BI-ANWENDUNGEN IN DER CLOUD für mittelständische Unternehmen

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1 BI-ANWENDUNGEN IN DER CLOUD für mittelständische Unternehmen Berlin, den

2 ERSTELLT VON: Julius Wüstefeld (535583) Adrian Kümmel (535077) HTW Berlin

3 BI in der Cloud Seite III INHALTSVERZEICHNIS ABBILDUNGSVERZEICHNIS... IV TABELLENVERZEICHNIS... IV 1 EINFÜHRUNG Allgemeines Verschiedene Servicemodelle Infrastructure as a Service (IaaS) Platform as a Service (PaaS) Software as a Service (SaaS) MARKTÜBERSICHT Angebot Nachfrage VORSTELLUNG ZWEIER INTERESSANTER LÖSUNGEN GoodData Überblick Evaluierung Cloud Personal Überblick Evaluierung MÖGLICHKEITEN UND RISIKEN INTEGRATION VON CLOUD-LÖSUNGEN Strategie-Optionen Einschätzung der Autoren ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK QUELLENVERZEICHNIS ANHANG... 14

4 BI in der Cloud Seite IV ABBILDUNGSVERZEICHNIS Abbildung 1: Diese Modelle des Softwarebezugs nutzen Unternehmen für BI... 4 Abbildung 2: Nutzung, Planung und Erforschung der Cloud-Modelle... 5 Abbildung 3: Cloud-Integration, vollumfassend oder als Ergänzung TABELLENVERZEICHNIS Tabelle 1: Anbieter von BI-Cloud-Lösungen... 3

5 BI in der Cloud Einführung Seite 1 1 EINFÜHRUNG 1.1 ALLGEMEINES Seit dem Jahr 2007 lässt sich der Trend des Cloud Computings in vielen Bereichen der Informatik beobachten. Die Idee dahinter ist die dynamische Bereitstellung einer beliebigen IT- Infrastruktur über ein Netzwerk. Dabei kann die Nutzung des Dienstes an den jeweiligen Bedarf des Abnehmers angepasst und somit flexibel genutzt und abgerechnet werden. Typischerweise wird dabei ein Teil der sonst firmeninternen IT-Infrastruktur durch abstrahierte Ressourcen eines externen Dienstanbieters ersetzt, wodurch der Betrieb von lokalen Servern nicht mehr notwendig ist. Auch im Bereich der BI-Anwendungen haben in den letzten Jahren viele Anbieter damit begonnen, eine Cloud-Lösung ihrer Produkte zu entwickeln. Dabei werden in der BI-Cloud den Unternehmen analytische Funktionalitäten als Dienste angeboten, um ihre intern bestehende BI- Infrastruktur teilweise oder komplett zu ersetzen. 1.2 VERSCHIEDENE SERVICEMODELLE Generell lassen sich im Cloud Computing die drei verschiedenen Servicemodelle Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) unterscheiden INFRASTRUCTURE AS A SERVICE (IAAS) Bei diesem Modell werden klassische Hardwareressourcen wie Rechenleistung, Speicher oder Netzwerke zur Verfügung gestellt. Die Software, welche auf der bereitgestellten Infrastruktur läuft, wird jedoch nach wie vor vom jeweiligen Kunden ausgewählt und betrieben. Für den Bereich Business Intelligence wird in den nächsten Jahren das Volumen der zu analysierenden Daten weiterhin immens ansteigen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an eine immer schnellere Auswertung der entsprechenden Daten. Unter diesem Aspekt lässt sich durch IaaS eine hohe Skalierbarkeit für die Infrastruktur der verwendeten BI-Anwendungen erreichen PLATFORM AS A SERVICE (PAAS) Hierbei werden dem Kunden eine vollständige Anwendungsplattform mit Entwicklungsumgebung und standardisierte Schnittstellen mit anpassbaren Rechen- und Datenkapazitäten zur Verfügung gestellt. Dabei hat der Kunde keinen Zugriff auf das eigentliche Betriebssystem oder die Hardware. Jedoch können eigene Anwendungen betrieben werden.

6 BI in der Cloud Einführung Seite 2 Die Eigenschaften von PaaS lassen sich hervorragend für die plattformübergreifende Entwicklung von BI-Anwendungen nutzen. Insbesondere in Anbetracht von schnellen Veränderungen im Unternehmensumfeld sollten BI-Anwendungen einfach anpassbar und skalierbar sowie plattformunabhängig einsetzbar sein SOFTWARE AS A SERVICE (SAAS) Dieses Servicemodell ist ebenfalls unter dem Namen Software on Demand verbreitet. Bei diesem Servicemodell betreibt ein Dienstleister eine Anwendung und bietet diese ihren Kunden über öffentliche Netze zur Nutzung an. Nach diesem Prinzip können somit verschiedene BI-Anwendungen als Cloud-Lösung realisiert werden.

7 BI in der Cloud Marktübersicht Seite 3 2 MARKTÜBERSICHT 2.1 ANGEBOT Trotz der noch recht jungen Entwicklung sind bereits einige Anbieter von Cloud-BI-Lösungen zu nennen. Neben bekannteren Namen wie MicroStrategy und Jaspersoft finden sich auch Firmen wie GoodData, Klipfolio, Birst und Indicee. Im Kapitel 3 werden zwei dieser Cloud-Angebote näher vorgestellt. Von den großen IT-Unternehmen kann nur SAP als ein weiterer Anbieter genannt werden. Microsoft, IBM, oder Oracle bieten zum Zeitpunkt dieser Ausarbeitung noch keine Cloud-Lösung an, die out-of-the-box alle notwendigen Funktionen enthält. Mittelbar können zwar auch diese Unternehmen durch Cloud-Plattformen und darauf aufbauende individuell entwickelte Anwendungen BI-Lösungen (bzw. Lösungsansätze) anbieten 1 aber diese Variante wird in dieser Arbeit nicht berücksichtigt, da sie vor allem für große Unternehmen in Frage kommt. Tabelle 1 führt die erwähnten Anbieter und ihre Produkte auf. NAME DES PRODUKTS ANBIETER PRODUKT-INTERNETSEITE Cloud Personal MicroStrategy Inc. GoodData GoodData Corporation Indicee Indicee Inc. Jaspersoft Jaspersoft Corporation Klipfolio Klipfolio Inc. Birst Birst Inc.. BusinessByDesign SAP Deutschland AG & Co. KG /sap-bydesign Tabelle 1: Anbieter von BI-Cloud-Lösungen Bei der Betrachtung dieser Tabelle fällt auf, dass Produkt- und Firmenname fast in jedem Fall übereinstimmen. Den Markt für BI-Lösungen aus der Cloud haben bisher vor allem scheinbar kleinere Unternehmen, die sich schmales Produktportfolio konzentrieren, besetzt. Die Ausnahme hierbei ist zweifelsfrei SAP. 1 So z. B. Microsoft mit seiner Cloud-Plattform Windows Azure im Rahmen eines Projektes der HTW Berlin in Zusammenarbeit mit ixto.

8 BI in der Cloud Marktübersicht Seite NACHFRAGE Eine Studie des Business Application Research Center hat ergeben, dass 54 % der befragten Unternehmen für BI auf SaaS-Lösungen setzen. Welche anderen Varianten neben SaaS zu welchen Anteilen verwendet werden, ist der nachfolgenden Abbildung zu entnehmen. Abbildung 1: Diese Modelle des Softwarebezugs nutzen Unternehmen für BI, Bange et al. (2011, S.18) Mit einem deutlichen Anteil von 71 % dominieren die konventionellen Produkte (installierte Software). Auffällig ist, dies wird auch in der Studie aufgegriffen dass demnach 29 % der befragten Unternehmen auf klassische Software verzichten und ausschließlich auf Cloud- Lösungen und evtl. Appliances setzen. Zumindest im Hinblick auf Software as a Service als alternatives Bezugsmodell ist dies nicht glaubwürdig, da wie bereits oben erwähnt, noch nicht viele Tools existieren und vor allem große Anbieter keine Cloud-Lösung im Portfolio haben. Zudem ist der Funktionsumfang der Cloud-Produkte nicht so groß wie die herkömmliche BI-Software (auf letzteren Umstand wird in Kapitel 4 und 5.2 detaillierter Bezug genommen). Insofern erscheint es auch möglich, dass einige Befragte schlicht nicht davon unterrichtet waren, dass ihr Unternehmen installierte Software für BI nutzt. Dennoch, der Anteil der SaaS ist mit über 50 % hoch und er zeigt, dass seitens der Unternehmen eine beachtliche Nachfrage besteht. Neben vielen weiteren Aspekten geht die Studie auch auf den Ort der Datenhaltung ein. Grundsätzlich gibt es hier zwei Möglichkeiten. Zum einen können die Daten beim Software- Dienstleister lagern (Public Cloud). Zum anderen können die Unternehmen die Cloud innerhalb der eigenen Infrastruktur betreiben und die Daten selbst lagern (Private Cloud). Neben diesen beiden Cloud-Modellen gibt es noch die Mischformen Hybrid Cloud und Community Cloud. Zu welchen Teilen die befragten Unternehmen die 4 Modelle für Business Intelligence wählen zeigt Abbildung 2.

9 BI in der Cloud Marktübersicht Seite 5 Abbildung 2: Nutzung, Planung und Erforschung der Cloud-Modelle, Bange et al. (2011, S.18) Erforscht werden in den Unternehmen insbesondere die Möglichkeiten der Mischformen und der Public Cloud. Das sind die Modelle, welche aktuell am wenigsten zur Anwendung kommen. Am häufigsten halten Unternehmen die Daten in der eigenen Infrastruktur. Ein Grund hierfür können Sorgen bzgl. der Risiken gegenüber der Datenhaltung bei einem externen Dienstleister sein. Auf diese Risiken, aber auch auf die Chancen, wird im Kapitel 4 eingegangen.

10 BI in der Cloud Vorstellung zweier interessanter Lösungen Seite 6 3 VORSTELLUNG ZWEIER INTERESSANTER LÖSUNGEN 3.1 GOODDATA ÜBERBLICK GoodData präsentiert sich nach dem Login wie es auf Screenshot 1 (siehe Anhang) zu sehen ist. Es öffnet sich der Dashboard-Bereich. Die Oberfläche ist aufgeräumt und gut strukturiert. Das Tool eignet sich sehr gut für Analysen, wenn bereits Daten bei anderen Cloud Diensten hinterlegt sind. Eine Möglichkeit, Daten verschiedener Importschnittstellen neu zu strukturieren (ETL), gibt es nicht. Die folgenden Abschnitte gehen auf die Eigenschaften von GoodData näher ein. Logo und Herstellerinformationen: Hersteller: GoodData Inc. Internet-Adresse: EVALUIERUNG FUNKTIONEN Bezüglich des Imports unterstützt GoodData standardmäßig lediglich andere Cloud-Dienste. Hierunter fallen u. a. Zendesk, Brightidea und Salesforce. Bei abweichenden Importanforderungen verweist die Anwendung auf eine Anfrage beim Unternehmen. Screenshot 4 zeigt den Importdialog. Nach erfolgreichem Import kann auf die Daten zugegriffen werden und die Analyse kann beginnen. Hierbei gibt es drei wesentliche Elemente: Metriken (Metrics), Berichte (Reports), Dashboards. Die Basis für einen Abfrage bilden zusammen Metriken und Berichte. Durch eine klare Struktur der Berichte, die optisch gut vermittelt wird, ist die Erstellung von Berichten einfach und intuitiv möglich. Ein Bericht besteht immer aus dem Muster: What + How + Filter. What? Fragt nach den Metriken, die im Bericht angezeigt werden sollen (vgl. KeyFigure bei SAP). Mit How? gibt man an, nach welchen Attributen die Metrik(en) sortiert werden sollen (vgl. Characteristics bei SAP). Letzteres könnte z. B. eine Zeitdimension sein. Mit dem optionalen Filter können bestimmte Bereiche aus der Analyse herausgehalten werden. Diese Struktur der Berichte lässt neben einer einfachen Bedienung durchaus komplexe Abfragen zu. Als Ergebnis erzeugt ein Bericht bei GoodData je nach Einstellung eine Tabelle, ein Diagramm oder die Ausgabe eines einzigen Wertes. Den Bereich für die Verwaltung von Berichten zeigt Screenshot 3. Diesen Bereich gibt es analog auch für Metriken. Metriken lassen sich mithilfe von Abfragen über die Datenbasis mit einer angepassten SQL erstellen. Erstellte Matriken sind aufgelistet und lassen sich in Berichten aufrufen. Für eine gute

11 BI in der Cloud Vorstellung zweier interessanter Lösungen Seite 7 Auffindbarkeit können Metriken neben der Namensvergabe auch mit Schlagworten versehen werden. Mithilfe von Dashboards können beliebige Berichte frei in einer Übersicht angeordnet werden. Damit entsprechen diese der geläufigen Bedeutung von Bericht. Screenshot 1 im Anhang zeigt ein solches Dashboard. Zur besseren Ordnung können Reiter verwendet werden. Die Gestaltung solcher Dashboards ist sehr übersichtlich, Berichtergebnisse werden gut in den Vordergrund gestellt. Für eine höhere Informationstiefe kann zu jeden Bericht ein benutzerdefinierter Drill- Down erstellt werden. Im Bereich der Zusammenarbeit wurde eine Kommentarfunktion für die einzelnen Berichte implementiert. Über neue Kommentare anderer Nutzer und anderer Ereignisse wird in einem separaten Aktivitäten-Bereich informiert. Die Funktionen für die Zusammenarbeit sind damit nicht sehr umfassend aber es gibt zumindest ein Mindestmaß an Feedback-Möglichkeiten. Für den Export der Analyseergebnisse können ganze Dashboards oder ausgewählte Berichte (deren Diagramme) ausgewählt werden. Als Dateiformate stehen PDF, PNG, XLS, und CSV bereit. Die Option für den Export ist leicht zugänglich im Bereich eines jeden Berichts bzw. im Menü des Dashboards untergebracht. Positiv hervorzuheben ist auch die systemweite Suchfunktion. Unabhängig von der Art des gesuchten Elements (Metrik, Bericht, Dashboard, Quelldatenfeld, ) wird ein gemeinsames Suchfeld verwendet. Neben den Namen werden auch vergebene Schlagwörter berücksichtigt und die Ergebnisse werden übersichtlich nach Art des Elements sortiert dargestellt. SONSTIGES Die Performance ist als sehr gut zu bewerten. Benutzereingaben werden schnell verarbeitet und es waren auch im Bereich der Dashboards kaum lange Ladezeiten festzustellen. Einzig die Reaktion auf das Mouse-Over-Ereignis bei komplexeren Diagrammen ist träge. Die Datenabfrage mit der SQL-ähnlichen Sprache geschieht schnell. Neben dieser technischen Performance ist auch noch einmal die Anwenderperformance durch gute Usability hervorzuheben. Diese Anwenderperformance ist auch dadurch möglich, dass die Oberfläche sehr konsistent gestaltet ist. Gleiche Elemente haben optisch immer die gleichen Eigenschaften, funktionell ähnliche Funktionen werden in ähnlicher Art und Weise aufgerufen. Die Darstellung der Oberfläche erfolgt ohne Flash. Grundsätzlich können somit auch Mobilgeräte problemlos auf die Dashboards zugreifen. Unterstützung erhält der Anwender durch eine gute englischsprachige Dokumentation. Darin wird auf jeden Bereich von GoodData eingegangen. Die in einigen Bereichen mangelnde Tiefe trübt den Gesamteindruck etwas. Dafür ist in vielen Fällen kein Aufruf des Hilfedokuments notwendig, da für Schlüsselbereiche wie die Berichterstellung mit Hilfen direkt in der Anwendung versehen wurden (siehe Screenshot 2). Gerade bei Erstanwendern kann hiermit der zeitliche Aufwand für die Einarbeitung reduziert werden.

12 BI in der Cloud Vorstellung zweier interessanter Lösungen Seite CLOUD PERSONAL ÜBERBLICK Der Hersteller MicroStrategy hat unter dem Namen Cloud Personal eine cloudbasierte BI- Lösung herausgebracht, die sich aktuell noch in der Beta-Phase befindet. Die Nutzung des Dienstes ist kostenlos und setzt lediglich die Registrierung eines Benutzerkontos voraus, welche in wenigen Minuten durchgeführt ist. Interessant ist dabei, dass es ebenfalls eine Möglichkeit zur Anmeldung über ein bestehendes Facebook-Konto gibt. Generell ist bei dieser Anwendung eine ausgeprägte Integration von Social-Media-Diensten hervorzuheben. Alle erstellten Auswertungen können direkt aus der Anwendung an Twitter, Facebook oder einen Blog weitergeleitet werden. Zusätzlich zur browserbasierten Version bietet MicroStrategy eine mobile ipad- bzw. iphone-version, welche auf die Bedienung auf einem Touchscreen optimiert wurde. Diese können jedoch aktuell ausschließlich zur interaktiven Darstellung von bereits erzeugten BI- Auswertungen verwendet werden und besitzen keine Möglichkeiten zur Erstellung von neuen Reports oder Dashboards. Logo und Herstellerinformationen: Hersteller: MicroStrategy Internet-Adresse: EVALUIERUNG FUNKTIONEN Die technische Umsetzung von Cloud Personal setzt u. a. auf Adobe Flash. Nach der Anmeldung erscheint zunächst eine Übersicht, in der alle gespeicherten Auswertungen des Benutzers als Symbol mit jeweiligem Titel dargestellt und per Klick geöffnet werden können. Des Weiteren sind drei Demo-Auswertungen am unteren Rand platziert, welche bereits aufbereitete Daten enthalten und einen guten ersten Eindruck über die Möglichkeiten des Dienstes vermitteln. Zusätzlich besteht an dieser Stelle die Möglichkeit, eine neue Auswertung zu beginnen (siehe Screenshot 6 im Anhang). Für den Import von eigenen Daten bietet Cloud Personal zwei Optionen an. Erstere ist die Einbindung der Daten über den Upload einer Excel Datei, welche in einer vordefinierten Struktur vorliegen muss. Die zweite Variante ist der Datenimport über die Cloud-Computing-Plattform Salesforce, womit ein entsprechender Account voraussetzt wird (Screenshot 7). Nach erfolgreichem Import lassen sich die Daten in den folgenden Varianten darstellen: Einfache Tabelle Heatmap Tortendiagramm Balkendiagramme

13 BI in der Cloud Vorstellung zweier interessanter Lösungen Seite 9 Säulendiagramme Liniendiagramme Blasendiagramm Bei der Erstellung des Reports lassen sich alle Metriken bzw. Attribute per Drag and Drop aus der Spalte My Data in die Spalte My View ziehen, wodurch die Visualisierung der Daten direkt angepasst wird (siehe Screenshot 8). Des Weiteren lassen sich innerhalb der Visualisierung einzelne Metriken oder Attribute auf eine tiefere Stufe herunterbrechen oder durch andere ersetzen. Ergänzend können Visualisierungen interaktiv durch das Anklicken und Ziehen von Datenpunkten angepasst werden. Für jede Ansicht steht eine Filterfunktion zur Verfügung, um beliebige Werte auf einen gewünschten Wertebereich einzuschränken zu können. Zudem besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Ansichten der ausgewerteten Daten in mehreren Tabs anzulegen, um so komfortabel in einem Arbeitsbereich hin und her wechseln zu können. Ein generelles Manko, welches bei der Arbeit mit Cloud Personal auffällt, ist das Fehlen eines Zurück-Buttons, um die zuletzt durchgeführte Änderung rückgängig zu machen. Fertige Auswertungen können als PDF erzeugt und abgespeichert werden, weitere Exportformate werden jedoch nicht unterstützt. Allerdings besteht die Möglichkeit, die erzeugte Auswertung über einen Link per , über Twitter oder Facebook an andere Personen zu übermitteln und somit im Browser aufzurufen. Die Darstellung der ausgewählten Daten präsentiert sich in einem modernen und übersichtlichen Design (siehe Screenshot 9). Generell lässt sich die Darstellung der Visualisierungen in einem Mindestmaß anpassen. So lassen sich beispielsweise Hilfsraster einblenden oder Zahlen in Prozent oder absoluten Werten darstellen. Die einzelnen Spalten, in denen sich die Attribute, Metriken und Filter befinden, lassen sich ebenfalls flexibel durch einfaches Ziehen per Mauszeiger anpassen. Als nützliche Darstellungsfunktion lassen sich Mouse-Over Informationen nennen. Diese beinhalten genaue Zahlen und werden eingeblendet, sobald sich der Mauszeiger z. B. über einem Balken in einem Diagramm befindet. SONSTIGES Bezüglich der Benutzerdokumentation werden Quick Tips sowie Video-Tutorials innerhalb der Anwendung zu den verschiedenen Funktionen der Software angeboten. Es existiert ein Diskussionsforum (https://www.microstrategy.com/cloud/personal/forum/), in welchem technische Fragen gestellt und von anderen Usern beantwortet werden können. Bezüglich der Performance waren während der Arbeit keine Verzögerungen festzustellen. Die Anwendung lief flüssig und schnell, jedoch ist aufgrund der Umsetzung mit Flash eine hohe Auslastung der CPU zu beobachten.

14 BI in der Cloud Möglichkeiten und Risiken Seite 10 4 MÖGLICHKEITEN UND RISIKEN Generell lässt sich das Potential bzw. die Risiken hinter einer cloudbasierten BI-Lösung analog zu anderen cloudbasierten Softwarelösungen einordnen. Zu den Vorteilen zählt in erster Linie die Kosteneinsparung, die sich durch den Verzicht auf interne BI-Hardware und Software, Infrastruktur sowie entsprechendes IT-Personal ergibt. Ein weiterer positiver Aspekt ist die bedarfsgerechte hohe Skalierbarkeit von Cloud-Lösungen und die damit verbundene flexible Abrechnung je nach aktueller Benutzungsintensität. Des Weiteren bietet der Cloud-Ansatz durch das browserbasierte Benutzerinterface die Möglichkeit, plattformübergreifend von jedem belieben PC mit Internetanschluss auf die BI-Auswertungen zurückgreifen zu können. Zusätzlich existieren bereits viele Softwarelösungen für mobile Endgeräte wie beispielsweise Smartphones oder Tablet-PCs, welche ebenfalls unter Verwendung der Cloud-Infrastruktur auf die in der Cloud liegenden Daten zurückgreifen und somit auch eine Nutzung des BI-Services unterwegs möglich ist. Bezüglich des Sicherheitsaspektes lässt sich die Thematik von zwei verschiedenen Standpunkten betrachten. Die Datenhoheit und den damit verbundenen Einfluss auf die Sicherheit der oft sensiblen, personenbezogenen und unternehmenskritischen Daten wird an den jeweiligen Cloud-Dienstleister abgetreten. Der Vorteil ist, dass der entsprechende Anbieter im Allgemeinen aus eigenem Interesse für ein umfangreiches Sicherheitskonzept für die ihm anvertrauten Daten sorgt, da durch das Publik-Werden von Sicherheitslücken die Reputation des Anbieters stark angegriffen würde. Der Nachteil ist, dass vom Kunden das verknüpfte Risiko akzeptiert werden muss, dass mit der Auslagerung der sensiblen Daten einhergeht, wenn auf eine Public Cloud zurückgegriffen werden soll und somit ein Mindestmaß von Vertrauen an den Anbieter vorhanden sein muss. Zusätzlich muss bei der Verwendung von BI in der Cloud auf gesetzliche Rahmenbedingungen geachtet werden. So ist es beispielsweise vorgeschrieben, dass in einem Unternehmen personenbezogene Daten innerhalb der EU gespeichert werden müssen. Das bedeutet, dass der Kunde vorher mit dem Cloud-Anbieter abklären sollte, in welchem Land die verwendeten Server lokalisiert sind, um nicht im Nachhinein in Konflikt mit geltendem Recht zu kommen. Prinzipiell lassen sich mit einer cloudbasierten BI-Lösung bereits viele Funktionen von herkömmlichen BI-Tools abdecken, jedoch befinden sich viele Cloud-Produkte noch in einem frühen Stadium, sodass es bisher keine umfassende All-in-One-Lösung gibt. Insbesondere fehlen einheitliche Schnittstellen für den Import der auszuwertenden Daten bzw. existieren als Importmöglichkeit oftmals nur Excel-Tabellen oder eine Anbindung über Cloud-Computing Plattformen wie z.b. Salesforce. Wenn das BI-System aus vielen verschiedenen Quellen Daten beziehen soll, kann dadurch der Integrationsaufwand enorm ansteigen.

15 BI in der Cloud Integration von Cloud-Lösungen Seite 11 5 INTEGRATION VON CLOUD-LÖSUNGEN 5.1 STRATEGIE-OPTIONEN Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten bzgl. des Umfangs, Cloud-Lösungen in die BI- Strategie des Unternehmens zu integrieren. Die eine sieht vor, für die gesamten Prozesse innerhalb des Business Intelligence Cloud-Lösungen zu nutzen. Die andere Möglichkeit ist die Ergänzung bestehender BI-Systeme durch Cloud-Dienste. Abbildung 3 stellt dies Bildhaft dar. Abbildung 3: Cloud-Integration, vollumfassend oder als Ergänzung Die erste Variante deckt neben der Erstellung und Darstellung von Berichten auch die Verwaltung der Daten ab. Die Cloud-Lösung muss demnach in der Lage sein, über Importschnittstellen eine Vielzahl von Datenquellen zugreifen zu können und diese Daten über einen ETL-Prozess in einen Daten-Cube zu transformieren, um schlussendlich diesen konsolidierten Datenbestand zu analysieren. Die zweite Strategie nutzt auf bestimmte Aufgaben reduzierte, jedoch spezialisierte, BI-Cloud- Dienste als Ergänzung zu bestehenden Systemen. Hierbei handelt es sich typischerweise um den Bereich des Reportings, den Kernbereich aus Anwendersicht. Berichte können so ohne Bindung an einen bestimmten Ort erstellt und eingesehen werden. Bereits getätigte Investitionen in Infrastruktur behalten ihre Wirkung, da andere Aufgaben wie die Datenaufbereitung nicht vom Cloud-Tool übernommen werden. 5.2 EINSCHÄTZUNG DER AUTOREN Basierend auf den Erkenntnissen der Recherche und den Tests mit einigen Tools im Rahmen dieser Arbeit wird es praktisch zur Anwendung der zweiten, geteilten Strategie kommen. Das ist zum einen dadurch bedingt, dass die meisten Tools (darunter MicroStrategy, GoodData, Jaspersoft und Birst, welche getestet wurden) lediglich den Bereich der Berichterstellung und Anzeige bedienen. Umfangreiches Datenmanagement wird meist nicht geboten, wobei hier SAP BusinessByDesign ausdrücklich noch einmal gesondert betrachtet werden müsste. Von der größten Auswahl an Tools profitieren die Unternehmen, die ihre Daten bereits in der Cloud lagern. Hierbei seien die Cloud-Anwendungen von Salesforce genannt, welche von sehr vielen Cloud-BI- Lösungen unterstützt werden.

16 BI in der Cloud Zusammenfassung und Ausblick Seite 12 6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK Abschließend lässt sich feststellen, dass Business Intelligence in der Cloud ein hohes Potential für zukünftige Entwicklungen bereit hält und bereits ein breites Angebot an Produkten auf dem Markt verfügbar ist. Es ist jedoch anzumerken, dass bis dato noch keine Cloud-Lösung in der Lage ist, ein umfassendes BI-Szenario abzudecken. Somit ist der Einsatz von BI in der Cloud im Bereich mittelständischer Unternehmen bis auf weiteres lediglich ergänzend im Unternehmen einzusetzen. Das größte Risiko ist in der Abgabe der Datenhoheit von unternehmenskritischen Daten zu sehen. Als positive Aspekte sind insbesondere die hohe Skalierbarkeit, die flexible Kostenabrechnung je nach Nutzungsintensität sowie die plattformunabhängige und weltweite Verfügbarkeit der BI-Daten zu nennen. Es ist zu erwarten, dass in Zukunft von fast allen BI-Software-Anbietern eine Cloudlösung angeboten werden wird und sich somit ein breiteres Anwendungsspektrum entwickelt sowie eine größere gegenseitige Abgrenzung durch individuellere Produktfunktionen stattfindet.

17 BI in der Cloud Quellenverzeichnis Seite 13 QUELLENVERZEICHNIS Bange, Carsen und Rogers, Shawn Cloud Business Intelligence and Data Management as a Service: A Global Survey on Adoption, Challenges and Outlook. A BARC and ENTERPRISE MANAGEMENT ASSOCIATES (EMA ) Report. Online im Internet: URL: [Zugriff am ] Manhart, Klaus Was bringt Business Intelligence in der Cloud? Pros und Cons. Online im Internet: URL: /was-bringt-business-intelligence-in-der-cloud-pros-und-cons. [Zugriff am ] Buxto, Ima BI in der Cloud: Nicht immer schneller, günstiger, einfacher. Online im Internet: URL: [Zugriff am ] Barb Darrow Companies get SaaS-y with business intelligence. Online im Internet: URL: [Zugriff am ] Willem J.J. Thompson Business intelligence in the cloud. Online im Internet: URL: [Zugriff am ] Jörg Plümacher Ein paar Gedanken zu BI in the Cloud. Online im Internet: URL: [Zugriff am ]

18 BI in der Cloud Anhang Seite 14 ANHANG 1 Startseite von GoodData Blick auf den Dashboard-Bereich 2 Hilfe eingebettet im Anwendungsbereich 3 Datenverwaltung

19 BI in der Cloud Anhang Seite 15 4 Erstellen eines neuen Projekts 5 Suchfunktion 6 Startseite von MicroStrategy Cloud Personal 7 Dialog zum Datenimport

20 BI in der Cloud Anhang Seite 16 8 Drag and Drop Funktion 9 Aussehen eines Beispielreports

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