Problemlose Migration auf Citrix Presentation Server Whitepaper

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1 Problemlose Migration auf Citrix Presentation Server Whitepaper

2 Inhalt 1 Einleitung Neue und erweiterte Funktionen des Citrix Presentation Server Seit Citrix Presentation Server 4 hinzugekommene Features Application Streaming Application Isolation SpeedScreen Progressive Display Application Performance Monitoring / Health Assistant Configuration Logging Load throttling Non-Admin Installation der Client-Software Seit Citrix Presentation Server 3 hinzugekommene Features Unterstützung von USB-Scannern/PDA-Geräten über USB Application Isolation Environment (AIE) Virtual IP CPU/RAM-Optimimierung Das Neue Drucksystem und der neue Universal Printer Driver Planungen / Voraussetzungen Systemvoraussetzungen Konzeptionelle Überlegungen Installationsverfahren Manuelle Installation Imaging/Cloning des gesamten Servers Imaging/Cloning des nackten Betriebssystems Unbeaufsichtigte Installation/Unattended Setup Citrix Presentation Server und Installationsverfahren Der Einsatz von vpms 2006 R Verfahrensweisen für die Migration auf Citrix Presentation Server Farmübergreifende Lizenzierung Multifarmkonzepte

3 6.3 Application Publishing Lizenzserver-Backup Checklisten

4 1 Einleitung Weltweit setzen mehr als Unternehmen Citrix Presentation Server oder Citrix MetaFrame wie es noch vor einiger Zeit hieß zur zentralen Bereitstellung von Windows- Anwendungen ein. Die neuste Version von Citrix Presentation Server enthält eine Reihe von Eigenschaften, die gerade auch für Bestandskunden sehr attraktiv sind. Dazu zählen vor allem weitere Verbesserungen bei der Isolierung von Anwendungen, verbesserte Protokollierungsund Monitoring-Funktionalitäten und auch das schon seit einiger Zeit unter dem Namen Projekt Tarpon bekannte Application Streaming. Dieses Dokument wird Ihnen die wichtigen neuen Funktionalitäten im Einzelnen vorstellen. Leider ist der Übergang von einer älteren auf die aktuelle Version von Citrix Presentation Server nicht ganz einfach. Eine Migration erfordert daher leistungsfähige Installationsverfahren für konsistente, qualitätsgesicherte und möglicherweise sogar revisionssichere Umgebungen, ohne jedoch die personelle Kapazität der beteiligten Administratoren zu überfordern. Nach einer erfolgreichen Migration ist eine zentralisierte und standardisierte Verwaltung der Umgebung empfehlenswert, um die Administratoren auch in diesem Bereich weitestgehend zu entlasten. 2 Neue und erweiterte Funktionen des Citrix Presentation Server 4.5 Wichtige Gründe bei der Migration einer bestehenden Umgebung auf Citrix Presentation Server 4.5 sind vor allem Funktionen, die entweder mit dieser Version hinzugekommen sind oder eine Erweiterung erfahren haben. 2.1 Seit Citrix Presentation Server 4 hinzugekommene Features Folgende sehr interessante und in der Praxis nützliche Funktionalitäten werden mit Citrix Presentation Server 4.5 eingeführt: > Application Streaming > Application Isolation 2.0 > SpeedScreen Progressive Display > Application Performance Monitoring > Health Assistant > Configuration Logging > Load throttling Application Streaming Application Streaming stellt einen neuen Weg der zentralisierten Bereitstellung von Anwendungen dar. Im Unterschied zur Anwendungsbereitstellung über das ICA-Protokoll wird beim Streaming die für die Ausführung notwendige Programmlogik und nicht nur der Bildschirminhalt auf den Client übertragen. Sinnvoll ist dies insbesondere dann, wenn beispielsweise Anwendungen nicht mehrbenutzerfähig, also nicht terminalservertauglich sind 3

5 oder bestimmte Peripheriegeräte benötigen, die über Terminalserver nicht bereitgestellt oder eingebunden werden können. Streaming-Anwendungen stellen aber natürlich auch andere Anforderungen an den Client (ThinClients oder alte PCs lassen sich unter Umständen nicht einsetzen, da die Anwendung ja tatsächlich lokal ausgeführt wird. Application Streaming ist daher kein Ersatz, sondern eine Ergänzung zur Anwendungsbereitstellung über ICA. Alternativ können Streaming-Anwendungen auch über einen Citrix-Server bereitgestellt und dann vom Endanwender wie gewohnt über ICA genutzt werden Application Isolation 2.0 Die neue Generation der Application Isolation bietet eine deutlich gesteigerte Performance und bessere Kompatibilität der isolierten Anwendungen. Application Isolation 2.0 ist zentraler Bestandteil des Application Isolation Environment und des Application Streaming SpeedScreen Progressive Display SpeedScreen Progressive Display steigert die Performance und Nutzbarkeit von grafikintensiven Anwendungen. Grafikintensive Anwendungen können jetzt sinnvoll über Citrix bereitgestellt werden. Bis einschließlich Citrix Presentation Server 4 war die Geschwindigkeit eher eingeschränkt und für Anwender mühsam. Die Basis der Technologie besteht darin, dass Grafiken, während sie auf dem Bildschirm bewegt oder verändert werden, nur komprimiert und weniger detailliert dargestellt werden. Erst nach dem die Grafik wieder ruht, wird sie wieder in voller Detaillierung dargestellt. Dadurch lassen sich erhebliche Performance-Gewinne bei Grafikanwendungen erzielen Application Performance Monitoring / Health Assistant Mit Hilfe der Citrix EdgeSight Software kann (proaktives) Monitoring automatisiert durchgeführt werden. Ziel ist dabei vor allem die Erhöhung der Enduser-Experience, also die Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit für die Anwender durch die Erhöhung der Verfügbarkeit der Systeme und die Verminderung von Ausfällen oder Performance- Engpässen. Citrix EdgeSight beschränkt sich nicht nur auf Citrix-Server oder Endgeräte, sondern kann auf beinahe alle Geräte innerhalb der IT-Infrastruktur installiert werden. Es besteht weiterhin sogar die Möglichkeit, automatisierte Wiederherstellungsprozeduren auszulösen, wenn ein System beispielsweise als zu wenig performant oder gar als ausgefallen identifiziert wurde. Da dies alles ohne manuelle Zwischenschritte erfolgt, ist eine erhebliche Verringerung des administrativen Aufwands eine weitere positive Folge Configuration Logging Das Configuration Logging verfolgt und protokolliert sämtliche Änderungen und Aktivitäten, die innerhalb einer Citrix Presentation Server -Farm vorgenommen werden. Dies gilt bei Verwendung der CMC (Citrix Management Console), der AMC (Access Management Console, der ehemaligen Access Suite Console) und ebenso bei Zugriffen über die MFCOM- Schnittstelle. Das Configuration Logging ist daher ein unverzichtbares Werkzeug für Troubleshooting und Revisionssicherheit, insbesondere natürlich, wenn mehr als ein Administrator die Citrix Presentation Server -Farm verwaltet. 4

6 2.1.6 Load throttling Load throttling verhindert, dass neue Server überladen werden, wenn sie sich das erste Mal an der Farm anmelden und sorgt für konsistente und zuverlässige Benutzersitzungen. Der berühmte Black-Hole-Effekt 1 ist damit ebenfalls endgültig behoben Non-Admin Installation der Client-Software Mit der neuen Version werden Citrix Presentation Server Client-Versionen ausgeliefert, die sich ohne Administrationsrechte installieren lassen. Dies ist vor allem dann hilfreich, wenn Anwender von PCs aus zugreifen müssen, auf denen sie nicht über die entsprechenden Berechtigungen zur Installation verfügen (beispielsweise von Internetcafes aus). 2.2 Seit Citrix Presentation Server 3 hinzugekommene Features Darüber hinaus kennt Citrix Presentation Server 4.5 natürlich auch alle Features, die bereits in der Vorgängerversion 4.0 vertreten waren: > Application Isolation Environment (AIE) > Unterstützung von USB-Scannern/PDA-Geräten über USB > Virtuelle IP-Adresse pro Sitzung > CPU/RAM-Optimierung > Neues Drucksystem und neuer Universal Printer Driver Unterstützung von USB-Scannern/PDA-Geräten über USB Citrix Presentation Server unterstützt seit Version 4 die Anbindung von USB-basierten PDAs zum Abgleich von s und Kontakten mit einem auf dem Terminalserver installierten Microsoft Outlook. Hierbei lag der Fokus der Entwicklung auf der Bereitstellung der Anwendung MS-ActiveSync, die bisher nicht auf dem Terminalserver lauffähig war. Die Funktion ist ausschließlich mit einem Windows 32-bit-basierten ICA-Client mindestens in der Version 9.0 möglich, da nur hier die notwendigen Funktionen zur lokalen Anbindung des PDA-Gerätes am USB-Bus implementiert sind. Gleiche Anforderungen an den ICA-Client und das Betriebssystem des Client-Gerätes hat auch die Funktion zur Anbindung von USB-basierten Scannern mit TWAIN-Schnittstelle. Hierbei werden die eingelesenen Bilder direkt über den ICA-Kanal in die am Terminalserver laufende Grafikanwendung übertragen. Citrix steuert hierbei über Richtlinien und Filter in der Farm die Übertragung und komprimiert bei Bedarf die Bildübertragung. Da diese Kompression jedoch verlustbehaftet ist, sollte man die entsprechenden Einstellungen vorab intensiv auf die Tauglichkeit der erzielten Ergebnisse testen. 1 Black Hole Effekt: Ein Farm-Server bootet und meldet unmittelbar nach Abschluss des Bootvorgangs null Sitzungen für das Load-Balancing. Dies hat zur Folge, dass alle eingehenden Sitzungsanfragen auf diesen Server geleitet werden. Während Peakzeiten (z.b. morgens oder nach der Mittagspause kann dies äußerst fatale Auswirkungen haben und scheinbar zu einem kompletten Stillstand der Farm führen. 5

7 2.2.2 Application Isolation Environment (AIE) Die mit Citrix Presentation Server 4 eingeführte Funktion Application Isolation Environment ermöglicht durch Kapselung einer Anwendungsinstallation den Betrieb von bisher nicht lauffähigen Anwendungen auf der Terminalserverplattform. Speziell die Anwendung MS-ActiveSync wurde auf diese Weise lauffähig gemacht, um sie für die ebenfalls neue Funktion PDA an USB einzusetzen Virtual IP Ein weiteres Problem bzw. Showstopper in Citrix-Projekten waren oft ältere Anwendungen, die auf eindeutiger IP-Adresse pro Instanz bestehen. Meist handelt es sich hierbei um HOST-Emulationen, die das IP-Protokoll zur Kommunikation mit dem HOST verwenden. Über die neue Funktion Virtual IP kann pro Benutzersitzung eine eigene IP-Adresse aus einem Pool von Adressen zur Verfügung gestellt werden. Damit lassen sich auch solche schwierigen Anwendungen auf einer zentralisierten Plattform einsetzen CPU/RAM-Optimimierung Zwei der damals am meisten erwarteten neuen Funktionen des Citrix Presentation Server 4 waren das CPU-Management und die Speicheroptimierung. Über die Steuerung und Priorisierung von Prozessen mit Hilfe des sogenannten FairShare - Algorithmus und einem Abfangen von CPU-Spitzen wird eine gleichmäßigere Verteilung der Prozessorzeit auf die Prozesse erreicht, falls ein Prozess im System durchgeht und die anderen Prozesse dadurch benachteiligt. In Summe kann damit eine bessere durchschnittliche Auslastung des Systems erreicht werden, falls die Benutzer bisher durch längere Spitzenbelastungen benachteiligt waren. Das Speichermanagement optimiert seit Citrix Presentation Server 4 in einem Lernprozess das Laden von Systemmodulen (DLLs), so dass die Module wenn möglich sitzungsübergreifend gemeinsam genutzt werden können. Dies beschleunigt den Zugriff auf die Module und spart Speicherplatz im RAM. Da diese Funktion sehr stark abhängig ist vom Benutzerverhalten und den installierten Anwendungen, sind die Ergebnisse nicht vorhersagbar. Das Speichermanagement ist also ausgiebig in jeder Umgebung neu zu testen Das Neue Drucksystem und der neue Universal Printer Driver Citrix hat mit Einführung des Citrix Presentation Server 4 das komplette Drucksystem erneuert und bietet seitdem neben einem neuen Universal Printer Driver auch neue Print Provider-Module und eine geänderte Behandlung der erzeugten Druckaufträge. Speziell der neue Universal Printer Driver löst einige bisherige Probleme beim Druck auf lokale Client-Drucker. Er erzeugt nun nicht mehr PCL-basierte Druckdateien sondern arbeitet mit dem Windows EMF-Verfahren (Windows Enhanced MetaFile), das eine hardwareneutrale Vorstufe eines Ausdrucks erzeugt. Der endgültige Ausdruck wird erst am Client erzeugt. Da die EMF-Datei meist kleiner ist als eine PCL-Datei, wird hier der Druck beschleunigt und Bandbreite gespart. Zudem kann nun auch auf lokale Drucker gedruckt werden, die nicht mit der PCL-Sprache kompatibel sind. 6

8 3 Planungen / Voraussetzungen Bei der Konzeption und Planung der Migration müssen neben Systemvoraussetzungen auch gewünschte Änderungen oder Verbesserungen an der bestehenden Umgebung berücksichtigt werden. Ebenso gilt es, die für das eigene Unternehmen, bzw. die eigenen Anforderungen (beispielsweise kleine Wartungsfenster, 24x7-Verfügbarkeit, usw.), beste Strategie für die eigentliche Migration zu erarbeiten. Dieses Dokument bietet Ihnen daher eine Reihe von Hilfestellungen, eine möglichst optimale Strategie für die bevorstehende Migration auszuarbeiten. 3.1 Systemvoraussetzungen Im Folgenden finden Sie einige (geänderte) Voraussetzungen die bei der Installation, bzw. dem Betrieb einer Citrix Presentation Server 4.5-Farm beachtet werden müssen: > Serverbetriebssysteme: Citrix Presentation Server 4.5 kann im Unterschied zu den Vorgängerversionen nicht mehr unter Windows 2000 installiert werden! Mit der Version 4.5 wird nur noch Microsoft Windows Server 2003 ab SP1 unterstützt. Das bedeutet, sofern sie in Ihrer bisherigen Citrix-Umgebung noch Microsoft Windows 2000 einsetzen, ist ein Umstieg auf Microsoft Windows Server 2003 zwingend erforderlich. In diesem Fall wird seitens Citrix empfohlen, eine vollständige Neuinstallation der Zielplattform unbedingt einem Update vorzuziehen. Dies gilt jedoch nur für die eigentlichen Citrix-Server. Der Lizenzserver kann weiterhin auf einem Microsoft Windows 2000 Server (ab SP3) installiert werden. > Serverhardware: Die Hardware-Mindestanforderungen haben sich mit der Einführung von Citrix Presentation Server 4.5 nicht verändert. Hier gelten weiterhin die Anforderungen seitens Microsoft für das Betriebssystem. > Datastore: Citrix unterstützt ab Citrix Presentation Server 4.5 nicht mehr die Microsoft SQL Desktop Engine (MSDE). Als kostenfreie Version wird lediglich noch der Nachfolger, Microsoft SQL2005 Express, als Datenbanksystem für den Datastore unterstützt. Alle anderen bisher unterstützten Systeme lassen sich aber auch weiterhin einsetzen. Sie müssen jedoch in jedem Fall eine Migration der Datastore-Datenbank durchführen, wenn Sie bisher die MSDE eingesetzt haben. Wir empfehlen allerdings, in diesem Fall eine Neuinstallation des Datastore durchzuführen. > Upgrade der Produktlizenzen: Für eine Installation mit Citrix Presentation Server 4.5 wird eine gültige Citrix-Lizenz vorausgesetzt. Ein Citrix MetaFrame Access Suite- Lizenzserver, der schon zusammen mit Citrix MetaFrame Presentation Server 3.0 oder 4.0 betrieben wurde, lässt sich für die neue Version leider nicht verwenden. Es muss auf jeden Fall ein Update des Citrix-Lizenzservers erfolgen. Auch für Citrix Presentation Server 4.5 gilt wie bereits für 4.0: Bei der Beantragung beziehungsweise beim Herunterladen der Lizenzdatei ist darauf zu achten, in welcher Schreibweise der Lizenzservername hinterlegt wird. Für den Servernamen wird die Groß- und Kleinschreibung erkannt und muss mit dem in der Lizenz hinterlegten Lizenzservernamen exakt übereinstimmen. 7

9 3.2 Konzeptionelle Überlegungen Die Erfahrungen aus bereits durchgeführten Migrationsprojekten zeigen, dass über die Systemvoraussetzungen hinaus die unten aufgeführten Punkte bei den Planungen berücksichtigt werden sollten. > Serverfarmdesign: Die anstehende Migration von Citrix Presentation Server ist sicherlich auch ein guter Anlass für Überlegungen, ob die bisherige Aufteilung in Farmen und Zonen wirklich die beste Lösung für das Unternehmen, das Netzwerk oder die Benutzeranforderungen ist. Häufig sind vorhandene Strukturen eher das Ergebnis einer gewachsenen Umgebung als einer konzeptionellen Planung. Eine Migration bietet eine sehr gute Gelegenheit, ein geändertes, der IST-Situation angepasstes Konzept als Grundlage für das Farmdesign zu verwenden. > Benutzerzugriff während der Migration: Sorgen Sie während und direkt nach der Migration dafür, dass Ihre Benutzer mithilfe einer Übergangsumgebung Zugriff auf die gewohnten veröffentlichten Anwendungen und Ressourcen haben. So verringern Sie den Druck auf die Administratoren, die Migration in einer minimalen Zeit und möglicherweise sogar ohne Testphase durchführen zu müssen. > Lizenzverwendung während der Migration: Betreiben Sie in der Migrationsphase Citrix Presentation Server 4.5 parallel zu Citrix Presentation Server 3 oder Citrix Presentation Server 4, müssen für diesen Zeitraum beide Lizenztypen bereit stehen. > Erneuern des Datastore: Häufig schleichen sich im Laufe der Zeit Inkonsistenzen und andere Fehler im Datastore ein. Diese können sich beispielsweise durch nicht reproduzierbare Fehler bemerkbar machen. Citrix empfiehlt: An Upgrade is the best time for a reinstall of the datastore. Der Zeitpunkt einer Migration, bzw. eines Upgrades ist der ideale Zeitpunkt, den Datastore neu zu installieren, also eine neue Farm aufzusetzen und so in die Lage zu kommen, mit einer frischen sauberen Datenbank starten zu können und alte, eventuell bereits über Jahre mitgeschleppte Fehler im Datastore beseitigen zu können. Aufgrund der genannten Voraussetzungen und Überlegungen hat sich in der Praxis ein mehrstufiges Vorgehen bei der Migration für das Upgrade von mehr als 5 Servern als ideal herausgestellt: 1. Klärung der Installationsvoraussetzungen. 2. Installation oder Update des Lizenzservers. 3. Installation des ersten (zusätzlichen) Citrix Presentation Server und des neuen Datastore. 4. Migration der ersten Benutzer auf die neue Farm. 5. Sukzessives Verschieben der Server zur neuen Farm (per Neuinstallation in die neue Farm). 6. Sukzessives Verschieben der Benutzer zur neuen Farm. Um die Migrationsphase für die Anwender transparent zu machen, ist in jedem Fall ein Anwendungszugriff über einen Webbrowser, wie beispielsweise mittels des visionapp Access Portal, erforderlich. Bei Verwendung der Program Neighbourhood wären die Anwender gezwungen, selbst zu konfigurieren, mit welcher Farm sie aktuell arbeiten wollen bzw. müssen, was in der Praxis sicher nicht durchführbar ist. Alternativ zum Stufenmodell unterstützt Citrix noch das Modell des automatischen Upgrades, wobei alle Server einzeln migriert werden, also über eine Aktualisierung der Citrix Presentation Server -Installation. Dies ist in größeren Umgebungen oft nur schwer 8

10 durchführbar, da das Upgrade der gesamten Farm in möglichst kurzer Zeit durchgeführt werden muss und in jedem Fall mit Downtimes verbunden ist. Darüber hinaus können beispielsweise Änderungen am Farmdesign (siehe oben) nicht realisiert werden. Das automatische Upgrade ist außerdem nur für vorhandene Umgebungen auf Basis von Citrix Presentation Server 3.0/4.0 einsetzbar. Die direkte Aufrüstung einer bestehenden Citrix MetaFrame XP-Farm auf Citrix Presentation Server 4.5 ist nicht möglich. Hier ist immer eine Neuinstallation notwendig! Wird eine bestehende ältere Citrix MetaFrame XP-Farm zunächst in einem Übergangsschritt direkt auf Citrix MetaFrame Presentation Server 3 und dann wieder direkt auf Citrix Presentation Server 4.5 migriert, so ist die Gefahr der Übernahme korrupter Objekte oder anderer Altlasten des vorhandenen Citrix MetaFrame XP-DataStore extrem groß. Diese Altlasten sind dann sofort wieder in der neuen Citrix Presentation Server 4.5-Umgebung vorhanden und stören vermutlich von Beginn an den fehlerfreien Betrieb der neuen Umgebung. Citrix empfiehlt daher unbedingt in einem solchen Szenario eine komplette Neuinstallation der Zielumgebung, wobei parallel für eine gewisse Zeit die aktuell bestehende Umgebung möglicherweise mit einer reduzierten Anzahl von Mitgliedsservern weiterbetrieben wird. Der Verwaltungsaufwand ist dabei nicht unerheblich, wodurch sich üblicherweise der Einsatz eines unterstützenden Werkzeugs wie der visionapp Platform Managament Suite (vpms) empfiehlt. Die visionapp Platform Management Suite ermöglicht das komfortable Aufsetzen auch größerer Citrix Presentation Server -Farmen mittels der Integration von Standardverfahren. Um die Vorteile der visionapp Platform Management Suite verdeutlichen zu können, müssen wir dazu vorab einen Blick auf die gängigen Installationsverfahren werfen, die im Zusammenhang mit einer Neuinstallation von Citrix Presentation Server 4.5 im Zuge einer Migration angewandt werden können. 4 Installationsverfahren Grundlegend können wir zwischen mehreren Installationsverfahren unterscheiden, die bei einer Neuinstallation einer Citrix-Umgebung im Zuge einer Migration nach Citrix Presentation Server 4.5 zum Einsatz kommen können: > Manuelle Installation. > Imaging/Cloning des gesamten Servers. > Imaging/Cloning des reinen Betriebssystems. > Unbeaufsichtigte Installation/Unattended Setup. Jedes dieser Verfahren hat Vor- und Nachteile, die beim Rollout einer neuen Serverfarm unter Citrix Presentation Server 4.5 berücksichtigt werden müssen. 4.1 Manuelle Installation Bei einer manuellen Installation werden alle Komponenten des Systems manuell installiert. Es erfolgen also alle notwendigen Installationsschritte von Hand, angefangen von der Installation 9

11 des Betriebssystems mittels der Herstellermedien über die Installation von Citrix Presentation Server 4.5 bis hin zur Installation und Veröffentlichung der einzelnen Anwendungen. Dieses Verfahren ist eigentlich das Verfahren, bei dem am wenigsten Vorarbeit geleistet werden muss. Es muss jedoch ein entsprechend hoher Zeitaufwand in die Installation selbst investiert werden Außerdem ist diese Variante naturgemäß die fehleranfälligste. Das Verfahren hat einen weiteren und entscheidenden Nachteil: Es ist nicht direkt reproduzierbar. Soll eine manuelle Installation auf mehr als einem Gerät erfolgen, muss sie ab dem zweiten Gerät identisch wiederholt werden. Dies erfolgt normalerweise über Checklisten und Installationsanweisungen, worin auch die Gefahr liegt, Abweichungen gegenüber der Erstinstallation (bzw. den Vorinstallationen) zu generieren. Je komplexer das Anwendungsspektrum oder beispielsweise die Anzahl der Druckertreiber auf den Servern ist, desto schwieriger wird die Nachvollziehbarkeit der Installationsschritte bei mehreren Serverinstallationen. Manuelle Installationen sind daher am ehesten für Einzelsysteme oder sehr kleine Farmumgebungen geeignet. 4.2 Imaging/Cloning des gesamten Servers Unter Imaging/Cloning versteht man das Erstellen eines Abbildes einer bestehenden Festplatte/Partition, welches auf die Festplatten von weiteren Geräten übertragen wird, so dass identische Kopien der Installation ( Klone ) entstehen. Basis für das Erstellen eines Images ist in der Regel eine manuelle Installation (siehe 4.1), bei der die Einstellungen so vorkonfiguriert werden, dass das System in sich lauffähig und nutzungsbereit ist. Die identischen Kopien des Systems auf den weiteren Geräten entsprechen folgerichtig dem Quellsystem und sind daher ebenso nutzungsbereit. Der größte Nachteil eines Imaging/Cloning-Verfahrens ist seine Unflexibilität. Da das installierte und konfigurierte System immer identisch en bloc kopiert wird, müssen Änderungen über denselben Weg appliziert werden. Das ist besonders dann aufwändig, wenn eine Komponente ersetzt werden soll. In diesem Fall muss normalerweise ein komplett neues Image erstellt werden, bei dem alle Installationsschritte inklusive der geänderten Komponente wiederholt werden. Angenommen, man hätte ein Image einer Installation inklusive Citrix MetaFrame Presentation Server 3.0 und wollte auf Citrix Presentation Server 4.5 umstellen, so müsste der komplette Installationsvorgang vor der Erstellung eines neuen Images entsprechend einmal wiederholt werden, jedoch unter Einsatz von Citrix Presentation Server 4.5 anstatt Citrix MetaFrame Presentation Server 3.0 an der entsprechenden Stelle. Darüber hinaus sind Images stark hardwareabhängig. Während Windows noch in der Lage ist, beispielsweise eine andere Graphikkarte zu erkennen und nach der Verteilung des Images ggf. nachzuinstallieren, wird dies für elementare Komponenten wie Festplattencontroller nicht funktionieren. Daher ist es angeraten, für jeden Hardwaretyp ein eigenes Image zu erstellen. Das Image eines komplett fertig installierten Citrix-Servers ist nicht vergleichbar mit einem normalen Server und erfordert diverse Vorarbeiten, bevor das Image als Vorlage für weitere Clones bereit ist. Nach dem Cloning eines Servers sind des Weiteren auch einige Nacharbeiten notwendig. Diese Vor- und Nacharbeiten betreffen vor allem die Integration des Servers in eine Citrix-Farm, da der Masterserver ursprünglich mit anderem Namen in der Farm oder gar in einer anderen Citrix-Farm installiert wurde. Um nach dem Cloning keine Fehler bei der Farmintegration des Servers zu erhalten, muss die Zugehörigkeit des Servers zur ursprünglichen Farm gelöscht werden und nach dem Cloning eine neue Integration durchgeführt werden. 10

12 Bei Nichteinhaltung der notwendigen Schritte ist ein Cloning komplett installierter Citrix- Server nicht erfolgreich. Ein weiterer Nachteil des Imaging-Verfahrens ist die Abhängigkeit von der Vergabe der Laufwerksbuchstaben auf dem Server. Viele Administratoren setzen das sogenannte DriveRemap ein, d.h. die Umsetzung der Serverlaufwerke von z.b. C:, D: und E: auf die Buchstaben M:, N: und O: Dies bedeutet für die Benutzer einen größeren Bedienungskomfort, da sie ihre eigenen lokalen Festplattenlaufwerke nun unter dem gewohnten Buchstaben C: sehen können. Bleibt jedoch der Citrix-Server auf C: bestehen, wird das lokale Laufwerk beim Sitzungsstart automatisch auf z.b. U: eingeblendet, was viele Benutzer verwirrt. Nach einem DriveRemap ist jedoch das Cloning eines Servers nicht mehr möglich, da der neue Server beim ersten Hochfahren im BlueScreen endet. Zu guter Letzt verweigern noch einige spezielle Anwendungen nach einem Cloning den Start, da sie sich bei der Installation den Servernamen oder die IP-Adresse in ihrer Konfiguration merken und sich nun nicht mehr auf dem ursprünglichen System vorfinden. In solchen Umgebungen ist Cloning daher ebenfalls nicht möglich, da das Microsoft Tool SYSPREP zwar die Windows-Umgebung manipuliert, aber nicht die diversen Anwendungen auf dem System. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass das Imaging/Cloning-Verfahren eines fertig installierten Servers nur in speziellen Umgebungen mit passenden Rahmenbedingungen fehlerfrei möglich ist. Es kann jedoch nicht als generelles Verfahren für eine Citrix-Migration empfohlen werden. 4.3 Imaging/Cloning des nackten Betriebssystems In Umgebungen mit neuen Blade-Servern oder identischen Rack-Servern hat sich das Cloning des Windows-Betriebssystems als erster Schritt einer Serverinstallation etabliert. Dieses Verfahren ist als Ersatz für das Microsoft Unattended Setup des Betriebssystems zu sehen und nicht vergleichbar mit dem Cloning eines komplett installierten Citrix-Servers. Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Problemen mit Citrix-Farmintegration, DriveRemap und installierten Anwendungen sind beim Cloning des Betriebssystems an dieser Stelle keine Probleme zu erwarten, da zu diesem Zeitpunkt lediglich das reine Windows-Betriebssystem ohne weiterführende Konfiguration installiert ist. Das Cloning des Betriebssystems ist daher lediglich als Beschleunigung des ersten Installationsschrittes zu sehen und kann heute bei identischer Hardware nahezu problemlos eingesetzt werden. Jeder Hardwarehersteller liefert für seine Serverhardware ein entsprechendes Verfahren mit. Nach dem Cloning des Betriebssystems wird die Installation der Citrix-Server üblicherweise mit einem paketorientierten Verfahren fortgeführt (z.b. mit der visionapp Platform Management Suite). 4.4 Unbeaufsichtigte Installation/Unattended Setup Bei einem Unattended Setup wird ein Verfahren eingesetzt, das im Ergebnis zwar einem manuellen Setup weitgehend entspricht, in der Durchführung jedoch grundlegend anders ist. Unattended Setups basieren darauf, dass den zu installierenden Komponenten eine sogenannte Antwortdatei oder Parameterdatei übergeben wird, die genau diejenigen 11

13 Einstellungen enthält, die auch bei einer manuellen Installation vorgenommen würden. Dieses Verfahren hat den entscheidenden Vorteil, dass man dieselbe Flexibilität erhält, wie sie bei einer manuellen Installation vorliegt, jedoch ein wesentlich höheres Maß an Gleichartigkeit der Geräte untereinander erzielt wird. Die Wiederholbarkeit der Installationen entspricht der von Cloninglösungen, ohne deren Nachteile aufzuweisen. Unattended Setup-Verfahren werden von einer Vielzahl gängiger Produkte unterstützt, selbstverständlich auch von Microsoft Windows 2000/2003, Citrix Presentation Server 4.5, Microsoft Office und vielen anderen mehr. Ein Nachteil, der hier nicht unerwähnt bleiben sollte, ist die benötigte Dauer einer Installation mittels Unattended-Verfahren. Die Zeit, die für die reine Installation benötigt wird, ist in der Regel erheblich höher als bei einem Imaging-Verfahren, da die einzelnen Installationsschritte immer vollständig, wenn auch vorparametrisiert und ohne Benutzereingriff erfolgen werden. Erfolgen die Installationen jedoch ohne Begleitung des Personals (z.b. in der Nacht), dann ist dieser Nachteil nicht relevant, da in dieser Zeit kein personeller Aufwand vonnöten ist. Die Vorteile des Verfahrens gleichen damit den theoretischen Nachteil der längeren Installationszeit aus. Welche Variante im Vergleich dieser beiden in einer konkreten Situation vorzuziehen ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Vielmehr muss eine Beantwortung unter Berücksichtigung der vorhandenen Umgebungsparameter erfolgen. 4.5 Citrix Presentation Server und Installationsverfahren Da es für den Einsatz einer Citrix Presentation Server -Farm eine wesentliche Voraussetzung ist, die Server einer Farm bzw. einer Load-Balancing-Group (Server-Rolle) so identisch wie irgendwie möglich zu halten, ist die Auswahl des geeigneten Installationsverfahrens von vornherein auf zwei der vorgenannten Verfahren beschränkt, auf Imaging/Cloning und Unattended Setup. Nur mit diesen beiden Verfahren bleibt das Verhalten aller Server vorhersehbar, falls auch nach der Grundinstallation im Rahmen der permanenten Wartungsarbeiten (Nachversand, Patch/Change Management) sichergestellt wird, dass jede Änderung auf allen Servern identisch durchgeführt wird. Da jedoch das reine Cloning extrem unflexibel ist, gerade dann, wenn einzelne Softwarekomponenten eines Images ausgetauscht werden müssen, liegt es nahe, zuerst an unbeaufsichtigte Installationen/Unattended Setups zu denken. Dies ist absolut gerechtfertigt, birgt in seiner Gesamtheit aber auch den Nachteil des erhöhten Zeitaufwands. Da die Installation des Betriebssystems und der Anwendungen je nach Ausstattung zwischen zwei und vier Stunden betragen kann, ist hier ein Cloningverfahren, bei dem in der Regel weniger als ca. eine Stunde für das Bereitstellen eines neuen Gerätes mit einem vorhandenen Image gerechnet werden kann, deutlich im Vorteil. Der Idealfall, den wir uns also folgerichtig wünschen werden, vereint die Vorteile beider Lösungen miteinander. Dieser Ansatz wird mit der visionapp Platform Management Suite 2006 R2 konsequent verfolgt, denn er teilt die Installation in zwei Teile, bei dem beide Verfahren zum Einsatz kommen können, jedoch nur ihre jeweiligen Vorteile ausspielen. Der erste Teil, die Betriebssysteminstallation, kann dabei z.b. über Microsoft Automated Deployment Services-Verfahren (ADS) erfolgen. Dieses Produkt verteilt das Betriebssystem über ein Imaging/Cloning-Verfahren an die Zielserver. Damit wird ein enormer Geschwindigkeitsvorteil gegenüber einer unbeaufsichtigten Installation des Betriebssystems erreicht. Da mit Microsoft ADS nur das reine Betriebssystem inkl. der notwendigen Treiber 12

14 installiert wird, entsteht wie bereits im vorigen Abschnitt beschrieben kein zu großer Verlust an Flexibilität. Der zweite Teil der Installation betrifft die Anwendungen (also auch die Citrix Presentation Server 4.5 -Software selbst) sowie die Konfiguration und Optimierung des Systems. Diese Installationen sind paketorientiert und werden durch den visionapp Installation Control Manager (ICM) gesteuert. Hierbei kommen Anwendungspakete zum Einsatz, die in der Regel ein Unattended Setup der entsprechenden Anwendung ausführen. Selbstverständlich können diese Pakete in einer zentralen Konsole, dem visionapp Control Center, parametrisiert werden, so dass ein Höchstmaß an Flexibilität entsteht. 5 Der Einsatz von vpms 2006 R2 Die Migration von Citrix MetaFrame XP oder Citrix Presentation Server 3.0 bzw. 4.0 auf Citrix Presentation Server 4.5 gestaltet sich mithilfe der visionapp Platform Management Suite 2006 R2 (vpms 2006 R2) sehr einfach. Was jedoch ist eigentlich vpms 2006 R2? Basierend auf einer modularen Architektur erlaubt vpms 2006 R2 die automatisierte Installation, Konfiguration und Verwaltung von Serverfarmen einschließlich wichtiger Erweiterungsprodukte. Die wichtigsten Servertypen sind hierbei Terminalserver, Citrix Presentation Server und Webserver. Das zentralisierte automatische Management von vpms 2006 R2 unterstützt die Etablierung von effizienten Verteilungs- und Betriebsprozessen. Eine klar strukturierte und benutzerfreundliche Verwaltungskonsole macht vpms 2006 R2 somit zu einem idealen Produkt für den problemlosen Einstieg in die Technologie des serverbased computing (SBC). vpms 2006 R2 besteht aus mehreren integrierten Komponenten. Einige dieser Komponenten kommunizieren dabei mit Produkten, die kostenfrei von Fremdherstellern zur Verfügung gestellt werden, wie z.b. Microsoft Automated Deployment Services (ADS). Andere Komponenten sprechen dagegen spezifische Schnittstellen an, um kostenpflichtige Produkte von Drittherstellern zu verwalten und zu kontrollieren; das gilt insbesondere natürlich auch für den Citrix Presentation Server. Der sofort sichtbare Teil von vpms 2006 R2 ist das visionapp Control Center (vcc) (siehe 0), das dem Benutzer eine intuitive grafische Schnittstelle zur Verwaltung einer Serverumgebung bereitstellt. Durch die Integration des Installation Control Managers (ICM) einem soliden Softwareverteilungswerkzeug, das von visionapp entwickelt wurde entfällt die Notwendigkeit, ein komplexes Drittprodukt zu verwenden, welches nicht speziell für die Verwendung auf Terminalserver-, bzw. Citrix-Server-Plattformen optimiert wurde. Zu einem frühen Zeitpunkt des Serverinstallationsprozesses werden die visionapp Add-on Tools auf die Zielplattform übertragen. Sie agieren dort primär als Verbindungsinstanz zum visionapp Control Center und seinen Modulen. Diese Werkzeugsammlung beinhaltet Anwendungen mit grafischen Schnittstellen, Konsolenanwendungen und Windows-Dienste. Sie alle erweitern die Funktionalität des Servers und erlauben die vollständige Automatisierung sämtlicher Konfigurationen während einer Installation und während des späteren Betriebs. Im Produktumfang von vpms 2006 R2 sind auch die visionapp Installation Packages (vip) enthalten, eine Sammlung von parametrisierbaren Paketschablonen zur Installation von gängigen Produkten und Anwendungen auf Servern. Die mitgelieferten Paketschablonen sind das Ergebnis langjähriger Erfahrung bei der Installation und dem Betrieb von Servern in Unternehmensumgebungen. Die Individualisierung der Paketschablonen und die Integration der lizenzpflichtigen Binärdateien von den Datenträgern der jeweiligen Hersteller erfolgt über 13

15 die visionapp Preparation Tools, die sich ebenfalls im Lieferumfang von vpms 2006 R2 befinden. Für eine erfolgreiche Migration auf Citrix Presentation Server 4.5 muss lediglich ein von visionapp vorbereiteter und getesteter Installationsablauf für die Plattforminstallation eines Citrix Presentation Server eingesetzt werden. Alle notwendigen Pakete für die Installation, Konfiguration und Optimierung des Citrix Presentation Server (visionapp Installation Packages, vip ) und die Beschreibung des empfohlenen Installationsablaufes sind im Lieferumfang der vpms 2006 R2 enthalten. Wie weiter oben schon erwähnt, ist die vollständige Automatisierung nicht nur der Installation sondern auch der Konfiguration der Citrix-Farm und der einzelnen Server eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Betrieb einer ausfallsicheren Umgebung. Aus diesem Grund gehören zum Lieferumfang der vpms 2006 R2 neben den Paketen für die eigentliche Installation des Citrix Presentation Server 4.5 auch Pakete, um die Konfiguration der Server, also beispielsweise auch die Citrix Presentation Server -Einstellungen zu automatisieren. Ebenso sind Pakete vorhanden, um die erforderliche Datenbank für den Citrix Datastore auf einem Microsoft SQL-Server oder auch einem Oracle Datenbank-Server zu installieren. Neben diesen Basispaketen gehören eine große Anzahl Pakete für gängige Anwendungen (z.b. Microsoft Office, Winzip, Acrobat Reader, usw.) zum Standardlieferumfang der vpms 2006 R2. Der Einsatz von vpms 2006 R2 bietet daher speziell für die Migration auf Citrix eine Reihe von Vorteilen: > Administratoren werden nicht durch zeitaufwändige manuelle Installationen einzelner Server gebunden. Vielmehr werden mit minimalem administrativem Aufwand eine beliebige Anzahl von Servern oder vollständige Farmen installiert. Dabei ist die Installation so weit automatisiert, dass für die Installation einer kompletten Farm nur wenig Wissen erforderlich ist. > Die Durchführung manueller Installationen ist sehr fehleranfällig. Gerade in Citrix Presentation Server -Farmen muss die Installation der Server unbedingt identisch sein. Dies betrifft die Einstellungen des Betriebssystems sowie vor allem die Einstellungen der installierten Anwendungen. Unterschiede bei diesen Grundeinstellungen können für die Benutzer zu verschiedenen Problemen und unerwünschten Effekten führen. > Alle Einstellungen und die benötigten Dateien der kompletten Installation werden auf Dateiservern und in einer Datenbank hinterlegt. Diese Daten können jederzeit gesichert und bei Bedarf erneut verwendet werden. Nach einer Änderung, welche im Betrieb zu Problemen geführt hat, kann auf eine ältere Version zurückgesprungen werden. Die Server lassen sich somit auch innerhalb weniger Stunden wieder auf eine abgenommene und stabile Version zurücksetzen. > Auf Veränderungen durch neue Hardware oder neue Software kann viel schneller und einfacher reagiert werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob physikalische oder virtuelle Server installiert werden sollen. > Nach Implementierung von vpms 2006 R2 und einer einführenden Schulung sind Administratoren in der Lage, selbstständig komplexe Anpassungen an neue Gegebenheiten durchzuführen. 14

16 Abb. 1 Konfiguration von Citrix-Parametern im visionapp Control Center 6 Verfahrensweisen für die Migration auf Citrix Presentation Server 4.5 Für eine erfolgreiche Migration auf die neue Citrix Presentation Server 4.5-Plattform müssen einige Verfahrensweisen beachtet werden, die rein auf der logischen Konzeption der Migration fußen, wie beispielsweise: > Farmübergreifende Lizenzierung. > Multifarmkonzept(e) mit Citrix MetaFrame Presentation Server 3.0/Citrix Presentation Server 4.0/4.5. > Optimales Application Publishing (Multifarm/Preferred Zones). > Backup-Konzepte für den Lizenzserver. Die wichtigsten Hinweise sind im Folgenden kurz zusammengefasst. 15

17 6.1 Farmübergreifende Lizenzierung Seit Citrix MetaFrame Presentration Server 3.0 werden die Citrix-Lizenzen nicht mehr innerhalb eines Datastore gespeichert. Ein eigener Lizenzserver stellt die Lizenzen für das gesamte Unternehmen zur Verfügung, unabhängig von der Aufteilung der Server in Farmen. Dies erleichtert eine flexiblere Planung der gewünschten produktiven Farmumgebung und ermöglicht ebenso den problemlosen Aufbau einer eigenen Testumgebung, da ein Testserver wenn möglich nicht innerhalb einer produktiven Farm installiert werden sollte. Bei immer wiederkehrenden Neuinstallationen von Testservern in produktiven Farmen besteht die Gefahr von Korruption innerhalb des DataStore, falls ein Testserver nicht immer sauber installiert oder sich sauber in die Farm integriert und wieder entfernt. Abb. 2 Die neue Lizenzverwaltung seit Presentation Server 3 ermöglicht farmübergreifende Lizenzierung 16

18 Abb. 3 Getrennte Farmen für Produktion und Test als Grundlage stabiler Umgebungen 6.2 Multifarmkonzepte In den meisten Citrix-Farmen werden heute mehrere unterschiedliche Servertypen installiert, da nicht immer alle Anwendungen auf einem einzigen Server installiert werden können oder aus Stabilitätsgründen installiert werden sollen. Es gilt dann zu entscheiden, ob dieser neue Servertyp innerhalb derselben Farm oder innerhalb einer eigenen, neuen Farm installiert werden soll. Die Entscheidung für mehrere Servertypen innerhalb derselben Farm erleichtert die Administration der Farm, da die Citrix Management Console (CMC) nur für die Verwaltung einer einzigen Farm vorgesehen ist. Entscheidet man sich für einen Farmsplit zur Bereitstellung der Sonderanwendung, so liegt dies meist am gesteigerten Sicherheits- und Stabilitätsbedürfnis, da die Sonderanwendung vielleicht eine zentrale Rolle innerhalb des Unternehmens spielt und eine erhöhte Verfügbarkeit garantiert werden soll. Fällt die primäre Farm aufgrund von Korruption aus, so ist in diesem Fall die Farm mit der Sonderanwendung nicht betroffen, da die beiden Farmen völlig unabhängig voneinander betrieben werden. Nachteil eines Farmsplits ist ein etwas erhöhter Aufwand bei der Administration, da die CMC- Konsole für jede Farm eigens gestartet werden muss. 17

19 Vorteil eines Farmsplits ist neben der bereits erwähnten Stabilitätssteigerung auch die Möglichkeit, unabhängige Releasewechselzyklen in den Farmen zu etablieren. Eine Lösung zur Installation und Konfiguration von Citrix-Farmumgebungen sollte in der Lage sein, die gewünschten Vorgaben umzusetzen und die Farmen in Produktions- und Testumgebung zu modellieren. Abb. 4 Entscheidung für einen Farmsplit zur Maximierung der Farmstabilität 6.3 Application Publishing Einer der häufigsten Fehler in bestehenden Citrix-Farmen ist die falsche Veröffentlichung der Published Applications. Unterschiedliche Parameter für Farbtiefe, Verschlüsselungstiefe, Audio etc. führen zu fehlerhaftem Start einer Anwendung, da statt dem gewünschten Session Sharing-Modus nun für die gestartete Anwendung eine neue Sitzung eröffnet wird. Somit kann die Anwendung nicht wie gewünscht dynamische Daten mit den anderen Windows- Anwendungen austauschen. Diese Fehler können vermieden werden, wenn man die Veröffentlichung der Anwendungen in der Citrix-Farm automatisiert. Somit sind alle wichtigen Parameter identisch und alle Anwendungen starten wie gewünscht im Session Sharing-Modus. 18

20 Die visionapp Platform Management Suite 2006 R2 ermöglicht durch automatisiertes Veröffentlichen der installierten Anwendungen einen fehlerfreien Betrieb dieser Anwendungen. Beim Erstellen der Anwendungspakete durch den Paketierer liegt der Schwerpunkt der visionapp Publishing-Automatik auf der sehr einfachen Definition der Anwendungseigenschaften, so dass ein Paketierer mit wenigen Angaben das gewünschte fehlerfreie Ergebnis erzielt. Die Veröffentlichung einer Anwendung (unabhängig davon, ob sie isoliert, gestreamt oder herkömmlich veröffentlicht werden soll) wird dadurch auf sehr einfache Weise vollautomatisiert, eine häufige Fehlerquelle eliminiert und eine konsistente Umgebung bereitgestellt. 6.4 Lizenzserver-Backup Ein Citrix-Lizenzserver für Citrix Presentation Server 4.5 darf 30 Tage lang ausfallen, bevor die auf den Citrix-Servern zwischengespeicherten Lizenzinformationen ungültig werden. Daher ist die schnelle Wiederherstellung eines ausgefallenen Lizenzservers nicht unternehmenskritisch. Trotzdem sollte man sich Gedanken über ein Backup des Lizenzservers machen. Zwei Varianten für den Ersatz des Lizenzservers sind möglich: > Cold Standby Backupserver. > Warm Standby Backupserver. Die Citrix-Lizenzen werden von Citrix in Form einer Lizenzdatei geliefert. Diese Datei ist exakt einem einzigen Servernamen zugewiesen. Daher kann die Lizenzdatei nicht auf einem anderen Server eingespielt werden. Für die Alternative Cold Standby -Server wird ein zweiter Server mit demselben Namen im ausgeschalteten Zustand in Reserve gehalten. Dies kann auch eine VMware -Instanz sein. Bei Ausfall des primären Lizenzservers wird der Cold Standby-Server aktiviert und die Lizenz eingespielt. Im Falle einer Active Directory-Mitgliedschaft muss das alte Objekt vorher im Active Directory gelöscht werden, damit der zweite Server mit selbem Namen in das Active Directory aufgenommen werden kann. Für die Alternative Warm Standby -Server ist ein zweiter Server mit anderem Namen und vorinstalliertem Citrix-Lizenzdienst im Netz verfügbar. Im Falle des Ausfalls des primären Lizenzservers ist bei Citrix auf dem Secure Portal (MyCitrix) eine Ersatzlizenz für den neuen Servernamen anzufordern und auf dem neuen Server einzuspielen. Da die Warm Standby -Methode die Mithilfe von Citrix erfordert, wird meist die Cold Standby -Methode bevorzugt. Grundsätzlich sei jedoch noch darauf hingewiesen, dass die Installation und Konfiguration eines kompletten Lizenzservers natürlich auch mittels der vpms 2006 R2 durchgeführt werden kann. Damit wird der Lizenzserver sehr schnell und vollautomatisiert neu installiert. 19

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