Zahnerosionen. [ S o n d e r p u b l i k a t i o n ] Sonderpublikation 06/08

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1 Fortbildung punktet BAK 2008/177 Sonderpublikation 06/08 Zahnerosionen Informieren Sie sich über den Aufbau der Zähne, die Gefährdung des Zahnschmelzes durch Säuren und mögliche, prophylaktische Maßnahmen. Erwerben Sie einen Fortbildungspunkt. [ S o n d e r p u b l i k a t i o n ]

2 Die Zähne, ursprünglich als reine Kau- und Zerkleinerungswerkzeuge angelegt, sind längst mehr als das. Sie dienen als Symbol für Gesundheit, Jugend und Erfolg, für die Pflege des eigenen Körpers vorausgesetzt, sie sind intakt. Zahnkrankheiten haben in diesem Kontext keinen Platz. Doch auch die Zähne müssen der modernen Lebensweise ihren Tribut zollen. Dabei gewinnt ein Thema zunehmend an Bedeutung: Zahnerosion - säurebedingter vorzeitiger Zahnschmelzabbau. Um die recht komplexe Materie besser verstehen zu können, wird im Folgenden erklärt, wie und woraus die Zähne aufgebaut sind. Der Aufbau der Zähne Was bei einem gesunden Gebiss von außen zu sehen ist, stellt nur einen kleinen Teil eines Zahnes dar: die mit weißem Schmelz bedeckte Zahnkrone (Corona dentis), die aus dem Zahnfleisch herausragt. Die Zahnwurzel (Radix dentis) verankert den Zahn im Kiefer und kann eine, zwei oder mehrere Wurzeln haben. Der Übergang von der Zahnkrone zur Zahnwurzel wird als Zahnhals (Collum dentis) bezeichnet und ist normalerweise von Zahnfleisch bedeckt. Der Zahnschmelz (Enamelum) gibt dem Gebiss seine charakteristisch cremig-weiße Farbe. Er lagert im sichtbaren Bereich auf dem weicheren, gelblichen Zahnbein (Dentin) und ist physikalisch gesehen das härteste Material, über das der menschliche Organismus verfügt. Das Zahnbein, welches von der Wurzel bis in die Zahnkrone reicht, umhüllt das Zahnmark (Pulpa dentis). Dieser innere Teil des Zahns ist von Blut- und Lymphgefäßen sowie Nervenfasern Perfekte Zähne für ein strahlendes Lächeln wünscht sich wohl jeder. Doch selbst wenn die Zähne von außen auf den ersten Blick noch unversehrt erscheinen, können sich erste Läsionen schmerzhaft bemerkbar machen. Denn der Verlust von Zahnschmelz macht die Zähne empfindlich. Was man dagegen tun kann, zeigt Ihnen unser Artikel. Zahnerosionen Das geht jeden an 2 > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 <

3 Von zunehmender Bedeutung ist das Thema des vorzeitigen, säurebedingten Zahnschmelzabbaus in Abwesenheit von Bakterien. innerviert. Das Zahnmark ist der schmerzempfindlichste Bereich des Zahns. Dentin besitzt selbst keine Nervenfasern/-endigungen und ist somit schmerzunempfindlich. Da das Zahnbein aber von feinsten Kanälchen (Dentintubuli) durchzogen ist, die von der Oberfläche bis zum Zahnmark reichen, kann es Reize (heiß, kalt, süß, sauer) bis zur Pulpa weiterleiten, die dort als Schmerz wahrgenommen werden (siehe unten). Der Zahn wird nicht rein mechanisch im Kiefer gehalten, sondern seine Wurzel ist mit Zahnzement (Cementum) im Zahnhalteapparat (Zahnbett, Parodontium) beweglich aufgehängt. Zusammen bilden Zahnschmelz, Zahnbein und Zahnzement die Zahnhartsubstanz. Das Zahnfleisch (Gingiva) lagert auf dem Kieferknochen und umgibt einen Teil des Zahns. Anatomisch gehört es zum Zahnhalteapparat. Zahnschmelz eine gefährdete Substanz chemischem Weg (Erosion, Karies) vonstatten gehen. Häufig greifen die abbauenden Prozesse negativ synergistisch ineinander. Bei der Attrition geschieht der Abrieb durch den natürlichen, direkten Kontakt der Zähne miteinander, wie es beispielsweise beim Zähneknirschen (Bruxismus) der Fall ist. Die Abrasion ist der Verlust von Zahnschmelz durch das Einwirken äußerer Faktoren, wie zum Beispiel durch hoch abrasive Zahnpasten oder durch zu hohen Putzdruck im Rahmen der Zahnreinigung. Die nicht bakterielle, säurebedingte Auflösung von Zahnschmelz wird als Zahnerosion bezeichnet. Dabei können die Säuren aus zwei Quellen stammen: zum einen aus dem Mageninhalt (intrinsische Ursache), zum anderen aus Nahrungsmitteln (extrinsische Ursachen). Bei den intrinsischen Ursachen ist besonders die Ess-Brech-Sucht (Bulimie) erwähnenswert. Die Zähne von Bulimie-Patienten kommen Der härteste Stoff des Körpers besteht zu 95 Prozent aus Mineralstoffen wie Calcium und Phosphat und dem Spurenelement Fluor. Calcium und Phosphat reagieren zu Calciumphosphathydroxid (Ca 5 (PO 4 ) 3 (OH) oder Hydroxylapatit. Obwohl die anorganische Substanz härter als Stahl ist, ist sie nicht unverwüstlich. Ihr größter Gegner sind Säuren, denn chemisch betrachtet geht Hydroxylapatit bei einem leicht sauren ph-wert von 5,5 in Lösung. Der Verlust von Zahnhartsubstanz kann auf physikalischem (Attrition, Abrasion) oder Zähneputzen nach dem Essen ein alter Hut? Wer kennt sie nicht, die Empfehlung, sich nach jedem Essen die Zähne zu putzen. So gut gemeint dieser Rat ist, gilt er heute nicht mehr uneingeschränkt. Denn wer sofort nach der Aufnahme stark säurehaltiger Lebensmittel mit dem Putzen beginnt, unterstützt die säurebedingte Zahnerosion noch. Untersuchungen ergaben, dass sogar der Kontakt der Zunge mit der erweichten Zahnhartsubstanz ausreicht, ihren Mineralverlust zu erhöhen. Deshalb wird heute diskutiert, die Mundhygiene vor dem Essen zu empfehlen. > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 < 3

4 Der säurebedingte Erosionsprozess ist schleichend und führt zur Schmerzempfindlichkeit oft mehrmals täglich mit saurem Erbrochenem in Kontakt. Die Folgen sind dramatisch, die Zähne werden massiv irreversibel geschädigt. Im Gegensatz hierzu zerstören bei der Karies säureproduzierende Bakterien den Zahnschmelz und das Dentin. Die Säure entsteht aus dem Abbau niedermolekularer Kohlenhydrate, insbesondere durch Streptococcus mutans. Wie Karies die Zähne zerstört Karies ist eine lokal anzutreffende Erkrankung der Zahnhartsubstanz. Der entscheidende Unterschied zur oben beschriebenen Zahnerosion ist das Vorhandensein von Bakterien, allen voran Streptococcus mutans und Laktobazillen. Außerdem müssen kariogene ökologische Faktoren vorhanden sein, wie der häufige Konsum niedermolekularer Kohlenhydrate. Desweiteren spielen die Fließrate des Speichels, seine Zusammensetzung und weitere, individuelle Gegebenheiten (z. B. Immunstatus, Zahnfehlstellungen, orale Hygiene) eine Rolle. Der abbauende Prozess beginnt an der Oberfläche. Durch den sauren ph-wert werden Calcium- und Phosphat-Ionen aus dem Hydroxylapatit-Gitter des Zahnschmelzes herausgelöst. Schreitet der Prozess fort, wird das Dentin angegriffen und schlimmstenfalls entsteht ein Loch. Die gute Nachricht: Die Bedeutung der Karies hat nachgelassen. Die zahnmedizinische Prophylaxe und eine gute zahnärztliche Versorgung haben zu einer erheblichen Kariesreduktion geführt. Als klassische Säulen der Ka- Streptococcus mutans: ein kariogenes Bakterium riesprävention gelten regelmäßige Zahnarztbesuche, eine zahngesunde Ernährung, effiziente Mundhygiene sowie eine ausreichende Fluoridierung der Zahnhartsubstanz. Modern, aber schädlich In Europa misst man heute der säurebedingten Erosion die größte Bedeutung für den Zahnhartsubstanzverlust bei. Säuren sind ein üblicher Bestandteil der modernen Ernährung, besonders wenn viel Obst und/oder Fruchtsäfte konsumiert werden. Dabei spielt es offenbar weniger eine Rolle, wie viel von dem jeweiligen Nahrungsmittel verzehrt, sondern eher, wie damit umgegangen wird. Je länger ein säurehaltiges Lebensmittel oder Getränk im Mund verbleibt, je länger also die Kontaktzeit mit dem Zahn ist, umso größer ist das Risiko, dass eine Zahnerosion entsteht. Wer also seinen Softdrink oder Fruchtsaft lange im Mund herumwälzt, steigert die Gefahr, dass der Zahnschmelz angegriffen wird. Apropos Softdrinks: Der Konsum entsprechender Produkte in jungen Jahren hat einen erheblichen Einfluss auf die Alterung der Zähne. Man geht davon aus, dass die Aufnahme von einem Liter Softdrink pro Tag einen Millimeter Schmelz in zwei bis 20 Jahren auflösen kann. Desweiteren ist die Häufigkeit des Kontaktes von Bedeutung. Die modernen Ernährungsempfehlungen sind dahingehend ausgerichtet, dass über Normalerweise herrscht in der Mundflora ein ökologisches Gleichgewicht. Beim übermäßigen Konsum von niedermolekularen Kohlenhydraten ist dieses gestört. Durch das vermehrte Auftreten von Säuren entsteht im Inneren der Plaque ein Milieu, in dem sich säureaffine Mikroorganismen wohlfühlen und vermehren. Das betrifft insbesondere Streptococcus mutans. Noch bei einem ph-wert unter 5, bei dem andere Bakterien zu Grunde gehen, ist der Keim in der Lage, organische Säuren zu bilden. Streptococcus mutans ruft mit großer Wahrscheinlichkeit Karies hervor. Sein Vorhandensein lässt sich mit antimikrobiellen Maßnahmen drastisch reduzieren. Quelle: Detlef Heidemann (Hrsg.), Kariologie (PDZ), Urban & Fischer 2005, ISBN: > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 <

5 den Tag verteilt mehrere, kleine Portionen gegessen werden. Außerdem wird heute großer Wert auf Obst und Gemüse gelegt, keine Ernährungsweise, die sich gesund nennt, kann darauf verzichten. Mehrere Mahlzeiten am Tag verlängern allerdings die Zeitspanne, in denen die Zähne mit Kauen beschäftigt sind, damit steigt auch das Risiko sowohl der mechanischen als auch der chemischen Abnutzung. Weiche Zähne bei Kindern Gesunder Zahn Schmerzempfindlicher Zahn Geht es um den vorzeitigen Verlust von Zahnhartsubstanz, zeigt sich, dass säurebedingte Läsionen keine Altersfrage sind. Eine Untersuchung von Kindern ergab, dass deren Milchzähne deutliche Schäden hatten:» Im Alter zwischen zwei und fünf Jahren wurden bei 30 Prozent der Kinder Erosionen gefunden.» Unter den Elfjährigen wiesen sogar 70 Prozent entsprechende Schäden auf. Erschwerend kommt hinzu, dass der Zahnschmelz bei den ersten Zähnen um bis zu 40 Prozent dünner und auch weicher als bei Erwachsenen ist. Diese Zahlen machen deutlich, wie wichtig die richtige Mundhygiene und das richtige Ernährungsverhalten bereits in sehr frühen Jahren ist. Denn verlorener Schmelz kann nicht ersetzt werden. Empfindliche Reaktion Nachdem die Karies an Bedeutung verloren hat, rückt ein anderes Problem in den Mittelpunkt des zahnärztlichen Interesses: Viele Menschen, in Deutschland soll das jeder zweite sein, leiden an empfindlichen Zähnen. Experten verwenden dafür auch den Begriff Dentinempfindlichkeit, Wurzelsensitivität oder dentinale Sensibilität. Die folgende Definition beschreibt den Zustand treffend. Dentinüberempfindlichkeit ist durch einen kurzen, stechenden Schmerz gekennzeichnet, der durch freiliegendes Dentin verursacht und als Antwort auf einen thermischen [Anm. der Red.: heiß, kalt] oder chemischen oder Tastreiz ausgelöst wird und keiner anderen Störung zugeschrieben werden kann. Wie kommt es soweit? Neben dem Rückgang von Zahnfleisch (Parodontose) ist der Verlust von Zahnschmelz die wichtigste Ursache. Ohne schützenden Zahnschmelz liegt das Dentin frei, die Dentinkanälchen sind offen und bekommen Kontakt mit der Mundhöhle. Die vielen, mikroskopisch kleinen Kanälchen, die das Zahnbein durchziehen, sind mit einer Flüssigkeit gefüllt. Die Schmerzauslösung selbst ist wissenschaftlich noch nicht restlos geklärt: Nach der wahrscheinlichsten hydrodynamischen Theorie wird die Flüssigkeit ( Dentinliquor ) in den Dentinkanälchen bei frei liegendem Dentin durch thermische, chemische oder taktile Reize in Bewegung versetzt. Dadurch werden die feinen Nervenendigungen des Zahnnervs in der Pulpa gereizt. Das Ergebnis ist ein kurzer, heftiger Schmerz. Fluoride in Prophylaxe und Therapie Zahnerosionen schreiten langsam voran, sind nur in geringem Maße im Anfangsstadium umkehrbar und werden zu Beginn meist nicht bemerkt, weder vom Patienten noch vom behandelnden Zahnarzt. Umso wichtiger ist die Prophylaxe, damit Ca 5 (PO 4 ) 3 OH+F - Ca 5 (PO 4 ) 3 F+OH - In Hydroxylapatit wird ein Hydroxid-Ion gegen ein Fluorid-Ion ausgetauscht, es entsteht Fluorapatit es gar nicht erst zum Verlust von Zahnhartsubstanz kommt. Eine vorbeugende Maßnahme ist die verminderte Aufnahme säurehaltiger Lebensmittel. Natürlich hat auch die richtige Mundhygiene einen hohen Stellenwert. Hier sind es vor allem fluoridhaltige Zahnpasten und Gele (z. B. Sensodyne Proschmelz Fluorid Gelée), die zu einer Steigerung der Zahnhärte eingesetzt werden. Bestandteil der Zahnschmelzsubstanz Hydroxylapatit ist ein Hydroxid-Ion (OH - ). Wird das Hydroxid-Ion gegen ein Fluorid-Ion (F - ) ausgetauscht, wie die Formel zeigt, entsteht Fluorapatit. Dieser Stoff hat bei gleichem ph-wert ein geringeres Löslichkeitsprodukt als Hydroxylapatit. Deshalb ist er in saurem Milieu beständiger. Das ist das Grundprinzip der Fluoridierung. Die Rolle des Fluorides liegt vorzugsweise in der Härtung der Zahnoberfläche und der Verbesserung deren Säurebeständigkeit sowie in der Förderung des Remineralisierungs-Prozesses. Zur täglichen Zahnpflege sollten deshalb nur Zahncremes mit hoher Fluoridverfügbarkeit verwendet werden (z. B. Sensodyne Proschmelz Tägliche Zahncreme). Die Fluoridverfügbarkeit ist abhängig von der Galenik und der Art der Verbindung. Natriumfluorid gilt als gut verfügbar und wird in Bezug auf die remineralisierende/härtende Wirkung dem Aminfluorid gleichgestellt. Dies wurde durch einzelne Landeszahnärztekammern, aber auch im Rahmen der wiederkehrenden Beurteilung von Mundhygiene-Produkten (z. B. Zahncremes) durch die Stiftung Warentest mehrfach bestätigt. Das Natriumfluorid in Sensodyne Proschmelz Tägliche Zahncreme hat eine hervorragende Wirkung in den durchgeführten In-vitro- und In-situ-Studien (am Patienten) gezeigt, auch im direkten Vergleich mit aminfluoridhaltigen Produkten. Empfehlenswert ist zusätzlich eine einmal wöchentliche Intensivfluoridierung mit speziellen Produkten. Im Bedarfsfall kann diese auch mehrfach pro Woche nach Entscheidung durch den behandelnden > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 < 5

6 Zahnerosionen schreiten langsam voran und werden zu Beginn meist nicht bemerkt. Umso wichtiger ist die Prophylaxe, damit Zahnhartsubstanz gar nicht erst verloren geht. Rahmen der Individualprophylaxe ein- Zahnarzt durchgeführt werden. So können die Zähne nicht nur vor säurebedingten, erosiven Prozessen geschützt werden, sondern auch ihre (Mikro)härte nimmt zu. Prophylaxe mit konzentrierten Fluoridgelees ist sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern (ab 6. Geburtstag) angezeigt. Die eingesetzten Produkte unterscheiden sich dabei hauptsächlich in ihrem Fluoridgehalt. Ein Beispiel für ein geeignetes Produkt für Erwachsene und Kinder (ab 6. Geburtstag) ist Sensodyne Proschmelz Fluorid Gelée. Es enthält ppm Fluorid in Form von Auf Status achten Natriumfluorid. Wie bereits beschrieben, werden die Fluorid-Ionen in das Kristallgitter der Zähne eingelagert. Zusätzlich entsteht auf der Zahnoberfläche eine Schutzschicht aus Calciumfluorid, gesetzt wird. die vor Demineralisation und Säureerosion schützt. Offen liegende Dentinkanälchen werden geschlossen und so die Dentinempfindlichkeit gesenkt. Die Calciumfluoridschicht dient auch als Fluoriddepot. In Gegenwart von Säuren werden schützende Fluorid-Ionen freigesetzt, die den Zahnschmelz remineralisieren können. Die Wirksamkeit des Gelees hinsichtlich der Verbesserung der Mikrohärte wurde in einer In-vitro-Studie an menschlichen Schmelzproben untersucht und bestätigt. Auf einen Blick hat das hoch dosierte Fluorid Gelee die folgenden Vorteile:» Aufbau einer Calciumfluoridschicht (CaF 2- -Schicht) auf dem Zahn, die zum Beispiel vor Säuren schützt» Aufbau eines Fluoriddepots, aus dem Fluorid zur Remineralisation des Zahnschmelzes aktiviert wird (Rückhärtung)» zur Behandlung überempfindlicher Zahnhälse geeignet. Gut beraten Abrasionswerten für die tägliche Zahnpflege. Zur Intensivfluoridierung ist die einmal wöchentliche Verwendung von hoch dosierten, apothekenpflichtigen Fluoridgelees sinnvoll und richtig. Sollten daneben noch andere Fluoridierungsmaßnahmen zum Tragen kommen, ist eine Fluoridanamnese und Planung durch den Zahnarzt ratsam. Und last, but not least: Der regelmäßige Besuch beim Zahnarzt beugt Schäden vor und erhält die Zähne strahlend schön. Je nach ihrer Packungsgröße und damit ihrem Gehalt an Fluorid sind entsprechende Präparate verschreibungspflichtig oder rezeptfrei. Apothekenpflichtig sind sie alle. Bei Sensodyne Proschmelz Fluorid Gelée ist die 25-g-Variante freiverkäuflich, die 40-g- und die 225-g-Tube müssen auf Rezept verordnet werden. Für Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres oder im Rahmen des Sprechstundenbedarfes übernimmt die Gesetzliche Krankenkasse die Kosten, wenn das Arzneimittel im Kritische Zonen im Bereich der Frontzähne, die bereits ihren Glanz verloren haben. An einigen Stellen schimmert Dentin gelblich durch. Das A und O bei dentinempfindlichen Zähnen ist eine gewissenhafte Diagnostik, die richtige Mundhygiene und häufig auch eine erforderliche Ernährungslenkung. Die Zähne sollten, insbesondere bei einem hohen Anteil an Säuren in der Nahrung, am besten vor dem Essen oder frühestens 30 bis 60 Minuten nach der Mahlzeit geputzt werden, damit sich der Zahnschmelz ausreichend remineralisieren kann. Säurehaltige Getränke sollen nicht lange im Mund verbleiben, sondern zügig getrunken werden. Auf die richtige Putztechnik (geringer Anpressdruck) mit einer Zahnbürste mit weichen Borsten ist zu achten. Für Kinder und Erwachsene gibt es fluoridhaltige Zahncremes mit hoher Fluoridverfügbarkeit und niedrigen Grad der Zahnabnutzung Hoch Niedrig 6 > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 <

7 Fragebogen Frage 1: Welche Aussage zum Aufbau eines Zahnes ist falsch? A) Ein Zahn besteht aus Zahnkrone, Zahnhals und Zahnwurzel. B) Der Zahnschmelz bildet gemeinsam mit dem Zahnbein (Dentin) die härteste Substanz des Körpers. C) Das Zahnbein (Dentin) ist von vielen, kleinen Kanälchen (Dentintubuli) durchzogen, die in der Schmerzweiterleitung eine wichtige Rolle spielen. Frage 2: Ab welchem ph-wert geht Calciumphosphathydroxid (Hydroxalapatit) in Lösung? A) ab einem ph-wert unter 5,5 B) ab einem ph-wert über 7,5 C) ab einem ph-wert über 6,5 Frage 3: Was versteht man unter Zahnerosion? A) Das ist der Abrieb durch den natürlichen, direkten Kontakt der Zähne miteinander. B) Das ist der säurebedingte, nicht bakterielle Verlust von Zahnhartsubstanz. C) Das ist die Zerstörung von Zahnschmelz durch Streptococcus mutans. Frage 4: Welche Aussage ist falsch? A) Der Zerstörung vom Zahnschmelz durch Säuren wird heute große Bedeutung beigemessen. B) Die Bedeutung der Karies als zahnzerstörende Infektionskrankheit hat insgesamt zugenommen. C) Häufig greifen Erosion und Abrasion negativ synergistisch ineinander. Frage 5: Moderne Empfehlungen hinsichtlich des Zähneputzens lauten: A) Vor dem Essen Zähneputzen. B) Nach jeder Mahlzeit Zähneputzen. C) Der Zeitpunkt des Zähneputzens ist egal. Frage 6: Welche Aussage zu Dentinempfindlichkeit ist falsch? A) Nur Parodontosepatienten mit freiliegenden Zahnhälsen haben auch dentinempfindliche Zähne. B) Bei dentinempfindlichen Zähnen kommt es durch thermische, chemische oder taktile Reize zu einem kurzen, stechenden Schmerz. C) Zur Mundhöhle offene Dentinkanälchen vermitteln die Reize an die Pulpa, die dort als Schmerz wahrgenommen werden. Frage 7: Warum ist Fluorapatit säurebeständiger als Hydroxylapatit? A) Weil Fluorapatit selbst als Säure fungiert und somit nur von Basen aufgelöst werden kann. B) Weil es sich aufgrund seines geringeren Löslichkeitsproduktes erst bei wesentlich tieferen ph-werten als Hydroxylapatit löst. C) Weil es als Substanz eine größere Makrohärte besitzt. Frage 8: Was ist unter dem Begriff Intensivfluoridierung zu verstehen? A) Die tägliche Anwendung einer fluoridhaltigen Zahncreme. B) Die Anwendung von fluoridhaltiger Zahnseide. C) Die einmal wöchentliche Anwendung hoch dosierter, zum Beispiel mit ppm Fluorid angereicherter, Fluoridgelees. Frage 9: Welche der folgenden Aussagen ist falsch? A) Die Anwendung eines hoch dosierten Fluoridgelees führt zu einer Härtung der Zahnwurzel und damit zu einem festeren Sitz des Zahnes im Zahnhalteapparat. B) Durch die einmal wöchentliche Anwendung eines hoch dosierten Fluoridgelees bildet sich ein Fluoriddepot, das der Remineralisation des Zahnes dient. C) Die Anwendung eines hochdosierten Fluoridgelees dient dem Aufbau einer Calciumfluoridschicht auf dem Zahn, die zum Beispiel vor Säuren schützt. Frage 10: Welche der folgenden Aussagen trifft zu? A) Eine Intensivfluoridierung eignet sich für Erwachsene und Kinder ab dem siebten Lebensjahr (6. Geburtstag). B) Eine Intensivfluoridierung eignet sich nur für Erwachsene. C) Eine Intensivfluoridierung eignet sich für Erwachsene und Kinder ab dem ersten Lebensjahr. > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 < 7

8 Beantwortung des Fragebogens Zahnerosion Beantworten Sie unseren Fragebogen und senden ihn bis zum mit einem adressierten und frankierten Rückumschlag an die angegebene Adresse. Adresse: Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag GmbH DAS PTA MAGAZIN Postfach Neu-Isenburg Oder nehmen Sie online teil unter Bei erfolgreicher Beantwortung der Fragen können Sie sich Ihre Bescheinigung sofort ausdrucken oder herunterladen. Angaben der Redaktion: Datum Absender: Name Vorname Beruf Straße Unterschrift / Stempel der Redaktion PLZ/ Ort Datum / Unterschrift Ich versichere, alle Fragen selbstständig und ohne fremde Hilfe beantwortet zu haben. Beantwortung der Fragen: Bei jeder Frage ist nur eine Antwort richtig. Wenn 80 Prozent Ihrer Antworten korrekt sind, erhalten Sie einen Fortbildungspunkt (Bundesapothekerkammer, Kategorie Telelernen mit Erfolgskontrolle, Veranstaltungsnummer BAK 2008/177). A B C Impressum Sonderpublikation der Firma GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG zu DAS PTA MAGAZIN Ausgabe 06/08 Redaktionelle Koordination: Julia Pflegel, in Zusammenarbeit mit Dr. med. dent. Frank Gonser, MBA, GlaxoSmithKline Consumer Healthcare GmbH & Co. KG Bildnachweise: Istockphoto Rechte: Springer Gesundheits- und Pharmazieverlag GmbH, 2008 Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in dieser Drucksache berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürfen. Für Angaben über Dosierungsanweisungen und Applikationsformen kann vom Verlag keine Gewähr übernommen werden. Derartige Angaben müssen vom jeweiligen Anwender im Einzelfall anhand anderer Literaturstellen auf ihre Richtigkeit überprüft werden. 8 > DAS PTA MAGAZIN -- S o n d e r p u b l i k a t i o n -- 06/08 <

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