Asset Allocation im Zeitalter der Niedrigzinsen

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1 Asset Allocation im Zeitalter der Niedrigzinsen 11. Jahrestagung Münchner Finance Forum e.v. Dr. Michael Heise, Allianz SE München, 8. Oktober 2015

2 1 1 Die Geldpolitik als Treiber von Portfolioumschichtungen 2 Asset Allocation Alternative Anlagen gewinnen an Bedeutung 3 Anlageperspektiven in einem schwierigen Umfeld 2

3 EZB: Whatever it takes ND R SMP QE OMT ZIR P LTRO TLTR O CBPP ABSPP 3

4 EZB: Staatsanleihekäufe bis die Inflation kommt Bilanz des Eurosystems - ausgewählte Aktiva, Mrd. EUR Zentralbankbilanzen, Gesamtaktiva 1250 Forderungen in Euro an Kreditinstitute im Euro- Währungsgebiet Wertpapiere für geldpolitische Zwecke Quelle: EZB, EcoWin. 4

5 QE verstärkt Abwärtstendenz bei den Kapitalmarktzinsen Rendite deutscher Staatsanleihen (%) Kapitalmarktzinsen die lange Sicht Jahresdaten Euroraum** 8 6 Deutschland*** 4 USA* 2 * Rendite 10-j. Staatsanleihen. ** Rendite 10-j. Staatsanleihen Gewogenes Mittel. Gewichte: Bis 1998 Bruttoinlandsprodukt ab 1999: Bestand Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren. ***Umlaufsrendite von Bundeswertpapieren mit einer RLZ v Jahren. 2015: Durchschnitt Januar - September Quellen: EcoWin, OECD, Deutsche Bundesbank. 5

6 Deutschland: Aktuelle Konstellation atypisch Nominalzins in den letzten Jahren niedriger als nominales BIP-Wachstum , % Nominalzins* Wachstum nominales BIP J/J** * Umlaufsrendite 9-10 jähriger Bundeswertpapiere. 2015: Durchschnitt Januar September. ** vor 1991: früheres Bundesgebiet; 2015: eigene Prognose. Quellen: OECD, Statistisches Bundesamt, eigene Berechnungen und Prognosen. 6

7 Deutschland: Realzins zuletzt niedriger als Trend- und Potenzialwachstum , % Realzins*** Trendwachstum* Potenzialwachstum** * Geschätztes Trendwachstum auf Basis eines Hodrick-Prescott-Filters mit Glättungsparameter 100. Letzter Datenpunkt: 2014 ** Potenzialschätzung der EU-Kommission. Bis 1991: West-Deutschland. Projektion bis ***Nominalzins abzüglich annualisierter Veränderung des Verbraucherpreisindex über 3 Jahre (2015: Schätzung). Quellen: OECD, Deutsche Bundesbank, EU Kommission (AMECO Datenbank), eigene Berechnungen. 7

8 Teuerung dürfte schon bald wieder anziehen EWU: Harmonisierte Inflationsrate (%) 5 Prognose Durchschnitt 2015: 0,1% Durchschnitt 2016: 1,2% Quellen: EcoWin, eigene Prognosen. 8

9 EWU: Niedrige Realzinsen als neue Normalität EZB Hauptrefinanzierungssatz, Dreimonatsgeldsatz und Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen (in %) 1,0 0,5 Reale Rendite 10j. deutscher Staatsanleihen 0,0-0,5 Eigene Prognose -1, Quellen: EcoWin, eigene Prognosen. 9

10 Niedrigzinsen Risiken und Nebenwirkungen Wirtschaftswachstum Fehlallokationen von Kapital Inflationsgefahren Kapitalmärkte Bildung von Preisblasen Volatile Kapitalströme auf der Suche nach Rendite Wechselkursturbulenzen Wirtschaftspolitik Übermäßiges Schuldenmachen Nachlassender Reformeifer Gesellschaft Belastung der Sparer Finanzierungslücken in der Altersvorsorge Zunehmende Vermögensungleichheit 10

11 2 1 Die Geldpolitik als Treiber von Portfolioumschichtungen 2 Asset Allocation: Alternative Anlagen gewinnen an Bedeutung 3 Anlageperspektiven in einem schwierigen Umfeld 11

12 Private Haushalte in Deutschland mit relativ hoher Präferenz für liquide und risikoarme Anlagen Anlageklassen in % des Brutto-Geldvermögens privater Haushalte*, Deutschland Euroraum** (ohne Deutschland) Bankeinlagen Versicherungen und Pensionen Wertpapiere Sonstige Forderungen * einschl. private Organisationen ohne Erwerbszweck. ** ohne Luxemburg, Malta und Zypern. Quellen: Nationale Zentralbanken und Statistikämter, Allianz SE. 12

13 Ersparnis Deutschland: Neue Mittelanlage weiterhin in Liquidität und Versicherungen & Pensionseinrichtungen Geldvermögensbildung, Private Haushalte, Mrd. EUR Schuldverschreibungen Forderungen ggü. Versicherern u. Pensionseinrichtungen Anteilsrechte u. Anteile an Investmentfonds Bargeld und Einlagen Sonstige Forderungen Quelle: Deutsche Bundesbank. 13

14 Investmentfonds in der EWU: Aktienfonds gewinnen an Bedeutung Tendenz zu mehr Diversifikation Veränderung der relativen Anlageschwerpunkte von Ende 2011 Q (%-Punkte) Aktienfonds Gemischte Fonds Hedge Fonds Sonstige Fonds Immobilienfonds Rentenfonds Quellen: EZB, eigene Berechnungen. 14

15 Wohnimmobilienpreise EWU: Dramatischer Rückgang der Hypothekenzinsen unterstützt Stabilisierung und verstärkt Erholung Hypothekenzinsen*) Wohnimmobilienpreise (2009=100) 6,5 6,0 5,5 5,0 4,5 Deutschland Österreich Deutschland Frankreich 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 EWU insgesamt Niederlande Spanien 1, *) Effektivzinssätze (Neugeschäft) für anfängliche Zinsbindung von über 10 Jahren. Quellen: Eurostat, EZB, Deutsche Bundesbank. 15

16 Deutschland: Immobilienpreisanstieg auf breiter Front Wohnimmobilienpreise (2004=100) Gewerbeimmobilienpreise German Property Index (GPI)*, 1995= Großstädte 127 Städte Gesamtindex Deutschland Gesamtindex Bürogebäude Logistikgebäude Handelsflächen Mietshäuser (Bestand) *bulwiengesa AG Quelle: Deutsche Bundesbank. 16

17 Herausforderungen für die Versicherer in der Kapitalanlage: Alternative Investments erschließen Quelle: Allianz SE. 17

18 Alternative Investments: Voraussetzungen, Chancen und Risiken bei Infrastruktur-Investments Voraussetzungen Technische Exzellenz Langfristiger Anlagehorizont Vorteile Wertstabilität / Impliziter Inflationsschutz Stabile Zahlungsströme Portfoliodiversifikation Risiken Geringe Liquidität (relativiert durch langen Anlagehorizont) Regulatorische Änderungen Erwartete Cashflows treten nicht ein Objekt wird durch technische Neuerungen unattraktiv 18

19 3 1 Die Geldpolitik als Treiber von Portfolioumschichtungen 2 Asset Allocation: Alternative Anlagen gewinnen an Bedeutung 3 Anlageperspektiven in einem schwierigen Umfeld 19

20 Weltwirtschaft: Auftriebskräfte überwiegen, allerdings höhere Risiken 0,9 1,5 1,6 2,4 2,5 2, ,3 6,0 5, EWU USA 0,6 1, Asien ,4 Lateinamerika Quellen: EcoWin und eigene Prognosen. 20

21 Mit wiederkehrenden Phasen erhöhter Volatilität ist zu rechnen Volatilität Staatsanleihen* Deutschland Volatilität Staatsanleihen* USA Aktienmarktvolatilität Deutschland: VDAX Aktienmarktvolatilität USA: VIX * Veränderung der Rendite 10-jähriger Staatsanleihen gegenüber Vortag in Relation zum Renditeniveau. Quellen: EcoWin, eigene Berechnungen. 21

22 Euro Aktienmärkte mit Nachholpotenzial Aktienmarktindizes, Januar 2007 = 100 Quelle: EcoWin. 22

23 EWU: Wachstumsgetriebene Erholung des Nettobetriebsüberschusses* nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften Beitrag von Bruttowertschöpfung und Kostenkomponenten zum Wachstum des Nettobetriebsüberschusses (in %-Punkten) Nettoproduktionsabgaben & Abschreibungen Arbeitnehmerentgelt Bruttowertschöpfung Nettobetriebsüberschuss Nettobetriebsüberschuss (Mrd. EUR) Nettobetriebsüberschuss Basisszenario Szenario 1* Szenario 2** p 2016p * In der Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen. Nettobetriebsüberschuss = Bruttowertschöpfung minus Arbeitnehmerentgelt minus Produktionsabgaben abzgl. Subventionen minus Abschreibungen * Wachstum der nominalen Bruttowertschöpfung 2016 um 1 Prozentpunkt höher als im Basisszenario (4% vs 3%). ** Wachstum der nominalen Bruttowertschöpfung 2016 um 1 Prozentpunkt niedriger als im Basisszenario (2% vs 3%). Quellen: Eurostat, eigene Berechnungen. 23

24 Risiken für die globale Wirtschaft Fed Schwellenländerkrise China Geopolitische Unsicherheiten 24

25 Appendix 25

26 Allianz Ausbau der Eigen- und Fremdkapitalfinanzierungen Volumen Anfang 2015 (Mrd. EUR), Prozentuale Veränderung vs Hypothekendarlehen1) 30,9 +6% Privatplatzierungen 1) Infrastrukturdarlehen1) 1,8 8,9 +39% +157% Immobilien 2) 24,7 +9% Private Equity Infrastruktur (Eigenkapital) Erneuerbare Energien 2,0 1,7 4,4 +10% +43% +6% Aktuell Bisheriges mittelfristiges Ziel Neues mittelfristiges Ziel Gesamt 74,4 (+13%) 110,0 80,0 1) Ohne nicht realisierte Gewinne von 3,5 Mrd. EUR (Hypothekendarlehen 3,0 Mrd. EUR, Privatplatzierungen 0,4 Mrd. EUR, Infrastrukturdarlehen 0,1 Mrd. EUR). 2) Marktwert; enthält 20,1 Mrd. EUR direkt gehaltener Immobilien (z.b. Fremdnutzung, Eigennutzung) und 4,6 Mrd. EUR indirekt gehaltener Immobilien (z.b. verbundene Unternehmen, Joint Ventures und zur Veräußerung gehaltene Immobilieninvestments). Quelle: Allianz, Bilanzpressekonferenz 26. Februar

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