Hochwasserschutzfibel. Objektschutz und bauliche Vorsorge

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1 Hochwasserschutzfibel Objektschutz und bauliche Vorsorge

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3 Hochwasserschutzfibel Objektschutz und bauliche Vorsorge Stand: Juli 2013

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5 Vorwort Trotz Fortschritten bei der Früherkennung, Prognose und Schadensabwehr werden wir auch zukünftig mit dem Naturereignis Hochwasser leben müssen. Möglicherweise lassen zudem die Auswirkungen des Klimawandels einen Anstieg der Intensität und Häufigkeit von Hochwassern erwarten. Deshalb sind überall große Anstrengungen zu unternehmen, um den Gefahren wirksam entgegentreten zu können. Nach den verheerenden Hochwassern der Jahre 1998, 2002 und 2005 sind weite Teile Deutschlands im Mai und Juni 2013 erneut von einer extremen Flut in Mitleidenschaft gezogen worden. Vielerorts hatten die Pegelstände historische Rekordhöhen erreicht. Das dramatische Hochwasser hat Hunderttausende Menschen über Wochen in große Sorge versetzt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben in der Flut ihre ganze Existenz verloren. Aber auch für die Wirtschaft sowie an der Infrastruktur sind erhebliche Schäden entstanden. Zugleich haben wir bei der Flutbekämpfung eine riesige Hilfs- und Solidaritätsbewegung erlebt, auf die unser Land stolz sein kann. Zur Bewältigung dieser nationalen Katastrophe haben Bund und Länder sofort gehandelt und einen Hilfsfonds in Höhe von 8 Mrd. Euro bereitgestellt. Die Beseitigung der Schäden kann nur als Gemeinschaftsaufgabe gelöst werden. Dabei gilt es, aus den Erfahrungen die richtigen Schlüsse zu ziehen und den Wiederaufbau zügig und zielgerichtet in Angriff zu nehmen. Die Strategien zum Hochwasserschutz haben sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Früher wurden nach einem schadensträchtigen Hochwasser zumeist lokale Lösungsansätze gesucht, um an gleicher Stelle vergleichbare Schäden zu vermeiden. Heute steht eine Herangehensweise im Vordergrund, die den notwendigen technischen Hochwasserschutz vor Ort mit einer weitflächigen Vorsorge verbindet. Das jüngste Hochwasser zeigt in aller Deutlichkeit, dass ein verstärkter Hochwasserrückhalt in der Fläche notwendig ist. Ungeachtet dessen bleibt die private Vorsorge ein wichtiger und unverzichtbarer Baustein, um Elementarschäden wirksam abzuwenden. Bauherren, Hausbesitzern oder auch Mietern möchte die Hochwasserschutzfibel hierzu wertvolle Hinweise an die Hand geben. Aber auch für Architekten und Ingenieure, die im Rahmen der Gebäudeplanung Schutzkonzepte entwerfen, kann dieser Ratgeber eine wichtige Planungshilfe sein. Er will so dazu beitragen, dass größere Schäden verhindert und unnötige finanzielle Belastungen vermieden werden. Damit stärkt diese Hilfestellung das Bewusstsein auch dort, wo es bisher keine Erfahrungen mit Hochwasser gab. Bei der Lektüre und der individuellen Prüfung wünsche ich allen Interessierten viele wichtige Erkenntnisse. Dr. Peter Ramsauer, MdB Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Vorwort 3

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7 Inhaltsverzeichnis Seite Einführung... 7 Hochwasser ein Naturereignis... 8 Hochwasser und Statistik... 8 Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Hochwassersituation... 9 Strategien zur Hochwasservorsorge...10 Teil A Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger Einwirkungen von Hochwasser auf Gebäude Eindringen von Wasser in Gebäude Wasserdruck und Auftrieb Maßnahmen gegen Auftrieb Ausreichende Gebäudelasten und Wand-/Sohlendimensionierung Flutung von Gebäuden Strömung Schutz der Gebäude vor Oberflächenwasser Schutz der Gebäude vor eindringendem Grundwasser Schutz der Gebäude vor eindringendem Kanalisationswasser (Rückstau) Bauliche Vorsorge Heizung und Installation Sicherung des Heizöltanks vor Aufschwimmen/Auftrieb Lagerung und Umgang mit sonstigen wassergefährdenden Stoffen Baustoffe/-materialien (wasserbeständige Materialien) Verhaltensvorsorge Hochwassergefahrenkarten: Wissen um die Gefahr Persönliche Alarm- und Einsatzpläne (Hochwassercheckliste) Organisation einer Nachbarschaftshilfe Hochwasserausrüstung Evakuierung des Mobiliars Notgepäck und Dokumente, Notquartier Risikovorsorge...30 Inhaltsverzeichnis 5

8 Seite Teil B Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz Gesetzliche Vorgaben Hochwasserflächenmanagement Verhaltenvorsorge und Hochwasservorhersage Technischer Hochwasserschutz Funktion der technischen Hochwasserschutzsysteme Wirtschaftlichkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen Mögliche Versagensarten von Schutzeinrichtungen Hochwasserschutz im Kanalsystem/Sicherung der Binnenentwässerung Küstenschutz Planung von Abwehrmaßnahmen Zuständigkeiten im Hochwassereinsatz Alarmplan Einsatzplan Vorbereitung und Durchführung von Evakuierungen Mechanismen zur Maßnahmenoptimierung Materialien zur Hochwasserabwehr/Technische Ausrüstung Öffentlichkeitsarbeit/Bewusstseinsbildung bei den von Hochwasser Betroffenen...47 Anhang 1: Hochwasserbeständige (Bau-)Materialien...49 Anhang 2: Checklisten zur privaten Hochwasservorsorge Inhaltsverzeichnis

9 Einführung Extreme Niederschlagsereignisse haben in den letzten Jahren im mitteleuropäischen Raum zu Hochwassern mit hohen volkswirtschaftlichen Schäden geführt. Die Auswirkungen dieser Hochwasser waren für viele der privaten Haushalte und für viele der betroffenen Gemeinden ohne Hilfe von Außen nicht zu bewältigen. Auch die Nord -und Ostseeküsten bleiben von extremen meteorologischen Ereignissen nicht verschont. Nach der letzten verheerenden Sturmflut in Deutschland im Jahr 1962 wurden allerdings umfangreiche technische Maßnahmen ergriffen, um Siedlungsgebiete an den deutschen Küsten gegen vergleichbare Fluten besser zu schützen. Anders als beim Hochwasserschutz im Binnenland, sind die Handlungsmöglichkeiten des Einzelnen dort sehr beschränkt. Allerdings können vor allem im Bereich der Rückgangsküsten oder innerhalb der Städte wie z. B. Hamburg und Bremen die Inhalte dieser Broschüre auch für die dort von Sturmfluten Betroffenen hilfreich sein. Diese Hochwasserschutzfibel gibt Ratschläge und Arbeitsanleitungen, damit bei der Mehrzahl der zukünftigen Hochwasserereignisse schädigende Auswirkungen vermieden bzw. abgemindert werden. Sie soll Anwendung bei Wohn- und Verwaltungsgebäuden finden. Im Grundsatz sind alle Hinweise auch auf den gewerblichen Bereich übertragbar. Allerdings entstehen durch die Besonderheiten jedes einzelnen Betriebes viele Einzelfälle, die über den Rahmen dieser Broschüre hinaus gehen. In Teil A gibt die Hochwasserfibel betroffenen Bürgerinnen und Bürgern wertvolle Hinweise für die Bau- und Verhaltensvorsorge. In Teil B werden gesetzliche Grundlagen dargestellt und die Strategien und Handlungsschwerpunkte der betroffenen Gemeinden beim Hochwasserrisikomanagement aufgezeigt. Im Anhang finden sich Materialien für die Organisation und die Durchführung von Maßnahmen der privaten Hochwasservorsorge. Die Verknüpfung von Hinweisen an Privatpersonen und an öffentliche Entscheidungsträger in dieser Fibel soll das Verständnis untereinander verstärken. Einführung 7

10 Hochwasser ein Naturereignis In unregelmäßigen Zeitabständen führen außergewöhnliche Witterungsereignisse zu Hochwasser. Diese gehören wie die Jahreszeiten zu den ständig wiederkehrenden Naturereignissen; Hochwasser sind ein Bestandteil des Naturhaushaltes. Viele Arten und Lebensgemeinschaften haben sich nicht nur an das Hochwassergeschehen angepasst, sondern brauchen die regelmäßige Überflutung zur Erhaltung ihrer Lebensräume. Der Mensch hingegen kann sich mit seinem Lebensumfeld nicht immer an die Dynamik eines Hochwassers anpassen. Das Wissen über das Hochwasser zusammen mit der richtigen Vorsorge kann helfen, die Schäden, die ihm durch Hochwasser entstehen können, gering zu halten. Hochwasser lassen sich nach Entstehung und Erscheinungsform wie folgt unterscheiden: Starkniederschläge sind besonders in den Sommermonaten als Folge von Gewitterfronten zu beobachten. Starkniederschläge weisen die größten Niederschlagintensitäten auf, sind räumlich begrenzt und haben eine relativ kurze Dauer. Besonders Bäche und Flüsse mit kleinen Einzugsgebieten reagieren mit einem sehr schnellen Anstieg des Abflusses und des Wasserstandes. In der Regel sind die Reaktionszeiten so gering, dass für Ergreifen von Schutzmaßnahmen wenig bzw. keine Zeit bleibt. Eine präzise Vorhersage ist nicht möglich. Deshalb ist zur Schadensminderung eine bauliche Vorsorge am Gebäude besonders wichtig. Hochwasser in Flüssen treten immer dann auf, wenn räumlich ausgedehnte, lang anhaltende Niederschläge teilweise in Verbindung mit Schneeschmelze die Abflussmenge im Gewässer so groß werden lassen, dass diese ausufern. Die Wasserstandsschwankungen liegen dabei im Meterbereich. Aufgrund der an vielen Gewässern vorhandenen Hochwasservorhersagesysteme lassen sich der zeitliche Verlauf und der Höchstwasserstand des Hochwassers gut abschätzen. Hier erhält die Verhaltensvorsorge des Einzelnen, aufgrund der vorhandenen Reaktionszeit, eine besondere Bedeutung bei der Schadensminderung. Selbstverständlich sind auch hier eine gute bauliche Vorsorge und eine hochwasserangepasste Bauweise erforderlich. Kanalrückstau kann sowohl als Folge von Starkniederschlägen als auch als Folge von Hochwasser in Flüssen auftreten. Werden Abwasserkanäle durch zu große Regenmengen überlastet oder gelangt Flusswasser oder hohes Grundwasser in erheblicher Menge in das Kanalsystem, kommt es zum Rückstau im Abwasserkanal. Das über die Hausanschlussleitung in die Kellerräume einströmende Wasser kann erhebliche Schäden verursachen. Grundwasseranstieg ist die Folge lang anhaltender Niederschläge oder Nassperioden im Klimageschehen sowie von ausgedehnten Hochwasserereignissen. Solche Hochwasserereignisse führen zuerst in der Aue später im Binnenland zu einem Grundwasseranstieg. Eisgang in Flüssen kann in Verbindung mit kleineren Hochwasserereignissen lokal zu hohen Wasserständen führen. Besonders vor künstlichen Hindernissen wie beispielsweise Brücken können sich treibende Eisschollen verkeilen, das Abflussprofil versperren und oberhalb zu einem Rückstau führen. Löst sich die Eisbarriere plötzlich auf, kann die dabei entstehende Schwallwelle unterhalb hohen Schaden anrichten. Sturmflut wird ein Ereignis an der Nordseeküste genannt, wenn durch entsprechende Dauer und Stärke des auflandigen Windes sowie des Tidehubes der Wasserstand höher als 1,5 m über dem mittleren Tidehochwasserstand (MTHW) liegt. Vom zuständigen Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie gibt es eine Klassifikation von Sturmflutstärken: 1,5 bis 2,5 m über MTHW leichte Sturmflut 2,5 bis 3,5 m über MTHW schwere Sturmflut > 3,5 m über MTHW sehr schwere Sturmflut Hochwasser und Statistik Hochwasser gibt es seit jeher. Allerdings existieren quantitative Aufzeichnungen von historischen Hochwasserereignissen erst seit etwa 150 Jahren. Davor gibt es meist nur Hinweise auf extreme Hochwasserereignisse zum Beispiel durch historische Hochwassermarken oder in Chroniken. Aus den Aufzeichnungen der Pegeldaten lassen sich statistische Analysen durchführen, wie häufig ein bestimmter Pegelstand überschritten wurde. Jedes neue Hochwasserereignis oder auch lange Zeiten ohne Hochwasser verändern die Statistik. Für die Bewertung von Sturmflutereignissen 8 Einführung

11 bestimmter Pegelstand überschritten wurde. Jedes neue Hochwasserereignis oder auch lange Zeiten ohne Hochwasser verändern die Statistik. Für die Bewertung von Sturmflutereignissen spielen zusätzlich die Aufzeichnung und Auswertung des Meereswasserspiegelanstiegs, der Strömungsverhältnisse, der Wellenenergie und der Sturmereignisse eine entscheidende Rolle. Rheinpegel Köln Rheinpegel Köln globalen Durchschnittstemperaturen ausgegangen werden. Die Trendaussagen der Klimaprojektionen dürfen aber nicht mit der Wettervorhersage verwechselt werden. Während bei der Wettervorhersage die Wetterentwicklung ausgehend von den aktuellen Werten und Beobachtungen unter Einbeziehung der Erfahrung aus der Wetteraufzeichnung für die kommenden Tage vorhergesagt wird, erfolgt eine Klimaprojektion auf Basis von Szenarien, bei denen unter anderem die Konzentrationen von Treibhausgasen in unserer Atmosphäre, oder der Umgang mit den Energieressourcen für die kommenden Jahre vorausgeschätzt werden. Erst die Ergebnisse die Veränderungen der Flächenversiegelung, die Bevölkerungsentwicklung oder der Umgang mehrerer Szenarien ergeben im Vergleich ein Bild der möglichen großräumigen Klimaentwicklungen. Die Klimapro- mit den Energieressourcen für die kommenden Jahre vorausgeschätzt werden. Erst die Ergebnisse mehrerer Szenarien ergeben im Vergleich jektionen betrachten dabei Großwetterlagen und treffen keine Aussagen zum Eintreten von kleinräumigen Ereignissen, wie Starkregen oder Gewitterniederschlägen. Alle Kli- ein Bild der möglichen großräumigen Klimaentwicklungen. Die Klimaprojektionen betrachtemamodelle haben eines gemeinsam; kein Modell kann das komplexe Klimageschehen dabei Großwetterlagen in seiner Gesamtheit und treffen abbilden. keine Zudem Aussagen ist es für die zum Modellierung Eintreten zukünftiger von kleinräumigen klimatischer Verhältnisse Ereignissen, erforderlich, wie Starkregen Annahmen und oder Vereinfachungen Gewitterniederschlägen. durch die die Alle Rechenergebnisse Klimamodelle immer haben mit eines Un- zu treffen, sicherheiten behaftet sind. Unterschiedliche Annahmen in der Modellierung erschweren zudem die Vergleichbarkeit der Ergebnisse. spielen zusätzlich die Aufzeichnung und Auswertung des Meereswasserspiegelanstiegs, der Strömungsverhältnisse, der Wellenenergie und der Sturmereignisse eine entscheidende Rolle. Mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf die Hochwassersituation Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit und für unsere Zukunft. Dabei steht außer Frage, dass wir uns in einem Prozess der Veränderung unseres Klimas befinden. Hauptindikator für den Klimawandel ist die globale Erderwärmung, die sich bereits zeigt und die in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zunehmen wird. Der Prozess ist schleichend, aber erste Auswirkungen können wir bereits heute verspüren. Eine Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur in den kommenden Jahrzehnten von ein bis zwei Grad Celsius wird als möglich angesehen. Ohne eine wesentliche Minderung der Treibhausgasemissionen muss von einem deutlich höheren Anstieg in den globalen Durchschnittstemperaturen ausgegangen werden. Die Trendaussagen der Klimaprojektionen dürfen aber nicht mit der Wettervorhersage verwechselt werden. Während bei der Wettervorhersage die Wetterentwicklung ausgehend von den aktuellen Werten und Beobachtungen unter Einbeziehung der Erfahrung aus der Wetteraufzeichnung für die kommenden Tage vorhergesagt wird, erfolgt eine Klimaprojektion auf Basis von Szenarien, bei denen unter anderem die Konzentrationen von Treibhausgasen in unserer Atmosphäre, die Veränderungen der Flächenversiegelung, die Bevölkerungsentwicklung Hochwasser im Binnenland ist die Folge von Niederschlägen. Im ersten Grundsatz gilt: Mehr Wärme bedeutet mehr Energie bedeutet mehr Feuchtigkeitsumsatz. Nach Einschätzungen der für Deutschland vorliegenden regionalen Klimamodelle werden sich die Niederschläge im jahreszeitlichen Verlauf verschieben. Im Winter wird es voraussichtlich mehr Niederschläge geben, allerdings weniger Schnee. Im Sommer hingegen wird es in der Gesamtbilanz vielerorts trockener, wodurch andere Probleme zu erwarten sind. Die Prognosen zum Niederschlag beziehen sich dabei auf die lang anhaltenden Tiefdruckniederschläge. Zu den Veränderungen der Häufigkeiten und Intensitäten der Starkniederschläge im Sommer geben die Klimamodelle derzeit noch keine Antwort. Die Klimaprognosen sind für die einzelnen Regionen in Deutschland zum Teil recht unterschiedlich. Großwetterlagen werden sich verändern oder verschieben. Deshalb ist es schwer, eine allgemeine Aussage über die Folgen des Klimawandels auf das Hochwassergeschehen in Deutschland zu geben. In Süddeutschland zum Beispiel sind bei den häufig wiederkehrenden Hochwasserereignissen Zunahmen der Hochwasserabflüsse bis zum Ende des Jahrhunderts um bis zu 75 Prozent möglich. Bei den seltenen Ereignissen, die statistisch gesehen einmal in hundert Jahren oder seltener auftreten, können Abflusserhöhungen von bis zu 25 Prozent auftreten. Je kleiner das Wiederkehrintervall bzw. je größer die Eintretenswahrscheinlichkeit, desto höher wird die Zunahme erwartet. Dies bedeutet, dass dort die kritischen Pegel zukünftig häufiger erreicht und überschritten werden könnten. Einführung 9

12 ibelbund2010 rfibelbund :40 11:40 Uhr Uhr Seite Seite Wetterextrem Wetterextrem Starkniederschlag Starkniederschlag Wetterextrem Wetterextrem Trockenheit Trockenheit Wetterextrem Starkniederschlag gemeinsam; gemeinsam; Die Zunahme kein der kein Hochwasserabflüsse Modell Modell kann kann das das um komplexe einen komplexe bestimmten Prozentsatz bedeutet in in seiner seiner aber Gesamtheit nicht Gesamtheit bei jedem abbilden. Pegel abbilden. gleichen Wasserstandsanstieg. Jeder Pegel hat seine eigene Klimageschehen Klimageschehen Zudem Zudem ist ist es es für für die die Modellierung Modellierung zukünftiger zukünftiger Charakteristik. Je nach Form des Gewässerquerschnitts am klimatischer klimatischer Verhältnisse Verhältnisse erforderlich, erforderlich, Annahmemen Annah- Pegel nimmt der Abfluss mit steigendem Wasserstand unterschiedlich und und Vereinfachungen Vereinfachungen zu. Die Beziehung von zu zu treffen, treffen, Wasserstand durch durch zu Abfluss die die am die Pegel die Rechenergebnisse wird Pegelkurve genannt. immer immer Eine mit beispielhafte mit Unsicherheiteheitewertung behaftet behaftet verschiedener sind. sind. Pegelkurven Unterschiedliche Unterschiedliche an unterschiedlichen Annah- Annah- Unsicher- Ausmemen Gewässern in in der der in Modellierung Süddeutschland Modellierung erschweren zeigte erschweren einen möglichen zudem zudeman- stieg des Wasserstands um durchschnittlich ca. 0,5 bis 1,2 die die Vergleichbarkeit Vergleichbarkeit der der Ergebnisse. Ergebnisse. Metern bei den häufig wiederkehrenden Hochwasserereignissen, Hochwasser Hochwasser die statistisch im im alle Binnenland Binnenland fünf Jahre bis alle ist ist 20 die die Jahre Folge Folge eintreten, Niederschlägen. Niederschlägen. von von und eine mögliche Erhöhung Im Im ersten ersten von Grundsatz Grundsatz durchschnittlich gilt: gilt: ca. Mehr Mehr 0,2 bis Wärme 0,6 Wärme Metern bedeutet bedeutet bei den seltenen mehr mehr Energie Hochwasserereignissen Energie bedeutet bedeutet mehr mehr mit einem Feuchtigkeitsumsatz. Wiederkehrintervall von Nach Nach hundert Einschätzungegen der der für für Deutschland Deutschland vorliegenden vorliegenden regio- regio- Einschätzun- Jahren und mehr. Für ganz extreme Ereignisse ab einem statistischen Wiederkehrintervall von tausend Jahren wird keine Erhöhung erwartet. nalen nalen Klimamodelle Klimamodelle werden werden sich sich die die Niederschlägschläge im im jahreszeitlichen jahreszeitlichen Verlauf Verlauf verschieben. verschieben. Nieder- Im Im Bei Winter Winter aktuellen wird wird Hochwasserschutzplanungen es es voraussichtlich voraussichtlich mehr mehr wird Niederschlägschlägentwicklung geben, geben, von allerdings den allerdings Planern weniger bereits weniger berücksichtigt, Schnee. Schnee. Imsei Imes Sommer Sommer durch entsprechende hingegen hingegen wird Zuschläge, wird es es in sei in der es der Gesamtbilanz durch Gesamtbilanz entsprechen- Nieder- die Klima- vielerorts de Vorbereitungen trockener, für spätere wodurch Anpassungen. andere Das Probleme bedeutet vielerorts trockener, wodurch andere Probleme aber nicht, dass alle Schutzeinrichtungen in den kommenden Jahren mitwachsen werden. Mancherorts werden die zu zu erwarten erwarten sind. sind. Die Die Prognosen Prognosen zum zum Niederschlaschlag beziehen sich dabei auf die lang anhal- Nieder- vorhandenen beziehen Schutzgrade sich dabei rechnerisch auf die auch lang abnehmen. anhaltendetenden Tiefdruckniederschläge. Zu Zu den den Veränderungederungen An den Küsten der der Häufigkeiten ist Häufigkeiten aufgrund des und sich und abzeichnenden Intensitäten Intensitäten Klima- der der Verän- Starkniederschläge wandels mit verschiedenen im im Sommer Veränderungen Sommer geben geben zu die rechnen, die die Klimamodelle Auswirkungen auf derzeit die Hochwassersituation noch keine Antwort. haben können. Klimamodelle derzeit noch keine Antwort. Die Die Dazu zählen der Anstieg des Meeresspiegels, die Zunahme Klimaprognosen Klimaprognosen sind für die einzelnen Regionen in Deutschland zum Teil recht unterschied- der Wellenenergie, sind die Veränderung für die einzelnen der Strömungsverhältnisse, in Deutschland Tideänderungen zum und die Teil Intensivierung recht unterschied- der Sturmtä- Regionelichlichtigkeit. Großwetterlagen Großwetterlagen Bereits heute werden werden werden mögliche sich sich Auswirkungen verändern verändern von oder oder Klimaänderungen verschieben. verschieben. bei Deshalb der Deshalb Planung ist ist es sorgfältig es schwer, schwer, abgewogen eine eine allgemeine allgemeine Aussage Aussage über über die die Folgen Folgen des des Klimawandelwandels auf auf das das Hochwassergeschehen in in Klima- Deutschland Deutschland 10 Einführung zu zu geben. geben. In In Süddeutschland Süddeutschland zum zum Beispiel Beispiel sind sind bei bei den häufig wiederkehrenden Hochwasserereig- Wetterextrem Trockenheit zent und zent berücksichtigt. möglich. möglich. Bei Zum Bei den den Beispiel seltenen seltenen werden Ereignissen, Ereignissen, Küstenschutzanlagen statistisch aus Gründen gesehen gesehen der Sicherheitsvorsorge einmal einmal in in hundert hundert so ausgelegt, Jahren Jahren die die statistisch dass ein Meeresspiegelanstieg von 30 bis 50 cm in hundert oder oder seltener seltener auftreten, auftreten, können können Abflusserhöhungehungen von von bis bis zu zu Prozent Prozent auftreten. auftreten. Je Je klei- klei- Abflusserhö- Jahren möglich wäre, obwohl im letzten Jahrhundert nur 10 bis 20 cm zu beobachten waren. Die tatsächlich eintretenden das das ner ner Entwicklungen Wiederkehrintervall werden fortlaufend bzw. bzw. je je beobachtet größer größer und die ausgewertet die Eintretenswahrscheinlichkeit, damit zeitnah die ggf. nötigen desto Maßnahmen desto höher höher ergriffen wird die werden die Zunahme Zunahme können, erwartet. um erwartet. das heutige Dies Dies Schutzniveau bedeutet, bedeutet, auf- dass dass wird dort recht dort die erhalten die kritischen kritischen zu können. Pegel Pegel zukünftig zukünftig häufiger häufiger erreicht erreicht und und überschritten überschritten werden werden könnten. könnten. Das Forschungsvorhaben KLIWAS des BMVBS befasst sich damit, die Die Die Bandbreite Zunahme Zunahme der der der zu erwartenden Hochwasserabflüsse hydrologischen um um Veränderungen einen einen bestimmten bestimmten an den Wasserstraßen Prozentsatz Prozentsatz und an bedeutet bedeutet der Küste in aber Deutschland aber nicht nicht bei wissenschaftlich bei jedem jedem Pegel Pegel belastbar den den gleichen zu gleichen erfassen. Wasserstandsanstieggebnissstandsanstieg. werden wichtige Jeder Jeder Pegel Grundlagen Pegel hat hat seine für seine die eigene Weiterent- eigene Wasser- Die Erwicklung des Hochwasserschutzes liefern. Charakteristik. Charakteristik. Je Je nach nach Form Form des des Gewässerquerschnittschnitts am am Pegel Pegel nimmt nimmt der der Abfluss Abfluss mit mit stei- stei- Gewässerquer- Strategien zur Hochwasservorsorge gendem gendem Wasserstand Wasserstand unterschiedlich unterschiedlich zu. zu. Die Die Beziehung von Wasserstand zu Abfluss am wirtschaftliche Beziehung von Entwicklung Wasserstand und der zu Siedlungsdruck Abfluss am Pegel haben Pegel dazu wird wird geführt, Pegelkurve Pegelkurve dass Flussauen genannt. genannt. und Eine Küstengebiete Eine beispielhafte Industrie-, hafte Auswertung Auswertung Gewerbe- und verschiedener verschiedener Siedlungsfläche Pegelkurven sowie Pegelkurven als land- beispiel- als an und an unterschiedlichen forstwirtschaftliche Fläche Gewässern Gewässern genutzt werden. in in Süddeutschland zeigte einen möglichen Anstieg des Was- Was- Süddeutschland technische zeigte einen Hochwasserschutzanlagen möglichen Anstieg wie des Mauern, Der Schutz durch Deiche, Sperrwerke an der Küste oder Hochwasserrückhalteanlagen im Binnenland wirkt nur bis zum jeweiligen Beserstandserstands um um durchschnittlich durchschnittlich ca. ca. 0,5 0,5 bis bis 1,2 1,2 Metern Metern bei den häufig Hochmessungshochwasser. bei den häufig Darüber wiederkehrenden hinausgehende Hochwasser Hochwasserereignissen, überfluten die bis dahin die geschützten die statistisch statistisch Gebiete. alle alle Einen fünf fünf absoluten bis alle Hochwasserschutz alle Jahre Jahre eintreten, eintreten, gibt es nicht. und und eine eine mögliche mögliche Jahre Jahre bis Erhöhung Erhöhung von von durchschnittlich durchschnittlich ca. ca. 0,2 0,2 bis bis 0,6 0,6 Bereits Metern 1995 bei wurde den in seltenen der Leitlinie für einen zukunftweisenden Hochwasserschutz der Bund-Länder-Arbeitsge- Metern bei den seltenen Hochwasserereignissen mit mit einem von hundert meinschaft einem Wasser Wiederkehrintervall (LAWA) darauf hingewiesen, von hundert dass ein Jahren Jahren und mehr. Für ganz extreme Ereignisse umfassender und Hochwasserschutz mehr. Für ganz neben extreme dem technischen Ereignisse ab Hochwasserschutz ab einem einem statistischen statistischen auch eine Wiederkehrintervall weitergehende Hochwasser- von von tausend tausend Jahren Jahren wird wird keine keine Erhöhung Erhöhung erwartet. erwartet. Bei Bei aktuellen aktuellen Hochwasserschutzplanungen wird wird die die Klimaentwicklung von von den den Planern Planern gen bereits bereits berücksichtigt, berücksichtigt, sei sei es es durch durch entspre- entsprechende Zuschläge, sei es durch entsprechende

13 :40 Uhr Seite 14 vorsorge beinhalten muss. Die weitergehende Hochwasservorsorge umfasst folgende Einzelstrategien: Die Flächenvorsorge mit dem Ziel, möglichst kein Bauland in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen. Die Bauvorsorge, die Gebäude durch hochwasserangepasste Bauweisen und Nutzungen mögliche Hochwasserüberflutungen schadlos überstehen lässt. Flächenvorsorge Bauvorsorge Die Verhaltensvorsorge, die vor anlaufenden Hochwassern warnt und diese Warnung vor Ort in konkretes schadensminderndes Handeln umsetzt. en mitwachsen e vorhandenen bnehmen. d des sich it verschiede-, die Auswirtion haben g des Meeresenenergie, sverhältnisse, ivierung der rden mögliche ngen bei der nd berücküstenschutzheitsvorsorge egelanstieg en möglich ndert nur 10 bis tatsächlich rden fortlauet damit zeitn ergriffen Schutzniveau Verhaltensvorsorge Risikovorsorge und der Siedschutzanlagen wie Mauern, Deiche, Sperrwerke an der Küste oder Hochwasserrückhalteanlagen im Binnenland wirkt nur bis zum jeweiligen Bemessungshochwasser. Darüber hinausgehende Hochwasser überfluten die bis dahin geschützten Gebiete. Einen absoluten Hochwasserschutz gibt es nicht. Bereits 1995 wurde in der Leitlinie für einen zukunftweisenden Hochwasserschutz der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) darauf hingewiesen, dass ein umfassender Hochwasserschutz neben dem technischen Hochwasserschutz auch eine weitergehende Hochwasservorsorge beinhalten muss. Die weitergehende Hochwasservorsorge umfasst folgende Einzelstrategien: Die Risikovorsorge, die finanzielle Vorsorge für den Fall trifft, dass trotz aller vorgenannten Strategien ein Hochwasserschaden eintritt. KLIWAS des ndbreite der Veränderunn der Küste belastbar zu wichtige icklung des Die Flächenvorsorge mit dem Ziel, möglichst kein Bauland in hochwassergefährdeten Gebieten auszuweisen. Die Bauvorsorge, die Gebäude durch hochwasserangepasste Bauweisen und Nutzungen mögliche Hochwasserüberflutungen schadlos überstehen lässt. orge Die Verhaltensvorsorge, die vor anlaufenden Hochwassern warnt und diese Warnung vor Ort in konkretes schadensminderndes Handeln Einführung 11

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15 Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger Teil A Das Wissen um die Einwirkungen von Wasser auf Bauwerke und deren Ausrüstung und die Kenntnis über um das Hochwassergeschehen sind Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger Grundvoraussetzung für eine effektive Bau- und Verhaltensvorsorge. Die überwiegende Anzahl der hier gegebenen Empfehlungen beziehen sich auf bestehende Gebäude. Wo immer möglich sollten bei der Wahl Das Wissen um die Einwirkungen von Wasser auf Bauwerke und deren Ausrüstung und die Kenntnis neuer über um Siedlungsstandorte das Hochwassergeschehen sind hochwassergefährdete Grundvoraussetzung für eine effektive Flächen Bau- gemieden und Verhaltensvorsorge. Die überwiegende Anzahl der hier gegebenen Empfehlungen beziehen sich auf bestehende Gebäude. Wo immer möglich sollten bei der Wahl neuer Siedlungsstandorte hochwassergefährde- werden. Als hochwassergefährdet können dabei alle Flächen angesehen werden, te Flächen die gemieden im Hochwasserfall werden. Als hochwassergefährdet nass werden können dabei können; alle Flächen also angesehen auch Flächen, werden, die im Hochwasserfall nass werden können; also auch Flächen, die jenseits von gesetzlichen Überschwemmungsgebieten liegen. Die nachfolgenden technischen Darstellungen stellen beispielhafte die jenseits von gesetzlichen Überschwemmungsgebieten liegen. Die Möglichkeiten nachfolgenden dar. Im Einzelfall technischen empfiehlt es sich Darstellungen einen fachkundigen stellen Planer einzuschalten. beispielhafte Möglichkeiten dar. Im Einzelfall empfiehlt es sich einen fachkundigen Planer einzuschalten. Private Hochwasservorsorge Private Hochwasservorsorge Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 13

16 1 Einwirkungen von Hochwasser auf Gebäude 1 Einwirkungen von Hochwasser 1.1 Eindringen von Wasser in Gebäude 1.2 Wasserdruck und Auftrieb auf Das Eindringen von Wasser in Gebäude führt im Allgemeinen nicht zu einer Gefährdung seiner Standsicherheit, jedoch zu nachhaltigen Schäden am Gebäude (z. B. an Türen, 1.1 Eindringen von Wasser in Gebäude Fenstern, Haustechnik, Putz, Tapeten, Das Eindringen von Wasser in Gebäude führt im Allgemeinen nicht zu einer Gefährdung seiner Standsicherheit, je- Bodenbeläge) und an der Inneneinrichtung. Ziel gebäudebezogener Schutzmaßnahmen doch zu nachhaltigen Schäden am Gebäude (z. B. an Türen, sollte daher sein, das Eindringen von Fenstern, Haustechnik, Putz, Tapeten, Bodenbeläge) und an Wasser in das Gebäude zu verhindern oder der Inneneinrichtung. Ziel gebäudebezogener Schutzmaßnahmen sollte daher sein, das Eindringen von Wasser in das zumindest zu begrenzen, solange noch eine ausreichende Gebäudestandsicherheit gegeben Gebäude zu verhindern oder zumindest zu begrenzen, solange noch ist. Grundsätzlich werden untenstehende Wege eine ausreichende des Wassereintritts Gebäudestandsicherheit in Gebäude gegeben ist. Grundsätzlich im Falle eines werden Hochwasserereignisses untenstehende Wege unterschieden. in Gebäude im Falle eines Hochwasserereig- des Wassereintritts nisses unterschieden. Wassereintrittsmöglichkeiten bei Gebäuden Wassereintrittsmöglichkeiten bei Gebäuden Hochwasser Geländeoberkante Eindringen von Grundwasser durch Kellerwände/-sohle Eindringen von Rückstauwasser durch Kanalisation Eindringen von Grundwasser durch Umläufigkeiten bei Hausanschlüssen (Rohrwege, Kabel sind i.d.r. nicht druckwasserdicht in das Mauerwerk eingebettet) oder durch undichte Fugen Eindringen von Oberflächenwasser durch Lichtschächte und Kellerfenster Eindringen von Oberflächenwasser infolge Durchsickerung der Außenwand Eindringen von Oberflächenwasser durch Tür-/Fensteröffnungen Steigt das Grundwasser über das Niveau der Gründungssohle, entstehen Wasserdruck und Auftriebskräfte am Gebäude. Die Größe der Auftriebskraft hängt von dem durch das Gebäude 1.2 Wasserdruck und Auftrieb verdrängten Wasservolumen ab und somit Steigt das Grundwasser über das Niveau der Gründungssohle, entstehen Wasserdruck und Auftriebskräfte am Ge- von der Höhe des Wasserstandes. Die Auftriebskraft nimmt mit dem steigenden Wasserstand bäude. Die Größe der Auftriebskraft hängt von dem durch und dem verdrängten Wasservolumen zu. das Gebäude verdrängten Wasservolumen ab und somit Wird die Auftriebskraft größer als die von der Höhe des Wasserstandes. Die Auftriebskraft nimmt Summe aller Gebäudelasten, schwimmt das mit dem steigenden Wasserstand und dem verdrängten Gebäude auf. Im ungünstigsten Fall kann Wasservolumen zu. das Gebäude dabei zerstört werden. Deshalb muss die Gebäudestandsicherheit zu jeder Wird Zeit die also Auftriebskraft auch bei höchsten größer als Hochwasserereignissen schwimmt gewährleistet das Gebäude sein. auf. Im ungünstigsten die Summe aller Gebäudelasten, Fall kann Insbesondere das Gebäude in dabei der Bauphase zerstört werden. können Deshalb muss die sich Gebäudestandsicherheit kritische Zustände ergeben, zu jeder wenn Zeit die also auch bei höchsten Gebäudelasten Hochwasserereignissen noch gering sind. gewährleistet Deshalb sein. die Bauausführung so zu planen, dass gefährdete Bauabschnitte in der Bauphase wie z. B. nach können Fertig- sich kritische Zu- Insbesondere stände stellung ergeben, der Gründung wenn die nicht Gebäudelasten mit Jahreszeit noch gering sind. Deshalb typischen ist die Hochwassern Bauausführung in den so Winter- zu planen, undass gefährdete Frühjahrsmonaten Bauabschnitte wie zusammenfallen. z. B. nach Fertigstellung Vorsorglich nicht sollte mit die Möglichkeit Jahreszeit typischen einer Flutung Hochwassern des in den der Gründung Winter- Gebäudes und eingeplant Frühjahrsmonaten werden. zusammenfallen. Vorsorglich sollte die Möglichkeit einer Flutung des Gebäudes eingeplant Achtung: werden. Wasserdichte Gebäude mit wenigen Geschossen haben normalerweise nicht Achtung: das gegen Wasserdichte Auftrieb Gebäude erforderliche mit wenigen Geschossen Eigengewicht. haben normalerweise nicht das gegen Auftrieb erforderliche Eigengewicht. Darüber hinaus entstehen zusätzliche Beanspruchungen Darüber hinaus aus entstehen dem Wasserdruck zusätzliche Beanspruchungen auf die aus Gründungssohle dem Wasserdruck und auf die die Seitenwände. Gründungssohle Häufig und die Seitenwände. Häufig sind die Gebäude nicht für solche Belas- sind die Gebäude nicht für solche Belastungen ausgelegt. Bei Hochwasser können dann die tungen ausgelegt. Bei Hochwasser können dann die Seitenwände eingedrückt und/oder die Sohle beschädigt werden. Seitenwände eingedrückt und / oder die Sohle beschädigt werden. Wassereintrittsmöglichkeiten bei Gebäuden 14 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

17 Gefahr des Aufschwimmens: Auftriebskraft Gebäudelasten Gefahr Hochwasser des Aufschwimmens: Auftriebskraft Hohes Gebäudelasten Grundwasser Hochwasser Hohes Grundwasser 1.3 Maßnahmen gegen Auftrieb 1.3 Maßnahmen gegen Auftrieb Ausreichende Gebäudelasten, Wand- / Sohlendimensionierung Ausreichende Gebäudelasten, Wand- / Sohlendimensionierung Nur geringfügig eingestaute Gebäude haben in 1.3 der Regel Maßnahmen eine ausreichende gegen Auftrieb Auftriebssicherheit. Es sollte aber unbedingt eine statische Nur geringfügig eingestaute Gebäude haben in der Regel Ausreichende eine ausreichende Gebäudelasten, Auftriebssicherheit. Es sollte aber unbedingt eine statische Wand-/ Überprüfung Sohlendimensionierung der Auftriebssicherheit durch den Planer für jedes gefährdete Gebäude erfolgen. Überprüfung der Auftriebssicherheit durch den Nur geringfügig Neben der eingestaute Auftriebssicherheit Gebäude haben des in der Gesamtgebäudes eine ausreichende müssen Auftriebssicherheit. auch die einzelnen Es sollte Gebäude- aber unbe- Regel Planer für jedes gefährdete Gebäude erfolgen. dingt eine Neben statische der Auftriebssicherheit Überprüfung der Auftriebssicherheit des Gesamtgebäudes durch den Planer müssen für jedes auch gefährdete die einzelnen Gebäude Gebäude- erfolgen. teile auf den erhöhten Wasserdruck bemessen sein. Deshalb sind im Allgemeinen Kellerwändteile auf den erhöhten Wasserdruck bemessen Neben der und Auftriebssicherheit Gründungssohlen desgesamtgebäudes in Stahlbeton sein. Deshalb sind im Allgemeinen Kellerwände und Gründungssohlen in Stahlbeton müssen auszuführen. auch die einzelnen Außerdem Gebäudeteile ist die auf den Gründungssohle erhöhten Wasserdruck bemessen ausreichende sein. Deshalb Verankerungen sind im Allgemeinen gegenkeller- auszuführen. Außerdem ist die Gründungssohle durch Aufschwimmen wände und Gründungssohlen oder Aufbrechen in Stahlbeton zu auszuführen. sichern. durch Außerdem ausreichende ist die Gründungssohle Verankerungen durch ausreichende gegen Verankerungen gegen Aufschwimmen oder Aufbrechen oder Aufbrechen zu sichern. zu si- Aufschwimmen Flutung von Gebäuden chern Flutung von Gebäuden Gefährden Flutung Auftrieb von Gebäuden oder Wasserdruck die Gebäudestandsicherheit, kann als einfachste Gefährden Auftrieb oder Wasserdruck die und Gefährden auch Auftrieb kurzfristig oder wirkungsvollste Wasserdruck die Gebäudestandsicherheit, kann als einfachste und kann auch als Gegenmaßnahme das Gebäude teilweise kurzfristig einfachste Gebäudestandsicherheit, oder auch wirkungsvollste auch kurzfristig Gegenmaßnahme wirkungsvollste das Gebäude teilweise Gegen-oder vollständig geflutet werden. Für diesen und maßnahme auch vollständig das geflutet Gebäude werden. teilweise Für diesen oder Fall auch sind Markierungen im geflutet Gebäude (Pegel) werden. hilfreich, Für diesen erforderli- Fall sind Markierungen im Gebäude (Pegel) vollständig hilfreich, che Höhe für die eine die Flutung erforderliche des Gebäudes Höhe anzeigen. für eine Fall sind Markierungen im Gebäude (Pegel) Flutung des Gebäudes anzeigen. hilfreich, die die erforderliche Höhe für eine Eine Flutung Eine Flutung mit sauberem mit Wasser sauberem kann Wasser Folgeschäden kannver- ringern. Die des nebenstehende Gebäudes anzeigen. Flutung Folgeschäden verringern. Abbildung Die nebenstehende veranschaulicht das Kräfteverhältnis Eine Flutung bei Wasserverdrängung mit sauberem Wasser und Flutung. kann Abbildung veranschaulicht das Kräfteverhältnis bei Wasserverdrängung und Flutung. Folgeschäden Durch eine Flutung verringern. wird im Gebäudeinneren Die nebenstehende ein Gegendruck aufgebaut, veranschaulicht der die von außen das auf Kräftever- das Gebäude wir- Abbildung Durch kenden eine Kräfte Flutung deutlich reduziert. wird im Zusätzlich Gebäudeinneren wird die Gebäudelast Gegendruck um das Gewicht aufgebaut, des Wassers der die erhöht. von außen hältnis bei Wasserverdrängung und Flutung. ein Durch eine Flutung wird im Gebäudeinneren auf das Gebäude wirkenden Kräfte deutlich ein Gegendruck reduziert. Fazit: Flutung Zusätzlich reduziert aufgebaut, wird die resultierenden der die von außen die Gebäudelast um auf das Belastungen Gebäude auf das wirkenden Gebäude. Kräfte deutlich das Gewicht des Wassers erhöht. reduziert. Zusätzlich wird die Gebäudelast um das Gewicht des Wassers erhöht. Fazit: Flutung reduziert die resultierenden Belastungen auf das Gebäude. Fazit: Flutung reduziert die resultierenden Belastungen auf das Gebäude. Hochwasser Hochwasser Wasserdruck auf die Wasserdruck Außenwand auf die Außenwand Hochwasser Hochwasser Wasserdruck auf die Wasserdruck Außenwand auf die Außenwand Summe aller Gebäudelasten Summe aller Gebäudelasten Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Gefahr des Aufschwimmens: Auftriebskraft Gebäudelasten Summe aller Gebäudelasten Erhöhung des Gegendrucks Erhöhung durch teilweise des Gegendrucks Flutung durch teilweise Flutung Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Sohlwasserdruck (Auftriebskraft) Wasserdruck auf die Wasserdruck Außenwand auf die Außenwand Erhöhung des Gegendrucks durch teilweise Flutung des Gebäudes Erhöhung des Gegendrucks durch teilweise Flutung des Gebäudes Erhöhung des Gegendrucks durch teilweise Flutung des Gebäudes Erhöhung Hochwasser des Gegendrucks durch teilweise Flutung Hochwasser des Gebäudes mit ungeflutetem mit geflutetem Hochwasser Gebäude Hochwasser Gebäude mit ungeflutetem mit geflutetem Gebäude Gebäude Summe aller Gebäudelasten Geländeoberkante Geländeoberkante Geländeoberkante Geländeoberkante Wasserdruck auf die Wasserdruck Außenwand auf die Außenwand Erhöhung des Gegendrucks durch teilweise Flutung des Gebäudes Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 15

18 Zerstörung von flussnah gelegenen Gebäuden durch Unterspülung der Fundamente Hochwasser Zerstörung von flussnah gelegenen Gebäuden durch Unterspülung der Fundamente Schutzmaßnahmen gegen Unterspülung bei flussnah gelegenen Gebäuden Schutzmaßnahmen Schutzmaßnahmen gegen gegen Unterspülung Unterspülung bei flussnah gelegenen Gebäuden bei flussnah gelegenen Gebäuden Schutzmaßnahmen gegen Unterspülung bei flussnah gelegenen Gebäuden Hochwasser Hochwasser 1 m Bei erosionsgefährdeten Böden sollte die Fundamentunterkante 1 m tiefer liegen als die zu erwartende Erosionsbasis 1 m Bei erosionsgefährdeten Böden sollte die Fundamentunterkante 1 m tiefer liegen als die zu erwartende Erosionsbasis Schutzmaßnahmen gegen Unterspülung bei flussnah gelegenen Gebäuden 1.4 Strömung 1.4 Strömung 1.4 Strömung Flussnah gelegene Gebäude werden zusätzlich durch gelegene die Gewässerströmung Gebäude werden beansprucht. zusätzlich durch die Flussnah Gewässerströmung Starke Flussnah Strömungen gelegene beansprucht. können Gebäude insbesondere Starke werden Strömungen zusätzlich geringer durch kleine, die Tiefe Gewässerströmung in gegründete geringer Tiefe Gebäude gegründete beansprucht. Ge- können kleine, insbesondere bäude zum Einsturz zum Starke Einsturz Strömungen bringen bringen und mit und können sich mit reißen. sich insbesondere reißen. Mitgeführtes kleine, Treibgut Treibgut in kann geringer kann die Situation die Tiefe Situation gegründete zusätzlich zusätz-verschärfen. Gebäude Mitgelich verschärfen. zum Einsturz bringen und mit sich reißen. Mitgeführtes Der Austrag von Bodenteilchen Treibgut von Bodenteilchen kann aus die dem Situation aus Bodengefüge dem zusätz- bei Der Austrag nicht Bodengefüge befestigten lich verschärfen. bei Flächen nicht befestigten kann zu Hohlräumen Flächen im Baugrund kann zu führen Hohlräumen Der und Austrag nachfolgend im Baugrund von Gebäudeschäden Bodenteilchen führen und aus durch dem Unterspülungen nachfolgend Gebäudeschäden Bodengefüge und Setzungen bei nicht bis durch befestigten hin Unterspülungen und zu Grundbrüchen Flächen verursachen. kann zu Deshalb Setzungen Hohlräumen sollte bei bis im erosionsgefährdeten hin zu Grundbrüchen Baugrund führen Böden und die Fundamentunterkante verursachen. Deshalb nachfolgend Gebäudeschäden 1 sollte m tiefer bei liegen erosionsgefährdeten Böden die Fundamentunterkante durch als die Unterspülungen liegen als und die zu Setzungen erwartende bis Erosions- hin zu Grundbrü- zu erwartende Erosionsbasis. Bei bestehenden Gebäuden kann 1 m tiefer durch eine nachträglich vorgesetzte Betonwand die Gefahr basis. chen Bei bestehenden verursachen. Gebäuden Deshalbkann sollte durch bei erosionsgefährdeten vorgesetzte Böden die Betonwand Fundamentunterkante des Unterspülens der Fundamente vermindert werden. eine nachträglich die Gefahr 1 m tiefer des Unterspülens liegen als die der zu Fundamente erwartende Erosionsbasis. werden. Bei bestehenden Gebäuden kann durch vermindert eine nachträglich vorgesetzte Betonwand die Gefahr des Unterspülens der Fundamente vermindert werden. 16 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

19 2 Schutz vor Oberflächenwasser der Gebäude vor Oberflächenwasser 2 Schutz der Gebäude vor Oberflächenwasser In hochwassergefährdeten Gebieten können Gebäude auf unterschiedliche Weise (Bau- und Verhaltensvorsorge) gegen das Eindringen von Oberflächenwasser geschützt werden: Schutzanlagen (Wassersperren) im Außenbereich zur Verhinderung des Zuströmens von Wasser zum Gebäude (nur sinnvoll, wenn kein Grundwasser eindringen kann) Abdichtungs- und Schutzmaßnahmen unmittelbar am Gebäude zur Verhinderung des Eindringens von Wasser in das Gebäude Um zu verhindern, dass das Wasser zum Gebäude zuströmen kann, ist dieses z. B. durch ein umlaufendes Hochwasserschutzbauwerk zu sichern. Je nach Art und Lage des zu schützenden Gebäudes können in Abhängigkeit des zu erwartenden Hochwasserstands stationäre Hochwasserschutzanlagen bzw. teilmobile oder mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt werden. Stationäre Hochwasserschutzanlagen, wie z. B. Erddämme, Mauern oder Spundwände, stellen eigenständige Hochwasserschutzbauwerke dar, die speziell für ihren Anwendungsbereich auszulegen und zu planen sind. Allerdings bedeuten sie gleichzeitig eine Beeinträchtigung der Grundstücksnutzung, einen dauerhaften Eingriff in das Stadtoder Landschaftsbild und können ein verkehrstechnisches Hindernis sein. Teilmobile Hochwasserschutzwände sind im allgemeinen mobile Dammbalkensysteme in Kombination mit einer ortsfesten Halterungskonstruktion, z. B. eingelassenen Fundamenten zur Verankerung der Hochwasserschutzwand oder fest installierten Stützen mit Führungsschienen zur Aufnahme der Dammbalken. Auch hier gilt, dass nur dann ein wirksamer Hochwasserschutz gewährleistet werden kann, wenn keine Umströmung (Oberflächenwasser oder ansteigendes Grundwasser) und kein Rückstau aus dem Kanalnetz stattfindet. Ein Sandsackwall kann bereits sehr wirkungsvoll sein. Ein Sandsackwall kann bereits sehr wirkungsvoll sein. Objektschutz an Gebäudeöffnungen Ein Sandsackwall kann bereits sehr wirkungsvoll sein. Objektschutz an Gebäudeöffnungen Objektschutz an Gebäudeöffnungen In hochwassergefährdeten Gebieten können Gebäude auf unterschiedliche Weise (Bau- In hochwassergefährdeten Gebieten können und Verhaltensvorsorge) gegen das Eindringen Gebäude auf unterschiedliche Weise (Bauvon Oberflächenwasser geschützt werden: und Verhaltensvorsorge) gegen das Eindringen von Oberflächenwasser geschützt werden: Schutzanlagen (Wassersperren) im Außenbereich zur Verhinderung des Schutzanlagen (Wassersperren) im Zuströmens von Wasser zum Gebäude Außenbereich zur Verhinderung des (nur sinnvoll, wenn kein Grundwasser Zuströmens von Wasser zum Gebäude eindringen kann) (nur sinnvoll, wenn kein Grundwasser Abdichtungs- und Schutzmaßnahmen eindringen kann) unmittelbar am Gebäude zur Verhinderung des Eindringens von Wasser in Abdichtungs- und Schutzmaßnahmen unmittelbar am Gebäude zur Verhinderung des Eindringens von Wasser in das Gebäude das Gebäude Um zu verhindern, dass das Wasser zum Gebäude zuströmen kann, ist dieses z. B. durch Um zu verhindern, dass das Wasser zum ein umlaufendes Hochwasserschutzbauwerk Gebäude zuströmen kann, ist dieses z. B. durch zu sichern. ein umlaufendes Hochwasserschutzbauwerk Je nach Art und Lage des zu schützenden zu sichern. Gebäudes können in Abhängigkeit des zu erwartenden Hochwasserstands stationäre Hochwas- Je nach Art und Lage des zu schützenden Gebäudes können in Abhängigkeit des zu erwartenden Hochwasserstands stationäre Hochwasserschutzanlagen bzw. teilmobile oder mobile Hochwasserschutzwände eingesetzt werden. serschutzanlagen bzw. teilmobile oder mobile Stationäre Hochwasserschutzanlagen, Hochwasserschutzwände eingesetzt werden. wie z. B. Erddämme, Mauern oder Spundwände, Stationäre Hochwasserschutzanlagen, stellen eigenständige Hochwasserschutzbauwerke dar, die speziell für ihren Anwendungs- wie z. B. Erddämme, Mauern oder Spundwände, stellen eigenständige Hochwasserschutzbauwerke dar, die speziell für ihren Anwendungsbereich auszulegen und zu planen sind. Allerdings bedeuten sie gleichzeitig eine Beeinträchtigung der Grundstücksnutzung, einen bereich auszulegen und zu planen sind. Allerdings bedeuten sie gleichzeitig eine Beeinträchtigung der Grundstücksnutzung, einen dauerhaften Eingriff in das Stadt- oder Landschaftsbild und können ein verkehrstechnisches dauerhaften Eingriff in das Stadt- oder Landschaftsbild und können ein verkehrstechnisches Hindernis sein. Teilmobile Hochwasserschutzwände sind Hindernis sein. im allgemeinen mobile Dammbalkensysteme Teilmobile Hochwasserschutzwände sind in Kombination mit einer ortsfesten Halterungskonstruktion, z. B. eingelassenen Funda- im allgemeinen mobile Dammbalkensysteme in Kombination mit einer ortsfesten Halterungskonstruktion, z. B. eingelassenen menten zur Verankerung der Hochwasser- Funda- samer Mobile Hochwasserschutzwände bestehen gewährleistet aus transportablen Schutzelementen, werde kann, wenn keine meist Umströmung Dammbalken, die aus (Oberflächenwasser 2,5 m aufgestellt oder bzw. ansteigendes übereinander gestapelt Grundwasser) werden und statischen Gründen Hochwasserschutz nur bis zu einer maximalen gewährleistet Wandhöhe von werde samer kann, wenn keine Umströmung (Oberflächenwassegewandten oder Seite durch ansteigendes eine Stahlkonstruktion Grundwasser) rückwärtig und kein sollten. Rückstau Meist werden sie aus zusätzlich dem auf Kanalnetz der dem Wasser stattfindet. ab- abgestützt. Mobile Deutlich Hochwasserschutzwände größere Wandhöhen sind aufgrund derbeste- hen steigenden aus Wasserdruckbelastungen transportablen Schutzelementen, technisch nicht sinn- meis kein Rückstau aus dem Kanalnetz stattfindet. voll. Beim Mobile Schutz von Hochwasserschutzwände einzelnen Gebäuden bietet sich die bestehen aus transportablen Schutzelementen, meis Dammbalken, die aus statischen Gründen nur rückwärtige Abstützung der Hochwasserschutzwand gegen bis das Gebäude zu einer selbst maximalen an. Wandhöhe von 2,5 m Dammbalken, die aus statischen Gründen nur aufgestellt bzw. übereinander gestapelt werden sollten. Meist werden sie zusätzlich auf der bis zu einer maximalen Wandhöhe von 2,5 m aufgestellt bzw. übereinander gestapelt werden sollten. Meist werden sie zusätzlich auf der dem Wasser abgewandten Seite durch eine Stahlkonstruktion rückwärtig abgestützt. Deut dem Wasser abgewandten Seite durch eine lich größere Wandhöhen sind aufgrund der Stahlkonstruktion rückwärtig abgestützt. Deut steigenden Wasserdruckbelastungen technisc lich Teil A: größere Bau- und Verhaltensvorsorge Wandhöhen für betroffene sind Bürger aufgrund 17 der nicht sinnvoll. Beim Schutz von einzelnen steigenden Wasserdruckbelastungen technisc

20 Hochwasserfibelbund :40 Uhr Seite 20 Hochwasserfibelbund :40 Uhr Seite TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER 14 TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER Hochwasserschutztor mit Dammbalken Hochwasserschutztor mit Dammbalken Grundregel: Ein Einsatz von Hochwasserschutzwänden ist nur dann sinnvoll, wenn gleichzeitig ein ausreichender Schutz gegenüber eindringendem Grundwasser und Rückstauwasser aus der Kanalisation besteht. Hochwasserschutztor Umlaufender Hochwasserschutz mit Dammbalken mit teilmobilen Schutzelementen Umlaufender Hochwasserschutz mit teilmobilen Schutzelementen Umlaufender Hochwasserschutz mit teilmobilen Schutzelementen Mit Ausnahme des mobilen Hochwasserschutzes Mit mittels Ausnahme Dammbalken, des mobilen die Hochwasser- auch zur Mit Ausnahme des mobilen Hochwasserschutzes mittels Dammbalken, die auch zur Absicherung von Tür- und Toröffnungeschutzes Absicherung geeignet mittels von sind, Dammbalken, Tür- werden und Toröffnungen aufwändige die auch stationäre zur geeignet sind, teilmobile werden Systeme von aufwändige Tür- wegen und ihrer Toröffnungen hohen stationäre Investitions- oder geeig- oder Absicherung kosten net teilmobile sind, überwiegend werden Systeme im aufwändige Rahmen wegen der ihrer öffentlichen stationäre hohen Inves- oder der industriellen teilmobile titionskosten Hochwassersicherung Systeme überwiegend wegen ihrer im eingesetzt. Rahmen hohen Investitionskosten öffentlichen oder überwiegend der industriellen im Rahmen Hochwasser- der der Im privaten Bereich kann sich je nach Lage des Gebäudes öffentlichen sicherung eingesetzt. oder der industriellen Hochwassersicherung Im oder privaten eingesetzt. kleinen Erdwällen Bereich anbieten. kann sich Werden je nach nur ge- eine Einfassung und Umschließung des Grundstückes mit Mauern ringe Lage Wasserüberstände des Im Gebäudes privaten Bereich eine erwartet, Einfassung kann ist ggf. sich die Abschottung und je nach des Lage Umschließung Gebäudes Gebäudes durch einen Grundstückes eine kleinen Einfassung Damm mit aus und Sandsäcken Mauern die Umschließung oder einfachste kleinen und Erdwällen preiswerteste des Grundstückes anbieten. Lösung. mit Werden Mauern oder nur geringe kleinen Wasserüberstände Erdwällen anbieten. erwartet, Werden ist Bei den Hochwasserschutzwänden muss mit geringen Undichtigkeiten nur ggf. geringe die Abschottung oder Wasserüberstände des Gebäudes auch Unterläufigkeiten erwartet, durch gerechnet ist werden. ggf. einen Daher die kleinen Abschottung sollten Damm grundsätzlich des aus Gebäudes Sandsäcken Pumpen im durch Außen- die einfachste kleinen und des preiswerteste Damm Gebäudes aus zum Sandsäcken Lösung. Abpumpen des die anfallen- ein- und Innenbereich einen den fachste Wassers Bei und den vorgesehen preiswerteste Hochwasserschutzwänden werden. Lösung. muss mit Bei den geringen Hochwasserschutzwänden Undichtigkeiten oder auch muss Unterläufigkeiten mit geringen gerechnet Undichtigkeiten werden. oder Daher auch 18 Unterläufigkeiten sollten Teil grundsätzlich A: Bau- Verhaltensvorsorge gerechnet Pumpen werden. im für Außen- betroffene Daher Bürger sollten und Innenbereich grundsätzlich des Pumpen Gebäudes im zum Außen- Abpum- Abdichtungs- Grundregel: Schutzmaßnahmen Ein Einsatz von Hochwasserschutzwänden Ein ist Einsatz nur dann von sinnvoll, Hochwasser- wenn am Gebäude selbst sind im Allgemeinen einfacher zu realisieren und damit Grundregel: kostengünstiger als Maßnahmen im Außenbereich. Voraussetzung ist allerdings eine ausreichende Standsicherheit, schutzwänden gleichzeitig ein ist ausreichender nur dann sinnvoll, Schutz wenn gegenüber eindringendem und ausreichender die Wasserdichtigkeit Grundwasser Schutz und der gegen- Au- Wasserbeständigkeit gleichzeitig ßenwände. über Rückstauwasser eindringendem Zur Verhinderung aus der Grundwasser des Kanalisation Eindringens und von besteht. Wasser durch Rückstauwasser Tür- oder Fensteröffnungen aus der Kanalisation bestehen folgende besteht. Sicherungsmöglichkeiten: Abdichtungs- und Schutzmaßnahmen am Abdichtungs- Gebäude selbst und sind Schutzmaßnahmen im Allgemeinen einfacher am Bei nur geringen Wasserüberständen (cm oder dm) Gebäude zu realisieren können Sandsäcke selbst und sind damit einen im ausreichenden Allgemeinen kostengünstiger Schutz einfacher als bieten. zu Maßnahmen realisieren im und Außenbereich. damit kostengünstiger Voraussetzung als Maßnahmen ist Einen allerdings wirkungsvollen im eine Außenbereich. ausreichende Abdichtungsschutz, Voraussetzung Standsicherheit, höheren allerdings Wasserbeständigkeit Wasserständen eine ausreichende (dm- bzw. und m-bereich) die Standsicher- Wasser- bieten auch bei ist Dammbalkensysteme, die unmittelbar vor den Eingangsbereichen in stalliert werden. heit, dichtigkeit Wasserbeständigkeit der Außenwände. und Zur die Verhinderung Wasserdichtigkeit des Eindringens der Außenwände. von Wasser durch Zur Verhinderung Tür- oder des Fensteröffnungen Darüber Eindringens hinaus sind von andere bestehen Wasser Abdichtungssysteme folgende durch Tür- Sicherungsmöglichkeiten: passgenau zugeschnittene bestehen Einsatzelemente folgende für Siche- Ein- oder (z. B. Fensteröffnungen rungsmöglichkeiten: gangs- oder Fensteröffnungen, so genannte Schotts, mit Profildichtungen) Bei nur geringen auf dem Markt Wasserüberständen erhältlich, die ebenfalls bis zu bestimmten Wasserständen einen ausreichenden Schutz vor Wassereintritt gewährleisten. Bei (cm nur oder geringen dm) können Wasserüberständen Sandsäcke einen (cm ausreichenden oder dm) können Schutz Sandsäcke bieten. einen Damit kein ausreichenden Einen Wasser wirkungsvollen durch die Schutz Außenwände bieten. sickern kann, sollte das Gebäude Einen Abdichtungsschutz, wirkungsvollen abgedichtet werden. auch Dabei bei ist höheren zu beachten, dass Hochwasserschutz Abdichtungsschutz, Wasserständen und (dm- Wärmedämmung, auch bzw. bei m-bereich) höheren bauphysikalisch Wasserständen bieten gesehen, Dammbalkensysteme, klassische (dm- Konfliktpunkte bzw. m-bereich) die sind. unmittelbar vor Dammbalkensysteme, den Eingangsbereichen die unmit- in Denn was für den Hochwasserschutz richtig ist (z. B. dichte Materialien, keine Öffnungen) hat für den Wärmeschutz/ bieten Energieeinsparung telbar stalliert vor werden. negative Eingangsbereichen Auswirkungen (keine Belüftung schlechte stalliert Darüber Wasserdampfdiffusion, werden. hinaus sind andere gute Abdichtungs- Wärme- in leitfähigkeit Darüber systeme schlechte (z. hinaus B. Wärmedämmwirkung). passgenau sind andere zugeschnittene Abdichtungssysteme Einsatzelemente der Außenfassade (z. B. passgenau sollten für Eingangs- folgende zugeschnittene Kriterien oder be- Bei der Gestaltung rücksichtigt bzw. gegeneinander abgewogen werden: Einsatzelemente Fensteröffnungen, für so Eingangs- genannte oder Schotts, Fensteröffnungen, mit Profildichtungen) so genannte auf dem Markt Schotts, maximaler Hochwasserstand Hochwasserwahrscheinlichkeit/-häufigkeit mit erhältlich, Profildichtungen) die ebenfalls auf bis dem zu bestimmten Wasserständen an die Wärmeschutz/Energie- ebenfalls einen bis ausreichenden zu bestimm- Markt Anforderungen erhältlich, einsparung ten Schutz Wasserständen vor Wassereintritt einen ausreichenden gewährleisten. Abtrocknungsgeschwindigkeit Schutz vor Wassereintritt nach Durchnässung gewährleisten. Reparaturaufwand eines Systems Damit kein Wasser durch die Außenwände ästhetischer Anspruch an die Fassade Damit sickern kein kann, Wasser sollte durch das Gebäude die Außenwände abgedichtet sickern werden. kann, Dabei sollte ist zu das beachten, Gebäude dass abgedichtet Hochwasserschutz und Dabei Wärmedämmung, ist zu beachten, dass bauphysikalisch Hochwasser- werden. schutz gesehen, und klassische Wärmedämmung, Konfliktpunkte bauphysikalisch sind.

21 Für die Gestaltung des baulichen Hochwasserschutzes müssen jeweils Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Im Falle nicht ausreichend abgedichtete Außenwände ist im Gebäude mit durchsickern dem Wasser zu rechnen. Insbesondere Undich tigkeiten im Bereich von Fugen oder Wandanschlüssen können hier zu einem nennenswerten Wasserandrang führen. Umlaufender Hochwasserschutz mit mobilen Schutzelementen Diese Kriterien gelten für Neu- und Altbauten. Für die Gestaltung des baulichen Hochwasserschutzes müssen jeweils Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Im Falle nicht ausreichend abgedichteter Außenwände ist im Gebäude mit durchsickerndem Wasser zu rechnen. Insbesondere Undichtigkeiten im Bereich von Fugen oder Wandanschlüssen können hier zu einem nennenswerten chwasserfibelbund2010 Wasserandrang führen. 11:40 Uhr Seite 21 Die Verkleidung der Außenhaut mit einem Sperrputz (z. B. Zementputz) oder mit Steinzeugfliesen wirkt wassersperrend. Dabei ist auf eine sorgfältige Bauausführung zu achten. Insbesondere TEIL A: BAU UND erfordert VERHALTENSVORSORGE die Ausbildung von Fugen (Fliesenfugen, Dehnungsfugen) höchste FÜR BETROFFENE BÜRGER Sorgfalt. 15 Außenverkleidungen aus Verblendmauerwerk sind nur bedingt widerstandsfähig gegenüber Stauwasser. Zum einen wird Verblendmauerwerk systembedingt mit einer Luftschicht ausgeführt, die zur Belüftung mit Öffnungen im Sockelbereich versehen sind. Durch diese Öffnungen kann wiederum das Wasser hinter die Mauerschale fließen und von dort die Hintermauerung durchnässen. Zum anderen sind die meisten Verblendsteine nicht wasserdicht (z. B. Hohlraumziegel sowie nicht bzw. bei niedrigen Temperaturen gebrannte Steine). Auf Holzfassaden ist in hochwasser- für den Wärmeschutz / Energieeinsparung negative Auswirkungen (keine Belüftung schlechte gefährdeten Gebieten grundsätzlich zu verzichten. Wasserdampfdiffusion, gute Wärmeleitfähigkeit Bei der schlechte Auswahl der Wärmedämmwirkung). Wärmedämmung ist zu beachten, Bei der dass Gestaltung keine Wasser der aufsaugenden Außenfassade Materialien sollten (z. B. folgende Mineralwollplatten) verwendet werden, denn eine durchnässte Dämmschicht hat eine hohe Wärmeleitfähigkeit und damit keine Kriterien berücksichtigt bzw. gegeneinander abgewogen werden: Dämmwirkung. Auf den Einsatz zweischaliger Wände mit Hinterlüftung ist in hochwassergefährdeten Gebieten sinnvoller maximaler Weise zu verzichten. Hochwasserstand Hochwasserwahrscheinlichkeit / In den -häufigkeit potenziell gefährdeten Sockelbereichen empfiehlt sich die Verwendung von Kunststoffdämmmaterialien mit Anforderungen an den Wärmeschutz / geschlossenzelligem Porenaufbau, die nur relativ geringe Energieeinsparung Wassermengen aufnehmen. Abtrocknungsgeschwindigkeit nach Durchnässung Reparaturaufwand eines Systems ästhetischer Anspruch an die Fassade Diese Kriterien gelten für Neu- und Altbauten. Für die Gestaltung des baulichen Hochwasserschutzes müssen jeweils Einzelfallentscheidungen getroffen werden. Im Falle nicht ausreichend abgedichteter Außenwände ist im Gebäude mit durchsickerndem Wasser zu rechnen. Insbesondere Undich- Umlaufender Hochwasserschutz mit teilmobilen Schutzelementen Hochwasserschutz an Fensteröffnungen Hochwasserschutz an Fensteröffnungen Die Verkleidung der Außenhaut mit einem Sperrputz (z. B. Zementputz) oder mit Steinzeugfliesen wirkt wassersperrend. Dabei ist auf eine sorgfältige Bauausführung zu achten. Insbesondere erfordert die Ausbildung von Fugen (Fliesenfugen, Dehnungsfugen) höchste Sorgfalt. Außenverkleidungen aus Verblendmauerwerk sind nur bedingt widerstandsfähig gegenüber Stauwasser. Zum einen wird Verblendmauerwerk systembedingt mit einer Luftschicht ausgeführt, die zur Belüftung mit Öffnungen im Sockelbereich versehen sind. Durch diese Öffnungen kann wiederum das Wasser hinter die Mauerschale fließen und von dort die Hintermauerung durchnässen. Zum anderen sind die meisten Verblendsteine Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 19 nicht wasserdicht (z. B. Hohlraumziegel sowie nicht bzw. bei niedrigen Temperaturen

22 3 Schutz der Gebäude vor eindringendem Grundwasser Beanspruchungen der Bauwerkssohle und - wände. Man spricht von drückendem Grundwasser. Für diesen Fall gibt die DIN (Bauwerkabdichtungen) technische Hinweise zur Bemessung und Ausführung der Abdichtungsmaßnahmen. Bei drückendem Grundwasser gelten folgende Anforderungen: Die Gebäudeabdichtung ist in der Regel an der Außenseite der Außenwände anzuordnen; sie muss eine geschlossene Bei gut wasserdurchlässigen Bodenarten (z. B. Sande, Kiese) ist im Hochwasserfall mit einem kurzfristigen Ansteigen Wanne bilden oder das Bauwerk allseitig des Grundwasserspiegels umschließen. Ist zu eine rechnen. außenliegende Flussnah kann vereinfacht Dichtung angenommen nicht werden: möglich, Hochwasserstand kann auch = eine Grundwasserstand. innenliegende Abdichtung zum Einsatz kommen. Bei einem Anstieg des Grundwasserspiegels über die Gründungssohle entstehen auf Grund des Wasserdruckes zu- Die Abdichtung ist bei wasserdurchlässigen nichtbindigen Böden (Sand, sätzliche Beanspruchungen der Bauwerkssohle und -wände. Man Kies) spricht mindestens von drückendem 30 cm Grundwasser. über den höchsten die DIN Grundwasserstand, (Bauwerkabdichtungen) bei bindigen techni- Für diesen Fall gibt sche Hinweise Boden zur (Lehm, Bemessung Ton) mindestens und Ausführung 30 der cmabdich- tungsmaßnahmen. über die geplante Bei drückendem Geländeoberflächen Grundwasser gelten zu folgende Anforderungen: führen. Bei Bauwerken im hochwassergefährdeten Gebieten ist der Bemessungswasserstand der Außenwände maßgebend. anzuordnen; sie muss eine ge- Die Gebäudeabdichtung ist in der Regel an der Außenseite schlossene Die Abdichtung Wanne bilden darf oder bei das den Bauwerk zu erwartenden Bauwerksverformungen Ist eine außenliegende Dichtung (Schwinden, nicht allseitig umschließen. möglich, Setzungen) kann auch ihre eine Schutzwirkung innenliegende Abdichtung nicht zum Einsatz kommen. verlieren. Die Abdichtung ist bei wasserdurchlässigen nichtbindigen Böden (Sand, Kies) mindestens 30 cm über den höchsten Grundwasserstand, bei bindigen Boden (Lehm, Ton) mindestens 30 cm über die geplante Geländeoberflächen zu führen. Bei Bauwerken im hochwassergefährdeten Gebieten ist der Bemessungswasserstand maßgebend. Die Abdichtung darf bei den zu erwartenden Bauwerksverformungen (Schwinden, Setzungen) ihre Schutzwirkung nicht verlieren. Als Grundtypen der Gebäudeabdichtung werden die Schwarze Wanne und die Weiße Wanne unterschieden. Als Schwarze Wanne bezeichnet man eine Abdichtung, bei der die betroffenen Gebäudebereiche durch Bitumen- oder Kunststoffbahnen allseitig umschlossen werden. Diese Abdichtung wird im Regelfall als Außendichtung ausgeführt; d. h., dass die Dichtungsbahnen auf der Gebäudeaußenseite angeordnet werden und damit in günstiger Weise gegen die Gebäudewände oder -sohle angedrückt werden. bahnen auf der Gebäudeaußenseite angeordnet werden und damit in günstiger Weise gegen die Gebäudewände oder -sohle angedrückt werden. Technisch weitaus schwieriger und teurer ist es, eine solche Dichtung (nachträglich) auf den Innenseiten des Gebäudes anzubringen (Innendichtung). Hier wird ein zusätzlicher Schwarze Wanne Außendichtung Schwarze Wanne Außendichtung geeignet für komplizierte Gebäudegeometrien (geeignet für komplizierte Gebäudegeometrien) Geländeoberkante höchster Grundwasserstand Ausgleichsschicht (Schutz der Folie gegen Durchstoßen) tragende Wand Dichtungsbahn keine besondere Berücksichtigung von Arbeitsfugen Undichtigkeiten nicht lokalisierbar (Umläufigkeiten), aufwändige Sanierung kann i.d.r. nur unterhalb der Geländeoberkante eingesetzt werden Die Sohle kann nicht nachträglich von Außen abgedichtet werden Schwarze Wanne Außendichtung (geeignet für komplizierte Gebäudegeometrien) Technisch weitaus schwieriger und teurer ist es, eine solche Dichtung (nachträglich) auf den Innenseiten des Gebäudes anzubringen (Innendichtung). Hier wird ein zusätzlicher Innentrog erforderlich, um die auf die Dichtung wirkenden Wasserdrücke statisch abzufangen. Eine Innendichtung gegen drückendes Wasser sollte daher nur in Einzelfällen bei nachträglichen Ertüchtigungen von Altbauten zur Anwendung kommen. Als Weiße Wanne versteht man die Ausbildung der Außenwände und der Bodenplatte als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem (wu) Beton. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich. Bei der Bauausführung muss auf eine sorgfältige Ausführung der Arbeitsfugen geachtet werden. 20 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

23 ochwasserfibelbund :40 Uhr Seite 23 TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER sorgfältige Ausführung von Arbeits- und Dehnungsfugen sorgfältige Planung und Bemessung erforderlich Undichtigkeiten leicht lokalisierbar häufig preiswerter als schwarze Wanne nicht nachträglich realisierbar 17 Schwarze Wanne Innendichtung Schwarze Wanne Innendichtung Innentrog Geländeoberkante erforderlich, um die tragende auf die Wand Dichtung höchster wirkenden Wasserdrücke statisch abzufangen. Grundwasserstand Betontrog Eine Innendichtung gegen drückendes Wasser sollte daher nur in Einzelfällen Dichtungsbahnbei nachträglichen Ertüchtigungen von Altbauten zur Anwendung kommen. Als Weiße Wanne versteht man die Ausbildung der Außenwände und der Bodenplatte als geschlossene Wanne aus wasser- zusätzlicher Innentrog erforderlich undurchlässigem (wu) Beton. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich. Bei der Bauausführung muss auf eine sorgfältige Ausführung der Arbeitsfugen geachtet werden. Als Arbeitsfugen werden die Übergänge von Frischbeton zu bereits erhärteten Beton- Schwarze Wanne Innendichtung Schwarze Wanne Innendichtung Schwarze Wanne Innendichtung Geländeoberkante höchster Grundwasserstand tragende Wand Betontrog Dichtungsbahn platte als geschlossene Wanne aus wasserundurchlässigem (wu) Beton. Zusätzliche Dichtungsbahnen sind nicht erforderlich. Bei der Bauausführung muss auf eine sorgfältige Ausführung der Arbeitsfugen geachtet werden. Als Arbeitsfugen werden die Übergänge von Frischbeton zu bereits erhärteten Betonbauteilen Weiße Wanne bezeichnet. Eine Variante für die wasserdichte Ausführung einer Arbeitsfuge ist die Verwendung eines Arbeitsfugenbandes aus Kunststoff, das je zur Hälfte im bereits ausgehärteten Beton und im Frischbeton eingebunden ist. Unabhängig von der Art der Abdichtung sind Bauwerkssohle und -wände auf Geländeoberkante die zu erwartenden Beanspruchungen tragende Wand aus Wasserdruck höchster zu bemessen. Für die Bauwerkssohle Grundwasserstand aus Stahlbeton bedeutet dies im Allgemeinen den Einbau einer zusätzlichen oberen Bewehrungslage. Arbeitsfugenband Weiße Wanne wasserundurchlässiger Beton sorgfältige Ausführung von Arbeits- und Dehnungsfugen sorgfältige Planung und Bemessung erforderlich Undichtigkeiten leicht lokalisierbar häufig preiswerter als schwarze Wanne nicht nachträglich realisierbar Weiße Wanne bauteilen bezeichnet. Eine Variante für die Als Arbeitsfugen werden die Übergänge von Frischbeton zu wasserdichte Ausführung einer Arbeitsfuge bereits erhärteten Betonbauteilen bezeichnet. Eine Variante ist für die die Verwendung wasserdichte Ausführung eines Arbeitsfugenbandes einer Arbeitsfuge ist die Verwendung aus Kunststoff, eines Arbeitsfugenbandes das je zur Hälfte aus im Kunststoff, bereits das je ausgehärteten zur Hälfte im bereits Beton ausgehärteten und im Frischbeton Beton und im eingebunden eingebunden ist. Unabhängig ist. von der Art der Ab- Frischbetodichtung sind Bauwerkssohle und -wände auf die zu erwartenden Beanspruchungen aus Wasserdruck zu bemessen. Abdichtung sind Bauwerkssohle und -wände auf die zu erwartenden Beanspruchungen aus Für die Bauwerkssohle aus Stahlbeton bedeutet dies im Allgemeinen Wasserdruck den Einbau zu bemessen. einer zusätzlichen Für die oberen Bauwerkssohle aus Stahlbeton bedeutet dies im Allge- Bewehrungslagemeinen den Einbau einer zusätzlichen oberen Bewehrungslage. zusätzlicher Innentrog erforderlich Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 21

24 4 Schutz der Gebäude vor eindringendem 4 Schutz der Gebäude vor eindringendem Kanalisations- Kanalisationswasser (Rückstau) Kanalisationswasser (Rückstau) wasser (Rückstau) 18 TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER 4 Schutz der Gebäude vor eindringendem Im Hochwasserfall steigt der Wasserspiegel Rückstausicherung im Gebäude im Kanalnetz oft an, weil die Kanäle bei Im Hochwasserfall steigt der Wasserspiegel im Kanalnetz Überlastung Im durch Hochwasserfall große Regen- steigt der und Wasserspiegel Grundwassermengen im Kanalnetz (bei undichten oft an, weil Kanälen) die Kanäle bei Rückstausicherung im Gebäude oft an, weil die Kanäle bei Überlastung durch große Regenund Grundwassermengen (bei undichten Kanälen) oder oder durch durch Überlastung den hohen den Wasserstand hohen durch Wasserstand große Regendes Vorfluters des zurück Vorfluterstaut werden. zurück Dieser gestaut Anstieg werden. des Wasserspiegels Dieser Anstieg im Kanal- und Grundwassermengen (bei undichten Kanälen) ge- oder durch den hohen Wasserstand des Vorfluters des netz Wasserspiegels setzt sich durch die im Abflussleitungen Kanalnetz setzt und Hausanschlüsse bis ggf. ins Gebäudeinnere zurück gestaut fort. werden. Dieser Anstieg sich durch die Abflussleitungen und Hausanschlüsse bis ggf. ins Gebäudeinnere fort. Liegen keine des Sicherungseinrichtungen, Wasserspiegels im Kanalnetz wie z. B. Rückstauklappen, Absperrschieber sich durch die oder Abflussleitungen Abwasserhebeanlagen und Hausan- vor, setzt Liegen keine Sicherungseinrichtungen, wie steigt der Wasser-spiegel schlüsse bis im ggf. Leitungsnetz ins Gebäudeinnere des betreffenden fort. z. Gebäudes B. Rückstauklappen, bis Liegen zur Höhe keine des Absperrschieber Sicherungseinrichtungen, Wasserspiegels im Kanalnetz oder wie an. Abwasserhebeanlagen Dies kann zu z. Wasseraustritten B. Rückstauklappen, vor, aus steigt den Absperrschieber Abflüssen der Wasserspiegetäranlagen im o. Abwasserhebeanlagen Leitungsnetz ä. führen. des betreffenden vor, steigt der Wasser- der Sani- oder Gebäudes bis spiegel zur Höhe im Leitungsnetz des Wasserspiegels des betreffenden im Gebäudes bis zur Höhe des Wasserspiegels im Kanalnetz an. Dies kann zu Wasseraustritten Kanalnetz an. Dies kann zu Wasseraustritten aus den Abflüssen der Sanitäranlagen o. ä. aus den Abflüssen der Sanitäranlagen o. ä. führen. führen. Rückstausicherung im Gebäude Schutzmaßnahmen Schutzmaßnahmen bei der Gebäudeentwässerung bei der Gebäudeentwässerung Hochwasserschutzmaßnahmen am am Schmutzwassersystem Entlüftung Entlüftung Druckleitung Druckleitungoberhalb des oberhalb des Hochwassers Hochwassers mobile mobile Hochwasserschutzwand Hochwasserschutzwand Hochwasser Hochwasser Absperrschieber Fäkalienhebeanlage Absperrschieber Fäkalienhebeanlage Absperrschieber Rückschlagklappe (Alternative Absperrschieber 1) Rückschlagklappe (Alternative 1) Grundleitung Schmutzwasser privater Kanalschacht mit privater Kanalschacht mit Durchfluss geschlossenen geschlossenen Durchfluss Grundleitung Schmutzwasser Rückschlagklappe (Alternative 2) Rückschlagklappe (Alternative 2) Druckdeckel Druckdeckel öffentlicher Kanalschacht öffentlicher Kanalschacht Gully Gully gering wasserdurchlässiger Boden gering wasserdurchlässiger Boden Schutzmaßnahmen bei der Gebäudeentwässerung 22 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

25 In hochwassergefährdeten Gebieten mit langen Einstauzeiten und entsprechenden Vorwarnzeiten bieten Absperrschieber gegenüber Rückschlagklappen eine größere Sicherheit. Absperrschieber wirken allerdings nur, wenn sie geschlossen werden. Aus der Abwassertechnik ist der Begriff der Rückstauebene bekannt. Diese markiert das Niveau des maximal möglichen Wasserspiegels im Kanalnetz bei Rückstauereignissen in nicht hochwassergefährdeten Gebieten. Die maßgebliche Rückstauebene wird von der örtlichen Behörde festgelegt. Sofern von dieser die Rückstauebene nicht festgelegt worden ist, gilt als Rückstauebene die Höhe der Straßenoberkante an der Anschlussstelle. In Überschwemmungsgebieten ist mit einem Anstieg des Wasser- Schutzmaßnahmen Schutzmaßnahmen am Kanalsystem am Kanalsystem Schutzmaßnahmen Schutzmaßnahmen am Schmutzwassersystem am spiegels im Leitungsnetz bis zum Hochwasserspiegel zu rechnen, d.h. auch über die Rückstauebene hinaus. In hochwassergefährdeten Gebieten mit langen Einstauzeiten und entsprechenden Vorwarnzeiten bieten Absperrschieber gegenüber und Rückschlagklappen entsprechenden Vorwarnzeiten eine größere bieten Sicher- Absperr- In hochwassergefährdeten Gebieten mit langen Einstauzeiteschiebeheit. Absperrschieber gegenüber Rückschlagklappen wirken allerdings eine größere nur, Sicherheit. wenn sie Absperrschieber geschlossen wirken werden. allerdings nur, wenn sie geschlossen Aus werden. der Abwassertechnik ist der Begriff der Rückstauebene bekannt. Diese markiert das Aus der Abwassertechnik ist der Begriff der Rückstauebene bekannt. Diese markiert das Niveau des maximal mögli- Niveau des maximal möglichen Wasserspiegels chen im Kanalnetz Wasserspiegels bei im Rückstauereignissen Kanalnetz bei Rückstauereignissen in nicht in hochwassergefährdeten nicht Gebieten. Die Die maßgebliche maßgebliche Rückstauebene wird von der örtlichen wird von Behörde der örtlichen festge- Rückstauebene legt. Behörde Sofern festgelegt. von dieser die Sofern Rückstauebene von dieser nicht die festgelegt Rückstauebene nicht festgelegt worden ist, gilt als worden ist, gilt als Rückstauebene die Höhe der Straßenoberkante an der Anschlussstelle. In Überschwemmungsgebieten ist mit einem Anstieg des Wasserspiegels im Lei- Rückstauebene die Höhe der Straßenoberkante tungsnetz an der Anschlussstelle. bis zum Hochwasserspiegel In Überschwemmungsgebieten über die ist Rückstauebene mit einem Anstieg hinaus. des zu rechnen, d. h. auch Wasserspiegels im Leitungsnetz bis zum Hochwasserspiegel zu rechnen, d.h. auch über die Rückstauebene hinaus. Fazit: In Überschwemmungsgebieten ist nicht die Rückstauebene, sondern der Hochwasserstand für einen evtl. Fazit: Rückstau In Überschwemmungsgebieten in der Kanalisation entscheidend. Zur Sicherung ist nicht die sind Rückstauebene, in jedem Haus entsprechende sondern Rückstausicherungen der Hochwasserstand bzw. Hebeanlagen für einen evtl. vorzusehen. Rückstau Diese in Anlagen der Kanalisation entscheidend. Zur Sicherung sind in jedem müssen regelmäßig gewartet werden. müssen Haus entsprechende regelmäßig Rückstausicherungen gewartet werden. Ein Rückstau kann auch im Außenbereich von Gebäuden zu bzw. unvorhergesehenen Hebeanlagen Überschwemmungen vorzusehen. Diese in hochwassergeschützten müssen regelmäßig Bereichen (z. gewartet B. hinter Hochwasserschutz- werden. Anlagen wänden) führen. Wasser kann aus dem Überschwemmungsbereich Ein Rückstau durch kann die Kanalisation auch im Außenbereich auf das Grundstück gedrückt werden. Ist eine Absperrung des Kanalnetzes von Gebäuden zu unvorhergesehenen Überschwemmungen in hochwassergeschützten durch Schiebereinrichtungen nicht möglich, bietet sich zur Verhinderung des Wasserüberlaufs aus dem Kanalnetz der Einsatz Bereichen von Überlaufsicherungen (z. B. hinter Hochwasserschutzwänden) oder Stahlzylinderaufsätzen führen. Wasser kann an. Es aus ist zu dem beachten, Über- in Form von Druckdeckeln dass die Rückstauproblematik nicht nur Einzelgebäude, sondern Rückstausicherung auch großräumige Schutzzonen betreffen kann. außerhalb außerhalb des Gebäudes des Gebäudes Fazit: In Überschwemmungsgebieten ist nicht die Rückstauebene, sondern der Hochwasserstand für einen evtl. Rückstau in der Kanalisation entscheidend. Zur Sicherung sind in jedem Haus entsprechende Rückstausicherungen bzw. Hebeanlagen vorzusehen. Diese Anlagen Stahlaufsatz mobile Hochwasserschutzwand Stahlaufsatz mobile Hochwasserschutzwand Hochwasser Hochwasser tung wasser öffentlicher Kanalschacht öffentlicher Kanalschacht Schutzmaßnahmen am Kanalsystem Gully Gully gering wasserdurchlässiger Boden gering wasserdurchlässiger Boden schwemmungsbereich durch die Kanalisation auf das Grundstück gedrückt werden. Ist eine Absperrung des Kanalnetzes durch Schiebereinrichtungen nicht möglich, bietet sich zur Verhinderung des Wasserüberlaufs aus dem Kanalnetz der Einsatz von Überlaufsicherungen in Form von Druckdeckeln oder Stahlzylinderaufsätzen an. Es ist zu beachten, dass die Rückstauproblematik nicht nur Einzelgebäude, sondern auch großräumige Schutzzonen betreffen kann. Rückstausicherung außerhalb des Gebäudes Ein Rückstau kann auch im Außenbereich von Gebäuden zu unvorhergesehenen Überschwemmungen in hochwassergeschützten Bereichen (z. B. hinter Hochwasserschutzwänden) führen. Wasser kann aus dem Überschwemmungsbereich durch die Kanalisation auf das Grundstück gedrückt werden. Ist eine Absperrung des Kanalnetzes durch Schiebereinrichtungen nicht möglich, bietet sich zur Verhinderung des Wasserüberlaufs aus dem Kanalnetz der Einsatz von Überlaufsicherungen in Form von Druckdeckeln oder Stahlzylinderaufsätzen an. Es ist zu beachten, dass die Rückstauproblematik nicht nur Einzelgebäude, Teil A: Bau- und sondern Verhaltensvorsorge auch für betroffene großräumige Bürger 23 Schutzzonen betreffen kann.

26 5 Bauliche Vorsorge Die Bauvorsorge beginnt bereits in der Planungsphase. Der Verzicht auf ein Kellergeschoss oder die Ausbildung einer schwarzen oder weißen Wanne kann bereits erhebliche Schäden Die Bauvorsorge beginnt bereits in der Planungsphase. Der Verzicht auf ein Kellergeschoss ausschließen. Die Wahl einer Erdgeschosshöhe auf Die höherem Bauvorsorge Niveau beginnt oder bereits der in Bau der Planungsphase. auf Stelzen Der oder die Ausbildung einer schwarzen oder können Verzicht verhindern, auf ein Kellergeschoss dass im oder Hochwasserfall die Ausbildung einer schwarzen Wanne oder kann weißen bereits Wanne erhebliche kann bereits Schäden weißen Wohnräume betroffen werden. Besteht die erhebliche ausschließen. Schäden ausschließen. Die Wahl Die Wahl einer einer Erdgeschosshöhe auf Gefahr des Auftriebs, ist für eine ausreichende auf höherem Niveau Niveau oder der oder Bau der auf Stelzen Bau auf können Stelzen verhindern, dass im Hochwasserfall Auftriebssicherheit zu sorgen. Wohnräume betroffen werden. Besteht die Gefahr des Auftriebs, ist für eine ausrei- können verhindern, dass im Hochwasserfall Wohnräume 5.1 chende Heizung betroffen Auftriebssicherheit und Installation werden. Besteht die zu sorgen. Gefahr des Auftriebs, ist für eine ausreichende Auftriebssicherheit Heizungsanlagen 5.1 und sind zu Installation sorgen. ebenso wie elektrische Installationen, zum Beispiel Stromverteilerkästen, Heizung in den Obergeschossen und Installationhochwasser- onen, zum Beispiel Stromverteilerkästen, in den Oberge- 5.1 Heizungsanlagen sind ebenso wie elektrische Installatisicheschossen zu installieren. hochwassersicher In von zu installieren. Hochwasser In von betroffenewasser Bereichen betroffenen (Keller, Bereichen sind ebenso Erdgeschoss) (Keller, wie Erdgeschoss) elektrische sollten sollten Hoch- Heizungsanlagen Installationen, auch untergeordnete zum Beispiel elektrische Stromverteilerkästen, oder hoch über dem Fußboden angebracht werden. Die be- Installationen Installationen vermieden vermieden in den oder Obergeschossen hoch über dem hochwassersicher Fußboden treffenden Stromkreisläufe müssen getrennt abschaltbar angebracht zu installieren. werden. Die In von betreffenden Hochwasser Stromkreisläufe Bereichen müssen (Keller, getrennt Erdgeschoss) abschaltbar sollten betroffenen bzw. gesichert sein. auch bzw. 5.2 untergeordnete gesichert Sicherung sein. des Heizöltanks elektrische vor Installationen vermieden Aufschwimmen/Auftrieb oder hoch über dem Fußboden angebracht 5.2 Sicherung werden. des Die Heizöltanks betreffenden vor Stromkreisläufe Das Auslaufen Aufschwimmen müssen von Öl getrennt infolge / Auftrieb von abschaltbar undichten Stellen im Heizungssystem oder am Heizöltank kann zu nachhaltigen bzw. gesichert sein. Beschädigungen des Gebäudes sowie der Inneneinrichtung Das Auslaufen von Öl infolge von undichten führen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass austretendes Öl Sicherung erhebliche im Heizungssystem Verunreinigungen des Heizöltanks oder ober- am vor und Heizöltank unterirdi- 5.2 Stellen kann scher Aufschwimmen zu Gewässer nachhaltigen verursacht. / Beschädigungen Auftrieb des Gebäudes sowie der Inneneinrichtung führen. Ist eine Umstellung auf andere Energieträger nicht möglich, ist der Tank zusammen mit allen Anschlüssen und Das Darüber Auslaufen hinaus von besteht Öl infolge die Gefahr, von undichten dass austretendes im Heizungssystem Öl erhebliche Verunreinigungen oder am Heizöltank Stellen Öffnungen (Öleinfüllstutzen, Belüftung) so abzusichern, kann ober- dass zu von und nachhaltigen außen unterirdischer kein Wasser Beschädigungen eindringen Gewässer kann. verursacht. Weiterhin des ist Gebäudes der Tank Ist eine durch sowie Umstellung geeignete der Inneneinrichtung Halterungen auf andere gegen Energieträgemen zu nicht sichern. hinaus möglich, Der besteht kritische ist die der Lastfall Gefahr, Tank für zusammen dass die Bemessung aus- Tanks im Hinblick auf das Aufschwimmen ist der nicht Aufschwim- führen. Darüber tretendes mit allen Anschlüssen Öl erhebliche und Verunreinigungen Öffnungen (Öleinfüllstutzen, und unterirdischer Belüftung) so Gewässer abzusichern, verursacht. dass von gefüllte Tank. Für die Bemessung der Halterungen gegenüber Auftrieb ist daher vom leeren Tank auszugehen; dies oberaußen gilt auch Ist kein eine Wasser für Außentanks. Umstellung eindringen auf andere kann. Weiterhin Energieträger ist der nicht Tank durch möglich, geeignete ist der Tank Halterungen zusammen mit gegen allen Aufschwimmen Anschlüssen und zu sichern. Öffnungen Der (Öleinfüllstutzensche Lastfall Belüftung) für die Bemessung so abzusichern, des Tanks dass von kriti- außen kein Wasser eindringen kann. Weiterhin ist der Tank durch geeignete Halterungen gegen Aufschwimmen zu sichern. Der kritische Lastfall für die Bemessung des Tanks 5 Bauliche Vorsorge Auftriebssicherung Auftriebssicherung im Hinblick auf das Aufschwimmen ist der nicht gefüllte Tank. Für die Bemessung der Halterungen gegenüber Auftrieb ist daher vom leeren Auftriebssicherung Tank auszugehen; dies gilt auch für Außentanks. im Hinblick auf das Aufschwimmen ist der Ist eine Sicherung des Heizöltanks gegen Auftrieb nicht möglich, nicht Ist gefüllte kann eine als Sicherung Notmaßnahme Tank. Für die des das Bemessung Heizöltanks Auffüllen des der gegen Tanks Auftrieb mit Halterungen Wasser nicht die nötige gegenüber möglich, Gewichtskraft kann Auftrieb erzeugen. als Notmaßnahme für leeren die anschließende Tank das Auffüllen auszugehen; Trennung des Tanks des dies Heizöl-Wasser-Gemi- gilt mit auch für ist Die daher Kosten vom sches Außentanks. durch einen Fachbetrieb steht in keinem Verhältnis die nötige Gewichtskraft erzeugen. Die Kosten zu den entstehenden Schäden durch ausgelaufenes Heizöl für die Ist anschließende eine Sicherung Trennung des Heizöltanks des Heizöl- gegen im und am Gebäude. Tankanschlüsse und Verbindungsleitungen Auftrieb bei Batterietanks nicht möglich, sind in kann jedem als Fall Notmaßnahme verschließen. Auftriebssicherung das Auffüllen des Tanks mit Wasser zu sichern und zu die nötige Gewichtskraft erzeugen. Die Kosten für die anschließende Trennung des Heizöl- Auftriebssicherung Auftriebssicherung 24 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

27 Wasser-Gemisches durch einen Fachbetrieb steht in keinem Verhältnis zu den entstehenden Schäden durch ausgelaufenes Heizöl im und am Gebäude. Tankanschlüsse und Verbindungsleitungen bei Batterietanks sind in jedem Fall zu sichern und zu verschließen. Aber Achtung, nicht alle Tanks sind geeignet, dem bei Hochwasser auftretenden Wasserdruck standzuhalten. Entsprechende 5.3 Lagerung und Umgang mit sonstigen wassergefährdenden Stoffen Gesundheits-, wasser- und umweltgefährdend Stoffe müssen nach einem vorab festgelegten Plan aus dem Gefahrenbereich verlagert werden. Dabei muss vorher festgelegt werden, welche Stoffe wohin evakuiert werden können Eine entsprechende Kennzeichnung erleichter Nachweise (Zulassung) muss der Tankhersteller die spätere Zuordnung. erbringen. Aber Achtung, nicht Für die alle Tanks Sicherung sind geeignet, gegen dem Auftrieb bei 5.3 Lagerung Vor, und während Umgang mit und sonstigen nach einem wasser-hochgefährdendewasserereignis Stoffen gibt es eine Vielzahl von Maß- Hochwasser auftretenden Wasserdruck standzuhalten. Entsprechende Nachweise (Zulassung) muss der Tankhersteller ist unter Umständen eine statische Berechnung erforderlich. erbringen. Für die Deshalb Sicherung gegen folgender Auftrieb Grundsatz: ist unter Umständen nahmen die Schäden an den Elektro- und Gesundheits-, wasser- und umweltgefährdende Stoffe müssen eine statische Berechnung erforderlich. Deshalb In folgender hochwassergefährdeten Grundsatz: Gebieten sollte nach Heizungsanlagen einem vorab festgelegten reduzieren Plan aus dem können. Gefah- Es wird renbereich empfohlen verlagert werden. in Zusammenarbeit Dabei muss vorher festgelegt mit dem werden, welche Stoffe wohin evakuiert werden können. auf Ölheizungsanlagen verzichtet werden. jeweiligen Fachbetrieb diese Maßnahmen zu In hochwassergefährdeten Gebieten sollte auf Ölheizungsanlagen Eine entsprechende Kennzeichnung erleichtert die späte- verzichtet werden. re Zuordnung. Sicherung eines Heizungsbrenners Sicherung eines Heizungsbrenners Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 25

28 Druckdichter Fensterverschluss Druckdichter Fensterverschluss Druckwassersichere Druckdichter Wanddurchführung Fensterverschluss Vor, während und nach einem Hochwasserereignis gibt es eine Vielzahl von Maßnahmen die Schäden an den Elektro- und Heizungsanlagen reduzieren können. Es wird empfohlen in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Fachbetrieb diese Maßnahmen zu planen. Kurzfristige Planungen während des anlaufenden Hochwassers führen oft nicht zum gewünschten Ergebnis. Folgende Punkte sollten beachtet werden: Druckdichter Fensterverschluss Keller- und Erdtanks absichern (gegen Auslaufen, gegen Aufschwimmen)! Folienabdichtung für Gebäudeöffnungen Technische Einrichtungen eventuell abmontieren! Elektrische Einrichtungen entfernen oder ausschalten! Haupthähne für Gas, Wasser und Strom abdrehen! 5.4 Baustoffe/-materialien (wasserbeständige Materialien) Druckdichter Fensterverschluss Folienabdichtung für Gebäudeöffnungen Folienabdichtung für Gebäudeöffnungen Folienabdichtung für Gebäudeöffnungen Baustoffe werden meist aus statischen, aus energietechnischen oder aus ästhetischen Gesichtspunkten ausgewählt. Die Eignung bezüglich Hochwasser steht häufig im Hintergrund. Nicht jeder Baustoff ist aber im Hochwasserfall gegen Wasser unempfindlich. Entscheidend ist bei einigen Baustoffen, ob diese dauerhaft mit Wasser in Berührung kommen. Holz kann als Baustoff für den Dachstuhl sehr gut eingesetzt werden; auch in hochwassergefährdeten Gebieten. Im Keller oder im Erdgeschoss sollte auf Holzbaustoffe (z. B. Parkettboden) verzichtet werden. Feuchter Lehm bietet sich als Dichtungsmittel an. Als Baumaterial ist Lehm nur bedingt geeignet, da die Standfestigkeit mit steigendem Wassergehalt verloren geht. Die Liste im Anhang gibt sortiert nach Gewerken einen Überblick über gängige Baustoffe beim Hausbau und ihre Wasserbeständigkeit. Folienabdichtung Druckdichte für Gebäudeöffnungen Tür Druckdichte Tür Druckdichte Tür Druckdichte Tür Druckdichte Tür 26 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger

29 6 Verhaltensvorsorge 6 Verhaltensvorsorge Verhaltensvorsorge bedeutet, die Zeit zwischen dem Anlaufen eines Hochwassers und dem Erreichen eines kritischen schadenserzeugenden Wasserstandes so zu nutzen, dass möglichst Verhaltensvorsorge wenig bedeutet, Schaden die durch Zeit zwischen das Hochwasser eines entsteht. Hochwassers An und größeren dem Erreichen Gewässern eines kritischen ist dem Anlaufen schadenserzeugenden eine Hochwasserprognose Wasserstandes über so 1 zu bis nutzen, 2 Tage dass möglichst wenig Schaden durch das Hochwasser entsteht. und eine sichere Hochwasservorhersage über An größeren Gewässern ist eine Hochwasserprognose über mehrere Stunden gegeben, an kleineren 1 bis 2 Tage und eine sichere Hochwasservorhersage über mehrere Gewässern Stunden in den gegeben, Mittelgebirgen an kleineren Gewässern können sich in den Mittelgebirgen die Vorhersagezeiten können sich auf die wenige Vorhersagezeiten Stunden auf wenige reduzieren. Stunden reduzieren. Ähnliches gilt für Sturmflutvorhersagen Ähnliches in Küstengebieten. gilt für Sturmflutvorhersagen Insbesondere in in Küstengebieten. Hamburg Insbesondere in Hamburg und Bremen sind auf Sturmflutvorhersagen basierende Verhaltens- und Evakuierungs- und Bremen sind auf Sturmflutvorhersagen basierende Verhaltens- und Evakuierungsmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil des Küstenmaßnahmen ein wichtiger Bestandteil des Küstenschutzkonzeptsschutzkonzepts. Hochwasserinformation und Vorhersage müssen dabei in sinnvolles und schnelles Verhalten münden. Beispiel einer Hochwassergefahrenkarte Hochwasserinformation und Vorhersage müssen dabei in sinnvolles und schnelles Verhalten münden. Werden Hochwasserwarnungen nicht gehört nicht oder umgesetzt, nutzt oder die umgesetzt, beste Vorsorge nutzt nicht! die beste gehört Vorsorge nicht! 6.1 Hochwassergefahrenkarten: Wissen um die Gefahr 6.1 Hochwassergefahrenkarten: Wissen um die Gefahr Die Kenntnis über die bestehende Hochwassergefahr ist zur Beurteilung der erforderlichen Maßnahmen einer zielgerichteten Die Kenntnis Hochwasservorsorge über die bestehende sowie zur Information Hochwassergefahr ist zur unerlässlich. Beurteilung der erforderlichen der Bevölkerung Maßnahmen einer zielgerichteten Hochwasservorsorge Aus Hochwassergefahrenkarten sowie zur Information und dem der damit Bevölkerung unerlässlich. deutlich verbesserten Wissen um die Hochwassergefahr ergeben sich für die jeweiligen Nutzer Konsequenzen und neue Aus Hochwassergefahrenkarten und dem Möglichkeiten für die Aufgabenbewältigung im Zusammenhang damit deutlich mit Hochwasserschutz verbesserten und Wissen Hochwasservorsorge. um die Beispiel einer Hochwassergefahrenkarte Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 27

30 deschutz, Verhaltensvorsorge sowie der Risikovorsorge mittels Hochwasserversicherung durchführen zu können. Einsatzmöglichkeiten der Hochwassergefahrenkarten für Bürger, Industrie und Gewerbe sind: Grundlage für die Verhaltensvorsorge (Informationswege, Flutwege und Räumungen) Grundlage für die Bauvorsorge durch Die Bürger angepasste (z. B. als Bauherren Nutzung oder und Anwohner) hochwasserangepasste sowie Industrie und Gewerbe Baumaterialien erhalten durch die sowie Hochwassergefahrenkarten die entsprechenden Informationen, um ih- für die Lagerung wassergefährdender Stoffe rerseits Vorsorge bei der Bauplanung, dem Gebäudeschutz, Verhaltensvorsorge Planungsgrundlage sowie der Risikovorsorge für den Gebäudeschutz (z. B. Abdichtung durchführen zu von können. Türen Einsatzmög- und mittels Hochwasserversicherunlichkeiten Fenstern) der Hochwassergefahrenkarten für Bürger, Industrie und Gewerbe sind: Darüber hinaus bilden Hochwassergefahrenkarten Grundlage für die Verhaltensvorsorge (Informationswege, eine Flutwege wichtige und Räumungen) Grundlage für die Steuerung der Siedlungsentwicklung. Grundlage für die Bauvorsorge durch angepasste Nutzung Persönliche und hochwasserangepasste Alarm- und Einsatzpläne Baumaterialien sowie 6.2 für die Lagerung wassergefährdender Stoffe (Hochwassercheckliste) Planungsgrundlage für den Gebäudeschutz (z. B. Abdichtung von und Türen nach und einem Fenstern) Hochwasser- Vor, während ereignis gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, die zu Darüber erledigen hinaus sind. bilden Wer Hochwassergefahrenkarten welche Aufgaben übernimmt, sollte vor einem Hochwasser unter den eine wichtige Grundlage für die Steuerung der Siedlungsentwicklung. Familienmitgliedern und unter den Nachbarn vereinbart 6.2 Persönliche und vorher Alarmgemeinsam und Einsatzpläne geübt werden. (Hochwassercheckliste) Vor, während und nach einem Hochwasserereignis gibt es eine Vielzahl von Aufgaben, die zu erledigen sind. Wer welche Aufgaben übernimmt, sollte vor einem Hochwasser unter den Familienmitgliedern und unter den Nachbarn vereinbart und vorher gemeinsam geübt werden. und ggf. handeln können. Neubürger/-innen in einem hochwassergefährdeten Gebiet sollten sich durch alteingesessene Bewohner/-innen beraten lassen Hochwasserausrüstung Eine eigene Hochwasserausrüstung ist rechtzeitig zusammenzustellen. Organisationen der Gefahrenabwehr wie Feuerwehr und THW benötigen Hochwasserausrüstung ihre Ausrüstung selbst und können diese nicht ausleihen. Größere Anschaffungen Eine eigene Hochwasserausrüstung ist rechtzeitig zusammenzustellen. Organisationen der Gefahrenabwehr wie können gemeinsam im Rahmen einer Nachbarschaftshilfe und THW getätigt benötigen werden. ihre Ausrüstung selbst und Feuerwehr können diese nicht ausleihen. Größere Anschaffungen können Hochwasserausrüstung gemeinsam im Rahmen (nicht einer vollständig) Nachbarschaftshilfe getätigt werden. Hochwasserfibelbund :40 Uhr Seite 31 Einfache Sandsackfüllhilfe Hochwasserausrüstung (nicht vollständig) TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE F Organisation einer Nachbarschaftshilfe Notsituationen und viele damit verbundene Problemstellungen lassen sich gemeinsam in Nachbarschaftshilfe besser bewältigen. Regelmäßige Treffen der Nachbarschaftshilfe stärken das Miteinander. Die Aufgaben sind untereinander zu koordinieren. Für den Zeitraum des Urlaubs sind Verantwortliche zu benennen, die im Hochwasserfall alarmieren und ggf. handeln können. Neubürger/-innen in einem hochwassergefährdeten Gebiet sollten sich durch alteingesessene Bewohner/-innen beraten lassen. Einfache Sandsackfüllhilfe Evakuierung des Mobiliars 28 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger Für die Sicherung des Mobiliars ist vorab ein fester Plan (als Liste und als Zeichnung) zu

31 e 31 ORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER 25 Pumpe Notgepäck und Dokumente, Notquartier Im Falle einer Evakuierung muss den Anordnungen von Polizei und des Katastrophenschutzes Folge geleistet werden. Ein solcher Schritt wird erst dann erwogen, wenn erhebliche Gefahr für Leib und Leben der Bevölkerung besteht. Die verbleibende Zeit ist meist sehr kurz. Folgende Regeln sollten auf jeden Fall Beachtung finden: Stellen Sie rechtzeitig ihr Notgepäck zusammen! orab ein ng) zu e im Vorderentlich en. Wichtig h ideelle r mit grorbeschafft tände eten Raum usreichenrzuhalten., n Anordophensolcher nn erheblievölkeist meist uf jeden Pumpe Stellen Sie rechtzeitig ihr Notgepäck zusammen! Evakuierung des Mobiliars Im Einsatzplan der Gemeinde finden Sie Für die Sicherung des Mobiliars ist vorab ein fester Plan (als Informationen über: Liste und als Zeichnung) zu erstellen. Oft stehen materielle hochwasserfreie Wege (Flucht-, Dinge im Vordergrund, die im Nachhinein auch wesentlich später hätten Evakuierung- geräumt werden und können. Versorgungswege) Wichtig sind zunächst Unterlagen hochwassersichere oder auch ideelle Sammelstellen, Werte (Memorabilia), die später von nur mit denen großem die Aufwand Bevölkerung oder gar im nicht Falle wiederbeschafft einer werden Evakuierung können. zu Notunterkünften transportiert werden kann Schwere und sperrige Gegenstände können ggf. nicht aus dem gefährdeten Lage der Raum Notunterkünfte transportiert werden. Hier ist eine ausreichende Achten Zahl Sie an auf Stützen die zur Durchsage Sicherung der vorzuhalten. Lautsprecherfahrzeuge! Achten Sie auf Rundfunkdurchsagen! Versorgung der evakuierten Bevölkerung Die Grundversorgung der evakuierten Bevölkerung erfolgt durch die Kommunen (Unterkunft, mobile Küchen etc.). Die Zusatzversorgung (z. B. soziale Betreuung) wird durch andere Hilfsorganisationen übernommen. Denken Sie auf jeden Fall an wichtige Medikamente. Diese können nicht ohne weiteres im Einsatzfall beschafft werden. Zusätzlich Im Einsatzplan der Gemeinde finden Sie Informationen über: hochwasserfreie Wege (Flucht-, Evakuierung- und Versorgungswege) hochwassersichere Sammelstellen, von denen die Bevölkerung im Falle einer Evakuierung zu Notunterkünften transportiert werden kann Lage der Notunterkünfte Achten Sie auf die Durchsage der Lautsprecherfahrzeuge! Achten Sie auf Rundfunkdurchsagen! Versorgung der evakuierten Bevölkerung Die Grundversorgung der evakuierten Bevölkerung erfolgt durch die Kommunen (Unterkunft, mobile Küchen etc.). Die Zusatzversorgung (z. B. soziale Betreuung) wird durch andere Hilfsorganisationen übernommen. Denken Sie auf jeden Fall an wichtige Medikamente. Diese können nicht ohne weiteres im Einsatzfall beschafft werden. Zusätzlich wird empfohlen, eine Tagesration Speisen und Getränke sowie Hygieneartikel im Notgepäck mitzuführen. Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger 29

32 ochwasserfibelbund :40 Uhr Seite 32 7 Risikovorsorge 26 TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER 7 Risikovorsorge Für den Fall, dass trotz geeigneter Vorsorge- und Abwehrmaßnahmen ein Hochwasserschaden eintritt, der von den Betroffenen nicht mehr alleine getragen werden kann, helfen private Rücklagen oder der Abschluss einer Versicherung, die wirtschaftlichen Folgen zu mindern. Versicherungen können aber nur Verluste abdecken, die den Betroffenen substanziell treffen. Durch entsprechende Auflagen oder durch gestaffelte Selbstbehalte wird zusätzlich die Eigenvorsorge gestärkt. Für den Fall, dass trotz geeigneter Vorsorgeund Das Risiko Abwehrmaßnahmen der Versicherungen ein ist es, Hochwasserschaden Gebäudebesitzer eintritt, der gegen von Hochwasserschäden Betroffenen versichern nicht dass sich meist nur mehr möchten, alleine die sichtlich getragen von Hochwasser werden kann, betroffen helfen sein private Rücklagen oder der Abschluss einer Ver- können. Im Fall eines extremen Hochwasserereignisses werden viele Gebäude gleichzeitig zum Teil in erheblichem Maße sicherung, die wirtschaftlichen Folgen zu mindern. müssen Versicherungen die Leistungen der können Versicherung aber vieler nur Verluste Geschädig- geschädigt. Anders als zum Beispiel bei einem Hausbrand abdecken, ter nur auf eine die vergleichsweise den Betroffenen geringere substanziell Zahl Versicherter umgelegt Durch werden. entsprechende Dies hält Versicherungen Auflagen auch oder meist treffen. durch davon ab, gestaffelte Gebäude zu Selbstbehalte versichern, die besonders wird zusätzlich hoch gefährdet sind. Dazu wurden von der Versicherungswirtschaft die Eigenvorsorge gestärkt. Gefährdungszonen eingeführt, die von allen Versicherern Das Risiko der Versicherungen ist es, dass gleichermaßen behandelt werden. sich meist nur Gebäudebesitzer gegen Hochwasserschäden Grundsätzlich unterscheiden versichern die möchten, Versicherungen die sicht- unterschiedliche von Hochwasser Schadensarten: betroffen sein können. Im Fall eines extremen Hochwasserereignisses Schäden durch Hochwasser, wenn oberidisch anstehendes werden viele Gebäude gleichzeitig zum Teil in Wasser durch Gebäudeöffnungen in das Gebäude eindringt. erheblichem Maße geschädigt. Anders als zum Beispiel Schäden bei durch einem Kanalrückstau, Hausbrand wenn müssen Kanalwasser die Leistungen Gebäude der zurück Versicherung staut oder Hochwasser vieler Geschädigter durch den Kanal in in die nur das auf Gebäude eine einströmt. vergleichsweise geringere Zahl Versicherter umgelegt werden. Dies hält Versicherungen auch meist davon ab, Gebäude zu Schäden durch Grundwasser, wenn unterirdisch Grundwasser durch Wände oder Wanddurchbrüche in das Gebäude einströmt. Auch wenn in allen drei Fällen Gebäude und versichern, die besonders hoch gefährdet sind. Dazu Hausrat wurden in gleichem von Maß der geschädigt Versicherungswirtschaft werden können, leisten die Versicherungen eingeführt, nicht jedem die Fall von Schadensaus- allen Gefährdungszonen Versicherern gleich. gleichermaßen behandelt werden. Grundsätzlich unterscheiden die Versicherungen unterschiedliche Schadensarten: Schäden durch Hochwasser, wenn oberidisch anstehendes Wasser durch Gebäudeöffnungen in das Gebäude eindringt. Schäden durch Kanalrückstau, wenn Kanalwasser in die Gebäude zurück staut oder Hochwasser durch den Kanal in das Gebäude einströmt. 30 Teil A: Bau- und Verhaltensvorsorge für betroffene Bürger Im ersten Fall, dem oberirdisch anstehenden Hochwasser wenn in allen drei Fällen Gebäude und Hausrat kann eine erweiterte Elementarschadenversicherung die möglichen in gleichem Schäden Maß zum geschädigt einen am Gebäude werden selber können, mit allen leisten Installationen die Versicherungen (Heizung, Sanitäranlagen nicht in etc.) jedem und Fall zum anderen Schadensausgleich. am Hausrat abdecken. Beides muss ggf. getrennt versichert Im werden. ersten Fall, dem oberirdisch anstehenden Hochwasser kann eine erweiterte Elementarschadenversicherung die möglichen Schä- Bei Kanalrückstau leisten die Versicherungen Schadensausgleich nur dann, wenn das Versagen von fest installierteden Sicherungsmaßnahmen zum einen am Gebäude zum Beispiel selber einer mit allen Hebeanlage Installationen oder von Rückschlagklappen (Heizung, Sanitäranlagen zum Schaden geführt etc.) hat. und Dies zum ist vergleichbar anderen am bei Hausrat Leitungswasserschäden. abdecken. Beides Schäden muss durch ggf. eindringendes getrennt versichert Grundwassers werden. sind in der Regel nicht versicherbar. Bei Kanalrückstau leisten die Versicherungen Schadensausgleich nur dann, wenn das PKW-Schäden werden durch die Teil-Kasko-Versicherung zum Versagen Zeitwert von ersetzt. fest Die installierten Versicherung Sicherungsmaßnahmen Zubehörteile zum Beispiel wie zum einer Beispiel Hebeanlage den Verbandskasten oder zahlt dabei auch für diverse oder von Kindersitze. Rückschlagklappen Der Transportinhalt zum im Schaden Fahrzeug, geführt also CD s hat. oder Dies Wareneinkäufe ist vergleichbar werden bei nicht Leitungswasserschäden. Schäden durch eindringendes Grund- ersetzt. Reisegepäck kann durch eine Reisegepäckversicherung abgesichert werden. wassers sind in der Regel nicht versicherbar. Vergewissern PKW-Schäden Sie sich, ob werden und wie durch Sie gegen die Hochwasser Teil- Kasko-Versicherung versichert sind. zum Zeitwert ersetzt. Die Versicherung zahlt dabei auch für diverse Zubehörteile wie zum Beispiel den Verbandskasten oder Kindersitze. Der Transportinhalt im Fahrzeug, also CD s oder Wareneinkäufe werden nicht ersetzt. Reisegepäck kann durch eine

33 Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz Teil B Anders als der vorherige Teil A zeigt der Teil B gesetzliche Vorgaben zum Hochwasserschutz und zur Hochwasservorsorge auf. Anschließend werden Grundsätze planerische beim und vorsorgenden technische Möglichkeiten zur Vermeidung und Hochwasserschutz Verminderung von Hochwasserschäden auf kommunaler Ebene aufgezeigt. Dieser Einblick in den gesetzlichen Handlungsrahmen zur Hochwasservorsorge wirbt bei den Betroffenen um Verständnis, um Akzeptanz und um Unterstützung. Es gilt partnerschaftlich den Hochwasserschutz und die Hochwasservorsorge zu gewährleisten. Anders als der vorherige Teil A zeigt der Teil B gesetzliche Vorgaben zum Hochwasserschutz und zur Hochwasservorsorge auf. Anschließend werden planerische und technische Möglichkeiten zur Vermeidung und Verminderung von Hochwasserschäden auf kommunaler Ebene aufgezeigt. Dieser Einblick in den gesetzlichen Handlungsrahmen zur Hochwasservorsorge wirbt bei den Betroffenen um Verständnis, um Akzeptanz und um Unterstützung. Es gilt partnerschaftlich den Hochwasserschutz und die Hochwasservorsorge zu gewährleisten. Hochwasserschutz in Oberbillig an der Mosel Hochwasserschutz in Oberbillig an der Mosel Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 31

34 Mit der Neufassung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) vom 01. März 2010 wurde die EG-Richtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken vom 23. Oktober 2007 (Richtlinie 2007/60/EG im Folgenden auch EG-HWRM-RL genannt.) in nationales Recht umgesetzt. Diese Richtlinie 8 Gesetzliche Vorgaben bezieht sich sowohl auf das Hochwasser im Bearbeitung des Hochwasserrisikomanagements erfolgt koordiniert in Flussgebietseinheiten und den Küstengebieten, bei Bedarf mit internationaler Abstimmung. Alle bisherigen Schutzstrategien, wie der technische Hochwasserschutz, das Hochwasser flächenmanagement (z.b. Flächenvorsorge und natürliche Wasserrückhaltung) und die Hochwasservorsorge (Bauvorsorge, Eigenvorsorge de Kommunen und der betroffenen Bürger, Verhal tensvorsorge und Risikovorsorge) sind im Begrif Hochwasserrisikomanagement abgebildet. Mit der Neufassung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) Alle bisherigen Schutzstrategien, wie der technische Hochwasserschutz, das Hochwasserflächenmanagement (z. B. Binnenland aufgrund von über die Ufer tretenden Management Flüssen als von auch Hochwasserrisiken auf die Hochwasser Flächenvorsorge in und natürliche Wasserrückhaltung) und vom 01. März 2010 wurde die EG-Richtlinie über die Bewertung und das vom 23. Oktober den 2007 Küstengebieten (Richtlinie 2007/60/EG aufgrund im Folgenden auch EG-HWRM-RL Neben der genannt.) menschlichen in nationales Gesundheit Recht Kommunen werden und der betroffenen Bürger, Verhaltensvorsor- von Sturmfluten. die Hochwasservorsorge (Bauvorsorge, Eigenvorsorge der umgesetzt. Diese Richtlinie bezieht sich sowohl auf das ge und Risikovorsorge) sind im Begriff Hochwasserrisikomanagement abgebildet. die Umwelt, die wirtschaftlichen Tätigkeiten Hochwasser im Binnenland aufgrund von über die Ufer tretenden Flüssen und als das auch Kulturerbe auf die Hochwasser als schützenswert in den Küstengebieten aufgrund Hochwasser von Sturmfluten. benannt. Neben der mensch- Das WHG fordert die Darstellung der Hochwassergefähr- vor lichen Gesundheit werden Kern die der Umwelt, neuen die wirtschaftlichen Tätigkeiten und das Kulturerbe als schützenswert vor serszenarien: Regelungen ist dung die Erstellung von Hochwassergefahrenkarten (HWGK) und des Hochwasserrisikos für folgende Hochwas- Hochwasser benannt. und Hochwasserrisikokarten (HWRK) 1. in Hochwasser Gebieten Regelungen mit signifikantem ist die Erstellung Hochwasserrisiko von Hoch- Extremereignissen, (Hoch- mit niedriger Wahrscheinlichkeit oder bei Kern der neuen wassergefahrenkarten wasserrisikogebiete). (HWGK) und Hochwasserrisikokarten (HWRK) in Gebieten mit signifikantem Hochwasserrisi- 2. Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (voraus- Auf Basis der Erkenntnisse aus den beiden Kartentypen sollen Hochwasserrisikomanagementplänko (Hochwasserrisikogebiete). Auf Basis der Erkenntnisse sichtliches Wiederkehrintervall mindestens 100 Jahre), aus den beiden Kartentypen sollen Hochwasserrisikomanagementpläne werden. (HWRMPL) Das aufgestellt WHG werden. liefert Das nun WHG erstmals 3. Hochwasser eine mit hoher mindestens Wahrscheinlichkeit 100 Jahre), (soweit er- (HWRMPL) aufgestellt liefert nun erstmals Vollregelung eine Vollregelung zum zum Hochwasserschutz Hochwasserschutz und zur im Allgemeinen als forderlich). und zur Hochwasservorsorge, im Allgemeinen als Hochwasserrisikomanagement Hochwasserrisikomanagement bezeichnet. Die Bearbeitung des Hochwasserrisikomanagements erfolgt koordiniert in Flussgebietseinheiten und den Küstengebieten, bei bezeichnet. Die Hochwassergefährdete Gebiete Bedarf mit internationaler Abstimmung. Überschwemmungsgebiete Das WHG fordert die Darstellung der Hochwassergefährdung und des Hochwasserrisikos für folgende Hochwasserszenarien: 1. Hochwasser mit niedriger Wahrscheinlichkeit oder bei Extremereignissen, 2. Hochwasser mit mittlerer Wahrscheinlichkeit (voraussichtliches Wiederkehrinterva 3. Hochwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit (soweit erforderlich). Überschwemmungsgebiet 76 Abs. 1 WHG Festgesetztes Überschwemmungsgebiet 76 Abs. 2 Nr. 1 WHG Extremhochwasser HW HW 100 Offenes System (Kein Schutz oder Schutzgrad < HW 100 ) Normaler Wasserstand Geschlossenes System (Schutzgrad HW 100 ) HW 100 : Hochwasserstand, der statistisch gesehen einmal in 100 Jahren überschritten wird. Da es ein statistischer Wert ist, kann sich nach mehreren Jahren, insbesondere nach einem Hochwasserereignis, das Höhenniveau verändern. Überschwemmungsgebiete 32 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

35 Für die Ausgestaltung der Karten und der Hochwasserrisikomanagementpläne hat die Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) Empfehlungen veröffentlicht. Die Darstellung Für die Ausgestaltung erfolgt der in Karten geeignetem und der Hochwasserrisikomanagementpläne hat die Bund-Länder-Arbeitsgemein- Maßstab (meist oder 1:10.000). Hauptparameter schaft Wasser (LAWA) Empfehlungen veröffentlicht. Die in den Hochwassergefahrenkarten ist die Darstellung erfolgt in geeignetem Maßstab (meist 1:5.000 Überflutungstiefe. oder 1:10.000). Hauptparameter Ein weiterer in den Parameter Hochwassergefahrenkarten insbesondere ist die Überflutungstiefe. in steileren Ein Regionen weiterer Parameter die kann Fließgeschwindigkeit kann insbesondere in steileren sein. Regionen die Fließgeschwindigkeit sein. Zur kartografischen Darstellung der Überflutungstiefe empfiehlt die LAWA eine fünfstufige Farbskala in Blautönen für alle frei flutbaren Gebiete ohne Hochwasserschutz kartografischen (offene Darstellung Systeme) der und Überflutungstiefe in Gelb- Zur empfiehlt die LAWA eine fünfstufige Farbskala in Blautönen für alle frei flutbaren Gebiete ohne Hochwasserschutz Orange-Tönen für durch Deiche geschützte Gebiete (geschlossene Systeme). Bei Bedarf (offene Systeme) und in Gelb-Orange-Tönen für durch Deiche können geschützte weitere Gebiete Stufen (geschlossene angefügt Systeme). werden, Bei Bedarf können wenn weitere besonders Stufen tiefe angefügt Überflutungen werden, wenn zu besonders erwarten Überflutungen sind. zu erwarten tiefe sind. Hochwassergefahrenkarte mit der Darstellung von Überflutungstiefen für ein hundertjähriges Hochwasserereignis Hochwassergefahrenkarte mit der Darstellung von Überflutungstiefen für ein hundertjähriges Hochwasserereignis Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 33

36 Hochwasserrisikokarte für ein hundertjähriges Hochwasserereignis Hochwasserrisikokarte für ein hundertjähriges Hochwasserereignis In den Hochwasserrisikokarten werden die Anzahl der betroffenen Einwohner, die Art der Wirtschaftlichen Tätigkeit in Form der Nutzungsart, Anlagen nach der Richtlinie 96/61/EG (IVU-Anlagen), die potenziell betroffenen Schutzgebiete und die relevanten Kulturgüter In den Hochwasserrisikokarten werden die Anzahl der betroffenen Einwohner, die Art der Wirtschaftlichen Tätigkeit in Form der Nutzungsart, Anlagen nach der Richtlinie 96/61/EG (IVU-Anlagen), die potenziell betroffenen Schutzgebiete und die relevanten Kulturgüter dargestellt. Innerhalb der Hochwasserrisikogebiete setzen die Länder entweder durch dargestellt. Rechtsverordnung oder Kraft Gesetz Überschwemmungsgebiete fest. Grundlage für die Festsetzung ist ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. Innerhalb der Hochwasserrisikogebiete setzen die Länder entweder durch Rechtsverordnung oder Kraft Gesetz Überschwemmungsgebiete fest. Grundlage für die Festsetzung ist ein Hochwasser, das statistisch einmal in 100 Jahren zu erwarten ist. In Überschwemmungsgebieten gilt grundsätzlich das Verbot, neue Baugebiete auszuweisen. Damit soll die Schaffung neuen Schadenspotenzials durch Neubauten verhin- 34 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz dert werden. Von diesem Verbot sind Ausnahmen nur unter Einhaltung strenger Vorgaben möglich. U. a. darf es für Gemeinden keine anderen Möglichkeiten der Siedlungsentwick lung geben, es dürfen keine Gefährdung von Leben, erhebliche Gesundheits- oder Sachschäden zu erwarten sein und der bestehende In Überschwemmungsgebieten gilt grundsätzlich das Verbot, neue Baugebiete auszuweisen. Damit soll die Schaffung neuen Schadenspotenzials durch Neubauten verhindert werden. Von diesem Verbot sind Ausnahmen nur unter Einhaltung strenger Vorgaben möglich. U. a. darf es für Gemeinden keine anderen Möglichkeiten der Siedlungsentwicklung geben, es dürfen keine Gefährdung von Leben, erhebliche Gesundheits- oder Sachschäden zu erwarten sein und der bestehende Hochwasserschutz darf nicht beeinträchtigt werden. Hochwasserschutz darf nicht beeinträchtigt werden. In bereits beplanten Gebieten, im nicht beplanten Innenbereich und im Außenbereich sind die Errichtung und die Erweiterung baulicher Anlagen in Überschwemmungsgebiete grundsätzlich verboten. Abweichend davon kann die zuständige Behörde bauliche Anlage im Einzelfall genehmigen, wenn die im WHG genannten Voraussetzungen erfüllt sind, z.b.

37 TEIL B: GRUNDSÄTZE BEIM VORSORGENDEN HOCHWASSERSCHUTZ 31 TEIL B: GRUNDSÄTZE BEIM VORSORGENDEN HOCHWASSERSCHUTZ 31 wenn durch das Vorhaben keine nachteiligen wenn Auswirkungen In bereits durch beplanten das auf Vorhaben Gebieten, den Hochwasserschutz im keine nicht beplanten nachteiligen Innenbereich und im Außenbereich sind die Errichtung und die Erweiterung baulicher Anlagen in Überschwemmungsgebie- Auswirkungen entstehen und das auf Vorhaben den Hochwasserschutz hochwasserangepasst ausgeführt und das wird. Vorhaben hochwasserange- entstehen ten grundsätzlich verboten. Abweichend davon kann die passt zuständige ausgeführt Die Länder Behörde wird. bauliche erlassen Anlagen Vorschriften, im Einzelfall die genehmigen, hochwassersichere Die wenn Länder die im WHG erlassen genannten Errichtung Vorschriften, Voraussetzungen neuer die oderer- die füllt hochwassersichere Nachrüstung sind, z. B. wenn durch vorhandener das Errichtung Vorhaben Heizölver- keine neuer nachteiligen oder die die brauchsanlagen Auswirkungen Nachrüstung auf den in vorhandener Überschwemmungsgebieten Hochwasserschutz Heizölverbrauchsanlagen regeln. Im Einzelfall Überschwemmungsgebieten kann auch das Verbot entstehen und das Vorhaben hochwasserangepasst ausgeführt wird. regeln. neuer Ölheizungen Im Einzelfall von kann den auch Ländern das Verbot festgelegt Die Länder erlassen Vorschriften, die die hochwassersichere Errichtung Ölheizungen Durch neuer auslaufendes oder von die den Nachrüstung Ländern Heizöl vorhandener sind festgelegt in neuer werden. werden. der Heizölverbrauchsanlagen Vergangenheit Durch auslaufendes immer in Überschwemmungsgebieten wieder Heizöl Gebäude sind in der geschädigt regeln. Vergangenheit Im Einzelfall und Gewässer kann immer auch verschmutzt das wieder Verbot Gebäude neuer worden. Ölheizungen von Bei den der Ländern und Festsetzung Gewässer festgelegt der verschmutzt werden. Überschwem- Durch auslaufen- worden. geschädigt des Heizöl sind in der Vergangenheit immer wieder Gebäude geschädigt und Gewässer verschmutzt worden. mungsgebiete Bei der Festsetzung ist die Öffentlichkeit der Überschwemmungsgebietmieren, damit eine ist die frühzeitige Öffentlichkeit Sensibilisierung zu infor- zu informieren, für Bei Hochwassergefahren der Festsetzung damit eine der frühzeitige Überschwemmungsgebiete ermöglicht Sensibilisierung wird. ist die für Die Öffentlichkeit Hochwassergefahren Länder treffen zu informieren, dazu Regelungen, ermöglicht damit eine frühzeitige wird. wie sie Sensibilisierung Länder für treffen Hochwassergefahren in den dazu betroffenen Regelungen, ermöglicht Gebieten wie wird. sie die Die die Die Öffentlichkeit Öffentlichkeit über Länder die treffen Hochwassergefahren, dazu in den Regelungen, betroffenen wie sie über die Gebieten Öffentlichkeit geeignete in den betroffenen Gebieten über die Hochwassergefahren, über Vorsorgemaßnahmen die Hochwassergefahren, und Verhaltensregeln über geeignete über geeignete Vorsorgemaßnahmen und Verhaltensregeln Vorsorgemaßnahmen informiert und vor zur und erwartendem Verhaltensregeln Hochwassetig warnt. rechtzeitig und warnt. vor zur erwartendem Hochwas- informiert und vor zur erwartendem Hochwasser rechtzei- informiert ser rechtzeitig Den speziellen warnt. Vorschriften über den Hochwasserschutz Den speziellen Den speziellen Vorschriften vorangestellt Vorschriften über den Hochwasserschutz begründet über den das Hochwasserschutz WHG vorangestellt ( 5 Abs. begründet 2) eine vorangestellt das allgemeine WHG ( 5 Abs. begründet Sorgfaltspflicht, ( wonach 5 Abs. 2) jede eine Person, allgemeine die durch Sorgfalts- Hoch- 2) eine allgemeine Sorgfaltspflicht, wonach jede Person, die durch Hoch- das WHG wasser betroffen sein kann, im Rahmen des ihr Möglichen pflicht, wasser betroffen wonach jede sein Person, kann, im die Rahmen durch Hochwasser Möglichen nahmen betroffen zum und Schutz Zumutbaren sein vor nachteiligen kann, im verpflichtet Rahmen Hochwasserfolgen des ist, ihr des ihr und Zumutbaren verpflichtet ist, geeignete Vorsorgemaß- Möglichen geeignete und zur Schadensminderung Vorsorgemaßnahmen und Zumutbaren zu treffen, verpflichtet zum insbesondere Schutz ist, die geeignete vor Nutzung nachteiligen von Vorsorgemaßnahmen Grundstücken Hochwasserfolgen den möglichen zum und nachteiligen Schutz zur vor Schadensminderung Folgen nachteiligen für Mensch, Umwelt Hochwasserfolgen zu oder treffen, Sachwerte insbesondere und durch zur Hochwasser anzupassen. Schadensminderung die Nutzung von Grundstücken zu treffen, den insbesondere möglichen die nachteiligen Nutzung von Folgen Grundstücken für Mensch, den Umwelt möglichen oder nachteiligen Sachwerte durch Folgen Hochwasser für Mensch, anzupassen. Umwelt oder Sachwerte Die gesetzlichen durch Hochwasser Vorgaben anzupassen. für den Küstenschutz Die gesetzlichen sind im Landesrecht Vorgaben der für fünf den Küstenländer verankert. sind im Der Landesrecht Bund beteiligt der fünf sich Küsten- Küstenschutländer im Rahmen verankert. der grundgesetzlich Der Bund beteiligt geregelten sich im Gemeinschaftsaufgabe Rahmen der grundgesetzlich Verbesserung geregelten der Agrarstruktur Gemeinschaftsaufgabe und des Küstenschutzes Verbesserung der finanziell an den Küstenschutzmaßnahmen und des Küstenschutzes der finan- Agrarstruktur ziell an den Küstenschutzmaßnahmen der Länder. Zurzeit werden 70 Prozent der Investitionskosten gesetzlichen Zurzeit der Vorgaben werden Länder für vom 70 den Prozent Küstenschutz Bund übernom- der Investi- sind im Die Länder. Landesrecht der fünf Küstenländer verankert. Der Bund beteiligt sich im Rahmen der grundgesetzlich geregelten Getionskostemen. Die Planung der Länder und Durchführung vom Bund übernommen. Maßnahmen Die Planung obliegt und den Durchführung Ländern. Die der Unter- der meinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Maßnahmen haltungskosten Küstenschutzes obliegt müssen finanziell den an die Ländern. den Küstenschutzmaßnahmehaltungskosten übernehmen. der Länder. müssen Zurzeit werden die Länder 70 Prozent alleine der Inves- Die alleine Untertitionskosten übernehmen. der Länder vom Bund übernommen. Die Planung und Durchführung der Maßnahmen obliegt den Unangepasste Siedlungsentwicklung Ländern. Die Unterhaltungskosten müssen die Länder alleine übernehmen. Unangepasste Siedlungsentwicklung Unangepasste Siedlungsentwicklung Hochwasser angepasste Bauweise mit erhöhtem Erdgeschossnivea Hochwasser angepasste Bauweise mit erhöhtem Erdgeschossnivea Hochwasser angepasste Bauweise mit erhöhtem Erdgeschoss Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 35

38 wasserfibelbund :40 Uhr Seite 38 9 Hochwasserflächenmangement 32 TEIL A: BAU UND VERHALTENSVORSORGE FÜR BETROFFENE BÜRGER 9 Hochwasserflächenmanagement Hochwasserschäden entstehen nur dort, wo Werte von Hochwasser betroffen werden. Ein wichtiger Baustein der Hochwasservorsorge ist deshalb das Hochwasserflächenmanagement. Durch die gesetzlichen Vorgaben wird bereits grundsätzlich die weitere Besiedlung der Auen und der Küstenregionen reglementiert. Allerdings will und kann das Hochwasserflächenmanagement nicht die bestehenden Siedlungen aus diesen Gebieten verbannen. Hier müssen die Verhaltensvorsorge und der technischer Hochwasserschutz zur Schadensreduzierung beitragen. Hochwasserschäden entstehen nur dort, wo Werte von Hochwasser betroffen werden. Ein wichtiger Baustein der Hochwasservorsorge ist deshalb das Hochwasserflächenmanagement. Durch die gesetzlichen Vorgaben wird bereits grundsätzlich die weitere Besiedlung der Auen und der Küstenregionen reglementiert. Allerdings will und kann das Hochwasserflächenmanagement nicht die bestehenden Siedlungen aus diesen Gebieten verbannen. Hier müssen die Verhaltensvorsorge und der technischer Hochwasserschutz zur Schadensreduzierung beitragen. Hochwasserflächenmanagement im Binnenland betrachtet nicht nur die Flächen an den Flüssen, an denen das Hochwasser zu Schäden führt. Vielmehr müssen auch die Flächen betrachtet werden, auf denen das Hochwasser entsteht. Unterschieden werden dabei die lang anhaltenden Niederschlagsgebiete, die großräumig in einem Flusseinzugsgebiet langsam aber stetig zu einem Hochwasser führen und die Starkniederschläge, die kurzfristig in kleineren Einzugsgebieten Straßen und Häuser überfluten. Von Bedeutung sind in beiden Fällen Maßnahmen des dezentralen Hochwasserschutzes. Das Prinzip liegt im Rückhalten Hochwasserflächenmanagement des gefallen Niederschlags in der Fläche. imprinzipi- ell kann das Niederschlagswasser im freien Gelände oder in den Siedlungsflächen zurückgehalten werden. Binnenland betrachtet nicht nur die Flächen an den Flüssen, an denen das Hochwasser zu Schäden führt. Vielmehr müssen auch die Flächen betrachtet werden, auf denen das Hochwasser entsteht. Unterschieden werden dabei die lang anhaltenden Niederschlagsgebiete, die großräumig in einem Flusseinzugsgebiet langsam aber stetig zu einem Hochwasser führen und die Starkniederschläge, die kurzfristig in kleineren Einzugsgebieten Straßen und Häuser überfluten. Im freien Gelände bietet Wald den besten Hochwasserpuffer. Waldboden kann Niederschlagswasser sehr gut aufnehmen und zwischenspeichern. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen können das Niederschlagswasser auffangen und zurückhalten. Entscheidend ist hier aber, welche Frucht auf der Fläche angebaut wird und wie intensiv der Regen auf die Fläche einwirkt. Grünland kann zum Beispiel Wasser sehr gut zurück halten. Im Gegensatz zu Getreide oder zu Gras, welche ein zusammenhängendes Wurzelgeflecht bilden, kann auf vegetationsfreien Böden bei starkem Niederschlag und bei Von Bedeutung sind in beiden Fällen entsprechendem Hanggefälle das abfließende Wasser Bodenpartikel ablösen, die als Schlamm mitgeführt werden. Zum einen fehlt das haltende Wurzelgeflecht im Boden, zum anderen kann des Wasser und der Schlamm ungehindert abfließen. Wenn dieses Wasser-Schlamm-Gemisch auf die Bebauung trifft, kommt es häufig zu erheblichen Schäden, auch wenn weit und breit kein Gewässer zu finden ist. Maßnahmen des dezentralen Hochwasserschutzes. Das Prinzip liegt im Rückhalten des gefallen Niederschlags in der Fläche. Prinzipiell kann das Niederschlagswasser im freien Gelände oder in den Siedlungsflächen zurückgehalten werden. Im freien Gelände bietet Wald den besten Hochwasserpuffer. Waldboden kann Niederschlagswasser sehr gut aufnehmen und zwischenspeichern. Auch landwirtschaftliche Nutzflächen können das Niederschlagswasser 36 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz Bodenerosion nach Starkniederschlag Bodenerosion nach Starkniederschlag Im Gegensatz zu Getreide oder zu Gras, Die welche Lage und ein Ausrichtung zusammenhängendes Wegenetzes kann Wurzelgeflecht bilden, kann auf vegetationsfreien den Abflussprozess zusätzliche verstärken. Asphaltierte Schussrinnen ohne Schlammfänge oder Querschläge zum Teil mit Böden überdimensionierten bei starkem Niederschlag und ausgeräumten und Seitengräben bei entsprechendem das Wasser Hanggefälle schnell zu den Siedlungen das abfließende bzw. zu den bringen Gewässern, was gewässerabwärts zu Hochwasser und Schäden führen kann. Wasser Bodenpartikel ablösen, die als Schlamm mitgeführt werden. Zum einen fehlt das haltende Wurzelgeflecht im Boden, zum anderen In den Siedlungsflächen werden im Rahmen des dezentralen kann Hochwasserschutzes des Wasser und immer der Schlamm mehr Dach- ungehin- und Flächenentwässerungen von der Kanalisation abgetrennt. Dies entlastet Gemisch zum auf einen die die Bebauung Kanäle und trifft, zum anderen kommt die Kläranlagen. Das Niederschlagswasser wird dann in Geländemulden oder spezielle Versickerungshilfen so genannte Ri- es häufig zu erheblichen Schäden, auch wenn golen weit eingeleitet und breit und kein versickert. Gewässer Die Wirkung zu finden ist meist ist. nur sehr kleinräumig, hilft aber Schäden zu reduzieren. dert abfließen. Wenn dieses Wasser-Schlamm- Die Lage und Ausrichtung des Wegenetzes kann den Abflussprozess zusätzliche verstärken. Asphaltierte Schussrinnen ohne Schlammfänge oder Querschläge zum Teil mit überdimensionierten und ausgeräumten Seitengräben bringen das Wasser schnell zu den Siedlungen bzw. zu den Gewässern, was gewässerabwärts zu Hochwasser und Schäden führen kann. In den Siedlungsflächen werden im Rahmen des dezentralen Hochwasserschutzes immer mehr Dach- und Flächenentwässerungen von der Kanalisation abgetrennt. Dies entlastet zum einen die Kanäle und zum anderen die Kläranlagen. Das Niederschlags-

39 10 Verhaltenvorsorge und Hochwasservorhersage 10 Verhaltenvorsorge und Hochwasservorhersage und Hochwasservorhersage 10 Verhaltensvorsorge Satellitenbild vom 12. August 2002 und Hochwasservorhersage In einer Vielzahl von größeren Flusssystemen und an den Küsten sind effiziente Hochwasservorhersagesysteme einer Vielzahl von größeren ein unverzichtbarer Flusssystemen In In und Bestandteil einer den Vielzahl Küsten der von Hochwasserschutzmaßnahmen. sind größeren effiziente Flusssystemen Hochwasservorhersagesysteme Grundvoraussetzungen an den Küsten sind ein unverzichtbarer effiziente für ein effektives Hochwasser- und In einer Vielzahl von größeren Flusssystemen und an den vorhersagesysteme Bestandteil Hochwasservorhersage-system der Hochwasserschutzmaßnahmen. ein unverzichtbarer sind jedoch: Küsten sind effiziente Hochwasservorhersagesysteme ein Grundvoraussetzungen Bestandteil unverzichtbarer der Bestandteil Hochwasserschutzmaßnahmen. für ein effektives der Hochwasserschutzmaßnahmen. Die Vorhersage wird für ein für gehört. effektives ein sind jedoch: Hoch- Grundvoraussetzungen Hochwasservorhersage-system Hochwasservorhersage-system wasservorhersagesystem Die Vorhersage sind wird jedoch: rechtzeitig sind jedoch: gehört. Die Man Vorhersage glaubt der wird Vorhersage. gehört. Die wird gehört. Die Das Vorhersage Verhalten wird beim gehört. rechtzeitig Anlaufen und gehört. wäh- Die Man rend Vorhersage glaubt des Hochwassers der Vorhersage. wird rechtzeitig ist eingeübt. gehört. Die Vorhersage wird rechtzeitig gehört. Man Das Verhalten glaubt der beim Vorhersage. Anlaufen und während glaubt des Verhaltensvorsorge der Hochwassers Vorhersage. beim Anlaufen ist eingeübt. ohne und Vorher- wäh- Effiziente Man Das sagesystem rend des ist Hochwassers nicht möglich, ist aber eingeübt. Vorhersagesystem Das Verhaltensvorsorge ohne beim eingeübte Anlaufen und Verhaltens- ohne während Vorher- des Hoch- Effiziente vorsorge wassers verliert ist eingeübt. Effiziente sagesystem Verhaltensvorsorge ist nicht seinen möglich, Wert. aber ohne ein Vorher- Vorhersagesystem Beide ohne ist Maßnahmen nicht eingeübte möglich, brauchen Verhaltensvorsorge Hochwasservorhersage verliert und nicht möglich, ohne seinen aber ein einander. Vorhersagesystem Effiziente Verhaltensvorsorge ohne Vorhersagesystem ist aber ein eingeübte Wert. Vorhersagesystem Verhaltens- ohne eingeübte Verhaltensvorsorge vorsorge Beide verliert haben Maßnahmen seinen verliert gleiche seinen Wert. Priorität. brauchen Wert. Beide einander. Maßnahmen Beide müssen Maßnahmen unterhalten und brauchen Verhaltens- werden. einander. Hochwasservorhersage Hochwasservorhersage vorsorge Beide Maßnahmen Unterstützt haben gleiche brauchen werden Priorität. und einander. kann Verhaltensvorsorgnahmen müssen haben gleiche unterhalten Priorität. werden. Beide Maß- Hochwasservorhersage und Verhaltensvorsorge durch Hochwassermarken haben gleiche Priorität. z. B. anbeide die Beide Verhaltens- Maß- Maßnahmen müssen unterhalten werden. nahmen Brücken Unterstützt müssen und Hauswänden. unterhalten werden kann Diese werden. die vermitteln Verhaltensvorsorge ständig die Gefährdungslage und bieten einen Unterstützt Unterstützt durch Hochwassermarken werden kann werden die Verhaltensvorsorge kann die Verhaltensvorsorge Brücken z. B. an durch Hochwassermarken wichtigen und durch Anhaltspunkt Hauswänden. Hochwassermarken z. B. an Brücken über Diese und die vermitteln Hauswänden. zu z. erwartenden Wasserstände. vermitteln die und Gefährdungslage Hauswänden. ständig die Gefährdungslage Diese und vermitteln bieten und einen bieten B. an Brücken ständig Diese ständig wichtigen einen wichtigen die Anhaltspunkt Gefährdungslage über und die zu bieten erwartenden erwartenden Wasserstände. Anhaltspunkt über die zu erwarten- einen Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt wichtigen für Umweltschutz Baden-Württemberg den Wasserstände. Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg Satellitenbild vom 12. August 2002 Satellitenbild vom 12. August 2002 Plakative Hochwassermarke an der Zwickauer Mulde in Colditz Satellitenbild Plakative vom Hochwassermarke 12. August 2002 an der Zwickauer Mulde in Colditz Plakative Hochwassermarke an der Zwickauer Mulde in Colditz Plakative Hochwassermarke an der Zwickauer Mulde in Colditz Hochwasservorhersagezentrale der Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 37

40 Hochwasserfibelbund :40 Uhr Seite TEIL B: GRUNDSÄTZE BEIM VORSORGENDEN HOCHWASSERSCHUTZ 11 Technischer Hochwasserschutz 11 Technischer Hochwasserschutz Der technische Hochwasserschutz ist ein wichtiger Grundbestandteil aller Hochwasserschutzstrategien. Die wichtigsten Elemente des technischen Hochwasserschutzes sind: Der technische Hochwasserschutz ist ein wichtiger Grundbestandteil aller Hochwasserschutzstrategien. Die wichtigsten Elemente des Rückhaltemaßnahmen: technischen Hochwasserschutzes Talsperren, Hochwasserrückhaltebecken, Flutungspolder sind: Rückhaltemaßnahmen: Talsperren, Flussbaumaßnahmen: Hochwasserrückhaltebecken, Deiche und Dämme Flutungspolder Küstenschutzmaßnahmen: Flussbaumaßnahmen: Deiche, Sperrwerke, Deiche und Buhnen, Wellenbrecher, Dämme Uferschutzwerke, Dünen, Vorlandarbeiten und Sandvorspülungen Küstenschutzmaßnahmen: Deiche, Sperrwerke, Buhnen, Wellenbrecher, Objektschutzmaßnahmen: Uferschutzwerke, Mauern, Dünen, Schutzwände Vorlandarbeiten und Sandvorspülungen sowie und mobile Hochwasserschutzsysteme Objektschutzmaßnahmen: Mauern, Schutzwände und mobile Hochwasserschutzsysteme sowie Hochwasservorhersagesysteme Hochwasservorhersagesysteme 11.1 Funktion der technischen Hochwasserschutzsysteme 11.1 Funktion der technischen Hochwasserschutzsysteme Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken sind im Oberlauf der Gewässer Talsperren zu finden und Hochwasserrückhaltebecken und erzielen im unmittelbaren Unterlauf ihre sind größten im Oberlauf Wirkungen. der Gewässer Flutungspolder zu finden werden am Mittel- erzielen und im Unterlauf unmittelbaren der Gewässer Unterlauf zur Hochwas- ihre größ- und serrückhaltung ten Wirkungen. eingesetzt. Die Flutungspolder Rückhaltewirkung werden bedeutet am für den Unterlauf eine Wasserstandreduzierung verbunden mit einer Talsperre zeitlichen mit Hochwasserentlastung Verzögerung der Hochwasserwelle. Flussbau- und Objektschutzmaßnahmen erzielen ihre Wirkungen unmittelbar an ihren Standorten, führen aber, falls Mittel- und Unterlauf der Gewässer zur Hochwasserrückhaltung eingesetzt. Die Rückhalte- der verloren gegangene Retentionsraum nicht ausgeglichen wird, im Unterlauf zu einer Verschärfung der Hochwassersituationwirkung bedeutet für den Unterlauf eine Wasserstandreduzierung Für Flussbaumaßnahmen verbunden mit einer bieten sich im Regelfall zeitlichen Erddämme Verzögerung an. Stahlspundwände der Hochwasserwelle. oder Stahlbeton werden Flussbau- zum und Bau Objektschutzmaßnahmen von festen Hochwasserschutzwänden verwendet erzielen ihre bzw. Wirkungen bieten einen unmittelbar dichten und an stabilen ihren Unterbau Standorten, für mobile führen Schutzsysteme. aber, falls der verloren gegangene Retentionsraum nicht ausgeglichen wird, im Unterlauf zu einer unterstützen Verschärfung maßgebend Hochwasservorhersagesysteme die der Verhaltensvorsorge Hochwassersituation. im Vorfeld Für Flussbaumaßnahmen bieten und sich sie im sind Regelfall für die optimale Erddämme Steuerung an. der und während eines Hochwassers, Rückhaltemaßnahme Stahlspundwände oder unerlässlich. Stahlbeton werden zum Bau von festen Hochwasserschutzwänden verwendet bzw. bieten einen dichten und stabilen 11.2 Wirtschaftlichkeit von Unterbau für mobile Schutzsysteme. Hochwasserschutzmaßnahmen Hochwasservorhersagesysteme unterstützen maßgebend die Verhaltensvorsorge im Vor dem Bau einer Hochwasserschutzeinrichtung werden Vorfeld und während eines Hochwassers, und im sie Rahmen sind für die einer optimale Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Steuerung der Rückhaltemaßnahme Kriterien gegeneinander unerlässlich. folgende abgewogen: 11.2 Investitions- Wirtschaftlichkeit und Reinvestitionskosten von für die Hochwasserschutzeinrichtung Hochwasserschutzmaßnahmen (Baukosten für die Anlagen, Flächenverbrauch, Deichinstandsetzung, Ersatz beschädigter dem Bau mobiler einer Teile, Hochwasserschutzeinrich- etc.), Vor tung werden im Rahmen einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung Betriebs- und Unterhaltungskosten folgende Kriterien gegen- für die Hochwas- einander serschutzeinrichtung abgewogen: (Deichunterhaltungsmaßnahmen, Betrieb- und Unterhaltungskosten von Sonderbauwerken Investitionswie Pumpanlagen, und Reinvestitionskosten Auf- und Abbau, Pflege für die Hochwasserschutzeinrichtung und Lagerung der mobilen Systeme), (Baukosten für die Anlagen, Flächenverbrauch, Deichinstandsetzung, Ersatz Der aus dem verminderten Schadenresultierende Nutzen während der kalkulatorischen Lebensdauer der beschädigter mobiler Teile, etc.), Betriebs- und Unterhaltungskosten für Schutzeinrichtung. die Hochwasserschutzeinrichtung (Deichunterhaltungsmaßnahmen, Betrieb- Dabei ist und zu Unterhaltungskosten beachten, dass der Nutzen von Sonderbauwerken rechtfertigt. wie Pumpanlagen, Bei der Wahl des Auf- Schutzgrades und wird der Einrichtung die Kosten dem Schutz Abbau, von Pflege Menschenleben und Lagerung und der der mobilen Verbesserung der Lebensqualität Systeme), für den Menschen ein hohes Gewicht beigemessen. Talsperre mit Hochwasserentlastung 38 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

41 Hochwasserschutzwand mit Sicherheitsglas Hochwasserschutzwand mit Sicherheitsglas Hochwasserschutzwand mit Sicherheitsglas Der aus dem verminderten Schadenresultierende Der aus dem verminderten Nutzen während Schadenresultierende der kalkulatorischen Lebensdauer Der aus dem verminderten Schadenresultierende Nutzen während der Schutzeinrichtung. Mögliche Versagensarten Lebensdauer von der Schutz- der kalkulatorischen 11.3 Nutzen während der kalkulatorischeeinrichtung. Lebensdauer der Schutzeinrichtung. Schutzeinrichtungen Dabei ist zu beachten, dass der Nutzen der Einrichtung Dabei Hochwasserschutzeinrichtungen sind technische Anlagen, ist zu die beachten, Kosten rechtfertigt. dass der Nutzen Bei der der Einrichtung Dabei die auf ein bestimmtes Ereignis bemessen wurden. Nach ist zu beachten, dass der Nutzen der Einrichtung Wahl Überschreiten des die Schutzgrades Kosten rechtfertigt. Bemessungsereignisses, wird dem Bei Schutz der aber bereits von Wahl die Kosten rechtfertigt. Bei der Menschenleben des Schutzgrades auch vorher können und bei ungünstigen der wird Verbesserung dem Schutz Umständen der von Schutzanlagen versagen. für Folgende und Wahl Menschenleben des Schutzgrades wird dem Schutz von Lebensqualität den der Menschen grundsätzliche Verbesserung ein Versagensmechanismen beigemessen. von Schutzsystem für den Menschen sind bei der ein Planung hohes und hohes der Menschenleben Lebensqualität und der Verbesserung der Gewicht Lebensqualität Gewicht beim Betrieb beigemessen. zu unterscheiden: für den Menschen ein hohes Gewicht beigemessen Mögliche Versagensarten von Versagen nach Überschreiten des Schutzzieles/der 11.3 Schutzhöhe: Schutzeinrichtungen Mögliche Versagensarten von 11.3 Schutzeinrichtungen Mögliche Versagensarten von Schutzeinrichtungen Hochwasserschutzeinrichtungen Bei Talsperren und Rückhaltebecken: sind technische Die Anlagen, Hochwasserentlastung die auf ein bestimmtes der Rückhalteräume sind Hochwasserschutzeinrichtungen Ereignis technische an und verhindert den weiteren Aufstau sind im techni- Becken. Die springt Hochwasserschutzeinrichtungen bemessen Anlagen, wurden. die auf Nach ein Überschreiten bestimmtes Ereignis des sche bemessen Hochwasserentlastungen Anlagen, die auf ein sind bestimmtes so dimensioniert, Ereignis dass Bemessungsereignisses, wurden. Nach aber Überschreiten bereits auch des vorher können bemessen am Bauwerk wurden. selbst Nach kein Schaden Überschreiten entsteht. Die des durch die Bemessungsereignisses, Bemessungsereignisses, Hochwasserentlastung bei ungünstigen aber abgeführte Umständen bereits auch vorher aber bereits Abflussmenge auch vorher führt Schutzanlagen können bei zu einem Ansteigen versagen. ungünstigen der Wasserstände Folgende Umständen im grundsätzliche Die Versagensmechanismen Abflussmenge versagen. kann das Folgende Mehrfache von Schutz- Unterwasser. Schutzanlagen können bei ungünstigen Umständen grundsätzliche des Regelabflusses Versagensmechanismen betragen. sind bei der Planung und Schutzanlagen versagen. Folgende grundsätzlichsystem von beim Schutzsystem Betrieb Versagensmechanismen von Schutzsystem zu unterscheiden: sind bei der Planung und beim Betrieb zu unterscheiden: Bei Deichen sind bei und der Dämmen: Planung Beim und Überströmen beim Betrieb von zu unterscheiden: Erdbauwerken besteht trotz der schützenden Vegetationsdecke nach immer Überschreiten die Gefahr von Oberflächenerosion. Versagen Versagen des Hohe Schutzzieles nach Überschreiten Fließgeschwindigkeiten / der Schutzhöhe: oder der Wellenschlag an Versagen des nach Überschreiten der Schutzzieles Küste verstärken / der die Schutzhöhe: Gefahr. Die einsetzende Erosion, Bei beispielsweise Talsperren von und der Dammkrone Rückhaltebecken: her, vergrößert des Schutzzieles / der Schutzhöhe: nach Bei und nach den Einströmquerschnitt, wodurch die Die Talsperren Hochwasserentlastung und Rückhaltebecken: der Rückhalteräume springt an und Erosion Bei Die Talsperren Hochwasserentlastung ihrerseits erneut und zunimmt. Rückhaltebecken: Deichbruchstellen der verhindert Rückhalteräume von Die mehreren Hochwasserentlastung hundert Metern können der die Rückhalteräume Folge sein. den weiteren springt Aufstau an im und Becken. verhindert den weiteren springt Aufstau an im und Becken. verhindert Bei Die Hochwasserschutzmauern Hochwasserentlastungen und fest sind installierten so den weiteren Aufstau im Becken. mobilen Die dimensioniert, Hochwasserentlastungen Schutzsystemen: dass Die am Schutzsysteme Bauwerk sind selbst so werden Die Hochwasserentlastungen sind so überströmt kein dimensioniert, Schaden und überfluten entsteht. dass am das Die dahinter Bauwerk durch liegende selbst Gebiet. kein dimensioniert, In der Schaden Regel besteht entsteht. dass dabei am keine Die Bauwerk durch Gefahr selbst für Zerstörungen kein die Hochwasserentlastung abgeführte die Hochwasserentlastung am Schaden System selbst. entsteht. Die durch Abflussmenge führt zu einem abgeführte Ansteigen die Abflussmenge Hochwasserentlastung führt zu einem abgeführte Ansteigen Bei der Abflussmenge Sandsackbarrieren Wasserstände führt und im zu bei Unterwasser. einem manchen Ansteigen Sandsackersatzsystemen Die Abflussmenge besteht die kann Gefahr das einer Mehrfache Zerstörung bei der Wasserstände im Unterwasser. der Wasserstände im Unterwasser. einer des Die Überströmung. Regelabflusses Abflussmenge Diese kann betragen. Tatsache das sollte Mehrfache bei der Konzeption des Regelabflusses des Schutzsystems betragen. beachtet werden. Die Abflussmenge kann das Mehrfache des Regelabflusses betragen. Hochwasserschutzwand Hochwasserschutzdeich mit Sicherheitsglas an der Elbe Hochwasserschutzdeich an der Elbe Hochwasserschutzdeich an der Elbe Hochwasserschutzdeich an der Elbe Hochwasserschutzwand mit Stahlspundwand im Bau Hochwasserschutzwand mit Stahlspundwand im Bau Hochwasserschutzwand mit Stahlspundwand im Bau Hochwasserschutzwand mit Stahlspundwand im Bau Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 39

42 des Dammkörpers oder das Versagen der Dammstatik. Beide Ursachen führen ohne Gegenmaßnahmen in jedem Fall zum Bruch. Um diese Fälle wenn möglich zu verhindern, werden die Deiche und Dämme an unseren Gewässern mit beginnendem Einstau ständig beobachtet. Zeigen sich erste Anzeichen für ein mögliches Versagen, beginnt die Deichwehr mit Deichverteidigungsmaßnahmen. Mobiler Hochwasserschutz mit Dammbalken Gibt es im Einzugsgebiet des Gewässers ein Hochwasservorhersagesystem, lässt sich der Zeitpunkt, an dem die max. Schutzhöhe erreicht werden wird, recht genau vorausschätzen. Für diesen Fall sind je nach Schutzsystem Maßnahmen in den Alarm- und Einsatzplänen vorzusehen. Versagen vor Erreichen des Schutzzieles/der Schutzhöhe Das Versagen von Schutzsystemen vor Erreichen des Schutzziels/der Schutzhöhe kann auch als technisches Versagen angesehen werden. Trotz der Beachtung aller Regeln der Technik ist dieses Szenario bei der Planung von Vorsorgemaßnahmen zu beachten. Bei Talsperren und Rückhaltebecken: Das Versagen der Anlagen führt zu einer plötzlichen Erhöhung der Abflüsse und der Wasserstände im Unterlauf. Häufig in Verbindung mit einer murenähnlichen Geschiebeführung. Bei Deichen und Dämmen: Häufigste Versagensursachen sind die rückschreitende Erosion im oder unterhalb des Dammkörpers oder das Versagen der Dammstatik. Beide Ursachen führen ohne Gegenmaßnahmen in jedem Fall zum Bruch. Um diese Fälle wenn möglich zu verhindern, werden die Deiche und Dämme an unseren Gewässern mit beginnendem Einstau ständig beobachtet. Zeigen sich erste Anzeichen für ein mögliches Versagen, beginnt die Deichwehr mit Deichverteidigungsmaßnahmen. Mobiler Hochwasserschutz mit Dammbalken Bei Hochwasserschutzmauern und fest installierten mobilen Schutzsystemen: Die erforderlichen statischen Nachweise, eine sorgfältige Wartung und der fachgemäße Aufbau sichern die Stabilität der Schutzsysteme. Im Hochwasserfall können jedoch unvorhergesehene Belastungen die Systeme beschädigen. Bei der Wahl der Systeme ist darauf Bei zu achten, Hochwasserschutzmauern dass beim Versagen von Teilen des Schutzsystems installierten nicht das mobilen gesamte Schutzsystemen und fest System versagt (Dominoeffekt). Die erforderlichen statischen Nachweise 11.4 Hochwasserschutz im eine Kanalsystem/ sorgfältige Wartung und der fachgemäße Aufbau sichern die Stabilität de Sicherung der Binnenentwässerung Schutzsysteme. Im Hochwasserfall Oberirdische Hochwasserschutzmaßnahmen können jedoch müssen unvorhergesehene immer in Verbindung mit dem Kanalsystem betrachtet wer- Belastungen die Systeme beschädigen. Bei der den. Ohne geeignete Vorsorgemaßnahmen und/oder Wahl der Systeme ist darauf zu achten, konstruktive Maßnahmen im Kanalsystem können Hochwasserschutzmaßnahmen ihre dass Wirkung beim verlieren. Versagen Folgendes sollte untersucht oder beachtet systems werden: nicht das gesamte System versag von Teilen des Schutz (Dominoeffekt). Das Eindringen und Ausbreiten des Hochwassers in das Kanalsystem sollte auf jeden Fall verhindert werden Hochwasserschutz im Kanalsystem / Regenüberläufe im Kanalsystem Sicherung bilden Kurzschlüsse der Binnenentwässerung zum Gewässer. Diese sollten durch Rückschlagklappen, besser durch Verschlüsse Oberirdische gesichert werden. Hochwasserschutzmaßnahmen müssen immer in Verbindung mit dem Kanalsystem betrachtet werden. Ohne geeignete Werden Teile der Siedlungsfläche oberirdisch überflutet, gelangt das Hochwasser über Kanalschächte und Straßeneinläufe in das Vorsorgemaßnahmen Kanalsystem. Druckdichte und Kanaldeckel und abschnittsweise Maßnahmen durch im Schieber Kanalsystem absperr- können / oder konstruktive bare Kanalstränge verhindern Hochwasserschutzmaßnahmen das Überfluten des restlichen Kanalnetzes. Im bereits überfluteten Kanalsystem ihre Wirkung verlieren. Folgendes sollte untersucht oder übernehmen die Rückschlagklappen in den Hausanschlüssen und Heberanlagen den Schutz der beachtet werden: Gebäude. Kanaldeckel und Kanalstränge vor der Hochwasserschutzeinrichtung müssen besonders gesichert werden. 40 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

43 ilen des Schutz- System versagt Hochwasserfibelbund :41 Uhr Seite 44 nalsystem / wässerung 38 TEIL B: GRUNDSÄTZE BEIM VORSORGENDEN HOCHWASSERSCHUTZ maßnahmen it dem Kanalgeeignete r konstruktive nnen ihre Wirkung sucht oder 11.5 Küstenschutz Ohne Küstenschutzmaßnahmen würden die ca. 1,1 Millionen Hektar Niederungsgebiete im Einzugsbereich der deut- Integrierte Hochwasserschutzklappe Die Binnenentwässerung hinter der 11.5 Küstenschutz Schutzeinrichtung ist zu gewährleisten. schen Nord- und Ostseeküste bei jeder schweren Sturmflut Die Binnenentwässerung hinter der Schutzeinrichtung ist zu gewährleisten. Die Vorflut des Schmutz- und Regenwassers im Kanalsystem ist auch bei überschwemmt. Ohne Küstenschutzmaßnahmen Die Nutzung und Entwicklung würden dieser die Gebiete als ca. Lebens- 1,1 Millionen und Wirtschaftsraum Hektar Niederungsgebiete wäre nicht möglich. im Küstenschutzdeiche, Einzugsbereich Sperrwerke, der deutschen gesicherte Nord- Steilufer und Ostseeküste oder Die Vorflut des Schmutz- Hochwasser und sicher Regenwassers zu stellen. im Kanalsystem ist auch stau bei im Hochwasser Kanal ist nur sicher bedingt zu stellen. möglich. Ein Ein Rück- und regelmäßige bei jeder Sandvorspülungen schweren Sturmflut schützen über- diese Dünen Flächen schwemmt. heute auf sehr Die hohem Nutzung Sicherheitsniveau. und Entwicklung Nach der Rückstau im Kanal Bei ist lang nur anhaltenden bedingt möglich. Hochwasserereig-verheerendenissen dieser Gebiete Flutkatastrophe als Lebens- von und 1962 Wirtschaftsraum haben die fünf steigt der Grundwasserspiegel Küstenländer wäre nicht alle Maßnahmen, möglich. Küstenschutzdeiche, die zur Abwehr derartig Sperr- ex- Bei lang anhaltenden und Hochwasserereignissen erreicht das Kanalsohlenniveau. steigt der tremer werke, Sturmfluten gesicherte erforderlich Steilufer sind, oder in Generalplänen Dünen und Grundwasserspiegel Der Fremdwasseranteil an und erreicht das Kanalsohlenniveau. im Kanalsystem für den regelmäßige Küstenschutz Sandvorspülungen zusammengestellt und schützen diese seitdem diese Der Fremdwasseranteil steigt und muss im abgeleitet Kanalsystem werden. steigt kontinuierlich Flächen umgesetzt. heute auf Obwohl sehr hohem aufgrund Sicherheits- der hohen In- und muss abgeleitet Der Abfluss werden. von den Seitenzuflüssen darfvestitionskosten niveau. Nach die Generalpläne der verheerenden noch immer Flutkatastrophe nicht voll- von ausgeführt 1962 haben werden die konnten, fünf Küstenländer waren die bisher alle er- nur bedingt zurück stauen. Die erforder-ständilichen den Seitenzuflüssen Pumpwerke darf sollten nur mit bedingt ausreigriffenen Der Abfluss von Maßnahmen, die so erfolgreich, zur Abwehr dass derartig die Sturmfluten extremer zurück stauen. Die chender erforderlichen Kapazität Pumpwerke dimensioniert sollten werden. von 1976, Sturmfluten 1990 und 1994 erforderlich an Nordsee sind, und in General an der mit ausreichender Kapazität dimensioniert werden. Ostsee mit höheren Wasserständen als 1962 sicher abgewehrt Küstenschutz mit Lahnungen und Hochwasserschutzdeich werden konnten. Küstenschutz mit Lahnungen und Hochwasserschutzdeich Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 41

44 Küstenschutzdeich Küstenschutzdeich Küstenschutzdeich plänen für den Küstenschutz zusammengestellt plänen für den Küstenschutz zusammengestellt und diese seitdem kontinuierlich umgesetzt. Küstenschutzanlagen und diese seitdem müssen kontinuierlich fortlaufend umgesetzt. kontrolliert und Obwohl aufgrund der hohen Investitionskosten unterhalten Obwohl aufgrund werden. Außerdem der hohen sind Investitionskosten in den nächsten Jahren die nicht Generalpläne nur die Restmaßnahmen noch immer der nicht Generalpläne vollständig kon- die Generalpläne noch immer nicht vollständig ausgeführt sequent umzusetzen. werden Genauso konnten, wichtig waren ist es die im Hinblick bisher ausgeführt werden konnten, waren die bisher ergriffenen auf den sich abzeichnenden Maßnahmen Klimawandel so erfolgreich, die Entwicklung dass ergriffenen Maßnahmen so erfolgreich, dass die der Sturmfluten Bemessungsgrößen von 1976, für die 1990 Küstenschutzanlagen und 1994 der sorgfältig zu beobachten und 1995 und an der auszuwerten, Ostsee mit um höheren frühzeitig not- die Sturmfluten von 1976, 1990 und 1994 an der Nordsee wendige Nordsee Anpassungsmaßnahmen und 1995 an der Ostsee ergreifen mit zu höheren können. Wasserständen als 1962 sicher abgewehrt werden konnten. Küstenschutz Wasserständen bleibt als eine 1962 wichtige sicher Daueraufgabe abgewehrt auch werden konnten. gewissen Restrisiko für bereits geschützte Bereiche. mit einem Küstenschutzanlagen müssen fortlaufend Küstenschutzanlagen müssen fortlaufend kontrolliert und unterhalten werden. Außerdem sind in den nächsten Jahren nicht nur die kontrolliert und unterhalten werden. Außerdem sind in den nächsten Jahren nicht nur die Restmaßnahmen der Generalpläne konsequent Restmaßnahmen der Generalpläne konsequent umzusetzen. umzusetzen. Genauso Genauso wichtig wichtig ist ist es es im im Hinblick Hinblick auf auf den den sich sich abzeichnenden abzeichnenden Klimawandel Klimawandel die die Entwicklung Entwicklung der der Bemessungsgrößen Bemessungsgrößen für für die die Küstenschutzanlagen Küstenschutzanlagen sorgfältig sorgfältig zu zu beobachten beobachten und und auszuwerten, auszuwerten, um um frühzeitig frühzeitig notwendige notwendige Anpassungsmaßnahmen ergreifen ergreifen zu zu können. können. Küstenschutz Küstenschutz bleibt bleibt eine eine wichtige wichtige Daueraufgabaufgabe auch auch mit mit einem einem gewissen Restrisiko für für bereits bereits geschützte Bereiche. Dauer- Küstenschutz mit Flechtwerkzaun Küstenschutz mit Flechtwerkzaun Küstenschutz mit Flechtwerkzaun 42 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

45 12 Planung von Abwehrmaßnahmen Obwohl jedes Hochwasserereignis anders abläuft, lassen sich viele Maßnahmen zur Gefahrenabwehr und Schadensminderung im Voraus planen. Die dafür geeigneten Instrumente sind Gefahrenabwehrpläne, insbesondere Katastrophenschutzpläne, Obwohl jedes Hochwasserereignis die jede anders zuständige abläuft, lassen Behörde, sich viele Maßnahmen vornehmlich zur Gefahrenabwehr auf kommunaler und Ebene, Schadensminderung Rahmen ihrer im Voraus Aufgaben planen. aufstellt. Die dafür geeigne- im ten Instrumente sind Gefahrenabwehrpläne, insbesondere Katastrophenschutzpläne, die jede zuständige Behörde, 12.1 Zuständigkeiten im Hochwassereinsatz vornehmlich auf kommunaler Ebene, im Rahmen ihrer Aufgaben aufstellt. Die Zuständigkeiten bei der Gefahrenabwehr und 12.1 dem Zuständigkeiten Katastrophenschutz im Hochwassereinsatz im Hochwasserfall regeln die Katastrophenschutzgesetze der Die Länder. Zuständigkeiten Die Gefahrenabwehr bei der bei Hochwassetastrophenschutz liegt zunächst im im Hochwasserfall Verantwortungsbereich regeln die Katastro- und dem Kaphenschutzgesetze der Länder. Die Gefahrenabwehr bei des Bürgermeisters, des Oberbürgermeisters Hochwasser liegt zunächst im Verantwortungsbereich des oder des Landrats vor Ort. Für die Koordinierung vor Ort. Für der die Verwaltungsmaßnahmen Koordinierung der Verwaltungsmaßnah- wird ein Bürgermeisters, des Oberbürgermeisters oder des Landrats Verwaltungsstab men wird ein Verwaltungsstab gebildet. gebildet. Die Koordination Die der Einsatzmaßnahmen wird wird von einem von einem Führungsstab Führungsstab oder der technischen oder Einsatzleitung der technischen übernommen. Einsatzleitung übernommen. Für den Einsatz stehen Für den Einsatz stehen die örtlichen Einsatzkräfte zur Verfügung. die örtlichen Einsatzkräfte zur Verfügung. Erreicht die Hochwassergefahr einen Zustand, der Leben oder Gesundheit Erreicht die zahlreicher Hochwassergefahr Menschen, die Umwelt, einen erhebliche Sachwerte der Leben oder die oder lebensnotwendige Gesundheit zahlreicher Versorgung der Zustand, Menschen, Bevölkerung die in so Umwelt, ungewöhnlichem erhebliche Maße Sachwerte gefährdet oder oder schädigt, die dass lebensnotwendige ein Zusammenwirken Versorgung aller Behörden, derstellen und Organisationen erforderlich scheint, kann die Katastrophenschutzbehörde, in der Regel der Landrat, bei kreis- Bevölkerung in so ungewöhnlichem Maße gefährdet oder schädigt, dass ein Zusammenwirken staaten der aller Innensenator, Behörden, Katastrophenalarm Stellen und Organi- auslösen und freien Städten der Oberbürgermeister oder bei Stadtsationen die Leitung erforderlich Einsatzmaßnahmen scheint, kann übernehmen. die Katastrophenschutzbehördeche Kräfte (z. B. Hilfsorganisationen, in der Regel Bundeswehr) der Landrat, können Zusätzli- bei hinzugezogen kreisfreien werden. Städten der Oberbürgermeister oder bei Stadtstaaten der Innensenator, Katastrophenalarm auslösen und die Leitung der Ist die Bewältigung eines Hochwassers auf Kreisebene nicht mehr möglich, kann ein Krisenstab auf Landesebene das Einsatzmaßnahmen Krisenmanagement übernehmen. übernehmen. Übergreift Zusätzliche die Hochwasserlage (z.b. mehrere Hilfsorganisationen, Bundesländer kann auch Bundeswehr) der auf An- Kräfte können frage das hinzugezogen Krisenmanagement werden. für die betroffenen Länder koordinieren. Ist die Bewältigung eines Hochwassers auf Kreisebene nicht mehr möglich, kann ein Krisenstab auf Landesebene das Krisenmanagement übernehmen. Übergreift die Hochwasserlage mehrere Bundesländer kann auch der Bund auf Anfrage das Krisenmanagement für die betroffenen Länder koordinieren Alarmplan Alarmplan Ein wichtiger Bestandteil eines Gefahrenabwehrplanes eines Gefahrenabwehrplanes Alarmplan. Er gewährleistet der Alarmplan. die rechtzeitige Er gewährlei- Bildung ist der des stet Einsatzstabes die rechtzeitige und die Bildung Koordinierung des Einsatzstabes der Einsatzplanung. und die Koordinierung der Einsatzplanung. Der Alarmplan enthält insbesondere: Der Alarmplan enthält insbesondere: Adressenverzeichnis und Erreichbarkeiten der Einsatzleitung Adressenverzeichnis und Einsatzkräfte (dienstliche und Erreichbar- und private Tele- fonnummer, keiten der Fax, Einsatzleitung etc.), und Einsatzkräfte (dienstliche und private Telefonnummer, Fax, etc.), Zusammensetzung der Einsatzleitung, Zusammensetzung der Einsatzleitung, Zuständigkeiten der Einsatzleitung, Zuständigkeiten der Einsatzleitung, Unterbringung der Einsatzleitung, der Einsatzleitung, Maßgebliche Pegelstände entsprechend Maßgebliche der Hochwassermeldeordnung Pegelstände entsprechend der (HMO) Hochwassermeldeordnung (HMO), Alarmierungswege, Alle Informationsquellen zum Wetterund Hochwassergeschehen. Alarmierungswege, Alle Informationsquellen zum Wetter- und Hochwassergeschehen. Sandsackfüllmaschine Sandsackfüllmaschine Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 43

46 Deichsicherungsübung Die Alarmierungsphase ist zu unterteilen in: Überwachungsphase Mit der Überwachungsphase beginnt die Beobachtung und fachliche Bewertung der weiteren Wetter- und Hochwasserentwicklung. Voralarm Lässt sich aus der Beobachtung auf eine zunehmende Hochwassergefahr schließen, ist Voralarm auszulösen. Alle Ämter, Dienststellen, Hilfsorganisationen und besonders hochwassergefährdete Objekte werden informiert. Hochwasseralarm Nach dem Überschreiten der festgelegten Schwellenwerte (HMO) ist Hochwasseralarm auszulösen. Folgende Regeln sind von der Einsatzleitung zu beachten: Wichtige Informationen werden mit einer Eingangsbestätigung dokumentiert. Alle eingeleiteten Maßnahmen sind per Auftrags- und Vollzugsmeldung im Einsatzbuch zu dokumentieren. Nach Unterschreiten eines festgelegten Schwellenwertes (HMO) wird der Hochwasseralarm aufgehoben Einsatzplan Ein weiterer Bestandteil des Gefahrenabwehrplanes ist der Einsatzplan. Er enthält insbesondere alle Informationen und Maßnahmen zur Gefahrenabwehr: Hochwassergefahrenkarten, Listen und Karten mit besonders gefährdeten Objekten, Einsatz-, Versorgungs- und Evakuierungswege, Deichsicherungsübung Alle Maßnahmen zur Die Gefahrenabwehr Alarmierungsphase und Schadensminderung ist zu unterteilen in: in ihrer zeitlichen Abfolge und Abhängig- keit der Pegelstände z. B.: Überwachungsphase Maßnahmen im Kanalsystem (Schließen von Schiebern), Mit der Überwachungsphase beginnt die Beobachtung und Verkehrsumleitungen, und fachliche Bewertung der weite Straßensperrungen Aufbau von mobilen ren Wetter- Hochwasserschutzsystemen, und Hochwasserentwicklung. Deichverteidigungsmaßnahmen, Sammelstellen für die zu evakuierende Bevölkerung, Voralarm NotunterkünfteLässt sich aus der Beobachtung auf eine etc. zunehmende Hochwassergefahr schließen, ist Voralarm auszulösen. Alle Ämter, Dienststellen, Hilfsorganisationen (z. B. Texte für Lautsprecher- und besonders hoch- Vorbereitete Mitteilungen fahrzeuge, Pressemitteilungen), wassergefährdete Objekte werden informiert. einer Eingangsbestätigung dokumentier Adressenverzeichnis von Experten, Hochwasseralarm Betrieben und Unternehmen, Nach dem Überschreiten die Materialien zur der festgelegten Gefahrenabwehr Schwellenwerte zur Verfügung stellen, (HMO) ist Hochwasseralarm Ärzten, Seelsorgern, Psychologen auszulösen. Folgende Regeln sind von der Apotheken, Lebensmittelgeschäften Einsatzleitung zu beachten: etc. Wichtige Informationen werden mit Alle eingeleiteten Maßnahmen sind per Auftrags- und Vollzugsmeldung im Einsatzbuch zu dokumentieren. Nach Unterschreiten eines festgelegten Schwellenwertes (HMO) wird der Hochwasseralarm aufgehoben. 44 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

47 Hochwassereinsatz Hochwassereinsatz Hochwassereinsatz Vorbereitung und und Durchführung von von 12.4 Evakuierungen Vorbereitung und Durchführung von Evakuierungen Als Als Als Ergebnis Ergebnis einer einer Hochwasserrisikoanalyse Hochwasserrisikoanalyse müssen für müssen denkbare für Szenarien für denkbare Evakuierungsmaßnahmen Szenarien Evakuierungs- geplant maßnahmen werden. Der Einsatzplan geplant enthält werden. alle Der hierfür Der Einsatzplan erforderlichen enthält Informationen. alle alle hierfür Eine Evakuierung erforderlichen kann dann Informa- bereits erforderlich werden, wenn die Versorgung der Bevölkerung (z. B. Eine Eine Evakuierung kann dann bereits nach Ausfall der Wasser-, Strom, Gas- oder Fernwärmevertionen. erforderlich werden, wenn die die Versorgung der der sorgung) oder die Abwasserentsorgung nicht mehr sicher Bevölkerung gestellt werden (z. kann. (z. B. B. nach Ausfall der der Wasser-, Strom, Gas- Gas- oder Fernwärmeversorgung) oder die Für die Abwasserentsorgung die Planung einer Evakuierung nicht ist mehr unter sicher anderem erforderlich: werden kann. gestellt Der Evakuierungsbedarf ist festzustellen: Für Für die die Planung einer Evakuierung ist ist unter anderem Anzahl erforderlich: ggf. zu evakuierenden Personen Der Der Evakuierungsbedarf Personen aus besonderen ist ist festzustellen: Einrichtungen (z. B. Krankenhäuser, Altenheimen, JVA usw.) Haustiere/Nutztiere Anzahl der der ggf. ggf. zu zu evakuierenden Der Personen Fahrzeugbedarf für den Transport ist zu ermitteln. Fahrzeugkapazitäten Personen aus aus besonderen rechtzeitig vor Einrichtungen der Evakuierung planen (z. (z. und B. B. Krankenhäuser, sichern. Altenheimen, Fahrzeuge JVA JVA usw.) des öffentlichen Nahverkehrs Fahrzeuge von Busunternehmen und sonstigen Haustiere / Nutztiere / Unternehmen Der Der Fahrzeugbedarf für für den den Transport ist ist Sammelstellen zu zu ermitteln. für Personen Fahrzeugkapazitäten müssen: rechtzeitig vor vor der der Evakuierung planen und und im sichern. Hochwasserfall erreichbar sein. Fahrzeuge des des öffentlichen Nah- bekannt sein. verkehrs Fahrzeuge von von Busunternehmen und und sonstigen Unternehmen Sammelstellen für für Personen müssen: im im Hochwasserfall erreichbar sein. bekannt sein. Hochwassereinsatz Fluchtwege müssen: Fluchtwege müssen: im im Hochwasserfall im Hochwasserfall befahrbar befahrbar sein. sein. identifiziert werden und und im im Evakuie- identifiziert rungsfall werden den und Einsatzkräften im Evakuierungsfall bekannt den Einsatzkräften Evakuierungswege bekannt sein. sind sind zu zu kennzeichnen. Evakuierungswege dürfen nicht durch Evakuierungswege sind zu kennzeichnen. sein. sein. Einsatzkräfte versperrt werden. Evakuierungswege dürfen nicht durch Einsatzkräfte Bei Bei versperrt der der Durchführung werden. einer Evakuierung sollte beachtet werden: Bei der Durchführung einer Evakuierung sollte beachtet werden: Es Es ist ist sicherzustellen, dass dass die die Informationen über die die bevorstehende Evakuierung: Es ist sicherzustellen, dass die Informationen über die bevorstehende Evakuierung: rechtzeitig weitergegeben werden, rechtzeitig die die ganze weitergegeben zu zu evakuierenden werden, Bevölkerung erreicht und und die ganze zu evakuierenden Bevölkerung erreicht und eindeutig sind sind (genaue Informationen über eindeutig Zeitpunkte sind und (genaue Informationen und Sammelpunkte zur über Zeitpunkte zur und Evakuierung). Sammelpunkte zur Evakuierung). Die Die Versorgung der evakuierten der der evakuierten Bevölkerung Bevölkerung ist sicherzustellen: ist ist sicherzustellen: Die Grundversorgung der Bevölkerung wird von den Kommunen Die Die Grundversorgung übernommen (Unterkunft, der der Bevölkerung mobile Küchen, Waschstützpunkte wird von von den den etc.). Kommunen übernommen (Unterkunft, mobile Küchen, Wasch- Eine stützpunkte Zusatzversorgung etc.). kann von den Hilfsorganisationen geleistet werden (z. B. soziale Betreuung). Eine Eine Zusatzversorgung kann von von den den Hilfsorganisationen geleistet werden (z. (z. B. B. soziale Betreuung). Im Im evakuierten Bereich ist ist zu zu beachten: Es Es ist ist erforderlich, den den evakuierten Bereich zu zuüberwachen und und zu zu überprüfen. Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 45

48 Im evakuierten Bereich ist zu beachten: Es ist erforderlich, den evakuierten Bereich zu überwachen und zu überprüfen. Zur Minderung der Unfallgefahr und zur Verhinderung von Plünderungen kann ein Betretungsverbot ausgesprochen werden. Ausnahmegenehmigungen für Einsatzkräfte, Landwirte zur Versorgung der Nutztiere etc. können gewährt werden. Bei besonders hoher Gefährdung von Leib und Leben können nach den in den Ländern geltenden Regelungen die Grundrechte eingeschränkt werden und somit eine Zwangsevakuierung angeordnet werden. Die Durchsetzung dieser Maßnahmen/Anordnungen erfolgt entsprechend den in den Ländern geltenden Regelungen. Ergibt sich die Notwendigkeit einer Evakuierung, dürfte regelmäßig der Katastrophenfall bzw. die Großschadenslage nach den jeweiligen Regeln der Länder festzustellen sein Mechanismen zur Maßnahmenoptimierung Fortschreiben der Alarm- und Einsatzpläne Nach jedem Hochwasserereignis ist der Alarm- und Einsatzplan kritisch zu überprüfen und fortzuschreiben. Anhand des zu erstellenden Hochwasserberichtes sind Maßnahmen und Vollzugsdefizite aufzuzeigen und zu beseitigen. Regelmäßige Übungen Regelmäßige Übungen sind ein unverzichtbarer Bestandteil der Verhaltensvorsorge. Sie dienen primär zur Überprüfung der Alarm- und Einsatzpläne und zur ständigen Aus- und Fortbildung der Einsatzkräfte. Im Rahmen der Übungen ist besonders auf die Zusammenarbeit zwischen den Einsatzkräften verschiedener Behörden und Hilfsorganisationen Wert zu legen. Die Übungen dienen zur Festigung der Informationswege und zur Verbesserung des Informationsflusses zwischen den Beteiligten. Partnerschafen mit den Ober- und Unterliegern Ein regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen Oberund Unterliegern sowie gemeinsame Aktionen verbessern und festigen die Informationswege und den Austausch von Materialien und Einsatzkräften im Hochwasserfall Materialien zur Hochwasserabwehr/Technische Ausrüstung Die technische Ausrüstung und die Materialien zur Hochwasserabwehr müssen den örtlichen Verhältnissen und den vorhandenen Schutzeinrichtungen angepasst werden. Folgende grundsätzliche Empfehlungen können jedoch ausgesprochen werden: Die Bedarfsermittlung richtet sich nach der Maßnahmenliste im Einsatzplan. Dabei sollte eine eindeutige Zuordnung des Materials und der Ausrüstung zur jeweiligen Schutzmaßnahme hergestellt werden. Ein Teil der technischen Ausrüstung kann im Vorfeld beschafft und vorgehalten werden. Das für den Einsatz vorgesehene Material sollte nicht für den täglichen Gebrauch ausgeliehen werden. Die Verfügbarkeit weiterer technischer Ausrüstung und Material im Hochwasserfall sollte im Rahmen der Einsatzplanung überprüft werden. Die gesamte technische Ausrüstung sollte in regelmäßigen Intervallen, in jedem Fall nach jedem Hochwasserereignis auf Vollständigkeit überprüft und gewartet werden. 46 Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz

49 44 TEIL B: GRUNDSÄTZE BEIM VORSORGENDEN HOCHWASSERSCHUTZ 13 Öffentlichkeitsarbeit / Bewusstseinsbildung 13 Öffentlichkeitsarbeit / Bewusstseinsbildung 13 bei Öffentlichkeitsarbeit/ den von Hochwasser Betroffenen bei Bewusstseinsbildung den von Hochwasser Betroffenen bei den von Hochwasser Betroffenen Kernstück einer erfolgreichen Schadensminderung bei Hochwasser ist eine aktive und Kernstück einer erfolgreichen Schadensminderung einer erfolgreichen bei Hochwasser Schadensminderung ist eine aktive und bei nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Kernstück Hochwasser Öffentlichkeitsarbeit ist eine aktive ist und neben nachhaltige der Stärkung Öffentlichkeitsarbeit. Hochwasserbewusstseins Ziel der Öffentlichkeitsarbeit der betroffenen des nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit ist neben der ist Stärkung neben der des Stärkung Bürger Hochwasserbewusstseins des eine gezielte Informationsvermittlung der der betroffenen Bürger eine zur Bürger gezielte Hochwassergefahr eine Informationsvermittlung gezielte Informationsvermittlung und zur Schadensminderung. zur zur Hochwassergefahr und Hochwassergefahr zur Schadensminderung. Innerhalb der und Kommune Innerhalb zur Schadensminderung. Innerhalb der Kommune kann angepasste der kann Kommune eine kann an eine den an örtlichen den örtlichen Hochwasserverhältnissen und und optimierte optimierte Information Information den Betroffenen eine den örtlichen Hochwasserverhältnissen den vermittelt werden. Betroffenen angepasste vermittelt und optimierte werden. Information den Betroffenen vermittelt werden. Die Themen Hochwasser bzw. Hochwassergefahr betreffen den Bürger gleichsam Die Themen Hochwasser bzw. Hochwassergefahr Die Themen Hochwasser betreffen bzw. den Hochwassergefahr Bürger gleichsambetreffen und wie die Kommune. Informationen, Ratschläge den Bürger Anweisungen gleichsam werden wie die Kommune. meist von Informationen, Seiten wie die Kommune. Informationen, Ratschläge der Ratschläge Kommune und Anweisungen als Hilfe für werden von meist Hochwasser und Anweisungen werden meist von Seiten von Seiten der der Betroffenen Kommune Kommune als angeboten; Hilfe als Hilfe für den für von sie den helfen Hochwasser von Hochwasser Werte Betroffenen Betroffenen zu angeboten; sichern sie und angeboten; helfen erlauben Werte sie zu ein helfen sichern sicheres Werte und Wohnen. erlauben ein sicheres zu sichern Interessengruppen Wohnen. und erlauben ein der sicheres Betroffenen Wohnen. sollten Interessengruppen in jedem Fall in die der Öffentlichkeitsarbeit Betroffenen Interessengruppen der Betroffenen sollten in jedem Fall in sollten einbezogen jedem werden. Fall in Grundsätzlich die Öffentlichkeitsarbeit gilt: die Öffentlichkeitsarbeit einbezogen werden. Grundsätzlich gilt: einbezogen je kürzer der werden. Informationsweg Grundsätzlich zum gilt: Bürger ist, je umso kürzer effektiver der Informationsweg und glaubwürdiger zum Bürger ist der ist, je kürzer der Informationsweg zum Bürger ist, umso effektiver und glaubwürdiger ist der Informationsaustausch. umso Informationsaustausch. effektiver und glaubwürdiger ist der Informationsaustausch. Gemeinsame Übungen können die betroffenen Gemeinsame Gemeinsame Übungen Bürger Übungen ermutigen, können die können betroffenen Verhaltensvorsorgmutigen, rechtzeitig Verhaltensvorsorge Bürger ermutigen, dem rechtzeitig nächsten Verhaltensvor- Hoch- dem nächsten die Bürger er- betroffenen sorge Hochwasser rechtzeitig zu üben. zu üben. vor dem nächsten Hochwasser Durch zu üben. Aktionen in verschiedenster Art und Durch Durch Weise Aktionen Aktionen lassen in verschiedenster in verschiedenster sich Kinder besonders Art und Weise Art motivieren. Mit Teamgeist und sportlichem Ergeiz lassen und sich Weise Kinder lassen besonders sich motivieren. Kinder besonders Mit Teamgeist motivieren. sportlichem Mit Teamgeist Ergeiz wird und ein Sandsackfüllwettbewerb sportlichem Ergeiz und wird ein Sandsackfüllwettbewerb schnell zum wird schnell ein zum Sandsackfüllwettbewerb lehrreichen Erlebnis. schnell zum lehrreichen Erlebnis. lehrreichen Erlebnis. Mit einem Mit Malwettbewerb einem Malwettbewerb können besonders können Mit einem Malwettbewerb können jüngere Kin- besonders besonders angesprochen jüngere jüngere werden. Kinder Kinder Nach angesprochen angesprochen einem Hochwasserereignis werdenden. drücken Nach Nach die einem einem gemalten Hochwasserereignis Hochwasserereignis Bilder die Wünsche drücken und drücken die Sorgen wer- der Kinder aus und helfen bei der gemeinsamen Verarbeitung. Früh übt übt sich: sich: Sandsackfüllwettbewerb Früh übt sich: Sandsackfüllwettbewerb Teil B: Grundsätze beim vorsorgenden Hochwasserschutz 47

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