Eine Kultur der Gewaltfreiheit entwickeln

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1 Programm Angebote

2 Eine Kultur der Gewaltfreiheit entwickeln»konflikte erkennen, Konflikte gewaltfrei austragen und gewaltfreien Widerstand leisten einen Boden bereiten für eine Kultur der Gewaltfreiheit.«Mit dieser Ausrichtung wurde die Werkstatt 1984 als friedenspolitische Bildungseinrichtung und Trainingszentrum gegründet. Denn Gewalt und Krieg, Diskriminierung und Unfreiheit erfahren täglich sehr viele Menschen. Passiv bleiben oder sich gewaltsam wehren erscheint als einzige Handlungsmöglichkeit. Dem setzt die Werkstatt hoffnungsvolle und konstruktive Alternativen entgegen. Die Werkstatt bietet einen Lern-Raum, in dem erfahren werden kann: Die Welt ist veränderbar auch ohne Gewalt.»Gewaltfreiheit ist nicht nur eine Methode, sie ist zugleich eine Haltung. Als Haltung überzeugt sie jedoch nur, wenn sie praktische Konsequenzen zeitigt. Wolfgang Sternstein, Friedensforscher»Wir werden niemals Frieden in der Welt haben, bevor die Menschen nicht anerkennen, dass Mittel und Zweck, Weg und Ziel nicht voneinander zu trennen sind. Martin Luther King

3 Konflikte austragen Langjährige Erfahrungen und Wissen aus der Friedens- und Ökologiebewegung machen den Reichtum der Werkstatt aus. Sie ist ein Ort, an dem gewaltfreie Praxis und Aktionserfahrungen unter aktuellen Bedingungen vermittelt werden. In Trainings unterstützen wir die Vorbereitung gewaltfreier Aktionen, z. B. von Umwelt-, Friedens- oder globalisierungskritischen Gruppen. In Einrichtungen der Erwachsenenbildung und mit Berufsgruppen führen wir Seminare und Trainings in gewaltfreier Konfliktaustragung durch. Das seit einigen Jahren durchgeführte Fortbildungsprogramm zur Grundqualifikation in gewaltfreier Konfliktbearbeitung ergänzt unser Angebot. Wo sich die/der Einzelne zunächst ohnmächtig erlebt, entstehen während des Trainings in Gewaltfreiheit neue Handlungsperspektiven:»In dem Training habe ich erfahren, wie konkret Gewaltfreiheit sein kann und welche Fülle von kreativen Möglichkeiten einer Gruppe zur Verfügung steht«, sagt eine Seminarteilnehmerin. Gewaltfrei aktiv sein Gewaltfreie Konfliktaustragung ist möglich, und sie kann erlernt werden. In Werkstattseminaren und -veranstaltungen entwickeln wir Kampagnen (z. B. gegen Sozialabbau oder Minenproduktion), üben wir Zivilcourage ein (z. B. bei Fremdenfeindlichkeit, bei Sexismus) und führen Mediationen durch (z. B. in Stadtteilkonflikten). Darüber hinaus arbeiten WerkstattmitarbeiterInnen an politischen Konzepten ziviler Konfliktaustragung (z. B. Ziviler Friedensdienst). Die Methoden aktiver Gewaltfreiheit lassen Menschen und Gruppen handlungsfähiger werden ganz praktisch im Alltag wie auch in der politischen Auseinandersetzung. Sie unterstützen Menschen darin, ihre Interessen gegen zerstörerische Entwicklungen unserer Zeit zu vertreten. Privates und Politisches gehen dabei Hand in Hand: gewaltlos, aber nicht machtlos. Seminarprogramm siehe Rückseite.»Es besteht überhaupt kein Zweifel, dass Gewaltlosigkeit funktioniert! Unsere Aufgabe ist es, diese gewaltlose Kultur zu verbreiten. Johan Galtung

4 Zur praktischen Friedensarbeit anleiten Mit drei Hauptamtlichen in den Büros Heidelberg und Freiburg und ca. einem Dutzend freien MitarbeiterInnen leiten wir zur praktischen Friedensarbeit an. Wir vermitteln Grundlagen und Methoden gewaltfreier Konfliktaustragung für Gruppen und in Organisationen. Im Sinne einer»werkstatt«geht es uns um das Weiterreichen von Handwerkszeug, das Gruppen und einzelne Menschen in der Auseinandersetzung mit direkter und struktureller Gewalt zum gewaltfreien Handeln befähigt. Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden Büro Heidelberg: Renate Wanie Im Eine-Welt-Zentrum/Kulturbahnhof, Am Karlstor Heidelberg Telefon , Telefax Büro Freiburg: Christoph Besemer und Bernd Sahler Vauban-Allee 20, Freiburg Telefon , Telefax Buchversand: Sonnhild Thiel Alberichstraße 9, Karlsruhe Telefon , Telefax Die Werkstatt im Internet: Anstiften zum Fördern Friedensarbeit ist Basisarbeit. Den Boden bereiten für eine lebenswerte Zukunft dafür lohnt es sich zu engagieren. Wichtig sind auch diejenigen, die die Arbeit finanziell mittragen. Der Trägerverein»Gewaltfrei Leben Lernen«e. V. unterstützt die Werkstatt ideell und finanziell. Allen potenziellen SpenderInnen und FörderInnen bietet er die Möglichkeit, die Arbeit der Werkstatt regelmäßig oder einmalig mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Jeder Beitrag ist eine tatkräftige Ermutigung und trägt zur kontinuierlichen Weiterarbeit der Werkstatt bei. Bitte fordern Sie entsprechende Infos an. Spendenkonto: Gewaltfrei Leben Lernen e.v. Postbank Karlsruhe, BLZ , Kto.Nr Spenden sind erwünscht und steuerlich absetzbar.

5 Seminare und Trainings Die Werkstatt führt auf Anfrage Seminare, Trainings und andere Veranstaltungen mit Einrichtungen, Initiativen und Gruppen aus sozialen Bewegungen durch. Folgende Themen bieten wir an: Gewaltfreiheit und Gewaltfreie Aktion Einführung in Theorie, Praxis und Geschichte der Gewaltfreien Aktion. Bezugspunkte sind aktuelle soziale Bewegungen, aber auch Erfahrungen aus anderen Ländern und wichtige Personen wie Martin Luther King und Gandhi. Aktionsplanung Die Werkstatt unterstützt Gruppen, die politisch aktiv werden wollen, durch Konfliktanalyse, Aktionsideen und -entwicklung und Strategieplanung. Aktionstraining Ein Training dient zur Vorbereitung auf eine konkrete Aktion. Mögliche Elemente sind: Auseinandersetzung mit Gewaltfreiheit und Gewalt Umgang mit Angst und Aggression Entscheidungsfindung Bezugsgruppensystem Einüben von geplanten Aktionen Informationen über juristische Folgen. Ziviler Ungehorsam Wo Protest gegen ein Unrecht wirkungslos bleibt, bietet ziviler Ungehorsam eine gewaltfreie Möglichkeit den Widerstand zu steigern: Durch gezieltes Übertreten von Gesetzen wird die Rechtmäßigkeit staatlicher Politik in Frage gestellt (zum Beispiel Blockade eines Kasernentors gegen Kriegsvorbereitungen). Themen: Formen und Wirkungen des zivilen Ungehorsams, Gewissensentscheidung und Legitimation der Regelverletzung, Umgang mit juristischen Folgen. Entscheiden im Konsens Konflikte in Gruppen haben oft ihre Ursache darin, dass Entscheidungen getroffen werden, die nicht alle Beteiligten mittragen können. Minderheiten werden von der Gruppe überstimmt, Schwächere können ihre Meinung nicht ausreichend darstellen. Dass es mit dem herrschaftsfreien Konsensverfahren auch anders gehen kann, wird anhand von konkreten Beispielen und praktischen Übungen vorgestellt und eingeübt.

6 Boykott Die Macht der KonsumentInnen Ethische Kaufentscheidungen für ökologische, friedenspolitische und menschenrechtliche Forderungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. In einem Seminar wird entwickelt, zu welchem Zeitpunkt und wie ein Boykott aufgebaut, geplant und organisiert werden kann. Kampagnen erfolgreich planen und organisieren Politische Veränderungen planen, Öffentlichkeit schaffen, Druck entfalten: z. B. für soziale Rechte, gegen die Renaissance der Atomenergie, für Klimaschutz, gegen Kriegspolitik. Kampagnen sind angesagt, regional oder bundesweit, im Stadtteil und im Internet. Die Werkstatt hat seit vielen Jahren Erfahrung in der erfolgreichen Begleitung, Planung, Organisation und Durchführung von Kampagnen. Moderation von Gruppen Zukunftswerkstatt, Open Space, Projektplanung oder Großgruppenmoderation. 15, 50, 100 Menschen und mehr kommen zusammen und planen gemeinsam ihre Zukunft oder eine Aktion selbstbestimmt, kreativ und ergebnisorientiert. Die Werkstatt begleitet hierbei Gruppen aus den sozialen Bewegungen, aus Stadtteil- und Wohnprojekten, Vereinen, Gewerkschaften, Projektteams oder Kirchengemeinden. Und wenn es kriselt oder schwierige Entscheidungen anstehen: Durch konsensorientierte Moderation können Werkstatt-MitarbeiterInnen die Gruppen wirkungsvoll unterstützen. Zivilcourage Ein Training in Zivilcourage zum Verhalten in Diskriminierungs- und Gewaltsituationen: mit der experimentellen Rollenspieltechnik»Forumtheater«aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal und praktischen Übungen zur Kommunikation und zum Umgang mit Gewalt. Statt wegsehen, draufhauen oder fliehen werden eine Vielfalt von Handlungsmöglichkeiten entwickelt. Zivile Konfliktbearbeitung eine Alternative zum Militär Die Friedensbewegung bietet ein Gesamtkonzept für eine Politik, die sich nicht auf Militär stützt und Kriege verhindert: die zivile Konfliktbearbeitung (ZKB). Die Dimensionen der ZKB beruhen auf einer politischen Konfliktkultur, die mittels vielfältiger Verfahren und Handlungsstrategien Wege eröffnet, die Gewaltspirale zu verlassen und Konflikte und ihre Ursachen zu bearbeiten. Die Grundlagen und Instrumentarien der ZKB (z. B. zivile Friedensdienste, rechtzeitige Vermittlung, Frühwarnsysteme) werden anhand von politischen Konfliktbeispielen diskutiert. Konflikte gewaltfrei austragen Ich siege, du verlierst, ist eine weitverbreitete Auffassung in Konflikten. Auf der Grundlage von eigenen Erfahrungen werden neben theoretischen Überlegungen die vielfältigen Möglichkeiten einer gewaltfreien Konfliktaustragung im Alltag (Familie, Arbeitsplatz, Schule) ausprobiert und ein anderes Konfliktverständnis verdeutlicht.

7 Mediation Vermittlung in Konflikten Konflikte sind oft so weit eskaliert oder festgefahren, dass eine konstruktive Konfliktlösung nicht mehr möglich erscheint. Dies gilt gleichermaßen für private wie für politische Konflikte. Einer neutralen dritten Person kann es jedoch gelingen, die Konfliktparteien aus der Sackgasse herauszuführen und beim Finden einer gemeinsamen Lösung behilflich zu sein. Dieses Verfahren, Mediation genannt, wird vorgestellt und in praktischen Übungen ausprobiert. Wir bieten auch praktische Vermittlungstätigkeit in aktuellen Konflikten an, besonders für Gruppen und Teams. Konflikte in der Schule In der Ausbildung von PädagogInnen werden kaum Kompetenzen für den Umgang mit Konflikten im Schulalltag vermittelt. Unser Angebot richtet sich sowohl an LehrerInnen, die Schwierigkeiten mit dem Verhalten von SchülerInnen haben, als auch an SchülerInnen, die unter Konflikten leiden und einen gewaltfreien Umgang untereinander einüben wollen. Aus- und Fortbildungen Die Fortbildungen führen in die Theorie und Praxis der Gewaltfreiheit ein und qualifizieren in folgenden Bereichen: Fortbildung in Moderation und Konsens Mit vielen praktischen Übungen zur Konsensfindung und konsensorientierter Moderation. Reflektion und Diskussion der verschiedenen Aspekte des Themas. Fortbildung»Zivilcourage oder die Banalität des Guten«Zivilcourage ist lernbar. Vielfältige praktische Übungen, experimentelles Rollenspiel und das Einüben von alltagsbezogenen Verhaltensweisen stehen im Mittelpunkt der Workshops in Zivilcourage. Praxisbezogene Reflexionen dienen der thematischen Abrundung. Für Aktive aus sozialen Bewegungen, Kirchengemeinden und Menschen aus pädagogischen Berufen. Ausbildung und Vertiefungsseminare in Mediation Ausbildung in Mediation in mehreren Blöcken. Vertiefende Seminare zu speziellen Problemen in der Mediation. Aktuelle öffentliche Einzelveranstaltungen der Werkstatt in eigener Trägerschaft oder in Kooperation entnehmen Sie bitte den zwei- bis dreimal im Jahr erscheinenden Werkstatt- Mitteilungen»Gewaltfrei Aktiv«, die Sie auch im Internet nachlesen können. Die Werkstatt im Internet:

8 Veröffentlichungen der Werkstatt Konsens Handbuch zur gewaltfreien Entscheidungsfindung Eine Handreichung für Gruppen zur selbstständigen Praxis. In kurzen Abschnitten wird das Konsensverfahren und seine Anwendung beschrieben für Klein- und Großgruppen. Neben Erfahrungsberichten, einer Anleitung zur Moderation, vielen Methoden und Übungen werden auch gesellschaftspolitische Aspekte beleuchtet. 220 S., 12, Konflikte verstehen und lösen lernen Ein Erklärungs- und Handlungsmodell zur Entwurzelung von Gewalt nach Pat Patfoort. Der Zusammenhang von Konflikt und Gewalt wird in einem einfachen Modell aufgezeigt und es werden konstruktive Alternativen entwickelt. 142 S., 8, Mediation Vermittlung in Konflikten Eine umfassende und praxisorientierte Einführung in die Grundlagen der Mediation. 144 S., 8, Mediation in der Praxis. Erfahrungen aus den USA Anwendungsgebiete und Fallbeispiele für Mediation, Entwicklungen und Diskussionen in der US-amerikanischen Mediationsbewegung, Interviews mit MediatorInnen, u. a. zu Fragen des Machtungleichgewichts in der Mediation und Problemen politischer Mediation. 97 S., 6,50 Boykott Die große Macht der kleinen Leute Was ist ein Boykott? Wie plane ich einen erfolgreichen Boykott? Grundlagen für die Durchführung einer Boykottkampagne, historische Fallbeispiele, rechtliche Informationen. 79 S., 5, Gewaltfrei gegen Hitler? Gewaltloser Widerstand gegen den Nationalsozialismus und seine Bedeutung für heute Das Dogma vom Scheitern des Pazifismus gegenüber faschistischer Gewaltherrschaft wird in diesem Buch in Frage gestellt. Dazu werden zahlreiche Beispiele erfolgreichen gewaltlosen Widerstands und ziviler Politik gegen den Nationalsozialismus vorgestellt und analysiert. Die Texte wollen zur Überwindung der fatalistischen Kriegsgläubigkeit beitragen! 117 S., 9, Gewaltfrei leben lernen Über Gewaltentstehung, die Ursachen von Gewalt an der Schule und über rechtsextreme Gewalt. Aber auch über Regeln richtigen Streitens, Umgang mit Aggression und Prävention von Gewalt (Eine Veröffentlichung des Vereins für Friedenspädagogik). 13 S., 1,30 Die genannten Preise sind Einzelpreise. Versandkosten werden extra berechnet. Bei Abnahme von zehn Exemplaren gibt es Rabatt. Bestellung der Bücher bitte an unseren Buchversand in Karlsruhe.

9 Rückmeldung Diesen Abschnitt bitte ausfüllen, abtrennen und an die Werkstatt in Heidelberg einsenden. Buchbestellungen können Sie auch direkt an den Buchversand in Karlsruhe senden. Ich/ wir haben Interesse, eine Veranstaltung mit der Werkstatt durchzuführen. Thema Veranstaltungsform Veranstalter/-in Zeitraum Ich bestelle folgende Werkstatt-Veröffentlichungen: Anzahl/ Kurztitel Bitte senden Sie mir künftig die zwei- bis dreimal jährlich erscheinenden Werkstatt-Mitteilungen»Gewaltfrei Aktiv«kostenlos zu. Zur Weitergabe an Bekannte bitte ich um Zusendung von weiteren Exemplaren dieser Werkstatt-Information. Ich möchte die Friedensarbeit der Werkstatt regelmäßig durch einen Förderbeitrag oder eine Mitgliedschaft unterstützen: jährlicher Beitrag 80, ; Nicht- oder Geringverdienende 40,. Ich unterstütze die Arbeit der Werkstatt durch eine einmalige Spende in Höhe von Spendenkonto: Gewaltfrei Leben Lernen e.v., Kto.-Nr , Postbank Karlsruhe, BLZ

10 Name, Vorname Straße PLZ, Wohnort Werkstatt für Gewaltfreie Aktion, Baden Büro Heidelberg (im EWZ) Am Karlstor Heidelberg Telefon, Telefax

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