Unverkäufl iche Leseprobe. Collin McMahon Leselöwen-Champion Das Zauberschwert Angriff der Werwölfe

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1 Unverkäufl iche Leseprobe Collin McMahon Leselöwen-Champion Das Zauberschwert Angriff der Werwölfe durchgehend farbig illustriert von Jutta Knipping 15, 3 x 21,5 cm, Hardcover 80 Seiten, ab 8 Jahren, Januar ,90 EUR [D] 7,10 EUR [A] CHF 13,50 ISBN: Alle Rechte vorbehalten. Die weitere Verwendung der Texte und Bilder, auch auszugsweise, ist ohne schriftliche Zustimmung des Verlages urheberrechtswidrig und strafbar. Dies gilt insbesondere für die Vervielfältigung, Übersetzung oder die Verwendung in elektronischen Systemen Loewe Verlag, Bindlach

2 Das Schwert im Wald Komm, lass uns in den Wald spielen gehen!, rief Lea und lief durch den Garten davon. Jannik hatte wenig Lust, mit seiner kleinen Schwester zu spielen. Er war schlecht gelaunt. Seine Eltern waren mit ihm und Lea von der Stadt aufs Land gezogen. Er hatte alle seine Freunde zurücklassen müssen. Nun saßen sie in diesem großen, alten Haus am Waldrand und kannten keinen. In der Stadt hatte er fast jeden Tag mit seinen Freunden auf dem Bolzplatz Fußball gespielt. Aber wie sollte er jetzt hier draußen, wo keiner wohnte, eine gute Fußballmannschaft zusammenstellen? Seine kleine Schwester Lea schien der Umzug nicht so zu stören. Sie hatte ihre Puppen und Teddys alle dabei mehr brauchte sie 10

3 nicht. Außerdem sah sie sowieso immer hinter jedem Strauch unsichtbare Feen und Elfen, die sie zu ihren Spielgefährten machte. Jetzt versuchte sie, Jannik in den Wald hinterm Haus zu schleppen, um Zwerge und Trolle zu suchen. Jannik wollte lieber fernsehen oder Video spielen. Aber er durfte nicht. Mama und Papa waren immer noch mit Auspacken beschäftigt und hatten ihn gebeten, auf seine kleine Schwester aufzupassen. Komm schon! Das ist bestimmt ein Zauberwald!, rief Lea laut vom anderen Ende des Gartens. Jannik gab sich einen Ruck. Er hatte schließlich keine andere Wahl. Dann verwandele ich dich in eine Kröte!, drohte er lachend und lief Lea hinterher. 11

4 Seine Schwester quiekste vor Freude und rannte strahlend in den Wald hinein. Nicht so schnell, Lea, rief Jannik, als er sah, wie seine kleine Schwester unter einer Hecke aus stacheligen kleinen Fichten hinwegtauchte. Er blieb am Waldrand stehen und schaute in den dunklen Wald hinein. Ihn fröstelte plötzlich. Er hatte das Gefühl, als würden die alten Bäume leise flüstern und ihm etwas zuraunen. Quatsch, schüttelte er sich, das muss der Wind sein. Er duckte sich und kroch eilig durch die Fichtenhecke. Der Geruch von Fichtennadeln und Harz stach ihm in die Nase. Endlich war er hinter der Hecke angelangt. Jannik sah sich um. Es war merkwürdig still und ruhig im Wald. Hier und da funkelten Lichtstrahlen durch die Äste. Etwas weiter hinten erleuchtete ein besonders heller 12

5 Sonnenstrahl eine Lichtung. Die Bäume dort waren uralt und knorrig. Keine jungen Fichten wie am Waldrand, sondern Eichen und Buchen, deren riesige Wipfel den Himmel verdeckten. Aber wo war nur Lea? Panisch schaute er sich um. Lea? Seine Schwester war nirgends zu sehen. Plötzlich bekam er es mit der Angst zu tun. Buuuh!, erschreckte ihn auf einmal eine Stimme und Lea tauchte hinter einem Baum hervor. Du hast mich ganz schön erschreckt!, schimpfte Jannik. Aber er war sehr erleichtert, sie zu sehen. Siehst du die riesigen Bäume dort hinten 13

6 bei der Lichtung?, fragte er und zeigte hinter sie. Oh, ist das schön!, jauchzte Lea und rannte darauf zu. Warte auf mich!, rief Jannik. Aber Lea hörte nicht. Er lief ihr hinterher, so schnell er konnte. Aus der Ferne hörte Jannik ihre Stimme: Siehst du, das ist wirklich ein Zauberwald! Hastig eilte er der Stimme nach. Über riesige alte Baumwurzeln erreichte er endlich die Lichtung. Und was er dort entdeckte, verschlug ihm fast die Sprache. In einem Stein, halb eingewachsen unter einer hohen Eiche, steckte ein Schwert. Es hatte Edelsteine im goldenen Knauf, die im Sonnenlicht funkelten. Die Klinge, die bis zur Hälfte aus dem Stein ragte, blitzte wie ein blank geputzter Spiegel. Seine Schwes- 14

7 ter versuchte bereits, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Doch das Schwert rührte sich kein bisschen. Jannik beugte sich hinunter und sah sich den Stein genauer an. Darin waren seltsame Zeichen und Symbole eingeritzt. Außerdem konnte man ein paar verwitterte Buchstaben erkennen, die Jannik zu entziffern versuchte: Starken Armes, reinen Herzens, klugen Kopfes soll er sein, der Erringer, der Bezwinger dieses Schwertes aus dem Stein. Hm, was das wohl heißt? Lass mich mal versuchen, das Schwert aus dem Stein zu ziehen, sagte Jannik zu Lea. Jannik rollte seine Ärmel hoch und trat an 15

8 den Stein. Er fasste an den kalten goldenen Knauf des Schwertes und zog so fest er konnte. Mit einem Ruck löste sich das Schwert plötzlich aus dem Stein, sodass Jannik vor Schreck nach hinten kippte und mit dem Schwert in der Hand im Moos der Lichtung landete. Lea beugte sich erschrocken über ihn. Ist alles in Ordnung mit dir?, fragte sie besorgt. 16

9 Jannik nickte nur kurz und betrachtete fasziniert das wunderschöne Schwert. Obwohl es in einem Stein im Wald gesteckt hatte, glänzte die Klinge nun in der Sonne wie frisch geputztes Besteck an Weihnachten. Es lag leicht und wie für ihn geschaffen in seiner Hand. Er hielt das Schwert vor sich, um es sich genauer anzusehen. Da begann die Klinge plötzlich, bläulich zu flackern und zu funkeln. Auch die Edelsteine im Knauf glänzten in allen Farben wie ein Regenbogen. Mit einem Mal wurde der Sonnenstrahl, der in die Lichtung fiel, immer heller. Das Licht blendete Jannik. Er nahm das Schwert ein Stück nach oben, um seine Augen vor dem gleißenden Licht zu schützen. Doch als der Sonnenstrahl auf das Schwert traf, erstrahlte plötzlich die ganze Lichtung in einem funkelnden Lichtblitz 17

10 so hell wie die Sonne. Er spürte noch, wie das Schwert in seiner Hand zu pulsieren begann und Lea sich ängstlich an ihn klammerte dann wurde ihm schwarz vor Augen.

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