E-Business Seminar SS 2005

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1 E-Business Seminar SS 2005 Beschreibung von Interorganisationalen Informationssystemen (IOIS) und Industriestrukturen Vorgetragen von Martin Leenders Bearbeiteter Text: Contours of diffusion of electronic data interchange in Finland. Overcoming technological barriers and collaborating to make it happen. Autoren: Jan Damsgaard, Kalle Lyytinen

2 Gliederung 1. Einleitung Darstellung der behandelten Studie 2. Definitionen 3. Zusammenhang mit Seminarthema 4. Klassifizierungsschema 5. Bewertung Martin Leenders 2

3 1. Einleitung Beschreibung der Studie: - Feldstudie zur Entwicklung und Verbreitung von electronic data interchange (EDI) in Finnland. - Erarbeitung eines Fragenkataloges. - Auswahl von neun Organisationen aus drei verschiedenen Industriesparten. Auswahl erfolgte aufgrund der Wichtigkeit für Finnlands Industrie und der schon fortgeschrittenen Art der eingesetzten EDI Technologie. - Ausführliche Interviews mit Mitarbeitern der ausgewählten Firmen auf Basis des erarbeiteten Fragenkataloges. - Analyse der Ergebnisse, Herausbildung typischer Verbreitungsmuster von EDI Martin Leenders 3

4 1. Einleitung Ziel der Studie: - Was sind die typischen Verbreitungsmuster von EDI in Finnland? - Wie sind diese Muster beeinflusst von organisatorischen, industriellen und umfeldbedingten Faktoren? - Wie hoch war die Erfolgsrate der verschiedenen Verbreitungsmuster bei der Institutionalisierung von EDI Service? - Was behindert, was fördert die Verbreitung von EDI? Martin Leenders 4

5 2. Definitionen Electronic data interchange (EDI) Standardisierte interorganisationale Kommunikation zwischen unabhängigen Computer-Informations-Systemen und angeschlossenen technologischen Komponenten. Schlüsseleigenschaften - Der Gebrauch eines elektronischen Übertragungsmediums - Der Gebrauch von strukturierten, formatierten Daten basierend auf allgemeinen Standards - Relativ schnelle Übertragung vom Sender zum Empfänger - Direkte Verarbeitung der Daten durch eine Software Martin Leenders 5

6 2. Definitionen Eigene Anmerkung Da die von den Autoren verwendete Definition von EDI sehr ähnlich der Definition von Interorganisationalen Informationssystemen (IOIS) ist, wie sie innerhalb dieses Seminars betrachtet werden, werde ich von nun an die Abkürzung IOIS benutzen Martin Leenders 6

7 3. Zusammenhang Um die Verbreitung solch komplexer Technologie wie sie IOIS darstellt zu analysieren und die aufgeworfenen Fragen zu beantworten, benötigen die Autoren ein geeignetes Bezugssystem anhand dessen sich die Untersuchungen durchführen lassen und sich die gewonnen Daten jedes Verbreitungsprozesses ordnen lassen. Dieses Bezugssystem ist der Zusammenhang zum Seminarthema; ist das, wofür wir uns interessieren. Aus diesem Bezugssystem entwickelt sich das Klassifizierungsschema. Das Ziel des Textes ist zwar nicht die Entwicklung eines Klassifizierungsschemas, aber die Autoren benötigen dieses als Mittel zur Beantwortung ihrer Fragen Martin Leenders 7

8 4. Klassifizierungsschema Ziel: Ein möglichst tiefes und breites Abbild der vorhandenen Strukturen. Vorraussetzung: Funktioniert nur in Zusammenhang mit einer Studie wie sie oben beschrieben wird. Denn es gibt kein starres, theoretisches Schema in welches die sich die Ergebnisse einteilen lassen, sondern das Schema entsteht mit der Studie. Annahme: Bei einer Technologie, welche auf der Teilnahme von verschiedenen, mehr oder weniger unabhängigen Benutzern basiert, ist es nicht ausreichend einzelne Benutzer oder Benutzergruppen zu analysieren. Es ist notwendig das Verhalten aller am Netzwerk angeschlossenen Teilnehmer zu beobachten Martin Leenders 8

9 4. Klassifizierungsschema Ansatz: Aus der Annahme folgt, dass komplette Netzwerkbeziehungen untersucht werden müssen. Da diese nicht im vorhinein bekannt sind, ergibt sich als Ausgangssituation nur eine Grobeinteilung dieser Beziehungen in drei Verbreitungsmustertypen: a) single dyadic relationship b) industry wide network c) community spanning network Martin Leenders 9

10 4. Klassifizierungsschema b Diese Verbreitungsmustertypen sind in der rechten Zeichnung graphisch dargestellt. a c a) Eine direkte zweiseitige Beziehung zwischen Partnern, auf horizontaler oder vertikaler Ebene. b) Ein Kommunikationsnetzwerk welches eine gesamte Industriesparte miteinander verbindet. c) Ein Kommunikationsnetzwerk welches über Industrieabgrenzungen hinaus Unternehmen miteinander verbindet Martin Leenders 10

11 4. Klassifizierungsschema Durchführung der Studie: Aus drei verschiedenen Blickwinkeln (levels of analysis) ist der Fragenkatalog zusammengestellt worden, um ein möglichst umfassendes Bild der Struktur und der Verbreitung von IOIS zu bekommen. - micro level: analysiert die Charaktere und Charakteristiken von Individuen und/oder Organisationseinheiten welche IOIS nutzen oder nutzen werden. - meso level: analysiert die Macht- und Strategieabhängigkeiten der Unternehmen die IOIS verwenden Martin Leenders 11

12 4. Klassifizierungsschema - macro level: analysiert die gesetzlichen und behördlichen Beschränkungen denen die Verbreitung von IOIS unterliegt. Ergebnis der Studie: Durch die Studie kristallisieren sich einige spezifische Verbreitungsmuster heraus, welche die vorher vorgenommene Grobeinteilung untergliedern. Erst diese Untergliederung ist das endgültige Klassifizierungsschema anhand dessen die Bewertung der IOIS vorgenommen wird. Natürlich kann dieses Schema keinen Anspruch auf Vollständigkeit haben, da nur einige ausgewählte Unternehmen in die Studie einbezogen wurden Martin Leenders 12

13 4. Klassifizierungsschema Das Beispiel Finnland: In der hier vorliegen Studie ergab sich durch die aufgedeckten Verbreitungsmuster folgendes Klassifizierungsschema: 1. single dyadic relationship a) Vertikale Vernetzung zwischen Hersteller und Großhändler vor allem im Bestellwesen (win-win deal). 2. industry wide network a) Informationsaustausch im Großhandelsbereich einer Branche initiiert vom Marktführer. b) Absatzkoordination einer Branche auf dem internationalen Markt, vorgenommen durch Verkaufsgesellschaft Martin Leenders 13

14 4. Klassifizierungsschema c) Koordination von staatlichen oder halb-staatlichen Unternehmen (z.b.: Eisenbahngütertransporte, Hafenlogistik, Importwesen) 3. community spanning network a) Unterstützung des Staates für alle Brachen bei der Verbreitung von IOIS. (Konstruiertes Beispiel der Autoren, das aus der Studie selbst kein IOIS hervorging welches über die Branche hinausreichte.) Martin Leenders 14

15 5. Bewertung Vorteile: - Greift sehr weit und tief, d.h. sehr viele Aspekte werden berücksichtigt - Versucht alles in einem Schema unterzubringen - Für beobachtete Objekte sehr genau Nachteile: - Nur sehr grobes Standard-Schema - Für genaues Klassifizierungsschema immer Studie notwendig - Sehr zeitaufwendig - Abhängig von beobachteten Objekten, daher fehlende Vergleichbarkeit - Fehlende Vollständigkeit Martin Leenders 15

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