Bioeffizienzdorf Hessen Ein Leitprojekt des Hessischen Umweltministeriums

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1 Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Bioeffizienzdorf Hessen Ein Leitprojekt des Hessischen Umweltministeriums Die Erwartungen des Landes an das Projekt Dr. Andreas Meissauer

2 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 2

3 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 3

4 1. Zuständigkeit im HMUELV Abteilung VIII Energie, Erneuerbare Energien und Klimaschutz (Leitung: Andreas Koch) Referat VIII 4 Energieeffizienz (Leitung: Gabriele Purper) Ansprechpartner: Dr. A. Meissauer (Tel.: ) Mainzer Straße Wiesbaden 4

5 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 5

6 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch (ohne Verkehrssektor) bis 2020 auf 20% (2005: 4,5%, 2008: 6,1%, 2020: 23%) Gleichzeitig deutliche Senkung des Endenergieverbrauchs insbesondere durch geeignete Effizienzmaßnahmen (2005: GWh, 2008: GWh, 2020: GWh) 6

7 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 7

8 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer (I) Vor diesem Hintergrund gewinnt eine an die örtlichen Gegebenheiten angepasste Energienutzung gerade im ländlichen Raum immer mehr an Bedeutung. Von ländlichen Kommunen werden bereits große Anstrengungen zur Umsetzung zukunftsfähiger Konzepte auf der Ebene von Ortsteilen und dörflichen Gemeinschaften unternommen. Dabei stand bisher das Konzept der Bioenergie-Dörfer mit dem Ziel einer unabhängigen, ökologisch ausgerichteten, dezentral angelegten und auf lokalen Ressourcen basierenden Energieversorgung im Mittelpunkt. 8

9 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer (II) Dabei bestand ein besonderer Reiz des Konzeptes darin, das angestrebte Ziel der weitgehenden Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern gemeinschaftlich zu erreichen und so eine Art Energieautarkie für das Dorf herstellen zu können. Die Nutzung des regional verfügbaren nachwachsenden Rohstoffes Holz bietet sich gerade für den ländlichen Raum in der waldreichen hessischen Mittelgebirgslage an. Bioenergiedörfer zeichnen sich i. d. R. durch sehr leistungsstarke Heizzentralen und weitläufige Leitungsnetze zur Wärmeverteilung aus. Mit einem Bioenergiedorf verbinden sich Erwartungen, nicht nur regionale Ressourcen zum Ersatz fossiler Energieträger nutzen zu können, sondern die gesamte Dorfgemeinschaft für Klimaschutzziele zu motivieren, dadurch den dörflichen Zusammenhalt und die lokale Ökonomie zu stärken. 9

10 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer (III) Dieses Konzept eines Bioenergiedorfes, das nur oder doch fast ausschließlich fossile Energieträger durch Biomasse ersetzt, kann jedoch zu Problemen führen, insbesondere: zu unvermeidbaren Netzverlusten von häufig mehr als 30% der Heizwärme, zu negativen Auswirkungen von Gebäudedämmung auf die Wirtschaftlichkeit, zur Notwendigkeit hoher Invest-Zuschüsse. Zusammengefasst vernachlässigt das Konzept das für das o. g. landespolitische Ziel der Effizienzsteigerung. Zudem ist Biomasse ein nachwachsender Rohstoff, dessen Energiepotenzial begrenzt ist. Soll ein möglichst hoher Anteil der Endenergiebereitstellung aus Biomasse erreicht werden, muss mit den verfügbaren Potenzialen möglichst effizient umgegangen werden. 10

11 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 11

12 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf (I) Das Projekt dient dazu den skizzierten Problemlagen zu begegnen und ein beispielhaftes Vorgehen im Sinne der Optimierung von Energieeffizienz und Einsatz Erneuerbarer Energien zu demonstrieren. Effizienzmaßnahmen und Einsatz Erneuerbarer Energien am Beispiel energetischer Biomassenutzung und ggf. Solarthermie werden beispielhaft verknüpft und konkret in einem Ortsteileiner Gemeinde in Hessen demonstriert. Dabei werden sowohl technisch-wirtschaftliche und organisatorische Lösungen als auch Vorgehensweise und erforderliche Aktivitäten der Gemeinde, der Bürger und der beteiligten Betriebe aufgezeigt. Dabei soll es sich um Maßnahmen handeln, die jeder Bürger in seinem privaten Umfeld durchführen kann. Damit veranschaulicht das Projekt das Landesziel, den Anteil Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch auf 20% zu erhöhen. Gleichzeitig zeigt es auf, wie Bürger mit vertretbarem Aufwand und für sie selbst lohnend einen Beitrag zum Landesziel leisten können. 12

13 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf (II) Basis ist eine verbindliche Zielsetzung, den Endenergieverbrauch und den Primärenergieverbrauch im ausgewählten Ortsgebiet am Ende der Projektlaufzeit um einen bestimmten Prozentsatz mit wirtschaftlichen Maßnahmen zu senken. Der verbleibende Energiebedarf soll überwiegend aus Bioenergie und/oder anderen Erneuerbaren Energien soweit wirtschaftlich gedeckt werden. Es gibt eine Liste konkreter Maßnahmen, die zum Einsatz kommen können und deren Einsparungen beziffert sind. Die Aufgabe der Gemeinde ist es zunächst, mit Unterstützung der örtlichen und regionalen Betrieben bzw. deren Innungen die Bürger von der Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Maßnahmen zu überzeugen und sie zu entsprechenden Investitionen zu bewegen. Eine Unterstützung durch die örtlichen Banken ist ebenfalls sinnvoll, die die Bürger über Förderung informieren bzw. attraktive Kreditangebote für größere Investitionen unterbreiten. 13

14 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf (III) Die Gemeinde muss selbstverständlich mit gutem Beispiel vorangehen und in ihren Liegenschaften entsprechende Effizienzmaßnahmen durchführen bzw. Erneuerbare Energien einsetzen sowie ein dauerhaftes Energiemanagement ihrer Liegenschaften einrichten. Sie muss darüber hinaus einen qualifizierten Ansprechpartner für die gemeindeseitige Betreuung des Projektes benennen. 14

15 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 15

16 5. Förderung durch das HMUELV (I) Fördervoraussetzungen: Ein Haushalt erhält dann eine Förderung, wenn er sich zu Projektbeginn als Teilnehmer verbindlich eingetragen hat, an zwei von drei Themen-Workshops teilgenommen hat, eine Vor-Ort-Beratung (BAFA) in Anspruch nimmt, den rechnerischen Nachweis der Einsparungen erbringt, an der Auswertungsveranstaltung teilgenommen hat und ein entsprechendes Maßnahmenpaket umsetzt. 16

17 5. Förderung durch das HMUELV (II) Maßnahmenpakete: Es wurden verschiedene Maßnahmenpakete erarbeitet, bei deren Umsetzung eine Pauschalförderung vorgesehen ist. Förderquote Hessen/gesamt: Je nach Höhe der Investition/Maßnahmenpaket) zwischen 14 und 16% (Hessen) bzw % (gesamt) Kombinierbarkeit der Fördermittel: Die Fördermittel des Landes sind mit Fördermitteln des Bundes kombinierbar. 17

18 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 18

19 6. Einsparziele/Investvolumen/Wertschöpfung Zielgröße: Für das gesamte Dorf/Ortsteil ist bezogen auf die teilnehmenden Haushalte eine Endenergieeinsparung von rund 25% sowie eine CO 2 - Reduktion von mindestens 50% erreichbar. Investvolumen und Wertschöpfung: Bei angenommenen Investitionskosten je Haushalt von bis ergibt sich eine (überwiegend regionale) Wertschöpfung von 2 bis 3 Millionen je teilnehmendem Dorf 19

20 Gliederung des Vortrages: 1. Zuständigkeiten im HMUELV 2. Energiepolitische Ziele der Landesregierung 3. Das Konzept der Bioenergiedörfer 4. Ziele und Inhalte des Projektes Bioeffizienzdorf 5. Förderung durch das HMUELV 6. Einsparziele, Investvolumen, Wertschöpfung 7. Fazit 20

21 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 21

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