Weiterentwicklung der IV

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1 Weiterentwicklung der IV, Leiter Bereich Gesetzgebung / Recht BSV, Geschäftsfeld IV, Kongress INSOS Schweiz, Flims,

2 Strategie zur Weiterentwicklung der IV Die versicherte Person wieder in den Mittelpunkt stellen, vor allem Jugendliche und Personen mit psychischen Störungen Optimierung des Systems Verschiedene Phasen: Optimierung der Massnahmen im Rahmen des geltenden Gesetzes (IVV 2015) Strategie zur Weiterentwicklung der IV Konzept für eine aktive Kommunikation 2

3 IVV 2015 Am 1. Januar 2015 in Kraft getreten Flexibilisierung der Eingliederungsmassnahmen Fallunabhängige Beratung und Begleitung Präventives Ziel: Vorbeugen von psychischen Störungen bei Jugendlichen. Neue Aufgaben der IV-Stellen: Arbeitgeber beraten, begleiten und informieren; Akteure im Schul- und Ausbildungsbereich beraten und informieren. Neue Regeln für die Subventionierung von Hilfsorganisationen für Invalide Vom Bundesrat am 19. September 2014 genehmigt. 3

4 Ausgangslage I Revision 6b (in 3 Projekte unterteilt) Projekt 1: abgeschrieben Projekt 2: in Kraft getreten Projekt 3: sistiert; die zuständige Kommission möchte das Projekt nochmals beraten Erarbeitung einer Strategie zur Weiterentwicklung der IV durch den Bundesrat Verschiedene parlamentarische Vorstösse 4

5 Ausgangslage II Die IV ist auf dem Weg zur Entschuldung (-922 Mio. im 2014) Rentenbestand rascher gesunken als erwartet, obwohl die Zahl an Wiedereingliederungen aus der Rente noch hinter den Zielen der Botschaft «IV-Revision 6a» zurückliegen 5

6 Ausgangslage III OECD Länderbericht zur psychischen Gesundheit und Beschäftigung in der Schweiz (2014): die IV funktioniert gut jedoch Mängel in der Koordination Evaluation IV-Revisionen 4, 5, und 6a: Eingliederungsorientierung der IV gestärkt Raschere Abnahme des Gesamtrentenbestands als vorgesehen 6

7 Parlamentarische Vorstösse I Motion Schwaller «Eine nachhaltige Sanierung der Invalidenversicherung ist dringend notwendig» 3 Punkte: Gesetzliche Grundlage für die Tilgung der Schulden der IV gegenüber der AHV Verstärkte Betrugsbekämpfung Verstärkung der Eingliederungsmassnahmen für Menschen mit psychischen Behinderungen Angenommen und an den Bundesrat überwiesen 7

8 Parlamentarische Vorstösse II Motion Cassis «Technische Elemente der IV-Revision umgehend in Angriff nehmen» Wiederaufnahme der technischen Elemente der Revision 6b Der Bundesrat beantragte die Ablehnung der Motion. Abgeschrieben, vom Parlament nicht innerhalb der Frist von zwei Jahren behandelt 8

9 Parlamentarische Vorstösse III Motion Kuprecht «Unnötige IV-Renten vermeiden» Meldepflicht für die KVG-Leistungserbringer Abgelehnt zugunsten der Motion der SGK-N «Massnahmen zur Früherfassung von Krankheitsfällen gemeinsam entwickeln» Entwicklung von Massnahmen, die es ermöglichen, Krankheitsfälle frühzeitig zu erfassen und die Frage der Rückkehr in den Arbeitsprozess mit den beteiligten Akteuren (Arbeitgeber, medizinische Leistungserbringer und IV-Stellen) unverzüglich aufzugreifen. 9

10 Erfolgsfaktoren für die Beschäftigung Vertrauen des Arbeitgebers Vertrauen der versicherten Person in ihre Fähigkeiten Rasches Handeln im Bedarfsfall Persönliche Beziehung Berücksichtigung aller Elemente der versicherten Person, einschliesslich der privaten Situation 10

11 Herausforderungen in Bezug auf die Ausbildung Entwicklung von innovativen Konzepten für eine modulare, flexible Ausbildung Für und mit dem ersten Arbeitsmarkt Stetige Förderung im Hinblick auf einen Übertritt aus dem zweiten in den ersten Arbeitsmarkt 11

12 Früherfassung von (psychischen) Problemen in der Schule ¾ der psychischen Störungen treten vor dem Alter von 24 Jahren erstmals auf, ¼ davon vor dem Alter von 7 Jahren (OECD-Bericht Psychische Gesundheit und Beschäftigung: Schweiz ) Breites Unterstützungsangebot auf Kantons- und Gemeindeebene, allerdings in unterschiedlichem Umfang Seit dem Inkrafttreten des NFA sind nur noch die Kantone für die Sonderschulen zuständig; zunehmende Integration in Regelklassen -> die IV ist nicht mehr einbezogen, sodass der Kontakt mit den Jugendlichen erst spät erfolgt. Notwendigkeit einer besseren Koordination zwischen dem Bildungsbereich und der IV 12

13 Ausbau der Beratungs- und Begleitmassnahmen bei den Übergängen I und II Übergang I: Nutzung der Ressourcen und Kompetenzen im Hinblick auf eine berufliche Ausbildung. Koordination mit dem Case Management Berufsbildung Übergang II: Unterstützung im Rahmen der Stellensuche und Unterstützung des Arbeitgebers, wenn möglich im ersten Arbeitsmarkt 13

14 Integration in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft Ziel der Ausbildung = Integration in den Arbeitsmarkt und in die Gesellschaft Die IV unterstützt die Jugendlichen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und übernimmt die Kosten, die sich aufgrund ihrer Invalidität ergeben. Auch nach Abschluss der Ausbildung werden bedeutende Anstrengungen zur Unterstützung unternommen. Beratung und Unterstützung 14

15 Sein oder nicht sein? Wie lässt sich das richtige Mass finden? Medikalisierung und Stigmatisierung vermeiden Die Partner sensibilisieren und informieren Sich auf dem Laufenden halten Die Koordination sicherstellen Den Jugendlichen eine möglichst angemessene und gezielte Unterstützung bieten Die IV muss präsent sein, ohne zwangsläufig den Lead zu übernehmen. 15

16 Herausforderungen I Abnahme der Neurentenquote, aber nicht für die psychisch erkrankten Personen und für die U-25 Rentenbeziehende Schweiz nach Invaliditätsursache 300' ' ' ' '000 50' Personen psy. Erk. Personen andere Erk. Quote psy. Erk. Quote alle 6% 5% 3% 2% 0% 16

17 Herausforderungen II Abnahme der Neurentenquote, aber nicht für die psychisch erkrankten Personen und für die U-25 Über 90% der U-25 erhalten vorgängig andere Leistungen der IV. 2/3 aufgrund psychischer Erkrankungen; 1/3 aufgrund Geburtsgebrechen. Bei 17% dieser jungen Erwachsenen beziehen bereits die Eltern eine IV-Rente Neurenten Schweiz nach Alter Personen Quote Quote alle Personen 0.75% 0.60% 0.45% 0.30% 0.15% 0.00% 17

18 Reformbedarf Handlungsbedarf: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Beeinträchtigungen benötigen koordinierte Begleitung. Die berufliche Integration von Personen mit psychischen Beeinträchtigungen erfordert ein möglichst frühzeitiges Handeln sowie eine zielorientierte Fallführung und zugeschnittene Massnahmen. Zur erfolgreichen Eingliederung ins Berufsleben ist die konstruktive Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure (Arbeitgebende und Ärzte ebenso wie Schulen, Institutionen oder andere Sozialversicherungen) unverzichtbar. Ihre Koordination mit geeigneten Anreizen und Angeboten zu fördern. 18

19 Ziel der Reform Eine adäquate und koordinierte Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und psychisch erkrankten Versicherten, in Zusammenarbeit mit den beteiligten Akteuren, damit ihr Eingliederungspotential ausgeschöpft und ihre Vermittlungsfähigkeit verbessert wird. 19

20 3 Zielgruppen Zielgruppe 1, Kinder Zielgruppe 2, Kinder, Jugendliche und junge psychisch erkrankte Versicherte Zielgruppe 3, psychisch erkrankte Versicherte Verbesserungen in der Koordination der beteiligten Akteure angezeigt 20

21 Zielgruppe 1 : Kinder Medizinische Massnahmen : Aktualisierung der Geburtsgebrechensliste Anpassung der Leistungen bei Geburtsgebrechen an die Kriterien der Krankenversicherung Verstärkung der Steuerung der medizinischen Massnahmen Verbesserung der Fallführung 21

22 Zielgruppe 2 : Kinder, Jugendliche und junge psychisch erkrankte Versicherte Unterstützung im Rahmen der Schule und der erstmaligen beruflichen Ausbildung Langfristige und bedarfsorientierte Beratung und Begleitung Zusammenarbeit mit Akteuren des Gesundheitswesens und der schulischen und beruflichen Bildung sowie mit den Arbeitgebenden Ausrichtung der erstmaligen beruflichen Ausbildung auf den 1. Arbeitsmarkt Gleichbehandlung beim Taggeld und Verbesserung der Ausbildungschancen Erweiterung der medizinischen Eingliederungsmassnahmen der IV 22

23 Zielgruppe 3 : psychisch erkrankte Versicherte langfristige und bedarfsorientierte Beratung und Begleitung Flexibilisierung der Eingliederungsmassnahmen, insbesondere: Früherfassung bereits wenn Versicherte erst von Invalidität bedroht sind Weitere Flexibilisierung in der Zusprache von Integrationsmassnahmen 23

24 Verbesserungen in der Koordination der beteiligten Akteure angezeigt verstärkte Unterstützung der Arbeitgebenden verstärkte Zusammenarbeit mit den Ärzten Schliessung von Lücken im Ersatzeinkommen von Versicherten in bestimmten Situationen stufenloses Rentensystem 24

25 25

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