Das Geheimnis des Schönen

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1 Das Geheimnis des Schönen Ein Modell der psychischen und mentalitätsgeschichtlichen Strukturen von Ästhetik Inaugural-Dissertation in der Fakultät Pädagogik, Philosophie und Psychologie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg vorgelegt von Stefanie Janker aus Ansbach Tag der mündlichen Prüfung: Note: SUMMA CUM LAUDE (0,00) Promotionspreis der Universität Bamberg 2002

2 Meinem Mann

3 Inhaltsverzeichnis Abstract... Vorwort und Danksagung... Einleitung: Ziel und Ausgangspunkt... A) Zum Desiderat eines integrativen Modells der Ästhetik... B) Aspekte des Ästhetischen im Hinblick auf das sog. typisch Menschliche. C) Aufbau der Arbeit... D) Vorgehensweise Kapitel: Zur Geschichte der Schönheit Philosophisch-historische Modellskizze Problematik, Konzept und Vorgehensweise Antinomie von vorneuzeitlichem und modernem Schönheitsbegriff Systematischer Aspekt: Tradition vs. Moderne Geschichtliche Entwicklung Romantische Entwicklungen Die Bodenlosigkeit der Moderne Zusammenfassung Chronologie und Bestandteile ästhetischer Theorie ) Die Anfänge ästhetischer Theorie in der Antike: Platon vs. Aristoteles ) Die Theoretiker ) Platon ) Aristoteles...

4 ) Ableitung für die Psychologie ) Baustein 1: Konfrontation von sinnlicher Wahrnehmung und abstraktem Denken bzw. gleichzeitige Wahrnehmung von Welt und eigener Person ) Baustein 2: Vergleich von Strukturprinzipien ) Baustein 3: Beflügelung bis hin zu Ekstase oder Selbstauflösung ) Baustein 4: Steigerungsprinzip der Ergriffenheit ) Ästhetische Qualitäten christlicher Versenkung ) Die Theoretiker ) Plotin ) Augustinus ) Pseudo-Dionysios Aeropagita ) Thomas von Aquin ) Ficino ) Ableitung für die Psychologie, Baustein 5: Kontemplativer Zugang ) Ästhetik auf Seite der Produzenten ) Die Theoretiker ) Leonardo da Vinci ) Alberti ) Nikolaus von Kues ) Lamazzo und Bruno ) Ableitung für die Psychologie, Baustein 6: Eigenständigkeit des ästhetischen Bereichs ) Ästhetische Phänomene unter dem Aspekt der neuzeitlichen Wissenschaft ) Die Theoretiker ) Shaftesbury ) Hutcheson....

5 ) Boileau-Despreaux ) Perrault und Huet ) De Bois ) Burke ) Baumgarten ) Kant ) Schiller ) Ableitung für die Psychologie ) Baustein 7: Ästhetik als Garant für das Funktionieren des psychischen Systems ) Baustein 8: Der Spieltrieb als Impetus ) Die Entstehung der Schönen Künste und des eigentlichen Ästhetik- Begriffs ) Die Theoretiker ) Schelling ) Schopenhauer ) Hegel ) Rosenkranz ) Schlegel und Vischer ) Fechner ) Nietzsche ) Ableitung für die Psychologie, Baustein 9: Abhängigkeit vom vom pers. Auflösungsgrad (Leiden und Vernetzungsfähigkeit) 1.2.6) Die Umwertung ästhetischer Werte in Moderne, Postmoderne und danach ) Die Theoretiker ) Freud ) Peirce ) James ) Croce ) Benjamin ) Heidegger ) Adorno ) Bateson......

6 ) Goodman ) Panofsky und Warburg ) Lyotard ) Wittgenstein ) Danto ) Ableitung für die Psychologie: Die Gesamtheit der Bausteine Kapitel: Erläuterung der Modellskizze im Hinblick auf kunstikonographische Begriffe und dem gegenwärtigen Forschungsstand der Psychologie ) Darstellung von Topos A: Ästhetik als basale Vermittlung konträrer Denkmuster ) Die Vermittlung von Welt und eigener Person als Grundproblem von KI- Forschung und Ästhetik ) Von Maschinen und Menschen Vergleich menschlichen Bewusstseins mit Künstlicher Intelligenz ) Die Probleme der Bewusstseinsdefinitionen ) Die Verarbeitung von Unterschieden als systemtheoretische Grundlage ) Vorstufe des systemtheoretischen Ansatzes: Das Paradigma der Vermittlung von vernetztem und linearem Denken ) Das Setzen von Unterschieden ) Modell der ästhetischen Verarbeitung von Unterschieden ) Ableitung von Topos A: Die intuitive Vermittlung der Speicherformen für Innen und Außen Gleichzeitigkeit und Wahrnehmung der eigenen Wahrnehmung ) Ausblick auf Topos B: Ästhetik als bestmögliche Art der Wirklichkeitsverarbeitung die Umschreibungen...

7 ) Ausblick auf Topos C: Die Unbeschreibbarkeit von Kunst Zweckfreiheit, Selbstzweck und genialische Utopien ) Ausblick auf Topos D: Ästhetisches Erleben als emotionales Phänomen der Widerspruch von Moral und Wertneutralität und seine Erklärung im kontemplativen Verweilbereich mit eigenen Regeln (Nullbegriffe, Spiegel-, Kind-, Rausch- und Traummetapher) ) Ausblick auf Topos E: Ästhetik als subjektive Empathie Seelen - und Harmonie - Begriff ) Ausblick auf Topos F: Ästhetik als Stabilisierungsfaktor das Dogma künstlerischer Innovation und seine Funktion in Leiden und Melancholie (Kunst als Kommunikationsforum) ) Ausblick auf Topos G: Überschwemmung durch ästhetische Wahrnehmung die Motive mystischer Ekstase, Krankheit, Karnevalismus und Schamanismus ) Ausblick auf Topos H: Der Mut des Künstlers Voraussetzungen der Künstlerpersönlichkeit und deren Rolle für spielerische Aspekte von Kunst ) Vergleichende Ergebnisse aus der Hirnphysiologie ) Strukturen der Befragung zur Definition von Kunst 2.2) Darstellung von Topos B: Ästhetik als bestmögliche Wahrnehmungsregulierung in der Literatur ) Kunst als praktiziertes Leben die Aussagen von Künstlern ) Die antinomischen Umschreibungen ) Die Metaphern der funktionalen Gleichsetzung von Innen und Außen ) Die Metaphern für Zustände ästhetischer Wahrnehmung...

8 2.2.2) Leben als praktizierte Kunst die Aussagen der Nichtkünstler ) Sonderfälle zwischen Theorie und Praxis Klischees intuitiv-ästhetischer Ordnungsfindung in der Physik ) Darstellung von Topos C: Unbeschreibbarkeit und Zweckfreiheit der Kunst ) Die Unbeschreibbarkeit : Zur Gegenstrebigkeit des Denkens ) Zweckfreiheit und Uneigentlichkeit ) Genialität und Avantgarde als mod. Problemfeld: Möglichkeiten und Utopien ) Selbstzweck als höchste Stufe der Zweckfreiheit ) Darstellung von Topos D: Ästhetik und emotionaler Selbstbezug ) Emotionalität und Wahrnehmung: ) Moralität ) Wertneutralität ) Ableitung eines Tetramodells ) Das kontemplative Verweilen ) Philosophische Phänomene des Verweilens ) Das unterschiedslose Eine Funktionsweise und praktische Konsequenzen ) Nullbegriffe als Umschreibung des Verweilbereichs ) Der Spiegel als Prinzip des Verweilens ) Rausch, Traum und Sexualität ) Der Kinderblick als blinder Kick ) Topos E: Ästhetik als subjektive Empathie ) Empathie mit Unbelebtem: Harmonie und Authentizität als umschreibende Formeln ) Empathie mit Belebtem: Herz und Seele als Metaphern zwischenmenschlicher Empathie ) Empathie und Utopien...

9 2.6) Darstellung von Topos F: Ästhetik als Stabilisierungsfaktor ) Der kompetente Umgang mit Innovation am Beispiel der Kunst ) Ästhetisierende Funktion und Kompensation von Leiden und Melancholie ) Das befreiende Licht der Hoffnung Kunst als Therapie ) Darstellung von Topos G: Überschwemmung durch ästhetische Reize ) Mystik als Grenzbereich zwischen kompetenter Regulierung und Katastrophe ) Kunst und ekstatischer Schamanismus ) Reizüberflutung als Krankheit ) Darstellung von Topos H: Der Mut des Künstlers ) Voraussetzungen für den Beruf des Künstlers: Der weltfremde Künstler ) Kunst als Spiel und die Bedeutung für den Künstler Kapitel: Zusammenfassung Ästhetisches Lustempfinden ) Die Systematik ästhetischer Wahrnehmung ) Die Bausteine der Wahrnehmung ) Widersprüche und Zusammenhänge ) Die Widersprüche ) Die Zusammenhänge im Zusammenhang ) Modell ) Die Widersprüche im Zusammenhang ) Zusammenfassung: Definition und Formalisierbarkeit von Ästhetik Der Faktor Igel Glossar... Befragung: Das Dutzend Definitionen... Literaturliste... Register...

10 Abstract: Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, alltagssprachliche Bezeichnungen von Empfindungsqualitäten wie ästhetisches Erleben oder Schönheit mit Begriffen und Konzepten der modernen Psychologie in Beziehung zu setzen. Dabei soll ein psychologisches Strukturmodell des Wahrnehmens und Erkennens erarbeitet werden, das ästhetische Qualitäten als notwendige Bedingung integriert. Geleitet wird die Untersuchung von der zentralen Hypothese, dass Bewusstseinsbildung hochgradig verwoben ist mit einem funktionalen Eigenwert jener Empfindungsqualitäten, die daher kognitive Akte des Typs Vorstellen bzw. Vorstellung bilden (= Erkennen ) und / oder Darstellen als konstitutives Element begleiten. Eine interdisziplinäre Ästhetik-Theorie, die philosophische, anthropologische, kunstgeschichtliche, sprach- und literaturwissenschaftliche sowie neurophysiologische Erkenntnisse korrelieren würde, stellt bislang ein Desiderat dar und dies trotz einer gewissen Trendwende hin zu disziplinenübergreifenden Metatheorien. Dies beruht wohl darauf, dass der wissenschaftliche Diskurs des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts durchsetzt war mit ästhetischen Werturteilen des Typs richtig = wohlgeordnet bzw. schön bzw. falsch = inkohärent bzw. unästhetisch ; eine sich zunehmend als wertneutral etablierende Wissenschaft zog es zur Abgrenzung davon vor, diesen belasteten Bereich sogar als Objekt der Beschreibung zu marginalisieren. Die intendierte Projektion, an deren Ende das bereits erwähnte Modell psychischer Struktur stehen wird, erfolgt in zwei methodischen Schritten: 1. (= 1. Kapitel) Geschichtliche Rekonstruktion des Begriffs der ästhetischen Wahrnehmung und Wirkung im weitesten Sinne, in Form einer chronologischen Zusammenschau von relevanten Aussagen, die sich in kulturhistorisch maßgeblichen abendländischen Werken finden lassen. Insoweit sowohl das populäre Verständnis als auch die Ästhetiktheorie heute eine permanente Verbindung von ästhetischem

11 Erleben zum Begriff der Kunst bzw. zur Kunsttheorie herstellen, wird im Folgenden auch die Funktion des Phänomens Kunst zu behandeln sein. Der oben verwendete Zusatz im weitesten Sinne ist insoweit angebracht, als Begriffe wie Schönheit oder ästhetische Qualität einem bestimmten mentalitätsgeschichtlichen und kulturellen Umfeld verhaftet sind, in dem a) eine Differenz zwischen Welt (Objekte / das Andere ) und Selbst (das Ich ) und b) eine Differenz zwischen Objekt ( Entität der Welt ) und dessen Eigenschaften ( prädizierbare Attribute ) diskursiv etabliert sein muss. Denn nur über diesen Auslagerungsvorgang ist es später, wiederum kulturspezifisch, möglich, diese Attribute vom Gegenstand zu lösen, d.h. als vom Objekt unabhängige Resultate psychischen Erlebens zu verstehen und in das Innen des Betrachters zu verlegen. Schönheit wird dann z.b. nicht mehr dem Objekt, sondern dem Subjekt der Schönheitswahrnehmung zugeschrieben. All diese Schritte sind im westlichen Kulturkreis vollzogen worden und verdanken sich einem komplexen jahrhundertelangen Prozess, der daher in vorliegender Arbeit zumindest in Grundzügen nachzuvollziehen ist. Wenn dabei Aussagen zum ästhetischen Erleben Werken entnommen werden, die vor der Etablierung eines Begriffs der Ästhetik in diesem modernen Sinne entstanden, dann ist funktional Vergleichbares dort natürlich unter anderen Bezeichnungen und in anderen Kontexten zu finden als beispielsweise in Werken der Moderne oder der Postmoderne. Die historischen Stufen, die bei dieser Gelegenheit als thematische Einheiten abgehandelt werden, decken sich nur bedingt mit den Epochengrenzen der Historiker; sie ergeben sich vielmehr aus Ähnlichkeiten im Hinblick auf die Kontexte, in denen die jeweiligen Aussagen zu ästhetischem Erleben auftauchen. Sie finden sich vor dem 14. Jahrhundert beispielsweise verwoben mit philosophischen und/oder religiösen Grundfragen und erst später in kunsttheoretischen Traktaten sui generis. Schönheitsempfinden bzw. ästhetisches Empfinden erweist sich vor dem historischen Hintergrund eher als Abschnitt auf einem Kontinuum ineinandergreifender und sich auch wieder voneinander abgrenzender Erlebnisqualitäten. Dieses Kontinuum erstreckt sich zwischen zwei Extremen: Der

12 Aufmerksamkeitsfixierung (Beziehung des Subjekts zu einem bestimmten, vom Subjekt abgegrenzten Objekt) und der Ekstase (Aufhebung der Erlebnisgrenze zwischen Außen [Objekt-Welt] und Innen [Subjekt-Welt] und insgesamt Auflösung etablierter, d.h. physisch gelebter Begriffsgrenzen). Ästhetisches Erleben kann man unter diesem Gesichtspunkt entweder als domestiziertes, soziohistorisch begründbares Rückzugsgebiet der Erlebnisqualität Ekstase begreifen (die in der Neuzeit weitgehend funktionslos geworden ist und dem Bereich Krankheit zugeschrieben wird), oder als logische Fortsetzung jeglicher Aufmerksamkeitsfixierung, die dann nach und nach in lustvoll empfundene Mustererkennung und -abgleichung übergeht. Diese beiden Extreme sind in verschiedenen Epochen jeweils unterschiedlich auf- und abgewertet worden. Vorliegender Arbeit geht es nicht um eine derartige Bewertung, sondern ganz im Gegenteil darum, aus den vielfältigen Aussagen zeit- und kontextübergreifende und daher als psychisch anzunehmenden Konstanten herauszufiltern. Sie werden als Bausteine gefasst, die jeweils Teilaspekte des Erlebens auf den Abschnitten des Kontinuums repräsentieren sollen. Diese Teilaspekte entsprechen in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen bestimmten Erlebnisqualitäten, die ihrerseits Erkenntnis- und Bewusstwerdungsprozesse mitkonstituieren. 2. (= 2. Kapitel) Umformulierung und Neukontextualisierung der Bausteine über die Anbindung an psychologische Theoreme (und dabei Erstellung eines Katalogs nutzbarer Topoi). Die Vernetzung mit Erkenntnissen der modernen Psychologie dient einem doppelten Zweck: Zum einen sind die erarbeiteten Bausteine für das anvisierte Modell psychischer Verarbeitungsstrukturen aufzubereiten; zum anderen geht es aber auch darum, beide Perspektiven in einen Dialog treten zu lassen, der dann notwendigerweise auch die Theoreme der Psychologie erweitert. Das Modell ist in seinem Aufbau angelehnt an Dietrich Dörners Psi-Theorie. Ist es beschreibungs- und erklärungsadäquat, so müssten bei seiner Umsetzung in eine Computersimulation Bewusstseins-Phänomene erzeugt werden können. Nach der

13 Leithypothese der folgenden Ausführungen macht allerdings nicht allein der Logos, d.h. die denk- und erkenntnisfähigen Vernunft in Personalunion mit der Sprachfähigkeit, den Menschen zum Menschen, sondern auch und vor allem die Fähigkeit, bestimmte Erlebnisqualitäten über die Fokussierung und Abgleichung von Wahrnehmungsmustern so zu forcieren, dass gewissermaßen als Abfallprodukte Bewusstsein und Erkenntnis entstehen. Trifft dies zu, dann gehören diese Erlebnisqualitäten zur differentia specifica, zum genuin Menschlichen, das uns von allen anderen Arten unterscheidet. Ein erfolgreicher Simulations-Test der vorgelegten Arbeitshypothese könnte daher den Abschied von kognitivistischen Engführungen beschleunigen, von denen wohl unter platonistisch-cartesianischen Einflüssen theoretische Psychologie sowie KI-Forschung heute noch weitgehend geprägt sind. Damit ist angedeutet, welche Ziele vorliegende Arbeit über sich selbst hinaus vorgeben könnte.

14 Vorwort und Danksagung Ende 1995 bis Anfang 1996 stellte die Sammlung Georg Schäfer in Schweinfurt Dürers melencolia I aus 1. Dieser Kupferstich stammt aus dem Jahr 1514, entstand also knappe 10 Jahre nach Leonardo da Vincis Mona Lisa. Beide Bilder gelten als Inbegriff des Geheimnisvollen, des Rätselhaften in der Kunst. Während aber das Lächeln der Mona Lisa zum unumgänglichen Kanon gepflegter Allgemeinbildung gehört, kennen meist nur die Kunsthistoriker die hermetische Anordnung der Symbole auf der melencolia I : Die Engelsflügel, den Hund, die Kugel, den Zirkel und die Leiter. Auf diese Art trennt Dürers Allegorie der melancholischen Betrachtung Laien von akademischen Ästheten und Allgemeinwissen von gebildetem Understatement letzteres schienen zumindest die beiden Gestalten auszustrahlen, von denen hier die Rede sein wird, und die als Figuren die vorliegende Arbeit mit ihrem Diskurs grundieren werden: In den dunklen Räumen des kleinen Museums trafen am 7. Februar 1996 zwei Besucher aufeinander, die von ihrem Äußeren her einer gutgehenden Software- Firma, einer Werbeagentur oder Galerie zuzugehören schienen. Sowohl der Mann mit der Hornbrille, als auch die Frau mit den hochgesteckten Haaren trugen lange, postmodern-schwarze Mäntel aus Cashmere (der Mann) und Leder (die Frau). Bevor sie die ersten Worte miteinander wechselten, hatten beide minutenlang die melencolia betrachtet. Als stillschweigender Beobachter konnte ich diesem ersten Gespräch entnehmen, dass beide Parteien ganz augenscheinlich mehr an der Kontaktaufnahme per se, als an eventuellen Hintergrundinformationen zu Dürer interessiert waren. Beiden schien vielmehr ausgesprochen fundiertes Wissen zu diesem Thema zu eignen, das sie aber kokett (oder beflissentlich) zu verbergen suchten. Vorerst hielt ich diesen rhetorischen Kunstgriff für ritualisiertes Werbeverhalten. Noch konnte ich nicht wissen, dass die beiden in Wirklichkeit ganz andere Gründe für ihre behutsame Informationspolitik hatten und diese Gründe waren weitaus rätselhafter als der Kupferstich mit der Engelsgestalt oder gar das Lächeln der Mona Lisa... 1 Vgl. Schneider, E Vgl. außerdem Read, J.:

15 Das belauschte Gespräch über Aussage und Wirkung der melencolia hatte zunächst den Charme einer SZ-Kulturbeilage im Sommerloch. Aber als die beiden Fremden ihre lauen Aussagen unter Berufung auf ihre Berufe untermauerten, gewann das Gespräch merklich an Geschwindigkeit denn als praktizierender Psychologe (der Mann) und praktizierende Künstlerin (nicht der Mann) hatten die beiden doch so divergierende Meinungen zur Kunst, dass die Grenzen wechselseitiger Diplomatie und Höflichkeit bald ausgereizt waren: A. (-nonymer) P. (-sychologe): Es ist faszinierend, Ihnen zuzuhören, wie Sie so über Kunst sprechen, wirklich ganz, ganz allerliebst. Auch wenn ich denke, dass Künstler eigentlich überhaupt nicht über ihr Metier sprechen können. Sonst wären sie ja gewissermaßen keine Künstler, nicht wahr? Kennen Sie das Sprichwort, das behauptet, dass Schuster immer die schlechtesten Schuhe haben? Ich glaube, Freud hat sogar einmal eine psychoanalytische Behandlung Mahlers abgelehnt, weil er nicht verantworten wollte, dass dessen nächste Symphonie nichts mehr taugt. Ja, und George Lucas hat auch deswegen eine Therapie abgelehnt, weil er glaubte, in therapiertem Zustand nicht mehr kreativ sein zu können. Ich bin mir zwar nicht ganz sicher, ob man den Krieg der Sterne mit einer Mahlersymphonie vergleichen kann, aber egal. Auf alle Fälle höre ich Ihnen aber wirklich gerne zu! Was wäre unsere Welt ohne ihre Künstler, nicht wahr?" A. (anonyme) K. (-ünstlerin): Sie trauen mir nicht zu, über Kunst zu reden? Kann es sein, dass Sie eigentlich gar nicht wissen, worüber Sie gerade reden? Ich, meine, warum sind Sie denn dann kein Künstler geworden, wenn Sie sich in diesem Metier so gut auskennen? Sie zeichnen sich durch solche Bemerkungen auch nicht gerade als sehr einfühlsamer Wissenschaftler aus oder fänden Sie es vielleicht sehr nett, wenn Ihnen irgendein Fachidiot von wer-weiß-woher so auf die Schnelle mal partielle Idiotie unterstellen würde? Erscheinen Ihnen solche Fachtermini hinreichend eloquent für ein Gespräch mit Eurer Weisheit?

16 A. P.: Hm, hm, lassen Sie mich raten: Ihrer Reaktion nach zu schließen, würde ich sagen, dass Sie sicherlich Malerin sind, eher abstrakter als gegenständlicher Provenienz, oder? A. K.: Wie wahr, wie wahr Moment überlege ich mir tatsächlich Ihre Nase zu abstrahieren, Sie werden aussehen wie ein Picasso. Ich hatte das Gefühl, dass die beiden sich wirklich mochten welchen Grund hätten sie sonst gehabt, ihren Disput so konsequent fortzuführen. Dementsprechend wollte ich den Ort solcher Menschelei diskret verlassen und steuerte den nächsten Raum an, doch dann ging alles ganz schnell. Im Dienste der Wissenschaft fasse ich die nun folgenden Geschehnisse so kurz wie möglich zusammen, schließlich besteht die Intention der vorliegenden Arbeit in einem Strukturmodell von Ästhetik und nicht in einem Märchen von tausendundeiner Kunstausstellung. Bitte ersparen Sie sich und mir die Einzelheiten Sie würden mir kaum glauben, und ehrlich gesagt, glaube ich bis heute nicht einmal mir selber: Wie sich nun herausstellte, waren die beiden Personen weniger reale Personen im juristischen und üblichen Sinne, als vielmehr Allegorien, die Allegorien von Kunst und Psychologie. Ich weiß, dass solche Erscheinungen tendenziell eher in barocken Sonetten oder psychiatrischen Fachbüchern als in der Realität auftauchen. Ich weiß bis heute nicht, wie ich damit umgehen soll, ich wage seither nicht einmal mehr etwas zu essen, was früher Federn hatte es erinnert mich zu sehr an die beeindruckenden Flügel, die die Allegorien unter ihren teuren Mänteln verbargen. Fest steht nur: Ich hatte unversehens direkten Kontakt zur Allegorie der Psychologie und der Allegorie der Kunst aufgenommen. Aufgrund und mittels dieses Kontakts entstand die vorliegende Arbeit über ein wissenschaftliches Strukturmodell der Ästhetik. Es war mir vergönnt, weitere Gespräche der beiden zu protokollieren und zur Erstellung und Illustration eines Modells zu verwenden, das wissenschaftlichen und künstlerischen Ansprüchen und Phänomenen Genüge leisten soll. Auszüge dieser Gespräche im vorliegenden Text setzen das Einverständnis der Allegorien voraus und ich möchte mich an dieser

17 Stelle sehr herzlich für deren Unterstützung bedanken. Bei den weiteren Treffen, die wie Familientreffen in Ahnengalerien stets in Ausstellungen historischer Allegoriendarstellungen stattfanden, beziehe ich mich im folgenden ausschließlich auf die Dialoge vor Dürers melencolia I, v.a. die Ausstellung im Nürnberger Nationalmuseum von Sep Januar Ich nehme an, dass eine erneute Ausstellung der melencolia I ein erneutes Treffen ermöglichen könnte, aber meines Wissens nach ist diesbezüglich in den nächsten Jahren nichts geplant. (Weitere Drucke lagern noch in den Lagern des Münchener Kupferstichkabinetts und der Albertina in Wien, sind aber für baldige Ausstellungen nicht vorgesehen). Was also aus den beiden geworden ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Aber sogar wenn ich es wüsste, würde ich es nicht in die Öffentlichkeit tragen; allegorische Privatangelegenheiten gehören nicht in eine wissenschaftliche Arbeit. Aus diesen und anderen naheliegenden Gründen kann ich weder Ihnen noch mir selbst erklären, wie und warum es zu einer solchen Kooperation kommen konnte. Leider wurde mir darüber hinaus die Weitergabe weiterer sachdienlicher Hinweise untersagt, so dass ich diesbezüglich auf die Kombinationsgabe der geneigten Leser hoffe. Ich bin sicher, dass kluge und warmherzige Leser das leisten können. An dieser Stelle möchte ich auch allen anderen Seelen danken, die an der Entstehung dieser Doktorarbeit maßgeblich beteiligt waren, so zum Beispiel den fleißigen Wesen, die diese Arbeit Korrektur gelesen haben wie u.a. Herr Priv.-Doz. Stefan Strohschneider. Für diese Hilfen bin ich so dankbar, dass ich auch Frau Dipl.-Psych. Johanna Künzel und Frau Dr. Dorothée Halcour mittlerweile alles verziehen habe, was sie mich erleiden liessen: Als ich die Arbeit bei Johanna abgeholt habe, hat mir ihr Stallhase fast einen Finger abgebissen, und um Doro das Korrigieren der Arbeit überhaupt zu ermöglichen, mußte ich auf ihre kleine Tochter aufpassen. Seither träume ich jede Nacht zwanghaft davon, Säuglinge vor bösen Computerexperten und/oder drohender Unterernährung zu retten. Aber das sind wohl eher meine grundeigensten Ängste - nach zwei Jahren Doktorarbeit mit jeweils einem kaputten Computerabsturz pro Jahr und etwa 7000 Kalorien täglich. Den heldenhaften Frauen 2 Vgl. Mende 2001.

18 Ma. Susanne Globisch und Dr. Monika Sokol sei ebenfalls herzlichst für das Korrektur-Lesen der Arbeit gedankt, v.a. für die viele Zeit und wertvollen Hinweise. Man sagt, dass man seine Freunde daran erkennt, dass sie auch Kritik üben, wo andere nichts sagen. Zum Glück haben diese Engel meine Arbeit nicht nur kritisiert. Trotzdem (oder deswegen?) freue ich mich über die Freundschaften, die durch die Arbeit an dieser Arbeit entstanden sind - allen voran das Maler-(Ehe-)Paar Lucia de Sigueiredo und Michael Huth. Durch deren tat-kräftige Mithilfe konnte die deutsche Gegenwartskunst maßgeblich um Portraits aus dem Themenkreis Janker- Dissertation bereichert werden womit wir bei der nächsten Person wären, der ich nicht weniger herzlich für Zeit, Hinweise, Kritik, Tee und stete Unterstützung danke: Herr Prof. Dr. Dietrich Dörner vom Institut für Theoretische Psychologie in Bamberg hat meine Arbeit betreut und überhaupt erst ermöglicht. Ein Projekt wie diese Arbeit konnte meiner Ansicht nach nur mit ihm zusammen entstehen, und das ist nicht ironisch gemeint. Ganz ernsthaft: Es ist schade, dass eigentlich in jedem Vorwort das jeweilige Doktorkind den entsprechenden Betreuer wie einen Erzengel zum besten Doktorvater überhaupt hochlobt so dass in diesem Fall leider nur leidlich deutlich werden kann, dass es in diesem einen Fall tatsächlich so ist. Seit ich Herrn Dörner (Jahrgang 1938) kenne, dessen Denkvermögen das meine (Jahrgang 1969) in fast allen Punkten haushoch schlägt, habe ich keine Angst mehr vor dem Älterwerden, im Höchstfall nur vor Herrn Dörner. Schön, dass auch mein Zweitgutachter, Herr Dr. Dr. h.c. Erwin Schadel für meine Arbeit ein wahrer Glücksgriff war, eine Trias von Herzlichkeit, (unerreichbarer) Belesenheit und Hilfsbereitschaft (und viertens: Toleranz). Weiterer Dank auch an Herrn Prof. Dr. Jürgen Schneider. Wie sehr mir mein Mann in diesen zwei Jahren geholfen und mich unterstützt hat, ist an dieser Stelle nicht vermittelbar. Lieber Dank geht an unsere Familien, meine und seine, an Margit Janker, Herti und Kurt Voigt, Ju und Tino Salinas! Der Otto-Friedrich-Universität Bamberg danke ich für die Gewährung eines

19 Promotionsstipendiums, ohne das ich wahrscheinlich jetzt noch an der Arbeit sitzen würde. Bamberg, (Nikolaustag) 2001

20 Einleitung: Ziel und Ausgangspunkt A. (-llegorie der) K.: Wenn ich mir vorstelle, dass Menschen wie Sie andere Menschen therapieren, dann weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Was für einen Stundenlohn bekommt man für so etwas? A. (-llegorie der) P..: Fühlen Sie sich analysiert? In dieser Hinsicht muss ich Ihre adrette Aggressivität leider enttäuschen: Ich praktiziere nicht, sondern arbeite als Theoretischer Psychologe. A. K.: Sie werden schon wissen, warum als Psychologe... A. P..: Was finden Sie eigentlich so schrecklich an mir? A. K.: Ich finde eher langweilig, wie Sie über dieses Bild sprechen. Sie stehen vor einem Originalabdruck von Dürers melencolia I und ganz augenscheinlich fehlt Ihnen jedes Gefühl für die unglaubliche Ästhetik dieser Darstellung. Zugegebenermaßen ist Ihre Brille ganz schön, aber der herbe Rest von Ihnen verkörpert nicht gerade so etwas wie Gefühlstiefe. A. P..: Was ist bitteschön Gefühlstiefe? A. K.: Da, sehen Sie, was ich meine!? A. P..: Nein, mal im Ernst was verstehen Sie unter dieser Tiefe, die ich nicht habe? A.K.: ein reiches Innenleben?

21 A. P..: Ich bin Psychologe, ich bin reich. Aber was ist bitteschön ein Innenleben? A. K.: Sind Sie wirklich Psychologe? A. P..: Eigentlich schon. Bitte glauben Sie mir: Ich möchte wirklich gerne wissen, was man unter solchen Begriffen wie Tiefe oder reichem Innenleben versteht. Es gibt viele solcher ungenauer Begrifflichkeiten, an die die Psychologie mit ihren Methoden nicht so recht herankommt. Immer heißt es, dass man nicht erklären könne, was eine menschliche Tiefe oder eine menschliche Seele ist, immer heißt es, dass man so etwas nur mit gesundem Menschenverstand oder menschlichem Einfühlungsvermögen erklären könnte. Oder menschlicher Tiefe. Oder Seele. Wie soll ich als Psychologen Menschen helfen, die nicht erklären können, wie sie funktionieren? Glauben Sie mir bitte: Ich möchte wirklich gerne sinnvolle Psychologie betreiben, aber irgendwo stößt man manchmal an seine Grenzen. Meine Grenzen liegen dort, wo mir die Wegbeschreibungen der psychologischen Landkarte ähnlich ungenau werden wie Ihre Beschuldigungen. A. K.: Hm. A. P..: Sie wissen besser als ich, dass gerade die Künste, egal welche, ein wahres El Dorado dieser verwaschenen Hinweise sind. Alles ist betroffen, tief, ästhetisch, unbeschreibbar, erhaben oder wie auch immer poetisch verschlüsselt. Ehrlich gesagt, hatte ich gehofft, dass ich hier jemanden vom Fach finden würde, der mir das erklärt. Muss ich mir dafür eine kugelsichere Weste besorgen oder belassen wir unsere akademische Diskussion bei verbaler Gewalt? A. K.: Warum sollte ich Ihnen helfen? Soll ich für Sie den Ast absägen, auf dem ich sitze?

22 A. P..: Erstens: Ich organisiere Ihnen dafür, wenn Sie wollen, Kaffee und Kuchen. Zweitens: Ich organisiere Ihnen, wenn Ihre Arbeiten es lohnen, eine Vernissage mit der Kaufkraft meines sozialen Umfelds und drittens bürge ich mit meiner Brille und meiner Berufsehre für eine humanistische Verwertung Ihrer Aussagen. Ihrer anonymen Aussagen, okay? A. K.: Nußkuchen? Ziel dieser Arbeit ist es, ein Modell derjenigen psychischen Prozesse zu erstellen, die im alltäglichen Sprachgebrauch unserer Zeit und unserer Kulturkreises mit den Begriffen Schönheit, Ästhetik oder ästhetisches Erleben umschrieben werden. V.a. die poetischen Metaphern dieses Erlebens sollen durch die Einordnung in ein psychologisches Strukturmodell verständlicher und wissenschaftlich zugänglich gemacht werden. Mittels einer qualitativen Auswertung einschlägiger Texte aus dem Umfeld von Kunst, Ästhetik und Ästhetiktheorie ist zu klären, ob Ästhetik, ästhetische Phänomene und künstlerische Prozesse nicht nur so das gängige Klischee als schöngeistige Beschäftigungsmaßnahme skurriler Künstlerpersönlichkeiten, sondern vielmehr als obligate Grundlage menschlichen Denkens fungieren und letztendlich sogar sog. menschliches Denken wiederum im alltäglichen Sprachgebrauch überhaupt definieren. In der Konsequenz entsprechender Ergebnisse wird dann zu fragen sein, ob der Nachbau dieser eventuellen Gleichsetzung von Bewusstsein, menschlicher Seele und ästhetischem Erleben in künstlichen Systemen möglich ist, sprich: ob eine Computersimulation, die auf der hier zu erarbeitenden Theorie basiert, tatsächlich bewusstseinsähnliche Phänomene erzeugen kann. Ausgangspunkt der Arbeit ist, dass eine solche Theorie im Sinne einer Definition von Ästhetik (respektive menschlichem Bewusstsein) noch nicht (oder erst in Ansätzen) vorliegt. Obwohl dieses Thema nicht nur Psychologie und Kunst, sondern auch die Disziplinen Philosophie, Anthropologie, Kunstgeschichte, Sprach- und

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