Manpower StaffPool-Fachtagung

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1 Manpower StaffPool-Fachtagung 9. Mai 2012 JURAworld of Coffee, 4626 Niederbuchsiten Tagesthema: Nachhaltigkeit Franz Baumann, Stv. Geschäftsführer Ökostrom Schweiz

2 INHALT Genossenschaft Ökostrom Schweiz Verband der landwirtschaftlichen Biogasanlagenbetreiber Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) Potenziale der Biomasse Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Fragen 2

3 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Mitglieder Ca. 90 Landwirte sind Mitglied bei Ökostrom Schweiz. 2/3 davon betreiben bereits eine landwirtschaftliche Biogasanlage; die restlichen haben ein Projekt oder befinden sich in der Bauphase. 3

4 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Ökostrom vom Bauernhof Von ausgewählten Mitgliedsanlagen vermarktet die Genossenschaft gebündelt die Grünstromzertifikate. Ökostrom vom Bauernhof ist CO 2 -neutral, umweltfreundlich, kann lokal genutzt werden und macht die Schweiz unabhängiger von Energieimporten. 4

5 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Projektabwicklung und Vermarktung von CO2-Equivalentpapieren Ökostrom Schweiz bündelt die Eingabe von Biogasanlagen als Klimaschutzprojekte und verkauft ebenfalls gebündelt die anfallenden CO 2 -Equivalentpapiere (Methanreduktion). Aufbau Virtuelles Kraftwerk Ökostrom Schweiz ist am Aufbau einer gebündelten Fahrplansteuerung für die Bilanzgruppe erneuerbare Energien (BGEE) und plant das Angebot des Intra-day-Ausgleich durch das virtuelle Kraftwerk. 5

6 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Koordination Biomasse Ökostrom Schweiz bietet Gemeinden, Gewerbe- und Industriebetrieben nachhaltige regionale Entsorgungslösungen für organische Reststoffe an und garantiert die Rückverfolgbarkeit der Stoffflüsse. Ökostrom Schweiz koordiniert und verteilt die organischen Nebenprodukte auf die landwirtschaftlichen Biogasanlagen. Ökostrom Schweiz koordiniert pro Jahr ca Tonnen Co- Substrate von Gemeinden, Industrie, etc. 6

7 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Koordination Biomasse Koordiniertes, gemeinsames Vorgehen hat Vorteile für alle Partner: Abgeberbetrieb hat nur einen Verhandlungspartner Einzelne Anlagen können allein grösseren Industriebetrieben keine Entsorgungslösung anbieten (fehlende Kapazitäten, saisonale Schwankungen, Klumpenrisiko, etc.) Es können auch schwierigere Materialien (Fleisch, Speisereste, Convenience, etc.) eingesetzt werden (überbetriebliche Aufbereitung) Die Entsorgungssicherheit ist jederzeit gewährleistet. Die Stoffflüsse können zentral aufgezeichnet werden und die Rückverfolgbarkeit ist somit jederzeit gewährleistet. Die Mitarbeiter der Koordinationsstelle kennen die Materialien und können kompetent Auskünfte über Marktpreise, Handling, Gasertragspotential, Gefahren, Vorschriften usw. geben. 7

8 Genossenschaft Ökostrom Schweiz Weitere Tätigkeiten von Ökostrom Schweiz Politische Interessenvertretung Aus- und Weiterbildungsangebote Erfahrungsaustausch Qualitätssicherung Zusammenarbeit mit Biomasse Schweiz Aufbau weiterer Marktaktivitäten r 8

9 Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) KEV-Modell 2009 hat der Bund die KEV eingeführt Fonds wird durch Abgabe von allen Stromkonsumenten gespiesen Sämtliche erneuerbaren Energien (Wasser, Wind, Solar, Biomasse) Deckelung der Technologien Der Vergütungspreis (inkl. MWST) für Biogasanlagen nach KEV setzt sich zusammen aus: Grundvergütung Landwirtschaftsbonus (max. 20% Co-Substrate) Wärmebonus (min. 20% externe Wärmenutzung) 2.5 Rp./kWh Leistungsklasse <50kW <100kW <500 kw <5MW >5MW Grundvergütung (Rp./kWh) Landwirtschaftsbonus

10 Potenziale der Biomasse Zahlen aus der Schweiz Biogasproduktion in der Schweiz Mit Biogas aus Bioabfällen könnten in der Schweiz rund 4.5% des Stromverbrauches und 5% des Wärmebedarfes gedeckt werden. Das grösste ungenutzte Potential liegt bei Hofdünger. Organische Reststoffe (insbesondere Haushaltabfälle) werden heute noch zu wenig konsequent getrennt gesammelt und deshalb energetisch nicht optimal genutzt. 10

11 Potenziale der Biomasse Standorte Biogasanlagen Aktuell sind in der Schweiz ca. 75 landwirtschaftliche Biogasanlagen und ca. 22 gewerblich Industrielle Anlagen in Betrieb. Quelle: Ernst Baser und Partner Im Jahr 2011 wurden 6 landwirtschaftliche und eine industrielle Biogasanlage in Betrieb genommen. Aktuell befinden sich 7 landwirtschaftliche Biogasanlagen im Bau (vorwiegend in der Westschweiz). 11

12 Potenziale der Biomasse Produktion Landwirtschaft Biogasproduktion in der Schweiz Quelle: Biomasse Schweiz Quelle: Ernst Baser und Partner 12

13 Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Marktteilnehmer Gewerblich- industrielle Biogasanlagen Vergärung Grüngut / Bioabfälle Landwirtschaftliche Biogasanlagen Co-Vergärung Hofdünger mit org. Reststoffen / Bioabfällen Klärgasanlagen Vergärung Klärschlamm, Co-Vergärung mit org. Reststoffen Quelle: Ernst Basler und Partner 13

14 Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Vergärungsverfahren Flüssigvergärung kontinuierlich, TS < 12-15% Feststoffvergärung kontinuierlich, TS > 20-40% Feststoffvergärung diskontinuierlich, TS > 25-40% Landwirtschaftliche Co-Vergärungs-Anlagen Vergärung feste und flüssige biogene Reststoffe: Gülle, Mist, Erntereste, Gastro-, Rüstabfälle etc., (D, A): Nawaro Durchfluss-Speicher- Behälter mit Rührwerk (Rührkessel) (CH): > t/a Axpo-Genesys, Schweizer, Biogastec Gewerblich-Industrielle Anlagen Vergärung feste biogene Reststoffe: Bioabfälle, Grüngut. Pfropfenstromfermenter kontinuierlich (CH): > t/a Kompogas, Eisenmann Landw. oder Gewerblich- Industrielle Anlagen Vergärung feste biogene Reststoffe: Erntereste, Bioabfälle, Grüngut, Nawaro Boxen/ Garagenfermenter Perkolationsverfahren (D): > t/a Bekon, Bioferm Quelle: Ernst Basler und Partner 14

15 Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Landwirtschaftliche Anlagen Kapazität pro Anlage: Ø Tonnen/Jahr Das Flüssigvergärungssystem eignet sich sehr gut für die Vergärung von Hofdüngern wie Gülle, Mist usw. Trockensubstanzgehalte < 15 % Problematische Stoffe wie Fleisch, Schlachtabfälle, usw. müssen mit einer separaten Hygienisierungsanlage aufbereitet werden und diese Verarbeitung muss räumlich von der Tierhaltung getrennt sein. Sämtliches Substrat muss gepumpt werden. Fremdstoffe wie Holz, Steine usw. müssen deshalb vorher sauber aussortiert werden. 15

16 Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Verwertung von biogenen Abfällen in landwirtschaftlichen Biogasanlagen Kleinstrukturierte, dezentrale Energieproduktion (Entlastung der Netze) Regionale Wertschöpfung kann erzielt werden. Kurze Anfahrtswege durch eine grosse Anlagendichte. Als Grundsubstrate werden Gülle und Mist eingesetzt. Somit kann das grösste Potential an biogenen Abfällen (Hofdünger) sinnvoll genutzt werden und ein Betrieb ist auch im Winter, wenn wenig Grüngut anfällt, möglich. Wesentlicher Klimaschutzeffekt durch Vernichtung von Methan. Nährstoffkreislauf wird geschlossen, indem die Gärreste wieder auf die Felder ausgebracht werden (weniger Düngerimporte). Kleiner Eigenstrombedarf. 16

17 Eigenschaften/Funktion von Biogasanlagen Verwertung von biogenen Abfällen Biogasanlagen versus ARAs & KVAs Geschlossene Nährstoffkreisläufe entstehen, indem der Gärrest wieder auf die Felder ausgebracht wird. Durch das Klärschlammausbringverbot müssen ARAs die gesamten Rückstände verbrennen. Wertvolle Nährstoffe werden so vernichtet und dem Kreislauf entzogen. ARAs oder KVAs müssen problematische Stoffe nicht thermisch vorbehandeln und die biogenen Abfälle können vermischt mit Störstoffen wie Plastik, Holz usw. übernommen werden. 17

18 Fragen? Ökostrom Schweiz Verband der landwirtschaftlichen Biogasanlagenbetreiber 18

19 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 19

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