Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing

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1 Tätigkeitsbericht des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln für den Berichtszeitraum November 1997 bis Oktober 1998 von Prof. Dr. Hans E. Büschgen 1 Leasingforschung Die Aktivitäten des Forschungsinstituts für Leasing zeichneten sich auch in diesem Berichtszeitraum durch eine große inhaltliche Vielfalt aus. Forschungsgegenstand war aufgrund der hohen Aktualität dieser Problematik weiterhin die Einführung der Europäischen Währungsunion und die daraus resultierenden Auswirkungen auf die Leasingbranche. Ziel unserer diesbezüglichen Forschung war es, die Auswirkungen der anstehenden Währungsunion auf das Leasinggeschäft in Europa und insbesondere auf den bislang vorwiegend von nationalem Wettbewerb geprägten deutschen Leasingmarkt in ausgewählten Bereichen aufzuzeigen. Hierbei kamen wir zu dem Ergebnis, daß mit der Einführung einer einheitlichen europäischen Währung sowohl Änderungen auf den bisher überwiegend national dominierten Leasingmärkten als auch auf den für die Leasingbranche indirekte Relevanz aufweisenden Kapital- und Industriegütermärkten einhergehen werden, die aufgrund der bisher verhaltenen zwischenstaatlichen innereuropäischen Entwicklung im Leasingbereich eine Reihe potentieller Vorteile, aber auch Probleme und Risiken mit sich bringen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden von der Leasingpraxis mit großem Interesse aufgenommen; so konnte ich diese Ergebnisse in der im Mai diesen Jahres erschienenen Sonderbeilage der Zeitschrift Der Betrieb publizieren und zudem diesen Forschungsschwerpunkt den Mitgliedern des Chairmans Committee der Leaseurope im Rahmen einer Dinner-Rede darlegen. Auch stand ich der Leaseurope Anfang April diesen Jahres bei einer Veranstaltung in Bled als Referent zur Verfügung, bei der unter dem Titel Training Seminars for Managers from Central and Eastern European leasing companies osteuropäische Leasingfachleute in die angesprochene Problematik eingeführt wurden. Ferner sei auf einen von mir zum Thema Leasing

2 und Euro verfaßten Beitrag verwiesen, der im Rahmen einer Sonderbeilage Leasing der Frankfurter Allgemeinen Zeitung publiziert werden sollte, was jedoch aufgrund des unprofessionellen Verhaltens der mit dieser Sonderbeilage beauftragten Presseagentur zu meiner Überraschung und Verärgerung scheiterte. Meine Autorentätigkeiten im Rahmen des Praxishandbuch Leasing wie auch zahlreiche Anfragen aus der Praxis waren wesentlicher Impuls dafür, daß die Entwicklung des Leasingmarktes einen weiteren Forschungsgegenstand unseres Instituts darstellte. So wurden von uns vornehmlich neben der generellen Marktsituation signifikante Trends in der Leasingbranche wie bspw. das Serviceleasing oder das grenzenüberschreitende Leasing untersucht sowie Erfolgsfaktoren für profitable Leasinggeschäfte eruiert. Diese Ergebnisse wurden in Expertengesprächen u.a. mit führenden Unternehmensberatungen aber auch in Form diverser anderer telefonischer und schriftlicher Anfragen aus der Praxis weitergegeben. Auch wird Anfang nächsten Jahres eine vornehmlich derartige Trends thematisierende Konferenz zum Thema Investitionsgüter-Leasing vom renommierten Veranstalter MCF Management Circle GmbH veranstaltet, zu deren Mitarbeit ich mich gerne bereit erklärt habe. Weiterhin wurden in diesem Berichtszeitraum beachtliche Kapazitäten des Forschungsinstituts in Form von Herausgeber- wie auch Autorentätigkeiten zum Praxishandbuch Leasing gebunden, das im Sommer diesen Jahres nun endlich trotz aller zeitlichen Verzögerungen erschienen ist. Dieses umfassende leasingspezifische Sammelwerk hat neben einer erschöpfenden Abhandlung der theoretischen Grundlagen die Erörterung weiterführender Problembereiche rechtlicher und betriebswirtschaftlicher Art zum Gegenstand und beinhaltet neben Beiträgen wissenschaftlicher Vertreter auch die Abhandlungen namhafter Fachvertreter der Leasingbranche, die einen adäquaten Praxisbezug zu dieser dynamischen Branche herstellen. Im einzelnen setzt dieses Werk im Grundlagenteil neben einem institutionellen Überblick über den deutschen Leasingmarkt zudem Akzente im Bereich der Grundzüge des Mobilien- wie auch des Immobilienleasing. Die hieran anknüpfenden zivilrechtlichen Erörterungen, die im Mittelpunkt des zweiten Teils des Buches stehen, beginnen mit einer rechtlichen Einordnung von Finanzierungsleasingverträgen und behandeln darüber hinaus die bei der Durchführung dieser Verträge aufkommenden Probleme, bspw. in Form von Haftungsfragen, Ge-

3 währleistungsanprüchen, Zwangsvollstreckungen usw., aber auch die in einzelnen Leasingsegmenten, so dem Kfz- und Computer-Leasingbereich, sowie bei spezifischen Leasingkonstellationen etwa dem Sale-and-lease-back auftretenden zivilrechtlichen Problembereiche. Der dritte Teil des Sammelwerkes ist dem vielschichtigen Themenkomplex wirtschaftsrechtlicher Fragestellungen im Bereich des Leasing gewidmet; Gegenstand sind hier neben steuer- und handelsrechtlichen Belangen Fragestellungen der Investitionsförderung, des Verbraucherkreditgesetzes, aber auch der Behandlung des Leasing im deutschen Bankenaufsichtsrecht sowie der Refinanzierung von Leasinggesellschaften. Den letzten zentralen Bereich bilden zum Abschluß des Buches im vierten Teil betriebswirtschaftliche Aspekte, die insbesondere Fragen der Kalkulation von Leasingverträgen, der Entwicklung des Leasing in der Europäischen Union wie auch Aspekte des grenzenüberschreitenden Leasinggeschäftes erörtern. Gegenstand der Institutsarbeit war außerdem die Überarbeitung der als Band Nr. 22 der Mitteilungen und Berichte erschienen Leasing-Bibliographie, die leasingrelevante Veröffentlichungen bis Ende September 1995 erfaßte und nunmehr um einen Ergänzungsband, der die Jahre 1995, 1996 und 1997 abdeckt, erweitert wurde. Dieses Heft ist in gebundener Form als Mitteilungen und Berichte Nr. 26 unseren Mitgliedern kostenlos zur Verfügung gestellt; Nichtmitglieder können diesen Band zu einem Kostenbeitrag von DM 20,-- an unserem Institut erwerben. Bei Erstellung der Leasing- Bibliographie wurde auch weiterhin aufgrund des mittlerweile sehr umfangreichen leasingspezifischen Schrifttums auf ein alphabetisches Register verzichtet. Da zugleich aber die Gliederung, nach der die einzelnen Literaturquellen Themenschwerpunkten zugeordnet werden, weiter verfeinert worden ist, kann davon ausgegangen werden, daß die Bibliographie ihre Funktion als umfassender und praktischer Führer durch die Leasingliteratur auch weiterhin erfüllen kann. Darüber hinaus wird die Leasing- Bibliographie seit Frühjahr letzten Jahres mit großem Erfolg in Diskettenform angeboten, die neben der vorhandenen thematischen Sortierung der Quellen zudem eine alphabetische Arrangierung ermöglicht. Hierbei wurde von unserer Seite auf eine Kompatibilität mit allen gängigen Anwenderprogrammen geachtet; die aktualisierte Bibliographie-Diskette ist zu einem Kostenbeitrag von DM 60,-- an unserem Forschungsinstitut zu beziehen und umfaßt sowohl den grundlegenden Band als auch die Ergänzungslieferung der Bibliographie. Seite 3

4 Mitte des Jahres ist ein neuer Band der Mitteilungen und Berichte des Instituts mit der Nr. 27 erschienen, der neben dem letztjährigen Forschungsbericht Auszüge aus einer von mir betreuten Diplomarbeit zum Thema Leasing als Instrument einer innovativen Finanzierung öffentlicher Krankenhäuser beinhaltet. Auch konnten die Leasingspezialisten Herr Dipl.-Kfm. Klaus Feinen und Herr Dipl.-Volksw. Hans Joachim Spittler gewonnen werden, uns ihre im Rahmen des traditionellen Bank- und Börsenseminars gehaltenen umfassenden Vorträge zur Verfügung zu stellen, so daß die neuesten Mitteilungen und Berichte zudem Abhandlungen zum Thema Entwicklungen im externen Rechnungswesen von Leasinggesellschaften sowie zur Vertriebspolitik von Leasinggesellschaften zum Inhalt haben. Bezüglich der Anzahl von an meinem Seminar angefertigten Diplomarbeiten ist im Berichtszeitraum weiterhin eine Konsolidierung auf dem Niveau der Vorjahre zu konstatieren. Diese Tatsache resultiert wie schon in den Vorjahren aus der insgesamt stagnierenden Zahl der eingeschriebenen Studenten an der Kölner wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät wie auch aus einer Modifikation des Prüfungsverfahrens, die den Studenten nun die Erstellung der Diplomarbeit im Anschluß an die schriftlichen Examensklausuren ermöglicht. Den aktuellen Entwicklungen im Rahmen der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion für die Leasingbranche folgend wurden weiterhin rentabilitäts- und risikoorientierte Aspekte internationaler Leasingtransaktionen untersucht. Außerdem wählten die Studenten Themen aus den Bereichen der betriebswirtschaftlichen Analyse von Mobilien-Leasing-Fonds, der kommunalen Finanzierungen mittels Leasing, der Risikopolitik von Leasinggesellschaften wie auch rechnungswesenspezifische Themen zum Gegenstand ihrer Diplomarbeiten.

5 2 Veröffentlichungen und Öffentlichkeitsarbeit a) Veröffentlichungen Büschgen, Hans E. (Hrsg.): Praxishandbuch Leasing, München 1998 Büschgen, Hans E.: Grundlagen des Leasing, in: Praxishandbuch Leasing, hrsg. von Hans E. Büschgen, München 1998, 1. Teil 1. Kapitel 1, S Büschgen, Hans E.: Der Leasingmarkt in der Bundesrepublik Deutschland und seine Entwicklung, in: Praxishandbuch Leasing, hrsg. von Hans E. Büschgen, München 1998, 1. Teil 1. Kapitel 2, S Büschgen, Hans E.: Mobilienleasing, in: Praxishandbuch Leasing, hrsg. von Hans E. Büschgen, München 1998, 1. Teil 2. Kapitel 3, S Büschgen, Hans E.: Immobilienleasing, in: Praxishandbuch Leasing, hrsg. von Hans E. Büschgen, München 1998, 1. Teil 2. Kapitel 4, S Büschgen, Hans E.: Die Leasingentscheidung des Leasingnehmers, in: Praxishandbuch Leasing, hrsg. von Hans E. Büschgen, München 1998, 4. Teil 14. Kapitel 38, S Büschgen, Hans E.: Leasing und Europäische Währungsunion, in: Der Betrieb Spezial Leasing, Beilage Nr. 6/1998 zu Heft 20, S Büschgen, Hans E.: Leasing aus theoretischer Sicht, in: Enzyklopädisches Lexikon für das Geld-, Bank- und Börsenwesen, Fritz Knapp Verlag (Veröffentlichung erfolgt laut Auskunft des Verlages im Januar 1999). Büschgen, Hans E. (Hrsg.): Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln, Nr. 26 (Ende 1998). Büschgen, Hans E. (Hrsg.): Mitteilungen und Berichte des Forschungsinstituts für Leasing an der Universität zu Köln, Nr. 27 (1998). Seite 5

6 b) Sonstige Öffentlichkeitsarbeit Auch in diesem Berichtszeitraum deutet die Vielzahl von Anfragen und Auskunftsersuchen der Praxis sowie seitens der Studenten an meine Mitarbeiter und mich auf einen hohen Bekanntheitsgrad und Reputation unseres Forschungsinstituts hin, der nicht zuletzt durch unseren redaktionellen, das Forschungsinstitut vorstellenden Beitrag in der Zeitschrift Finanzierung, Leasing, Factoring Nr. 4, 1997, wie auch durch unsere Präsenz im Internet (unter der Adresse leasing.htm) weiter forciert werden konnte. Die geleistete Hilfestellung erfolgte in Form einer Vielzahl von beratenden Gesprächen wie auch Literaturhinweisen. Hierbei ist erfreulicherweise weiterhin eine Zunahme der Anzahl von Auskunftsersuchen der Studenten, die an anderen Universitäten und Fachhochschulen mit der Erstellung leasingspezifischer Seminar- oder Diplomarbeiten befaßt sind und im Forschungsinstitut für Leasing eine zentrale Anlaufstelle sehen, zu verzeichnen. Wie bereits im Tätigkeitsbericht der Vorperioden möchte ich aber nochmals darauf hinweisen, daß dem Institut nicht die Aufgabe eines Unternehmensberaters zukommen kann. Gerade letztere haben im Berichtszeitraum bei der Erarbeitung leasingspezifischer Konzepte des häufigeren das Forschungsinstitut kontaktiert. Zwar sind auch in solchen Fällen die Mitarbeiter grundsätzlich zu Gesprächen bereit; gleichwohl erscheint mir mit Blick auf Beratungsunternehmen und andere erwerbswirtschaftlich tätige Unternehmen, die Leistungen des Forschungsinstituts in Anspruch nehmen und ihrerseits die von ihnen geleistete Arbeit den Mandanten in Rechnung stellen, der Hinweis gestattet, daß Spenden an den Verein zur Förderung des Forschungsinstituts, das grundsätzlich keine Rechnungen für geleistete Dienste stellt, durchaus erlaubt sind. 3 Leasing und universitärer Lehrbetrieb a) Universitäre Rahmenbedingungen An der Universität zu Köln studieren gegenwärtig insgesamt ca Studenten, davon an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät, an der Juristischen und an der Philosophischen Fakultät. Von den Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlern sind im letzten Examenstermin 95 Kandidaten im Fach Bankbetriebslehre angetreten; dies entspricht einem jährlichen Aufkommen von ca. 190 Examenskandidaten für das Fach Bankbetriebslehre.

7 An meinem Seminar und Institut beschäftige ich gegenwärtig zehn wissenschaftliche Mitarbeiter; einen bereits promovierten Mitarbeiter mit dem Ziel der Habilitation sowie neun Doktoranden. Ferner sind an unserem Seminar zehn studentische Hilfskräfte im Umfang von je acht Wochenstunden tätig, deren Mitarbeit für bank- und leasingspezifische Tätigkeiten wie auch für die Aufrechterhaltung unserer institutseigenen Bibliothek unentbehrlich ist. Aus Mitteln des Forschungsinstituts für Leasing konnten hiervon zwei studentische Hilfskräfte sowie ein wissenschaftlicher Mitarbeiter (3/4-Stelle) bezahlt werden. Weitere Mittel des Forschungsinstituts für Leasing konnten für Ersatz- und Modernisierungsinvestitionen in unserem Computerbereich wie auch für unsere über regionale Grenzen hinweg Bekanntheit genießende Leasing-Bibliothek eingesetzt werden; in letzterer sind aus Institutsmitteln Neuerscheinungen für ca DM eingestellt worden. An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen für die bereitgestellten Mittel herzlich bedanken; sie leisten einen wertvollen Beitrag zur Förderung der Forschung und Lehre. Konkret konnte die aus Mitteln des Instituts finanzierte Leasing-Bibliothek im Berichtszeitraum um 42 Exemplare erweitert werden, so daß nunmehr ein Bestand von 781 Quellen existiert, davon 457 verschiedene zu leasingspezifischen Fragestellungen. Nicht unerwähnt bleiben sollen zudem die aus unserer Institutsarbeit erzielten Einnahmen, die mit dem Verkauf institutseigener Veröffentlichungen erzielt werden (MuB Nr. 21 Leasingverfahren im Hochschulbau, MuB Nr. 22 Leasing-Bibliographie sowie MuB Nr. 26 Leasing-Bibliographie Ergänzungsband). Sie beliefen sich bis dato auf über 3.500,-- DM und stehen für die Belange des Leasing-Instituts zur Verfügung. Seite 7

8 b) Lehrveranstaltungen Bei unserer letztjährigen Jahrestagung hat Herr Dr. Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, Jena, in einer überaus gut besuchten Veranstaltung engagiert zum Thema Wirtschaftsstandort Deutschland referiert und sich der anschließenden lebhaften Diskussion gestellt. Gegenstand des Vortrages bildeten die Ursachenerörterung der der deutschen Wirtschaft vornehmlich immanenten Problembereiche und der daraus resultierenden Konsequenzen; so wurden insbesondere Thematiken wie die Privatisierung und Deregulierung staatlicher Verfügungs- und Kontrollrechte sowie die Situation des deutschen Arbeitsmarktes problematisiert. Auch stellte die Erörterung potentieller Umverteilungsmaßnahmen einen Schwerpunkt im Vortrag dar, wobei Herr Dr. Späth diese Thematik sowohl anhand einer Analyse des Steuersystems als auch des Sozialversicherungssystems konkretisierte. Im Sommersemester erörterte Herr Dipl.-Volksw. Hans Joachim Spittler, Geschäftsführer der MKB Mittelrheinische Bank GmbH, MMV Leasing GmbH, Koblenz, die Vertriebspolitik von Leasinggesellschaften ausführlich, wobei er als Schwerpunkt seiner Ausführungen vertriebspolitische Grundfragen wie die Bestimmung adäquater Zielkunden, die Untersuchung potentieller Akquisitions- und Vertriebsalternativen wie auch die langfristige Kundenbindung thematisierte. Zudem legte Herr Spittler organisationale als auch personelle Aspekte des Vertriebs dar und skizzierte in diesem Kontext das Anforderungsprofil eines Leasingbetreuers, das in einer abschließenden ausblickenden Darlegung die u.a. einen interessanten Abriß neuer Vertriebskanäle zum Gegenstand hatte zudem um neue personalpolitische Anforderungen erweitert wurde. Desweiteren konnte Herr Dipl.-Kfm. Klaus Feinen, Sprecher der Geschäftsführung der deutsche Immobilien Leasing GmbH, Düsseldorf, im diesjährigen Sommersemester erneut als Gastredner für unser traditionelles Bank- und Börsenseminar gewonnen werden; er legte hier die Entwicklungen im externen Rechnungswesen von Leasing- Gesellschaften dar. Nach anschaulicher Darstellung der Bedeutung des Leasinggeschäftes in Deutschland und prägnanter Definition des externen Rechnungswesens allgemein konkretisierte Herr Feinen die leasingspezifischen Besonderheiten sowohl für den Bereich des Handels- als auch des Steuerrechts. Die sich hieran anschließende Erörterung internationaler Bilanzierungsnormen fokussierte vornehmlich die überaus ak-

9 tuelle Problematik einer europaweiten Harmonisierung der Rechnungslegungsvorschriften und stellte den aus dem HGB-resultierenden deutschen Normen anschaulich die Zurechnungskriterien nach IAS wie auch nach US-GAAP gegenüber. Auch wurden von meiner Mitarbeiterin Dipl.-Kffr. Sabine Göttgens leasingspezifische Fragestellungen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft zum Bank- und Börsenseminar erörtert. Die lebhafte Teilnahme der Studenten zeigt, daß die fortwährende Erörterung leasingspezifischer Themen in erheblichem Maße dazu beiträgt, die Studenten mit diesem Themenbereich vertraut zu machen. c) Diplomarbeiten Die Konsolidierung der Diplomarbeiten auf dem Niveau der Vorjahre wurde bereits an anderer Stelle angeführt. Es zeigt sich, daß derzeit vor allem Fragestellungen im Bereich der kommunalen Leasingfinanzierung, der Mobilien-Leasing-Fonds wie auch vor dem Hintergrund einer europäischen Harmonisierung die Erörterung leasingspezifischer Rechnungslegungsvorschriften und die hiermit einhergehenden Harmonisierungsperspektiven bei den Studierenden auf großes Interesse stoßen. Als problematisch erweist sich insbesondere bei den internationalen Themenstellungen, daß Arbeiten, die einen der zuvor genannten Problemkreise aufgreifen, aufgrund sich ändernder Rahmenbedingungen schnell an Aktualität verlieren. Deshalb möchte ich an die Praxis appellieren, meinen Mitarbeitern oder mir aufkommende Entwicklungsströme, die von nicht unmittelbar in das Marktgeschehen Involvierten nur mit zeitlicher Verzögerung erkannt werden können, mitzuteilen, damit auf dieser Basis eine möglichst auch den Praktikerbelangen gerecht werdende Leasingforschung betrieben werden kann. Diese Aufforderung bezieht sich selbstverständlich nicht nur auf Fragen des internationalen Leasing, sondern auch auf weitere, von der Praxis als relevant erachtete Themenkreise. Als geglücktes Resultat einer praxisunterstützten Diplomarbeit möchte ich auf die Arbeit von Herrn Dipl.-Kfm. Jochen Herkenrath verweisen, die sich dem Thema Leasing als Instrument einer innovativen Finanzierung öffentlicher Krankenhäuser Eine Analyse aus Sicht öffentlich-rechtlicher Körperschaften widmet und neben theoreti- Seite 9

10 schen Ausführungen zudem einen empirischen Teil vorstellt, der durch Interviews und Akteneinsicht sowohl beim Leasingnehmer, der Güstrower Krankenhaus GmbH, als auch beim Leasinggeber, der Deutsche Immobilien Leasing GmbH, gestützt wird. Dieses Projekt gilt in Deutschland bislang als einzigartig im Rahmen der Krankenhausfinanzierung; Auszüge dieser Diplomarbeit sind in unseren neuesten Mitteilungen und Berichten abgedruckt. 4 Verschiedenes Zum Abschluß möchte ich gerne noch auf eine besondere Veranstaltung in diesem Berichtszeitraum zu sprechen kommen, für deren Zustandekommen ich mich selbst im organisatorischen Sinne nicht verantwortlich zeichnen darf. So ist es mir in diesem Kontext angenehme Pflicht und ein besonderes Anliegen auf die mir zu meinem Geburtstag gewidmete Festschrift hinzuweisen, die mir im Rahmen eines akademischen Festaktes überreicht wurde. Für dieses besonders schöne und so darf ich wohl sagen ehrenvolle Geschenk möchte ich bei dieser Gelegenheit den Herausgebern und Autoren für ihre Initiative und ihr erfolgreiches Mitwirken an diesem Werk nochmals ganz herzlich danken. Auch möchte an dieser Stelle meinen Mitarbeitern für ihre im Interesse des Forschungsinstituts für Leasing stehende Arbeit danken; Frau Dipl.-Kff. Sabine Göttgens, die sich um die Belange des Forschungsinstituts engagiert kümmert, bin ich in diesem Zusammenhang zu besonderem Dank verpflichtet. Ihr Engagement war mir in diesem Berichtszeitraum unentbehrlich. Ein besonderer Dank gilt auch den Mitgliedern des Fördervereins für die Unterstützung unserer Arbeit in Forschung und Lehre. Ihre finanziellen Zuwendungen kommen gerade in einer Zeit immer weiter gekürzter öffentlicher Mittel insbesondere auch den Studierenden meines Lehrstuhls zugute.