Windows 7 parallel zu XP oder Vista installieren ohne aufwändige Partitionierung - einfach in ein Datei mittels virtueller Festplatte (VHD)

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1 Windows 7 parallel zu XP oder Vista installieren ohne aufwändige Partitionierung - einfach in ein Datei mittels virtueller Festplatte (VHD) Windows 7 läßt sich auch einfach in eine Datei installieren (VHD = virtuelle Festplatte). Diese Datei wird anschließend wie eine Festplatte behandelt. Von dieser Datei kann anschließend gebootet werden. Und man kann beliebige Kopien dieser Datei anfertigen. Sollte das Windows 7 in dieser virtuellen Datei mal "verkonfiguriert" sein: Einfach diese Datei löschen und durch eine saubere Kopie ersetzen. Es lassen sich zwar alle Windows 7 Versionen in eine VHD-Datei installieren - aber nur Windows 7 Ultimate läßt sich anschließend aus dieser VHD-Datei booten. Diese Anleitung funktioniert sowohl unter Windows Vista als auch unter Windows XP. Ebenso kann neben einer bestehenden Windows 7 Installation eine weitere Installation in eine VHD-Datei gemacht werden; z.b. um eine Version zum testen von Programmen und Treibern zu haben. Zuerst vergewissert man sich, daß unter Windows XP oder Vista noch ca. 10 Gb oder mehr freier Festplattenspeicherplatz vorhanden sind. Dieser freie Festplattenspeicherplatz kann sich auch auf einer zweiten Partition oder einem zweiten Laufwerk befinden. Für die reine Installation würden sogar ca. 6 Gb reichen. Die Auslagerungsdatei "pagefile.sys" wird nicht in der virtuellen Festplatte angelegt, sondern auf C: Dann kann von der Windows 7 Installations-DVD gebootet werden. Beim ersten Boot-Bildschirm wählt man noch die Sprache und das Tastaturlayout: Beim nächsten Bootbildschirm wird die Installation erst einmal gestoppt: 1

2 Nun ruft man mit "Shift+F10" die Eingabeaufforderung ("Konsole") auf: Nach dem "X:\Sources>" startet man das Programm "diskpart". Es dauert einen Moment bis die Eingabeaufforderung von "diskpart" erscheint (grün). Achtung: Ab diesem Zeitpunkt arbeitet man im 2

3 Programm "diskpart" (erkennbar am vorangestelltem "DISKPART>") - auch wenn es so aussieht, als würde man sich noch in der Eingabeaufforderung befinden. Mit "list disk" kann man sich die Festplatten anzeigen lassen - mit "list volumes" die Partitionen mit den zugeordneten Laufwerksbuchstaben. Nun kann man sich eine virtuelle Festplatte in Form einer Datei erstellen: create vdisk file="c:\win7.vhd" type=expandable maximum=12000 select vdisk file="c:\win7.vhd" attach vdisk Mit "create" wurde auf dem Laufwerk C: eine virtuelle Festplatte in Form einer Datei angelegt (das dauert nur Sekunden). Der Name "win7" ist frei wählbar. Als Größe wurde 12 Gb angegeben (maximum=12000). Der "type=expandable" bedeutet, daß die Datei Anfangs sehr klein ist, aber je nach Bedarf bis auf eine Größe von 12 Gb wachsen kann. Das ist ideal, wenn man sich später Kopien dieser Datei anlegen möchte - die Datei ist dann immer nur so groß wie ihr Inhalt. Aber es ist auch "type=fixed" möglich. Dann hätte die Datei "win7.vhd" von Anfang an die Größe von 12 Gb. (Der Typ "fixed" und "expandable" und die Obergrenze - in diesem Beispiel 12 Gb - sind normalerweise nicht änderbar. Aber selbst diese Einstellungen lassen sich mit dem kostenlosen Programm "VhdResizer" verändern. Zur Änderung der Obergrenze benötigt man dazu aber auf der Festplatte den Speicherplatz der neuen Größe. Möchte man also z.b. die 12 Gb VHD-Datei auf 50 Gb vergrößern, dann benötigt man während der Vergrößerung 50 Gb freien Festplatten-Speicherplatz. Nach der Vergrößerung werden die 12 Gb wieder freigegeben.) Mit "select" wird die neu angelegte virtuelle Festplatte ausgewählt. Mit "attach" wird sie für den Installationsvorgang sichtbar gemacht. Die Eingabeaufforderung kann nun beendet werden. Entweder "regulär": Einmal mit "exit" um "diskpart" zu beenden. Anschließend nochmals "exit" um die Eingabeaufforderung zu schließen. Oder einfach über das "x" oben rechts. Weiter geht's mit der Windows 7 Installation. Dort wählt man "Benutzerdefiniert - Install a new copy of Windows" aus: 3

4 Im nächsten Bildschirm wählt man die 12 Gb Partition "Nicht zugewiesener Speicherplatz auf Datenträger" aus. Durch die Meldung "Windows kann nicht auf diesem Datenträger installiert werden" sollte man sich nicht irritieren lassen - es geht trotzdem: Die Installation nimmt dann seinen gewohnten Gang: Im Verlauf der Installation wird 2 mal neu gebooted: 4

5 Schon vor dem ersten neu-booten hat die Installationsroutine den Bootmanager von Vista angepaßt. Die virtuelle Festplatte wurde als "Windows 7" als Menüpunkt in das Bootmenü eingetragen und als "default" gekennzeichnet. Beim neu-booten wird also gleich die virtuelle Festplatte gestartet und der Installationsvorgang fortgesetzt. Nach der Fertigstellung: Aus Sicht von Windows 7 befindet sich Windows 7 nun auf dem Laufwerk C: Und Windows Vista befindet sich auf Laufwerk D: Bootet man Windows Vista, dann erhält Windows Vista den Laufwerksbuchstaben C: Die Windows 7 Installation ist nicht als Laufwerk sichtbar - sondern nur die Datei "win7.vhd". Denn Windows Vista 5

6 kann ohne zusätzliche Hilfsmittel keine virtuellen Festplatten als Laufwerke einbinden. Denn es ist nicht Windows Vista, welches die virtuelle Festplatte als Laufwerk verfügbar macht und von dieser booten kann - es ist der Bootmanager "bootmgr" von Windows 7. Während der Installation von Windows 7 ist der Bootmanager der Windows Vista Installation durch den neuen Bootmanager von Windows 7 ersetzt worden. Das kann man kontrollieren, wenn man vor der Installation von Windows 7 den Bootmanager "bootmgr" von Windows Vista kopiert; z.b. als "bootmgr.old". Nach der Installation von Windows 7 hat sich der Bootmanager der Windows Vista Installation verändert (andere Größe, anderes Datum). Die Windows 7 Installation enthält keinen Bootmanager (keine Datei "bootmgr" und keinen Ordner "Boot"). Der Bootmanager befindet sich in der Windows Vista Installation. Obwohl Windows 7 aus einer Datei heraus gestartet wird, ist der Leistungsindex der virtuellen Festplatte identisch mit einer Installation auf einer Festplatte in einer separaten Partition. Man erhält also durch die Installation in eine Datei keinerlei Leistungseinbußen. Bootmanager anpassen Hat man auf die vorher beschriebene Weise ein Windows 7 in eine virtuelle Festplatte (VHD) installiert, dann hat Windows 7 den Bootmanager von Windows Vista oder XP selbständig angepaßt. Zusätzlich hat Windows 7 eingestellt, daß, wenn der Benutzer nichts anderes auswählt, nach 30 Sekunden immer Windows 7 gebootet wird. Wenn man das wieder zurückstellen möchte, so daß zuerst Windows Vista oder XP gebootet wird, dann muß man den Bootmanager anpassen. Solange man nichts am Windows 7 Bootmenü-Eintrag selbst verändern möchte, kann man dies mit zwei Programmen erledigen: EasyBCD (Englisch): Eine kostenlose Variante mit gleichem Funktionsumfang. 6

7 Mit diesen beiden Programmen kann man also nur die Bootreihenfolge, die Wartezeit und den Namen der Bootmenü-Einträge ändern. Möchte man die VHD-Datei von einer anderen Festplatte oder einem Unterverzeichnis aus aufrufen, muß man den Bootmenü-Eintrag für die virtuelle Festplatte von Windows 7 selbst verändern. Das geht zur Zeit nur mit dem Kommandozeilen-Programm "bcdedit.exe". Zwar ist "bcdedit.exe" in Windows Vista schon enthalten (im Ordner \windows\system32\). Aber man sollte besser gleich die neuere Version verwenden, die in Windows 7 enthalten ist (ebenfalls im Ordner \windows\system32\). Am einfachsten man kopiert sich diese Windows 7 Version von "bcdedit.exe" aus dem Windows 7 Ordner \windows\system32\ in den entsprechenden Ordner von Vista oder XP. Das Programm "bcdedit.exe" startet man einfach über eine "Eingabeaufforderung". Wichtig ist, daß die Eingabeaufforderung mit "Administrator-Rechten" gestartet werden muß. Bei Vista also: Rechter Mausklick auf die Verknüpfung der Eingabeaufforderung und "Als Administrator ausführen" auswählen. Das Arbeiten mit der "Eingabeaufforderung" gestaltet sich einfacher, wenn man vorher folgende Einstellungen vornimmt: 7

8 Mit dem "QuickEdit-Modus" kann man Teile der Eingabeaufforderung mit der Maus markieren und nach drücken der "Return" ("Enter") Taste landet der markierte Bereich in der Windows Zwischenablage. Dieser Inhalt der Zwischenablage kann dann mit einem "rechten" Mausklick am Kommand-Prompt ("C:\>") eingefügt werden. So kann man sich auf einfache Weise neue Befehlszeilen zusammenstückeln ohne alles händisch einzugeben. Besonders bei den langen "Identifiern" verhindert man so Tippfehler.. Die "Höhe" des Eingabeaufforderungs-Fensters steht standardmäßig auf 25 Zeilen. Mit einer größeren Höhe (z.b. 55 Zeilen) erhält man eine größere Übersicht und erspart sich unnötiges rauf- und runterscrollen. Zur Übersicht kann "bcdedit.exe" ohne und mit dem Parameter "/v" aufgerufen werden: Ohne den Parameter /v werden in der Ausgabe einige "identifier" durch leichter zu merkende Namen ersetzt. Bei den folgenden Kommandos können sowohl die "identifier"-zahlenkolonnen als auch deren Ersatz-Namen verwendet werden. Um eine Datensicherung der Einträge zu erhalten, kann man sie mit diesem Kommando exportieren (Laufwerk c: und Name "bdbak" sind frei wählbar): bcdedit /export "c:\bdbak" Und später mit diesem Kommando importieren: bcdedit /import "c:\bdbak" Im obigen Beispiel-Bild sieht man ein Bootmenü mit drei Einträgen (Pink) und ihren Quellen (Gelb). Windows XP Windows Vista Windows 7 VHD 8

9 Die drei Bootmenü-Einträge sind im unteren Bereich der Abbildung in drei Päckchen gegliedert. Jedes dieser Päckchen ist durch einen "identifier" gekennzeichnet. Möchte man Änderungen bei einem der drei Bootmenü-Einträge machen, muß immer dieser "identifier" mit angegeben werden, damit "bcdedit" weiß, für welchen Bootmenü-Eintrag die Änderungen gelten sollen. Auf jedem PC lauten die "identifier" anders. Zur Änderung eines Namens eines Bootmenü-Eintrages gibt man folgendes an: bcdedit /set {xxxxxxxx-xxxx-xxxx-xxxx-xxxxxxxxxxxx} description "Wunsch Name" Möchte man im obigen Beispiel z.b. den Namen des Bootmenü-Eintrags von "Windows Vista" in "Windows Professional" ändern, so lautet das Kommando: bcdedit /set {a88ecd32-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} description "Windows Professional" Oder: bcdedit /set {default} description "Windows Professional" Das obere Päckchen "Windows Boot Manager" enthält drei wichtige Angaben: "default" und der danebenstehende "identifier" nennen den Boot-Menüeintrag, der standardmäßig gebootet werden soll, wenn der Benutzer nichts anderes auswählt. Im obigen Beispiel ist das {a88ecd32-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} - also "Windows Vista". Möchte man diesen ändern um z.b. standardmäßig "Windows XP" zu booten, so lautet das zugehörige Kommando: bcdedit /default {466f5a88-0af2-4f b170dc21c} Neben "displayorder" sind die "identifier" der drei Boot-Menüeinträge in der Reihenfolge aufgelistet, in der sie erscheinen sollen. Umsortieren kann man sie mit: bcdedit /displayorder {ID} {ID}... Einzelne Boot-Menüeinträge kann man auch direkt an den Anfang (/addfirst) oder das Ende (/addlast) setzen oder löschen (/remove): bcdedit /displayorder {466f5a88-0af2-4f b170dc21c} /addfirst bcdedit /displayorder {466f5a88-0af2-4f b170dc21c} /addlast bcdedit /displayorder {466f5a88-0af2-4f b170dc21c} /remove "timeout" gibt die Zeit in Sekunden an, die das Boot-Menü angezeigt werden soll und auf eine Benutzer-Auswahl wartet. Dieses Kommando stellt die Wartezeit z.b. auf 10 Sekunden: bcdedit /timeout 10 Um für eine weitere virtuelle Festplatte einen neuen Bootmenü-Eintrag zu erstellen, kopiert man am einfachsten einen vorhandenen Bootmenü-Eintrag und ändert ihn anschließend. Diese Kommando kopiert den Eintrag von "Windows Vista" und legt gleich einen neuen Bootmenü-Namen "Windows 7 VHD B" fest: bcdedit /copy {a88ecd32-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} /d "Windows 7 VHD B" Gleichzeitig erhält man für diesen Bootmenü-Eintrag einen neuen "identifier" {a88ecd34-fc23-11dd a5c4255d4b25}. Diesen neuen "identifier" verwendet man dann für die folgenden Kommandos: bcdedit /set {a88ecd34-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} device vhd=[c:]\win7-b.vhd bcdedit /set {a88ecd34-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} osdevice vhd=[c:]\win7-b.vhd bcdedit /set {a88ecd34-fc23-11dd-9645-a5c4255d4b25} detecthal on 9

10 Während des Bootvorgangs überprüft der Bootmanager ob die angegebenen VHD-Dateien (virtuellen Festplatten) vorhanden sind. Wenn eine fehlt, wird eine Warnmeldung angezeigt und darauf hingewiesen, daß der zugehörige Bootmenü-Eintrag nicht angezeigt wird. Das restliche Bootmenü wird anschließend korrekt angezeigt. 10

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