Forum für Prüferinnen und Prüfer in den kaufmännischen Berufen Januar 2013 Grundlagen

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1 Forum für Prüferinnen und Prüfer in den kaufmännischen Berufen Januar 2013 Grundlagen Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 2 1

2 Prüfungsausschüsse Carsten W. Sabrina K. 18 Jahre 19 Jahre Auszubildende zum Personaldienstleistungskaufmann / -kauffrau Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 3 1 A/U-PO / 1 FPO Errichtung von Prüfungsausschüssen Die zuständige Stelle errichtet für die Abnahme der Abschluss- und Umschulungsprüfungen (für die Durchführung von Prüfungen im Bereich der beruflichen Fortbildung) Prüfungsausschüsse. bei Bedarf auch mehrere Prüfungsausschüsse gemeinsame Prüfungsausschüsse mehrerer zuständigen Stellen eigene Prüfungsausschüsse für selbstständige Teilprüfungen Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 4 2

3 Zusammensetzung von Prüfungsausschüssen Karl-Heinz J. Geschäftsführer der Fa. TOP-Personal sachkundig und für Mitwirkung im PA geeignet berufen als AG-Vertreter Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 5 Informationen zur Prüfertätigkeit Tätigkeit im Prüfungsausschuss ist ehrenamtlich. Entschädigung für bare Auslagen und für Zeitversäumnisse, soweit eine Entschädigung nicht von anderer Seite gewährt wird. Prüfer hat Verschwiegenheit gegenüber Dritten zu wahren. Prüfungsvorgänge Personenbezogene Daten Prüfungsaufgaben Prüfer ist von der Mitwirkung ausgeschlossen. Prüfer dürfen Angehörige nicht prüfen (Muss-Klausel). Ausbilder des Prüflings sollen, soweit nicht besondere Umstände eine Mitwirkung zulassen oder erfordern, nicht mitwirken (Soll-Klausel). Personen, die gegenüber Prüfungskandidat Arbeitgeberfunktion haben (Soll-Klausel). Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 6 3

4 Konstituierende Sitzung AG L AN 4 A/U-PO / 4 FPO Der Prüfungsausschuss wählt ein Mitglied, das den Vorsitz führt und ein weiteres Mitglied, das den Vorsitz stellvertretend übernimmt. unterschiedliche Mitgliedergruppen beschlussfähig, wenn zwei Drittel der Mitglieder, aber mindestens drei, anwesend Wichtig: Aktives und passives Wahlrecht liegt bei den ordentlichen Mitgliedern. Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 7 Rechtsstellung IHK und Prüfungsausschuss Die Geschäftsführung des Prüfungsausschusses liegt bei der zuständigen Stelle, d. h. bei der IHK. Festlegung der Prüfungstage bzw. zeiträume Entscheidung über Zulassung und Einladung der Prüfungsteilnehmer Mitteilung des Prüfungsergebnisses Widerspruchsverfahren Der Prüfungsausschuss ist ein unabhängiges Organ, das selbstständig und verantwortlich unter Beachtung aller einschlägigen Rechtsvorschriften sowie der allgemeinen Rechts- und Beurteilungsgrundsätze handelt. Beschlussfassung über die Prüfungsaufgaben Durchführen der Prüfung und Bewertung der Prüfungsleistung Entscheiden über Zulassung in besonderen Fällen Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 8 4

5 Prüfungsaufgaben 18 A/U-PO / 14 FPO Der Prüfungsausschuss beschließt auf der Grundlage der Ausbildungs- oder Umschulungsordnung (auf der Grundlage der Prüfungsanforderungen) die Prüfungsaufgaben. Überregional oder von einem Aufgabenerstellungsausschuss bei der zuständigen Stelle erstellte oder ausgewählte Aufgaben sind vom Prüfungsausschuss zu übernehmen, sofern diese Aufgaben von Gremien erstellt oder ausgewählt und beschlossen wurden, die paritätisch besetzt sind und die zuständige Stelle über die Übernahme entschieden hat. Solche überregionalen Institutionen sind: Aufgabenstelle für kaufmännische Abschluss- und Zwischenprüfungen in Nürnberg Prüfungsaufgaben- und Lehrmittelentwicklungsstelle der IHK Region Stuttgart Zentralstelle für Prüfungsaufgaben in Köln Zentral-Fachausschuss Berufsbildung Druck und Medien in Kassel DIHK-Bildungs-GmbH Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 9 Prüfungsformen und -methoden Katalog von Prüfungsmethoden Schriftliche Prüfungen Mündliche Prüfungen Praktische Prüfungen Aufgabe mit gebundenen Antworten Fachgespräch Praktisches Arbeitsergebnis Kurzantwortaufgabe Gesprächssimulation Praktischer Arbeitsprozess Aufgabe mit ungebundenen Antworten Präsentation Betriebliche Aufgabe Schriftliche Ausarbeitung Kombinierte Prüfungsaufgabe Quelle: Dr. Jens U. Schmidt, Prüfungsmethoden in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, Bonn 2005 Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 10 5

6 20 A/U-PO / 17 FPO Leitung und Aufsicht Die Prüfung findet statt unter Leitung des Vorsitzes oder einer einvernehmlich bestellten Aufsichtsperson. Über den Ablauf der Prüfung ist eine Niederschrift zu fertigen. Ausweispflicht Belehrung zur Verfügung stehende Zeit erlaubte Arbeits- und Hilfsmittel Folgen von Täuschungshandlungen und Ordnungsverstöße Rücktritt und Nichtteilnahme (Frage nach der Gesundheit) Befangenheit Nichtöffentlichkeit Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 11 Der Bewertungsschlüssel Eine den Anforderungen in besonderem Maße entsprechende Leistung = Punkte = Note 1 = sehr gut Eine den Anforderungen voll entsprechende Leistung = unter Punkte = Note 2 = gut 81 2 Eine den Anforderungen im Allgemeinen entsprechende Leistung = unter Punkte = Note 3 = befriedigend Eine Leistung, die zwar Mängel aufweist, aber im Ganzen den Anforderungen noch entspricht = unter Punkte = Note 4 = ausreichend Eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht, jedoch erkennen lässt, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind = unter Punkte = Note 5 = mangelhaft Eine Leistung, die den Anforderungen nicht entspricht und bei der selbst die Grundkenntnisse lückenhaft sind = unter 30 0 Punkte = Note 6 = ungenügend Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 12 6

7 Bewertung von Prüfungsleistungen Grundsatz Jede Prüfungsleistung ist von jedem Mitglied des Prüfungsausschus-ses selbstständig zu bewerten. Kollegialprinzip Beschlüsse über die Noten zur Bewertung einzelner Prüfungsleis-tungen, der Prüfung insgesamt sowie über das Bestehen und Nichtbestehen der Abschlussprüfung werden durch den Prüfungsausschuss gefasst. Berichterstatterprinzip Zur Vorbereitung der Beschlussfassung kann der Vorsitz mindestens zwei Mitglieder mit der Bewertung einzelner, nicht mündlich zu erbringender Prüfungsleistungen beauftragen. Die Beauftragten sollen nicht derselben Mitgliedergruppe angehören. Gutachterliche Stellungnahme Dritter Prüfungsausschüsse haben die Möglichkeit, gutachterliche Stellungnahmen Dritter, insbesondere der berufsbildenden Schulen, einzuholen. Diese Gutachten sind begründete, rechtlich unverbindliche Bewertungsvorschläge. Sie können bei einzelnen, nicht mündlich zu erbringenden Prüfungsleistungen veranlasst werden. Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training A/U-PO / 23 FPO Das Prüfungsergebnis Über die Feststellung der einzelnen Prüfungsergebnisse ist eine Niederschrift auf den von der zuständigen Stelle genehmigten Formularen zu fertigen. Sie ist von den Mitgliedern des Prüfungsausschusses zu unterzeichnen. Dem Prüfungsteilnehmer soll unmittelbar nach Feststellung des Gesamtergebnisses der Prüfung mitgeteilt werden, ob der die Prüfung bestanden oder nicht bestanden hat. Hierüber erhält der Prüfungsteilnehmer eine vom Vorsitz zu unterzeichnende Bescheinigung. Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 14 7

8 Korrekte Dokumentation 1. Niederschrift über den Ablauf der Prüfung ( 20 A/U- PO und 17 FPO) 2. Ergebnisniederschrift ( 26 A/U-PO und 23 FPO) 3. Dokumentation, wie Ergebnis zustande kommt. a. schriftliche Prüfungen Korrekturzeichen, Kommentare, Punktezuweisung b. praktische Prüfungen Beobachtungsprotokolle c. mündliche Prüfungen Verlaufsprotokolle Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 15 Wiederholungsprüfung 29 A/U-PO / 26 FPO Eine nicht bestandene Abschlussprüfung (Eine Fortbildungsprüfung, die nicht bestanden ist,) kann zweimal wiederholt werden. Es gelten die in der Wiederholungsprüfung erzielten Ergebnisse. Hat der Prüfling bei nicht bestandener Prüfung in einer selbstständigen Prüfungsleistung mindestens ausreichende Leistungen erbracht, so ist diese auf Antrag des Prüflings nicht zu wiederholen, sofern der Prüfling sich innerhalb von zwei Jahren gerechnet vom Tage der Feststellung des Ergebnisses der nicht bestandenen Prüfung an zur Wiederholungsprüfung anmeldet. Wichtig: Eine Anrechnung des gesamten schriftlichen oder praktischen Prüfungsbereiches ist nicht mehr möglich. Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 16 8

9 Beispiel IT-Berufe Der Prüfling hat die Prüfung insgesamt nicht bestanden, er muss die nachfolgenden Fächer / Prüfungsbereiche wiederholen: 5351 Ganzh. Aufgabe Teil A d. Prüfung komplett Gemäß Prüfungsordnung kann er sich nur die nachfolgenden Fächer / Prüfungsbereiche anrechnen lassen: 5352 Ganzh. Aufgabe Wiso Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 17 Mündliche Ergänzungsprüfung Die mündliche Ergänzungsprüfung findet nur im Zusammenhang mit schriftlich zu erbringenden Prüfungsleistungen statt, nicht bei praktischen oder mündlichen Prüfungsleistungen. In Ausbildungsberufen ergänzt die mündliche Nachprüfung die schriftliche Prüfung, wenn dies für das Bestehen den Ausschlag geben kann. In einigen Fortbildungsberufen hingegen kennen wir die mündliche Ergänzungsprüfung auch um das Ergebnis der schriftlichen Prüfung zu verbessern. Auf jeden Fall muss die Regelung der mündlichen Ergänzungsprüfung immer berufsbezogen in der Ausbildungsordnung oder in der Prüfungsordnung nachgelesen werden. Vor allem bei den Ausbildungsberufen müssen wir neue und alte Ausbildungsberufe unterscheiden... Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 18 9

10 Zwei Beispiele zur Ergänzungsprüfung Industriekaufmann / -frau Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit "mangelhaft und die übrigen Prüfungsleistungen mit mindestens "ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem mit "mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereich die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Arbeit und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten. Personaldienstleistungskaufmann / -frau Auf Antrag des Prüflings ist die Prüfung in einem der mit schlechter als ausreichend bewerteten Prüfungsbereiche, in denen Prüfungsleistungen mit eigener Anforderung und Gewichtung schriftlich zu erbringen sind, durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn dies für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis von 2 : 1 zu gewichten. Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 19 Zwei Beispiele zur Ergänzungsprüfung Industriekaufmann Personaldienstleistungskaufmann Geschäftsprozess Kaufmännische Steuerung und Kontrolle Wirtschafts- und Sozialkunde Einsatzgebiet Nur Wiederholungsprüfung möglich! 63 Punkte 58 Punkte 29 Punkte 65 Punkte Personalwirtschaftliche Prozesse 63 Punkte Auftragsgewinnung, -bearbeitung und steuerung Wirtschafts- und Sozialkunde Personal- und Kundenberatung 58 Punkte 29 Punkte 65 Punkte Mündliche Ergänzungsprüfung möglich! Januar 2013 bbt. Bernardi Beratung und Training 20 10

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