Projektarbeit für die IHK-Abschlussprüfung zum Fachinformatiker. Sommer 2004

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1 Projektarbeit für die IHK-Abschlussprüfung zum Fachinformatiker Sommer 2004 Pilotprojekt für die Migration von Sophos Anti-Virus zu McAfee Prüfling: Jens Kolbinger Rigaer Str Erfurt Ausbildungsstätte: Friedrich-Schiller-Universität Jena Fürstengraben Jena

2 Inhaltsverzeichnis 1 Einführung Ausgangssituation / Kosten-Nutzen-Analyse Produkteigenschaften von Sophos Anti-Virus und McAfee Zielsetzung 3 2 Einrichtung des epolicy Orchestrator-Servers Konfiguration der Updates der Software- und Virendefinitionsdateien Konfiguration der Informationswege bei Virenfund Konfiguration der Maßnahmen bei Infektionen 7 3 Deinstallation der vorhandenen Antivirensoftware und Ausbringung der Software von McAfee auf die Clients 8 4 Tests Reaktionszeiten für Updates von Virendefinitionsdateien Informationsfluss bei Virenfund Auswertungsmöglichkeiten durch integrierte Analysetools 10 5 Fazit 11 6 Literaturverzeichnis 12 7 Anlagen 13 Jens Kolbinger Abschlussprüfung 2004

3 1 Einführung Der Virenschutz im Unternehmen ist heutzutage zu einer nicht zu unterschätzenden Aufgabe geworden. Die ständig steigenden Gefahren, die von Viren, Trojanern, Würmern und Hoaxes (im Weiteren werde ich für all diese das Wort Viren verwenden) ausgehen, können nur durch ein umfassendes Virenschutzkonzept so minimal wie möglich gehalten werden. Zu diesem Konzept gehören nicht nur der Einsatz einer dem Unternehmen entsprechenden Virenschutzsoftware und deren regelmäßige Aktualisierung. Unter anderem ist auch für regelmäßige Backups der Datenbestände sowie für die Anweisung der Mitarbeiter im Umgang mit portablen Datenträgern und -Anhängen unbekannter sowie auch bekannter Absender zu sorgen. [1] 1.1 Ausgangssituation / Kosten-Nutzen-Analyse Die EDV-Abteilung der Universitätsverwaltung der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena hat ca. 250 Rechner und mehrere Server zu betreuen, welche alle miteinander vernetzt sind. In diesem Netzwerk kommt momentan das Virenscannersystem Sophos Anti-Virus zum Einsatz, welches auf einem Server der EDV-Abteilung der Universitätsverwaltung läuft. Die Mitarbeiter der EDV-Abteilung werden automatisch bei Auffinden eines Virus per benachrichtigt und können dann entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten um diesen zu beseitigen. Des Weiteren wird das serverseitige Programm SAVAdmin für die Verwaltung der Clients und die Erstellung von Statistiken verwendet. (Für detailliertere Angaben von Sophos Anti-Virus siehe 1.2.) Bis vor einem Jahr wurden die Lizenzkosten für das Anti-Viren-Paket der Firma Sophos vom Thüringer Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (TMWFK) übernommen. Im Jahr 2003 entschied das TMWFK aus Kostengründen das bisher geförderte Produkt durch das von McAfee zu ersetzen. Da die Migration durch die EDV-Abteilung der Universitätsverwaltung kurzfristig nicht realisierbar war, entschied man sich den nun kostenpflichtigen Lizenzvertrag mit Sophos für ein Jahr zu verlängern. Dieser Vertrag läuft Ende Juli dieses Jahres aus und um die Kosten für eine weitere Verlängerung des Lizenzvertrages einzusparen soll nun geprüft werden, ob das jetzt für die FSU Jena wesentlich kostengünstigere Produkt von McAfee im Verwaltungsbereich eingesetzt werden kann. Jens Kolbinger 1 Abschlussprüfung 2004

4 1.2 Produkteigenschaften von Sophos Anti-Virus und McAfee Das momentan eingesetzte Softwarepaket von Sophos besteht aus einer Client-Server- Lösung, das heißt, es gibt einen zentralen Server, auf dem innerhalb einer Datenbank sämtliche an das Netzwerk angeschlossene Rechner erfasst werden und das von dieser Stelle aus alle Clients zentral durch das Programm SAVADMIN verwaltet werden können. Auf den Clients müssen dazu die Programme Intercheck und Sweep installiert werden, wobei Intercheck ein speicherresidentes Programm ist (prüft entsprechende Dateien vor dem Lesen und Schreiben auf den Datenträger). Sweep hingegen erlaubt dem Nutzer eine manuelle Virenprüfung einer Speichereinheit und nimmt regelmäßig Kontakt zum Server auf um diesem die aktuelle hard- und softwareseitige Konfiguration sowie eintretende Ereignisse in Hinsicht auf Virenfunde zu melden. Die Weiterleitung eines Virenfundes per Popup- Nachricht sowie per ist hier auch integriert. Des Weiteren werden Aktualisierungen der Software und der Virendefinitionsdateien regelmäßig durch den Server von der Sophos-Homepage heruntergeladen. Die Clients wiederum bekommen die Aktualisierungen vom Server zu fest geplanten Terminen übertragen. Diese Client- und Serveraktualisierungen laufen automatisiert ab. Letztendlich bietet das Programm Enterprise Manager diverse Datenbankabfragen, durch die man sich einen Überblick über die Aktualität der installierten Software sowie über aufgetretene Virenereignisse verschaffen kann. Auch das Softwarepaket von McAfee basiert auf einer Client-Server-Anwendung. Auf dem Server werden der epolicy Orchestrator(ePO)-Server sowie die epo-konsole installiert, welche zur Verwaltung des Servers und der durch diesen bedienten Clients dient. Auf dem Server kommt eine SQL-Datenbank zum Einsatz, in der Daten über die Anwendung der Produkte auf den Clients des Netzwerks gesammelt werden. Weiterhin ist hier auch noch der Warnungsmanager zu installieren, welcher für die Konfiguration der Informationswege bei Vireninfektionen benötigt wird. Warnungen können unter anderem per Popup-Meldungen auf dem Desktop erscheinen und über einen vorhandenen Mailserver an bestimmte - Adressen weitergeleitet werden. Auf den Clients muss der so genannte epo-agent installiert werden, welcher der Datensammlung, Berichterstellung, Installation von Produkten, Umsetzung von Richtlinien und Tasks sowie zum Zurücksenden von Ereignissen an den Server dient. Innerhalb von Domänen kann der Agent über die Windows NT Push-Technologie automatisch ausgebracht werden. Dagegen müssen innerhalb von Arbeitsgruppen entweder Verteilungstools von Jens Kolbinger 2 Abschlussprüfung 2004

5 Drittanbietern (z.b. Novell ZENworks) verwendet werden oder es bleibt nur der Weg der manuellen Installation, welcher sehr zeitintensiv für das EDV-Personal wäre. Für das Erkennen und Bekämpfen von Viren muss des Weiteren VirusScan Enterprise auf den Arbeitsstationen installiert werden, dies geschieht allerdings automatisch durch den Agenten, sobald dieser installiert und als Dienst im Hintergrund aktiv ist. VirusScan Enterprise nutzt zwei Scanengines, wobei die erste speicherresident ist (prüft die zu lesenden und auf die Datenträger zu schreibenden Dateien) und einen Anforderungsscanner, welcher es dem Nutzer erlaubt bestimmte Speichereinheiten auszuwählen und zu prüfen bzw. feste regelmäßige Zeiten für die Überprüfung von Speichereinheiten festzulegen. Letztendlich befindet sich auf dem Server noch ein Berichterstellungsmodul zur Leistungsüberwachung des Virenschutzes im Unternehmen. Zu den bereits vorhandenen Abfragen können mittels SQL-Editor zusätzlich benötigte Abfragen erstellt oder bereits vorhandene an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. [2; 3] 1.3 Zielsetzung Es gilt zu testen, ob das Softwarepaket von McAfee mit der gleichen Funktionalität aufwartet, wie das bei Sophos Anti-Virus der Fall ist. Dazu gehören vor allem die Aktualität der Updates, mögliche Informationswege sowie Gegenmaßnahmen bei Auftreten einer Vireninfektion und die gebotenen Möglichkeiten für statistische Auswertungen. Des Weiteren muss eine effiziente Lösung gefunden werden, wie die Anti-Viren Software von Sophos möglichst automatisch und sauber von den Clients deinstalliert und unmittelbar danach die Software von McAfee zentral von einer Stelle auf die Clients ausgebracht werden kann um das Risiko einer Infizierung durch Viren während dieses Vorganges so gering wie möglich zu halten. Damit soll dieses Projekt der Entscheidungsfindung über den Einsatz der Anti-Virenlösung von McAfee dienen. Jens Kolbinger 3 Abschlussprüfung 2004

6 2 Einrichtung des epolicy Orchestrator-Servers Da das Rechenzentrum der FSU Jena bereits McAfee einsetzt, ergaben sich zwei Varianten um dieses Produkt zu testen. Zum einen bot sich die Möglichkeit, den bereits bestehenden Server des Rechenzentrums zu nutzen oder einen eigenen innerhalb der EDV der Verwaltung einzurichten. Allerdings basieren das Netzwerk des Rechenzentrums auf einer Domänenstruktur und das der Verwaltung auf einer Arbeitsgruppe. Daraus ergab sich, dass die Nutzung des Servers im Rechenzentrum ausgeschlossen ist, da hier nicht die nötigen Zugriffsrechte zwischen Domäne und Arbeitsgruppe existieren. Aus den gegebenen Gründen entschied man sich, für den Test der Anti-Viren-Software von McAfee einen eigenen Server, einen Windows NT-Client und einen Windows XP-Client zu nutzen. Nach der Installation des Betriebssystems Windows 2000 Server, einschließlich aller vorhandener Servicepacks und Sicherheitspatches, auf dem Server wird hier das Setup für den epolicy Orchestrator-Server vorgenommen. Während dieser Installation werden Agentensprachpakete, Richtlinienseiten, Produkt-Plug-In-Dateien und die Produkte selbst angewendet. [4] Weiterhin werden die Microsoft SQL Server 2000 Desktop Engine (MSDE 2000) und der epolicy Orchestrator-Agent auf diesem installiert. 2.1 Konfiguration der Updates der Software- und Virendefinitionsdateien Bei der Konfiguration der notwendigen Updates muss man das Repository-Update auf dem Server und zum anderen die Client-Updates betrachten. Um die Netzlast so gering wie möglich zu halten, sollte nur der McAfee-Server die Produktund Virendefinitions-Updates aus dem Internet herunterladen. Bei der Erstellung des Repository-Pull-Tasks müssen zuerst die Zeiten konfiguriert werden, zu denen Updates erfolgen sollen. Um die Aktualität des Repositorys zu gewährleisten, sollte man diesen Task dreimal täglich (0:00Uhr; 8:00Uhr; 16:00Uhr) ausführen lassen, wie in Anlage [I] zu sehen ist. Weiterhin besteht hier die Möglichkeit, ausgelassene Tasks (z.b.: Server war zum gewünschten Zeitpunkt nicht verfügbar) auszuführen. Es ist empfehlenswert auch diese Option zu aktivieren, da bei genanntem Fall die Aktualität der Virendefinitionsdateien nicht gewährleistet werden könnte. Abschließend muss noch die Downloadseite, von der die Updates abgeholt werden, und der Zielpfad für die Updates angegeben werden. Jens Kolbinger 4 Abschlussprüfung 2004

7 Bild 1: Konfiguration des Repository-Pull-Task Als Zielpfad wird hier Aktuell angegeben und die Option Bestehende Pakete in den Zweig 'Vorherige' verschieben gewählt. Dadurch besteht die Möglichkeit bei eventuell auftretenden Fehlern in Software-Updates die vorherige Version wieder herzustellen. Für die Client-Updates muss im epolicy Orchestrator der bereits vorhandene Deployment- Task modifiziert und ein Agenten-Aktualisierungstask erstellt werden. Über den Deployment-Task können alle im Repository vorhandenen Softwarepakete auf die Clients verteilt werden. Durch den Agenten-Aktualisierungstask werden Software-Updates, neue Virendefinitionsdateien und modifizierte Richtlinien für die auf den Clients vorhandene Software ausgebracht. Der Agent setzt diese dann auf den Clients um. Für den Fall, dass der McAfee-Server einmal nicht erreichbar ist, kann hier auch ein Ausweichrepository (z.b.: FTP-Download-Seite von McAfee) angegeben werden, um die Aktualität der Virendefinitionsdateien zu gewährleisten. Damit ist die Konfiguration der Updates abgeschlossen. Jens Kolbinger 5 Abschlussprüfung 2004

8 2.2 Konfiguration der Informationswege bei Virenfund Um unverzüglich über den Fund eines Virus auf den Clients benachrichtigt zu werden, muss auf einem an das Netzwerk angeschlossenen Computer der McAfee-Warnungs-Manager installiert und konfiguriert werden. Im Fall der FSU Jena würde sich hierzu am besten der Rechner eignen, welcher momentan der Verwaltung des Sophos-Servers dient. Nach Abschluss der Installation kann man das Konfigurationstool für den Warnungsmanager starten, welches auf dem folgenden Bild zu sehen ist. Bild 2: Konfiguration des Warnungsmanagers Hier lassen sich die verschiedensten Warnungsmöglichkeiten aktivieren, wie bereits auf Bild 2 zu erkennen ist. Damit die bisher bei Sophos eingesetzten Informationswege beibehalten werden können, habe ich hier die Benachrichtigung per und Netzwerknachricht aktiviert. Bei der Benachrichtigung per sind die Absender- und Empfängeradresse sowie ein im Netzwerk vorhandener SMTP-Server anzugeben. Innerhalb der EDV-Abteilung der Verwaltung übernimmt jeden Wochentag ein bestimmter Mitarbeiter die Aufgabe des Helpdesks, dass heißt dass sich dieser um die Probleme der Nutzer zu kümmern hat. Jens Kolbinger 6 Abschlussprüfung 2004

9 Weiterhin existiert für diesen Nutzer die -Adresse welche ich im Warnungsmanager für die Benachrichtigung per angegeben habe. Somit wird der aktuelle Helpdesk-Nutzer bei Auftreten einer Infektion benachrichtigt und kann Maßnahmen zur Beseitigung des Virus ergreifen. Für den Fall, dass der SMTP-Server einmal nicht erreichbar ist, beziehungsweise die Geschwindigkeit der Benachrichtigung per Mail von der momentanen Belastung des Mail- Servers abhängig ist, sollte wenigstens ein zweiter Informationsweg vorhanden sein. Dazu wird hier die Benachrichtigung per Netzwerknachricht verwendet, welche ich so konfiguriert habe, dass die Meldung immer auf dem Desktop des Rechners, auf dem die Remote-Konsole des epolicy Orchestrator-Servers installiert ist, erscheint. Durch die vorhandene Redundanz der Informationswege ist die Alarmierung des EDV-Personals auch bei Ausfall einer der genannten Dienste gesichert. 2.3 Konfiguration der Maßnahmen bei Infektionen Auf den Clients kommt als Anti-Viren-Programm VirusScan Enterprise in der aktuellen Version 7.1 zum Einsatz. Dieses scannt zum einen die aktuell verwendeten Dateien und führt zum anderen regelmäßig geplante Scans auf die vorhandenen Speichereinheiten durch. Dies erfolgt innerhalb der Verwaltung der FSU Jena einmal wöchentlich um Viren, die durch einen eventuellen Ausfall des Zugriffsscans auf das System gelangt sind, zu identifizieren. Um bei Auffinden eines Virus den Verlust wichtiger Dateien zu verhindern, sollte VirusScan Enterprise mittels der Richtlinien, welche man über die epolicy Orchestrator-Konsole verwaltet (Anlage [II]), so konfiguriert werden, dass der Zugriff auf infizierte Dateien verhindert wird. Durch die Benachrichtigung mittels Warnungs-Manager kann der Helpdesk- Nutzer dann entsprechende Maßnahmen für die Beseitigung des Virus einleiten. Jens Kolbinger 7 Abschlussprüfung 2004

10 3 Deinstallation der vorhandenen Antivirensoftware und Ausbringung der Software von McAfee auf die Clients Für die Installation des epolicy Orchestrator-Agent existieren mehrere Möglichkeiten. Die einfachste, den Agenten direkt vom epo-server zu verteilen, entfällt hier, da dazu die Windows NT-Push-Technologie verwendet wird, welche innerhalb von Arbeitsgruppen nicht zur Verfügung steht. Damit der epolicy Orchestrator-Agent und VirusScan Enterprise auf den Clients installiert werden können, muss zuvor Sophos Anti-Virus von diesen entfernt werden. Um den Zeitaufwand für die Deinstallation bzw. Installationen auf den ca. 250 Clients so gering wie möglich zu halten, sollen diese automatisiert erfolgen. Dabei ist unbedingt das Rechteproblem, welches hier unter Windows NT/2000/XP in diesem Zusammenhang auftritt, zu berücksichtigen. Da die Benutzer nicht über die nötigen Rechte für die Deinstallation verfügen, muss hier eine Lösung gefunden werden um die Software von den Clients zu entfernen. Da dies allerdings den zeitlichen Rahmen meines Projektes sprengen würde, soll dieses Problem später durch einen/eine Mitarbeiter/-in der EDV-Abteilung gelöst werden. McAfee hat in der epolicy Orchestrator-Konsole die Möglichkeit integriert mit Hilfe eines Assistenten ein manuelles Setup-Paket für den Agenten zu erstellen. Bei diesem Vorgang kann dann ein Nutzer und Passwort mit den entsprechenden Installationsrechten angegeben werden, dies ermöglicht die automatische Installation über das Loginscript der Nutzer. Nach erfolgter Agenteninstallation meldet sich dieser nach einer zufällig gewählten Zeit innerhalb der ersten zehn Minuten beim Server, danach regelmäßig zu den in den Richtlinien angegebenen Zeiten. Negativ ist hier der Zeitraum für die erste Agent-zu-Server-Kommunikation (bis 10 Minuten) zu betrachten, der zwischen der Deinstallation der bisherigen Anti-Virensoftware und der Installation von VirusScan-Enterprise entsteht, da die Clients innerhalb dieses Zeitraumes Viren schutzlos ausgeliefert sind. Jens Kolbinger 8 Abschlussprüfung 2004

11 4 Tests Bei den Tests geht es darum herauszufinden wie schnell McAfee im Gegensatz zu Sophos bei auftauchen neuer Viren Updates für die Virendefinitionsdateien zur Verfügung stellt. Auch soll hier die Funktionsfähigkeit der mittels Warnungs-Manager konfigurierten Informationswege getestet werden. Als Letztes sollen die Analysemöglichkeiten der beiden Software- Pakete gegenübergestellt werden um zu sehen, ob über die epolicy Orchestrator-Konsole die gleichen Auswertungsmöglichkeiten, wie die bisher in Sophos genutzten zur Verfügung stehen. 4.1 Reaktionszeiten für Updates von Virendefinitionsdateien Aus einem Erfahrungsaustausch mit dem Rechenzentrum, welches McAfee bereits einsetzt ergab sich das Sophos durchschnittlich eine kürzere Reaktionszeit für Virendefinitionsupdates als McAfee hat. Dies bestätigt auch eine Studie die von AV-Test [5] durchgeführt wurde und das nebenstehende Ergebnis hervor brachte. In der Tabelle sieht man die Reaktionszeiten der einzelnen Anti-Virus Hersteller vom bekannt werden des Virus bis zur Verfügbarkeit eines Virendefinitionsupdates. Hier benötigt McAfee circa einen halben Tag länger um Updates bereitzustellen. H:M Anti-Virus Program 06:51 Kaspersky 08:21 Bitdefender 08:45 Virusbuster 09:08 F-Secure 09:16 F-Prot 09:16 RAV 09:24 AntiVir 10:31 Quickheal 10:52 InoculateIT-CA 11:30 Ikarus 12:00 AVG 12:17 Avast 12:22 Sophos 12:31 Dr. Web 13:06 Trend Micro 13:10 Norman 13:59 Command 14:04 Panda 17:16 Esafe 24:12 A2 26:11 McAfee 27:10 Symantec 29:45 InoculateIT-VET Tabelle 1: Reaktionszeiten der AV-Hersteller Jens Kolbinger 9 Abschlussprüfung 2004

12 4.2 Informationsfluss bei Virenfund Die Funktionstüchtigkeit der Informationswege habe ich mit Hilfe eines Virus auf dem Windows NT-Rechner und dem Windows XP-Rechner getestet. Bei der Auswahl des Virus fiel meine Entscheidung auf den Boot-Virus Parity Boot A, da sich dieser nicht automatisch per weiterverbreiten kann wie das bei einem Wurm der Fall wäre. Dadurch war eine unnötige Gefährdung des Verwaltungsnetzwerkes ausgeschlossen. Für den Test befand sich der Virus auf einer Diskette, das heißt das der Zugriffsscanner sofort beim Einlesen der Diskette den Virus erkennen und die in 2.2 konfigurierten Informationswege für die Alarmierung des EDV-Personals nutzen müsste. Unmittelbar nachdem ich über den Explorer auf die Diskette zugreifen wollte erschien auf dem Monitor des epolicy Orchetrator-Servers die folgende Netzwerknachricht welche neben der Virenmeldung auch den infizierten Rechner sowie den daran angemeldeten Nutzer liefert. Bild 3: Netzwerkbenachrichtigung über Vireninfektion Auch die Benachrichtigungsmail erreichte den in 2.2 als Ziel angegebenen Helpdesk-Nutzer. 4.3 Auswertungsmöglichkeiten durch integrierte Analysetools Es soll getestet werden ob die bisher in Sophos genutzten Auswertungsmöglichkeiten auch in dem Software-Paket von McAfee zur Verfügung stehen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um die Überprüfung, welche Rechner momentan mit Virenschutz-Software ausgestattet sind und welche nicht. Des Weiteren ist der Überblick über die in einem bestimmten Zeitraum aufgetretenen Viren und die Clients mit den häufigsten Infizierungen interessant. McAfee hat gleich innerhalb der epolicy Orchestrator-Konsole eine Reporting-Funktion integriert, so das nicht erst ein separates Programm (ist bei Sophos der Fall) zu diesem Zweck gestartet werden muss. Die hier vorhandenen Abfrage- und Auswertungsmöglichkeiten fallen Jens Kolbinger 10 Abschlussprüfung 2004

13 sehr umfangreich aus, dabei sind auch die von der EDV der Universitäts-Verwaltung benötigten Abfragen vorhanden, wie in Anlage [III] zu erkennen ist. Weiterhin können bei McAfee die Abfragen vor dem Ausführen mit Hilfe von Parameterangaben an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Sollte das den Ansprüchen nicht genügen, können diese auch mittels integriertem SQL-Editor abgeändert werden. 5 Fazit Während der Durchführung meines Projektes musste ich feststellen, dass sich aufgrund der mir vorher unbekannten Software einige Abweichungen von der vorherigen Ablaufplanung und des Zeitaufwandes ergaben. Die nun für das Projekt benötigte Zeit ist in der Tabelle 2 zu sehen. Projektablauf Ausgangsituation / Kosten-Nutzen-Analyse Produkteigenschaften der relevanten Software Zielsetzung Einrichtung des epolicy Orchestrator-Servers Konfiguration der Updates Konfiguration der Informationswege Maßnahmenkonfiguration bei Infektionen Installation der Software auf den Clients Test der Reaktionszeiten für Updates Informationsfluss bei Virenfund Auswertungsmöglichkeiten Erstellung der Dokumentation Summe Tabelle 2: benötigte Zeit für das Projekt Zeitaufwand 1,0 h 8,0 h 0,5 h 4,5 h 4,0 h 1,5 h 1,0 h 4,0 h 2,0 h 1,5 h 3,0 h 9,0 h 40,0 h Nach Abschluss der in dieser Dokumentation aufgeführten Tätigkeiten wurde die Lösung dem Administrator präsentiert, wobei deutlich wurde das die Anti-Viren-Lösung von McAfee im Vergleich zu Sophos hinsichtlich der Funktionalität in nichts nachsteht. Der einzige Abstrich muss hier bei der Reaktionsgeschwindigkeit für neue Virendefinitionsdateien gemacht werden, da McAfee hier ca. einen halben Tag länger braucht (siehe Tabelle 1 Seite 9). Da dies allerdings der einzige negativ aufgefallene Punkt ist und in Anbetracht der einzusparenden Kosten soll die Migration von Sophos Anti-Virus auf McAfee innerhalb der nächsten zwei Monate erfolgen. Jens Kolbinger 11 Abschlussprüfung 2004

14 6 Literaturverzeichnis [1] IT-Grundschutzhandbuch Stand 2003, 3.6 Computervirenschutzkonzept [2] Produkthandbuch epolicy Orchestrator Revision 1.0 [3] Produkthandbuch VirusScan Enterprise [4] Installationshandbuch epolicy OrchestratorRevision 1.0, 2 Verfahren zur Installationsvorbereitung [5] Jens Kolbinger 12 Abschlussprüfung 2004

15 7 Anlagen [I] Zeitplan für Repository-Update Jens Kolbinger 13 Abschlussprüfung 2004

16 [II] Richtlinien für VirusScan Enterprise Jens Kolbinger 14 Abschlussprüfung 2004

17 [III] Reporting-Möglichkeiten Jens Kolbinger 15 Abschlussprüfung 2004

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