Konjunkturindikator UNICREDIT BANK AUSTRIA ECONOMICS & MARKET ANALYSIS AUSTRIA

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1 UNICREDIT BANK AUSTRIA ECONOMICS & MARKET ANALYSIS AUSTRIA Mai 2017

2 Überblick BIP real Veränderung zum Vorjahr UniCredit Bank Austria Konjunktur- Indikator Mehr Rückenwind aus dem Ausland für Österreichs Wirtschaft UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator liegt mit Anstieg auf 2,9 Punkte auf 6-Jahres-Hoch Unterstützung durch verbessertes globales Umfeld Hochstimmung in allen Wirtschaftssektoren übertrifft jedoch tatsächliche Konjunkturstärke Starke erste Jahreshälfte 2017 hebt Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2017 auf 1,8 Prozent Arbeitsmarkt profitiert vom Aufschwung, erstmals seit 2011 mit sinkender Arbeitslosenquote Dez.98 2,2 2,5 Dez.99 4,7 3,6 Dez.00 2,4 3,7 Dez.01 0,5 1,0 Dez.02 1,7 2,4 Dez.03 1,1 2,5 Dez.04 2,7 2,7 Dez.05 2,9 2,2 Dez.06 3,7 3,8 Dez.07 2,7 3,2 Dez.08-0,7-1,3 Sep.09-3,7-0,8 Dez.09-0,7 0,3 Dez.10 2,6 2,8 Dez.11 0,8 0,5 Dez.12 1,0 0,1 Dez.13 0,9 1,2 Mär.14 0,8 1,3 Jun.14 0,9 1,1 Sep.14 0,5 0,1 Dez.14 0,4 0,3 Mär.15 0,8 0,6 Jun.15 0,5 0,6 Sep.15 1,4 0,6 Dez.15 1,1 0,8 Mär.16 1,7 0,7 Jun.16 1,4 1,2 Sep.16 1,3 1,3 Dez.16 1,7 2,3 Mär.17 2,0 2,7 Apr.17 2,9 Q: UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Autor: Walter Pudschedl Impressum Herausgeber, Verleger, Medieninhaber: UniCredit Bank Austria AG Economics & Market Analysis Austria Schottengasse Wien Telefon +43 (0) Fax +43 (0) Stand: 15. Mai 2017 UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 2

3 Die Details UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator weiter im Aufwärtstrend Das Wachstumstempo der österreichischen Wirtschaft ist zu Beginn des zweiten Quartals 2017 unvermindert hoch. Der Anstieg des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators im April zeigt ein Anhalten der Stärke des Aufschwungs in Österreich im Frühjahr. Seit mittlerweile über einem Jahr bewegt sich der Indikator kontinuierlich nach oben und krönt den Aufwärtstrend nun mit einem 6-Jahres-Hoch bei 2,9 Punkten. Die Detaildaten des UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators verdeutlichen, dass die Konjunkturbelebung mittlerweile quer über alle Sektoren der österreichischen Wirtschaft spürbar ist und somit auf einem breiten Fundament steht. Der Aufschwung hat an Tempo zugelegt und ist darüber hinaus robuster geworden. In alle Bereiche der heimischen Wirtschaft ist Optimismus eingekehrt. Im Dienstleistungssektor und am Bau herrscht Hochstimmung. Ebenso in der Industrie, die sich weitere Vorteile von der Verbesserung des globalen Konjunkturumfelds verspricht. Aus den Teilkomponenten des aktuellen UniCredit Bank Austria Konjunkturindikators geht hervor, dass die Wachstumsunterstützung für die heimische Wirtschaft aus dem Ausland zunimmt. Das mit den österreichischen Außenhandelsanteilen gewichtete globale Industrievertrauen hat sich im April wieder spürbar verbessert. Neben der soliden Konjunktur in der Eurozone schlägt sich der Aufschwung in den Schwellenländern, der an Breite gewinnt und mehr und mehr Länder erfasst, positiv nieder. Die österreichische Industrie ist folglich weiterhin sehr optimistisch. Die Stimmung war zuletzt im Frühjahr 2011 so gut. Die Verbraucherstimmung ist jene Komponente des Indikators, die im April die stärkste Verbesserung aufweist. Nach einer langen Zeit der pessimistischen Haltung haben die konjunkturellen Lichtblicke der vergangenen Monate mit inkludierter Trendwende am Arbeitsmarkt die österreichischen Konsumenten zu Optimisten gemacht. Die Konjunkturstimmung in Österreich ist auf einem 6-Jahres-Hoch. Im langjährigen Vergleich zeigt sich derzeit eine Abweichung des Stimmungsniveaus von den verfügbaren realen Wirtschaftsdaten, die vermuten lässt, dass die Hochstimmung der heimischen Konsumenten und auch der Industrie etwas überzeichnet ist. Auch wenn die Stärke des Konjunkturaufschwungs mit der Stimmungsverbesserung nicht ganz Schritt hält, die wirtschaftlichen Aussichten für die kommenden Monate sind sehr vielversprechend. UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator für Österreich BIP (real; Veränderung zum Vorjahr in %) UniCredit Bank Austria Konjunkturindikator Quellen: Statistik Austria, Wifo, UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria, eigene Berechnungen UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 3 Mai 2017

4 Kräftiges Wachstum im zweiten Quartal auf Augenhöhe mit Jahresbeginn erwartet Arbeitsmarkt profitiert von starker Konjunktur Nach dem starken Ergebnis im ersten Quartal 2017 wird die österreichische Wirtschaft auch in den kommenden Monaten kräftig zulegen. Wir gehen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal nahe dem BIP-Anstieg von 0,5 Prozent zum Jahresauftakt bewegen wird. Der private Konsum verliert mit dem Auslaufen der stützenden Effekte durch die Steuerreform sowie der gestiegenen Inflation als bisher bestimmender Impuls allerdings langsam an Bedeutung. Die Teuerung hat zwar im ersten Quartal 2017 mit durchschnittlich 2,1 Prozent den diesjährigen Höhepunkt voraussichtlich bereits überschritten, bleibt aber auch in den kommenden Monaten im Bereich der 2-Prozent Marke, was für die meisten Arbeitnehmer im Jahr 2017 reale Lohneinbußen bedeutet. Die Unterstützung durch die Auslandsnachfrage, die schon zu Jahresbeginn eingesetzt hat, wird dagegen weiter zunehmen. Zum einen ist der Aufschwung im Euroraum robust und hat sich bereits in mehr Nachfrage aus Deutschland und auch aus Italien niedergeschlagen. Zudem gewinnt die Konjunkturbelebung auch in den Ländern der Peripherie an Tempo. Damit stellt sich die Erholung in Europa auf eine breitere Basis, von der die heimische Exportwirtschaft profitieren können wird. Zum anderen kommt die Erholung der Schwellenländer voran und nach dem schwächeren Jahresbeginn wird die US-Wirtschaft wieder stärker zulegen. Aufgrund der hohen Exportorientierung der heimischen Wirtschaft besteht zwischen Exportdynamik und Investitionswachstum ein starker Zusammenhang, der angesichts der anspringenden Exportkonjunktur auch in den kommenden Monaten eine schwungvolle Investitionstätigkeit erwarten lässt. Die Inlandsnachfrage wird im Jahresverlauf zwar etwas an Kraft verlieren, aber der bestimmende Träger des Wachstums in Österreich bleiben. Die Auslandsnachfrage wird als Wachstumsträger stärker einspringen, so dass das Wirtschaftswachstum im Gesamtjahr 2017 auf 1,8 Prozent steigen wird. Die österreichische Wirtschaft scheint den Höhepunkt des laufenden Konjunkturzyklus mittlerweile erreicht zu haben. Das Wachstumstempo wird sich ab der zweiten Jahreshälfte 2017 auf einem etwas niedrigeren Niveau einpendeln. In der Folge wird das Wirtschaftswachstum 2018 mit 1,5 Prozent geringfügig hinter dem diesjährigen Wert zurückbleiben. Verantwortlich für die geringere Wachstumsdynamik wird hauptsächlich die weiter nachlassende Unterstützung für die Inlandsnachfrage sein, da weder für die Investitionen noch für den Konsum frische fiskalische Impulse zu erwarten sind. Der Außenhandel wird in einem weiterhin günstigen Umfeld für einen anhaltend starken Schub sorgen können. Die Konjunkturerholung ermöglicht seit einigen Monaten eine Entspannung der Lage am heimischen Arbeitsmarkt. Die Beschäftigung steigt seit Jahresbeginn mit durchschnittlich 1,7 Prozent im Jahresvergleich angesichts der Wachstumsdynamik sogar überraschend stark, wohl als Folge eines Nachholbedarfs. Die Betriebe hatten vorerst durch Verunsicherung abwartend auf die beginnende Erholung reagiert. Erstmals seit dem Jahr 2011 geht in Österreich die Arbeitslosenquote zurück. Mit saisonbereinigten 8,6 Prozent ist die Arbeitslosenquote aktuell wieder auf das Niveau von vor 2 ½ Jahren gesunken. Der Rückgang der Arbeitslosenquote wird sich in den kommenden Monaten voraussichtlich nicht mehr in diesem Tempo fortsetzen, da das Beschäftigungswachstum etwas an Schwung verlieren wird. Im Jahresdurchschnitt 2017 ist dank der guten Konjunktur eine Verbesserung der Arbeitslosenquote auf 8,7 Prozent, nach 9,1 Prozent im Vorjahr, in Sicht ist jedoch keine weitere Entspannung am Arbeitsmarkt zu erwarten. Wir gehen von einer gegenüber 2017 konstanten Arbeitslosenquote von 8,7 Prozent aus. Für die Unterbrechung des derzeit rückläufigen Trends sprechen sowohl konjunkturelle als auch strukturelle Gründe. Mit der Verlangsamung der Konjunktur wird das Beschäftigungswachstum auf rund 1 Prozent sinken. Dies wird lediglich ausreichen, um das, bedingt durch Zuwanderung aus dem EU-Ausland und am Arbeitsmarkt neu auftretende Asylberechtigte, steigende Arbeitskräfteangebot zu kompensieren. UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 4 Mai 2017

5 Österreich Konjunkturprognose Prognose Wirtschaftswachstum (real, Vdg. z. Vorjahr) 1,9 2,8 0,7 0,1 0,6 1,0 1,5 1,8 1,5 Privater Konsum (real, Vdg. z. Vorjahr in %) 1,0 1,3 0,5-0,1-0,3 0,0 1,5 1,4 0,9 Investitionen (real, Vdg. z. Vorjahr in %) *) -2,1 6,7 1,4 2,2-0,9 0,7 2,9 2,7 3,0 Inflationsrate (Vdg. zum Vorjahr in %) 1,9 3,3 2,4 2,0 1,7 0,9 0,9 1,8 1,9 Arbeitslosenquote (nationale Definition) 6,9 6,7 7,0 7,6 8,4 9,1 9,1 8,7 8,7 Beschäftigung (Vdg. zum Vorjahr in %)** ) 0,8 1,9 1,4 0,6 0,7 1,0 1,6 1,5 1,1 Öff. Haushaltssaldo (in % des BIP) -4,5-2,6-2,2-1,4-2,7-1,1-1,6-1,3-0,9 Öff. Verschuldung (in % des BIP) 82,8 82,6 82,0 81,3 84,4 85,5 84,6 82,0 79,8 *) Bruttoanlageinvestitionen **) ohne Karenzgeldbezieher, Präsenzdiener und Schulungen Quelle: UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 5 Mai 2017

6 Disclaimer und Impressum Zum Weiterlesen: Wirtschaft Online: Alle Prognosen und Analysen der Abteilung Economics & Market Analysis Austria auf Bank Austria Homepage: Alles Informationsangebote der Abteilung Economics & Market Analysis Austria unter Bank Austria Economic News: Die neuesten Veröffentlichungen der Abteilung Economics & Market Analysis Austria direkt in Ihrem Posteingang. Registrieren Sie sich bitte unter Sollten Sie Fragen haben schicken Sie uns ein unter Ohne unser Obligo: Diese Publikation ist weder eine Marketingmitteilung noch eine Finanzanalyse. Es handelt sich lediglich um Informationen über allgemeine Wirtschaftsdaten. Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für Vollständigkeit, Richtigkeit, Aktualität und Genauigkeit übernommen werden. Unsere Analysen basieren auf öffentlichen Informationen, die wir als zuverlässig erachten, für die wir aber keine Gewähr übernehmen, genauso wie wir für Vollständigkeit und Genauigkeit nicht garantieren können. Wir behalten uns vor, unsere hier geäußerte Meinung jederzeit und ohne Vorankündigung zu ändern. Die in der vorliegenden Publikation zur Verfügung gestellten Informationen sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder als Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen, zu verstehen. Diese Publikation dient lediglich der Information und ersetzt keinesfalls eine individuelle, auf die persönlichen Verhältnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers (z. B. Risikobereitschaft, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziele und finanziellen Verhältnisse) abgestimmte Beratung. Die vorstehenden Inhalte enthalten kurzfristige Markteinschätzungen. Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Impressum Angaben und Offenlegung nach 24 und 25 Mediengesetz: Herausgeber und Medieninhaber: UniCredit Bank Austria AG 1010 Wien, Schottengasse 6 8 Unternehmensgegenstand: Kreditinstitut gem. 1 Abs.1 Bankwesengesetz Vertretungsbefugten Organe (Vorstand) des Medieninhabers: Robert Zadrazil (Vorsitzender des Vorstandes), Romeo Collina (stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes), Dieter Hengl, Gregor Hofstätter-Pobst, Jürgen Kullnigg, Doris Tomanek. Aufsichtsrat des Medieninhabers: Erich Hampel (Vorsitzender des Aufsichtsrates), Ranieri De Marchis (stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates), Mirko D. Bianchi, Christine Buchinger, Paolo Cornetta, Massimiliano Fossati, Olivier Nessime Khayat, Adolf Lehner, Alfredo Meocci, Gianni Franco Papa, Mario Pramendorfer, Karl Samstag, Eveline Steinberger-Kern, Ernst Theimer, Barbara Titze, Wolfgang Trumler, Barbara Wiedernig. Beteiligungsverhältnisse am Medieninhabergemäß 25 Mediengesetz: UniCredit S.p.A. hält einen Anteil von 99,995% der Aktien am Medieninhaber (unter folgendem Link sind die wesentlichen, an der UniCredit S.p.A. bekannten Beteiligungsverhältnisse ersichtlich.) Der Betriebsratsfonds der Angestellten der UniCredit Bank Austria AG, Region Wien, sowie die Privatstiftung zur Verwaltung von Anteilsrechten (Stifter: Anteilsverwaltung-Zentralsparkasse; Begünstigter: WWTF Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds) sind mit einem Anteil von zusammen 0,005% am Medieninhaber beteiligt. UniCredit Bank Austria Economics & Market Analysis Austria Seite 6 Mai 2017

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