Die SAP BI-Produktstrategie aus Analystensicht - unangenehme Wahrheiten für SAP Anwender

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1 Die SAP BI-Produktstrategie aus Analystensicht - unangenehme Wahrheiten für SAP Anwender 14. TDWI Anwenderforum in Kooperation mit der Universität i Stuttgart Steffen Vierkorn Head of Research and Consulting Business Application Research Center BARC ist ein Software-Marktanalyst spezialisiert auf Business Intelligence, Daten- und Dokumentenmanagement. Völlig neutrale Unterstützung von Softwareprojekten durch Vergleichsstudien >100 Softwarelösungen im Labor getestet Marktforschungg Anwenderbefragungeng g Marktübersicht Tagungen Beratung BARC-Guide als Anbieterkatalog Direktvergleich von Anbietern und Lösungen IT-Strategie & Softwareauswahl, Review, Coaching 1

2 2007/2008: Bewegung im Business-Intelligence-Markt 3 Übernahme SAP kündigte die Übernahme von Business Objects (BOBJ) am an und schloss sie im Januar 2008 zu einem Kaufpreis von Millionen US$ ab. Beweggründe für die Übernahme waren wahrscheinlich h h Reaktion auf Akquisition von Hyperion durch Oracle Eingeschränkte Zielerreichung mit eigenen Business-Intelligence-Produkten Ambitionierte veröffentlichte Ziele hinsichtlich Kundenzahl- und Umsatzwachstum Große Integrationsherausforderungen organisatorisch und technisch ohne große Übung und Erfahrung Refinanzierung des Kaufpreises läßt mittelfristig höhere Preise erwarten (Fokus auf Premium Offering) Breiteres Produktangebot für Business Intelligence (BI) von der SAP Chance für SAP Kunden state of the art BI Produkte von der SAP zu erhalten 4 2

3 Organisation und Know How Bei Business Objects gab es zum Zeitpunkt der Übernahme sehr wenige Mitarbeiter mit detaillierten technischem Know-How zur Integration von Business Objects mit SAP BW Die SAP hatte ihre Partnerschaft bzgl. Crystal Reports gekündigt und zeigte nie großes Interesse für Drittanbieter Outlooksoft (jetzt: SAP BPC) war in Deutschland gescheitert, quasi kein Know How vorhanden Data Warehousing (DWH) wurde bei SAP grundsätzlich mit SAP BW in Verbindung gebracht Know How bei SAP BusinessObjects und bei Partnern ist noch im Aufbau Unterschiedliche Auffassungen von BI/DWH müssen vereint werden Teilweise schlechte Proof-of-concept- und Projektumsetzung als Folge 5 Produktportfolio Die Akquisition führte zwei schwach-integrierte, überwiegend durch Akquisitionen entstandene, Produktfamilien für BI zusammen: Produkte von insgesamt >14 Anbietern mit teilweise großen Überlappungen Produkt-Roadmap mit klaren Entscheidungen für strategische (=Weiterentwicklung) und nicht-strategische Produkte (=Wartung) im Februar 2008 Technische Heterogenität des Portfolios war zum Zeitpunkt der Übernahme sehr hoch Zwang zur Neuausrichtung der Werkzeugportfolios bei SAP Kunden gleichzeitig aber auch Chance für SAP Kunden Wenige für bestehende Business Objects Kunden Umfassende technische Integration des strategischen Produktportfolios dauert mind. 3-5 Jahre Momentan immer noch deutlich eingeschränktes oder nicht vorhandenes Zusammenspiel der Produkte erschwert vieles: Werkzeug-/Anbieterstandardisierung, Projektumsetzung 6 3

4 Ausgewählte Pain-Points 1. BW Anwenderwerkzeuge 2. Planung und Konsolidierung 3. Zukunft des SAP BW 7 Client tools and applications used with SAP NW BI No further development Client Tool or application used with BW SAP Business Explorer Excel add-in SAP Business Explorer Web Analyzer SAP Business Explorer Web Application Builder SAP SEM Business Planning and Simulation (BPS) SAP Enterprise Portal SAP SEM Business Consolidation (BCS) SAP CRM SAP APO SAP SEM Corporate Performance Monitor (CPM) SAP SEM Balanced Scorecard arcplan dynasight Crystal Reports/Enterprise Cognos Analysis/ReportNet MicroStrategy Applix TM1 Essbase BusinessObjects Cubeware Cockpit Hyperion Intelligence Other Average client tools in use per site Percentage 81.7% 66.7% 50.5% 46.2% SAP client 31.2% tools and applications 24.7% share: 19.4% 88.2% 11.8% 11.8% 1.1% 12.9% 6.5% 5.4% 4.3% Third-party client tools 4.3% and 3.2% applications share: 3.2% 11.8% 2.2% 1.1% 3.2% 3.10 Source: The BI Survey 8 4

5 Produkt Roadmap Frontends Quelle: Extending The Value of SAP NetWeaver with SAP BusinessObjects Intelligence Platform. Product Integration Roadmaps, Produktportfolio BW Anwenderwerkzeuge Schwache Integration von SAP Business Objects (BOBJ) Produkten in SAP BW (Ausnahme Crystal Reports), BOBJ war stets auf relationales Reporting fokussiert, MDX-Client Voyager neu und unausgereift. Pioneer als Nachfolger von BEx Analyzer und BOBJ Voyager in Entwicklung, angekündigt für 2010 Unterschiedliche semantische Schichten (BOBJ Universen vs. BW Query Designer) Unsicherheit bei Produkt-Investitionen, Migrationspfade teilweise bei Kunden noch unklar Mehraufwand in der Integration Aktuell technisch geringer Unterschied zwischen BOBJ und anderen Anwenderwerkzeugen für BW Größter Fehler: Bestehende Werkzeuge ungeprüft 1:1 durch neue Werkzeug ersetzen 10 5

6 Ausgewählte Pain-Points 1. BW Anwenderwerkzeuge 2. Planung und Konsolidierung 3. Zukunft des SAP BW 11 Produktportfolio Planung und Konsolidierung SEM BCS, BPS und weitere BOBJ Planungsprodukte sind nicht strategisch Das strategische Produkt BPC (ex Outlooksoft) ist sehr eng in Microsoft Infrastrukturen integriert und ist erst seit Mai 2009 GA für NW BW verfügbar SAP BI IP wird weiter als Planungs-framework platziert BPC deckt einfache Konsolidierungsanforderungen ab, für komplexe Anforderungen in Europa ist Financial Consolidation (ex Cartesis) das strategische Produkt Teilweise unklare Strategie und Positionierung von SAP BI IP vs. BPC bei SAP BW Kunden Doppelentwicklung der SAP von BPC auf BW- und auf Microsoft-Basis läßt Herausforderungen durch unterschiedliche Funktionsabdeckung zu erwarten Wechsel des Planungs- und Konsolidierungsproduktes mittelfristig notwendig 12 6

7 Ausgewählte Pain-Points 1. BW Anwenderwerkzeuge 2. Planung und Konsolidierung 3. Zukunft des SAP BW 13 Positionierung BW Source: https://www.sdn.sap.com/irj/scn/go/portal/prtroot/docs/library/uuid/b00a1a75 c49d 2b10 0ebb ecc80ab88994 (November 2008) Quelle: Interview mit John Schwarz, silicon.de 7

8 Produktportfolio SAP BW BW ist als strategisches Produkt gesetzt, weitere Investitionen klar angekündigt Vor allem die Komponente BW-Accelerator (ex BIA) hat strategisches Potential Data-Warehouse- und Produkt-Philosophie von Business Objects ist signifikant unterschiedlich zur SAP Unterstützung bei der Positionierung von SAP BW im Vergleich zum alternativen, offenen Data Warehouse Ansatz durch die SAP ist in Deutschland gering Höhere Flexibilität zur Umsetzung von Data-Warehouse-Architekturen Architekturen, aber wenig Klarheit über die Positionierung des SAP BW Schwächung der Position des BW im Gesamtportfolio Strategische Ausrichtung von Produktentscheidungen weniger von SAP BW Kunden beeinflusst 15 Fazit: Opportunities für SAP Kunden Insgesamt eine breite Verbesserung im Bereich des Standardberichtswesens, des Ad hoc Reportings und der Planung für eine größere Kundenzufriedenheit und einer breiteren Unterstützung der Anforderungen. Die Enterprise Information Solutions bieten umfangreiche Möglichkeiten für das Datenmanagement. SAP öffnet sich mit der neuen BI-Strategie und erlaubt unterschiedlichste Architekturen und Szenarien. Breite Basis an Technologie für den Aufbau von attraktiven Lösungen. 16 8

9 Fazit: Challenges für SAP Kunden Produktvorgaben bei SAP Kunden müssen neu definiert werden besonders für Berichtswesen, Analyse und Planung. Kunden mit einer SAP BW Strategie, die Planungs- und Konsolidierungslösungen suchen, haben die nächsten Monate noch größere Herausforderungen zu meistern. SAP BusinessObjects und SAP BW sind heute nicht vollständig technisch integriert. Eine Vielzahl der Kunden erwartet eine deutliche Annäherung der Architekturen zwischen SAP BW und SAP BusinessObjects. Zusätzliche Investitionen in Lizenzen trotz der Wirtschaftskrise. Aufbau einer BI-Organisation, die Business und IT umfasst. 17 Kontakt Steffen Vierkorn Head of BI Research and Consulting Senior Analyst BARC GmbH Steinbachtal 2b Tel. +49 (0)931/ D Würzburg Fax +49 (0)931/

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