Kennzahlen zu Bilanzen

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1 Kennzahlen zu Bilanzen

2 Inhalt Allgemeines zur Bilanzanalyse Auszug aus Kennzahlenset NRW

3 Bilanzanalyse = methodische Untersuchung von Jahresabschluss und Lagebericht mit dem Ziel, entscheidungsrelevante Informationen über die gegenwärtige Lage und die künftige wirtschaftliche Entwicklung des Bilanzierenden zu gewinnen.

4 Wer ist Adressat einer kommunalen Bilanzanalyse? Die Kommune selbst: Verwaltungsvorstand, Ratsmitglieder interessierte Bürger Kommunalaufsicht Prüfungsinstanzen Kreditgeber Sonstige (Statistische Ämter, Gewerkschaften, Ratingagenturen...)

5 Ziel einer Bilanzanalyse Analyse der wirtschaftlichen Lage Vermögens-, Finanz-, Ertragslage Vergleich mit Vorjahren Vergleich mit anderen Kommunen Bandbreiten Prognose

6 Datengrundlagen der Bilanzanalyse Zur Beurteilung der wirtschaftlichen Lage ist grundsätzlich der Gesamtabschluss heranzuziehen. Bei eingeschränkten Fragestellungen kann auch der Einzelabschluss ausreichend sein.

7 Kennzahlen als Instrument der Bilanzanalyse Kennzahlen verdichten die Daten der Abschlüsse und ermöglichen damit Aussagen. Problem: Auswahl der Kennzahlen entsprechend dem Informationsbedarf. Problem: Nur in der Gesamtschau erlauben Kennzahlen ein Urteil. Das Herauspicken einzelner Kennzahlen kann in die Irre führen.

8 Die Konzeption der Bilanzanalyse Festlegung des Analyseziels Sammlung von allgemeinen Daten über die wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen Erfassung der Daten aus dem Abschluss Bildung von Kennzahlen und je einer Hypothese für jede Kennzahl Kennzahlenauswahl Kennzahleninterpretation Bildung eines Gesamturteils

9 Grenzen der Bilanzanalyse Da die Bilanzanalyse auf den Daten des Abschlusses beruht, wirken sich Mängel im Abschluss in der Bilanzanalyse aus. Mängel können sein Vergangenheitsbezug Bilanzpolitische Maßnahmen unvollständige Datenbasis bzw. unvollständige Erläuterungen im Anhang und im Lagebericht

10 Erarbeitung von Kennzahlensets Bei der Interpretation von Kennzahlen sind die kommunalen Besonderheiten zu beachten. Erarbeitung von Kennzahlensets aufgrund der Unterschiede zwischen Privatwirtschaft und Kommunalverwaltungen

11 Beispiel: Kennzahlenset NRW NKF-Leitfaden zur Anzeige des kommunalen Jahresabschlusses Erarbeitet vom IM, Bezirksregierungen, Kreise Prüfung des Jahresabschlusses aus Sicht der Aufsichtsbehörden

12 Bilanzkennzahlen zur Liquidität Beurteilung des Risikos der Zahlungsunfähigkeit Liquidität 1. Grades Liquide Mittel / kurzfristige Verbindlichkeiten Liquidität 2. Grades (Liquide Mittel + kurzfristige Forderungen) / kurzfristige Verbindlichkeiten

13 Bilanzkennzahlen zur Liquidität Die Liquidität 1. Grades schwankt zwischen 0% und 8.274% Kommunen mit Krediten zur Liquiditätssicherung kommen kaum über 20% (Stand Auswertung 2006)

14 Beispiel Kommune A in T in T A. Anlagevermögen A. Eigenkapital davon Infrastrukturvermögen B. Sondeposten B. Umlaufvermögen 70 C. Rückstellungen davon Liquide Mittel 0 D. Verbindlichkeiten C. Aktiver RAP 0 davon Liquiditätssicherung davon Lieferung und Leistung 297 davon Transferverb. 37 davon sonstige Verb. 0 E. Passiver RAP 0 Bilanzsumme Bilanzsumme

15 Beispiel Kommune B in T in T A. Anlagevermögen A. Eigenkapital davon Infrastrukturvermögen B. Sondeposten B. Umlaufvermögen C. Rückstellungen davon Liquide Mittel D. Verbindlichkeiten C. Aktiver RAP 50 davon Liquiditätssicherung 0 davon Lieferung und Leistung 445 davon Transferverb. 0 davon sonstige Verb. 0 E. Passiver RAP 50 Bilanzsumme Bilanzsumme

16 kurzfristige Verbindlichkeitsquote kurzfristige Verbindlichkeiten / Bilanzsumme Kredite zur Liquiditätssicherung gelten als kurzfristige Kredite

17 kurzfristige Verbindlichkeitsquote Die kurzfristige Verbindlichkeitsquote schwankt zwischen 0% und 20% Prozent Die Mitte liegt bei 3% Insgesamt machen die kurzfristigen Verbindlichkeiten nur einen geringen Anteil an der Bilanzsumme aus.

18 Dynamischer Verschuldungsgrad Effektivverschuldung/Saldo aus laufender Verwaltungstätigkeit (Finanzrechnung) Effektivverschuldung= Gesamtes Fremdkapital Liquide Mittel kurzfristige Forderungen zeigt Schuldentilgungsfähigkeit

19 Dynamischer Verschuldungsgrad Der dynamische Verschuldungsgrad bewegt sich zwischen 88 und Der Durschnitt liegt bei Negative Zahlen bedeuten, dass aus dem operativen Geschäft c.p. keine Tilgung der Schulden möglich ist. Der Cash flow aus laufender Verwaltungstätigkeit ist negativ.

20 Kennzahlen zur Bilanzstruktur Eigenkapitalquote 1 Eigenkapital / Bilanzsumme Eigenkapitalquote 2 (Eigenkapital + Sonderposten) / Bilanzsumme

21 Eigenkapitalquote Die Eigenkapitalquote 1 schwankt zwischen 6% und 74%. Die Mitte liegt bei 40%. Die Eigenkapitalquote 2 schwankt zwischen 29% und 88%. Die Mitte liegt bei 66%.

22 Anlagendeckungsgrad Anlagendeckungsgrad 1 Eigenkapital / Anlagevermögen Anlagendeckungsgrad 2 (Eigenkapital + Sonderposten + langf. Fremdkapital) / Anlagevermögen

23 Kennzahlen zum Vermögen Anlagenintensität Anlagevermögen / Bilanzsumme

24 Anlagenintensität Die Anlagenintensität schwankt zwischen 88% und (annähernd) 100%. Die Mitte beträgt 96%. Erwartungsgemäß ist die Bandbreite dieser Kennzahl am geringsten.

25 Kennzahlen zur Ertragslage Personalintensität Personalaufwendungen / ordentliche Aufwendungen

26 Personalintensität Die Personalintensität liegt zwischen 12% und 30%. Der Durchschnitt beträgt 19%. Auffällig ist, dass bei den Kreisen der Durchschnitt 14% beträgt.

27 Eigenkapitalreichweite Eigenkapitalreichweite Eigenkapital / negatives Jahresergebnis Teilweise Werte von unter 5 Jahren.

28 Fazit Kennzahlen verdichten Daten und liefern Informationen Interpretation der Kennzahlen ist wichtig Nur die Gesamtschau erlaubt ein Urteil über die wirtschaftliche Lage einer Kommune

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