MITARBEITERBETEILIGUNGEN AUS SICHT DER SOZIALVERSICHERUNGEN

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1 MITARBEITERBETEILIGUNGEN AUS SICHT DER SOZIALVERSICHERUNGEN Thomas Bösch Leiter Abteilung Beiträge Ausgleichskasse / IV-Stelle Zug Gesetzliche Grundlagen AHVV Art. 7 lit. c bis Zu dem für die Berechnung der Beiträge massgebenden Lohn gehören insbesondere geldwerte Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen; für die Zeitpunkte der Beitragserhebung und für die Bewertung gelten die Vorschriften über die direkte Bundessteuer. AHVV Art. 143 Abs. 3 Die Arbeitgeber bescheinigen den Ausgleichskassen die geldwerten Vorteile aus Mitarbeiterbeteiligungen in gleicher Weise und zum gleichen Zeitpunkt wie den Steuerbehörden mit Kopien der Bescheinigungen, die sie nach den Vorschriften der Mitarbeiterbeteiligungsverordnung vom 27. Juni 2012 einzureichen haben. Seite 2 1

2 Mitarbeiterbeteiligungen Als Mitarbeiterbeteiligungen gelten Beteiligungsrechte an einer Gesellschaft, die auf das künftige, aktuelle oder ehemalige Arbeitsverhältnis zu dieser zurückzuführen sind. Die Bewertung des massgebenden Lohns und die Zeitpunkte der Beitragserhebung richten sich nach den Vorschriften über die direkte Bundessteuer. Seite 3 Echte und unechte Mitarbeiterbeteiligungen Die Unterscheidung in echte und unechte Mitarbeiterbeteiligungen richtet sich nach den Regeln des Bundessteuerrechts. Geldwerte Vorteile aus echten Mitarbeiterbeteiligungen (ausgenommen gesperrte und oder börsenkotierte Optionen) werden im Zeitpunkt des Erwerbs der Beteiligungen beitragspflichtig. Bei unechten Mitarbeiterbeteiligungen werden die Beiträge im Zeitpunkt des Zuflusses erhoben. Seite 4 2

3 Internationale Verhältnisse In Bezug auf die Verabgabung des massgebenden Lohns aus Mitarbeiterbeteiligungen bleiben die Regeln des internationalen Sozialversicherungsrechts vorbehalten. Die Bestimmungen zur Besteuerung von Mitarbeiterbeteiligungen sind somit im internationalen Verhältnis nicht analog anwendbar. Siehe nachfolgende Beispiele: Seite 5 Internationale Verhältnisse Beispiel 1: Mitarbeiter X ist als VR und leitendes Organ der in Zug domizilierten Y AG tätig. X wohnt in England und erhält über den Mutterkonzern in England Mitarbeiterbeteiligungen im Wert von CHF Die über den Mutterkonzern in England zugeteilten Mitarbeiterbeteiligungen unterliegen vollumfänglich der CH-Sozialversicherungsgesetzgebung, da X als in der CH erwerbstätig gilt, unabhängig seiner physischen Präsenz. Seite 6 3

4 Internationale Verhältnisse Beispiel 2: Mitarbeiterin Y arbeitet und wohnt in Zug. Zusätzlich übt sie in Deutschland eine weitere Erwerbstätigkeit aus, über die sie, nebst einem monatlichen Salär von CHF 5 000, Mitarbeiterbeteiligungen (Optionen ohne Sperrfrist) im Wert von CHF erhält. Aufgrund des Wohnortsprinzips ist Y für sämtliche Einkommen der CH-Sozialversicherungsgesetzgebung unterstellt. Das heisst, dass auch die geldwerten Vorteile aus den in Deutschland erhaltenen Mitarbeiterbeteiligungen vollumfänglich in der CH beitragspflichtig sind. Seite 7 Internationale Verhältnisse Beispiel 3: Z arbeitet für die XY AG in Zug, sein Wohnsitz befindet sich ebenfalls im Kanton Zug. Z erhält Mitarbeiterbeteiligungen (Optionen mit Sperrfrist von 10 Jahren) im Wert von CHF Nach 5 Jahren verlegt Z seinen Wohn- und Arbeitsort nach Schweden. Analog der steuerlichen Bemessung wird hier eine Proratisierung vorgenommen. Seite 8 4

5 Bestimmungs- und Realisierungsprinzip Bestimmungsprinzip Die Beitragspflicht für nachträgliche Lohnzahlungen beurteilt sich nach den Vorschriften, die für jenen Zeitraum gelten, für den die nachträgliche Lohnzahlung bestimmt ist. Realisierungsprinzip Hingegen wird der Beitragssatz angewendet, der im Zeitpunkt der Auszahlung oder Gutschrift einer solchen Nachzahlung gilt. Seite 9 Bestimmungs- und Realisierungsprinzip Das Realisierungsprinzip gilt auch für die Höhe eines allfälligen Rentner-Freibetrages, für die Höhe der geringfügigen Löhne oder für die Höchstgrenzen des massgebenden Lohnes (beim ALV-Beitrag). Dagegen sind die Fragen, ob überhaupt ein Freibetrag anzuwenden ist oder nicht und ob überhaupt ein ALV-Beitrag geschuldet ist oder nicht, nach dem Bestimmungsprinzip zu beantworten. Seite 10 5

6 Verbuchung auf dem individuellen Konto Die Einkommen der Arbeitnehmenden werden auf dem individuellen Konto (IK) unter dem Jahr eingetragen, in dem sie ausbezahlt bzw. realisiert wurden. Die Einkommen werden nur dann im Bestimmungsjahr eingetragen, wenn - der Arbeitnehmende zum Zeitpunkt der Lohnauszahlung nicht mehr für den Arbeitgeber tätig ist. - das Einkommen ein Jahr betrifft, für welches weniger als der Mindestbeitrag entrichtet wurde. Seite 11 Übergangsbestimmung Für Mitarbeiterbeteiligungen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Inkrafttreten dieser Verordnung abgegeben wurden, die jedoch erst nach deren Inkrafttreten realisiert werden, gelten die Bescheinigungspflichten der neuen Verordnung. Davon ausgenommen sind Mitarbeiterbeteiligungen, die vor Inkrafttreten der Verordnung schon besteuert wurden. Seite 12 6

7 Fragen? Haben Sie noch Fragen? Für weitere Auskünfte stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung. Seite 13 7

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