Literatur: Mankiw, Kap. 31 und 32, Bofinger, kap. 16 bis 18, Arnold, Kap. V. Aufschwung: Wachstumsrate BIP steigt. Abschwung: Wachstumsrate BIP fällt

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1 1 12. Kurzfristie wirtschaftliche Schwankunen Literatur: Mankiw, Kap. 31 und 32, Bofiner, kap. 16 bis 18, Arnold, Kap. V Beriffe: Aufschwun: Wachstumsrate BIP steit Abschwun: Wachstumsrate BIP fällt Rezession: Periode des Abschwuns Depression: Periode mit neativen Wachstumsraten Konjunkturzyklus: Abfole von Auf- und Abschwun Schaubild a) und c) aus Mankiw Befunde: 1. Schwankunen sind unreelmäßi 2. Makroökonomische Kennzahlen schwanken parallel 3. Wachstum (Okun'sches-Gesetz) Arbeitslosikeit Fraen: Ursache der Schwankunen? Kann Wirtschaftspolitik etwas daran ändern?

2 2 Grundmodell (exoenes Niveau der Investitionen) A1: Der Konsum eribt sich emäß: C = C + c( Y T ) mit C > 0, 0 < c < 1 A2: Die Investitionen sind exoen. A3: Die areierte Nachfrae lässt sich darstellen als Y d = C + I + G (NX vernachlässit) A4: Die Unternehmen produzieren enau so viel, wie nachefrat wird: Y =Y d Die Annahme A4 ist die entscheidende. Setzt man die Konsumfunktion aus A1 in A3 ein, so erhält man: Y d = C + c( Y T ) + I + G Setzt man dies in A4 ein, kann man die Gleichun nach dem BIP Y auflösen und erhält: (*) Y C = ct + I 1 c + G Das dazuehörie Beschäftiunsniveau eribt sich aus: f ( L ) = Y Diese leichewichtien Niveaus stimmen nur per Zufall mit den lanfristien Niveaus Y* und L* (aus Kapitel 11) überein. Man kann dieses Modell benutzen, um die Wirkunen von einien wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu analysieren:

3 3 Eine schuldenfinanzierte Erhöhun der Staatsausaben erhöht das BIP um den keynesianischen Multiplikator (Ableiten von Y nach G) : Y G 1 = > 1 1 c Eine steuerfinanzierte Erhöhun der Staatsausaben ( G und T erhöhen sich um denselben Betra) erhöht das BIP um die Staatsausaben: Y G Y + T =1 Eine schuldenfinanzierte Steuersenkun erhöht das BIP um Y T c = 1 c In dem obien Grundmodell sind eldpolitische Maßnahmen nicht analysierbar, weil eldpolitisch relevante Größen wie Preisniveau oder Zinsniveau nicht modelliert sind. Allerdins war die Annahme, dass die Investitionen exoen voreeben sind, extrem. Wir ändern dies im Folenden und haben damit einen Baustein, der auch eldpolitische Maßnahmen analysierbar macht: Anstatt A2 nehmen wir nun an: A2*: Die Investitionen hänen vom realen Zinssatz i ab: I (i) mit I ( i) < 0 Setzt man dies in die Gleichun (*) für das leichewichtie BIP ein, so wird deutlich, dass das leichewichtie BIP neativ vom Realzins abhänt. Wenn wir diese Beziehun in ein Koordinatensystem mit Achsen für i und Y abtraen, dann wird dies eine fallende Kurve sein, die so enannte IS-Kurve. Damit haben wir nun zwei unbekannte Größen in unserem Modell, das BIP Y und den Zinssatz i. Schon aus diesem Grunde brauchen wir einen weiteren Baustein. Eine Mölichkeit, die wir in voraneanenen Kapiteln auch benutzt haben, besteht darin, dass wir die Tatsache nutzen, dass die Geldnachfrae neativ vom Zinssatz abhänt. Zusammen mit einem Geldanebot der Zentralbank könnten wir auf diese

4 4 Weise den Zinssatz bestimmen. Dies würde zu einer so enannten LM-Kurve führen, die zusammen mit der IS-Kurve beide unbekannten Größen bestimmen würde. Ein solches Vorehen unterstellt, dass eine Zentralbank tatsächlich die Geldmene direkt festlet. Wie wir esehen haben, versucht die Zentralbank aber in erster Linie über ihre Zinspolitik die Geldmene zu beeinflussen. Wir werden daher davon ausehen, dass die Zentralbank nicht die Geldmene direkt festlet, sondern einen Zinssatz festlet. Dazu benötien wir eine Idee, mit welcher Reel sie dies tut. Wir werden hier eine vereinfachte Form der Taylor Reel benutzen: A5: Die Zentralbank folt der Taylor Reel: (**) i = itr + α( Y Y*) Die Reel enthält normalerweise auch einen Term, der eine Anpassun an Inflationsefahren berücksichtit. Wir haben aber in Kapitel 11 esehen, dass überdurchschnittliche Inflationsraten mit einem überdurchschnittlichen BIP verbunden sind. Daher können wir uns aus Vereinfachunsründen mit dieser Formulierun der Reel zufrieden eben. Da wir davon ausehen, dass Y um den Wert Y* schwankt, ist i TR der durchschnittliche lanfristie Zinssatz. Die Gleichun in A5 bedint in einem ( i, Y ) Schaubild eine positiv eneite Kurve, die TR-Kurve. i IS TR Y Der Schnittpunkt ibt nun das leichewichtie BIP, Y, und den leichewichtien Zinssatz, i, an. Analytisch erhalten wir dieses Resultat, indem die beiden Gleichunen (*) und (**) elöst werden.

5 5 Mit Hilfe dieses Modells kann man wiederum untersuchen wie sich fiskalpolitische Maßnahmen (die oben im ersten Modell untersuchten) auswirken. Es ist aber auch mölich, eldpolitische Maßnahmen wie eine stärkere oder schwächere azyklische Ausrichtun oder eine Variation der Zielzinsrate i TR untersuchen. Wir werden dies hier raphisch tun. Fiskalpolitische Maßnahmen: Alle oben diskutierten Maßnahmen wirken sich expansiv aus. Dieses Resultat wird auch in dem hiesien allemeineren Modellkontext ülti bleiben. Erhöhunen der der Staatsausaben (unabhäni davon, wie sie finanziert werden) erhöhen die rechte Seite von (*). Dasselbe ilt für eine Schuldenfinanzierte Steuersenkun. Dies bedeutet raphisch, dass solche Maßnahmen die IS-Kurve nach oben verschieben: Dies verdeutlicht das oben anekündite Resultat: Das BIP steit. Aber es steit um wenier als im einfachen Fall ohne Zinsabhänie Investition. Wie stark es steit, hänt von der Steiun der TR-Kurve und damit vom Ausmaß der azyklischen Ausrichtun der Geldpolitik ab. Eine Erhöhun des Zielzinssatzes oder eine stärkere azyklische Ausrichtun der Geldpolitik, falls das BIP über dem lanfristien BIP, Y*, liet, verschiebt die TR- Kurve nach oben.

6 6 In einem solchen Fall wirkt eine solche Geldpolitik kontraktiv. Kann also Geldpolitik und Fiskalpolitik zur Stabilisierun kurzfristier Schwankunen beitraen? Grundsätzlich ja. Aber so einfach ist es nicht. Und außerdem ibt es noch automatische Stabilisatoren.

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