Ablaufbeschreibung der Migration. einer Active Directory Domäne

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1 Ablaufbeschreibung der Migration einer Active Directory Domäne in Windows Active- Directory Umgebungen Facharbeit Berufsbildende Schule 1 Gewerbe und Technik Mainz BBS1 fi09b erstellt von Dominic Borsch ( ) Status: Finale Version

2 Inhaltsverzeichnis Einleitung Microsoft Windows Server Migration Migrationsvorbereitungen Vorbereitung des Forests Heraufstufen der Domänenfunktionsebene Vorbereitung der Domäne Migration der Active Directory Integration des Windows Server 2008 R2 Systems in die Active Directory-Domäne Heraufstufung zu einem Domänen-Controller Umziehen der FSMO-Rollen Abschließen der Migration Herunterstufen des alten Domänencontrollers Domänenfunktionsebene Heraufstufen Zeitlicher Ablauf und Kostenplan Fazit Quellenverzeichnis Anhang A: Abbildungsverzeichnis Anhang B: Glossar Anhang C: Sichtvermerk Letzte Änderung am Seite 2 von 18

3 Einleitung Diese Facharbeit bezieht sich auf die Migration einer bestehenden Windows Active Directory in einer Windows Server 2003 Umgebung in eine neue Windows Server 2008 Umgebung und dient als Leitfaden für Administratoren. Damit die Dokumentation und die darin aufgeführten Arbeitsschritte richtig verstanden werden können, sollte der Leser etwa 2 Jahre Erfahrung im Active- Directory Umfeld aufweisen können. Eine bestehende Windows Active Directory auf einem Windows Server 2003 R2 System ist dazu erforderlich. Zudem muss ein Computer vorhanden sein, der zuvor mit dem Server-Betriebssystem Windows Server 2008 R2 vorinstalliert wurde. Beide Server müssen eine funktionierende Netzwerk-verbindung aufweisen, welche zudem mit den passenden Einstellungen konfiguriert wurde und sich somit in einem Netzwerk befinden. Das setzt ein Grundwissen in Netzwerktechnik voraus. Sofern die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, wird es dem Leser möglich sein, anhand dieser Anleitung eine Migration der bestehenden Active Directory Umgebung in eine neue Umgebung durchzuführen. Im ersten Teil der folgenden Anleitung werden zunächst die vorbereitenden Schritte behandelt. Im mittleren Teil wird darauf eingegangen, wie ein Windows Server 2008 R2 System in die Active Directory integriert wird. Ebenfalls wird dort beschrieben, wie selbiges System zu einem Domänencontroller promoviert wird und alle Funktionen übertragen werden. Im letzten Teil wird dargestellt, wie viel Zeit und Kosten benötigt werden, um die Migration durchzuführen. Auch ist in dem Teil ein Fazit vorhanden. Letzte Änderung am Seite 3 von 18

4 In der Anlage befindet sich das Glossar, die Quellenangabe, wie auch das Abbildungsverzeichnis und der Sichtvermerk. 1. Microsoft Windows Server Microsoft Windows Server Betriebssysteme verstehen sich als das Server- Gegenstück von Microsoft Windows Client Betriebssystemen, wie beispielsweise Windows XP, oder Windows 7. Da Microsoft den Mainstream Support für die veraltete Windows Server 2003 R2 Plattform bereits am eingestellt hat und der Extended Support am ausläuft, werden in der Firma, nach und nach, alle Systeme auf den neuesten Stand gebracht, um weiterhin Support zu erhalten. Da Microsofts Windows Server Active Directory in der Firma die zentrale Verwaltungsstruktur darstellt und benötigt wird um sich an Clientsystemen anzumelden, wird sie hier migriert, ohne abgeschaltet zu werden. 2. Migration Eine Migration ist ein detailgetreues Verschieben von Daten auf ein anderes System. In diesem Fall wird die Active Directory Datenbank auf einem Windows Server 2003 R2 System zunächst heraufgestuft, um mit der neuen Umgebung konform zu sein. Anschließend wird diese Datenbank auf einen neues Windows Server 2008 R2 System repliziert. Zudem werden die für eine Domäne typischen Funktionen vom neuen Server übernommen, damit ein fehlerfreier Betrieb nach der Migration möglich ist. Zuletzt wird dann der alte Server abgeschaltet, wonach die Migration abgeschlossen ist. Letzte Änderung am Seite 4 von 18

5 2.1 Migrationsvorbereitungen Bevor die Migration der Active Directory stattfinden kann, muss zunächst die bestehende Active Directory auf den Stand gebracht werden, der von der Ziel- Umgebung vorausgesetzt wird. Dies wird wie folgt realisiert Vorbereitung des Forests Auf dem bestehenden Windows Server 2003 System wird das installationsmedium des Serverbetriebssystems Windows Server 2008 R2 x64 eingelesen. Jetzt muss eine Kommandozeile geöffnet werden. Wie in der Abbildung 1 gezeigt wird zuerst in das Installationsmedium navigiert und der Pfad zur Datei adprep32.exe 1 geöffnet. Diese Datei wird mit dem Parameter /forestprep ausgeführt. Sobald dieser Befehl erfolgreich durchgeführt wurde, wird im nächsten Schritt die aktuelle Umgebung in einen einheitlichen Modus versetzt. Abbildung 1: Ausführen von adprep32.exe /forestprep 1 Kursiv markierte Begriffe werden im Glossar näher erläutert Letzte Änderung am Seite 5 von 18

6 2.1.2 Heraufstufen der Domänenfunktionsebene Dazu wird im Startmenü unter Verwaltung der Punkt Active Directory- Domänen und Vertrauensstellungen gewählt. Durch einen Rechtsklick auf den zweiten Eintrag (Aktueller Domänenname), kann jetzt durch einen Klick auf Domänenfunktionsebene heraufstufen die Funktionsebene heraufgestuft werden. Wie in folgender Abbildung gezeigt, muss in dem Fenster Windows Server 2003 ausgewählt werden. Abbildung 2: Heraufstufung der Domänenfunktionsebene Da die Funktionsebene jetzt heraufgestuft wurde, kann mit dem Befehl adprep32.exe /domainprep fortgefahren werden. Letzte Änderung am Seite 6 von 18

7 2.1.3 Vorbereitung der Domäne Zunächst wird wieder eine Kommandozeile geöffnet, in welcher zuerst in das Installationsmedium und anschließend zum Pfad der Datei adprep32.exe navigiert wird. Diese Datei wird jetzt mit dem Parameter /domainprep ausgeführt, wie in nachfolgender Abbildung gezeigt. Ist dieser Schritt erledigt, ist die Vorbereitung abgeschlossen. Abbildung 3: Ausführen von adprep32.exe /domainprep 2.2 Migration der Active Directory Alle folgenden Schritte werden jetzt auf dem vorinstallierten Windows Server 2008 R2 Computer ausgeführt. Da die Datenbank der Active Directory automatisch zwischen Domänencontrollern repliziert wird, wird hier nicht auf das Verschieben eingegangen Integration des Windows Server 2008 R2 Systems in die Active Directory-Domäne Zuerst muss sich dieser Computer in der Domäne befinden. Dazu wird durch Rechtsklick im Startmenü auf dem Button Computer das Fenster Eigenschaften geöffnet. Im linken Teil des Fensters wird nun Erweiterte Systemeinstellungen ausgewählt. Im Fenster was sich jetzt öffnet, wird die Registerkarte Computername ausgewählt. Durch einen Klick auf Ändern kann nun der Name des Computers, wie auch die Arbeitsgruppen, bzw. Domänenzuge- Letzte Änderung am Seite 7 von 18

8 hörigkeit angepasst werden. Wie in der Abbildung 4 gezeigt, wird der Domänenname der aktuellen Domäne im Feld Domäne eingetragen. Sobald dies bestätigt wird, werden die Benutzerdaten des Domänenadministrators abgefragt. Diese müssen eingegeben werden und anschließend muss der Computer neu gestartet werden. Abbildung 4: Hinzufügen des Computers zur Domäne Heraufstufung zu einem Domänen-Controller Damit die Active Directory von diesem Computer verwaltet werden kann, muss er ein Domänen-Controller sein. Dazu wird eine Kommandozeile geöffnet und der Befehl dcpromo ausgeführt. Die ersten beiden Fenster werden durch weiter übersprungen. Im dritten Fenster wird nun der Punkt Vorhandene Gesamtstruktur und darunter der Punkt Domänencontroller vorhandener Domä- Letzte Änderung am Seite 8 von 18

9 ne hinzufügen ausgewählt. Im nächsten Fenster wird in der ersten Spalte der Name der aktuellen Domäne eingetragen. In diesem Fall wird der untere Punkt Alternative Anmeldeinformationen ausgewählt, da bei der Systemanmeldung keine Domäneninformationen angegeben wurden. Durch Klick auf Festlegen werden die Benutzerinformationen des Domänenadministrators abgefragt, wie die untenstehende Abbildung 5 zeigt. Nach diesem Schritt wird der DNS- Server-Dienst installiert. Alle Einstellungen sind dabei bereits korrekt und werden nicht verändert. Es wird im Laufe der Konfiguration erforderlich sein, ein Passwort festzulegen. Dieses sollte sich nicht von dem Passwort des Domänenadministrators unterscheiden. Im letzten Fenster wird nun berichtet, was installiert wurde. Durch einen Klick auf Fertigstellen ist der Vorgang abgeschlossen. Der Computer muss jetzt neu gestartet werden. Letzte Änderung am Seite 9 von 18

10 Abbildung 5: Konfiguration des neuen Domänencontrollers Umziehen der FSMO-Rollen Um den Umzug der Domäne abzuschließen, müssen die Flexible Single Master Operations-Rollen umgezogen werden. Dazu muss der derzeitige Rolleninhaber diese abstoßen. Jetzt ist eine Kommandozeile auf dem alten Domänencontroller zu öffnen. Der Befehl ntdsutil wird dazu verwendet, die Rollen zu verschieben. Dazu wird nach der Eingabe des Befehls jetzt roles einge- Letzte Änderung am Seite 10 von 18

11 geben, anschließend connections. Nachdem das erledigt ist, wird eine Verbindung mit dem Server hergestellt, der die Rollen erhalten soll. Dazu ist folgender Befehl einzugeben: Connect to server <DNS-Name> Durch die Ausgabe wird bestätigt, dass die Verbindung mit den zurzeit verwendeten Benutzerinformationen hergestellt wurde. Anschließend wird die connections Ebene durch die Eingabe von Quit beendet. Daraufhin befindet sich das Programm wieder im fsmo-maintenance Modus. Wie in Abbildung 6 zu sehen, wird jetzt der Befehl für den Transfer der jeweiligen Rolle eingegeben. In der Ausgabe wird beschrieben, welcher Server welche Rolle besitzt. Es müssen alle fünf Rollen verschoben werden. Abbildung 6: Umzug der FSMO-Rollen 2.3 Abschließen der Migration Da bei der Heraufstufung des Windows Server 2008 Systems zu einem Domänencontroller die Funktion des DNS-Servers automatisch mit installiert wurde, wird nachfolgend nurnoch beschrieben, wie die Active Directory- Domänendienste auf dem alten Server entfernt werden und die Funktionsebene der Domäne heraufgestuft wird. Letzte Änderung am Seite 11 von 18

12 2.3.1 Herunterstufen des alten Domänencontrollers Nachdem die Rollen erfolgreich umgezogen wurden, wird jetzt der alte Domänencontroller abgeschaltet. Dazu muss er zunächst den Status des Domänencontrollers aufgeben. Hierzu wird eine Kommandozeile geöffnet. Durch den Befehl dcpromo wird zunächst die GUI geöffnet, welche das Deinstallieren der Active-Directory-Dienste auf diesem Server einleitet. Dazu gibt es mehrere Warnungen, die jedoch nicht zutreffen, da ein neuer Domänencontroller bereits im Einsatz ist. Im dritten Fenster wird jetzt das neue Kennwort für den lokalen Zugriff eingegeben. Der Vorgang wird bestätigt, woraufhin der Server mit der Deinstallation der Active Directory-Dienste beginnt, wie in Abbildung 7 dargestellt. Abbildung 7: Deinstallation der Active-Directory Dienste Letzte Änderung am Seite 12 von 18

13 2.3.2 Domänenfunktionsebene Heraufstufen Nachdem der alte Domänencontroller all seine Funktionen abgegeben hat, wird er jetzt abgeschaltet. Anschließend kann die Domänenfunktionsebene heraufgestuft werden. Dazu wird im Startmenü unter dem Punkt Verwaltung Active Directory-Benutzer und Computer ausgewählt. Durch einen Rechtklick auf die Domäne und die Auswahl von Domänenfunktionsebene heraufstufen, wird jetzt ein Fenster geöffnet in welchem selbige angehoben werden kann. Wie in Abbildung 8 gezeigt, wird die Funktionsebene durch die entsprechende Auswahl auf Windows Server 2008 R2 gesetzt. Abbildung 8: Heraufstufung der Domänenfunktionsebene Letzte Änderung am Seite 13 von 18

14 3. Zeitlicher Ablauf und Kostenplan In dieser Facharbeit beschriebene Abläufe, werden, bei Erfüllung der minimalen Systemvoraussetzungen der Serverbetriebssysteme, etwa 3 Stunden in Anspruch nehmen. In Abbildung 9 sind die einzelnen Schritte detaillierter in einem Diagramm dargestellt. Anhand der Tabelle ist klar, dass die eigentliche Migration etwas weniger Zeit beansprucht, als die Vorbereitungen, wobei der Übertrag der Funktionen und das Abschalten des alten Domänencontrollers am wenigstens Zeit beansprucht. Letzte Änderung am Seite 14 von 18

15 Zu den Kosten kann hier nur der Preis pro Lizenz genannt werden, da die Firma CSE im Partner-Programm der Microsoft Corporation ist und für ein Jährliches Entgelt Lizenzen bezogen werden. Da diese Server-Lizenzen nicht von Microsoft direkt bezogen werden können, werden hier die Preise einiger Reseller aufgeführt. Diese Preise sind nur ungefähre Angaben und stammen von softcomet.de. Windows Server 2003 R2 Standard Edition - ~ Windows Server 2008 R2 Standard Edition - ~ Es gibt deutlich mehr Editionen, als hier beschrieben. Dabei gibt es auch weitreichende Preisunterschiede, jedoch wurden hier nur die Editionen Preislich angegeben, die auch verwendet wurden. 4. Fazit Die in meiner Facharbeit ausgeführten Arbeitsschritte sind bei genauer Einhaltung, geeigneter Hardware und ausreichender Erfahrung, im angegebenen Zeitplan problemlos realisierbar. Zeitliche Differenzen sollten dennoch berücksichtigt werden, da die Arbeitszeit des Computers, je nach verwendeter Hardware, durchaus stark variieren kann. Alle hier beschriebenen Vorgänge wurden von mir mehrfach überprüft. Auf Fehler und andere Komplikationen wurde hier nicht eingegangen, da sie bei Erfüllung der Voraussetzung und Einhaltung der Vorgehensweise für gewöhnlich nicht auftreten. Letzte Änderung am Seite 15 von 18

16 5. Quellenverzeichnis Titelbild: :38 Uhr Informationen zu FSMO Rollen und deren Übertragung: :18 Uhr :02 Uhr Microsoft Product Lifecycle (Ablaufdatum des Supports): rver+2003+r :42 Abbildung 1 bis 8: Selbsterstellte Screenshots, erstellt unter Windows Server 2003 R2 Standard Edition und Windows Server 2008 R2 Standard Edition Letzte Änderung am Seite 16 von 18

17 Anhang A: Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Ausführen von adprep32.exe /forestprep... 5 Abbildung 2: Heraufstufung der Domänenfunktionsebene... 6 Abbildung 3: Ausführen von adprep32.exe /domainprep... 7 Abbildung 4: Hinzufügen des Computers zur Domäne... 8 Abbildung 5: Konfiguration des neuen Domänencontrollers Abbildung 6: Umzug der FSMO-Rollen Abbildung 7: Deinstallation der Active-Directory Dienste Abbildung 8: Heraufstufung der Domänenfunktionsebene Anhang B: Glossar A ADprep: Erweitert das Schema der Active Directory und aktualisiert Berechtigungen, sofern nötig, um die Active Directory für Windows Server 2008 R2 konform zu gestalten D DCpromo: Promoviert einen Windows Server zu einem Domänencontroller und installiert die Active Directory-Domain Services Letzte Änderung am Seite 17 von 18

18 F FSMO-Rollen: Flexible Single Master Operations sind Funktionen, die nur ein Server innehaben kann. Das ist so, damit kritische Änderungen an der Domäne nur auf einem zuvor bestimmten Server durchgeführt werden können, um zu gewährleisten, dass nicht zwei Administratoren, an zwei Systemen, unterschiedliche Änderungen zwischen einem Replikationsintervall durchführen und die Datenbank so inkonsistent wird. N NTDS-Util: Mit diesem Tool kann die Active Directory-Datenbank auf Kommandozeilenebene administriert werden. Zudem ist es in der Lage, die FSMO- Rollen zu verschieben und Metadaten, die von fehlerhaft deinstallierten Domänencontrollern zurückgelassen wurden, zu entfernen. Dieses Tool eignet sich nur für erfahrene Administratoren. Anhang C: Sichtvermerk Datum Unterschrift Betrieb Firmenstempel Letzte Änderung am Seite 18 von 18

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