Ratgeber zur Migration auf Server Based Computing / VDI und Thin Clients

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1 Ratgeber zur Migration auf Server Based Computing / VDI und s

2 Zentrale IT-Infrastrukturen mit standardisierten, effizienten Desktops senken die Total Cost of Ownership und verbessern die internen Prozesse. Dieser Leitfaden behandelt die wichtigsten Vorüberlegungen und Migrationsschritte im Back- und Frontend. Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung: Warum sind zentrale IT-Konzepte so erfolgreich? 3 2. Welche zentralen IT-Konzepte stehen zur Verfügung? 3 3. Desktop-Strategie: Auswahl der Desktops 4 4. s als Desktop-Arbeitsplätze Welche Anforderungen sind zu stellen? 4 5. TCO: Wie hoch ist die Gesamtkostenersparnis? 5 6. Der beste Zeitpunkt zum Migrieren Desktop-Lebenszyklen Change Management Vereinfachung durch zentrale IT 7 7. Vorbereitung und Durchführung der Migration Schritt 1: Analyse von Ist- und Soll-Zustand Schritt 2: Evaluationsphase Schritt 3: Dimensionierung der Server Schritt 4: Test- und Pilotphase Schritt 5: Finaler Roll-out 9 8. Sauber migrieren, häufi ge Fehler vermeiden 10 2/11

3 1. Einleitung: Warum sind zentrale IT- Konzepte so erfolgreich? Seit einigen Jahren erfährt die Art und Weise, wie private und öffentliche Organisationen ihre IT-Anwendungen bereitstellen, einen Paradigmenwechsel. Unternehmen und Behörden lösen ihre /Server-Netzwerke mit physischen Arbeitsplatz-PCs (Fat s) durch zentrale IT-Infrastrukturen mit s ab, um dadurch Einsparungen der Total Cost of Ownership (TCO) von bis zu 70 Prozent zu erzielen. Weitere Migrationsargumente bilden eine höhere Datensicherheit, Verfügbarkeit und Business- Kontinuität. Doch welche Lösung zur Zentralisierung der IT sowie zur Standardisierung der Desktop-Umgebung ist im Einzelfall die Richtige, welches ist der beste Zeitpunkt für den Wechsel und in welchen Schritten erfolgt die Umstellung? 2. Welche zentralen IT-Konzepte stehen zur Verfügung? Zunächst gilt es zu analysieren, welche Arten der zentralen IT- Bereitstellung in Frage kommen und welche eventuell bereits im Unternehmen eingesetzt werden. Gibt es beispielsweise IBM Mainframe-Anwendungen oder Legacy-Host-Systeme, die in die Lösung integriert werden müssen oder werden in anderen Abteilungen oder Schwestergesellschaften bereits zentrale IT- Umgebungen eingesetzt? Bei einer IT-Landschaft mit vielen Standardanwendungen ist das Konzept des Server Based Computings (SBC) die erste und effi zienteste Wahl. Die beiden wichtigsten Lösungsanbieter sind Citrix mit XenApp (ehemals Presentation Server, inzwischen Teil von XenDesktop ) und Microsoft mit den Remote Desktop Services (ehemals Terminal Services) als Bestandteil von Windows Server 2008 R2. Gründe für zentralisierte IT-Konzepte: Senkung des Desktop-Administrationsaufwandes Senkung der Gesamt-IT-Kosten Erhöhung der Sicherheit Herstellung von Compliance mit rechtlichen Vorschriften Erhöhung der Verfügbarkeit der Anwendungen Erhöhung der Flexibilität der IT-Infrastruktur (schneller/ günstiger Roll-out von Arbeitsplätzen, einfache Skalierbarkeit) Ökologisch vorteilhaft (weniger Energieverbrauch, CO 2 - Emissionen und Elektroschrott) Für stark heterogene, nicht konsolidierbare Anwendungsumgebungen oder IT-Landschaften mit einem hohen Anteil an anspruchsvollen Power n oder Knowledge Workern empfi ehlt sich eine virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI). Die wichtigsten Lösungen am Markt: VMware View, Citrix XenDesktop und die Microsoft VDI Suite. In einer VDI werden, anders als im SBC, nicht einzelne Anwendungsinstanzen bereitgestellt, die mehrere gleichzeitig nutzen können (Shared Applications). Vielmehr erhält jeder einen virtuellen, im Datencenter gehosteten Desktop mit seiner jeweiligen Anwendungsumgebung. Je nach Lösungsanbieter lassen sich die virtuellen Desktops bedarfsabhängig und dynamisch zusammenstellen (Provisioning bzw. Composing). Ergänzend lassen sich im Rahmen von Cloud Computing Services auch Serverkapazitäten, virtuell gehostete Desktops (VHD) oder Anwendungen (SaaS) etc. bedarfsabhängig von extern mieten. Serverwelten und Kommunikationsprotokolle und zugehörige s auf dem Windows- Server Citrix- Umgebung Linux-/ Unix- Server Legacy Host Mainframe Web- Applikationen, Portale Virtuelle Desktops RDP/RDS ICA X11R6 XDMCP diverse TCP/IP RDP/RDS/ICA/ PCoIP RDP/RDS- ICA- Citrix Receiver X11R6 XDMCP Hostemulation Webbrowser, Java,.NET View-/ICA-/ RDP-/RDS- / PCoIP Lokale Protokoll-s auf dem Abb. 1: Einheitlicher Zugriff auf unterschiedliche, zentrale IT-Infrastrukturen 3/11

4 3. Desktop-Strategie: Auswahl der Desktops In Abhängigkeit der Zielsetzung kann die Desktop-Migration wahlweise mit einer neuen -Hardware oder mit bestehenden Endgeräten (PCs, Nettops, s oder Notebooks) erfolgen (Abb. 2). Grundlage für alle Migrationspfade bildet eine -Software, welche die Endgeräte fernadministrierbar macht und selbst auf konvertierten Fat s die lokale Datenspeicherung verhindert. Für eine Neuinvestition in Hardwareplattformen spricht vor allem die lange Einsatzdauer von sechs bis acht Jahren sowie die Energiekostenersparnis. Bestehende Endgeräte, die übergangsweise mit einem modernen -Betriebssystem konvertiert und weitergenutzt werden, lassen sich in der Regel um etwa zwei bis drei weitere Jahre einsetzen. Der Vorteil dieses Zwischenschrittes liegt unter anderem darin, dass bestehende Investitionen geschützt werden können und sich die Desktop-Migrationskosten zeitlich strecken lassen. Die Konvertierung bestehender Endgeräte erfolgt beispielsweise über den Universal Desktop Converter (UDC) des - Herstellers IGEL: Von einem mitgelieferten USB-Token, einer CD-ROM oder per Microsoft Windows Server 2003 RIS wird die -Software auf das Endgerät übertragen. Danach lässt es sich wie jeder IGEL über die IGEL Universal Management Suite (UMS) fernadministrieren und aktualisieren. 4. s als Desktop-Arbeitsplätze Welche Anforderungen sind zu stellen? Ein wesentliches Argument für zentrale und externe Bereitstellungskonzepte stellt die Tatsache dar, dass der nur einen benötigt, um auf die zentral oder extern bereitgestellten IT-Ressourcen zugreifen zu können. Damit geht die Chance einher, die Desktop-Umgebung zu standardisieren und die TCO nicht nur auf der Serverseite zu minimieren. Einzige Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die -Software (Firmware) alle nötigen Protokolle und Softwareclients beinhaltet (Abb. 1) Für Microsoft-basierte Umgebungen ist das Remote Desktop Protocol (RDP) erforderlich, für Citrix-Lösungen der Softwareclient Citrix ICA. Unter VMware View lässt sich die beste Performance mittels PCoverIP (PCoIP) erzielen, jedoch werden dann erheblich mehr Serverressourcen benötigt als im klassischen SBC. Für größere VDI-Umgebungen sollten die s außerdem den passenden Connection Broker unterstützen, der den Endgeräten die jeweils richtigen virtuellen Desktops zuordnet. Auf Host- und Mainframe-Applikationen können s zugreifen, wenn ihre Firmware auch eine Sammlung an Terminalemulationen bietet. Ist zudem ein Web-Browser integriert, kann der - via TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protocol) auch auf direkt gehostete Web- Anwendungen, -Portale und weitere Cloud Computing Services zugreifen. Server Based Computing (SBC) Virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) ICA ICA ICA Virtueller Desktop Virtueller Desktop Virtueller Desktop = = = Applikationen Applikationen Applikationen Terminal Server-fähige Multi -Applikationen + Betriebssystem + Betriebssystem + Betriebssystem Citrix XenApp Server OS (z.b. MS Server 2008 R2) Serverhardware Hypervisor (z.b. Microsoft Hyper V, Citrix XenServer, VMware ESX, ) Serverhardware Abb. 2: Konzept SBC versus VDI 4/11

5 5. TCO: Wie hoch ist die Gesamtkostenersparnis? Das größte Einsparpotential besitzt das klassische Server Based Computing. Für eine Citrix -basierte Umgebung mit IGEL s hat das deutsche Forschungsinstitut Fraunhofer UMSICHT gegenüber einer ungemanagten PC-Umgebung eine Gesamtkostenersparnis (Total Cost of Ownership, TCO) von 70 Prozent ermittelt (Abb. 4). Während das Fraunhofer UMSICHT in seiner Studie eine SBC- und -basierte IT-Infrastruktur ab zehn Arbeitsplätzen als lohnend betrachtet, konnte eine Kalkulation im Umfeld eines IT-Systemshauses nachweisen, dass sich der Umstieg bereits bei sieben Arbeitsplätzen amortisiert. Eine weniger detaillierte Untersuchung von Gartner beziffert die typischen Einsparungen auf bis zu 50 Prozent. Für VDI-Umgebungen nennt Gartner ein Einsparpotential von zwei bis zehn Prozent. Die Hauptgründe hierfür liegen in den höheren Kosten für Serverhardware, Lizenzen und Management der virtuellen Desktops. Wie sich die Abb. 4: Gesamtkostenvergleich PC versus Unmanaged PC Managed PC IT-Kosten für eine Desktop-Infrastruktur einer typischen Organisation mit 150 bis 300 Mitarbeitern Quelle: Fraunhofer UMSICHT / IGEL Technology: PC vs. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (http://it.umsicht.fraunhofer.de/pcvstc/) TCO-Ersparnisse durch SBC und VDI für eine Betriebsdauer von fünf Jahren berechnen lassen, zeigen die Tabellen 1 und 2. TCO BETRIEB ROLL-OUT HARDWARE + SOFTWARE Kosten für /Server-Struktur (C/S) mit 100 PCs in Euro Server Based Computung (SBC) mit 100 s und 3 Citrix XenApp-Servern in Euro Neuanschaffung 100 Business-PCs Neuanschaffung der Server-Hardware 3 Citrix XenApp Server Klimaanlage zur Kühlung der Server, unterbrechungsfreie Stromversorgung 100 Betriebssystem-Lizenzen (OEM) Microsoft Windows 7 Professional Server Lizenzen-Microsoft Windows Server TS-CAL-Lizenzen (HEK) Citrix -Lizenzen IGEL s (Fileserver und Netzwerkhardware werden nicht gerechnet, weil in beiden Systemen gleich) Gesamtkosten Investiton: Personalaufwand PCs inkl. Evaluation, Testphase, Abbau/Installation, Entsorgung und Aufbau (4 h pro PC) Personalaufwand s inkl. Evaluation, Testphase, Abbau/Installation, Entsorgung und Aufbau (0,5 h pro TC) Personalaufwand Server und Zentralisierung der Applikationen (100 h) Gesamtkosten Roll-out: Administration, Wartung und Support (8 h pro PC) Administration, Wartung und Support der Server (30 h / Server) Administration, Wartung und Support der s (0,5 h / TC) Hardwarekosten (50 Euro pro PC) Hardwarekosten (100 Euro je Citrix-Server) 300 Stromkosten für 100 PCs (durchschn. Betriebsdauer: 8 h x 220 Tage) Stromkosten für 100 s inkl. Leistungsanteil für Serverhardware und -kühlung; Betriebsdauer: 9 h x 300 Tage Gesamtkosten Betrieb (pro Jahr): TCO nach 1 Jahr: ( = HW+SW + Roll-out + 1 x Betrieb) TCO nach 2 Jahren: ( = HW+SW + Roll-out + 2 x Betrieb) TCO nach 3 Jahren: ( = HW+SW + Roll-out + 3 x Betrieb) TCO nach 5 Jahren: ( = HW+SW + Roll-out + 5 x Betrieb) TCO-Ersparnis nach 5 Jahren: Return on Invest (ROI) 71% Tabelle 1: TCO-Vergleich: PC-Umgebung und SBC (Citrix XenApp ) mit s 5/11

6 HARDWARE + SOFTWARE ROLL-OUT BETRIEB Kosten für /Server-Struktur (C/S) mit 100 PCs in Euro Kosten für VDI mit 100 virtuellen Desktops (Citrix XenDesktop) und 100 s in Euro Neuanschaffung 100 Business-PCs Neuanschaffung der Server-Hardware 6 Citrix XenDesktop-Server Klimaanlage zur Kühlung der Server, unterbrechungsfreie Stromversorgung Server-Lizenzen (Bare-Metal Hypervisor) 100 Betriebssystem-Lizenzen Windows 7 Professional (OEM) keine Betriebssystem-Lizenzen Windows 7 Professional (OEM) 100 IGEL s (Fileserver und Netzwerkhardware werden nicht gerechnet, weil in beiden Systemen gleich) Gesamtkosten Investiton: Personalaufwand PCs inkl. Evaluation, Testphase, Abbau/Installation, Entsorgung und Aufbau (4 h pro PC) Personalaufwand Server inkl. Evaluation, Testphase, Abbau/Installation, Entsorgung und Aufbau (5 h pro Server) Personalaufwand Virtuelle Desktops inkl. Testen (2 h pro virt. Desktop) Personalaufwand s inkl. Evaulieren, Testen, Abbau/Installation, Entsorgung und Aufbau (0,5 h pro TC) Gesamtkosten Roll-out: Administration, Wartung und Support (8 h pro PC) Administration, Wartung und Support der virtuellen Desktops (4 h / virt. Desktop) Administration, Wartung und Support der s (0,5 h / TC) Administration und Wartung Server (je 10 h) Hardwarekosten (50 Euro pro PC) Hardwarekosten (100 Euro je Citrix-Server) 600 Stromkosten für 100 PCs (durchschnittlich Betriebsdauer: 9 h x 300 Tage) Stromkosten für s (durchschn. 551 Betriebsdauer: 9 h x 300 Tage) Stromkosten für VDI-Server (6 x 250 Watt im Durchschnitt; Betrieb: 24 h x 365 Tage) 100 Citrix XenDesktop-Lizenzen à 76 Euro Microsoft VDA-Lizenzen à 100 Euro Gesamtkosten Betrieb (pro Jahr): TCO TCO nach 1 Jahr ( = HW+SW + Roll-out + 1 x Betrieb) TCO nach 2 Jahren ( = HW+SW + Roll-out + 2 x Betrieb) TCO nach 3 Jahren ( = HW+SW + Roll-out + 3 x Betrieb) TCO nach 5 Jahren ( = HW+SW + Roll-out + 5 x Betrieb) Ersparnis nach 5 Jahren: Return on Invest (ROI) 11% Weitere Berechnungsgrundlagen: Personalstundensatz IT in Euro/h: 75; durchschnittliche Wirkleistung PC: 90 W; Energiekosten in Euro/kWh: 0,17; durchschnittliche Wirkleistung : 12 W Tabelle 2: TCO-Vergleich: PC-Umgebung und VDI (Citrix XenDesktop ) mit s 6/11

7 6. Der beste Zeitpunkt zum Migrieren Die IT zu zentralisieren und im Zuge dessen auch die Desktop-Umgebung zu standardisieren ist mit einem gewissen Aufwand für Planung, Organisation und Umsetzung verbunden. Allerdings gibt es bestimmte Situationen, in denen dieser Aufwand weniger stark ins Gewicht fällt. So zum Beispiel bei anstehenden Veränderungen im Datencenter. Zu den häufi gsten Migrationsanlässen zählen dabei die Verbesserung der IT-Verfügbarkeit und Business-Kontinuität. Im Zuge einer anstehenden Modernisierung der physikalischen Datencenterinfrastruktur wird das Backend meist leistungsstärker, verfügbarer und zugleich effi zienter konzipiert. Moderne, effi - ziente, skalierbare und redundant ausgelegte Server-, Storage- und Netzwerkkomponenten, eine skalierbare Kühlung und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung bilden dann beste Voraussetzungen für Server Based Computing und VDI. Auch das Abschreibungsende oder das End-of-Life der Serverhardware und anderer Datencenterkomponenten stellt einen Migrationsanreiz dar, insbesondere, wenn der Großteil der IT-Ausrüstung veraltet ist. 6.1 Desktop-Lebenszyklen Um das jeweils neueste Betriebssystem und die aktuellsten Programmversionen und -funktionen nutzen zu können, mussten Unternehmen und Behörden bislang alle drei bis vier Jahre neue und deutlich leistungsstärkere PCs anschaffen. s, deren Firmware sich mit neuen Protokollen, Softwaretools und -clients aktualisieren lässt, und die daher Einsatzzeiten von sechs bis acht Jahren erzielen, bieten eine willkommene Alternative zur wiederholten Neuinvestition in teure PC-Hardware. Den üblichen PC-Lebenszyklus zu verlängern wird ebenfalls teuer, denn bei PCs, die länger als vier Jahre in Betrieb sind, nehmen die Wartungskosten überproportional stark zu. Oftmals sind die Endgeräte schon mehrfach aufgerüstet worden und stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehr RAM, eine größere Festplatte oder ein größerer Compact-Flash-Speicher werden ggf. nicht mehr von der Hardware unterstützt oder die CPU ist im Verhältnis zu leistungsschwach. Auch in diesem Fall bietet sich eine Desktop- Standardisierung mittels s an, um die laufenden Kosten nachhaltig zu senken. von einer höheren Skalierbarkeit der IT. Das verbessert neben der Wettbewerbsfähigkeit auch die fi nanzielle Ausgangslage für das künftige Wachstum und weitere Akquisitionen. Nicht zuletzt lassen sich auch neue Niederlassungen einfacher und schneller eröffnen. Der Roll-out eines s nimmt nur wenige Minuten in Anspruch, die Installation eines PCs dauert hingegen mehrere Stunden. Die Migration auf Server Based Computing bzw. VDI mit s stellt nicht nur eine nachhaltige Kostensenkungsmaßnahme dar, sondern auch eine Chance, wichtige Unternehmensprozesse kurzfristig zu optimieren. Zu den typischen Zielsetzungen im Rahmen des Business Process Reengineering zählen eine höhere Datenkonsistenz, -transparenz und Prozessintegrität. Überblick potenzielle Migrationszeitpunkte: Desktop-seitige Faktoren: Erhöhte PC-Ausfallquoten Zu hoher Aufwand für Desktop-Wartung und -Administration Einführung neuer Desktop-Betriebssysteme Abschreibungsende PC-Hardware erreicht Neubeschaffung am Ende des PC-Lebenszyklus RZ-seitige Faktoren: Neubeschaffung im Rechenzentrum Umstieg auf virtualisierte Server Energieoptimierung des Rechenzentrums Externe Faktoren: Unternehmensfusionen Unternehmensexpansion 6.2 Change Management Vereinfachung durch zentrale IT Veränderte organisatorische Rahmenbedingungen können die Migration ebenfalls begünstigen, allen voran Fusionen und Übernahmen. Mit zentralen IT-Infrastrukturen und einer standardisierten Desktop-Umgebung lassen sich die Daten von zwei Unternehmen wesentlich schneller und einfacher konsolidieren und die Desktop-Umgebung an neue Szenarien anpassen. Mittel- und langfristig profi tiert das neue Unternehmen nicht nur von den TCO-Einsparungen, sondern auch 7/11

8 7. Vorbereitung und Durchführung der Migration Der Prozess zur Migration auf eine SBC bzw. VDI-Umgebung mit s lässt sich in fünf große Projektphasen aufteilen. 7.1 Schritt 1: Analyse von Ist- und Soll-Zustand Die Vorüberlegungen zur Migration beginnen mit einer gründlichen Analyse der Ausgangs- und Zielsituation. Die wesentlichen Fragen fasst folgende Übersicht zusammen: Die Zielsituation lässt sich mithilfe einer Soll-Analyse beschreiben. Diese betrachtet sowohl die Art der Anwendungsbereitstellung (SBC, Mainframe, VDI, Web-Services, etc.) als auch die Desktop-Strategie (angestrebte -Quote). Darüber hinaus kann sie auch weitere Ziele beinhalten, wie z.b. Software- und Serverkonsolidierung, neue Anforderungen an Verfügbarkeit, Datensicherheit etc. Die Anforderungen an die neue IT-Infrastruktur werden zusammen mit den KO-Kriterien in einem Anforderungskatalog festgehalten. Welche Punkte davon wirtschaftlich sinnvoll sind, lässt sich mithilfe einer Kosten-Nutzen-Analyse beurteilen. Beispielsweise kann es kostengünstiger sein, bestimmte, nur an einzelnen Arbeitsplätzen genutzte Spezialanwendungen weiterhin lokal auf einem PC zu betreiben, statt wegen weniger Einzelfälle in Know-how, Hardware und Lizenzen für eine zusätzliche VDI-Umgebung zu investieren. Fragen zur Ausgangssituation (IST-Analyse): Welche Anwenderumgebung liegt vor? Wie hoch ist der Anteil von Standardanwendungen wie Office-Anwendungen, Internet, etc.? Wie viele Arbeitsplätze nutzen Spezialanwendungen oder erfordern eine hohe Leistung, zum Beispiel für Grafikbearbeitung, CAD oder Softwareentwicklung? Welche Bandbreiten stehen im LAN und WAN (Außenstellen) zur Verfügung? Wie viele müssen simultan bedient werden? Welche Desktop-Infrastruktur habe ich? Wie hoch sind die Datencenter- und Desktop-Kosten? 7.2 Schritt 2: Evaluationsphase Die am weitesten verbreiteten Softwarelösungen zur zentralen Bereitstellung von Anwendungen bzw. Desktops sind Microsoft Windows Server, Citrix XenDesktop (inkl. Xen- App ) oder VMware View. Bei der Evaluierung der Softwarelösung sind insbesondere die Kriterien Effi zienz und Lizenzkosten zu bewerten. Standardanwendungen lassen sich am effi zientesten über SBC bereitstellen. Für überdurchschnittlich grafi k- oder rechenintensive Anwendungen sowie Testumgebungen für Entwickler empfi ehlt sich VDI. Webanwendungen lassen sich sehr effi zient über s mit integriertem Browser bereitstellen ohne Umweg über die zentralen Server im eigenen Datencenter. VDI ist unter anderem kostenintensiver als SBC, weil die Lizenzkosten jährlich anfallen und außerdem für jeden eine Microsoft Virtual Access License (VDA) erforderlich ist. Im SBC hingegen fallen die Lizenzkosten nur einmalig an pro Server und pro (z.b. TS-CAL und Citrix License). Tatsächlichen Aufschluss über die für das jeweilige Unternehmen beste Lösung geben erste Labor- und Feldtests. Tauchen in der Evaluationsphase neue Anforderungen auf, muss wieder zu Schritt eins des Migrationsworkfl ows zurückgegangen und der Anforderungskatalog angepasst werden. s parallel zur Software evaluieren Parallel zur Software sollten auch gleich die s evaluiert werden, denn eine gut gewählte Desktop-Lösung kann die Gesamtperformance deutlich anheben und ggf. sogar fehlende Serverleistung oder Bandbreiten ausgleichen. Ein gelungenes Beispiel liefert der Hersteller IGEL Technology: dessen Universal Desktop s entlasten die zentrale IT-Infrastruktur durch ihre eigene Computing-Performance und lokale Softwaretools wie Web-Browser inklusive Java- Laufzeitumgebung, Multimedia-Player, Print- oder einen SIP- für IP-Telefonie. Der direkte Zugriff auf Legacy-Hostsysteme über integrierte Terminalemulationen macht außerdem teure Middleware auf dem Server überfl üssig, die dem Gesamtsystem ebenfalls Performance wegnimmt. 7.3 Schritt 3: Dimensionierung der Server Die Server der neuen IT-Umgebung sollten so dimensioniert sein, dass im Falle eines Zusammenbruchs eines Applikationsservers die restlichen Systeme die Last übernehmen können. Außerdem muss die Hardware soweit austauschbar sein, dass sie im Notfall schnell durch ein anderes Stück ersetzt werden kann. Diese Grundanforderungen lassen sich sehr einfach mithilfe der Servervirtualisierung erfüllen. Die genauen Spezifi kationen der Serverhardware hängen von den Systemanforderungen der favorisierten Softwarelösung ab, von der Anzahl der und deren Anwendungsumgebung sowie von der Leistungsfähigkeit der s. Für das SBC gilt die Faustregel: unter Microsoft Windows Server TM 2008 R2 (64 Bit) lassen sich pro Server bis zu 200 Standard- bedienen. In VDI-Umgebungen sind heute etwa 25 Standard- pro Server realistisch. Neben dem /Server-Verhältnis ist auch das /-Verhältnis zu bestimmen. Nicht jeder Mitarbeiter benötigt einen eigenen, so dass die Anzahl der pro Server zusätzlich verringert werden kann. 8/11

9 Weiterhin ist festzulegen, welcher Grad an Performance und Verfügbarkeit gewünscht ist. Davon leitet sich unter anderem auch die Redundanz der Umgebung ab. Sie beginnt bei der Serverhardware, kann sich aber auch über die Komponenten für Storage, Netzwerk, Kühlung sowie die Stromverteilung und -versorgung erstrecken. 7.4 Schritt 4: Test- und Pilotphase Auf die ersten Tests der Gesamtlösung inklusive Serverhardware, Bereitstellungssoftware, s und Peripherie folgt ein Pilotprojekt zur Einführung der ersten neuen IT- Arbeitsplätze. An diesem ersten Roll-out nehmen alle gruppen teil, für die im ersten Schritt ein typisches Szenario defi niert wurde. Diese kommen in der Regel aus verschiedenen Abteilungen und Niederlassungen und decken das gesamte Anwendungsspektrum im Unternehmen ab. Im Vorfeld sind die entsprechenden gruppen und -profi le auf den Servern anzulegen. Lokal gespeicherte Dateien und Einstellungen sind von den PCs zu sichern und auf den Server zu übertragen. Hierfür gibt es auch diverse Migrationstools. Es empfi ehlt sich, dass die Teilnehmer an dem Pilotprojekt einer hohen Hierarchiestufe angehören, um die neue Technologie im Unternehmen von oben nach unten populär zu machen. Das Feedback der Pilotanwender wird zusammen mit den technischen Ergebnissen gesammelt. Treten dabei neue Anforderungen auf, sind diese als kritisch für den fi nalen Rollout zu betrachten. Die Evaluierungsphase (Schritt 2) ist dann unter veränderten Rahmenbedingungen zu wiederholen. 7.5 Schritt 5: Finaler Roll-out Ist das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen, kann der fi nale Roll-out der SBC- bzw. VDI- Umgebung erfolgen. Dazu müssen alle noch fehlenden profi le angelegt und die lokalen Daten in das Datencenter übertragen werden. Der fi nale Rollout der s erfolgt parallel. Analog zu den profi - len auf dem Server sind im Vorfeld die entsprechenden Gerätegruppen und -profi le in der -Managementlösung zu defi nieren. Nach dem physischen Anschluss am Netzwerk werden die s anhand ihrer IP- oder MAC-Adresse über die Managementlösung gefunden und automatisch mit ihren Einstellungen versehen. So lassen sich sogar mehrere hundert Endgeräte an einem Wochenende ausrollen. Hinweise zur Desktop-Migration Die in Schritt eins des Migrationsworkfl ows defi nierte Desktop-Strategie zielt darauf ab, zugunsten minimaler TCO möglichst viele der wartungsintensiven Fat s durch fernadministrierbare s abzulösen. Die wichtigsten Auswahlkriterien zur Evaluation (Schritt 2 im Workfl ow) zeigt folgender Überblick: Definition der Anforderungen & Migrationsstrategie (- und -Szenarien, TCO-Senkung, Verfügbarkeit, Sicherheit, etc.) NICHT KRITISCH: Evaluationsphase deckt neue Anforderungen auf Software Evaluation SBC, VDI, Cloud Services, etc. (Labor- und Feldtest) Desktop Evaluation Soft- und Hardware (Labor- und Feldtest) KRITISCH: Pilotphase deckt neue Anforderungen auf Datencenter (re)dimensionieren Server, Storage, Backup, Kühlung, Netzwerk, Stromverteilung, -versorgung Pilotphase / 1. Roll-out Abteilungen, Außenstellen, Schlüssel- Finaler Roll-out Abb. 4: Einzelne Phasen der Migration von /Server-Netzwerken mit PCs hin zu SBC bzw. VDI mit s 9/11

10 8. Sauber migrieren, häufige Fehler vermeiden Grundsätzlich gilt: je detaillierter die Planung, desto reibungsloser läuft der Roll-out. Findet sich das nötige Know-how dafür jedoch nicht im Unternehmen, so empfi ehlt sich eine externe Unterstützung durch einen Lösungsanbieter oder ein Systemhaus. Weitere Voraussetzungen für eine problemlose Migration bilden möglichst realitätsnahe Tests und ein kompetenter Support. Abb. 5 zeigt eine Liste der häufi gsten Fehler, die es zu vermeiden gilt. Werden diese Fehler vermieden, stellen sich die gewünschten Effekte der Modernisierung ein. Damit dies auch langfristig so bleibt, sollten die ausgewählten Lösungen auf Server- und Desktop-Seite allerdings nicht proprietär sein, das heißt sie sollten offen für künftige technologische Weiter- und Neuentwicklungen sein. In Bezug auf s ist dies durch die Aktualisierbarkeit des Betriebssystems und einen Hersteller mit eigener Softwareentwicklung gegeben. So lässt sich auch künftig noch weiteres Optimierungspotential ausschöpfen. Wichtige Auswahlkriterien : Universeller Ansatz für möglichst viele -Szenarien Managementlösung: lizenzkostenfrei, profilbasiert, plattformunabhängig und intuitiv zu bedienen Zukunftssicherheit: aktualisierbare Firmware, ausreichend RAM und Flash-Speicher für Updates Technologische Offenheit: Softwareclients, -tools und Protokolle für den direkten Zugriff auf SBC, VDI, Cloud Services, Mainframe, VoIP, etc. Peripherieunterstützung: USB, seriell, parallel, PS/2, DVI (Dual- bzw. Multiview) Netzwerk: LAN, WLAN, WAN, DSL, ISDN etc. Sicherheitsfeatures: VPN, Smartcard-Unterstützung, etc. Wichtige Auswahlkriterien zur Serversoftware: Wie hoch sind die Lizenzkosten (Server-, - und -Lizenzen)? Wie hoch sind die System- und Ressourcenanforderungen? Welche Managementkapazitäten bietet die Lösung? Welche Security-Features sind möglich? Wie gut ist das Load-Balancing der Lösung? Wie performant / effizient ist die Lösung im Bezug auf Multimedia, Drucken, Peripherie-Unterstützung? Fehler Ursachen Folge Tipps Fehler beim Testen Zeitdruck: zu geringe Testdauer Falsche oder zu wenige -Szenarien Kein / zu wenig Anwenderfeedback Ungenaue Auswertung Mängel in Performance, Sicherheit, Experience Fehlende Funktionalität Limitierte TCO-Ersparnis Möglichst nahe an der Realität testen Desktop- und Serverseite parallel aufsetzen Externe Unterstützung durch erfahrene Partner Heterogene Desktop- Umgebung Kurzfristige Lösung Mehrere Endgeräte pro (z.b. virtueller PC im Datencenter und lokaler PC am Arbeitsplatz) Host-Terminals oder IP-Telefonie nicht in - Lösung integriert Proprietäre Lösungen und Protokolle (z.b. Zero s: nur VDI, kein SBC, etc.) Funktionell limitierte s (nur RDP / nur ICA / nur PCoIP, etc.) Abb. 5: Häufi ge Fehler bei der Migration auf SBC / VDI und s Höherer bis doppelter Administrationsaufwand Hohe Wartungs- und Supportkosten durch heterogene Desktop-Landschaft Limitierter / fehlender Investitionsschutz Geringe technologische Zukunftssicherheit Verzicht auf aktuelle und künftige Einsparpotentiale Konsolidierung von Endgeräten durch universell einsetzbare s Fat s in s umwandeln Technologisch offene und herstellerunabhängige -Lösungen Universelle, aktualisierbare Firmware 10/11

11 Zentrale Großbritannien USA Singapur Hongkong IGEL Technology GmbH Hanna-Kunath-Str. 31 D Bremen Tel +49 (0) Fax +49 (0) IGEL Technology Ltd 1210 Parkview Arlington Business Park Theale Reading Berkshire RG7 4TY UK Tel +44 (0) Fax +44 (0) IGEL Technology America, LLC 2106 Florence Avenue Cincinnati OH USA Tel Fax Kostenfrei (nur US): GET IGEL IGEL Technology Care of: C. Melchers GmbH & Co. Singapore Branch 101 Thomson Road # 24-01/05 United Square Singapore Tel Fax IGEL Technology Care of: Melchers (H.K.) Ltd Shun Tak Centre West Tower Connaught Road C. Hong Kong Tel Fax IGEL ist eine geschützte Marke der IGEL Technology GmbH. Alle Hardware- und Software-Namen sind Marken oder eingetragene Marken der jeweiligen Hersteller. Änderungen und Irrtümer vorbehalten. 10/2010 IGEL Technology 99-DE-37-2

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