Auf- und Ausbau inklusiver Sozialräume zur Stärkung und Unterstützung sorgender Gemeinschaften

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1 Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.v. Auf- und Ausbau inklusiver Sozialräume zur Stärkung und Unterstützung sorgender Gemeinschaften Dr. Edna Rasch Leiterin des Arbeitsfeldes IV Alter, Pflege, Rehabilitation, Gesundheit und Steuerung sozialer Dienste, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.v., Berlin 7. Demographie-Kongress Best Age, Forum XV am 5. September 2012

2 Der Deutsche Verein Wir sind über Mitglieder sind seit 130 Jahren das bundeszentrale Forum aller Akteure in der sozialen Arbeit, der Sozialpolitik und des Sozialrechts in Deutschland fördern den fachlichen Erfahrungsaustausch von Fachkräften, Wissenschaft und Politik initiieren und gestalten sozialpolitische Entwicklungen fördern die einheitliche Anwendung des Sozialrechts koordinieren sozialarbeiterisches Handeln über Ländergrenzen hinweg 2

3 Finanziers und Fördermitglieder Der Deutsche Verein wird finanziert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die 16 Bundesländer, Mitgliedsbeiträge, Veranstaltungen, Publikationen sowie durch Beiträge von Fördermitgliedern. 3

4 Unsere Mitglieder Gemeinden, Städte und Landkreise Freie Wohlfahrtspflege Organisationen und Verbände Vereine Soziale Dienste und Einrichtungen die 16 Bundesländer Universitäten, Fachhochschulen, Fachschulen Verwaltungs- und Sozialgerichte Fachkräfte der sozialen Arbeit Experten und Expertinnen der Sozialpolitik und des Sozialrechts 4

5 Gliederung Was ist ein inklusiver Sozialraum? Handlungsstrategien zum Auf- und Ausbau eines inklusiven Sozialraums Sorgende Gemeinschaften in inklusiven Sozialräumen 5

6 I. Was ist Inklusion? Verankert in UN-BRK. Zentrale Prinzipien: Teilhabe, Partizipation, Inklusion Heterogenität als Prinzip der Inklusion Inklusion soll Gesellschaft durch Vielfalt bereichern Inklusion als solidarisches Miteinander Selbstbestimmung Gegenseitige Wertschätzung 6

7 I. Was ist ein inklusiver Sozialraum? Strategischer Handlungsraum Ausrichtung der Angebote im Sozialraum auf Inklusion Akteure des öffentlichen Bereichs: Kommune, Land, Bund, Sozialhilfeträger usw. Schaffung von Rahmenbedingungen Bereitstellen von Ressourcen Akteure des privaten Bereichs: Arbeitgeber, Dienstleister, Einrichtungen usw. Öffnung gegenüber Vielfalt der Menschen 7

8 I. Was ist ein inklusiver Sozialraum? DV: Ein inklusiver Sozialraum ist ein barrierefreies Lebensumfeld, dass alle Menschen mit und ohne Behinderungen, alte und junge Menschen, Menschen mit oder ohne Migrationshintergrund selbstbestimmt gemeinsam nutzen und mitgestalten können. 8

9 Merkmale: I. Was ist ein inklusiver Sozialraum? Gleichbehandlung und Nichtdiskriminierung Barrierefreiheit und Kultursensibilität Begegnungs- und Netzwerkstrukturen, sowie Beratungs- und Unterstützungsstrukturen Partizipation an sämtlichen Prozessen Inklusion von Anfang an Inklusive Haltung: Wertschätzung von Vielfalt und umfassende Teilhabe 9

10 II. Handlungsstrategien 1. Federführung der Kommune 2. Inklusion als Querschnittsaufgabe 3. Inklusionskompetenz schulen / Bewusstsein bilden 4. Partizipation stärken 5. Bürgerschaftliches Engagement inklusiv gestalten 6. Zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit 7. Kommunale Verwaltungsstrukturen inklusiv ausrichten 8. Aktionspläne 9. Örtliche Inklusions- oder Teilhabeplanung 10. Integrierte Sozialberatung vor Ort 11. Angebote inklusiv ausrichten 12. Barrierefreiheit herstellen 10

11 II. Handlungsstrategien 1. Federführung der Kommune Bündelung von Verantwortung und Koordinierung der Akteure Engagement aller in der Kommune lebenden Wirtschaft, sozialen Dienste und Einrichtungen, Wohlfahrts- und andere Fachverbände als Partner 11

12 II. Handlungsstrategien 2. Inklusion als Querschnittsaufgabe Ausrichtung der Kommunalverwaltung auf Inklusion Infrastrukturplanung Verkehrsplanung Stadtentwicklungsplanung Sozialplanung Inklusions-Mainstreaming und Sozialmonitoring Querschnittsaufgabe auch auf Landes-, Bundesebene 12

13 II. Handlungsstrategien 3. Inklusionskompetenz schulen und Bewusstsein bilden Inklusionskompetenz derzeit nicht ohne Weiteres voraussetzbar bisher: segregierendes System in allen Lebensbereichen Instrumente zur Förderung des Einstellungs- und Perspektivwandels Bewusstseinsbildende Maßnahmen Kampagnen und Schulungen 13

14 II. Handlungsstrategien 4. Partizipation stärken Grundprinzip und Verpflichtung der UN-BRK Bessere Erfassung von konkreten Bedarfslagen Höhere Akzeptanz der Entscheidungen/Lösungen einer der wichtigsten Bestandteile von Inklusion 14

15 II. Handlungsstrategien 5. Bürgerschaftliches Engagement inklusiv gestalten Stärkung und Weiterentwicklung bestehender Strukturen Strukturen als Ergänzung zu individueller und personenzentrierter Unterstützung 6. Zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit Einbeziehung von z.b. kirchlichen oder gewerkschaftlichen Akteuren und Ressourcen 15

16 II. Handlungsstrategien 7. Inklusive Ausrichtung (kommunaler) Verwaltungsstrukturen Zusammenführung unterschiedlicher Leistungsbereiche Gemeinsame fachübergreifende Bearbeitung Zusammenarbeit aller Akteure in regionalen Netzwerken Ziele Erbringung der Leistung aus einer Hand Erbringung integrierter Beratungsleistungen 16

17 II. Handlungsstrategien 8. Aktionspläne Ergänzung/ Initiierung örtlicher Inklusionspläne durch Aktionspläne Sozialberichterstattung Beispiele für Aktionspläne Nationaler Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK Nationaler Aktionsplan Integration 17

18 II. Handlungsstrategien 9. Örtliche Inklusions- und Teilhabeplanung Integrierende Sozial- und Stadtentwicklungsplanung vielfach erprobt Dazu: Empfehlungen des Deutschen Vereins zur örtlichen Teilhabeplanung für ein inklusives Gemeinwesen vom14.märz

19 II. Handlungsstrategien 10. Integrierte Sozialberatung vor Ort Vorteile Bürger Schnelle, effektive Unterstützung Vorteile Verwaltung Effizienzsteigerungen durch Vernetzung Moderation Steuerung der Kommune Integration sozialer Dienste Keine Einordnung von vornherein in bestimmte Leistungskategorien Erforderlich Beratungskompetenz Ermöglichung spezialisierter Anschlussberatung 19

20 II. Handlungsstrategien 11. Inklusive Ausrichtung der Angebote Keine Aufgabe von spezialisierten Angeboten Offenheit für Vielfalt und Vielschichtigkeit der Bedarfe Anstreben von universellen Angeboten Keine verstärkte Trennung, sondern inklusive Zielsetzung der Angebote Zielumsetzung durch Zusammenkunft aller Menschen, mit und ohne Unterstützungsbedarf 20

21 II. Handlungsstrategien 12. Barrierefreiheit herstellen Eines der Hauptmerkmale eines inklusiven Sozialraums Voraussetzung für inklusiven Sozialraum Bewegungsfreiheit/ Selbstbestimmung in Räumen und Gebäuden durch Kommunikation durch und bei Dienstleistungen 21

22 III. Sorgende Gemeinschaften in inklusiven Sozialräumen Care als Brückenkonzept: Partnerschaft von formell und informell Beteiligten im Sozialraum organisiert (Fachlexikon der sozialen Arbeit, 7. Aufl., S. 147) 8. Familienbericht: Caring Communities, d. h. Großeltern und andere Verwandte, aber auch Nachbarschaftshilfen und Netzwerke, über die Unterstützung, und Hilfestellungen vermittelt werden (S. 84); S. 115: sorgende und fürsorgliche Gesellschaft (Caring community) Mischung aus familiärer, formeller und bürgerschaftlich geleisteter Hilfe Demographiestrategie der Bundesregierung: Sozialraumgestaltung unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft unter dem Leitbild der Sorgenden Gemeinschaft wesentliche Elemente des inklusiven Sozialraumes 22

23 Weiterführende Hinweise empfehlungen/sozialplanung/empfehlungen_zur_oertlichen_teil habeplanung_fuer_ein_inklusives_gemeinwesen/ empfehlungen/bildung/empfehlungen_zur_fachkraeftegewinnu ng_in_der_altenpflege/ ben/ 23

24 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! 24

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