VDI Ethische Grundsätze des Ingenieurberufs

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1 GMDS-Präsidiumskommission, 4. Mai 2017 in Braunschweig VDI Ethische Grundsätze des Ingenieurberufs W. Niederlag DGBMT-Fachausschuss Medizintechnik und Gesellschaft 1

2 des Ingenieurberufs VDI Verein Deutscher Ingenieure Entstehungsgeschichte der Ethischen Grundsätze Struktur der Ethischen Grundsätze Auszüge aus den Abschnitten Präambel, Verantwortung, Orientierung und Umsetzung in die Praxis Was könnte für die GMDS-Leitlinien interessant sein? 2

3 VDI Verein Deutscher Ingenieure Gründungsjahr: 1856 Sitz: Düsseldorf Mitgliederzahl: ca (2016), damit größter wissenschaftlich-technischer Verein in Deutschland Mitgliederstruktur: Ingenieure, Naturwissenschaftler, Informatiker drittgrößter technischer Regelsetzer in Deutschland (VDI-Richtlinien) Projektträger öffentlicher Forschungsförderung, 3

4 Entstehungsgeschichte der Ethischen Grundsätze Veröffentlichung: März 2002 Erarbeitet im Bereich Mensch und Technik des VDI Leiter des Bereiches ( ): Christoph Hubig (damals Professur für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Uni Stuttgart) Leiter der PG Ethische Grundsätze externe Beratung: Prof. Dr. Hans Lenk (Karlsruhe) 4

5 Struktur der Ethischen Grundsätze : Vorwort des Präsidenten des VDI 0. Präambel 1. Verantwortung 2. Orientierung 3. Umsetzung in die Praxis Zusammenfassung 5

6 Aus der Präambel: In der Erkenntnis, dass Naturwissenschaft und Technik wesentliche Gestaltungsfaktoren des modernen Lebens und der Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft darstellen, sind sich Ingenieurinnen und Ingenieure ihrer besonderen Verantwortung bewusst. Sie richten ihr Handeln im Beruf an ethischen Grundsätzen und Kriterien aus und setzen diese konsequent in die Praxis um. Die Grundsätze bieten Orientierung und unterstützen die Einzelnen bei der Beurteilung von Verantwortungskonflikten. 6

7 Aus dem Abschnitt Verantwortung : Sie achten die gesetzlichen Regelungen des Landes, in dem sie tätig sind, sofern diese universellen moralischen Grundsätzen nicht widersprechen; sie kennen die gesetzlichen Regelungen, die für ihre berufliche Arbeit einschlägig sind und setzen sich in ihrem Einflussbereich für deren Befolgung ein. Darüber hinaus wirken sie aus ihrer fachlichen Kompetenz heraus beratend und kritisch am Zustandekommen und der Fortschreibung rechtlicher und politischer Vorgaben mit (1.3.). 7

8 Aus dem Abschnitt Verantwortung : Sie bekennen sich zu ihrer Bringpflicht für sinnvolle technische Erfindungen und Lösungen: Technische Verantwortung nehmen sie wahr, indem sie für Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit sowie fachgerechte Dokumentation der technischen Produkte sorgen Strategischer Verantwortung nehmen sie wahr, indem sie daran mitwirken, die jeweiligen Leistungsmerkmale technischer Produkte und Verfahren festzulegen: Sie zeigen Lösungsalternativen auf, und berücksichtigen die Möglichkeit von Fehlentwicklungen und vorsätzlichem Fehlgebrauch (1.4.) 8

9 Aus dem Abschnitt Orientierung : Die spezifische Ingenieurverantwortung orientiert sich an Grundsätzen allgemein moralischer Verantwortung, wie sie jeglichem Handeln zukommt. Sie verbietet, Produkte für ausschließlich unmoralische Nutzung (z.b. ausgedrückt durch internationale Ächtung) zu entwickeln und unwägbare Gefahren und unkontrollierbare Risikopotenziale zuzulassen (2.3.). 9

10 Aus dem Abschnitt Orientierung : In Wertkonflikten achten sie den Vorrang der Menschengerechtigkeit vor einem Eigenrecht der Natur, von Menschenrechten vor Nutzenserwägungen, von öffentlichem Wohl vor privaten Interessen sowie von hinreichender Sicherheit vor Funktionalität und Wirtschaftlichkeit. Dabei sind sie sich bewusst, dass Kriterien und Indikatoren für die unterschiedlichen Wertebereiche nicht dogmatisch vorauszusetzen, sondern nur im Dialog mit der Öffentlichkeit zu ermitteln, abzuwägen und abzugleichen sind (2.3.). 10

11 Aus dem Abschnitt Umsetzung in die Praxis : Ingenieurinnen und Ingenieure verpflichten sich, ihre beruflichen Kompetenzen zu erhalten und im Zuge ständiger Weiterentwicklung fort zu entwickeln (3.1.) In berufsmoralischen Konfliktfällen, die nicht zusammen mit Arbeit- und Auftraggebern gelöst werden können, suchen sie institutionelle Unterstützung bei der Verfolgung ethisch gerechtfertigter Anliegen. Notfalls ist die Alarmierung der Öffentlichkeit oder die Verweigerung weiterer Mitarbeit in Betracht zu ziehen. Um solchen Zuspitzungen vorzubeugen, unterstützen sie die Bildung geeigneter Einrichtungen... (3.4.) 11

12 Aus dem Abschnitt Umsetzung in die Praxis : Sie engagieren sich bei der Förderung, Gestaltung und Wahrnehmung technologischer Aufklärung sowie technikethischer Reflexion in Aus- und Weiterbildung an Schulen, Hochschulen, Unternehmen und Verbänden (3.5.). Sie wirken an der Fortentwicklung und Anpassung dieser berufsethischen Grundsätze mit und beteiligen sich an einschlägigen Beratungen (3.6.). 12

13 Aus der Zusammenfassung (10 Thesen): Ingenieurinnen und Ingenieure verantworten allein oder mitverantwortlich die Folgen ihrer beruflichen Arbeit sowie die sorgfältige Wahrnehmung ihrer spezifischen Pflichten. bekennen sich zu ihrer Bringpflicht für sinnvolle technische Erfindungen und nachhaltige Lösungen. sind sich bewusst über die Zusammenhänge technischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Systeme und deren Wirkung in die Zukunft. 13

14 Was könnte für unsere Leitlinien interessant sein? Zusammenfassung in Thesenform Fassung in englischer Sprache kompakte, gestaltete Form (gedruckter Flyer) Struktur unserer Leitlinien besser (durchnummerierte Artikel mit Schlagwort) Alarmierung der Öffentlichkeit ist in Betracht zu ziehen (Whistleblowing?) Verpflichtung/Aufruf zur Weiterentwicklung der Leitlinien 14

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