInformationenwärediesnichtzuvertreten.In BetrachtkämezwarauchdieMöglichkeit,dieeinzelnenGesetzebeizubehalten, aberaneinanderanzupassen.einesolchevorgehensweisewürdeaberzueiner redundantengesetzgebungführen.demgegenüberhatdievereinheitlichung nichtnursymbolischencharakter,indemdiebedeutungder Informationsfreiheit ansichbetontwird,sondernfördertdenzugangzuinformationenauchtatsächlichdurchdievereinheitlichungunddamitvereinfachungdergesetzlichen Regelung. EineAlternativezurSchaffungsubstanziellerVeröffentlichungspflichtenbesteht ebenfalls nicht. D. Finanzielle Auswirkungen 1.Haushaltsausgaben ohne Vollzugsaufwand Keine. 2.Vollzugsaufwand DurchdenVollzugdiesesGesetzeswerdenzusätzlichePersonal-undSachkostenfürdenHaushaltdesBundesnichtentstehen.BezüglichderPflichtzurproaktivenInformationistmitzusätzlichenPersonal-undSachkostenzurechnen, imbereichdesinformationszugangsaufantragistwegendervereinheitlichung undvereinfachungderregelungendurchzusammenlegungvonifg,uigund VIGzumindestmiteinemPersonalminderaufwandzurechnen,derdenansonsten eventuell entstehenden Mehraufwand zumindest teilweise ausgleicht. E. Sonstige Kosten 1. Kosten für die gewerblichen Wirtschaftsbeteiligten entstehen nicht. 2.DurchdieErhebungvonAuslagenentstehenimEinzelfallKostenfürdie Bürger.NachdenimGesetzvorgesehenenRegelungenfallendiesenicht messbar ins Gewicht.

4 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode Entwurf eines Gesetzes zu Stärkung von Informationsfreiheit und Transparenz unter Einschluss von Verbraucher- und Umweltinformationen Informationsfreiheits- und Transparenzgesetz Vom Der Bundestag hat das folgende Gesetz beschlossen: Artikel 1 Gesetz zum Zugang zu Informationen der öffentlichen Verwaltung und zur Unterrichtung der Öffentlichkeit unter Einschluss von VerbraucherundUmweltinformationen (Informationsfreiheitsund Transparenzgesetz IFTG) Abschnitt 1 Allgemeine Vorschriften 1 Zweck des Gesetzes; Anwendungsbereich (1) Zweck dieses Gesetzes ist es, 1.denrechtlichenRahmenfürdenfreienZugangzuInformationenbeiinformationspflichtigenStellensowiefür dieveröffentlichungvoninformationenzuschaffen,um diedemokratischemeinungs-undwillensbildungzu fördernunddiekontrolledesstaatlichenhandelnszu stärken, 2.zurStärkungderVerbraucherinformationalsElement der sozialen Marktwirtschaft a)denmarktauchimhinblickaufethische,ökologischeundsozialeauswirkungendeskonsumstransparenterzugestaltenundhierdurchzumbesseren Funktionieren des Marktes beizutragen, b)dieinformationderverbraucherinnenundverbraucherüberdietätigkeitderfürdiedurchführungdiesesgesetzeszuständigenbehördenundstellendes BundesundderLänderunddieErgebnisseamtlicher Betriebskontrollen sicherzustellen und c)denschutzderverbraucherinnenundverbraucher vorgesundheitsschädlichenodersonstunsicherenerzeugnissen,verbraucherproduktenunddienstleistungenzuerhöhensowievortäuschungbeimverkehrmiterzeugnissen,verbraucherproduktenund Dienstleistungen zu verbessern; 3.denrechtlichenRahmenfürdenfreienZugangzuUmweltinformationenbeiinformationspflichtigenStellen sowiefürdieverbreitungdieserumweltinformationen zu schaffen. (2)DiesesGesetzgiltfürinformationspflichtigeStellen desbundesunddiebundesunmittelbarenjuristischenpersonendesöffentlichenrechtsundderländer,soweitdiese AufgabenoderTätigkeitenimAnwendungsbereichderim AnhangdiesesGesetzesaufgeführtenGesetzewahrnehmen. Satz1giltimFalleinerGemeindeodereinesGemeindeverbandesnur,wennderGemeindeoderdemGemeindeverbanddieAufgabennachdenimAnhangdiesesGesetzes aufgeführtengesetzendurchlandesrechtübertragenworden sind. 2 Begriffsbestimmungen (1) Informationspflichtige Stellen sind 1.dieBundesregierungundandereStellenderöffentlichen VerwaltungdesBundes.Gremien,diedieseStellenberaten,geltenalsTeilderStelle,diederenMitgliederberuft.NichtzudeninformationspflichtigenStellengehörenGerichtedesBundes,soweitsienichtAufgabender öffentlichen Verwaltung wahrnehmen; 2.dieLandesregierungenundandereStellenderöffentlichenVerwaltungderLänder,dieAufgabenundTätigkeitenimAnwendungsbereichdesAnhangszu 1Absatz2Satz1wahrnehmen.Gremien,diedieseStellen beraten,geltenalsteilderstelle,diederenmitglieder beruft.nichtzudeninformationspflichtigenstellengehörengerichte,soweitsienichtaufgabenderöffentlichen Verwaltung wahrnehmen; 3.natürlicheoderjuristischePersonendesPrivatrechts,soweitsieöffentlicheAufgabenwahrnehmenoderöffentliche Dienstleistungen erbringen und dabei a)derkontrolledesbundesodereinerunterderaufsichtdesbundesstehendenjuristischenpersondes öffentlichen Rechts unterliegen oder b)imanwendungsbereichdesanhangszu 1Absatz2 Satz1derKontrolleeinesLandesodereinerunter deraufsichteineslandesstehendenjuristischenperson des öffentlichen Rechts unterliegen. (2)KontrolleimSinnedesAbsatzes1Nummer3liegt vor, wenn 1.diePersondesPrivatrechtsbeiderWahrnehmungder öffentlichenaufgabeoderbeidererbringungderöffentlichendienstleistunggegenüberdrittenbesonderen PflichtenunterliegtoderüberbesondereRechteverfügt, insbesondereeinkontrahierungszwangodereinanschluss- und Benutzungszwang besteht, oder 2.eineodermehrerederinAbsatz1Nummer3genannten juristischenpersonendesöffentlichenrechtsalleinoder zusammen, unmittelbar oder mittelbar a)diemehrheitdesgezeichnetenkapitalsdesunternehmens besitzt/besitzen, b)überdiemehrheitdermitdenanteilendesunternehmensverbundenenstimmrechteverfügt/verfügen oder c)mehralsdiehälftedermitgliederdesverwaltungs-, Leitungs-oderAufsichtsorgansdesUnternehmens bestellen können.

5 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 5 Drucksache 17/13467 (3)UmweltinformationensindunabhängigvonderArt ihrer Speicherung alle Daten über 1.denZustandvonUmweltbestandteilenwieLuftundAtmosphäre,Wasser,Boden,Landschaftundnatürliche LebensräumeeinschließlichFeuchtgebiete,Küsten-und Meeresgebiete,dieArtenvielfaltundihreBestandteile, einschließlichgentechnischveränderterorganismen,sowiediewechselwirkungenzwischendiesenbestandteilen; 2.FaktorenwieStoffe,Energie,LärmundStrahlung,AbfälleallerArtsowieEmissionen,AbleitungenundsonstigeFreisetzungenvonStoffenindieUmwelt,diesich aufdieumweltbestandteileimsinnedernummer1auswirken oder wahrscheinlich auswirken; 3. Maßnahmen oder Tätigkeiten, die a)sichaufdieumweltbestandteileimsinnedernummer1oderauffaktorenimsinnedernummer2auswirken oder wahrscheinlich auswirken oder b)denschutzvonumweltbestandteilenimsinneder Nummer1bezwecken;zudenMaßnahmengehören auchpolitischekonzepte,rechts-undverwaltungsvorschriften,abkommen,umweltvereinbarungen, Pläne und Programme; 4. Berichte über die Umsetzung des Umweltrechts; 5.Kosten-Nutzen-Analysenodersonstigewirtschaftliche AnalysenundAnnahmen,diezurVorbereitungoder DurchführungvonMaßnahmenoderTätigkeitenim Sinne der Nummer 3 verwendet werden, und 6.denZustanddermenschlichenGesundheitundSicherheit,dieLebensbedingungendesMenschensowieKulturstättenundBauwerke,soweitsiejeweilsvomZustand derumweltbestandteileimsinnedernummer1oder vonfaktoren,maßnahmenodertätigkeitenimsinne dernummern2und3betroffensindoderseinkönnen; hierzugehörtauchdiekontaminationderlebensmittelkette. (4)Verbraucherinformationensindunabhängigvonder Art ihrer Speicherung alle Daten über 1.vondennachBundes-oderLandesrechtzuständigen StellenfestgestellteAbweichungenvonAnforderungen in Rechtsvorschriften a)deslebensmittel-undfuttermittelgesetzbuchesund des Produktsicherheitsgesetzes, b)deraufgrunddiesergesetzeerlassenenrechtsverordnungen,unmittelbargeltenderrechtsaktedereuropäischengemeinschaftoderdereuropäischen UnionimAnwendungsbereichdergenanntenGesetze, c)beiderinanspruchnahmevondienstleistungenim Anwendungsbereich des 1 Absatz 2 Satz 1 sowiemaßnahmenundentscheidungen,dieimzusammenhangmitdenindenbuchstabenabiscgenannten Abweichungen getroffen worden sind, 2.voneinemErzeugnis,einemVerbraucherproduktoder einerdienstleistungausgehendegefahrenoderrisiken fürgesundheitundsicherheitvonverbraucherinnen und Verbrauchern, 3.dieZusammensetzungvonErzeugnissenundVerbraucherprodukten,ihreBeschaffenheit,diephysikalischen, chemischenundbiologischeneigenschafteneinschließlichihreszusammenwirkensundihrereinwirkungauf denkörper,auchunterberücksichtigungderbestimmungsgemäßenverwendungodervorhersehbarenfehlanwendung, 4.dieKennzeichnung,dieHerkunft,dieVerwendung,das HerstellenunddasBehandelnvonErzeugnissen,Verbraucherprodukten und Dienstleistungen, 5.zugelasseneAbweichungenvondeninNummer1genanntenRechtsvorschriftenüberdieindenNummern3 und 4 genannten Merkmale oder Tätigkeiten, 6.dieAusgangsstoffeunddiebeiderGewinnungderAusgangsstoffe angewendeten Verfahren, 7.die Ergebnisse a)behördlicher Überwachungsmaßnahmen, b)alleramtlichenoderimrahmenvoneigenkontrollsystemendurchgeführtenanalysenundlaboruntersuchungen,auchwenndabeikeineabweichungen von Rechtsvorschriften festgestellt wurden, und c)andererbehördlichertätigkeitenodermaßnahmen zumschutzvonverbraucherinnenundverbrauchern, einschließlichderauswertungdiesertätigkeitenund Maßnahmen,sowieStatistikenüberVerstößegegen Rechtsvorschriften,soweitsichdieVerstößeaufErzeugnisse,VerbraucherprodukteoderDienstleistungen beziehen. (4)EineinformationspflichtigeStelleverfügtüberInformationen,wenndiesebeiihrvorhandensindoderfürsiebereitgehaltenwerden.EinBereithaltenliegtvor,wenneine natürlicheoderjuristischeperson,dieselbstnichtinformationspflichtigestelleist,informationenfüreineinformationspflichtigestelleimsinnedesabsatzes1aufbewahrt, auf die diese Stelle einen Übermittlungsanspruch hat. (5)Informationsregisteristeinzentralzuführendes, elektronischesundallgemeinzugänglichesregister,indem allenachdiesemgesetzveröffentlichteninformationen durchdiejeweilszuständigeinformationspflichtigestelle verzeichnet werden. (6)VeröffentlichungspflichtistdiePflicht,Informationen indeminformationsregisternachmaßgabediesesgesetzes zu speichern. (7)Dienstleistungistjedegewerbs-odergeschäftsmäßig angeboteneentgeltlichetätigkeit,dievonverbraucherinnenundverbraucherninanspruchgenommenwerdenkann undindenschutzbereichderin 1Absatz1Nummer2 Buchstabe b genannten Rechtsvorschriften fällt. Abschnitt 2 Informationszugang auf Antrag 3 Anspruch auf Veröffentlichung und den Zugang zu Informationen (1)JedePersonhatnachMaßgabediesesGesetzesAnspruchauffreienZugangzuInformationen,überdieeine informationspflichtigestelleimsinnedes 2Absatz1ver-

6 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode fügt,sowieaufdieveröffentlichungderin 11genannten Informationen,ohneeinrechtlichesInteressedarlegenzu müssen.juristischepersonendesöffentlichenrechtssind anspruchsberechtigt,soweitsiegrundrechtsfähigsind.danebenbleibenweitergehendeansprücheaufzugangzuinformationen unberührt. (2)DerZugangkanndurchAuskunftserteilung,GewährungvonAkteneinsichtoderinsonstigerWeiseeröffnet werden.wirdeinebestimmteartdesinformationszugangs beantragt,sodarfdiesernurausgewichtigengründenauf anderearteröffnetwerden.alsgewichtigergrundgiltinsbesondereeindeutlichhöhererverwaltungsaufwand.soweitinformationenderantragstellendenpersonbereitsauf andere,leichtzugänglicheart,insbesonderedurchverbreitungnach 10,zurVerfügungstehen,kanndieinformationspflichtigeStellediePersonaufdieseArtdesInformationszugangsverweisen.VerbraucherinformationenimSinnedes 2Absatz4sollenfürdieVerbraucherinnenundVerbraucher verständlich dargestellt werden. (3)SoweiteinAnspruchnachAbsatz1besteht,sinddie InformationenderantragstellendenPersonunterBerücksichtigungetwaigervonihrangegebenerZeitpunkte,spätestensjedochmitAblaufderFristnachSatz2Nummer1oder Nummer2zugänglichzumachen.DieFristbeginntmit EingangdesAntragsbeiderinformationspflichtigenStelle, die über die Informationen verfügt, und endet 1. mit Ablauf eines Monats oder 2.soweiteineAnhörungDrittererforderlichwirdoderInformationenderartumfangreichundkomplexsind,dass dieinnummer1genanntefristnichteingehaltenwerden kann, mit Ablauf von zwei Monaten. 4 Antrag und Verfahren (1)Informationenwerdenvoneinerinformationspflichtigen Stelle auf Antrag zugänglich gemacht. (2)DerAntragmusserkennenlassen,zuwelchenInformationenderZuganggewünschtwird.IstderAntragzuunbestimmt,soistderantragstellendenPersondiesunverzüglich,spätestensinnerhalbeinesMonatsmitzuteilenundGelegenheitzurPräzisierungdesAntragszugeben.Kommt dieantragstellendepersonderaufforderungzurpräzisierungnach,beginntderlaufderfristzurbeantwortungvon Anträgenerneut.DieInformationssuchendensindbeider Stellung und Präzisierung von Anträgen zu unterstützen. (3)WirdderAntragbeieinerinformationspflichtigen Stellegestellt,dienichtüberdieInformationenverfügt,leitetsiedenAntragandieüberdiebegehrtenInformationen verfügendestelleweiter,wennihrdiesebekanntist,und unterrichtet die antragstellende Person hierüber. (4)WirdeineanderealsdiebeantragteArtdesInformationszugangsimSinnevon 3Absatz2eröffnet,istdiesinnerhalbderFristnach 3Absatz3Satz2Nummer1unter Angabe der Gründe mitzuteilen. (5)ÜberdieGeltungderlängerenFristnach 3Absatz3Satz2Nummer2istdieantragstellendePersonspätestensmitAblaufderFristnach 3Absatz3Satz2Nummer 1 unter Angabe der Gründe zu unterrichten. 5 Ablehnung des Antrags (1)WirdderAntragganzoderteilweisenachden 7 und8abgelehnt,istdieantragstellendepersoninnerhalbder Fristennach 3Absatz3Satz2hierüberzuunterrichten. EineAblehnungliegtauchdannvor,wennnach 3Absatz2derInformationszugangaufandereArtgewährtoder dieantragstellendepersonaufeineandereartdesinformationszugangsverwiesenwird.derantragstellendenperson sinddiegründefürdieablehnungmitzuteilen;indenfällen des 7Absatz2Nummer4istdarüberhinausdieStelle,die dasmaterialvorbereitet,sowiedervoraussichtlichezeitpunktderfertigstellungmitzuteilen. 39Absatz2desVerwaltungsverfahrensgesetzes findet keine Anwendung. (2)WennderAntragschriftlichgestelltwurdeoderdie antragstellendepersondiesbegehrt,erfolgtdieablehnung inschriftlicherform.sieistaufverlangenderantragstellendenpersoninelektronischerformmitzuteilen,wennder Zugang hierfür eröffnet ist. (3)LiegteinAblehnungsgrundnach 7oder 8vor, sinddiehiervonnichtbetroffeneninformationenzugänglich zumachen,soweitesmöglichist,diebetroffeneninformationen auszusondern. (4)DieantragstellendePersonistimFalledervollständigenoderteilweisenAblehnungeinesAntragsauchüberdie RechtsschutzmöglichkeitengegendieEntscheidungsowie darüberzubelehren,beiwelcherstelleundinnerhalbwelcher Frist um Rechtsschutz nachgesucht werden kann. 6 Rechtsschutz (1)FürStreitigkeitennachdiesemGesetzistderVerwaltungsrechtsweg gegeben. (2)GegendieEntscheidungdurcheineöffentlicheStelle imsinnedes 2Absatz1Satz1Nummer1isteinWiderspruchsverfahrennachden 68bis73derVerwaltungsgerichtsordnungauchdanndurchzuführen,wenndieEntscheidungvoneineroberstenBundesbehördegetroffenwordenist. (3)IstdieantragstellendePersonderAuffassung,dass eineinformationspflichtigestelleimsinnedes 2Absatz1 Satz1Nummer3denAntragnichtvollständigerfüllthat, kannsiedieentscheidungderinformationspflichtigenstelle nachabsatz4überprüfenlassen.dieüberprüfungistnicht VoraussetzungfürdieErhebungderKlagenachAbsatz1. EineKlagegegendiezuständigeStellenach 15Absatz1 ist ausgeschlossen. (4)DerAnspruchaufnochmaligePrüfungistgegenüber derinformationspflichtigenstelleimsinnedes 2Absatz1Nummer2innerhalbeinesMonats,nachdemdiese Stellemitgeteilthat,dassderAnspruchnichtodernichtvollständigerfülltwerdenkann,schriftlichgeltendzumachen. DieinformationspflichtigeStellehatderantragstellenden PersondasErgebnisihrernochmaligenPrüfunginnerhalbeines Monats zu übermitteln. (5)DurchLandesgesetzkannfürStreitigkeitenumAnsprüchegegenprivateinformationspflichtigeStellenauf GrundvonlandesrechtlichenVorschriftenüberdenZugang zuinformationenderverwaltungsrechtswegvorgesehen werden.

7 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 7 Drucksache 17/13467 Abschnitt 3 Ablehnungsgründe 7 Schutz öffentlicher Belange (1)SoweitdasBekanntgebenderInformationennachteilige Auswirkungen hätte auf 1.dieinternationalenBeziehungen,militärischeodersonstigesicherheitsempfindlicheBelangederBundeswehr oderbedeutsameschutzgüterderöffentlichensicherheit, 2.dieVertraulichkeitderBeratungenvoninformationspflichtigen Stellen im Sinne des 2 Absatz 1, 3.dieDurchführungeineslaufendenGerichtsverfahrens, denansprucheinerpersonaufeinfairesverfahrenoder diedurchführunglaufenderstrafrechtlicher,ordnungswidrigkeitenrechtlicheroderdisziplinarrechtlicherermittlungen,esseidenn,eshandeltsichuminformationen nach 2 Absatz 4 Nummer 1, 2 oder 7, 4.denZustandderUmweltundihrerBestandteileimSinne des 2Absatz3Nummer1oderSchutzgüterimSinne des 2 Absatz 3 Nummer 6, 5. Angelegenheiten der externen Finanzkontrolle oder 6.MaßnahmenzumSchutzvorunerlaubtemAußenwirtschaftsverkehr, istderantragabzulehnen,esseidenn,dasöffentlicheinteresse an der Bekanntgabe überwiegt. DerZugangzuUmweltinformationenüberEmissionen kannnichtunterberufungaufdieindennummern2und4 undderzugangzuumweltinformationenkannnichtunter BerufungaufdieindenNummern5und6genannten Gründeabgelehntwerden.EinAnspruchaufInformationszugangbestehtnichtinBezugaufInformationenderexternenFinanzkontrolle,dievonöffentlichenStellenstammt, dienichtnach 2Absatz1informationspflichtigsind,und nichtgegenüberdennachrichtendienstensowiedenbehördenundsonstigenöffentlichenstellendesbundes,soweit sieaufgabenimsinnedes 10Nummer3desSicherheitsüberprüfungsgesetzeswahrnehmen,soweitkeineUmweltinformationenbetroffensind.EinAnspruchaufInformationszugangbestehtebensoweniggegenüberöffentlichen Rundfunk-undFernsehanstalten,soweitihreTätigkeitder Rundfunk-und/oderPressefreiheitunterfällt,soweitkeine Umweltinformationen betroffen sind. (2) Soweit ein Antrag 1. offensichtlich missbräuchlich gestellt wurde, 2.beieinerStelle,dienichtüberdieInformationenverfügt, gestelltwird,sofernernichtnach 4Absatz3weitergeleitet werden kann, 3.sichaufdieZugänglichmachungvonMaterial,dasgeradevervollständigtwird,nochnichtabgeschlossener SchriftstückeodernochnichtaufbereiteterDatenbezieht oder 4.zuunbestimmtistundaufAufforderungderinformationspflichtigenStellenach 4Absatz2nichtinnerhalbeiner angemessenen Frist präzisiert wird, sollerabgelehntwerden,esseidenn,dasöffentlicheinteresse an der Bekanntgabe überwiegt. (3)WenneineInformationformellundmaterielleiner durchrechtsvorschriftoderdurchdieallgemeineverwaltungsvorschriftzummateriellenundorganisatorischen SchutzvonVerschlusssachengeregeltenGeheimhaltungsoderVertraulichkeitspflichtodereinemBerufs-oderbesonderen Amtsgeheimnis unterliegt, ist der Antrag abzulehnen. 8 Schutz sonstiger Belange (1) Soweit 1.durchdasBekanntgebenderInformationenpersonenbezogeneDatenoffenbartunddadurchInteressenderBetroffenen erheblich beeinträchtigt würden, 2.RechteamgeistigenEigentum,insbesondereUrheberrechte,durchdasZugänglichmachenvonInformationen verletzt würden oder 3.durchdasBekanntgebenBetriebs-oderGeschäftsgeheimnisse zugänglich gemacht würden, istderantragabzulehnen,esseidenn,diebetroffenenhaben zugestimmtoderdasöffentlicheinteresseanderbekanntgabeüberwiegt.dasinformationsinteressedesantragstellersüberwiegtnichtbeiinformationenausunterlagen,soweitsiemitdemdienst-oderamtsgeheimnisodereinem MandatdesDrittenineinemunmittelbarenZusammenhang stehen.derzugangzuumweltinformationenüberemissionenkannnichtunterberufungaufdieindennummern1 und3genanntengründeabgelehntwerden.vorderentscheidungüberdieoffenbarungderdurchsatz1nummer1 bis3geschützteninformationensinddiebetroffenenanzuhören.dieinformationspflichtigestellehatinderregelvon einerbetroffenheitimsinnedessatzes1nummer3auszugehen,soweitübermittelteinformationenalsbetriebs-und Geschäftsgeheimnissegekennzeichnetsind.SoweitdieinformationspflichtigeStellediesverlangt,habenmögliche BetroffeneimEinzelnendarzulegen,dasseinBetriebs-oder Geschäftsgeheimnisvorliegt.DerZugangzufolgendenVerbraucherinformationenkannnichtunterBerufungaufdas Betriebs- und Geschäftsgeheimnis abgelehnt werden: 1.Informationennach 2Absatz4Satz1Nummer1,2 und 7, 2.Informationennach 2Absatz4Satz1Nummer3 und4,soweitimeinzelfallhinreichendeanhaltspunkte dafürvorliegen,dassvondemjeweiligenerzeugnisoder VerbraucherprodukteineGefährdungodereinRisikofür SicherheitundGesundheitausgehtundaufGrundunzureichenderwissenschaftlicherErkenntnisoderaussonstigenGründendieUngewissheitnichtinnerhalbdergebotenen Zeit behoben werden kann, und 3.Informationennach 2Absatz4Satz1Nummer3bis6, soweitsieimrahmenderamtlichenüberwachungstätigkeit gewonnen wurden. GleichesgiltfürdenNamendesHändlers,derdasErzeugnisoderVerbraucherproduktanVerbraucherabgibt,fürden NamenunddieAnschriftdesHerstellers,Bevollmächtigten, undeinführers,fürdiehandelsbezeichnung,eineaussagekräftigebeschreibungundbildlichedarstellungdeser-

8 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode zeugnissesoderverbraucherproduktessowiejedesgliedes derliefer-undvertriebskette;satz1nummer1istnicht anzuwenden. (2)Informationen,dieprivateDritteeinerinformationspflichtigenStelleübermittelthaben,ohnerechtlichdazu verpflichtetzuseinoderrechtlichverpflichtetwerdenzu können,undderenoffenbarungnachteiligeauswirkungen aufdieinteressenderdrittenhätte,dürfenohnedereneinwilligunganderennichtzugänglichgemachtwerden,essei denn,dasöffentlicheinteresseanderbekanntgabeüberwiegt.derzugangzuumweltinformationenüberemissionenkannnichtunterberufungaufdieinsatz1genannten Gründe abgelehnt werden. Abschnitt 4 Verbreitung von Informationen 9 Unterstützung des Zugangs zu Informationen (1)DieinformationspflichtigenStellenergreifenMaßnahmen,umdenZugangzudenbeiihnenverfügbarenInformationenzuerleichtern.ZudiesemZweckwirkensie daraufhin,dassinformationen,überdiesieverfügen,zunehmendinelektronischendatenbankenoderinsonstigen Formatengespeichertwerden,dieüberMittelderelektronischen Kommunikation abrufbar sind. (2)DieinformationspflichtigenStellentreffenpraktische VorkehrungenzurErleichterungdesInformationszugangs, beispielsweise durch 1.dieBenennungvonAuskunftspersonenoderInformationsstellen, 2.dieVeröffentlichungvonVerzeichnissenüberverfügbare Informationen, 3.dieEinrichtungöffentlichzugänglicherInformationsnetze und Datenbanken oder 4.dieVeröffentlichungvonInformationenüberbehördliche Zuständigkeiten. (3)Soweitmöglich,gewährleistendieinformationspflichtigenStellen,dassalleInformationen,dievonihnen oderfürsiezusammengestelltwerden,aufdemgegenwärtigen Stand exakt und vergleichbar sind. 10 Unterrichtung der Öffentlichkeit (1)DieinformationspflichtigenStellenunterrichtendie ÖffentlichkeitinangemessenemUmfangaktivundsystematisch. (2)DieinformationspflichtigenStellenunterrichtendie ÖffentlichkeitinsbesondereüberErzeugnissenachMaßgabedesArtikels10derVerordnung (EG)Nr.178/2002unterNennungderBezeichnungdesLebensmittelsoderFuttermittelsunddesLebensmittel-oderFuttermittelunternehmens,unterdessenNamenoderFirmadasLebensmittel oderfuttermittelhergestelltoderbehandeltwurdeoderin denverkehrgelangtist,und,wenndieszurunterrichtung geeigneter ist, auch unter Nennung des Inverkehrbringers. (3)DieÖffentlichkeitwirdinderinAbsatz2genannten ArtbeiErzeugnissen,VerbraucherproduktenundDienstleistungen insbesondere auch unterrichtet: 1.überVerbraucherinformationenimSinnedes 2Absatz 4 Nummer 1 oder 2, 2.wennfestgelegteGrenzwerte,zulässigeHöchstgehalte oder Höchstmengen überschritten wurden, 3.derhinreichendeVerdachtbesteht,dasseinErzeugnis, einverbraucherproduktodereinedienstleistungein RisikofürdiemenschlicheGesundheitmitsichbringen kann, 4.derhinreichendeVerdachtbesteht,dassgegenVorschriftenimAnwendungsbereichdiesesGesetzes,die demschutzderverbraucherinnenundverbrauchervor Gesundheitsgefährdungen dienen, verstoßen wurde, 5.derhinreichendeVerdachtbesteht,dassgegenVorschriftenimAnwendungsbereichdiesesGesetzes,die demschutzderverbraucherinnenundverbrauchervor Täuschungdienen,innichtnurunerheblichemAusmaß verstoßen wurde, 6.hinreichendeAnhaltspunktedafürvorliegen,dassvon einemerzeugnis,einemverbraucherproduktodereine DienstleistungeineGefährdungfürdieSicherheitund Gesundheitausgehtoderausgegangenistundauf GrundunzureichenderwissenschaftlicherErkenntnis oderaussonstigengründendieunsicherheitnichtinnerhalb der gebotenen Zeit behoben werden kann, 7.einnichtgesundheitsschädliches,aberzumVerzehr ungeeignetes,insbesondereekelerregendeslebensmittelinnichtunerheblichermengeindenverkehrgelangtodergelangtistoderwenneinsolcheslebensmittelwegenseinereigenartzwarnuringeringen Mengen,aberübereinenlängerenZeitrauminden Verkehr gelangt ist, 8.UmständedesEinzelfallesdieAnnahmebegründen, dassohnenamentlichenennungdeszubeanstandendenerzeugnissesunderforderlichenfallsdeswirtschaftsbeteiligtenoderdesinverkehrbringers,unter dessennamenoderfirmadaserzeugnishergestellt oderbehandeltwurdeoderindenverkehrgelangtist, erheblichenachteilefürdieherstellerodervertreiber gleichartigeroderähnlichererzeugnissenichtvermieden werden können, 9.gegensonstigeVorschriftenimAnwendungsbereich diesesgesetzes,diedemschutzderverbraucherinnen undverbrauchervorgesundheitsgefährdungenoder vortäuschungoderdereinhaltunghygienischeranforderungendienen,innichtnurunerheblichemausmaß verstoßen worden ist, 10.Anordnungennach 26Absatz2Satz2Nummer6,7, 8und9undAbsatz4desProduktsicherheitsgesetzes, dieunanfechtbargewordensindoderderensofortiger Vollzug angeordnet worden ist, 11.InformationenübersonstigezurVerfügungstehende ErkenntnissezuErzeugnissen,ProduktenundDienstleistungen,diemitRisikenfürdieSicherheitundGesundheitvonPersonenverbundensind,insbesondere InformationenzurIdentifizierungderErzeugnisse,

9 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 9 Drucksache 17/13467 ProdukteundDienstleistungen,überdieArtderRisiken und die getroffenen Maßnahmen. (4)DieVerbreitungvonInformationensollinfürdie ÖffentlichkeitverständlicherDarstellungundleichtzugänglichenFormatenerfolgen.Hierzusollen,soweitvorhanden, elektronischekommunikationsmittelverwendetwerden. Satz2giltnichtfürInformationen,dievorInkrafttretendiesesGesetzesangefallensind,esseidenn,sieliegenbereits in elektronischer Form vor. (5)DieAnforderungenandieUnterrichtungderÖffentlichkeitnachdenAbsätzen1und2könnenauchdadurch erfülltwerden,dassverknüpfungenzuinternetseiteneingerichtetwerden,aufdenendiezuverbreitendeninformationen zu finden sind. (6)ImFalleeinesRisikosfürdiemenschlicheGesundheitodereinerunmittelbarenBedrohungderUmwelthaben dieinformationspflichtigenstellensämtlicheinformationen,überdiesieverfügenunddieesdereventuellbetroffenenöffentlichkeitermöglichenkönnten,maßnahmenzur AbwendungoderBegrenzungvonSchädeninfolgedieser Bedrohungzuergreifen,unmittelbarundunverzüglichzu verbreiten;diesgiltunabhängigdavon,obdiesefolge menschlichertätigkeitodereinernatürlichenursacheist. VerfügenmehrereinformationspflichtigeStellenübersolcheInformationen,sollensiesichbeiderenVerbreitungabstimmen. (7)Die 7sowie8und9findenentsprechendeAnwendung. (8)DieWahrnehmungderAufgabendes 10kannauf bestimmtestellenderöffentlichenverwaltungoderprivate Stellen übertragen werden. 11 Veröffentlichungspflicht (1)DieinformationspflichtigenStellengemäß 2Absatz1Nummer1unterrichtendieÖffentlichkeitdurchdie VeröffentlichungfolgenderInformationenvorbehaltlichder 7und8unterVerwendungdesInformationsregisters nach 2 Absatz 5: 1.VorblattundPetitumvonBeschlüssenderBundesregierung, 2.MitteilungenundFormulierungshilfenderBundesregierung an den Deutschen Bundestag, 3.ReferentenentwürfezuGesetzesvorhabenundVerordnungsentwürfe, 4.Stellungnahmen zu Verbändeanhörungen, 5.StellungnahmenderBundesregierungzueuropäischen Gesetzgebungsvorhaben, 6.Verträge der Daseinsvorsorge, 7.Haushalts-,Stellen-,Bewirtschaftungs-,Organisations-, Geschäftsverteilungs- und Aktenpläne, 8.Globalrichtlinien,FachanweisungenundVerwaltungsvorschriften, 9. amtliche Statistiken und Tätigkeitsberichte, 10.GutachtenundStudien,soweitsievonBehördendes BundesoderimFallevonVerbraucherinformationen nach 2Absatz4vonBehördeneinesLandesinAuftraggegebenwurden,dieindieEntscheidungderBehörde einfließen oder ihrer Vorbereitung dienen, 11.Geodaten, 12.ErgebnissevonMessungen,BeobachtungenundsonstigenErhebungenüberschädlicheUmwelteinwirkungen,UmweltgefährdungensowieüberdenZustandder Umwelt,dievoneinerBehördedesBundesaußerhalb ihrerüberwachungstätigkeitimeinzelfalldurchgeführt werden, 13.Subventions- und Zuwendungsvergaben, 14.diewesentlichenUnternehmensdatenderBeteiligungendesBundeseinschließlicheinerDarstellungder jährlichenvergütungenundnebenleistungenfürdie Leitungsebene, 15.derWortlautvonvölkerrechtlichenVerträgen,dasvon denorganendereuropäischengemeinschaftenerlassenegemeinschaftsrechtsowierechtsvorschriftendes Bundes, 16. politische Konzepte sowie Pläne und Programme, 17.Forschungsprogramme, 18.BerichteüberdenStandderUmsetzungvonRechtsvorschriftensowieKonzepten,PlänenundProgrammennachdenNummern15und16,sofernsolcheBerichtevondenjeweiligeninformationspflichtigenStelleninelektronischerFormausgearbeitetwordensind oder bereitgehalten werden, 19. Verbraucherinformationen im Sinne des 2 Absatz 4, 20.DatenoderZusammenfassungenvonDatenausder Überwachung von Tätigkeiten, 21.Zulassungsentscheidungen,dieAuswirkungenaufVerbraucherinnenundVerbraucherodererheblicheAuswirkungenaufdieUmwelthaben,undUmweltvereinbarungen sowie 22.zusammenfassendeDarstellungundBewertungder Umweltauswirkungennachden 11und12desGesetzesüberdieUmweltverträglichkeitsprüfunginder FassungderBekanntmachungvom5.September2001 (BGBl.IS.2350),daszuletztdurchArtikel3desGesetzesvom24.Juni2004 (BGBl.IS.1359)geändert wordenist,undrisikobewertungenimhinblickauf denzustandvonumweltbestandteilenwieluftund Atmosphäre,Wasser,Boden,Landschaftundnatürliche LebensräumeeinschließlichFeuchtgebieten,KüstenundMeeresgebieten,dieArtenvielfaltundihreBestandteile,einschließlichgentechnischveränderter Organismen,sowiedieWechselwirkungenzwischen diesenbestandteilen.infällendernummern5und6 genügtzurverbreitungdieangabe,wosolcheinformationenzugänglichsindodergefundenwerdenkönnen. DieveröffentlichtenInformationenwerdeninangemessenen Abständen aktualisiert, (2)DieinformationspflichtigenStellengemäß 2Absatz1sollenvorbehaltlichder 7und8darüberhinaus veröffentlichen

10 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 1.Verträge,anderenVeröffentlichungeinöffentlichesInteressebesteht,soweitdadurchnichtwirtschaftlicheInteressen des Bundes erheblich beeinträchtigt werden, 2.DienstanweisungensowiealleweiterendenindenAbsätzen1und2genanntenGegenständenvergleichbaren Informationen von öffentlichem Interesse. 12 Umweltzustandsbericht DieBundesregierungveröffentlichtregelmäßigimAbstandvonnichtmehralsvierJahreneinenBerichtüberden ZustandderUmweltimBundesgebiet.Hierbeiberücksichtigtsie 10Absatz1,2und 11Absatz1Nummer17.Der BerichtenthältInformationenüberdieUmweltqualitätund vorhandene Umweltbelastungen. Abschnitt 5 Schlussvorschriften 13 Bundesbeauftragter für die Informationsfreiheit (1)DieAufgabedesBundesbeauftragtenfürdieInformationsfreiheitwirdvondemBundesbeauftragtenfürdenDatenschutz wahrgenommen. (2)DerBeauftragtefürdieInformationsfreiheitwirktauf dieeinhaltungdiesesgesetzesundandererbundesrechtlichervorschriftenüberdieinformationsfreiheithin.jeder kanndenbundesbeauftragtenfürdieinformationsfreiheit anrufen,wennerseinrechtaufinformationszugangnach diesem Gesetz als verletzt ansieht. (3)DieBestimmungendesBundesdatenschutzgesetzes überdiekontrollaufgabendesbundesbeauftragtenfürden Datenschutz ( 24Absatz1und3bis5),überBeanstandungen ( 25Absatz1Satz1Nummer1und4,Satz2undAbsatz2und3)sowieüberweitereAufgabengemäß 26Absatz 1 bis 3 gelten entsprechend. (4)DerBundesbeauftragtefürdieInformationsfreiheit kannsichanklageverfahrenvordengerichtenderverwaltungsgerichtsbarkeitinangelegenheitennachdiesemgesetzbeteiligen.ihmistgelegenheitzuräußerungzugeben. 14 Gebühren und Auslagen (1)FürdieÜbermittlungvonInformationenaufGrund diesesgesetzeswerdenvondeninformationspflichtigen StellenderöffentlichenVerwaltungGebührenundAuslagennachMaßgabederfürsiegeltendenVorschriftenfestgesetztunderhoben,soweitnachfolgendnichtetwasanderes bestimmt ist. (2) Gebühren- und auslagenfrei sind 1.derZugangzuVerbraucherinformationennach 2Absatz 4 Nummer 1 und 7, 2.dieErteilungmündlicherundeinfacherschriftlicher Auskünfte, 3. die Einsichtnahme in Informationen vor Ort, 4.MaßnahmenundVorkehrungenzurUnterstützungdes Zugangs zu Informationen nach 9 Absatz 1 und 2, 5.dieUnterrichtungderÖffentlichkeitnachden 3,10 und 11, 6.dieAblehnungoderRücknahmeeinesAntragsaufÜbermittlungvonInformationensowieEntscheidungen,die dierücknahmeoderdenwiderrufvonleistungennach diesem Gesetz betreffen. Absatz 3 bleibt unberührt. (3)BeiAnlagen,dieinAnhangIderRichtlinie96/61/EG desratesvom24.september1996überdieintegriertevermeidungundverminderungderumweltverschmutzung (ABl.L257vom ,S.26)inderjeweilsgeltendenFassungaufgeführtsind,werdenGebührenundAuslagen nicht erhoben für die Übermittlung der 1.ErgebnissederÜberwachungvonEmissionennachden 26, 28 und 29 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes, 2.beiderzuständigenBehördevorliegendenErgebnisseder ÜberwachungdervoneinerDeponieausgehendenEmissionen, 3.ErgebnissederÜberwachungvonEmissionennachder VerordnungzurUmsetzungderIVU-RichtlinieimWasserrecht, 4.Planfeststellungsbeschlüsse,GenehmigungenundAnordnungennach 31Absatz2und3und 35desKreislaufwirtschafts-undAbfallgesetzessowiederAblehnungen und Änderungen dieser Entscheidungen. (4)DieGebührensindauchunterBerücksichtigungdes Verwaltungsaufwandssozubemessen,dassderInformationsanspruchwirksaminAnspruchgenommenwerden kann. (5)SofernderAntragnichtkostenfreibearbeitetwird,ist derantragstellerüberdievoraussichtlichenkostenvorab zuinformieren.eristaufdiemöglichkeithinzuweisen,seinen Antrag zurückzunehmen oder einschränken zu können. (6)DienachdenAbsätzen1bis3kostenpflichtigenTatbeständewerdendurchLandesrechtbestimmt,soweitdie AmtshandlungennichtdurchBehördendesBundesvorgenommen werden. (7)DieBundesregierungwirdermächtigt,durchRechtsverordnungohneZustimmungdesBundesratesfürdieInanspruchnahmevoninformationspflichtigenStellenimSinne des 2Absatz1Nummer1dieGebührentatbeständeund die Höhe der Gebühren zu bestimmen. (8)InformationspflichtigeprivateStellenimSinnedes 2Absatz1Nummer2könnenfürdieÜbermittlungvon InformationennachdiesemGesetzvonderantragstellenden PersonKostenerstattunggemäßdenGrundsätzenderAbsätze2bis4verlangen.DieHöhedererstattungsfähigen KostenbemisstsichnachderaufGrunddesAbsatzes5ergangenen Rechtsverordnung. 15 Überwachung (1)DiezuständigenStellenderöffentlichenVerwaltung, diediekontrolleimsinnedes 2Absatz2fürdenBund odereineunterderaufsichtdesbundesstehendejuristische PersondesöffentlichenRechtsausüben,überwachendie EinhaltungdiesesGesetzesdurchprivateinformationspflichtige Stellen im Sinne des 2 Absatz 1 Nummer 2.

11 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 11 Drucksache 17/13467 (2)DieinformationspflichtigenStellennach 2Absatz1 Nummer2habendenzuständigenStellenaufVerlangenalle Informationenherauszugeben,diedieStellenzurWahrnehmung ihrer Aufgaben nach Absatz 1 benötigen. (3)DienachAbsatz1zuständigenStellenkönnengegenüberdeninformationspflichtigenStellennach 2Absatz1 Nummer2diezurEinhaltungundDurchführungdieses GesetzeserforderlichenMaßnahmenergreifenoderAnordnungen erlassen. (4)DieBundesregierungwirdermächtigt,dieAufgaben nachdenabsätzen1bis3abweichendvonabsatz1aufandere Stellen der öffentlichen Verwaltung zu übertragen. 16 Ordnungswidrigkeiten (1) Ordnungswidrig handelt, wer 1.vorsätzlichoderfahrlässigeinervollziehbarenAnordnung nach 14 Absatz 3 zuwiderhandelt oder 2.vorsätzlicheinenInformationszugangsanspruchnachdiesem Gesetz vereitelt. (2)DieOrdnungswidrigkeitnachAbsatz1kannmiteiner Geldbuße bis zu Euro geahndet werden. 17 Bericht und Evaluierung DieBundesregierungerstattetdemBundestagalledrei JahreBerichtüberdieAnwendungdesGesetzes.DerDeutscheBundestagwirddasGesetzdreiJahrenachInkrafttreten auf wissenschaftlicher Grundlage evaluieren. Anhang zu 1 Absatz 2: Lebens- und Futtermittelgesetzbuch Produktsicherheitsgesetz Eichgesetz Energiebetriebene Produkte Gesetz Energiewirtschaftsgesetz Energieverbrauchskennzeichnungsgesetz Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen Preisgesetz Textilkennzeichnungsgesetz Wertpapierhandelsgesetz Kapitalanlagegesetzbuch KAGB Kreditwesengesetz Investmentgesetz Wertpapiererwerbs- und Übernahmegesetz Wertpapierprospektgesetz Verkaufsprospektgesetz Börsengesetz Versicherungsvertragsgesetz Telekommunikationsgesetz Telemediengesetz Luftverkehrsgesetz Allgemeines Eisenbahngesetz Personenbeförderungsgesetz Vermögensanlagengesetz Verbraucherschutzdurchsetzungsgesetz Fahrgastrechtegesetz EU-Fahrgastrechte-Schifffahrt-Gesetz EU-Fahrgastrechte-Kraftomnibusverkehr-Gesetz Finanzdiensleistungsaufsichtsgesetz Vorläufiges Tabakgesetz Artikel 2 Änderung des 99 Absatz 1 VwGO 99 Absatz 1 VwGO wird folgender Satz 3 angefügt: Gleichesgilt,wenndemBekanntwerdendesInhaltsdieser Urkunden,Akten,elektronischenDokumenteoderdieser AuskünftegesetzlicheAusschlussgründezumSchutzöffentlicher oder privater Belange entgegenstehen. Artikel 3 Übergangsvorschrift BiszumErlasseinerKostenverordnungnach 14Absatz5findetaufdieErhebungvonGebührenundAuslagen füramtshandlungennachdiesemgesetzdieverordnung überkostenfüramtshandlungenderinformationspflichtigenstellenbeimvollzugdesumweltinformationsgesetzes (Umweltinformationskostenverordnung UIGKostV)Umweltkostenverordnungvom7.Dezember1994inderFassung vom (BGBl I 3704) Anwendung. Artikel 4 Inkrafttreten, Außerkrafttreten DiesesGesetztrittamTagnachseinerVerkündungin Kraft.GleichzeitigtretendasUmweltinformationsgesetz vom22.dezember2004 (BGBl.IS.3704),dasVerbraucherinformationsgesetzvom (neugefasstdurchbekanntmachungvom bgbl.is.2166,2725);dasinformationsfreiheitsgesetzvom5.september2005 (BGBl.I S.2722)bisauf 13, 31ProdSG, 40LFGBunddie VerordnungüberdieGebührenundAuslagennachdemInformationsfreiheitsgesetzvom2.Januar2006 (BGBlIS.6) außer Kraft. Berlin, den 14. Mai 2013 Dr. Frank-Walter Steinmeier und Fraktion

12 Drucksache 17/ Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode Begründung Allgemein TransparenzistkonstitutivfürdendemokratischenundsozialenRechtsstaat.Transparenzstärktdiedemokratischen BeteiligungsrechtederBürgerinnenundBürger,erleichtert Planungsentscheidungen,wirktStaatsverdrossenheitentgegen und erschwert Manipulationen und Korruption. TransparenzistVoraussetzungfürdasFunktionierender Marktwirtschaft.OhneguteInformationenkönnenVerbraucherinnenundVerbrauchernichtselbstbestimmthandeln unddurchihrenachfragedenmarktmitgestalten.derzugangzumarktrelevanteninformationenisteinwichtiger Baustein sozialer Marktwirtschaft. DervorliegendeGesetzentwurfführtdiezweiSäulender Bürgerinformation dieproaktiveinformationdurchdie BehördenunddasAuskunfts-bzw.Akteneinsichtsrechtein einemgesetzzusammen.damitwerdendieerstenentwürfeausderrot-grünenkoalitionfüreinverbraucherinformationsgesetzwiederaufgegriffen.dergesetzentwurf führtdasinformationsfreiheitsgesetz (IFG),dasVerbraucherinformationsgesetz (VIG)unddasUmweltinformationsgesetz (UIG)desBundesbeiOrientierungamjeweils höherentransparenzgradzurverfahrensvereinfachungin einervorschriftzusammenundschafftdieverpflichtung zurproaktivenunterrichtungderöffentlichkeitdurchdie VeröffentlichungimGesetznäherbezeichneterInformationen.DabeiwirdderAnwendungsbereich entsprechend derforderungu.a.aufderbundestagsdrucksache16/2116 auf alle Produkte und Dienstleistungen ausgeweitet. BeiderZusammenführungvonIFG,VIGundUIGwerden dieempfehlungenderevaluationdesifgdurchdasinstitut fürgesetzesfolgenabschätzungundevaluationspeyerim Auftrag des Deutschen Bundestages umgesetzt. DasAgrar-undFischereifonds-Informationen-Gesetz (AFIG) alsbereichsspezifischesinformationszugangsgesetzewerden nichtindiesesgesetzeinbezogen,dadievorschriftenneben denbehördendesbundesauchdiebehördenderländererfassenundumdiekomplexitätderregelungmöglichstgering zu halten. Das Gesetz dient gleichzeitig der Umsetzung derrichtlinie2003/4/egdeseuropäischenparlaments unddesratesvom28.januar2003überdenzugangder ÖffentlichkeitzuUmweltinformationenundzurAufhebungderRichtlinie90/313/EWGdesRates (ABl.EU Nr. L 41 S. 26). derrichtlinie2001/95/egdeseuropäischenparlaments unddesratesvom3.dezember2001überdieallgemeineproduktsicherheit (ABl.L11vom , S.4),diezuletztdurchdieVerordnung (EG)Nr.596/ 2009 (ABl.L188vom ,S.14)geändertworden ist. Artikel 1 Zu 1 (Zweck des Gesetzes; Anwendungsbereich) DieVorschriftübernimmtimWesentlichenunverändert 1 UIGbeiAufgabederBeschränkungdesGesetzesaufUmweltinformationen. InVerbindungmitderBegriffsbestimmungin 2wirdder AnwendungsbereichumdenBereichderDienstleistungen erweitert. InderverbraucherpolitischenDiskussiondervergangenen JahrewurdewiederholtdieForderungerhoben,aufgrund derhohenrelevanzfürverbraucherinnenundverbraucher auchdienstleistungenindenauskunftsanspruchnachdem VIGeinzubeziehen (vgl.z.b.bundestagsdrucksache 17/2116). DaeineEinbeziehungsämtlicherDienstleistungenausallen erdenklichenbereicheneinschließlichz.b.demgesundheitssektoroderdembereichderrechtsdienstleistungenin BezugaufRegelungskompetenzenundbehördlicheZuständigkeitenzuvielfältigenProblemenundAbgrenzungsschwierigkeitenführenwürde,beschränktsichdievorgeschlageneErweiterungaufdieklassischenundbesonders wichtigenverbraucherrelevantenbereichederfinanzdienstleistungen,dermobilität,derenergieversorgungund der Telekommunikation. Zu 2 (Begriffsbestimmungen) DieVorschriftübernimmt 2UIGbeiAufgabederBeschränkungdesGesetzesaufUmweltinformationen.InAbsatz1übernimmtdieVorschrift 2Absatz1UIGbeiStreichungderAusnahmeregelungendes 2Absatz1Nummer1 BuchstabeaUIGzugunstenderoberstenBundesbehörden. EinesolcheAusnahmeregelungistdenInformationsfreiheitsgesetzendesBundesunddergroßenMehrzahlderLänder wesensfremdundauchnichtgeboten,dadieoberstenbundesbehördenauchimrahmenihrerbeteiligunganrechtsetzungsverfahrenteilderexekutivebleiben.eineausnahme kannnurfürdenfallgelten,dassderkernbereichexekutiver Eigenverantwortungbetroffenwäre.Aufdieausdrückliche NormierungdesKernbereichsexekutiverEigenverantwortung (vgl.hierzubverfge67,100 (139))wirdhierweiterhin,wieauchbeimIFGdesBundes,ausdrücklichverzichtet. DieRechtsfigurfließtabergleichwohlinverschiedeneBestimmungen des Gesetzes ein. Absatz2und4entsprechen 2Absatz2und4UIG.Die LegaldefinitionderUmweltinformationgemäß 2Absatz3 entspricht 2Absatz3UIGundistwegenderteilweisen ÜbernahmevonAusschlusstatbeständenausdemIFGauch weiterhinerforderlich.dieabsätze3und4enthaltenlegaldefinitionenzuminformationsregisterundzurveröffentlichungspflicht nach diesem Gesetz. Zu 3 (AnspruchaufVeröffentlichungunddenZugang zu Informationen) 3lehntsichan 3UIGanundstatuiertinAbsatz1ergänzendnebendemAnspruchaufvoraussetzungslosenInfor-

13 Deutscher Bundestag 17. Wahlperiode 13 Drucksache 17/13467 mationszugangeinenentsprechendensubjektivöffentlichenanspruchaufveröffentlichungderin 11bezeichneten Informationen. Absatz1Satz2übernimmtdieKollisionsregelungdes 17 IFG-Schleswig-HolsteininderFassungvom9.Februar 2000.ImErgebniswirddiesesGesetzvonSpezialvorschriftennurverdrängt,wenndiesegünstigereInformationszugangsregelungen enthalten als dieses Gesetz. DieAbsätze2und3werdenunverändertvomUIGübernommen.SomitverbleibtesauchbeidenFristenregelungen des UIG. Zu 4 (Antrag und Verfahren) DieVorschriftentspricht 4UIGbeiAufhebungderBeschränkung auf Umweltinformationen. Zu 5 (Ablehnung des Antrags) 5übernimmt 5UIGinhaltsgleichbeiAnpassungder Verweisung auf die Ausschlusstatbestände in 7 und 8. Zu 6 (Rechtsschutz) 6übernimmt 6UIG.DurchdieAufhebungderBeschränkungaufUmweltinformationenkönnendieLänder gem.absatz5überumweltinformationenhinausbeistreitigkeitenumansprüchegegenprivateinformationspflichtige Stellen den Verwaltungsrechtsweg eröffnen. Zu 7 (Schutz öffentlicher Belange) 7übernimmtdieAusschlussgründedes 8UIGunverändertundtrittdamitandieStellederzumTeilwidersprüchlichenundredundantenAusschlussgründezumSchutzöffentlicherBelangegemäß 3IFG.DasGesetzübernimmtinsoweiteineEmpfehlungdesInstitutsfürGesetzesfolgenabschätzungundEvaluationSpeyer (vgl.zusammenfassung undempfehlungzurweiterentwicklungdesifg,s.10).die UnterstützungdesZugangszuInformationen ( 7UIG)wird indiesemgesetzin 9geregelt.Übernommenwerdenaus demifgin 7Absatz1Nummer5und6dieAusschlussgründedes 3Nummer1BuchstabeeundfIFG (externe FinanzkontrolleundAußenwirtschaftskontrolle),dadie AusschlussgründedesUIGinsoweitalsunzureichenderachtetwerden.AusgleichemGrundwirddieBereichsausnahme aus 3Nummer8IFGin 7Absatz1Satz3fürdieNachrichtendienste übernommen. Zu 8 (Schutz sonstiger Belange) 8übernimmtdiebewährtenVorschriftenzumSchutz sonstigerbelangedes 9UIGvollinhaltlich.AndieStelle desabgestuftenschutzespersonenbezogenerdatennach 5IFGtrittdamitdereinheitlicheSchutztatbestandgem. Absatz1Nummer1derkeinePrivilegierungmehrfürMandatsträgervorsieht.Absatz1Nummer2und3sehenbeim InformationszugangzugeistigemEigentumundbeiBetriebs-undGeschäftsgeheimnisseneineRechtsgüterabwägung vor. Zu 9 (Unterstützung des Zugangs zu Informationen) 9übernimmtdieVorschriftenzurUnterstützungdesZugangs zu Informationen gemäß 7 UIG. Zu 10 (Unterrichtung der Öffentlichkeit) 10übernimmt 10UIGbeiAufhebungderBeschränkung auf Umweltinformationen. Zu 11 (Umweltzustandsbericht) DieVorschriftübernimmt 11UIGbeiStreichungdesSatzes 3, der entbehrlich ist. Zu 12 (Veröffentlichungspflicht) Absatz1ergänztdieVorschriftenzurUnterstützungdes ZugangszuInformationenundzurUnterrichtungderÖffentlichkeitdurchdieStatuierungeinerVeröffentlichungspflichtenumerativaufgelisteterInformationen.Gemäß 3 Absatz1,2.AlternativekorrespondiertderVeröffentlichungspflichteinentsprechendersubjektiv-öffentlicherAnspruch.DieVeröffentlichungspflichtengem.Absatz1Nummer1bis11schaffenneueVeröffentlichungstatbestände. Absatz1Nummer12bis17übernehmenvollinhaltlichdie Veröffentlichungspflichtengem. 10Absatz2Nummer1 bis 6 UIG. Absatz2enthältweitereInformationen,dieveröffentlicht werden sollen, jedoch nicht müssen. ReferentenentwürfezuGesetzgebungsvorhabengem.Absatz1Nummer3sindspätestensmitderBeteiligungvon Ländern,kommunalenSpitzenverbänden,Fachkreisenund Verbänden gemäß 47 GGO zu veröffentlichen. Zu 13 (Bundesbeauftragter für Informationsfreiheit) DieVorschriftübernimmt 12IFGunddehntimErgebnis diezuständigkeitdesbundesbeauftragtenfürdieinformationsfreiheit auf den Bereich der Umweltinformationen aus. Absatz2erweitertdenAuftragdesBundesbeauftragtenfür dieinformationsfreiheitinanlehnungan 4gBDSGum dieeinhaltungdiesesgesetzesundandererbundesrechtlichervorschriftenüberdieinformationsfreiheit.absatz4 verschafftdembundesbeauftragtenfürdieinformationsfreiheiteindemvertreterdesbundesinteressesnach 35 VwGOentsprechendesBeteiligungsrechtvordenVerwaltungsgerichteninStreitfällennachdiesemGesetz.DerBundesbeauftragtefürdieInformationsfreiheitisthierbeinicht Partei,sondernunbeteiligterMittler.EineBefugniszurEinlegungvonRechtsbehelfenistdamitnichtverbunden.Das GesetzübernimmtinsoweitEmpfehlungendesInstitutsfür GesetzesfolgenabschätzungundEvaluationSpeyer (vgl. ZusammenfassungundEmpfehlungzurWeiterentwicklung des IFG, S. 23). Zu 14 (Gebühren und Auslagen) 14übernimmtdieKostenvorschriftdes 12UIG. 14 Absatz4beschränktdieGebührenbemessung.DieGebührendürfennichtabschreckendwirken.DieGebührenordnungentragendemdurchdieSchaffungvonGebührenhöchstsätzenRechnung.DieUmgehungdieserGebührenhöchstsätzedurcheineAufspaltungvonInformationszugangsanträgen ist unzulässig. Zu 15 (Überwachung) Die Vorschrift übernimmt 13 UIG

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