M2: Eignungstest für kaufmännische Berufe und mittleren Dienst

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1 M2: Eignungstest für kaufmännische Berufe und mittleren Dienst Verfahrenshinweise nach DIN Berlin Düsseldorf Hannover Leipzig Stuttgart

2 1 1 Zielsetzung und Anwendungsbereich Der Eignungstest M2 ist speziell auf die Anforderungen des mittleren Dienstes und kaufmännischer Berufe zugeschnitten. Neben der numerischen und verbalen Verarbeitungskapazität liegt ein besonderer Fokus des Verfahrens daher auf der Simulation verschiedener büropraktischer Tätigkeiten und Prüfung von Kenntnissen aus dem Verwaltungsbereich. Zielgruppe sind Bewerberinnen und Bewerber, die die mittlere Reife besitzen. Der M2 wird u. a. zur Eignungsfeststellung für folgende Berufsbilder und Laufbahnen verwendet: Verwaltungsfachangestellte, m. D., AGL I; Bürokaufmann/-frau; Fachinformatiker/-in; Mittlerer Gesundheitsdienst; Justizfachangestellte/r 2 Vorherige Versionen Die Eignungstest M2 wird seit dem Jahr 2007 verwendet und basiert auf dem Eignungstest M1. Die seit dem Jahr 2001 durchgeführten Bewährungskontrollen haben eine Überarbeitung des M1 nahegelegt. Neu hinzugekommen sind ein weiterer Test zur Arbeitseffizienz sowie verschiedene Kenntnistests. 3 Fähigkeitsdimensionen und Subtests Verbale Verarbeitungskapazität Das Erfassen und sachgerechte Beurteilen von komplexen sprachlichen Informationen, die Differenziertheit des Wortschatzes und das schlussfolgernde Denken stehen in diesem Testteil im Fokus. Folgende Subtests überprüfen die Ausprägung der verbalen Verarbeitungskapazität: Analogien, Klassifikationen, Textanalyse Numerische Verarbeitungskapazität Überprüft wird hier im Besonderen die Sicherheit im praktischen Rechnen. Darüber hinaus ist das Verständnis für numerische Beziehungen und das logisch-intuitive, regelerkennende Denken wichtig. Im Einzelnen befinden sich folgende Aufgabengruppen in diesem Testteil: Textrechenaufgaben, Zahlenreihen, Grundrechnen Arbeitseffizienz Die Simulation von büropraktischen Tätigkeiten wird durch die Post- und die Reisekostenaufgabe realisiert. Dabei müssen gegebene Bearbeitungsregeln verstanden und korrekt angewendet werden. Bei der sog. Computerliste kommt es darauf an, schnell und genau zu arbeiten. Merkfähigkeit Die kurzfristige verbale Gedächtnisleistung wird mit Hilfe eines sinnvollen Textes erfasst. Hierbei sind Detailangaben des Textes zu speichern und wiederzugeben. Rechtschreibung Der Rechtschreibtest überprüft die orthografischen Kenntnisse der Bewerber/innen. In einem Lückentext werden für die fehlenden Wörter verschiedene Schreibweisen angeboten, von denen die korrekte gekennzeichnet werden muss. Grundlage des Rechtschreibtests sind selbstverständlich die aktuellen Rechtschreibregeln.

3 2 Kenntnisse Im M2 werden folgende Kenntnisbereiche überprüft: Gemeinschaftskunde, Verwaltungswissen, Interkulturelles Wissen 4 Durchführung Die Durchführung erfolgt als Gruppen- oder Einzeltestung. Jede Aufgabe wird vor Bearbeitungsbeginn durch den Testanweiser anhand mindestens eines Beispiels erläutert. Die Bearbeitung der Subtests erfolgt unter Zeitbegrenzung. Aufgrund der Länge des Tests ist eine Pause von 15 Minuten vorgesehen. Erforderliche Materialien: M2 Testheft, evtl. zusätzliche Kenntnistests, Antwortbogen, Bleistift, Radiergummi, Notizzettel Zugelassene Hilfsmittel: keine 5 Auswertung und Interpretation Die Testergebnisse liegen in Form von T-Scores (M = 100, SD = 10) vor. Der Ergebnisbericht enthält aggregierte Angaben zu den Leistungen in den vier Kernbereichen verbale und numerische Verarbeitungskapazität, Arbeitseffizienz und Rechtschreibung sowie detaillierte Angaben zu den Leistungen in den einzelnen Kenntnistests. Um die Interpretation des Testergebnisses zu vereinfachen, wird das Gesamtergebnis in einen Empfehlungsgrad transformiert, der auf einer fünfstufigen Skala angegeben wird Da die einzelnen Leistungsbereiche eine unterschiedliche Bedeutung für die Eignung bei verschiedenen Berufsbildern oder Laufbahnen haben, werden die einzelnen Fähigkeitsdimensionen in Abhängigkeit der Laufbahn anforderungsspezifisch gewichtet (siehe Tabelle auf der folgenden Seite). Bei der Vorauswahl von Bewerber/innen mit gleichem Empfehlungsgrad kann auf den Gesamtpunktwert zurückgegriffen werden. Bewerber/innen mit höherem Gesamtpunktwert haben grundsätzlich eine bessere Eignungsprognose als Bewerber/innen mit geringerem Gesamtpunktwert.

4 3 Leistungsbereiche Verarbeitungskapazität verbal Verarbeitungskapazität numerisch Verwaltungsfachangestellte, m.d., AGL I Bürokaufmann/ -frau Fachinformatiker/-innen Merkfähigkeit Arbeitseffizienz Rechtschreibung Gemeinschaftskunde Verwaltungswissen 4 Interkulturelles Wissen 4 3 Wirtschaft 7 EDV-Grundwissen 6 Informatik Basiswissen 11 Englisch 4 Exemplarische Gewichtungen der Testkomponenten des M2. Alle Angaben in Prozent. 6 Aufwand und Zeitbedarf Bei kleinen Gruppen (bis ca. 45 Teilnehmer) muss nur der Testanweiser / die Testanweiserin, bei größeren Gruppen mindestens eine zusätzliche Aufsichtsperson vor Ort sein. Die Testdauer beträgt je nach Gruppengröße ca. 3,5 bis 4 Stunden. Falls Zusatztests verwendet werden, kann sich die Testzeit verlängern. 7 Testung von Schwerbehinderten Für behinderte Bewerberinnen und Bewerber erfolgt ab einem amtlichen Grad der Behinderung von 30 % eine individuelle Anpassung der Testbedingungen. Erste Informationen zu individuellen Anpassungswünschen liefert ein Fragebogen der dgp, der zusammen mit den Informationen zur Testung der kognitiven Leistungen versandt wird. Im weiteren Verlauf klärt ein Psychologe / eine Psychologin der dgp in einem persönlichen Gespräch, ob und welche behinderungsspezifischen Anpassungen der Testbedingungen erforderlich sind. Fragebogen und persönliches Gespräch beachten selbstverständlich die gesetzlichen Vorgaben.

5 4 8 Objektivität Die Test-Instruktionen sind standardisiert. Der M2 wird ausschließlich von Diplom-Psychologinnen und-psychologen sowie psychologisch-technischen Assistentinnen und Assistenten angewiesen (Durchführungsobjektivität). Die Auswertung erfolgt computergestützt und automatisiert (Auswertungsobjektivität). Die Empfehlung für jede Bewerberin / jeden Bewerber richtet sich nach a priori festgelegten Normwerten (Interpretationsobjektivität). 9 Reliabilität Die inneren Konsistenzen der gemessenen Fähigkeitsdimensionen liegen zwischen α =.81 (Arbeitseffizienz) und α =.90 (numerische Verarbeitungskapazität). Die innere Konsistenz der Gesamtbatterie beträgt α =.94. Da nicht beantwortete Items bei der Berechnung von Cronbachs Alpha nicht als falsche Antworten gezählt, sondern ausgeschlossen wurden, sind die inneren Konsistenzen konservativ geschätzt. 10 Validität Faktorielle Validität Die zweifaktorielle Struktur (numerische und verbale Verarbeitungskapazität) konnte durch eine konfirmatorische Faktorenanalyse nachgewiesen werden; RMSEA =.034, SRMR =.013, CFI =.996. Das zweifaktorielle Modell reproduziert die empirische Varianz-Kovarianzmatrix signifikant besser als das einfaktorielle (g-faktor)-modell; χ²-diff = 1483, p <.001. Weitere Informationen können auf Anfrage bezogen werden. Prädiktive Validität Für den M2 wurde eine empirische Validierungsstudie durchgeführt. Die unkorrigierte Korrelation zwischen dem Empfehlungsgrad des schriftlichen M2-Verfahrens und der Abschlussnote der Ausbildungsprüfung beträgt r =.20. Die um Varianzeinschränkung korrigierte Korrelation beträgt r =.46. Quelle: Ristel, Nina/Haarhaus, Benjamin (2013): Die Vorhersage des Ausbildungserfolgs von Verwaltungsfachangestellten und kaufmännischen Berufen Bewährungskontrolle der DGP-Testbatterie M2, in: DGP-Informationen 54 (63/2013), S Fairness DIF-Analysen (auf Basis logistischer Regressionen) zufolge weisen 98 % (Alter) bzw. 100 % (Geschlecht) aller Items keinen nennenswerten Bias auf. Detaillierte Analysen können auf Anfrage bezogen werden. 12 Normen Normen liegen im Umfang von Jugendlichen und Erwachsenen im Alter von 14 bis 52 Jahren vor. Die letzte Aktualisierung der Normierung erfolgte im August Testformen Es existieren zwei Pseudoparallel-Formen (Form A und Form B).

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