Studie zur Vergabe von Mikrokrediten an Bildungsunternehmer in Ghana

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1 2012 Studie zur Vergabe von Mikrokrediten an Bildungsunternehmer in Ghana Hendrik Hempel Entwicklungspolitischer Gutachter 1

2 Gliederung I. Zusammenfassung 6 II. Haupttext 11 1 Einführung Ziel der Studie und kurze Projektvorstellung Studienverlauf Erhebungsmethoden 13 2 Rahmenbedingungen Allgemeine politische Rahmenbedingungen Sozioökonomische Situation Übersicht über den Bank- und Mikrofinanzsektor in Ghana Struktur und Rahmenbedingungen des Bildungssystems Akteure/ Interessensgruppen im Bildungsbereich Der Staat das Ministerium für Bildung Private Schulen Ghana National Association of Private Schools (GNAPS) Die Grundschulausbildung Das höhere Bildungswesen Ausbildung der Lehrer Gender Allgemeine Bildungsdaten im Überblick 25 3 Deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Ghana Schwerpunkte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit NRO Engagement in Ghana 28 4 Kurzbeschreibung der Projektträger Opportunity International Deutschland Sinapi Aba Trust (Partnerorganisationen) Mikrofinanzen für BildungsunternehmerInnen (BU) Erfahrungen von SAT und OID im Bereich "BildungsunternehmerInnen" 32 5 Analyse des Förderansatzes Mikrokredite für BildungsunternehmerInnen Relevanz Die Relevanz für BildungsunternehmerInnen und Eltern Relevanz für das Land und das Bildungssystem Relevanz für das BMZ Wirkung Nachhaltigkeit/Wertschöpfung Effektivität Effizienz Komplementarität und Koordination 52 6 Schlussbemerkung 53 7 Empfehlungen 54 8 Annex TORs Reiseplan Liste der kontaktierten und interviewten Institutionen und Personen Literaturverzeichnis Karten Bilder 68 2

3 Abbildungs- und Tabellenverzeichnis Titelblattfoto: Kinder an der "Grace Learner Academy" in Kotwy Abbildung 1: Ghana und seine Nachbarstaaten 6 Tabelle 1: Zinssätze diverser Finanzinstitutionen 17 Tabelle 2: Anzahl der Schulen im Land 21 Tabelle 3: Bildung bei Erwachsenen 25 Tabelle 4: Bildungsdaten zu Kindern 25 Tabelle 5: Bildungsdaten zu Schule 25 Tabelle 6: Genderdifferenzierte Daten 26 Tabelle 7: In Ghana aktive deutsche NRO s 28 Tabelle 8: Motive der BildungsunternehmerInnen 34 Tabelle 9: Verwendung der Kredite 35 Tabelle 10: Einflussfaktoren zur Wahl der Privatschule 35 Tabelle 11: Ursachen der schwachen Performance öffentlicher Schulen 36 Tabelle 12: BECE Absolventen im Vergleich 38 Tabelle 13: Qualitätsindikatoren der Eltern bezgl. der Bildungsqualität an LIPS 39 Tabelle 14: Qualifikation der Lehrer an den Privatschulen 39 Tabelle 15: Geschlechterverhältnis an Privat- und öffentlichen Schulen im Vergleich 40 Tabelle 16: Anteil der Eltern mit Problemen bei der Schulgeldbezahlung pro Schule 41 Tabelle 17: Unterstützungsvarianten für benachteiligte Schüler 42 Tabelle 18: Alter der evaluierten Schulen im Vergleich 43 Tabelle 19: Rate der Schulabbrecher 45 Tabelle 20: Gründe für den Schulausstieg aus LIPS 45 Tabelle 21: Stärken und Schwächenanalyse 46 Tabelle 22: Risiken und Annahmen 47 Tabelle 23: Durchschnittliches Schulgeld 48 Tabelle 24: Anteil der nicht erhaltenen Gebühren 48 Tabelle 25: Aktuelle Einkommensstruktur im Vergleich mit der IFC Studie 49 Tabelle 26: Staffelung der Lehrergehälter 49 Tabelle 27: Beispielhafte Gewinnermittlung 50 Tabelle 28: Ausgabenstruktur der LIPS 50 3

4 Abkürzungen AfDF Afrikanischer Entwicklungsfonds ALC Advanced Level Certificate APRM African Peer Review Mechanism BECE Basic Education Certificate Examination BMZ Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung BU BildungsunternehmerInnen DAC Development Assistance Committee DeGEval Deutsche Gesellschaft für Evaluation DOVVSU Domestic Violence and Victim Support Unit EFA Education for All FES Friedrich Ebert Stiftung FTI Fast tracked Initiativ GES Ghana Education Service (Schulaufsichtsbehörde) GHAMFIN Ghana Microfinance Institutions Network GIZ Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit G-JAS Ghana Joint Assistance Strategy GNAPS Ghana National Association of Private Schools INAFI Africa International Network of Alternative Financial Institutions IPwskR Internationaler Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte JHS Junior High School (Junior Secondary School) KG Kindergarten KKMU Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen LIPS Low income private schools MDG Millenniumsentwicklungsziele MDRI Multilateral Debt Relief Initiative, MFI Mikro-Finanz-Institution MIX Microfinance Information Exchange MMDA Metropolitan, Municipal And District Assemblies MoE Ministry of Education NDC National Democratic Congress NPP New Patriotic Party NRO Nicht-Regierungsorganisation NRW Nordrhein-Westfalen NYEP National Youth Employment Programme OID Opportunity International Deutschland PRSP Policy Reduction Strategy Paper (Strategiepapier zur Reduzierung der Armut) PSTTC Post-Secondary Teachers Training College RCBs Rural and Community Banks SAT Sinapi Aba Trust (Ghanaische Mikro-Finanz-Institution) SHS Senior Secondary School SSCE Senior Secondary Certificate Examination TUC Trade Union Congress WASSCE West African Senior Secondary Certificate Examination 4

5 Bildung ist ein Menschenrecht und grundlegend für die Garantie von menschlicher Würde, Selbstbestimmung und Freiheit. Ungefähr 125 Millionen Kindern und ca. 880 Millionen Erwachsenen wird dieses Recht jedoch vorenthalten. Global Campaign for Education/ GCE Das Recht auf Bildung gilt als eigenständiges kulturelles Menschenrecht und ist ein zentrales Instrument, um die Verwirklichung anderer Menschenrechte zu fördern. Es thematisiert den menschlichen Anspruch auf freien Zugang zu Bildung, Chancengleichheit und das Schulrecht. Artikel 13 des Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (IPwskR), UN-Generalversammlung, 19. Dezember 1966 Danksagung Hiermit möchte ich meinen Dank all den Menschen aussprechen, denen ich bei dieser Studie begegnet bin und die mir Auskunft über und Einblick in ihr Leben gewährt haben. Dem Mitarbeiterteam von Sinapi Aba Trust in Kumasi und Accra, als auch den Mitarbeitern von Opportunity International Deutschland möchte ich danken für eine hervorragende Organisation und Betreuung, ihre nimmer müde Übersetzungsarbeit und für ihre Offenheit und Freude, mit mir zu diskutieren und Informationen auszutauschen. Besonderen Dank möchte ich auch all jenen Bildungsunternehmern aussprechen, die wir besuchen und sprechen konnten und die mit ihrer Initiative, sprich Schule, einen beispielhaften Beitrag zur Entwicklung ihres Landes leisten und die mir gezeigt haben, wie Alternativen zur gängigen Hilfsindustrie ausschauen können. Die Ergebnisse dieser Studie und die Ansichten im vorliegenden Bericht obliegen der alleinigen Verantwortung des Autors und stellen in keinster Weise die Meinung von Opportunity International Deutschland, Sinapi Aba Trust oder eines Gebers dar. Für etwaige sachliche Fehler oder missverständlichen Schlussfolgerungen und Beurteilungen, die zweifellos möglich sind bei einem so komplexen Thema, das sicher nicht in knapp drei Wochen erschöpfend abgearbeitet ist, entschuldigt sich der Berater im Vorfeld und begrüßt Korrekturvorschläge und Kommentare von denen, die es besser beurteilen können. Bielefeld, März

6 Abbildung 1: Ghana und seine Nachbarstaaten I. Zusammenfassung Hintergrund Ghana liegt in Westafrika und ist etwa halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland erlangte es als erstes Land Subsahara Afrikas die Unabhängigkeit von Großbritannien. Ghana ist ein heterogener Vielvölkerstaat mit einer Gesamtbevölkerung von circa 24.3 Mio. Menschen. Ethnische Konflikte spielen kaum eine Rolle. Das Bevölkerungswachstum steigt rasant an und hat sich in den letzten 25 Jahren verdoppelt. Amtssprache ist Englisch. Das Land gilt heute als politisch stabil und hat Vorbildcharakter hinsichtlich seines demokratischen Systems in Afrika. In der Region spielt das Land eine wichtige Vermittlerrolle und setzt sich für eine friedliche Lösung von Konflikten ein. Wirtschaftlich bedeutend ist für Ghana sein Rohstoffreichtum an Gold, Kakao, tropischen Hölzern und Erdöl. Das Land besitzt im westafrikanischen Vergleich ein gut ausgebautes Verkehrsnetz. Das wirtschaftliche Wachstum wird auf circa 4,6% geschätzt, während die Inflationsrate bei circa 19% liegt. Seit dem Jahr 1992 besteht in Ghana eine gesetzlich garantierte, formelle Gleichstellung der Geschlechter. Bildung für Mädchen und Frauen ist eine wichtige Grundlage für eine wirtschaftliche Eigenständigkeit und Entwicklung. In Ghana arbeiten Frauen im Bildungssektor vorwiegend im Vorschulbereich, während im Grundschul-, bzw. Oberstufenbereich eher Männer dominieren. Bemerkenswert ist, dass die Einschulungsrate von Mädchen in die öffentlichen Grundschulen niedriger ist als die der Jungen. Allerdings kehrt sich dieses Verhältnis bei der Einschulungsrate in die Oberstufe um. Das heißt mit anderen Worten, dass anteilig mehr Mädchen ihre Schulbildung fortsetzen, sobald sie erst einmal eingeschult wurden. Lange wurde die soziale Benachteiligung der Frauen in Ghana tabuisiert. Sie ist immer noch eine Tatsache, die durch ungleiche Rechtsprechung und Bildungschancen der Geschlechter, aber auch durch kulturelle und religiöse Normen bestätigt und fortgesetzt wird. Ein schwerwiegendes Problem ist die verhältnismäßig hohe Gewaltakzeptanz in der ghanaischen Gesellschaft, besonders im Hinblick auf die von männlicher Seite ausgeübte häusliche Gewalt. Deutschland und Ghana verbindet ein Geflecht freundschaftlicher und vielseitiger Beziehungen. In Deutschland leben etwa Ghanaerinnen und Ghanaer. Die Bundesrepublik ist ein wichtiger Handelspartner des Landes. Auch der Sport verbindet die Länder, viele ghanaische Fußballer spielen in deutschen Vereinen. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen pflegt eine Partnerschaft mit Ghana. Dezentralisierung, Förderung der Landwirtschaft und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sind die drei Schwerpunktbereiche der deutsch- ghanaischen Entwicklungszusammenarbeit. In Ghana arbeiten verschiedene Hilfsorganisationen. Evangelische wie katholische Gemeinden, politische Parteien und diverse Arbeitskreise engagieren sich für das Land. Das Bildungswesen in Ghana Das Bildungssystem in Ghana war anfänglich an die Bildungsstrukturen der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien angelehnt. Erst ab 1986, während der Präsidentschaft von Jerry Rawlings, wurde das System weiterentwickelt und gliedert sich in vier Jahre (Klassen) Vorschule 6

7 (Krippe, Krabbelgruppe, Kindergarten I und II), sechs Jahre Grundschule (Primary School I - VI), drei Jahre Sekundarstufe I (Junior High School) und drei Jahre Sekundarstufe II (Senior High School). Trotz der in 2007 eingeführten elf-jährigen Schulpflicht ist das staatliche Bildungssystem wenig effektiv, aufgrund mangelnder staatlicher Gelder für den Ausbau des Schulnetzes, niedriger Lehrergehälter und der unzureichenden Unterrichtsqualität. Damit ist ein wichtiges Kinderrecht faktisch in Frage gestellt. Nur circa 30,8 % der Kinder schließen die dreijährige öffentliche Junior High School und circa 6,2 % Prozent die dreijährige Senior High School ab. UNESCO und World Bank (2010) nennen die Zahl von 1.29 Mio. Kinder, die nicht regelmäßig zur Schule gehen. Viele ländliche Gebiete leiden sowohl an einer schwachen Infrastruktur, als auch unter Lehrermangel und erfahren zu wenig finanzielle Unterstützung und Betreuung. Neben den staatlichen Schulen gibt es Angebote von Koranschulen und privaten Schulen verschiedener Preissegmente, die oft schon mit einem Vorschulangebot beginnen. Opportunity International Deutschland und Sinapi Aba Trust Durch Mikrofinanzangebote an Händler, Dienstleister und Handwerker im informellen Sektor in Ghana möchte Opportunity International Deutschland (OID) mithilfe seiner lokalen Partnerorganisation Sinapi Aba Trust, Menschen aus der Armut helfen. Als größte lokale Mikrofinanzinstitution ist Sinapi Aba Trust Mitglied im Ghana Microfinance Institutions Network und in der afrikanischen Sektion des International Network of Alternative Financial Institutions. Sinapi Aba Trust gehört zu den international hundert besten Mikrofinanzinstitutionen und zu den vier besten Mikrofinanzinstitutionen in Subsahara Afrika. Die Organisation Sinapi Aba Trust hat den Anspruch, dass Kleinkreditangebote ständig verbessert und den Bedürfnissen der Klienten angepasst werden sollten. In diesem Rahmen hat sich die Nachfrage seitens einer speziellen Unternehmergruppe, den sogenannten Bildungsunternehmern (BU), offensichtlich sehr verstärkt. Anfänglich starteten diese privaten Bildungsinitiativen nur mit einer oder zwei Klassen im Vorschul-, bzw. Grundschulsegment. Mittlerweile haben viele Bildungsunternehmer mit Hilfe der Kleinkredite ihr Schulangebot kontinuierlich ausgebaut und bieten teilweise das komplette Unterstufenschulsegment an. Diese Schulen werden auch als low income private schools (LIPS) bezeichnet und beziehen sich in ihrem Namen auf den einkommensschwachen Hintergrund der Eltern der Schulkinder. Oft sind es Frauen, ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, oder Personen aus dem kirchlichen Bereich, die mit ihrer Initiative etwas gegen den Schulmangel in ihren Gemeinden tun möchten. Damit möchten sie den Kindern helfen, eine Chance auf Bildung zu bekommen, um ihre Armut zu überwinden. Diese Bildungsunternehmer sind keiner globalen Kampagne angeschlossen, sondern reagieren auf eine Nachfrage seitens der Eltern, die ein starkes Interesse entwickeln, die Bildung ihrer Kinder zu verbessern. Da viele staatlichen Schulen in Ghana, besonders im ländlichen Raum, nicht besonders effektiv arbeiten, aber auch insgesamt, das Bildungswesen in Ghana mit einer Reihe von Problemen kämpft, die sich offensichtlich weder kurz-, noch mittelfristig lösen lassen, entwickelt sich mit diesen Bildungsunternehmern und der Gründung von Privatschulen für einkommensschwache Bevölkerungsschichten ein wichtiger Beitrag der Zivilgesellschaft zum Erreichen der Millenniumsentwicklungsziele. Ziel der Studie Ziel dieser Vorstudie ist es, sowohl die bisherigen Ergebnisse systematisch zusammenzufassen und zu verifizieren, als auch die Wirkungen, Schwächen und Risiken dieses Projektansatzes zu analysieren. Neben der Analyse von verschiedenen Berichten und Dokumenten, wurde eine knapp dreiwöchige Reise nach Ghana durchgeführt, um verschiedene low income private schools zu besuchen, mit ihren Betreibern, den Lehrern und Schülern zu sprechen und die Ergebnisse zu 7

8 analysieren. Auch die Meinung des Staates und anderer Akteure im Bildungssektor wurden eingeholt und in diesem Bericht berücksichtigt. Selbstverständlich möchten Opportunity International Deutschland und Sinapi Aba Trust mit diesem Projektansatz zur Verringerung der Analphabetenrate im Land und zur Verbesserung der Bildungsqualität beitragen. Bisher betreute Sinapi Aba Trust mehr als 400 Privatschulen in über 50 Vierteln bzw. Städten und diversen ländlichen Gebieten mit einem Gesamt-Budget von Fakt ist, dass die Liste der Bildungsunternehmer, die einen Antrag auf einen Mikrokredit gestellt haben, kontinuierlich steigt und die bisher geförderten Bildungsunternehmer ebenfalls mit Hilfe von Folgekrediten stetig ihre Schulen weiterentwickeln möchten, da die Nachfrage seitens der Eltern enorm ist. Das Kleinkreditprogramm für BildungsunternehmerInnen wird begleitet durch ein intensives Trainingsprogramm für die BU, die Lehrer und die Köche, denn fast alle Schulen bieten auch Schulspeisung an. Bewertung der Relevanz Obwohl die ghanaische Verfassung jedem Kind das Recht auf freie Grundbildung garantiert, ist der Mangel an Schulen und Qualität der Bildung offensichtlich. Privatschulen stellen im Durchschnitt etwa 25% aller Schulen im Vorschul-, bzw. Grundschulbereich. Die Relevanz des Mikrokredit-Programms für Bildungsunternehmer, also Zugang zu einem Kleinkredit und einem entsprechendem Begleitprogramm (Fortbildung) zu haben, ist für die Bildungsunternehmer von außerordentlich wichtiger Bedeutung, denn ohne diese Möglichkeit hätte keiner der BUs UnternehmerInnen seine Schulinitiative erfolgreich starten können. Ghana erlebt seit mehreren Jahren ein starkes Wachstum im Privatschulsektor, das mit circa 7% jährlich angegeben wird und sich voraussichtlich steigern wird. Dieses Wachstum basiert auf der starken Nachfrage seitens der Eltern, besonders im ländlichen Raum, und wird als deutlicher Indikator gewertet, dass die Privatschulen seitens der Elternschaft als äußerst wichtig und relevant erachtet werden. Darüber hinaus sind diese low income private schools für das Land und seinem Bildungssystem außerordentlich wichtig geworden. Offensichtlich bildet sich ein Bewusstsein in der Elternschaft bezüglich einer guten und effektiven Grundbildung für Kinder. Alle befragten Eltern waren überzeugt davon, dass sich dies maßgeblich auf eine bessere Zukunft der eigenen Kinder auswirken wird und damit die Armut der gesamten Familie verringert wird. Die Förderung der BildungsunternehmerInnen passt zur Bildungsstrategie des BMZ, denn sie managen mittlerweile in Ghana etwa ¼ aller Schulen im Grundschulbereich und helfen Bildungsarmut zu überwinden und Qualität und Zugang zu Grundbildung zu verbessern. Bewertung der Wirkung Als kurz-, bzw. mittelfristiger Erfolg wird die Tatsache gesehen, dass 30% mehr Schüler von Privatschulen einen erfolgreichen Abschluss machen als ihre Altersgenossen von den öffentlichen Schulen. Ein weiterer Effekt ist, dass diese Privatschulen Mädchen eine ebenso hohe Chance auf eine Ausbildung bieten wie Jungen. Die Anwesenheit der Kinder in der Schule besitzt eine direkte Verbindung zu verstärktem Schutz der Kinder vor Ausbeutung, insbesondere Mädchen, da wohlbehütete Kinder weniger erreichbar und verwundbar sind durch Misshandlungen, Kinderarbeit und Kinderprostitution. Viele Eltern berichteten, dass sie sich sicherer dabei fühlen, wenn sie (besonders) ihre Töchter auf diese Privatschulen schicken, da sie darauf vertrauen können, dass das Schulpersonal seine Aufsichtspflicht sehr ernst nimmt. Dies hilft den Diskriminierungskreislauf zu durchbrechen, der oft gegen Mädchen besteht. Darüber hinaus entlastet es letztendlich auch die Eltern und verschafft ihnen die Möglichkeit, sich besser um ihre eigenen Erwerbsmöglichkeiten zu kümmern. 8

9 Das Argument, dass die Schulgebühr der Privatschulen besonders die Kinder der ärmsten Familien von einem Bildungsangebot abhalten würde, wurde von den Befragten dieser Studie nicht bestätigt. Ihre Antwort darauf war: jeder Bauer oder Handwerker hier, der wirklich ein Interesse an der Zukunft seiner Kinder hat, ist in der Lage das Schulgeld zu verdienen. Sei es auf dem Feld oder durch andere Tätigkeiten. Schwierigkeiten treten natürlich bei sehr kinderreichen Familien oder Familien mit sozialen Problemen, wie Alkoholismus auf. Andererseits aber verfügen die BildungsunternehmerInnen auch über diverse Optionen, um Eltern mit momentanen oder dauerhaften Zahlungsschwierigkeiten entgegen zu kommen. Die Tatsache, dass Eltern für eine bezahlte Leistung auch Betreuungs-Qualität für ihre Kinder einfordern können (zum Beispiel keine Prügelstrafen in der Schule), ist dabei bezeichnend für ein wachsendes Selbstbewusstsein der Elternschaft. Bewertung der Nachhaltigkeit Über ⅔ der low income private schools sind älter als 5 Jahre und können damit als etabliert betrachtet werden. Bisher haben alle von SAT geförderte LIPS überlebt und konnten ihr Programm sukzessive ausbauen. Kritisch zu betrachten ist die Tatsache, dass viele BildungsunternehmerInnen und Eigentümer von Privatschulen keinen Stellvertreter haben und damit die Schule grundsätzlich gefährdet ist, im Falle dass die BildungsunternehmerInnen ihre Schule nicht mehr führen können. Bewertung der Effektivität Die Untersuchung der Qualität und Wirksamkeit von Bildungsprozessen und -institutionen ist eine komplexe Frage, die sicher nicht mit einer kurzzeitigen Studie vollständig beantwortet werden kann. Trotzdem kann den LIPS eine sehr gute Effektivität bescheinigt werden, da die Anzahl der erreichten BECE-Abschlüsse an LIPS signifikant über dem der erreichten Abschlüsse an öffentlichen Schulen liegt. Schüler der LIPS schneiden bis zu 36% besser ab als Schüler der öffentlichen Schulen. Dies bedeutet nicht, dass die Pädagogik, Lehrmethoden und Förderung der Schulkinder an LIPS optimal sind, aber offensichtlich deutlich besser als an öffentlichen Schulen. Ähnlich verhält es sich mit dem Wachstum der Schülerzahlen und den Einschreibungsraten neuer Schüler an LIPS, insbesondere im ländlichen Raum. Hinzu kommt, dass LIPS zur Verbesserung der Geschlechterdisparität der Schulkinder beitragen und eine signifikant niedrigere Rate von Schulaussteigern als öffentliche Schulen vorweisen können. Ihre Schwächen liegen eindeutig im Bereich der Schulausstattung hinsichtlich Mobiliar, Klassenraumgestaltung, Lehrmaterial und anderer Schulstandards, in der unzureichenden Bezahlung der Lehrer und der daraus resultierenden Personalfluktuation und der Abhängigkeit vom Schulgeld. Die Risiken liegen im Bereich des Anteils der Schulkinder nicht zahlungsfähiger Eltern, den allgemeinen Unternehmerrisiken sowie unzureichender Rechtssicherheit. Als Stärke kann sicher sowohl die ausgeprägte ownership und die hohe soziale Verantwortung der BildungsunternehmerInnen, als auch die qualitätssteigernde Konzeptionierung des Ansatzes gewertet werden. Bewertung der Effizienz Insgesamt variiert das Schulgeld sehr stark. Das durchschnittliche Schulgeld beläuft sich auf ca. 1,41 GHS pro Tag. Das sind umgerechnet circa 0,65 Eurocent und beinhaltet das Schul-, Kantinenund das Transportgeld. Dabei setzt sich das Gesamtschulgeld zu je einem Drittel aus Schulgebühr, einem Drittel aus Kantinenkosten und einem Drittel aus Transortkosten zusammen. Ein tageweises Einsammeln des Schulgeldes, was zum Teil von einzelnen BildungsunternehmerInnen 9

10 praktiziert wird, hilft ärmeren Familien bei der Bezahlung. Kleinere Summen sind eher verfügbar als größere Beträge. Der durchschnittliche Umsatz pro evaluierter Schule und Monat mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von 279 Schülern, liegt bei etwa 6.594,30 GHS (3.013,44 ), mit einer Variationsbreite von 837,90 GHS bis ,00 GHS. Zwei Drittel der Schulen können bis zu 20% der Schulgebühren, aufgrund von Einkommensschwierigkeiten der Eltern, nicht einsammeln und müssen diese Fehleinnahmen anderweitig kompensieren. Ab etwa 33% fehlender Einnahmen an Schulgebühren, je nach Schule und Einkommensstruktur bzw. Finanzpuffer, wird es für die BU schwierig, diesen Ausfall an Einnahmen zu kompensieren. Die durchschnittlichen Gehälter der Lehrer an LIPS, die in der Regel alle Sekundarstufe II- Absolventen sind, sind sehr niedrig. Sie liegen bei etwa 25% bis 40% der durchschnittlichen Gehälter für Lehrer an öffentlichen Schulen. Grundsätzlich aber wird deutlich, dass viele BU nicht besonders viel Spielraum haben, weder um höhere Gehälter zu zahlen, noch um größere Investitionen schneller zu tätigen. Mit den über 400 durch Mikrokredite geförderten Schulen konnten schätzungsweise zwischen und Schulkinder einen dauerhaften Schulplatz bekommen. Teilt man die Gesamtsumme ( Euro) des bisherigen Programms durch die geschätzte Gesamtsumme der erreichten Schüler, kommt man auf einen Förderbetrag pro Schulkind von etwa 14 bis 19. Darüber hinaus ist dieser Betrag nicht aufgebraucht, sondern steht weiterhin BU zur Verfügung, da er als Kredit vergeben wurde. Damit ist dieser Programmansatz als äußerst effizient zu bewerten und stellt sich in seinem Gesamtergebnis außerordentlich positiv dar, im Vergleich mit anderen Fördermaßnahmen. Die Nachfrage nach Mikrokrediten für LIPS ist hoch. Grobe Schätzungen gehen von mehr als notwendigen weiteren Schulen aus. Jeweils mit einem Gesamtbedarf von mehr als pro Schule, damit sie komplett ausgestattet und über minimale Standards (Toiletten, Wasserversorgung, Elektrizität, ausreichend Schulmöbel und Lehrmaterial) verfügt. Bewertung der Komplementarität und Koordination Man kann die Initiative der LIPS durchaus als eine Graswurzelbewegung bezeichnen, die letztendlich auf Grund einer starken Nachfrage entstanden ist und darauf reagiert. Die BU haben ein etabliertes Forum, wo sie etwas Unterstützung und Beratung bekommen, aber auch die Möglichkeiten haben, für weitere Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft. Die aktuellen Akteure im Bildungssektor, das Ministerium für Bildung und Erziehung (MoE), Schulbehörden, assoziierte Interessensvertretungen, als auch die vielen privaten BildungsunternehmerInnen und andere Akteure bzw. Kampagnen, haben noch nicht wirklich zu einer komplementären und arbeitsteiligen Zusammenarbeit gefunden. Wichtige Empfehlungen Dieser Förderansatz eines Bildungswesens hat Interesse auch in anderen Ländern Afrikas geweckt, da sowohl kurz- als auch mittelfristigen Erfolge sichtbar und vielversprechend sind. Low Income Private Schools verdienen damit sowohl mehr finanzielle, als auch politische, komplementäre und koordinierende Unterstützung. Grundsätzlich sollten die allgemeinen Rahmenbedingungen im politischen Umfeld und die staatliche Förderung verbessert werden. Darüber hinaus brauchen die BU weitere und regelmäßige Unterstützung, besonders in den Bereichen Schulentwicklungsplanung, Verwaltung und Investitionsoptimierung. Außerdem sollte das Angebot der Stipendien für besonders verarmte Familien, bzw. Waisen professionalisiert und ausgeweitet werden. 10

11 II. Haupttext 1 Einführung 1.1 Ziel der Studie und kurze Projektvorstellung Durch die Vergabe von Mikrofinanzangeboten an Händler, Dienstleister und Handwerker im informellen Sektor in Ghana möchte Opportunity International Deutschland (OID) mithilfe seiner Partnerorganisation Sinapi Aba Trust Menschen aus der Armut helfen. Dabei hat die Organisation Sinapi Aba Trust den Anspruch, dass die Finanzangebote nicht nur verbessert, sondern auch den Bedürfnissen der Klienten angepasst werden sollen. Die gemeinnützige Stiftung OID ist eine christlich motivierte Organisation, die international in der Mikrofinanzierung auf der Graswurzelebene in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa tätig ist. Die deutsche Stiftung ist Partner des Opportunity International Netzwerks, das in 20 Ländern arbeitet. Die durch OID vergebenen Mittel verbleiben in den Empfängerländern und werden als revolvierende Fonds kontinuierlich neu vergeben. Damit entsteht sowohl ein Multiplikator-Effekt als auch eine konstante Wertschöpfung. In Ghana arbeitet Opportunity International Deutschland zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Sinapi Aba Trust (SAT), die auch eine christliche, unabhängige und gemeinnützige Nichtregierungsorganisation und Mikrofinanzinstitution (MFI) ist und 1994 in Ghana gegründet wurde. Neben den o.g. Kleinunternehmern hat sich die Nachfrage seitens der Unternehmergruppe der Bildungsunternehmer (BU) offensichtlich sehr verstärkt. Anfänglich starten diese privaten Bildungsinitiativen oft nur mit einer oder zwei Klassen im Vorschul-, bzw. Grundschulsegment. Etliche haben mittlerweile ihr Angebot kontinuierlich ausgebaut und bieten teilweise das komplette Unterstufenschulsegment an. Es sind häufig Frauen, ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, oder Personen aus dem kirchlichen Bereich, die mit ihrer Initiative etwas gegen den Schulmangel in ihren Gemeinden tun möchten, damit alle Kinder eine Chance auf Bildung bekommen. Bildungsunternehmer, die eine Schulinitiative betreiben, brauchen i.d.r. höheres Kapital, längere Rückzahlungsfristen und entsprechende Trainings, um ihre Schuleinrichtungen aufzubauen, zu erweitern und qualitativ zu verbessern. Die Kredite umfassen mehrere tausend Euro und die Rückzahlungsdauer kann ein Jahr und länger betragen. Diese durch Kleinkredite finanzierten Privatschulen haben sich mittlerweile in einigen unterentwickelten Staaten als Alternative zum staatlichen Schulsystem entwickelt, welches insbesondere in Afrika allgemein unter Ineffektivität, Korruption, Abwesenheit der Lehrer, antiquierten Lehrmethoden und mangelnder Qualität und Effektivität leidet. Mittlerweile gibt es eine ganze Menge an Erfahrungen und Informationen zu dem Thema Mikrofinanz und BildungsunternehmerInnen in Ghana. Anfangs wurden die BildungsunternehmerInnen von Sinapi Aba Trust genauso behandelt wie andere Kleinkreditnehmer. Mittlerweile hat sich daraus ein eigenständiger Bereich bzw. eine 11

12 Produktlinie bei SAT entwickelt. SAT versucht damit den besonderen Umständen der BildungsunternehmerInnen gerecht zu werden. SAT arbeitet noch mit zwei weiteren internationalen Geldgebern zusammen (IDP und EDIFY) und hat mittlerweile über 400 Privatschulen gefördert. Die Zahl der BU wächst kontinuierlich und die Nachfrage nach Krediten ist weiterhin stark ansteigend. Auch OID möchte diesen Projektansatz verstärkt fördern und in den nächsten Jahren mehr Schulen unterstützen und fördern, mit dem übergeordneten Ziel der Verbesserung der Bildungsqualität und besonders Kindern im ländlichen Raum, die aufgrund ihrer Herkunft, ihres Wohnortes, oder aufgrund des allgemeinen Schulmangels von qualitativen Bildungsangeboten ausgeschlossen sind, Chancen auf effektive Bildung zu ermöglichen. Gleichzeitig sollen BildungsunternehmerInnen mit dem Geschäftsmodell Privatschule sich und anderen eine nachhaltige Existenz aufbauen, um ihre eigene Armut zu verringern. Bei OID und SAT werden diese Privatschulen als Microschools bezeichnet. Allgemein werden sie auch als low income private schools (LIPS) bezeichnet, womit deutlich gemacht wird, dass es sich um Schulen handelt, in Gebieten mit niedrigstem Einkommensniveau. Ziel dieser Vorstudie ist es, sowohl die bisherigen Ergebnisse systematisch zusammenzufassen und zu verifizieren, als auch die Wirkungen, aber auch die Schwächen und Risiken dieses Projektansatzes zu analysieren. Damit bekommt die Vorstudie auch den Charakter einer Ex-Ante-Evaluation und kann damit als Ausgangsstudie für einen Projektentwurf und nachfolgende Evaluationen dienen. Hauptziel der Vorstudie ist die Beantwortung besonders der folgenden Fragestellungen: Welche Zielgruppe erreichen die kreditgeförderten Privatschulen tatsächlich? Haben auch die ärmsten Kinder Zugang zu diesen Schulen? Welche Qualität bezüglich Bildung wird erreicht, und sind die Mikroschools kompatibel mit dem öffentlichen Schulsystem Ghanas? Wie nachhaltig ist das Engagement, und wie gestaltet sich die Rückzahlungssicherheit? Wie gestaltet sich das Qualitätsmanagement bezüglich der Kreditvergabe? Welche grundsätzlichen Wirkungen (auf der Outcome-Ebene) sind festzustellen? Hat dieser Projektansatz einen Leuchtturmcharakter? Passt dieser Projektansatz zur aktuellen Bildungsstrategie des BMZ? In den Empfehlungen sollen besonders folgende Fragen berücksichtigt werden: Was ist (noch) notwendig, um insbesondere die Zielgruppe der Ärmsten zu erreichen? Welche strukturellen Hemmnisse und Schwierigkeiten mindern die Wirkung dieses Programmansatzes, und wie können sie überwunden werden? Die Vorstudie orientiert sich an den grundlegenden Evaluierungskriterien (Relevanz, entwicklungspolitische Wirkung, Nachhaltigkeit, Effektivität und Effizienz) und Standards 12

13 der Deutschen Gesellschaft für Evaluation (DeGEval) 1 und des Development Assistance Committee (DAC), sowie an dem BMZ spezifischen Evaluierungskriterium Komplementarität und Koordination. 1.2 Studienverlauf In Vorgesprächen mit dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurde die Idee zu dieser Studie entwickelt. Im Dezember 2011 fand die Auswahl des Gutachters statt. Im Januar 2012 wurden die Einführungsgespräche mit dem Gutachter geführt und der Rahmen für die Durchführung der Studie festgelegt. Für die Datenerhebung in Ghana fuhr der Gutachter für 19 Tage nach Kumasi und Accra. Insgesamt konnten 13 der bisher 20 durch OID geförderten Microschools besucht werden. Mit 17 BildungsunternehmerInnen, 46 Lehrern, 32 Elternteilen und 17 Kindern konnten Interviews geführt werden. Außerdem wurden sowohl mit dem Direktor, zuständig für die Privatschulen im Bildungsministerium in Accra, sowie mit der Association for Private Schools in Ghana und anderen interessanten Akteuren im Bildungssektor Gespräche geführt. Der Autor dieser Vorstudie ist Hendrik Hempel. Er arbeitet seit 1995 als Experte für ländliche Entwicklung in der Entwicklungszusammenarbeit und hat in verschiedenen Hilfsorganisationen über 8 Jahre im afrikanischen Ausland gearbeitet. Zuletzt leitete er von 2005 bis 2010 den Programmbereich der Humanitären Hilfe bei einer deutschinternationalen Kinderrechtsorganisation. 1.3 Erhebungsmethoden Bei der Durchführung dieser Studie wurde folgender Methodenmix angewendet: Akteneinsicht und Analyse verschiedener relevanter Unterlagen und Publikationen Auswertung der vorliegenden Daten aus dem bisherigen Projekt Monitoring Teilstrukturierte Interviews mit BildungsunternehmerInnen, Eltern und Kindern aus der Zielgruppe sowie Repräsentanten des Bildungsministeriums Qualitative Datenerhebung durch Besuche und Analyse existierender kreditfinanzierter Klein-Privatschulen (Microschools) Abschluss- / Reflektionsgespräch mit dem Projektpartner und Auftraggeber Während sich die Gespräche und Interviews mit den BildungsunternehmerInnen und den Eltern der Schüler als sehr aufschlussreich und informativ gestalteten, waren die Gespräche mit Schülern weniger ergiebig. Da die Kinder in den Interviews teils sehr schüchtern reagierten und die Authentizität ihrer Aussagen schwer einzuschätzen war, wurden die Interviews mit Schülern nicht konsequent fortgesetzt, aber durch teilnehmende Beobachtungen ergänzt. 1 Vergl. 13

14 Die Ergebnisse dieser Vorstudie wurden sowohl durch Triangulation, als auch durch die Erfahrungen des Autors mit ähnlichen Studien und Evaluierungen, kritisch gegengeprüft. Darüber hinaus war die Studie der International Finance Corporation (IFC) 2 hilfreich, um eigene Ergebnisse zu reflektieren bzw. fehlende Daten zu ergänzen. In dieser Studie wurde der Begriff der Low Income Private School (LIPS) für die mit Kleinkrediten geförderten Privatschulen gewählt. 13 von 20 OID geförderten Schulen wurden evaluiert (65%) Davon gehören 12 Schulen zur Kategorie der low income private schools 17 Bildungsunternehmer wurden interviewet 46 Lehrer wurden interviewt Mit 32 Eltern wurden Gespräche geführt 17 Kinder wurden in die Befragung involviert 2 Rahmenbedingungen 2.1 Allgemeine politische Rahmenbedingungen Ghana liegt in Westafrika und grenzt an die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantischer Ozean). Das Land ist circa halb so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Es ist durch die Kolonialzeit eng mit Großbritannien verbunden. Am 6. März 1957 erlangte es als erstes Land Subsahara Afrikas die Unabhängigkeit. Nach verschiedenen demokratischen Phasen und Putschen besteht seit 1993 die vierte Republik in der Form einer Präsidialrepublik im Commonwealth mit einem Einkammerparlament von 230 Sitzen. Die Regierungsform wird als Präsidentielles Regierungssystem bezeichnet. Momentane Regierungspartei ist der National Democratic Congress (NDC) mit 115 Parlamentssitzen, Oppositionspartei ist die New Patriotic Party (NPP). Die letzten Wahlen im Dezember 2008 gewann John Atta Mills (NDC) gegen den Politiker Nana Akufo-Addo von der NPP nach einer Stichwahl. Die Judikative ist streng von den anderen beiden Staatsgewalten getrennt. Das Mehrheitswahlrecht bevorzugt die beiden großen Parteien im Lande, die beinahe alle Sitze im Parlament und den regionalen Vertretungen innehaben. Die Verfassung garantiert der Bevölkerung neben den umfassenden Menschenrechten insbesondere die Freiheit, sich zu versammeln und Parteien und Gewerkschaften zu gründen. Eine Vielzahl von Parteien, die nach der Verfassung allerdings nationale und keine lokalen Interessen oder Interessen von einzelnen Ethnien zu vertreten haben, 2 Final Ghana Country Report; Market Research Project on Low Income Private Schools, durchgeführt von CDC Consult Limited aus Accra im Oktober

15 wurde in der Vergangenheit gegründet. Zurzeit sind zehn Parteien registriert. Unter dem Trade Union Congress (TUC) sind 16 Einzelgewerkschaften Ghanas zusammengefasst. Das Land wird allgemein in Küstenebene, Regenwald und Savanne unterteilt, sowie geographisch in die fünf Naturräume Low Plains, Hochland von Aschanti, Akwapim-Togo- Kette, Volta-Becken und High Plains. Ghana ist ein sehr heterogener Vielvölkerstaat. Zu den wichtigsten ethnischen Gruppen gehören Akan (circa 44 %), Dagbone-Dagomba (16 %), Ewe (13 %), Ga-Adangme (8 %) und Gurma (6 %). Etwa 1,5 % der Bevölkerung Ghanas stammt aus Europa, China oder dem Libanon. Die Bevölkerungszahl der unterschiedlichen Ethnien reicht von einigen hundert bis zu einigen Millionen Menschen. Ethnische Konflikte aber spielen kaum eine Rolle wie vergleichsweise in der Elfenbeinküste. Mittlerweile werden immer häufiger Ehen zwischen Angehörigen unterschiedlicher Ethnien geschlossen, so dass die kleineren Volksgruppen langsam in den größeren aufgehen und die Grenzen zwischen den einzelnen Volksgruppen immer stärker verschwimmen. Das Bevölkerungswachstum steigt rasant an, sodass sich die Bevölkerung in den letzten 25 Jahren verdoppelt hat und derzeit auf circa 24.3 Mio. geschätzt wird. Insgesamt werden circa 79 Sprachen und Idiome gesprochen. Amtssprache aber ist Englisch. Ungefähr 69 % der Bevölkerung gehören zu Christlichen Kirchen, davon die Mehrheit zur Evangelischen Kirche und zur Römisch-katholischen Kirche. Ungefähr 15,6 % werden dem Islam zugerechnet und etwa 8,5 % gehören Naturreligionen an. Ghana war eines der am höchsten verschuldeten Länder Afrikas. Im Jahr 2000 legte das Land ein vorläufiges Strategiepapier zur Reduzierung der Armut (PRSP) vor und erreichte im Februar 2002 den Entscheidungszeitpunkt der HIPC-II-Initiative 3. Ein vollständiges PRSP legte Ghana im Februar 2003 vor und mit Erreichen des Vollendungszeitpunkts im Juli 2004 qualifizierte Ghana sich für die Multilaterale Schuldenerlass-Initiative (MDRI) 4, die im Juni 2005 von den G8-Staaten in Gleneagles beschlossen wurde. Dem Land wurden alle Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbanktochter IDA (International Development Association) und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) erlassen. 3 HIPC steht für "heavily indebted poor countries" (hoch verschuldete arme Länder). Die HIPC-Initiative ist eine auf Anregung der G7 von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) 1996 beschlossene Entschuldungsinitiative für hoch verschuldete arme Länder. Auf dem G7-Gipfel in Köln 1999 wurde auf Betreiben der deutschen Bundesregierung eine Erweiterung dieser Schuldeninitiative beschlossen (HIPC II). 4 Im Juni 2005 beschlossen die Finanzminister der G8-Staaten im schottischen Gleneagles die sogenannte Multilaterale Entschuldungsinitiative (Multilateral Debt Relief Initiative, MDRI). Sie knüpft an den Mechanismus der HIPC-Initiative an. Länder, die den Vollendungszeitpunkt im Rahmen der HIPC-Initiative erreicht haben, erhalten einen vollständigen Erlass ihrer Schulden beim Internationalen Währungsfonds (IWF), bei der Weltbank Tochter IDA (International Development Association) und dem Afrikanischen Entwicklungsfonds (AfDF) 15

16 Die Gesamtentlastung Ghanas im Rahmen der beiden Entschuldungsinitiativen betrug 7,4 Milliarden US-Dollar. Deutschland hat Ghana sämtliche bilateralen Schulden in Höhe von rund 494 Millionen Euro erlassen. Ghana gilt heute als politisch stabil und hat Vorbildcharakter hinsichtlich seines demokratischen Systems in Afrika. In der Region spielt das Land eine wichtige Vermittlerrolle und setzt sich für eine friedliche Lösung von Konflikten ein. 2.2 Sozioökonomische Situation Wirtschaftlich bedeutend ist für Ghana sein Rohstoffreichtum. Einer der wichtigsten Rohstoffe ist Gold, das der ehemaligen Kolonie auch den Namen Goldküste gab, aber auch Kakao- und Edelholzexporte sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Die Entdeckung von Öl vor der Küste sorgte für große Euphorie, weckte aber auch Bedenken hinsichtlich des transparenten Managements der Einkünfte. Tourismus spielt keine so große Rolle. Das Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen des Landes nimmt erst in jüngster Zeit immer mehr zu. Die ghanaische Wirtschaft, insbesondere der Bergbau in Ghana, hat im Land teilweise erhebliche Umweltschäden verursacht. Eine uneffektive Müllentsorgung ist im ganzen Land sichtbar. Das Land besitzt im westafrikanischen Vergleich ein gut ausgebautes Verkehrsnetz und öffnet insbesondere den nördlichen Nachbarstaaten den ökonomischen Zugang zum Meer. Die Verbreitung von Telekommunikation und Computern ist noch von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt. In den Städten und teilweise auf dem Land existieren öffentliche Internetcafés, aber der private Internetanschluss ist auch in der Stadt selten, wird jedoch zunehmend nachgefragt. Die meisten Firmen und Hotels haben Internetzugang und sind auch mit Computern ausgerüstet. Ghanas wirtschaftliche Wachstumsrate wird auf circa 4,6% geschätzt, während die Inflationsrate bei circa 19% liegt. Ghana ist trotz der Ansätze zur Industrialisierung, die besonders in den Städten Accra und Kumasi zu spüren sind, insgesamt immer noch ein Agrarland. Die Landwirtschaft trägt 37,3 % zum Bruttosozialprodukt bei (Stand 2009). Etwa 56 % der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft und Fischerei tätig, und das meistens im Rahmen von Subsistenzwirtschaft. Weitere Wirtschaftsdaten 5 siehe Anhang 8.8. Laut Ghana Living Standard Survey 2007 wurde die absolute Armut zwischen von 51,7% auf 28,5% reduziert. Trotzdem berichtet die Friedrich Ebert Stiftung (FES), dass viele Menschen eine Verschlechterung in ihren Lebensbedingungen wahrnehmen und vor allem das Gefühl haben, nicht am Wirtschaftswachstum zu partizipieren. Die mangelnde Breitenwirksamkeit der aktuellen positiven makroökonomischen Entwicklungen führt auch dazu, dass die Arbeitslosigkeit, besonders der Jugend, sehr hoch ist. Die Regierung 5 Vergleiche auch Länderreport IWF, Weltbank und Wikipedia Ghana (http://de.wikipedia.org/wiki/ghana) 16

17 ist sich dieses Problems sehr bewusst und reagierte mit einem National Youth Employment Programme, das aber noch keine nachhaltigen Beschäftigungseffekte erzielen konnte, da es vor allem eine öffentliche Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ist, die die eingestellten Hilfskräfte nicht wie geplant weiterqualifizierte 6, aber auch von der 2008 neu gewählten Regierung nicht stringent weitergeführt und weiter entwickelt wurde Übersicht über den Bank- und Mikrofinanzsektor in Ghana Folgendes Kapitel gibt eine Übersicht sowohl über Ghanas Bankenwesen und den Markt für Mikrokredite als auch über die Probleme und die Bereitschaft der MFIs Privatschulen mit Kleinkrediten zu unterstützen. Ghanas Finanzsektor hat sich in den letzten 10 Jahren rasant entwickelt. Die Zahl der Institutionen, die Filialnetze, der Einsatz von Technologien, Finanzprodukte und Dienstleistungen ist stark gestiegen. Es gibt derzeit 29 Universalbanken im Land. Dabei konzentrieren sie sich mit 63 Prozent aller Niederlassungen (insgesamt über 700) in der Accra und Ashanti-Region. Zusätzlich zu den Universalbanken gibt es 135 ländliche Genossenschafts-Banken, die Rural and Community Banks (RCBs). Die Zahl der Filialen innerhalb der RCB Gruppe liegt bei etwa 560. Neben den Banken gibt es noch kommerzielle Spar- und Kreditbüros, mit Geschäftsschwerpunkten im Geldverkehr, Geldanlagen und Kreditwesen und Finanz- Nichtregierungsorganisationen, spezialisiert auf Kleinkredite und Training für Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen. Alle Finanzinstitutionen haben Erfahrung mit der Kreditvergabe an Privatschulen der Kategorie C und D (LIPS). Angaben aus der IFC Studie zufolge variiert das Kreditvolumen von 220 US-Dollar bis US-Dollar pro Kredit. Folgende Tabelle gibt einen Überblick über die erhobenen Zinssätze der verschieden Finanzinstitute: Tabelle 1: Zinssätze diverser Finanzinstitutionen Finanzinstitut Durchschnittlicher Zinssatz für alle Unternehmen Durchschnittlicher Zinssatz für LIPS Banken 28% 28% Spar- und Kreditbüros 56% 60% Finanz NGOs (SAT) 36% 28% Andere 80% 90% Quelle: IFC Studie, 2010: Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools Untersuchungen von CDC Consult Limited im Jahr 2010 listen folgende Probleme auf, die LIPs haben, um Zugang zu Krediten zu bekommen: 1. Die meisten Finanzinstitute gewähren Kredite nur auf der Grundlage von Sicherheiten, wie z.b. Grundstücken und Gebäuden. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten der LIPS 6 Vgl. FES; Politische Rahmenbedingungen in Ghana (http://www.fes.de/in_afrika/pl_ghan.htm) 17

18 nicht über diese Sicherheiten verfügen, erhalten sie keinen Zugang zu Krediten. In vielen Fällen, wo Schulgelände o.ä. als Sicherheiten dienen könnten, haben die Eigentümer der Schule häufig keine vollständige Dokumentation über und keinen Titel auf die Grundstücke und Gebäude. 2. Die Einnahmen der BildungsunternehmerInnen an LIPs sind sehr niedrig, weshalb das Bedienen der Tilgungsraten schwierig ist und wirtschaftlich uninteressant für die meisten Finanzinstitute. Auch die Rentabilität der Schulen ist gering, und das hat Auswirkungen auf die Kredittilgung, was die meisten Finanzinstitutionen besorgt. 3. Die meisten Finanzinstitute geben Darlehen nur an LIPS, wenn sie die GES Akkreditierung haben. Doch einige Schulen haben noch keine aktuelle Akkreditierung. Die Finanzinstitute haben daher Angst, dass die Schulen durch die Behörden geschlossen werden könnten. 4. Die Qualität des Schul-Managements ist ein wichtiger Indikator für die Finanzinstitute bei der Kreditvergabe. Ein schlechtes Management an den LIPS wirkt sich unmittelbar auf das Einkommen der Schulen aus. Finanzinstitute trauen dem Schulmanagement nicht und halten sich daher zurück mit der Vergabe von Krediten. 5. Durch kriminelle Machenschaften wurden Banken getäuscht. Die angeblichen Privatschulen wurden anderweitig genutzt. 6. Banken gewähren ungern eine Verlängerung der Kreditlaufzeit. Einige Finanzinstitute genehmigen keine Erweiterung, bzw. zusätzliche Kredite. 7. Zu strenge Kreditbedingungen können durch die LIPS nicht erfüllt werden. 8. Unzureichende Offenlegung und Transparenz auf Seiten der BildungsunternehmerInnen. 9. Die Anforderungen und der bürokratische Aufwand, den insbesondere Banken, Sparund Kreditbüros betreiben, ist für die Mehrzahl der BU abschreckend, intransparent und kaum zu leisten. 10. Vielen BildungsunternehmerInnen sind die Zinsen zu hoch und sie befürchten, in die Schuldenfalle zu geraten. 11. BU und LIPS werden in den Tilgungsplänen ähnlich behandelt wie andere Unternehmen mit kontinuierlichen Einnahmen. 12. Das Ausfallrisiko der LIPs wird von den Banken als hoch eingestuft, und deshalb gewähren sie nur kurze Rückzahlungsfristen. Das ist wiederum abschreckend für die BU, die eine flexible und längere Dauer der Kreditrückzahlung brauchen. 36 Monate wären hilfreicher, statt der bisher üblichen Spanne von 12 bis 14 Monate. 13. Verzögerungen bei der Auszahlung seitens der Finanzinstitutionen, zu viel Dokumentation und ein allgemeines Desinteresse an der Bereitstellung von Krediten verdeutlicht, dass die BU nicht als attraktive Kreditnehmer gesehen werden. 18

19 2.3 Struktur und Rahmenbedingungen des Bildungssystems Das Bildungssystem in Ghana war von Anfang an an den Bildungsstrukturen der ehemaligen Kolonialmacht Großbritannien angelehnt. Erst ab 1986, während der Präsidentschaft von Jerry Rawlings, wurde das System weiterentwickelt und gliedert sich derzeit in vier Jahre (Klassen) Vorschule (Krippe, Krabbelgruppe, Kindergarten I und II), sechs Jahre Grundschule (Primary School I-VI), drei Jahre Sekundarstufe I (Junior High School) und drei Jahre Sekundarstufe II (Secondary High School). Zwischen 1992 und 2002 investierte die ghanaische Regierung etwa 7 % der gesamten Staatsausgaben in den Bildungssektor. Derzeit sollen es sogar 17,3% 7 des Staatshaushaltes sein und damit ungefähr 7,83% vom BIP. 2.4 Akteure/ Interessensgruppen im Bildungsbereich Der Staat das Ministerium für Bildung Trotz der in 2007 eingeführten elf-jährigen Schulpflicht (die beinhaltet 2 Kindergartenjahre plus 6 Jahre Grundschule und 3 Jahre Sekundarstufe I) ist das staatliche Bildungssystem wenig effektiv, aufgrund mangelnder staatlicher Gelder für den Ausbau des Schulnetzes, niedriger Lehrergehälter und der Unterrichtsqualität. Damit ist ein wichtiges Kinderrecht 8 faktisch in Frage gestellt. Nur circa 30,8 % der Kinder schließen die dreijährige Junior Highschool 9 und circa 6,2 Prozent die dreijährige Senior High School ab. Die Zahl der Kinder, die derzeit landesweit nicht oder eher selten zur Schule gehen, wird auf knapp geschätzt (World Bank EdStats 2008). UNESCO und World Bank (2010) nennen sogar die Zahl von 1.29 Mio. Kinder, die nicht regelmäßig zur Schule gehen. Viele Gebiete im Land leiden unter Lehrermangel, haben zu wenig finanzielle Unterstützung und Betreuung. Hinzu kommt eine schwache Infrastruktur, vor allem in den ländlichen Gebieten. Bei der Vorstudie wurden von den befragten Eltern, Lehrern und BildungsunternehmerInnen folgende Missstände als die zehn gravierendsten genannt: Keine Supervision (Kontrolle) der Lehrer an staatlichen Schulen Kinder können nach der dritten Klasse Grundschule noch nicht richtig lesen und schreiben (schlechte Schülerperformance) 7 Gemäß NationMaster: Ghana NationMaster ist eine umfassende Datensammlung aus Quellen von CIA World Factbook, UNO, und OECD. 8 Als Kinderrechte werden die Rechte von Kindern und Jugendlichen bezeichnet. Weltweit festgeschrieben sind sie in der UN-Kinderrechtskonvention (im Folgenden UN-KRK), die am 20. November 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und heute von den meisten Staaten der Erde ratifiziert worden ist, woraus sich eine universelle Verbindlichkeit der Kinderrechte ableiten lässt. Dazu gehört u.a.: das Recht auf Leben und Entwicklung, auf Familienzusammenführung, auf Versammlungsfreiheit, Recht auf beide Eltern, auf Förderung bei Behinderung, auf Gesundheitsvorsorge, auf angemessenen Lebensstandard, auf Bildung, auf kulturelle Entfaltung, auf Ruhe, Freizeit, Spiel und Entfaltung, auf Integration geschädigter Kinder, Zugang zu Medien. Darüber hinaus gilt das Recht auf Bildung als eigenständiges kulturelles Menschenrecht und ist ein zentrales Instrument, um die Verwirklichung anderer Menschenrechte zu fördern. Es thematisiert den menschlichen Anspruch auf freien Zugang zu Bildung, Chancengleichheit und das Schulrecht. 9 Vergl. Tabelle 1: Bildungsdaten im Überblick, Seite 23 19

20 Katastrophales Lehrer Schülerverhältnis (bis zu 1 / 70) Abwesenheit der Lehrer Lehrer betreiben ihre eigenen kleinen Geschäfte mit den Kindern Kinder lernen kein gutes Englisch Es mangelt an Lehrmaterial, Kreide u.a. Keine Disziplin unter den Schülern Unzuverlässige Aufsicht der Lehrer über die Schüler Staatliche Schulen sind Zeitverschwendung In der Regel werden die Schulen in die Kategorien A, B, C und D eingeteilt. Die Kategorien beziehen sich auf den Ausstattungsgrad der Schulen. Bei Schulen der Kategorie A und B handelt es sich um Schulen, die offensichtlich aus Stein gebaut sind, über separierte Toiletten (Schüler, Schülerinnen und Lehrer), fließend Wasser, Elektrizität und solide Inneneinrichtungen (Schulmöbel, Tafel, Computer, Bibliothek, etc.) verfügen. Sie sind nur in den größeren Städten anzutreffen und gehören schon aufgrund ihrer Ausstattung zu den teureren Privatschulen. Bei den Schulen der Kategorie C und D handelt es sich vorwiegend um Schulen im ländlichen Bereich, die i.d.r. nicht über ausreichende bzw. adäquate Toiletten, fließend Wasser und Elektrizität etc. verfügen und eher Holzwände haben. Diese Schulen sind eher im ländlichen Raum, in kleineren Dörfern, ländlichen Vororten oder Armenvierteln in den Vorstädten zu finden und sind de facto Schulen für Kinder aus geringverdienenden Familien. Deshalb werden sie auch als sogenannte low income schools bezeichnet. Die Schulen werden nach Schulinspektionen durch die Schulaufsichtsbehörde Ghana Education Service (GES) in die entsprechenden Kategorien eingeteilt. Diese Kategorisierung soll jedes zweite Jahr stattfinden, welches aus Kostengründen selten der Fall ist. Ein Herauf- und Herabstufen der Schulen ist möglich Private Schulen Neben den staatlichen Schulen gibt es Angebote von Koranschulen und privaten Schulen verschiedener Preissegmente, die oft schon mit einem Vorschulangebot beginnen (Creche, Nursery, Kindergarden I und II). Vor allem im Norden und in den größeren Städten haben sich Koranschulen unter dem islamischen Teil der Bevölkerung durchgesetzt. Alle drei Systeme können von den Eltern der Schulkinder frei gewählt werden und stehen grundsätzlich gleichwertig nebeneinander. Ein Schulwechsel innerhalb dieser drei Schultypen ist jederzeit möglich, jedoch führen insbesondere die privaten Schulen Aufnahmetests durch, was teilweise zu einer Rückstufung der Schüler, bzw. teilweisen Wiederholung eines Schuljahres führen kann. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über die Anzahl der Schulen im Land: 20

21 Tabelle 2: Anzahl der Schulen im Land Sektor Krippe und Kindergarten Grundschule bis Klasse 6 Mittelstufe (JHS) Oberstufe (SHS) Berufsschulen Pädagog. Fachhochschulen Anz. % Anz. % Anz. % Anz. % Anz. % Anz. % Öffentlich , , , , , Privat , , , , ,1 0 0 Total Quelle: Ministry of Education, Ghana: Education Statistics, März 2009, Ghana National Association of Private Schools (GNAPS) Die Ghana National Association of Private Schools (GNAPS) wurde 1971 als Dachverband für alle privat initiierten, finanzierten und geführten Privatschulen gegründet. Der Schwerpunkt des Vereins ist die Bereitstellung von verbesserten Bildungsangeboten und bezahlbarer Bildung. Dies wird unter anderem erreicht durch Fürsprache, Unterstützung bei der Schulregistrierung, kontinuierliche Verbesserung und Verknüpfung mit dem Ministerium für Bildung und dem Ghana Education Service (GES). GNAPs betrachtet die Gründung von privaten Schulen als einen positiven Beitrag zum ghanaischen Bildungssystem, da unter anderem die Bildungsqualität dieser Schulen weit über dem Durchschnitt der öffentlichen Schulen liegt und die Privatschulen eine signifikante Rolle bei der Grundschulbildung spielen. Auch in Ghana galten Privatschulen früher allgemein als Bildungsoption für Eliten. GNAPS hat seit dem Jahr 2000 seine Mitglieder dazu ermutigt, private Schulausbildung auch der armen Landbevölkerung zugänglich zu machen. Dies führte zu einer ersten Ausbreitung von Privatschulen um Accra herum. Mittlerweile sind Privatschulen im ganzen Land anzutreffen. Mit starker Unterstützung der GES wurden gezielt Schulen in den low income areas gefördert um eine bessere Bildung auch der armen Bevölkerung zugänglich zu machen. Das GNAPS bemüht sich um eine stärkere Förderung der Privatschulen durch den Staat. Besonders Schulen der Kategorie C und D, also Schulen in Gegenden mit Niedrigsteinkommen. Aber es ist offensichtlich, dass hier wenig Hoffnung auf eine bessere staatliche Unterstützung besteht. 2.5 Die Grundschulausbildung Die Schulbildung erreicht nunmehr fast jedes größere Dorf. Die allgemeine Schulpflicht besteht aus einer sechsjährigen Grundschule mit einem anschließenden dreijährigen Besuch der Junior High School. Erst mit dem erfolgreichen Abschluss der Junior High (Secondary) School, dem Basic Education Certificate Examination (BECE), kann ein Schüler die höhere Schulbildung in der Senior Secondary School beginnen. Diese dauert weitere drei Jahre und schließt mit dem West African Senior Secondary Certificate Examination (WASSCE) ab, auch als Advanced Level Certificate bezeichnet. Dieser Abschluss ist mit 21

22 dem deutschen Abitur vergleichbar und berechtigt zum Studium. Damit kann ein Schüler die Hochschulzugangsberechtigung nach frühestens zwölf Jahren erlangen. Außerdem wird ein Fernstudium für Abiturienten angeboten, die aufgrund von persönlichen oder praktischen Gegebenheiten nicht regelmäßig an einem Schulangebot teilnehmen können. Alternativ kann ein Schüler eine technisch ausgerichtete Schule besuchen, deren Abschluss am ehesten mit dem deutschen Fachabitur vergleichbar ist. Die Basisausbildung ist in den staatlichen Schulen kostenlos. Allerdings müssen die Schulbücher und weiteres Lehrmaterial teilweise von den Schülern bezahlt werden. Erst die weitergehende Bildung (ab Senior Secondary School) macht die Zahlung von Schulgebühren zwingend erforderlich. In Ghana besteht die Verpflichtung, eine einfache Schuluniform zu tragen, die von den Eltern zu finanzieren ist. Das Schuljahr besteht aus drei terms, beginnt im September und endet im Juni eines jeden Jahres. Am Ende eines jeden term werden Leistungstests durchgeführt und am Ende eines Schuljahres ein Abschlusstest, der über die Versetzung des Schülers bestimmt. Offiziellen Angaben zufolge gibt es über öffentliche Grundschulen (Primary School) und etwa öffentliche Junior High Schools im Land. Das Kurrikulum umfasst die Fächer Englisch (Lesens und Schreiben), Mathematik, sowie das Fach General Science, in dem alle Naturwissenschaften zusammengefasst sind. Social Studies und Sport sind weitere Fächer. Unterrichtssprache ist Englisch, aber auch die jeweils lokal dominierende Landessprache wird unterrichtet. Diese Basisausbildung soll grundsätzlich jedem Kind und Jugendlichen in Ghana zur Verfügung stehen und soll jeden Einzelnen befähigen, in eine Berufsausbildung oder die höhere Schulbildung zu wechseln. Von den Senior Secondary Schools unterhält der Staat laut Bildungsministeriums 493 Schulen. 2.6 Das höhere Bildungswesen Zum höheren Bildungswesen gehören in Ghana die Universitäten, von denen es im Land nur 4 öffentliche Universitäten gibt, des weiteren Fachhochschulen, Fachoberschulen, Professional Institutes und Pre-Service Training Institutes. Alle höheren Bildungsstätten sind im National Council for Tertiary Education (Nationaler Rat für tertiäre Bildung) zusammengefasst, der auf nationaler Ebene eine Institution zur Beratung und Koordination darstellt. Dem Council steht der Minister für Erziehung vor. Einige der jüngeren Hochschulen wurden von Kirchen oder Religionsgemeinschaften als private Universitäten gegründet. Die Universitäten ziehen aufgrund ihres Bildungsniveaus sowie der umfangreichen Möglichkeiten der Fächerwahl viele Studenten aus anderen Westafrikanischen Staaten an. Die Universitäten bieten drei Formen des Abschlusses an: First Degree, Second Degree, Doctorate (PhD). 22

23 2.7 Ausbildung der Lehrer Auf die Ausbildung der Lehrer, bereits beginnend mit den Mitarbeitern in Kindergärten und den Grundschulen, wird immer mehr Wert gelegt. Die Ausbildung eines regulären Grundschullehrers beträgt derzeit drei Jahre. Trotzdem werden in den Grundschulen auch teilweise Studenten oder Abiturienten als Lehrer eingesetzt, die ihren National Service, eine Art soziales Jahr, in einer öffentlichen Dorfschule absolvieren. Derzeit findet die Lehrerausbildung der Grundschullehrer und der Lehrer für die Junior High School noch nicht auf Universitätsebene statt. Für diese Ausbildung gibt es eine eigenständige Lehrerausbildungsstätte, das Post-Secondary Teachers Training College (PSTTC). Die Ausbildung kann im Anschluss an die Senior Secondary School mit Vorlage des Senior Secondary Certificate Examination (SSCE) begonnen werden und dauert drei Jahre. Am Ende der Ausbildung wird das Post-Secondary Teachers Certificate A (Certificate-A) verliehen. Der Lehrplan dieser Bildungsstätte wurde überarbeitet, um den Veränderungen bezüglich Inhalt und Methoden im Rahmen der Basisausbildung gerecht zu werden. Lehrer für die höhere Bildungsebene werden in zwei bis drei Jahren an den Universitäten ausgebildet. Hier schließen sie mit dem Abschluss Master oder einem Doktorgrad ab. An der Universität (University for Education) in Winneba können Lehrer der Senior Secondary School aber auch einen einjährigen Kurs machen, der mit dem Zertifikat A für nicht-professionelle Lehrer in technischen und berufsbildenden Fächern abschließt. 2.8 Gender Seit dem Jahr 1992 besteht in Ghana eine gesetzlich garantierte, formelle Gleichstellung der Geschlechter. Bildung für Mädchen und Frauen ist eine wichtige Grundlage für eine wirtschaftliche Eigenständigkeit und Entwicklung. In Ghana arbeiten im Bildungssektor Frauen vorwiegend im Vorschulbereich, während im Grundschul-, bzw. Oberstufenbereich eher Männer dominieren. Bemerkenswert ist, dass die Einschulungsrate von Mädchen in die öffentlichen Grundschulen niedriger ist, als die der Jungen. Allerdings kehrt sich das Verhältnis bei der Einschulungsrate in die Oberstufe um. Das heißt mit anderen Worten, dass mehr Mädchen ihre Schulbildung fortsetzen, wenn sie erst einmal eingeschult wurden. Grundsätzlich sind Mädchen und Frauen im Land nach wie vor in stärkerem Maße von Armut, Analphabetismus und Gewalt betroffen. In den Bereichen Bildung, berufliche Prognosen, Arbeitsangebote und Bezahlung sind sie gegenüber ihren männlichen Altersgenossen deutlich benachteiligt. Dabei leisten viele ghanaische Frauen einen größeren Beitrag zum Unterhalt der Familie als Männer und üben dazu nicht selten mehrere berufliche Tätigkeiten aus. Markt und Handel des informellen Sektors werden hauptsächlich von Frauen dominiert. Schätzungsweise 80% der traditionellen ländlichen Subsistenzwirtschaft werden in Ghana von Frauen betrieben. Das Engagement der ghanaischen Frauen erstreckt sich auch auf soziale und religiöse Bereiche. 23

24 Trotzdem sie wirtschaftlich emanzipiert sind und oft bedeutende ökonomische Verantwortung tragen, bleiben die Frauen von der politischen Mitbestimmung in den Gemeinden und Städten weitestgehend ausgeschlossen, und die Schlüsselbereiche der traditionellen, politischen wie der modernen Gesellschaften sind definitiv männliche Domänen. Aktuell besetzen Frauen nur rund 10% der Sitze im nationalen Parlament. Positiv ist zu erwähnen, dass seit Januar 2009 eine Frau das Amt der Parlamentssprecherin und damit das dritthöchste Staatsamt in Ghana bekleidet. Lange wurde die soziale Benachteiligung der Frauen in Ghana tabuisiert. Sie ist immer noch eine Tatsache, die durch ungleiche Rechtsprechung und Bildungschancen der Geschlechter, aber auch durch kulturelle und religiöse Normen bestätigt und fortgesetzt wird. So bleibt ihnen Landbesitz oder der Zugang zu Investitionskrediten in der Regel verwehrt. In den drei muslimisch geprägten Nordprovinzen leiden Frauen unter zahlreichen sexuellen und sozialen Unterdrückungsmechanismen, die gern mit dem Argument der kulturellen Besonderheit begründet werden. Darunter Vielehen, Brautkauf, Hexenbeschuldigungen, Gattinenmord. Auch in Ghana werden immer noch Mädchen durch Genitalbeschneidung verstümmelt, obwohl Ghana die Charta der universellen Menschenrechte unterzeichnet hat. Ein schwerwiegendes Problem ist die verhältnismäßig hohe Gewaltakzeptanz in der ghanaischen Gesellschaft, besonders im Hinblick auf die von männlicher Seite ausgeübte, häusliche Gewalt. Nur ein Bruchteil 10 wird davon zur Anzeige gebracht. Selbst wenn dies geschieht, landen die wenigsten Fälle vor Gericht. Dies liegt unter anderem darin begründet, dass viele der Opfer sich zum Tatzeitpunkt oder im Anschluss keine medizinische Betreuung leisten konnten und die Beweislage somit unzulänglich blieb. Auch der generelle Mangel an öffentlichem Bewusstsein für die gesetzlichen Bestimmungen erschwert eine angemessene Unterstützung der Opfer. Dennoch hat die Verfolgung eines landesweiten Programmes zur Verbesserung der Bedingungen von Abtreibungen und reproduktiver Gesundheit (Reproductive Health Policy and Strategic Plan for Abortion) vielerorts die Zugangsvoraussetzungen für Frauen zu einer Gesundheitsversorgung verbessert. Seit dem Jahre 2001 gibt es in Ghana das Ministry of Women and Children s Affairs, das sich explizit mit den Anliegen und dem Wohlbefinden von Frauen und Kindern beschäftigt und sich gegen Vergehen wie Missbrauch, Hochzeiten von Minderjährigen, Zwangsehen und Inzest einsetzt. Im Februar 2012, bei einem Dialog zwischen Parlamentariern und Vertretern der Zivilgesellschaft bekräftigten alle ihre Unterstützung für das Gesetz gegen häusliche Gewalt, dem "Domestic Violence Bill" aus dem Jahr 2007, das Frauen und Kinder einen effektiveren Schutz vor familiärer Gewalt gewährleisten und Opfern die Möglichkeit geben soll, sich juristisch zur Wehr zu setzen. Dabei wurde auch für die Abschaffung einer 10 Vgl. International Federation of Women s Lawyers 24

25 Klausel geworben, die eine Strafe von sechs Monaten denjenigen androhte, die falsche Beschwerden einreichen. Abschließendes statement dieses Dialoges war, dass sich keine zivilisierte Gesellschaft Gewalt in irgendeiner Form erlauben kann. Organisationen wie FIDA-Ghana, ein Ableger der International Federation of Women Lawyers, prangern die Unterschiede in der Rechtsprechung an, klären Frauen über ihre Rechte auf und vertreten sie vor Gericht. Über die Medien und öffentliche Veranstaltungen soll für die Debatte rund um die gesellschaftliche Rolle der ghanaischen Frau und ihre soziale Diskriminierung sensibilisiert werden. Bei dem Versuch, die Kluft zwischen ghanaischem Recht und der tatsächlichen gesellschaftlichen Realität der Frau zu überwinden, setzt die zuständige Ministerin auf Aufklärung und Bildung. 2.9 Allgemeine Bildungsdaten im Überblick In nachfolgender Tabelle werden ein paar grundlegende Bildungsdaten 11 aufgeführt, die weitere wichtige Informationen über die Effektivität und Qualität des Bildungssektors in Ghana liefern, die für die nachstehende Analyse der Studienergebnisse und insbesondere für die Bewertung der Privatschulen relevant sind. Tabelle 3: Bildung bei Erwachsenen Aspekt Ø Alphabetisierungsrate Erwachsene (35+) 62% Alphabetisierungsrate Jugendliche (15+) 74,9% Ø Anzahl der Schuljahre von Erwachsenen 3,9 Ø Anzahl der Schuljahre von Jugendlichen 8 Universitätsabschluss /Jahrgang 3,3% Quelle: UNESCO UIS Data, World Bank and World Development Indicators database, 2011 Tabelle 4: Bildungsdaten zu Kindern Aspekt Gesamt Bevölkerung unter 15 Jahren in % der Gesamtbevölkerung 38,6% Geschätzte Anzahl Kinder unter 15 Jahren Geschätzte Anzahl der Kinder die selten oder keine Schule besuchen Geschätzter Anteil der Kinder zwischen 7 und 14, die arbeiten 48,9 %(2006) Quelle: UNESCO UIS Data, World Bank and World Development Indicators database, 2011 Tabelle 5: Bildungsdaten zu Schule Aspekt Abschluss Quote Grundschule 72% Grundschulabgänger, die wirklich Lesen können 26% Grundschulabgänger mit adäquaten Englischkenntnissen 23% Grundschulabgängern mit adäquaten Mathematikkenntnissen Ø 10% Abschluss Quote weiterführende Schulen 30,8% 11 Stand Quelle: UNESCO UIS Data, World Bank and World Development Indicators database und BMZ 25

26 Ø Schüler/Lehrer Verhältnis in öffentlichen Grundschulen 33 Ø Schüler/Klassenraum Verhältnis an öffentlichen Schulen Quelle: UNESCO UIS Data, World Bank, World Development Indicators database and BMZ, 2011 Hierbei sollte erwähnt werden, dass die wichtigsten Datenquellen der UNESCO, der Weltbank und anderer Datenquellen teils sehr unterschiedliche Angaben machen. Hier wurden die Daten genommen, die von mehreren Datenquellen genannt wurde. Tabelle 6: Genderdifferenzierte Daten Aspekt Einschulungsrate Grundschule 47,4% 65% Einschulungsrate weiterführende Schulen 44,7% 39% Alphabetisierungsrate Jugendliche (15 24) 78,9% 81,2% Alphabetisierungsrate Erwachsene (35+) 49,8% 66,4% Schulabbrecher bis 6. Klasse Primary 26% 24% 3 Deutsche Entwicklungszusammenarbeit in Ghana 3.1 Schwerpunkte des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit Deutschland und Ghana verbindet ein Geflecht freundschaftlicher und vielseitiger Beziehungen. In Deutschland leben etwa Ghanaerinnen und Ghanaer. Die Bundesrepublik ist ein wichtiger Handelspartner des Landes und führt vor allem Kakao, Holz und Aluminium ein. Aus Deutschland bezieht Ghana hauptsächlich Fahrzeuge, Maschinen und chemische Erzeugnisse. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen pflegt eine Partnerschaft mit Ghana. Auch der Sport verbindet die Länder, viele ghanaische Fußballer spielen in deutschen Vereinen. Deutschland gehört neben Großbritannien, den USA, Dänemark, Kanada und den Niederlanden zu den wichtigsten Gebern Ghanas. Dezentralisierung, Förderung der Landwirtschaft und nachhaltige Wirtschaftsentwicklung sind die drei Schwerpunktbereiche der deutschen entwicklungspolitischen Zusammenarbeit 12 in Ghana. Am 1. März 2007 wurde von allen 16 in Ghana tätigen OECD/DAC-Gebern die Gemeinsame Geberstrategie Ghana (Ghana Joint Assistance Strategy, G-JAS) unterzeichnet. Sie bildet den Rahmen für die Unterstützung der ghanaischen Wachstumsund Armutsbekämpfungsstrategie II und des African Peer Review Mechanism - Aktionsplans (APRM). Die Laufzeit der gemeinsamen Geberstrategie betrug vier Jahre (2007 bis 2010). Das Bundesentwicklungsministerium sagte Ghana für die Jahre 2009 bis 2011 Mittel in Höhe von insgesamt 130 Millionen Euro zu. Dies entspricht einer Erhöhung von bisher 26,5 Millionen Euro auf 43,33 Millionen Euro pro Jahr und einem Zuwachs von über Siehe 26

27 Prozent. Hierin kommt das Ziel der Bundesregierung zum Ausdruck, Partnerländer mit guter Regierungsführung besonders zu unterstützen. Die Regierungen von Ghana und Deutschland haben für ihre Zusammenarbeit die folgenden Schwerpunkte vereinbart, die an der ghanaischen Armutsstrategie ausgerichtet sind und einen Beitrag zur Erreichung der Millenniumsentwicklungsziele leisten: Landwirtschaft und Sicherung der Ernährung Damit die Armut in Ghana bekämpft und die Ernährung gesichert werden kann, engagiert sich Deutschland für die Steigerung der Produktivität in der Landwirtschaft. Zurzeit werden ihre Potenziale nur schlecht genutzt; technische, institutionelle und wirtschaftspolitische Defizite führen dazu, dass die Wertschöpfung der Landwirtschaft in Ghana nur sehr gering ist. Besonders die Kleinbauern haben es schwer, ihre Produkte zu vermarkten. Dezentralisierung Die Dezentralisierung ist ein wichtiges Ziel, das sich Ghana in seinem Strategiepapier zur Armutsbekämpfung gesetzt hat. Die Regierung des Landes engagiert sich mit Nachdruck für den Aufbau demokratischer Strukturen und für die Verbesserung der Staatsführung. Durch den Aufbau nationaler, regionaler und lokaler Verwaltungsstrukturen versucht sie, die Grundlagen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum zu schaffen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert diese Anstrengungen Ghanas. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf die folgenden Aspekte: Unterstützung bei der Umsetzung der Strategie zur Armutsbekämpfung, armutsorientierte Dezentralisierung und kommunale Entwicklung, Erhöhung der Rechtssicherheit durch Rechtsreformen, zum Beispiel durch Unterstützung der Bodenverwaltung, Förderung der Zivilgesellschaft und Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Verwaltungseinrichtungen. Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Die Regierung von Ghana setzt gemeinsam mit der internationalen Gebergemeinschaft des Landes große Hoffnungen in den privaten Wirtschaftssektor. Ein Regierungsprogramm, das die Privatwirtschaft zum Motor des Wachstums machen soll, trägt den verheißungsvollen Titel "Golden age of business". Damit es zu einem solchen "goldenen Zeitalter" für die Wirtschaft in Ghana kommen kann, müssen Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Privatsektor dazu motivieren, deutlich mehr als bisher zu investieren. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana fördert darum die Entwicklung der Märkte, der Produkte und der Dienstleistungen in Ghana. Sie trägt dazu bei, strukturelle Schwächen abzubauen und Kapazitäten zur Unterstützung der Entwicklung von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen (KKMU) zu schaffen. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Unternehmensverbänden, Ministerien und Distriktverwaltungen. 27

28 Auch der verbesserte Zugang zu Finanzdienstleistungen, z.b. in Form von Mikrokrediten, ist ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit NRO Engagement in Ghana In Ghana arbeiten verschiedene Hilfsorganisationen, evangelische wie katholische Gemeinden, politische Parteien und diverse Arbeitskreise, die sich eine gemeinsame Plattform geschaffen haben. Das sogenannte Ghana-Forum NRW ist die Plattform für Organisationen, Institutionen aus Zivilgesellschaft, Kirchen und ghanaischer Diaspora, die mit Partnern in und aus Ghana Begegnung, Austausch und Zusammenarbeit pflegen, intensivieren, aus- und aufbauen und neu beginnen wollen. 14 Das Forum ist Ansprechpartner für die Vielzahl von Engagierten und Akteuren und dient als Informationsbörse. Die in 2007 beschlossene offizielle Partnerschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Republik Ghana wird durch das Ghana-Forum aktiv begleitet und versucht, der Politik Anregungen für die Weiterentwicklung dieser Partnerschaft zu geben. Vor Ort in Ghana sind unter anderen folgende Organisationen aktiv: Tabelle 7: In Ghana aktive deutsche NRO s Organisation action medeor Arbeitsschwerpunkte Durchführung nachhaltiger Gesundheitsprojekte, Arzneimittelversorgung und medizinisches Equipment, Basisgesundheitsdienste, Not-und Katastrophenhilfe Mikrofinanzwesen und Fortbildung von Kleinst- und Kleinunternehmern Opportunity International Deutschland Deutsche Welthungerhilfe Straßenkinder Betreuung Ghana-Kreis-Rotthausen Hilfe zur Selbsthilfe, medizinische Versorgung, Klinikzubehör und Solaranlagen zur Stromversorgung von Hospitälern Eyerund-Stiftung Ghana Union Cologne Politische Bildung und die Förderung von Kleingewerbe Unterstützung schwangerer Frauen im Gefängnis und deren Kindern, Schulprojekt 4 Kurzbeschreibung der Projektträger 4.1 Opportunity International Deutschland Opportunity International Deutschland wurde 1971 gegründet und zählt weltweit zu den profiliertesten Organisationen für Mikrofinanzierung. Das Netzwerk besteht aus fünf Stiftungen (Supportpartnern) in Deutschland, USA, Kanada, Australien und Großbritannien und 42 Partnerorganisationen in insgesamt 28 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa. Die Mitgliedsorganisationen haben sich einheitlichen Grundwerten und Standards verpflichtet, sind jedoch rechtlich und organisatorisch unabhängig. Die Supportpartner sind sowohl für die Finanzierung, Koordinierung und 13 Siehe BMZ: Was wir machen

29 Bewilligung von Projekten verantwortlich, als auch für die professionelle Fortbildung der akkreditierten lokalen Implementierungspartner. Diese sind für die Planung und Umsetzung der jeweiligen Projekte vor Ort zuständig. Die Kreditvergabe unterliegt ihrer Verantwortung. Sie verfügen über gut ausgebildete Mitarbeiter, die für die Betreuung und Schulung der Klienten zuständig sind. Ein Teil des Netzwerks Opportunity International ist Opportunity International Deutschland (OID). Es ist eine gemeinnützige Stiftung bürgerlichen Rechts mit Sitz in Schorndorf. Der Stiftungszweck besteht in der nachhaltigen Verbesserung der Lebensbedingungen der ärmsten Bevölkerungsschichten in den Entwicklungsländern mittels Vergabe von Kleinkrediten durch erfahrene, lokale Partnerorganisationen. Mit den Darlehen bauen sich die Geförderten (Kunden) eine Existenz auf, indem sie ein Kleingewerbe gründen oder ihr bereits bestehendes Geschäft ausbauen. Schulungen im Bereich Unternehmensführung, Buchhaltung sowie Gesundheitsprävention und Familienplanung ergänzen die Darlehensvergabe und verbessern aktiv die Lebensverhältnisse der Klienten. Die Erträge der Stiftung im Jahr 2011 betrugen gemäß eigenen Angaben ,76 Euro. In den letzten Jahren hat OID mit lokalen Partnern verschiedene Entwicklungsprojekte, vor allem im Mikrofinanzbereich, in Ghana, Indien, Indonesien, Mosambik, Rumänien und Haiti durchgeführt. Seit Ende 2006 verfügt Opportunity International Deutschland über das DZI-Spendensiegel. OID arbeitet mit diversen Geldgebern in der Entwicklungszusammenarbeit zusammen und hat 2010 ein zweijähriges EU-Projekt zur Förderung von Kleinunternehmerinnen in Ghana erfolgreich abgeschlossen. Eine Förderung durch das BMZ wurde zweimal in den Jahren 2008/2009 und 2010/2011 für einjährige Mikrokreditprojekte für Frauen in Ghana gewährt. Im Allgemeinen werden Mikrokredite eher mit Handwerkern und Händlern, auch Dienstleistern im informellen Sektor in Verbindung gebracht. Neben diesen Kleinst- und Kleinunternehmern/-unternehmerinnen hat sich mittlerweile die Gruppe der BildungsunternehmerInnen zu einer eigenständigen Klientel, auch Produktlinie genannt, entwickelt. Diese Unternehmergruppe mit steil ansteigender Nachfrage, wird von OID als auch der Partnerorganisation Sinapi Aba Trust Fund als sehr erfolgreich und besonders förderungswürdig betrachtet, weil damit unter anderem die Millenniumsentwicklungsziele (MDG) I 15 und II 16 erreicht werden, die wie folgt beschrieben werden: 1. Die BildungsunternehmerInnen können sich mit dem Geschäftsmodell Schule nachhaltig eine Existenz aufbauen, sogar zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und ihre eigene Armut verringern. 15 Extreme Armut und Hunger beseitigen 16 Grundschulausbildung für alle Kinder 29

30 2. Ferner wird Kindern eine Chance auf Bildung gegeben, die sonst aufgrund ihrer Wohnsituation oder des allgemeinen Schulmangels ausgeschlossen sind von Bildungsangeboten. 4.2 Sinapi Aba Trust (Partnerorganisationen) Sinapi Aba Trust (SAT) ist sowohl eine christlich motivierte, unabhängige und gemeinnützige Nichtregierungsorganisation, als auch eine renommierte Mikrofinanzinstitution (MFI), die 1994 in Ghana gegründet wurde. Dabei hat die Organisation folgende Ziele: Armutsbekämpfung durch Finanzdienstleistungsangebote wie Mikrokredite und Mikrosparen Bereitstellung von Unternehmensführungstraining und anderen Formen von Weiterbildung, die für Kleinunternehmer und ihre Lebensführung wichtig sind Eigenen Angaben zufolge hat SAT mittlerweile 42 Niederlassungen in allen zehn Verwaltungsregionen des Landes und betreut aktuell landesweit über Klienten; 83 Prozent davon sind Frauen. 97 Prozent der vergebenen Kredite werden zurückgezahlt. Laut Microfinance Information Exchange (MIX) 17, das im Dezember 2008 eine unabhängige Bewertung von den weltweit 652 leistungsstärksten MFI s durchführte, gehört Sinapi Aba Trust zu den international hundert besten Mikrofinanzinstitutionen und zu den vier besten Mikrofinanzinstitutionen in Subsahara Afrika. Als größte lokale Mikrofinanzinstitution ist SAT Mitglied im Ghana Microfinance Institutions Network (GHAMFIN) sowie in der afrikanischen Sektion des International Network of Alternative Financial Institutions (INAFI Africa). Seit 1998 ist SAT auch Mitglied im Netzwerk von Opportunity International. Als Partner von Opportunity International Deutschland hat SAT im Jahr 2008 das durch das BMZ geförderte Mikrofinanzprojekt für 200 Frauen in Bodwease mit einem Gesamtvolumen von Euro durchgeführt. Ein zweites, mit Mitteln des BMZ gefördertes Projekt, richtete sich an 343 Kleinunternehmerinnen in Dunkwa, in der Zentralregion Ghanas. Gleichzeitig wurde ein EU-Projekt mit einem Budget von Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren in der West- und der Zentralregion Ghanas ebenfalls in Partnerschaft mit OID implementiert. Weitere bedeutende Geldgeber von SAT sind zwei amerikanische Stiftungen EDIFY 18, die insbesondere christliche BildungsunternehmerInnen fördern möchte, als auch IDP 17 Microfinance Information Exchange (MIX) ist die erste Adresse für Mikrofinanz-Daten und Analysen. Gemäß möchte MIX die Transparenz von Mikrofinanzangeboten durch integrierte Informationen über die Leistung von Mikrofinanzinstitutionen (MFI), Investoren, Netzwerke und Dienstleister, die mit der Industrie verbunden sind, fördern. MIX liefert objektive Daten und Analysen mit dem Ziel der Stärkung des Mikrofinanz-Sektors

31 Foundation, Inc. 19. Darüber hinaus wird SAT auch vom Opportunity International Netzwerk gefördert. Seit 2005 unterstützte SAT circa 400 Privatschulen in über 50 Städten und diversen ländlichen Gebieten mit Kleinkrediten in einem Gesamtwert von ungefähr 1,5 Mio. Euro. 4.3 Mikrofinanzen für BildungsunternehmerInnen (BU) Zunächst wurden die BU bei SAT genauso behandelt wie jeder Mikrokreditnehmer im Allgemeinen. Mit dem rasanten Anstieg der Nachfrage nach Mikrokrediten für kleinere Privatschulen, etablierte SAT eine eigene Produktlinie mit einem eigenen Begleitprogramm, speziell für diese BU. Die Hauptaktivitäten des Begleitprogramms beinhalten mittlerweile sowohl finanzielle als auch nichtfinanzielle Dienstleistungen. Folgende Finanzdienstleistungen sind Bestandteil des SAT-Begleitprogramms für Microschools : Auswahl von Microschools (Präqualifikation) Im Rahmen des Auswahlprozesses besucht der Kreditbetreuer die verschiedenen Gemeinden der antragstellenden BU, um geeignete Schulen mit Bedarf nach finanzieller Unterstützung zu evaluieren und eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen. Kreditanalyse, Beurteilung des Darlehensantrags und Kreditauszahlung Nach der Vorauswahl erstellt der Kreditausschuss von SAT einen möglichen Rückzahlungsplan zur Risikominimierung, der sich an den Grundkonditionen (Schüleranzahl, potentielle Nachfrage seitens der Eltern, mögliche Konkurrenz, etc.) der Schule und der Gemeinde orientiert. Monitoring des Darlehens und Evaluation Nach der vorab vereinbarten Kreditauszahlung wird die Erfüllung des Darlehensvertrages überwacht. Es wird sichergestellt, dass der Projektverlauf dokumentiert wird und Projektberichte erstellt werden. Erfolgskontrolle Sinapi Aba Trust misst den Erfolg an der Entwicklung der Schulen (Infrastruktur), der Schulberichte, den Versetzungsergebnissen und der Anwesenheit der Schüler. Die Nichtfinanziellen Dienstleistungen sind ein weiterer elementar wichtiger Bestandteil des Begleitprogrammes für die BildungsunternehmerInnen, sowie dem von ihnen eingestellten Personal: Schulung von BildungsunternehmerInnen und Personal Zur Schaffung eines qualifizierten Bildungsangebotes ist besonders auch das Training der BildungsunternehmerInnen und ihrer Lehrkräfte nötig. Die Schulungen werden von der SAT-eigenen Regional Education Unit durchgeführt. 19 IDP Foundation, Inc. ist eine private Stiftung und ein eingetragener Verein und wurde als stipendienvergebende, Non-Profit-Institution im Jahr 2008 gegründet. 31

32 Für die einzelnen Schwerpunkte des Trainings wurden jeweils Module entwickelt, die wiederum teils durch lokale Experten durchgeführt werden. Für die BildungsunternehmerInnen und oftmals Eigentümer der Schule, beinhalten diese Module verschiedene Bereiche des Geschäftsbetriebes wie Unternehmensplanung, Buchhaltung, effektive Ressourcennutzung, Akquise und Werbung in der Region, Aufbau und Unterhalt einer Schulbibliothek und Elternarbeit. Für die Lehrkräfte beinhalten die Module Bereiche wie Unterrichtsvorbereitung und -führung, sowohl deduktive 20 und induktive 21, als auch Schüler-aktivierende Unterrichtsmethoden und die Schüler Lehrer- Beziehung im Klassenzimmer. Training für Köchinnen, Köchen und Speiselieferanten Fast alle Microschools bieten Schulspeisung für die Schülerinnen und Schüler an. Für die hygienische Zubereitung und Bereitstellung ausgewogener Nahrung wird das verantwortliche Personal entsprechend geschult. Star of hope Stipendium Für sehr arme Schüler und Schülerinnen aus Familien, die sich sonst die Schulgebühren, das Essensgeld und den etwaigen Transport nicht leisten können, stellt SAT einen Fond für Stipendiaten zur Verfügung. Die Mehrzahl der BildungsunternehmerInnen stammt aus den ländlichen Regionen oder aus den Vorstadtgebieten, und ihre Schulen gehören in der Regel der Kategorie C und D an. Damit ist die Möglichkeit, dass Eltern von Schülern ihre Schulgebühr nicht (regelmäßig) zahlen können, relativ wahrscheinlich. Dieses Problem kann sich schnell zu einem existenziellen Problem für den BildungsunternehmerInnen und seine Schule entwickeln und damit nicht nur den Kredit gefährden, sondern insbesondere die Bildungsoption vieler Schüler gefährden. Deshalb obliegt diesem Aspekt eine ganz besondere Aufmerksamkeit und wird bei den Qualifikationsmaßnahmen intensiv behandelt. 4.4 Erfahrungen von SAT und OID im Bereich "BildungsunternehmerInnen" Durch die bisherigen Erfahrungen ländliche, bzw. Vorstadt-Schulen mithilfe von Kleinkrediten zu unterstützen, möchten beide Organisationen einen signifikanten und 20 Der deduktive Unterricht führt im Gegensatz zur induktiven Unterrichtsmethode von der Regel zum Beispiel, vom Gesetz zur Fallentscheidung. Der Schüler wird vom Allgemeinen zum Besonderen geleitet. Der Schüler wird mit einer allgemein gehaltenen Aussage bekannt gemacht und soll nun den Weg aus den Wolken zurück zur Erde finden. Bei der induktiven Methode wird er auf die Erde gestellt und angewiesen, himmelwärts zu schauen und sich von den Fesseln des Konkreten zu lösen. 21 Durch die induktive Unterrichtsmethode wird die Wahrnehmungswelt des Schülers verarbeitet. Sie ist ein Verfahren, das Einzelerfahrungen durch weitere Elemente, durch negative und positive Beispiele vermehrt, um eine Grundeinsicht zu vermitteln. Besonders bei Kindern und Jugendlichen ist das induktive Verfahren, das zugleich den Weg des entwickelnden Unterrichts darstellt, vorzuziehen, da es von Erfahrung und dem jeweiligen Einzelfall ausgeht und zur Regel, Definition oder anderen Gesetzmäßigkeiten führt. In der Übungsphase wird die Induktion wiederum durch die Deduktion ergänzt, wenn der Beweis für die Richtigkeit der gefundenen Regel durch Übungsaufgaben angetreten wird. 32

33 effektiven Beitrag zur Verbesserung der Bildungsqualität im Land, insbesondere für Schüler aus ärmlichen Verhältnissen beitragen. Viele Erfahrungen, die seit Beginn dieser speziellen Förderung gemacht wurden, wurden teilweise schon durch andere Studien 22 untersucht und aufgearbeitet. Selbstverständlich möchten beide Organisationen zur Verringerung der Analphabetenrate im Land und zur Verbesserung der Bildungsqualität beitragen. Fakt ist, dass die Anzahl der BU, die einen Antrag auf einen Mikrokredit gestellt haben, kontinuierlich ansteigt und die bisher geförderten BU ihre Schulen ebenfalls stetig mit Hilfe weiterer Folgekredite weiterentwickeln, da die Nachfrage seitens der Eltern enorm ist. Insgesamt wurden etwa 441 Kredite bewilligt, mit denen derzeit etwa 400 Schulen in und um Accra und Kumasi herum gefördert werden. Die Fortbildung für die BU (Direktoren) und Lehrkräfte wurde von den Teilnehmern sehr wertgeschätzt und trägt entscheidend dazu bei, dass bisher alle BU ihre Kredite zurückzahlen konnten. Rückzahlungsschwierigkeiten konnten bisher durch Verlängerungen der Kreditlaufzeit gelöst werden. Das Bildungsministerium in Ghana steht den Low Income Private Schools 23 (LIPS) sehr tolerant gegenüber, da es seine eigenen Grenzen sehr wohl erkannt hat und mittlerweile die qualitative und quantitative Bedeutung des Engagements der BU im Bildungssektor evident ist. Leider hat dies bisher noch nicht zu einer verbesserten Unterstützung der Privatschulen z. B. durch Schulmaterial, Bücher und institutionelle Unterstützung geführt. Dieser Programmansatz der Microschools bzw. LIPS wurde mittlerweile in einem speziellen Leitprogramm zusammengefasst. Das Programm berücksichtigt viele Erfahrungen, die Opportunity International Deutschland und seine weltweiten Partner gemacht haben, durch die Bereitstellung von Krediten an BU, die Schulen in Afrika, Asien und Lateinamerika gegründet haben. OID möchte gerne diesen erfolgversprechenden Ansatz in etliche weitere Länder Afrikas und Asiens transponieren. 5 Analyse des Förderansatzes Mikrokredite für BildungsunternehmerInnen 5.1 Relevanz In diesem Kapitel soll die Relevanz des Projektansatzes Kleinkredite für BildungsunternehmerInnen auf drei Ebenen untersucht und beantwortet werden: 1. Die Relevanz des Programms für BildungsunternehmerInnen und Eltern 22 Siehe auch James Tooley und Pauline Dixon, 2006: De facto privatisation of education and the poor: implications of a study from sub-saharan Africa and India; sowie von J.Tooley, 1999: Should the private sector profit from education? The seven virtues of highly effective markets; sowie Edify Annual Report 2011; sowie International Finance Corporation (IFC), 2010: Low Income Private Schools Survey in Ghana; 23 Hierbei bezieht sich der Begriff low income nicht auf das geringe Einkommen der Lehrer oder Besitzer, sondern auf das Niedrigeinkommen der Familien der Kinder. 33

34 2. Die Relevanz des Programms für das Land und das Bildungssystem 3. Die Relevanz für das BMZ Die Relevanz für BildungsunternehmerInnen und Eltern Die Möglichkeit, Zugang zu einem Kleinkredit und einem entsprechendem Begleitprogramm (Fortbildung) für BU zu haben, ist für BU von außerordentlich wichtiger Bedeutung, denn ohne diese Möglichkeit hätte keiner der UnternehmerInnen seine/ihre Schulinitiative starten können. Die Motivation der BU zur Gründung einer Privatschule lag prinzipiell in den folgenden Bereichen: Tabelle 8: Motive der BildungsunternehmerInnen Motivationsbereich Aussagen der BU Alternative zu öffentlichen Zusammenbruch der öffentlichen Schule Schulen schaffen, Entfernung zur nächsten öffentlichen Schule bzw. besseres Schlechter Ruf und Performance der Bildungsangebot bieten öffentlichen Schule Bessere Schulbildung bieten zu können Enttäuscht über Arbeitsbedingungen in öffentlichen Schulen Eigene Vorstellungen von Kindern eine bessere Moral lehren guter Bildung umsetzen Verschiedene ethnische Gruppen zusammenbringen um gegenseitiges Verständnis zu fördern Kinder zu verantwortlichen Mitgliedern der Gesellschaft erziehen Kindern eine bessere Zukunft bieten Unterstützung ländlicher Gemeinde benötigt dringend eine Schule Gemeinden Hilfe für kleinbäuerliche Familien Überwindung von Armut Emotionalität Liebe zu Kindern Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Die BU profitieren von den Instrumenten des Mikrofinanzwesens. Kredite für BU sind in der Regel höher als die üblichen Kleinkredite für Händler, Handwerker oder andere Klienten des informellen Sektors. Das durchschnittliche Kreditvolumen der BU beträgt etwa 2.730, und die BU haben eine durchschnittliche Rückzahlungsfrist von 12,4 Monaten, bei einem jährlichen Zinssatz von 28% auf das Kreditvolumen. Die interviewten BU setzten ihre Kredite ausschließlich für folgende Ausgaben/Vorhaben ein, um die Aufnahmekapazität und Attraktivität der Schule zu steigern und damit weitere Schüler aufnehmen zu können: 34

35 Tabelle 9: Verwendung der Kredite Verwendung des Kredites % Anteil der IFC evaluierten Schulen Vergleichsstudie 24 Bau von Klassenräumen 76% 80% Allgemeine Renovierung und Wartung 46% 48% Schulbus/Transport 53% 42% Ausstattung mit Schulmaterial 18% 16% Schulmöbel 18% 23% Laufende Kosten 0% 17% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Durch ihr kommunales Engagement mit der Gründung einer Schule, gewinnen die BU eine zunehmend wichtige Funktion in der Zivilgesellschaft. Sowohl von den interviewten Eltern, als auch von Mitarbeitern des Ministeriums für Bildung, wurde das Engagement der BU sehr positiv bewertet. Faktoren, die Eltern berücksichtigten, wenn sie ihre Kinder auf die Privatschule schicken, sind in folgender Tabelle wiedergegeben: Tabelle 10: Einflussfaktoren zur Wahl der Privatschule Einflussfaktoren % Anteil der evaluierten Schulen IFC Vergleichsstudie Bessere Unterrichtsqualität (Englisch, Computer) 92% - Qualität der Lehrer 53% 10% Bessere Ethik und Moral 38% - Kinder sind besser beaufsichtigt 76% - Höhe der Schulgebühr 0% 1% Eltern können Qualität einfordern, da sie dafür bezahlen 23% - Entfernung zur Schule (Schulweg) 84% 18% Kinder haben bessere Zukunftschancen 92% - Ruf der Schule (Performance) 92% 42% Eltern können besser eigenem Broterwerb nachgehen 61% - Andere 5% 5% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Die starke Nachfrage nach privatorganisiertem Unterricht seitens der Eltern, besonders im ländlichen Raum, kann für sich schon als starker Indikator gewertet werden, dass diese Schulen seitens der Elternschaft als wichtig und relevant erachtet werden. Offensichtlich bildet sich ein Bewusstsein in der Elternschaft, bezüglich einer guten und effektiven Grundbildung für Kinder. Alle befragten Eltern waren überzeugt davon, dass sich dies maßgeblich auf eine bessere Zukunft der eigenen Kinder auswirken und damit die Armut der gesamten Familie verringert wird. Das Argument, dass die Schulgebühr der 24 IFC; Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools;

36 Privatschulen besonders die Kinder der ärmsten Familien von einem Bildungsangebot abhalten wird, wurde von den Befragten nicht akzeptiert. Ihre Antwort darauf war: Jeder Bauer oder Handwerker hier, der wirklich ein Interesse an der Zukunft seiner Kinder hat, ist in der Lage, das Schulgeld zu verdienen. Sei es auf dem Feld oder durch andere Tätigkeiten. Schwierigkeiten treten bei Familien mit besonders vielen Kindern oder bei Familien mit sozialen Problemen, wie Alkoholismus auf. Schulen bieten Stipendien, bzw. andere Lösungen an, um momentane Zahlungsschwierigkeiten überwinden zu helfen. Die Tatsache, dass Eltern für eine bezahlte Leistung auch Betreuungs-Qualität für ihre Kinder einfordern können (zum Beispiel keine Prügelstrafen in der Schule), ist dabei bezeichnend für ein wachsendes Selbstbewusstsein der Elternschaft Relevanz für das Land und das Bildungssystem Obwohl die ghanaische Verfassung jedem Kind das Recht auf freie Grundbildung garantiert, ist der Mangel an Schulen und qualitativer Bildung offensichtlich. Schätzungsweise 18 % aller Kinder 25 im schulfähigen Alter besuchen keine oder selten eine Schule. Die Bildungsqualität der staatlichen Schulen in Ghana wird selbst von Mitarbeitern des Bildungsministeriums als unzureichend eingestuft. Dies resultiert aus verschiedenen Ursachen. Allgemein leiden die staatlichen Schulen unter einer fehlenden Supervision, bzw. einem stringent durchgeführten Schulmanagement (Direktorat). Lehrer mit einer qualifizierten Ausbildung, die dafür in Frage kommen, haben viel in ihre Ausbildung investiert und betrachten die Unterrichtsbedingungen an den staatlichen Schulen als eine Zumutung, die von Lehrern und ehemaligen Lehrern wie folgt beschrieben wurden: Tabelle 11: Ursachen der schwachen Performance öffentlicher Schulen Ursachen der schwachen Performance öffentlicher Schulen Klassengrößen bis zu 70 Kinder pro Klasse Schüler besitzen keine Disziplin Effektiver Unterricht kaum möglich Aufrechterhalten einer positiven Lernatmosphäre bedeutet eine immense disziplinarische Herausforderung (häufig Prügelstrafe) Schichtunterricht (vormittags werden die jüngeren Klassen, nachmittags die älteren Klassen unterrichtet) Ländliches Umfeld ist unattraktiv für studierte Lehrer Mangel an Schulmaterial (Kreide, Stifte und Lehrmaterial) Keine Unterstützung seitens der Schulbehörde Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar UNESCO UIS Data, World Bank and World Development Indicators database 36

37 Privatschulen stellen im Durchschnitt etwa 25% aller Schulen im Vorschul-, bzw. Grundschulbereich. Bei den Berufsschulen sind es sogar 55% aller Ausbildungsstätten. 26 Hinzu kommt, dass Ghana seit mehreren Jahren ein starkes Wachstum im Privatschulsektor erlebt, das mit circa 7% 27 jährlich angegeben wird und sich voraussichtlich noch steigern wird. Dies ist ebenfalls ein deutlicher Indikator, wie wichtig die Privatschulen für das Land und das Bildungssystem sind Relevanz für das BMZ Der Bildungssektor in Ghana gehört nicht explizit zu den Förderschwerpunkten des BMZ, sehr wohl aber die Förderung der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung durch Unterstützung von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen, sowie verbesserter Zugang zu Finanzdienstleistungen, z.b. in Form von Mikrokrediten. BU sind sicherlich noch eine exotische Gruppe innerhalb der Kleinunternehmer, aber tragen deutlich zu einer besseren Bildungsqualität im Bildungssystem des Landes bei, wie in Kapitel 5.2 Wirkung ausführlich dargestellt ist. Darüber hinaus hat die UNESCO Bildung für alle, bzw. Education for All (EFA) als ein übergeordnetes Ziel definiert. Auf dem Weltbildungsforum 2000 in Dakar haben sich 164 Länder, darunter Deutschland und Ghana, verpflichtet, die EFA-Ziele 28, die dort definiert wurden, bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Die Idee von EFA beschränkt sich jedoch nicht auf die Erreichung von universaler Grundschulbildung wie es die Millenniumsentwicklungsziele tun sondern strebt einen umfassenden Bildungsansatz für alle Altersgruppen als Grundvoraussetzung für persönliche Entwicklung an. Der Aktionsplan von Dakar sieht vor, dass Regierungen, UN-Organisationen, NGOs und die Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Die BildungsunternehmerInnen und ihre Privatschulen leisten besonders im ländlichen Raum, als auch in den Vorstädten einen signifikanten Beitrag zu den EFA Zielen, wie z.b. Verbesserung der frühkindlichen Betreuung und Erziehung, Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen (life skills), Ausgleich der Geschlechterdisparitäten, sowie Bekräftigung von Qualität als Priorität bei allen Bildungsanstrengungen. 26 Siehe Tabelle 2, S IFC/CDC Consult Limited, 2010: Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools, S Ausweitung und Verbesserung der frühkindlichen Betreuung und Erziehung, insbesondere für gefährdete und benachteiligte Kleinkinder 2. Einführung der kostenfreien Grundschulpflicht bis 2015 für alle Kinder, Jungen und Mädchen 3. Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen durch Zugang zu Lernangeboten und Training von Basisqualifikationen ("life skills") 4. Reduzierung der Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte bis zum Jahr 2015 sowie Sicherung eines angemessenen Grundbildungsniveaus für Erwachsene 5. Ausgleich der Geschlechterdisparitäten im Bildungswesen insgesamt bis Bekräftigung von Qualität als Priorität bei allen Bildungsanstrengungen, um zu nachweisbaren Lernergebnissen sowohl im Bereich der Basisqualifikationen als auch im Lesen, Schreiben und Rechnen zu kommen 37

38 Letztendlich passt die Förderung der BU auch zur Bildungsstrategie des BMZ 29, denn die BU in Ghana stellen mittlerweile etwa ¼ aller Schulen und helfen Bildungsarmut zu überwinden und Qualität und Zugang zu Grundbildung zu verbessern. Die LIPS stellen einen innovativen Bildungsansatz dar, alle wichtigen Akteure sind involviert und sind Teil der Privatwirtschaft. Sie steigern sowohl die Qualität von Bildung, als auch die Relevanz und Sichtbarkeit von Bildung. 5.2 Wirkung Unter Wirkung wird in diesem Kapitel eher die kurz- und mittelfristige Wirkung reflektiert, die im Englischen auch als Outcome bezeichnet wird. Langfristige Wirkungen, wie z. B. tatsächliche Reduzierung von Armut insbesondere in ländlichen Gegenden aufgrund verbesserter Bildungsabschlüsse der Kinder oder signifikante Senkung der Analphabetenrate können sicher erst mit einer Langzeitstudie nachgewiesen werden. Kurz bzw. mittelfristige Wirkungen können grundsätzlich in den folgenden Bereichen festgestellt werden: Verbesserte Bildung Aufhebung der Geschlechterdisparität Armenförderung, Zugang für Schüler aus den ärmsten Bevölkerungsschichten Schaffung von zusätzlichen (langfristigen) Arbeitsplätzen Verbesserte Bildung Viele Privatschulen in Ghana sind schon älter als 10 Jahre. Der Dachverband der Privatschulen GNAPs hat festgestellt, dass über 80% der erfolgreichen BECE Absolventen aus den Privatschulen kommen. Die privaten Schulen spielen mittlerweile eine wichtige Rolle bei der Grundbildung im Land. Nachfolgende Tabelle zeigt, dass etwa 30% mehr der Schüler von Privatschulen der Kategorie C und D, den low income private schools ihren erfolgreichen Abschluss (BECE) machen, als ihre Altersgenossen von den öffentlichen Schulen. Dies verwundert nicht, bedenkt man die Umstände und Bedingungen an den öffentlichen Schulen. Tabelle 12: BECE Absolventen im Vergleich 30 Schultyp 2007/ /2009 Privatschulen der Kategorie C und D 98.0% 96,8% Öffentliche Schulen 62.2% 62.4% Grundsätzlich überwachten alle evaluierten Schulen dieser Studie die Lernfortschritte ihrer Schüler auf teils sehr unterschiedliche Art. Dazu dienten die Abschluss-Tests jeweils am Ende eines terms als auch die Anzahl der Kinder, die am Schuljahrsende versetzt 29 Siehe BMZ Bildungsstrategie , Zehn Ziele für Bildung;

39 werden. 31% der befragten Schulen bieten den Schülerinnen und Schülern, insbesondere mit schlechten Noten, einen Förderunterricht an, der allerdings extra bezahlt werden muss. Bei der Auswertung der Antworten der Eltern zur Frage der Bildungsqualität ihrer Schule, wurden folgende Aussagen gemacht: Tabelle 13: Qualitätsindikatoren der Eltern bezgl. der Bildungsqualität an LIPS Qualitätsindikator Nennung in % Mehr Kinder erreichen BECE (JHS III Abschluss) 69% Kinder können nach der ersten Klasse Lesen und Schreiben 84% Kinder sprechen ab der ersten Klasse Englisch 92% Kinder bekommen Hausaufgaben auf 77% Kinder werden weniger geschlagen 38% Kinder sind motiviert und fleißig 84% Kinder besitzen eine gute Arbeitsmoral 84% Kinder beteiligen sich mehr an Familien-Themen 23% Kinder lesen ihren Eltern die Bibel vor 15% Kinder kommen sauber nach Hause 15% Kinder respektieren ihre Eltern 62% Kinder lernen Manieren und Benehmen 77% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Wettkampfveranstaltungen unter den verschiedenen Schulen in einem Distrikt werden regelmäßig veranstaltet, bei denen sich Schüler mit Schülern aus anderen Schulen messen können. Dazu werden auch die Privatschulen eingeladen, die dies auch als Werbeveranstaltung für ihre Schule nutzen. Hierbei finden Turniere im Buchstabieren und Kopfrechnen, zu naturwissenschaftliche Fragen, aber auch zu Allgemeinbildung und tagesaktuellen Themen statt. Letztendlich folgert daraus auch ein Ranking der Schulen und dient gewissermaßen als Leistungskontrolle für die Schulen, Lehrer, BildungsunternehmerInnen und Eltern. Darüber hinaus weckt es den Ehrgeiz der Schüler und motiviert sie. Man kann davon ausgehen, dass sowohl die Qualifikation der Lehrer, als auch die Personalfluktuation an den LIPS sicherlich maßgebend die Qualität des Unterrichts mitbestimmen. Aus nachfolgender Tabelle wird ersichtlich, dass die Mehrheit der Lehrer an den LIPS junge Menschen mit Senior High School Qualifikation (SHS) sind. Ein Großteil des unterrichtenden Personals absolviert damit seinen National Service, bzw. nutzt die Zeit für ein erstes Einkommen. Tabelle 14: Qualifikation der Lehrer an den Privatschulen Schule SHS Qualifikation Hilfslehrer Lehrer mit Diplom Universitätsabschluss Vorschule 95% 27% 23% 19% Primary-school 89% 28% 21% 17% JHS 74% 32% 37% 38% Quelle: IFC, Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools,

40 Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die Personalfluktuation in den LIPS sehr hoch ist. Tatsächlich liegt sie höher als in den öffentlichen Schulen, aber beträgt Angaben zu Folge nur um die 9-11% 31 an den LIPS. In der aktuellen Umfrage bezeichneten 23% der LIPS- Betreiber ihre Personalfluktuation als hoch, 46% als mittel und 31% als niedrig. Das Training durch SAT wurde vom Lehrpersonal sehr geschätzt und scheint sich offensichtlich positiv auf die Unterrichtsqualität ausgewirkt zu haben. Auch die Tatsache, dass in den LIPS im Durchschnitt 22 Schüler auf einen Lehrer kommen, trägt sicher dazu bei, dass Lehrer besser auf die Schüler eingehen können, als dies an den öffentlichen Schulen der Fall ist. Die gesündere und ausgewogenere Ernährung für die Schulkinder verbessert die Konzentrationsfähigkeit der Schüler und erhöht die Attraktivität der Schule für die Eltern, laut Aussagen von Eltern und Lehrern. Ferner sind durch die Bereitstellung von Schulbussen bzw. Schultransport viele Schulen besser erreichbar, besonders für viele Schüler in den Vororten und im ländlichen Raum. Dies trägt auch zu einer Erhöhung der Einschulungsquote bei und steigert zusätzlich die Attraktivität der Schule. Aufhebung der Geschlechterdisparität Eine weitere wichtige Wirkung der durch Kleinkredite geförderten Privatschulen ist, dass sie Mädchen eine ebenso hohe Chance auf eine Ausbildung bieten wie Jungen. Siehe dazu Tabelle 12: Tabelle 15: Geschlechterverhältnis an Privat- und öffentlichen Schulen im Vergleich Schultyp Mädchenanteil Jungenanteil Privatschule Typ C & D 55% 45% Öffentliche Schule 49,5% 50,5% Quelle: Ghana National Statistics, 2010 Dies ist besonders oft an den öffentlichen Schulen nicht der Fall, da i.d.r. die Aufsicht in den öffentlichen Schulen in Ghana schlecht organisiert ist und Mädchen von daher öfter ohne ausreichenden Schutz dastehen. Allgemein stellen laut UN Angaben Mädchen in Afrika de facto zwei Drittel derer dar, denen eine grundlegende Ausbildung verwehrt wird. Hieraus resultiert, dass heute etwa 75 Prozent der Analphabeten in Afrika Frauen sind. Die Anwesenheit der Kinder in der Schule besitzt eine direkt Verbindung zu verstärktem Schutz der Kinder (insbesondere Mädchen) vor Ausbeutung, da wohlbehütete Kinder weniger erreichbar und verwundbar sind durch Misshandlungen, Kinderarbeit und Kinderprostitution. Zudem bekommen die Schulleiter und Lehrer bei ihren Fortbildungslehrgängen auch Unterrichtsmaterialien an die Hand, das genderspezifische Themen und Ungerechtigkeiten gegenüber Mädchen aufgreift. 31 IFC: Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools,

41 Viele Eltern berichteten, dass sie sich sicherer dabei fühlen, wenn sie (besonders) ihre Töchter auf die Privatschulen schicken, da sie sicher gehen können, dass das Schulpersonal seine Aufsichtspflicht sehr ernst nimmt. Dies hilft den Diskriminierungskreislauf zu durchbrechen, der oft gegen Mädchen besteht. Darüber hinaus entlastet es letztendlich auch die Eltern und verschafft ihnen die Möglichkeit, sich besser um ihre eigenen Erwerbsmöglichkeiten zu kümmern. Armenförderung, Zugang für Schüler aus den ärmsten Bevölkerungsschichten Laut dieser Studie haben an den LIPS im Durchschnitt etwa 17% der Eltern der Schülerschaft Schwierigkeiten das Schulgeld regelmäßig zu zahlen. Tabelle 16: Anteil der Eltern mit Problemen bei der Schulgeldbezahlung pro Schule Familien mit Schulgeldprobleme Schulen in Prozent Bis zu 5% der Elternschaft 15,3% Bis zu 15 % der Elternschaft 38,5% Bis zu 25% der Elternschaft 30,8% Mehr als 25% der Elternschaft 15,4% Im Durchschnitt 17,0% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Bei Erhebungen, die zum Thema Durchschnittseinkommen der Eltern durchgeführt wurden, war es schwierig das Durchschnittsgehalt der Eltern zu ermitteln, da viele Eltern der LIPS eher tagesweise als monatsweise rechnen. Im Durchschnitt haben schätzungsweise 45,5% der Eltern der LIPS ein Monatseinkommen, das unter 75 pro Monat liegt. 39,5% haben ein Einkommen zwischen im Monat. Demnach geben Eltern mit einem durchschnittlichen Einkommen bis zu 75 /Monat circa 48% und mehr ihres Einkommens davon für die Bildung ihrer Kinder aus. Bei der nächsthöheren Einkommensgruppe liegen die familiären Ausgaben für Bildung der Kinder bei circa 28-48% 32. Bei der aktuellen Befragung der Eltern hat kein Elternteil zugeben wollen, dass sie aus Kostengründen nur ein Kind ihrer Familie auf die Privatschule schicken können. Dennoch gaben circa 15,6% der Eltern an, sie würden Familien kennen, bei denen das der Fall wäre. Ähnlich war es bei der Frage, ob sie Familien kennen würden, die aus Kostengründen ihre Kinder von der Schule genommen hätten. Dies haben 12,5% der befragten Eltern bestätigt, die aber gleich anfügten, dass noch andere soziale Gründe dabei eine Rolle gespielt hätten, wie Alkoholismus, häusliche Gewalt und ähnliches. Alle befragten Eltern mochten die Hypothese, dass das Schulgeld die Kinder der ärmsten Familien von einer guten Schulbildung ausschließt, nicht bestätigen. Viele verwiesen darauf, dass das Schulgeld eine gute Investition sei. Auch in die eigene Familie, denn 32 IFC, Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools,

42 Kinder mit einer guten Grundbildung würden später auch eher besser bezahlte Arbeit finden oder studieren können und somit später die Familie unterstützen können. Außerdem verwiesen die befragten Eltern auf die existierenden Unterstützungsmöglichkeiten, die von jeder Schule individuell angeboten werden. Nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick, wie die Betreiber der LIPS mit diesem Problem umgehen: Tabelle 17: Unterstützungsvarianten für benachteiligte Schüler Unterstützungsvarianten benachteiligter Schüler Praktiziert an den Schulen in % Stipendium 100% Besonders gute Schüler aus ärmsten Verhältnissen zahlen kein Schulgeld 23% Schulgeld wird teilweise gestundet 92% Tägliches/Wöchentliches Einsammeln des Schulgeldes 84% Individuelle Regelung 92% Kann an der Schule teilweise abgearbeitet werden 31% Vergünstigungen für Mitarbeiter 54% Maximal drei Kinder pro Familie zahlen Schulgeld, jedes weitere Kind ist frei 38% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Aus den Interviews kann gefolgert werden, dass alle BU ein großes soziales Engagement und Verantwortungsbewusstsein verfügen und offensichtlich keine Kinder der Schule verwiesen, weil ihre Eltern das Schulgeld nicht zahlen konnten. Schaffung von Arbeitsplätzen Die untersuchten Schulen der BU hatten im Durchschnitt 13 Lehrer als Vollzeitkräfte, eine Lehrkraft als Teilzeit und einen Fahrer, bzw. eine Köchin als 2 Vollzeitstellen eingestellt. Hinter den circa 400 Schulen, die durch SAT betreut werden, stehen damit mehr als Vollzeitstellen und 400 Teilzeitstellen. Im ganzen Land existieren über Privatschulen, die über Arbeitsplätze geschaffen haben. Trotz der Personalfluktuation sind dies alles geplante Langzeitarbeitsstellen. Mit Hinblick auf die steigende Nachfrage nach Privatschulen, erscheint das Potential der Schaffung von Arbeitsplätzen insbesondere für junge Menschen sehr groß zu sein. Nicht zuletzt haben Eltern im ländlichen Raum zum ersten Mal in ihrem Leben die Option, zwischen zwei echten Bildungsalternativen zu wählen. Und viele Eltern entscheiden sich bewusst für die Privatschulen und das Schulgeld, weil sie damit auch Forderungen stellen können, z.b. der Art, dass sie nicht möchten, dass ihre Kinder durch Prügelstrafen diszipliniert werden, bzw. dass sie wirklich Englisch lernen. Diese Form könnte man auch als eine Art Qualitätsmanagement bezeichnen und wird vom Autor als besonders beachtungswürdig betrachtet, denn normalerweise haben besonders die ärmsten Menschen in Afrika keine Möglichkeit, Qualität einzufordern. 42

43 Mit Hinblick auf die Effekte, als da zu nennen sind die überdurchschnittliche Quote der BECE-Abschlüsse, die offensichtlich bessere Qualität der Bildung und der verbesserten Geschlechterdisparität, aber auch die Option von Bildungsangeboten und die Möglichkeit, Qualität und gute Fürsorge für die Kinder seitens der Eltern einzufordern, ist der Ansatz der Förderung von BildungsunternehmerInnen in Ghana als beispielhaft zu bezeichnen. 5.3 Nachhaltigkeit/Wertschöpfung Im folgenden Kapitel sollen sowohl die Nachhaltigkeit der Finanzierung (Mikrokredit- Fonds) und die Vergabe der Mikrokredite an BU, als auch die Nachhaltigkeit der Förderung der low income schools insgesamt analysiert werden. Sinapi Aba Trust und Opportunity International Deutschland haben mittlerweile viel Erfahrung mit der Förderung von BU. Unterstützt durch die beiden anderen amerikanischen Förderer EDIFY und IDP, die auch schon komplexere Studien durchgeführt haben, gibt es mittlerweile ausreichend Material, um die Nachhaltigkeit der Mikrokreditvergabe einschätzen zu können. SAT geht bei der Vergabe der Kredite sehr behutsam vor und folgt auch bei den BU den Regeln für Erstklienten, nämlich erst mit kleinen Krediten und kürzeren Laufzeiten anzufangen. Damit werden Kunden nicht überfordert, gleichzeitig wird aber auch das Risiko des Kreditausfalls klein gehalten. Die intensive Betreuung der BU und ihrer Mitarbeiter trägt maßgeblich dazu bei, dass die LIPS einen guten Start bekommen, ihre Reputation ausbauen können und damit am Markt bestehen können. Insgesamt rechnet SAT mit seinem umfassenden Kreditprogramm mit einer Kreditausfallrate von nur 3%. Die werden bei den BU nicht erreicht, da hier i.d.r. mit der Privatschule ein komplexeres Gebilde im Hintergrund steht, das auf mehreren Schultern ruht (BildungsunternehmerInnen, Lehrer, Eltern und Gemeinde) und daher nicht so schnell bankrottgeht. BU mit Zahlungsschwierigkeiten wird i.d.r. Kreditlaufzeitverlängerung gewährt, verbunden mit einer Analyse der Einkommenssituation. Für die Bewertung der Nachhaltigkeit der Schulen, sprich den Fortbestand der LIPS, soll die nachfolgende Tabelle behilflich sein. Um eine Prognose für die Zukunft zu wagen, soll zunächst einmal ein Blick in die Vergangenheit geworfen werden. Hier wird deutlich, dass die Mehrheit der LIPS über 5 Jahre existiert, 50% sogar älter sind als 10 Jahre. In der vorliegenden Studie lag das Durchschnittsalter der Schulen bei 10,4 Jahren. Tabelle 18: Alter der evaluierten Schulen im Vergleich Unter 5 Jahre 5 10 Jahre Älter als 10 Jahre Aktuelle Studie IFC Studie Aktuelle Studie IFC Studie Aktuelle Studie IFC Studie 15% 3% 46% 6% 38% 50% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 & IFC Studie,

44 Wie aus dieser Tabelle ersichtlich, sind über ⅔ der LIPS älter als 5 Jahre und können damit als etabliert betrachtet werden. Bisher haben alle von SAT geförderte LIPS überlebt und konnten ihr Programm sukzessive ausbauen. Aus der Tatsache, dass offensichtlich mehr Schüler der LIPS als Schüler von öffentlichen Schulen den Abschluss (BECE) nach der JHS machen und anscheinend auch über eine bessere Bildungsqualität verfügen, legt die Schlussfolgerung nahe, dass sie auch versuchen werden, den Senior High School Abschluss zu erreichen. Die Senior High School kostet grundsätzlich Schulgebühren. Letztendlich aber sind LIPS-Schüler gewohnt, Schulgeld zu bezahlen. Kritisch zu betrachten ist die Tatsache, dass viele BU und Eigentümer von Privatschulen keinen Stellvertreter haben und damit die Schule grundsätzlich gefährdet ist, im Falle dass die BU ihre Schule nicht mehr führen können. Hier haben nur wenig BU Vorsorge getroffen. Insgesamt wird die Nachhaltigkeit dieses Projektansatzes sehr positiv bewertet, da bisher die Kreditausfallrate bei den BU gleich Null ist, und durch das Kreditsystem an sich eine Wertschöpfung gegeben ist, die durch die hohe Eigen- und Haftungsverantwortung der BU unterstützt wird. 5.4 Effektivität Die Untersuchung der Qualität und Wirksamkeit von Bildungsprozessen und -institutionen ist eine komplexe Frage, bei der die Konzeptualisierung, Messung und Bewertung von Bildungsqualität, die empirische Analyse der institutionellen Bedingungen, sowie Entwicklung und Evaluation von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung im Bildungswesen im Mittelpunkt stehen. Dazu ist ein gut organisiertes Monitoring-System notwendig, das alle relevanten Daten systematisch und regelmäßig sammelt und auswertet. Weder die Schulaufsichtsbehörde, noch die Privatschulen, noch die MFI Organisationen sind derzeit dazu in der Lage. Damit können Aussagen über die Effektivität sich nur auf sogenannte Proxy-Indikatoren stützen, wie Anzahl der erreichten BECE-Abschlüsse, Wachstum der Schülerzahl und Einschreibungsraten neuer Schüler, insbesondere im ländlichen Raum, und letztendlich auch Anzahl der eventuell gescheiterten Privatschulen. Dennoch wird aus den Daten und Fakten deutlich, wie in Tabelle 10 dargestellt, dass Schüler der LIPS um fast 36% besser abschneiden als Schüler öffentlicher Schulen. Dies bedeutet nicht, dass die Pädagogik, Lehrmethoden und Förderung der Schulkinder optimal sind, aber offensichtlich deutlich besser als an öffentlichen Schulen. Angaben des Education Management Information System, Ghana zufolge verzeichneten privat geführte Grundschulen im Zeitraum 2006/2007 bis 2008/2009 ein Schülerwachstum von 26%, während staatliche Schulen im selben Zeitraum nur um 9% 44

45 zulegten. Die IFC-Studie gibt an 33, dass im akademischen Jahr 2009/2010 circa 73% eines Schülerjahrgangs sich bei den Privatschulen angemeldet haben. Tatsächlich aufnehmen konnten die Privatschulen aber nur 6% mehr, was darauf zurückzuführen ist, dass viele LIPS nicht über genügend Klassenräume verfügen. (Siehe auch Tabelle 7: Verwendung der Kredite). Auch die Gender Komposition an den LIPS zeigt, dass Mädchen hier eine gute Chance haben auf eine gute Grundbildung und dass diese Chance von den Eltern auch wahrgenommen wird. Gleichzeitig mit der Einschreibungsquote ist die Rate der Schulaussteiger bzw. abbrecher (drop out ratio) ein wichtiger Faktor. Dieser Faktor kann als Indikator genommen werden, ob und inwieweit die BU etwas dafür tun, dass die Schüler an ihrer Schule bleiben. Folgende Daten wurden dazu von IFC erhoben: Tabelle 19: Rate der Schulabbrecher Schulabbrecher (drop out ratio) % der Schulen Unter 5% 55% 5% - 10% 26% 11% - 15% 7% Mehr als 16% 7% Quelle: IFC, Final Ghana Country Report, 2010 Wie oben veranschaulicht haben circa 81 % der von IFC untersuchten Schulen eine Schulabgänger-Rate von unter 10%. In der aktuellen Studie haben 92% der BU ihre drop out Rate mit unter 3% angegeben. Ein BU musste mit seiner Schule umziehen, da die ursprünglichen Verhältnisse nicht mehr ausreichten. Dieser Umzug hatte auch zur Folge, dass viele Eltern ihre Schüler abgemeldet hatten, weil damit der Schulweg für die Kinder zu weit geworden war. Als Hauptursache für das Weggehen der Schüler gaben die BU das Wegziehen der Familie aus Jobgründen an. Auch in Ghana findet man Wachstum und Jobangebote nur in den größeren Städten, sodass viele Familien dazu gezwungen sind, öfter ihr Zuhause zu wechseln. In der oben zitierten Studie von IFC von 2010 wurden folgende Gründe aufgezählt: Tabelle 20: Gründe für den Schulausstieg aus LIPS Grund % Eltern können kein Schulgeld bezahlen 63,9 Eltern sind weg gezogen 63,2 Schüler sind an eine andere Schule gewechselt 23,5 Schulweg ist zu lang 15,4 Quelle: IFC, Final Ghana Country Report, 2010 Demnach ist das Schulgeld der erste Grund, dass Kinder die Schule verlassen, dicht gefolgt vom Umzug der Familie, als zweiter Grund. 33 IFC, Final Ghana Country Report, 2010, S

46 Fast alle BU haben individuelle Lösungen entwickelt (Siehe auch Tabelle 15), wie sie die Last des Schulgeldes für die Eltern erträglicher gestalten kann, z.b. indem sie das Schulgeld täglich einsammeln. Damit müssen die Eltern nicht größere Beträge auf einen Schlag bezahlen. Stipendien, Rabatte und das zeitweise Stunden des Schulgeldes hilft die Schüler an der Schule zu halten. Sicherlich ist dies nur in eingeschränktem Maße möglich. Mehr dazu im Kapitel Empfehlungen. Die Summe der untersuchten Schulen in dieser Studie ist sicher nur eingeschränkt repräsentativ. Dennoch kann man feststellen, dass SAT die BU unterstützt und durch Fortbildungsmaßnahmen stärkt, um die Quote der Schulabgänger möglichst gering zu halten und dass das Bildungsangebot für die Kinder, besonders aus den ärmeren Familien, Priorität hat vor der Gewinnmaximierung, bzw. der Kreditrückzahlung. Die Privatschulen obliegen der staatlichen Kontrollfunktion. Sie werden durch die ghanaische Schulaufsichtsbehörde (Ghana Education Service) kontrolliert. Leider verfügt diese Behörde anscheinend nicht über ausreichende Mittel, sodass es eher die Privatschulen sind, die den Kontakt zur Behörde suchen, um sich registrieren, bzw. akkreditieren zu lassen. Mit der Akkreditierung geht die Kategorisierung (A-D) der Schule einher. Die LIPS orientieren sich durchgängig am Kurrikulum der öffentlichen Schulen und bemühen sich auch die gleichen Schulbücher zu verwenden. Allerdings müssen die Privatschulen die Bücher selber finanzieren, während die öffentlichen Schulen das Material größtenteils gestellt bekommt. Mit der Registrierung und Akkreditierung der LIPS ist auch sichergestellt, dass die an der Schule erworbenen Abschlüsse staatlich anerkannt sind und auch zum Besuch weiterführender Schulen berechtigt. Da offensichtlich die Bildungsqualität an den LIPS besser ist, als an staatlichen Schulen, sind es eher die LIPS, die die Abschlüsse der Neuzugänge durch Tests überprüfen und i.d.r. die Kinder zurückstufen müssen. Abschließend soll zur weiteren Bewertung der Effektivität des Projektansatzes Förderung von BU mit Mikrokrediten, eine generelle Stärken-Schwächen-Analyse angeführt werden. Folgendes Schaubild stellt die evaluierten und beobachteten Stärken und Schwächen einander gegenüber: Tabelle 21: Stärken und Schwächenanalyse Stärken Ausgeprägte soziale Verantwortung (corporate social responsibility) Sehr hohe Eigenverantwortung (ownership) Unmittelbare Qualitätsverpflichtung und Qualitätskontrolle Kurz- und mittelfristige Wirkung und Effekte (Schulkinder mit Abschluss, gute Betreuung und Aufsicht, hoher Kinderschutz) Langsames, aber kontinuierliches Wachstum Schwächen Hohe Abhängigkeit vom Schulgeld Hohe soziale Belastung Häufige Personalfluktuation Schulausstattung (Mobiliar, Klassenraumgestaltung, Lehrmaterial, und Sanitärausstattung) entspricht selten allgemeinen Schulstandards Zu langsame Erreichung von baulichen Standards 46

47 Einkommensschaffend Kaum staatliche Unterstützung Verbesserung der Geschlechterdisparität Politischer Rahmen ungeklärt Hohe Nachhaltigkeit Stark Einzelpersonenabhängig Hohe Effizienz Unzureichende Lehrergehälter Keine Nehmermentalität Großer logistischer Aufwand Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Zur Vervollständigung der Stärken-Schwächen-Analyse sollen nachfolgend auch die Risiken und Annahmen erwähnt sein: Tabelle 22: Risiken und Annahmen Risiken Schulgeldausfall über 20% Annahmen Bildungsqualität der LIPS bleibt bzw. steigert sich Defizitäre Teilbereiche wie Schülertransport, Regierung bleibt den LIPS wohlgesonnen bzw. Schulspeisung Probleme mit Landtitel für den Baugrund der Mikrokreditprogramme bleiben verfügbar Schule Staatlich gezahlte Kopfpauschalen für Schüler Keine wesentlichen Verbesserungen des an öffentlichen Schulen staatlichen Schulwesens Mangel an Lehrern Alleinverantwortung liegt beim BU Verschlechterung der Einkommenssituation der Eltern Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Insgesamt betrachtet kann sowohl dem Projektansatz der mikrokreditgeförderten LIPS, als auch den durchführenden BU eine sehr gute Effektivität bescheinigt werden. 5.5 Effizienz Im Kapitel Effizienz soll die Schuleinkommensstruktur, die Ausgabenstruktur der Schulen, die durchschnittliche Investition pro SchülerIn des Mikrokredit-Programms und der voraussichtliche Finanzbedarf pro Schule analysiert und bewertet werden. Schuleinkommensstruktur In der Regel wird soll das Schulgeld zu Beginn eines Schulterms bezahlt werden. Aufgrund des wirtschaftlichen Hintergrundes der Eltern kann das Schulgeld an manchen Schulen auch tagesweise bezahlt werden. Das heißt nicht, dass die SchülerInnen an Tagen, an denen die Eltern nicht zahlen können, nicht zur Schule kommen dürfen. Das tägliche Schulgeld hilft den armen Familien, die i.d.r. kein regelmäßiges Einkommen und auch kein Bankkonto haben, diese Summe eher täglich bereitstellen zu können, als die Gesamtsumme. Das durchschnittliche Schulgeld beläuft sich auf ca. 1,41 GHS 34 pro Tag. Das sind umgerechnet circa 0,65 Eurocent und beinhaltet das Schul-, Kantinen- und das Transportgeld. Dabei kann man sagen, dass das Gesamtschulgeld sich zu je einem Drittel auf die Schulgebühr, ein Drittel auf Kantinenkosten und einem Drittel auf Transportkosten aufteilt. Insgesamt variiert das Schulgeld sehr stark. 34 GHS= Ghanaischer Neuer Cedi (Umrechnungskurs 1 = GHS, Stand 7.Februar 2012) 47

48 Als Faustregel gilt: je ländlicher eine Schule liegt, desto niedriger ist das Schulgeld. Normalerweise ist das Schulgeld für die Vorschule geringer als für die Grundschule (Primary). Dieses wiederum ist i.d.r. geringer als für die Mittelstufe (JHS). In der folgenden Tabelle sind die einzelnen Schulgelder pro Schulstufe aufgelistet (inklusive der Bandbreite) und werden mit Angaben aus der IFC-Studie verglichen: Tabelle 23: Durchschnittliches Schulgeld Schullevel Vorschule (Krabbelgruppe, Krippe, Kindergarten I+II) Grundschule (Primary School I-VI) Ø Schulgeld /Trimester in GHS Ø Schulgeld / Trimester in Von / bis in GHS Ø Schulgeld IFC-Studie 23,75 10, ,59 32,15 14, ,76 Mittelstufe (JHS) 27,90 12, ,14 Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 In der Tabelle fällt auf, dass das Schulgeld für die JHS geringer ist als das für die Grundschule. Das liegt daran, dass in dieser Studie nur 38% der untersuchten Schulen die JHS anbieten konnten und allesamt im ländlichen Raum lagen und ihre Schulgebühr daher unter den normalen Sätzen liegt. Der durchschnittliche Umsatz pro evaluierter Schule und Monat, mit einer durchschnittlichen Schülerzahl von 279 Schülern 35, liegt bei 7.816,10 GHS (3.571,77 ), mit einer Variationsbreite von 1.675,90 bis ,70 GHS. Tatsächlich liegt der Umsatz der BU aber deutlich darunter, da ein gewisser Prozentsatz der SchülerInnen nicht, oder nicht regelmäßig das Schulgeld zahlt. In der nachfolgenden Tabelle wird der prozentuale Anteil der nicht erhaltenen Schulgebühren am Jahresende dargestellt: Tabelle 24: Anteil der nicht erhaltenen Gebühren Anteil der am Ende des Schuljahres nicht gesammelten Gebühren Anteil der Schulen in % Unter 10% 32% Zwischen 11% - 20% 31% Zwischen 21% - 30% 18% Über 30% 15% Quelle: IFC, Final Ghana Country Report, 2010 Der errechnete reale Umsatz pro Schule und Monat, also abzüglich der nichtzahlenden SchülerInnen, liegt bei den hier untersuchten Schulen durchschnittlich bei 6.594,30 GHS (3.013,44 ), mit einer Variationsbreite von 837,90 GHS bis ,00 GHS. Zwei Drittel der Schulen können demzufolge bis zu 20% der Schulgebühren nicht einsammeln und müssen diese Fehleinnahmen anderweitig kompensieren. Die Einkommensstruktur der Schulen setzt sich wie folgt zusammen: 35 Die durchschnittliche Anzahl der Schulkinder wird in den verschiedenen Studien und Berichten sehr unterschiedlich angegeben und variiert zwischen 130 bis 290 Kinder pro Schule. 48

49 Tabelle 25: Aktuelle Einkommensstruktur im Vergleich mit der IFC Studie Einkommensstruktur In % IFC Survey 2010 Schulgeld 18% 44% Essensgeld 42% 21% Transport 39% - Förderunterricht 14% 34% Computergeld 0% 1% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Knapp 20% des Schuleinkommens der untersuchten Schulen wird über die Schulgebühr erzielt. Die Gebühr für den Förderunterricht wird direkt an die Lehrer ausgezahlt, sozusagen als topping up für die eigentlich sparsamen Gehälter der Lehrer. Die restlichen Einnahmen kommen hauptsächlich aus der Schulkantinen-Gebühr und der Transportgebühr. Damit wird deutlich, dass die eigentliche Schulgebühr zu niedrig kalkuliert ist und die Schulen sich größtenteils mit den beiden letzteren Gebühren ihren eigentlichen Umsatz gerieren, bzw. eine Kostendeckung erzielen. Lehrergehälter Die durchschnittlichen Gehälter der Lehrer an LIPS sind sehr niedrig. Sie liegen bei etwa 25% bis 40% der durchschnittlichen Gehälter für Lehrer an öffentlichen Schulen 36. Wie bereits erwähnt, haben jedoch die meisten Lehrer keinen Abschluss als Lehrer, sondern die meisten sind Absolventen der Senior High School oder Studenten im Fernstudium. Folgende Tabelle zeigt sowohl die Bandbreite, als auch die durchschnittlichen Gehälter der drei üblichen Gehaltsstufen an den untersuchten LIPS. Tabelle 26: Staffelung der Lehrergehälter Gehaltsstufe Bandbreite der Gehälter in GHS Durchschnitts- Gehalt in GHS Headmaster (mit Abschluss) Lehrer mit mehrjähriger Erfahrung Anfänger Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Der tägliche Mindestlohn liegt in Ghana bei aktuell 3,11 GHS. Für eine Reihe von Lehrern liegt die Höhe ihres Gehalts derzeit unter dem monatlichen Mindestlohn von etwa 68,42 GHS. An einigen Schulen erhalten Lehrer eine Leistungszulage durch die Gebühr für den Förderunterricht, die i.d.r. 0,20 GHS/Tag und Kind beträgt. Trotzdem sollte man nicht außer Acht lassen, dass jede Schule im Durchschnitt 13 Lehrer und ein bis zwei Zusatzstellen, i.d.r. ein Fahrer und eine Köchin angestellt haben. Damit wurden etwa dauerhafte Lehrerstellen und bis zu 800 Zusatzstellen geschaffen. 36 IFC, Final Ghana Country Report, 2010, S.35 49

50 Ausgabenstruktur der LIPS Nachfolgend ist eine Beispielrechnung basierend auf den Durchschnittswerten dieser Erhebung aufgeführt, um den finanziellen Spielraum der BU zu ermitteln: Tabelle 27: Beispielhafte Gewinnermittlung Ausgaben In GHS In Ø Einnahmen (Schulgebühren etc.) gerundet Ø Ausgaben Personal (Lehrer und Hilfskräfte) Durchschnittliche Kredittilgung pro Monat Schulverpflegung Transport (für ca. 20% der Schüler) Ausgaben gesamt Gewinn 972 GHS 442 Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Wie oben aufgeführte Modellrechnung veranschaulicht, verbleiben dem BU am Monatsende circa 442 für eigene Lebenshaltungskosten und Verdienst, Schulmaterial, Verwaltung Investitionen, Training und Sonstiges. Ab etwa 33,6% 37 fehlender Einnahmen an Schulgebühren, je nach Schule und Einkommensstruktur bzw. Finanzpuffer, wird es für den BU schwierig, diesen Ausfall an Einnahmen zu kompensieren, da der Gewinn dann gleich Null bzw. negativ wird (siehe auch Tabelle 19). In Tabelle 19 wird die Ausgabenstruktur der LIPS in Prozent wiedergegeben und mit der IFC Studie verglichen. Wie schon oben erwähnt, ist die Ausgabenstruktur der Schulen u.a. bedingt durch die Lage der Schule, die Einkommensstruktur der Eltern und den Infrastrukturstatus der Schule, sehr unterschiedlich. Tabelle 28: Ausgabenstruktur der LIPS Ausgabenstruktur In % IFC Studie Personalkosten (Lehrer und Hilfskräfte) 13,5 42% Durchschnittliche Kreditrückzahlung 9,7 Schulverpflegung 52,9 Transport (für ca. 20% der Schüler) 9,2 51% 39 Verwaltung 7% Training 14,7 38 1% Sonstiges 1% Quelle: OID/H.Hempel; Mikrokredite für Bildungsunternehmer, Februar 2012 Schulen, die mitten in der Aufbauphase stecken, nutzen jede Einsparungsmöglichkeiten um damit Investitionen, vornehmlich für den Bau von Klassenräumen, oder den Kauf 37 Prozentsatz = (Gewinn (972GHS) x 100) (Schulgebühr/Kind/Monat (10,38) x Anzahl Schulkinder/Schule (279)) 38 Errechnete Angabe. 50

51 eines Schulbusses zu tätigen. Bei eher etablierten Schulen wird mehr in die Gehälter der Lehrer investiert, um so gute Lehrer anzuwerben und zu halten. Grundsätzlich aber wird auch deutlich, dass viele BU nicht besonders viel Spielraum haben, weder um höhere Gehälter zu zahlen, noch um größere Investitionen schneller zu tätigen. Ein Ausfall von bis zu 20% der Schulgebühren kann von den Schulen verkraftet werden. Durchschnittsinvestition pro Schüler Bisher sind in das Programm von SAT für BU etwa Euro geflossen. Damit wurden ungefähr 400 Schulen bzw. BU unterstützt, mit etwa 432 Krediten mit einem Zinssatz von 28% gesamt. Dies entspricht rein rechnerisch einem Durchschnittskredit von circa Euro. Der Durchschnittskredit der untersuchten Schulen lag bei circa Euro. Der Zinssatz deckt dabei eventuelle Kreditverluste und den hohen Betreuungs- und Schulungsbedarf der BU und seinem Team. Teilt man den durchschnittlichen Kredit pro Schule (3.580 Euro) durch die durchschnittliche Anzahl Schulkinder pro Schule, kommt man auf einen Förderbetrag pro Schüler von 12,83 Euro, mit dem man seinen Schulplatz sichern konnte. Mit den geförderten 400 Schulen durch Mikrokredite konnten zwischen und Schulkinder einen dauerhaften Schulplatz bekommen. Teilt man die Gesamtsumme ( Euro) des bisherigen Programms durch die geschätzte Gesamtsumme der erreichten Schüler, kommt man auf einen Förderbetrag pro Schulkind von etwa 14,06 bis 19,33 Euro. Darüber hinaus ist dieser Betrag nicht aufgebraucht, sondern steht weiterhin BU zur Verfügung, da er als Kredit vergeben wurde. Beides sind sehr niedrige Werte. Damit ist dieser Programmansatz als äußerst effizient zu bewerten. Er hebt sich in seinem Gesamtergebnis sicherlich außerordentlich positiv im Vergleich mit anderen Fördermaßnahmen 39 (EFA, FTI und Budgethilfe) ab, insbesondere wenn man die gegebene Bildungsqualität bedenkt. Sie ist sicherlich nicht als pädagogisch optimal und vorbildhaft zu bezeichnen, aber sie liegt deutlich über der Bildungsqualität, die die öffentlichen Schulen gewährleisten, bzw. die allgemein in vergleichbaren Schulen auf dem afrikanischen Kontinent existiert. Sie ermöglicht den Schülern einen anerkannten Schulabschluss und öffnet insbesondere durch die Fremdsprache Englisch sowohl Wege zu weiterer Bildung und zukünftiger Qualifikation als auch Zugang zum Internet. Geschätzter weiterer Finanzbedarf der Schulen Die Nachfrage sowohl nach Privatschulen seitens der ländlichen Bevölkerung als auch die Nachfrage der BU nach Mikrokrediten ist groß. Dies wurde von der Ghana National Association of Private Schools (GNAPS) bestätigt, ist aber von SAT oder anderen noch 39 Im Vergleich dazu geht zum Beispiel die Globale Bildungskampagne davon aus, dass mindestens 12 Mrd. US Dollar zusätzlich nötig sein werden um für 80 Mio. Kinder einen Schulplatz zu schaffen, die derzeit keinen haben. Das sind 150 US Dollar pro Kind. Ein zweiter Vergleich dazu: eine einfache Schule mit drei Klassenräumen und Schulplätzen für 150 Schulkinder kostet allgemein im afrikanischen Kontext zwischen und US-Dollar. Damit kostet ein Schulplatz circa US Dollar pro Schulkind. 51

52 nicht näher quantifiziert. Grobe Schätzungen gehen von mehr als notwendigen weiteren Schulen im Bereich der LIPS aus. Die IFC-Studie geht von einem Gesamtbedarf von mehr als US-Dollar pro Schule 40 aus, damit sie komplett ausgestattet und über minimale Standards (Toiletten, Wasserversorgung, Elektrizität, ausreichend Schulmöbel und Lehrmaterial) verfügt. 5.6 Komplementarität und Koordination Man kann die Initiative der LIPS durchaus als eine Graswurzelbewegung bezeichnen, die letztendlich auf Grund einer starken Nachfrage entstanden ist und darauf reagiert. Die BU haben mit der GNAPS ein etabliertes Forum, wo sie Unterstützung, Beratung und auch die Möglichkeiten für weitere Interessenvertretung in Politik und Gesellschaft haben. Die aktuellen Akteure im Bildungssektor, das Ministerium für Bildung und Erziehung (MoE), die GNAPS, als auch die vielen privaten BildungsunternehmerInnen haben noch nicht wirklich zu einer komplementären und arbeitsteiligen Zusammenarbeit gefunden. Das Ministerium steckt in dem Dilemma, dass es eigentlich verpflichtet ist, kostenfreie Grundbildung für alle Kinder in Ghana bereitzustellen, dies aber nicht effektiv und effizient umzusetzen vermag. Inwieweit weltweite Kampagnen wie die Global Campaign for Education, die sich international für freie Bildung für Kinder und Bildung als ein Menschenrecht einsetzen, hier wirkungsvoll etwas verändern können, bleibt abzuwarten. Gleichzeitig aber merken die Mitarbeiter der Führungsebene des MoE, dass die praktischen Probleme im Bildungsbereich, wie nicht genügend Schulen und Schulplätze, zu viele Kinder pro Lehrer und Klassenraum, kein guter Unterricht und kein effektives Schulmanagement, etc., weder kurzfristig, noch mittelfristig zu lösen sind. BildungsunternehmerInnen und ihre Erfolge hinsichtlich eines qualitativen Bildungsangebots helfen das Bildungsproblem im Land zu lösen und dem zweiten Millennium-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen näher zu kommen, führen aber gleichzeitig dem Staat immer wieder sein Unvermögen vor Augen und stellen auch eine Konkurrenz dar. Nichtsdestotrotz ist die ghanaische Regierung den BU wohlgesonnen und zarte Anfänge, dieses Konzept mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren im Themenbereich Bildung und Armutsbekämpfung zu koordinieren, sind gemacht. Es ist eher eine Frage des Mandates bzw. Zuständigkeit, als dass es mangelnder Kooperationswille von gleichwelcher Seite her ist. 40 Siehe IFC, Final Ghana Country Report, 2010, S.44 52

53 6 Schlussbemerkung Grundsätzlich hat der Förderansatz von Privatschulen (mit dem Bezahlen eines Schulgeldes durch die Eltern), besonders vor dem Hintergrund einer einkommensschwachen Bevölkerungsgruppe, sicher etwas Widersprüchliches, da kostenfreie Grundbildung mittlerweile weltweit als ein Menschenrecht, dezidiert sogar als Kinderrecht deklariert und betrachtet wird. Auch wenn die Privatschulen offensichtlich eine bessere Bildungsqualität bereitstellen als die meistens öffentlichen Schulen, soll mit dieser Studie nicht der Eindruck erweckt werden, als handele es sich hier tatsächlich um eine kindbezogene und schüleraktivierende, also moderne Pädagogik. Hier ist sicherlich noch viel Entwicklungsspielraum gegeben. Nichtsdestotrotz erlebt Ghana derzeit ein starkes Wachstum im privaten Schulsektor. Es wird erwartet, dass sich dies angesichts der Gesamtleistung insbesondere der LIPS im Bereich der Grundbildung mit mindestens 7% pro Jahr fortsetzt. Dieses starke Interesse seitens der Eltern ist ein starker Ausdruck autochthoner Selbsthilfe, da Eltern es leid sind, auf die Versprechungen des Staates zu warten und täglich realisieren, dass ihnen weder von staatlicher noch von UN Seite effizient aus ihrer Armutsfalle geholfen wird. Darüber hinaus hat dieser Ansatz eines Förderprogramms das Interesse der Zivilgesellschaft auch in anderen Ländern Afrikas geweckt, da sowohl kurz- als auch mittelfristige Erfolge sichtbar und vielversprechend sind und damit die Chance besteht, dass sich auch langfristig an der Bildungsmisere im Land etwas verbessern wird. Die LIPS, wie andere Kleinst-und Kleinunternehmen auch, können gut über Mikrofinanz- Institutionen oder andere formale Institutionen gefördert werden. Jedoch ist für die meisten LIPS der Zugang zu geeigneten Kreditangeboten und einem professionellen Business Advisory Service, noch viel zu schwierig und zu gering. Grundsätzlich sind die Finanzinstitute in Ghana und ihre Kredit-Produkte (mit Ausnahme von SAT) nicht ausreichend auf die Bedürfnisse von Schulen und ihrer Cash-Flow-Struktur besonders im ländlichen Raum mit niedrigstem Einkommen der Bevölkerung, zugeschnitten. Auf der anderen Seite sind auch die Schulen nicht gut positioniert, um bestehende Produkte und Dienstleistungen der Finanzinstitute adäquat überprüfen zu können, häufig aufgrund von mangelnder Transparenz, schwachem Management und anderen operationalen Herausforderungen. Low Income Private Schools verdienen jedoch mehr Unterstützung, denn sie spielen eine entscheidende Rolle in den ländlichen Gemeinden sowohl durch die Bereitstellung von Bildungsalternativen, zuverlässige Kinderbetreuung und einer qualitativ besseren Bildung, als auch durch Prävention für Kinderarbeit, höhere Einschreibungsraten von Mädchen und letztendlich Schaffung von langfristigen Arbeitsplätzen. Von daher ist eine verstärkte Förderung von allen Beteiligten im Bildungssektor notwendig, um die LIPS zu unterstützen. 53

54 7 Empfehlungen Die allgemeinen politischen Rahmenbedingungen sind selbstverständlich mit entscheidend für die weitere Entwicklung der Privatschulen und ihrer Beiträge, bzw. Ergebnisse zur Reduzierung der Bildungsmisere in der Region. Dies ist sicherlich nicht Aufgabe von MFI-Organisationen wie OID oder SAT. Derzeit fehlt noch ein klarer politischer Rahmen für die Privatschulen mit klaren Strategien, um diese Schulen besser zu unterstützen. Die sehr speziellen Probleme und Herausforderungen der BU und LIPS sind folgende: 1. Die Eigen- und die soziale Verantwortung (ownership und corporate social responsibility) der Bildungsunternehmer sind sehr ausgeprägt. Sie stehen mit dem Problem nicht zahlungsfähiger Eltern von Schulkindern und damit dem Ausfall von Einnahmen vor einem ethischen Dilemma. 2. Die meisten LIP-Schulen sind mit effizienten Geschäftspraktiken unerfahren und weisen im Allgemeinen Schwächen bei der Verwaltung, im Monitoring und bei Geschäfts- und Finanz-Management-Praktiken auf. Zu den notwendigen Verbesserungen auf NRO Ebene und Stärkung der LIPS und BU wird folgendes empfohlen: Bildungsunternehmer brauchen Unterstützung bei dem Problem der nicht zahlenden Eltern. Eine Ausweitung des Stipendienangebots für besonders arme Familien wäre eine Option. Auch die Ausgabe von Bildungsgutscheinen wäre bedenkenswert. Oder Schulen könnten einen Bonus (Finanzbonus oder Sachwerte, wie Schulmöbel, Lehrmaterial, etc.) erhalten für ihr besonderes Engagement und überdurchschnittliche Unterstützung von Kindern aus einkommensfernen Familien. Welche Eltern einen Bildungsgutschein erhalten, könnte vom Gemeinderat oder ähnlichen Foren entschieden werden. Dies muss nur absolut transparent etabliert und durchgeführt werden. Die Bildungsunternehmer sollten bei ihrem Verwaltungsmanagement stärker unterstützt werden. Die Entwicklung von individuellen Schulentwicklungsplänen wäre eine Möglichkeit, um weitere Investitionensschwerpunkte zu identifizieren und den Cash Flow zu verbessern. Auch eine allgemeine Vernetzung der BU sollte vorangetrieben werden. Bei einer Projektförderung sollte gleich zu Beginn ein aussagekräftiges Wirkungsmonitoring etabliert werden, das neben den erzielten Schulabschlüssen, auch die Eltern- und Schülerzufriedenheit, Geschlechterparität, Höhe der Schulabbrecher und ihre Gründe, Anzahl der Kinder aus ärmsten Verhältnissen, Nutzung der Schulstipendien und ähnlichem, erfasst. 54

55 8 Annex 8.1 TORs 8.2 Reiseplan 8.3 Liste der kontaktierten und interviewten Institutionen und Personen 8.4 Literatur 8.5 Karten 8.6 Bilder 55

56 8.1 TORs Opportunity International Terms of Reference (Leistungsbeschreibung zum Studien/Evaluierungsvorhaben) für eine Vorstudie zur Wirkung von Vergabe von Mikrokrediten an Bildungsunternehmerinnen und Bildungsunternehmer (BU) in Ghana 1. Einführung Die gemeinnützige Stiftung Opportunity International Deutschland (OID) ist eine christlich motivierte Organisation, die international in der Mikrofinanzierung auf der Graswurzelebene tätig ist. Die deutsche Stiftung ist Partner des Opportunity International Netzwerks, das aus sechs Supportpartnern (Australien, USA, Kanada, England, Deutschland/Schweiz) und 40 Implementierungspartnern in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa besteht. Das Netzwerk arbeitet in 20 Ländern mit über 2,2 Millionen Klienten zusammen, 85 Prozent von ihnen sind Frauen. 97 Prozent der vergebenen Kredite werden zurückgezahlt. Das Geld verbleibt im Empfängerland und wird neu vergeben; es entsteht ein Multiplikator-Effekt. Mikrofinanz beinhaltet die Bereitstellung vielseitiger Finanzdienstleistungen wie Mikrokredite, Sparkonten und Versicherungen. Damit erhalten die unternehmerisch tätigen Menschen die Möglichkeit, sich mit einem Kleinunternehmen eine eigene Existenz aufzubauen, sowie sich gegen Ernteausfälle und andere Risiken abzusichern und Ersparnisse anzulegen. Um einen besonders nachhaltigen Effekt zu erzielen, werden die Kreditnehmer gleichzeitig sowohl in Unternehmensführung als auch in Themen der allgemeinen Lebensführung wie Gesundheit, Familienplanung oder Aids-Prävention geschult. In Ghana arbeitet Opportunity International Deutschland zusammen mit der lokalen Partnerorganisation Sinapi Aba Trust (SAT), die auch eine christliche, unabhängige und gemeinnützige Nichtregierungsorganisation und Mikrofinanzinstitution (MFI) ist und die 1994 in Ghana gegründet wurde. Die Organisation hat folgende Ziele: Armutsbekämpfung durch Finanzdienstleistungsangebote wie Mikrokredite und Mikrosparen Bereitstellung von Unternehmensführungstraining und anderen Formen von Weiterbildung, die für Kleinunternehmer und ihre Lebensführung wichtig sind. SAT hat heute 42 Niederlassungen in allen zehn Verwaltungsregionen des Landes und betreut aktuell landesweit über Klienten; 83 Prozent davon sind Frauen. Ein Ranking, das im Dezember 2008 von der Microfinance Information Exchange (MIX) durchgeführt wurde und weltweit die 652 leistungsstärksten MFI umfasste, listet SAT unter den international hundert besten MFI. In der Bewertung finden sich lediglich vier MFI aus Subsahara Afrika. Man kann also mit Recht behaupten, dass SAT zu den vier besten MFI in Subsahara Afrika zählt und eine Erfolgsgeschichte darstellt. 56

57 Als Partner von Opportunity International Deutschland hat SAT im Jahr 2008 das durch das BMZ geförderte Mikrofinanzprojekt für 200 Frauen in Bodwease mit einem Gesamtvolumen von Euro erfolgreich durchgeführt. Das zweite durch das BMZ geförderte Projekt richtete sich an 343 Kleinunternehmerinnen in Dunkwa, in der Zentralregion Ghanas. Gleichfalls als Partner von OID implementierte SAT 2008 ein EU-Projekt mit einem Budget von über Euro und einer Laufzeit von zwei Jahren. Das EU-Projekt wurde in der West- und der Zentralregion Ghanas implementiert und im letzten Jahr erfolgreich evaluiert. Als größte lokale Mikrofinanzinstitution ist SAT Mitglied im Ghana Microfinance Institutions Network (GHAMFIN) sowie in der afrikanischen Sektion des International Network of Alternative Financial Institutions (INAFI Africa). Seit 1998 ist SAT auch Mitglied im Netzwerk von Opportunity International. 2. Hintergrund Mikrofinanz und Microschools Mikrofinanz wird in der Regel mit Händlern, Dienstleistern und Handwerkern im informellen Sektor in Verbindung gebracht. Durch die Vergabe von Mikrofinanzangeboten an diese Berufsgruppen hat OID mithilfe seiner Partnerorganisation Sinapi Aba Trust in Ghana bereits mehr als Menschen aus der Armut geholfen und dabei die Finanzangebote nicht nur verbessert, sondern auch den Bedürfnissen der Klienten angepasst. Neben den o.g. Kleinunternehmern hat sich eine ganz besondere Unternehmergruppe nicht nur als recht erfolgreich erwiesen, sondern auch als besonders förderungswürdig: die Bildungsunternehmer. Bildungsunternehmer betreiben kleine Kindergärten, bzw. Grundschulinitiativen, oftmals nur mit einer oder zwei Klassen. Es sind häufig Frauen und Mütter, die mit ihrer Initiative etwas gegen den Schulmangel in ihren Gemeinden tun möchten, damit alle Kinder eine Chance auf Bildung bekommen. Die Bildungsunternehmer profitieren von den Instrumenten der Mikrofinanz und erzeugen durch die Kombination von Unternehmen und Bildung eine besonders nachhaltige Wirkung in der Zivilgesellschaft. Kredite für Bildungsunternehmer sind in der Regel höher als die üblichen Kleinkredite. Bildungsunternehmer, die eine Schulinitiative betreiben, brauchen i.d.r. höheres Kapital, längere Rückzahlungsfristen und entsprechende Trainings, um ihre Schuleinrichtungen aufzubauen, zu erweitern und qualitativ zu verbessern. Die Kredite umfassen mehrere tausend Euro und die Rückzahlungsdauer kann ein Jahr und länger betragen. Wie Menschen aus ihrer Armut heraus kommen, lässt sich in der Schule kaum lernen. Und doch ist Bildung ein Schlüssel, um Armut zu bekämpfen. Deshalb will OID Bildungsunternehmer, so genannte "Edupreneurs", und deren Kleinunternehmen, die "Microschools", unterstützen. Der Begriff sagt nichts über die Größe der Schule aus. Es geht nicht um kleine "Zwergschulen", sondern um Schulen, die mit den Mitteln der Mikrofinanzierung (im Wesentlichen sind dies Kleinkredite) unterstützt werden. Allerdings sind diese Microschools tatsächlich oft klein, wenn sie zum Beispiel allmählich aus einem Nachhilfeangebot erwachsen und zunächst nur wenigen Schülern Platz bieten. 57

58 Die durchschnittliche Kapazität einer sogenannten Microschool in Ghana liegt bei ungefähr 200 Schülern. Die Schulen befinden sich überwiegend in den ländlichen Dörfern und Gemeinden, damit die Kinder in diesen entlegenen Gebieten überhaupt eine Chance auf Bildung bekommen. Microschools haben sich mittlerweile in vielen armen Staaten als Alternative zu staatlichen Schulsystemen entwickelt, welche insbesondere in Afrika allgemein unter Ineffektivität, Korruption, Abwesenheit der Lehrer, antiquierten Lehrmethoden und mangelnder Qualität leiden. Opportunity International möchte in den nächsten Jahren 100 dieser Schulen gründen und fördern, mit dem übergeordneten Ziel der Verbesserung der Bildungsqualität und einer Chance auf Bildung bedürftiger Kinder, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Wohnortes, oder aufgrund des allgemeinen Schulmangels von Bildungsangeboten ausgeschlossen sind. Darüber hinaus sollen Bildungsunternehmer sich mit diesem Geschäftsmodell Schule nachhaltig eine Existenz aufbauen und ihre eigene Armut verringern. Sie schließen Lücken, die das staatliche Schulsystem offen lässt - gerade auch für arme Familien. Sie nehmen die Kinder auf, die (aus regional sehr unterschiedlichen Gründen) keine staatlichen Schulen besuchen können. OID erachtet diese Microschools und die private Initiative Einzelner, die neue Schulen aus ihrer gesellschaftlichen Verantwortung heraus gründen (ownership und social responsibility), als besonders förderungswürdig und unterstützenswert, da ersten Erfahrungen zufolge die Kinder eine bessere Schulbildung und einen besseren Abschluss erhalten. 3. Zweck und Ziel der Vorstudie: 3.1 Kernfragen der Vorstudie Mittlerweile gibt es eine ganze Menge an Erfahrungen und Informationen zu dem Thema Mikrofinanz und Bildungsunternehmer in Ghana. Wurden die Bildungsunternehmer anfangs von SAT genauso behandelt wie andere Kleinkreditnehmer, hat sich mittlerweile ein eigenständiger Bereich daraus entwickelt, der den besonderen Umständen der Bildungsunternehmer gerecht wird. OID möchte diesen Projektansatz verstärkt fördern. Ziel dieser Vorstudie ist es sowohl die bisherigen Ergebnisse systematisch zusammenzufassen und zu verifizieren, als auch die Wirkungen, aber auch die Schwächen und Risiken dieses Projektansatzes zu analysieren. Damit bekommt die Vorstudie auch den Charakter einer Ex-Ante-Evaluation und kann damit als baseline für nachfolgende Evaluationen dienen. Die Vorstudie umfasst möglichst alle von SAT geförderten Mikroschools im ländlichen Raum (Mikroschools der Kategorie B, C und D) und dient sowohl als Grundlage für einen Projektantrag beim BMZ als auch der zukünftigen Projektsteuerung und dem Lernen aus Erfahrungen für die Durchführung. Damit beinhaltet die Vorstudie bzw. EX-Ante- Evaluation sowohl summative als auch formative Elemente. Hauptziel der Vorstudie ist die Beantwortung der folgenden Fragestellungen: Welche Zielgruppe erreichen die Mikroschools tatsächlich? Haben auch die ärmsten Kinder Zugang zu diesen Schulen? Genderaspekte? Was ist notwendig um die richtige Zielgruppe zu erreichen (Stipendien, etc.)? 58

59 Welche Qualität bezüglich Bildung wird erreicht und sind die Mikroschools kompatibel mit dem öffentlichen Schulsystem Ghanas (Qualitätsentwicklung, - sicherung und Akkreditierung, Parallelsytem, technische Mindeststandards, etc.)? Wie nachhaltig ist das Engagement und wie gestaltet sich die Rückzahlungssicherheit (Investitionsbedarf, Kreditrahmenbedingungen, etc.)? Was passiert im Falle des Scheiterns? Wie gestaltet sich das Qualitätsmanagement bezüglich der Kreditvergabe (Eignung der BU, Realisierbarkeit und Rahmenbedingungen, etc.)? Welche grundsätzlichen Wirkungen (auf der Outcome-Ebene) sind festzustellen? Welche strukturellen Hemmnisse und Schwierigkeiten mindern die Wirkung dieses Projektansatzes und wie können sie überwunden werden? Hat dieser Projektansatz einen Leuchtturmcharakter? Passt dieser Projektansatz zur aktuellen Bildungsstrategie des BMZ? Die Vorstudie orientiert sich an grundlegenden Evaluierungskriterien des Development Assistance Committee (DAC) und des BMZ wie Relevanz, entwicklungspolitischen Wirkungen, Nachhaltigkeit, Effektivität und Effizienz, sowie dem zusätzlichen BMZ- Evaluierungskriterium Komplementarität und Koordination. Das Kriterium Relevanz bezieht sich auf das Ausmaß, in dem die Ziele dieses Projektansatzes mit dem Bedarf der Zielgruppen, den Zielen der Durchführungsorganisation und den Zielen des möglichen Kofinanzierers BMZ übereinstimmen. Im Zentrum der Evaluierung steht die Untersuchung der entwicklungspolitischen Wirkungen (auf Outcome-Ebene). Hier wird überprüft ob und inwieweit der Projektansatz zu Veränderungen beiträgt. Neben den intendierten Wirkungen wird auch das Eintreten nicht intendierter Wirkungen - sowohl positiver als auch negativer Art - einbezogen. Vertieft zu betrachten ist hierbei der Aspekt, inwieweit der Projektansatz Veränderungen bei den Zielgruppen bewirkt, also ob damit tatsächlich eine Verbesserung der Bildungsqualität von bedürftigen Kindern in Ghana erreichbar ist. Nachhaltigkeit beleuchtet den Aspekt, inwieweit damit gerechnet werden kann, dass positive Projektwirkungen und Wertschöpfung über das Ende der Kreditförderung hinaus fortbestehen. Effektivität analysiert die statistischen Daten wie die Anzahl und Gründe für das Scheitern von Bildungsunternehmer/Schulen, wie entwickeln die Schulen sich allgemein, Wachstum der Schülerzahl, Abschlüsse und ihre Qualitätsicherung, Mindeststandards, staatliche Kontrollfunktion, Akkreditierung, Kurrikulum und Stipendienvergabe. Hier wird die Qualität der bisherigen Förderung (Planung, Steuerung und Durchführung) untersucht und Faktoren analysiert, die sich positiv als auch negativ ausgewirkt haben. Effizienz untersucht die Wirtschaftlichkeit des Förderansatzes und misst die Angemessenheit der eingesetzten Ressourcen im Hinblick auf die damit erzielten Resultate. Hier werden vor allem Fragen zum Finanzierungsmodell, Rückzahlungsmodalitäten, Kosten und Haushaltsstruktur der Mikroschools analysiert. Komplementarität und Koordination geht darauf ein, inwieweit der Förderansatz innerhalb der Akteure im Bildungssektor komplementär und arbeitsteilig zu anderen Maßnahmen steht und inwieweit dieses Konzept mit anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren im Themenbereich Bildung und Armutsbekämpfung koordiniert wird. 59

60 Darüber hinaus folgt die Vorstudie den allgemeinen DAC-Prinzipien für Evaluierungen: Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit, Partizipation, Nützlichkeit und Transparenz. Die Unabhängigkeit der Vorstudie wird durch den Einsatz eines externen Gutachters, der über die Einholung mehrerer Angebote von entwicklungspolitischen Gutachtern, bzw. Consulting-Firmen identifiziert wurde, gewährleistet. Die Glaubwürdigkeit der Evaluierungsergebnisse wird durch den Einsatz adäquater qualitativer und quantitativer Methoden abgesichert; Partizipation wird durch die Einbindung der Partnerorganisation in allen Phasen sowie durch die Einbeziehung aller relevanten Akteursgruppen in der Vorstudie sichergestellt. Die Nützlichkeit der Vorstudie wird sich aus der Qualität der Empfehlungen und deren Umsetzbarkeit in der anschließenden Projektplanung entwickeln. Hinsichtlich der Transparenz ist eine Veröffentlichung der Vorstudie auf der OID Webseite geplant. Der Gutachter erarbeitet auf Grundlage der Studien- und Evaluierungsergebnisse Empfehlungen für die Planung und Durchführung eines eventuellen Projektes. 4. Ansatz und Methode Bei der Durchführung der Vorstudie soll ein Methodenmix angewendet werden: Akteneinsicht und Analyse verschiedener relevanter Unterlagen und Publikationen Auswertung der vorliegenden Daten aus dem bisherigen Programm Monitoring Interviews mit relevanten Akteuren, Bildungsunternehmern, Eltern und Kindern aus der Zielgruppe sowie Repräsentanten des Bildungsministeriums auf nationaler und kommunaler Ebene, Lehrer von weiterführenden Schulen, etc. Qualitative Datenerhebung durch Besuch und Analyse existierender Mikroschools (best practises und bad practises) Abschluss- / Reflektionsgespräch mit dem Projektpartner und Auftraggeber 4.1 Reise Insgesamt ist eine Reise nach Ghana von ca. 3 Wochen zur Datenerhebung vorgesehen. 4.2 Zeitplan Ausschreibungsverfahren OID Dezember 2011 Recherche und Vorbereitung 2 Tage Ende Januar, Anfang Februar Vorbesprechung 1 Tag Studie und Datenerhebung vor Ort Bis zu 21 Tage Auswertung und Bericht 6-8 Tage (17.3.) Nachbesprechung 1 Tag 12/13 KW Ergänzungen 1 Tag 12/13 KW, spätestens Ende März 2012 Gesamt Tage 60

61 4.3 Erforderliche Qualifikationen des Gutachters Der Gutachter soll über folgende Qualifikationen und Erfahrungen verfügen: Erfahrung in der Durchführung von Studien und Evaluierungen Hervorragende Kenntnisse zum Thema Bildung, Mikrofinanz und Bildungsunternehmer in Afrika Gute Landeskenntnisse und langjährige Erfahrung im afrikanischen Kontext, insbesondere im ländlichen Raum Ausgezeichnete Sprachkenntnisse in Englisch und Deutsch Ausgezeichnete Kenntnisse in Studien und Evaluierungsmethoden, sowie sozialwissenschaftlichen Methoden und qualitativer als auch partizipativer Datenerhebung Statistikkenntnisse und Datenanalyse 4.4 Koordination und Zuständigkeit Die Programmkoordinatorin von OID ist für Koordination und Steuerung des Einsatzes und für die vertragliche Vereinbarung mit dem/der GutachterIn verantwortlich. Vor Ort ist die Partnerorganisation Sinapi Aba Trust für die Organisation und Begleitung des/der GutachterIn zuständig. Alle Ergebnisse und etwaigen Schwierigkeiten sollen konstruktiv und einvernehmlich unter Einbeziehung aller Verantwortlichen behandelt werden. 4.5 Relevante Dokumente Der Gutachter erhält Zugang und Einsicht zu allen relevanten Daten und Dokumenten. 5. Leistung und Produkt Im Rahmen der Evaluierung werden folgende Leistungen / Produkte erwartet: Vorstudienbericht, der sich in der Gliederung an den DAC/BMZ- Evaluierungskriterien orientiert und Empfehlungen für die Durchführungsorganisation, den Ko-Finanzierer und den Projektpartner einschließt. Der Bericht soll in deutscher Sprache verfasst werden und nicht mehr als Seiten (ohne Annex) umfassen und aus sich heraus für Außenstehende verständlich sein. Der Bericht soll gemäß den Hauptfragen der Vorstudie gegliedert sein, siehe dazu Punkt 5.1. Die Anhänge umfassen eine Stärken-Schwächen Analyse, die Terms of Reference, den Arbeitsverlauf inklusive einer Liste mit Gesprächspartnern, eine Bibliographie, die Leitfragen für die semi-strukturierten Interviews und ggf. Bilder und Kartenmaterial, soweit erforderlich. Die Endversion des Hauptberichts wird elektronisch als PDF-Datei sowie in einem editierbaren Format abgegeben. Präsentation und Diskussion des Berichtsentwurfs und der Studienergebnisse. 5.1 Gliederung I. Zusammenfassung II. Haupttext 1 Einführung 1.1 Ziel der Studie und kurze Projektvorstellung 1.2 Studienverlauf 61

62 1.3 Erhebungsmethoden 2 Rahmenbedingungen 2.1 Allgemeine politische Rahmenbedingungen 2.2 Sozioökonomische Situation 2.3 Rahmenbedingungen des/im Bildungssektors (Struktur des Bildungssystems) 2.4 Gender 2.5 BMZ Engagement in Ghana NRW und Ghana (Ghana Forum) Engagement 3 Kurzbeschreibung der aktuellen und früheren Kooperation von OID in Ghana 3.1 OID (Beschreibung von OID International, Internationales Netzwerk, OID Deutschland, 3.2 Sinapi Aba Trust (Partnerorganisationen) (Geldgeber, Rating, aktuelle Daten, afrikanische Netzwerke 3.1 Mikrofinanzen (Organisation, Struktur und Funktionsweise) 3.2 Erfahrungen von OID und SAT im Bereich "Bildungsunternehmer" 4 Andere Akteure/ Interessensgruppen im Bildungsbereich 4.1 Staatlich 4.2 Privat 5 Analyse des Ansatzes Bildungsunternehmer nach den fünf Evaluierungskriterien 5.1 Relevanz - Wieso sind Bildungsunternehmer relevant für Ghana? - Warum reicht es nicht staatliche Schulen zu haben? - Added value? - Warum braucht es dazu die Unterstützung des BMZ? - Wieso ist es relevant / interessant für das BMZ die BU zu unterstützen? 5.2 Wirkung - Qualität und Menge der Schulabschlüsse - Armenförderung, Zugang für Schüler aus den ärmsten Bevölkerungsschichten - Langfristig und kurzfristig - Gibt es einen Leuchtturm - Effekt? Langzeitperspektiven? 5.3 Nachhaltigkeit/Wertschöpfung - Risiken und Annahmen - Besuch von weiterführenden Bildungseinrichtungen oder dem Privat Sektor - Qualität der Schulabschlüsse 5.4 Effektivität - Qualitätsmonitoring und Sicherung - Statistische Daten (Wie viel Schulen sind wirtschaftlich erfolgreich oder gescheitert? Wie entwickeln die Schulen sich allgemein, Wachstum der Schülerzahl, Einschätzung von Repräsentanten des nachgeordneten Bildungsbereich, Qualitätsicherung, staatliche Kontrollfunktion, Kurrikulum, Stipendien; etc. 5.5 Effizienz - Finanzierungsmodell Rückzahlungsmodalitäten - Kosten und Haushaltsstruktur der Schulen 6 Empfehlungen 7 Schlussbemerkung 8 Annex 62

63 8.2 Reiseplan Datum Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Ort und Aktivität Abflug und Ankunft in Accra Flug nach Kumasi, Erste Vorstellungs- und Gesprächsrunde zur Klärung des weiteren Ablaufs, Schwerpunkte der Studie, mögliche Schwierigkeiten, Erörterung weiterer Kontaktpersonen und Informationsquellen, Logistik Schulbesuch in Seniegya Mapong, Nachbesprechung und Ergänzung des Fragebogens Schulbesuch in Kotwy und Ahenema Kokoben, Nachbesprechung Schulbesuch in Tano Odumase und Abuakwa Maakro, Nachbesprechung Schulbesuch in Akrokeri und Obuari-Kunka Nachbesprechung Rückblick und Datenergänzung, Dateneintrag Dateneintrag Schulbesuch in Ampayoo und Daban, Nachbesprechung Schulbesuch in Breman und Nlontwima, Nachbesprechung Schulbesuch in Dompoase und Adansi im North District, Nachbesprechung Schulbesuch in Dompoase und Adansi im North District, Nachbesprechung Schulbesuch in Vororten von Kumasi, Nachbesprechung Rückblick und Datenergänzung, Dateneintrag Dateneintrag und Auswertung, Vorbereitung des Abschluss-Gesprächs Abschluss-Gespräch: Vorstellung der vorläufigen Ergebnisse, Klärung weiterer Datenlücken, Diskussion über private Förderung Abflug nach Accra Treffen im Ministerium für Bildung, Besuch des SAT Büros in Accra Treffen mit der Ghana National Association of Private Schools, Rückblick und Datenergänzung, Besuch der Deutschen Botschaft, Abschlussrunde und feed back, Abflug von Accra Ankunft in Deutschland, Hannover 63

64 8.3 Liste der kontaktierten und interviewten Institutionen und Personen Araba Mosner-Ansong; Administration Sinapi Aba Trust Dompoase-Adansi North District Isolde Rausch; Attaché für Entwicklungszusammenarbeit, Deutschen Botschaft in Accra Joyce Owusu Dabo; Maketing Manager von Sinapi Aba Trust Knüppel, Stefan; Geschäftsführer OID Kwaku K. Acheampong; Programm Koordination Microschools Lörz, Mark; Projektleiter und Lehrer des Karolinen-Gymnasiums Luckja, Anke; Programmkoordinatorin OID Präsident, Vizepräsident und Geschäftsführer der Ghana National Association of Private Schools Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Amazing Grace International School" Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "BAAH Memorial Community School" in Ampayoo- Kumasi Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Christ is the answer-preparatory School" in Obuari-Kunka Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Ebenezer Preparatory School" in Tano Odumase Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Emmanuel Preparatory School" in Akrokeri Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Gods Heritage Academy" in Ahenema Kokoben Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Grace Learner Academy" in Kotwy Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Life Gate Educational Centre" in Abuakwa Maakro Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Mascapone Living Academy School" in Breman Nlontwima Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "My Hope International School" in Seniegya/Mapong Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Peace International School" in Daban - Kumasi Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Romesco International School" in Dompoase-Adansi Schulbesitzer, Mitarbeiter-Team und Eltern der "Unique Royal Academy Preparatory School" 64

65 8.4 Literaturverzeichnis Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2011). Zehn Ziele für Bildung - BMZ Bildungsstrategie Berlin Deutsche UNESCO Kommission e.v. (2000). Bildung für alle. Bonn Deutsche UNESCO Kommission e.v. (2012). UNESCO-Weltbildungsbericht Bonn DFID / UK AID (2010). Private Sector Development: Private Sector Involvement in Education in Developing Countries. London Edify Annual Report (2011). Education for life. San Diego Ghana Statistical Service (2007). Ghana Living Standard Survey Accra Huber, A. (2011). What is Microfinance and Microcredit? IDP Foundation, Tullow Concept Paper (2011). Access to financial services for low-cost school entrepreneurs, Oxford Instituts für Demoskopie Allensbach (2011). Allensbach-Studie: Schulbildung in Deutschland. Berlin International Development Department of the University Birmingham. (2005). Nigeria: Study of Non-State Providers of Basic Services. Birmingham. International Finance Corporation (IFC) (2010). Final Ghana Country Report: Market Research Project on Low Income Private Schools. Accra Ministry of Education, Ghana (März 2009). Education Statistics. Accra OECD (2008) Service Delivery in Fragile Situations: Key Concepts, Findings and Lessons. Paris Opportunity International Deutschland (2009). Microschools - unser ABC gegen die Armut. Opportunity International Deutschland (2009). Mikrofinanz und Bildung. Förderung von Bildungsunternehmern und Microschools zur Verbesserung der Bildungsqualität von bedürftigen Kindern in Ghana. Köln People Are Educating Themselves. Washington D.C.: Cato Institute. Tooley, J. & Dixon, P. (2006). De facto privatisation of education and the poor: implications of a study from sub-saharan Africa and India. Oxford. Tooley, J. & Dixon, P. (2007) Private Education for Low-Income Families: results from a global research project. Oxford Tooley, J. (1999). Should the private sector profit from education? The seven virtues of highly effective markets. London 65

66 Tooley, J. (2001) Serving the Needs of the Poor: The Private Education Sector in Developing Countries. Washington D.C. Tooley, J. (2004). Private Education and Education for All. Washington D.C. Tooley, J. (2010) The Beautiful Tree: A Personal Journey Into How the World's Poorest Tooley, J., Dixon, P. & Amuah, I. (2007). Private and Public Schooling in Ghana: A Census and Comparative Survey. International Review of Education. Oxford UNESCO (2008) EFA Global Monitoring Report: Overcoming inequality: why governance matters. UNESCO (2009) EFA Global Monitoring Report: Reaching the marginalized. Varghese, N. (2006). Growth and Expansion of Private Higher Education in Africa, IIEP. Paris. Wildner, T. (März 2011). Die Economic Partnership Agreements (EPA) zwischen der EU und den AKP-Staaten mit Fokus: Westafrika. Luxembourg World Bank (2003) World Development Report 2004, Making Services Work for Poor People. Washington, D.C. Wößmann, L. (2006). Public-Private Partnerships and Schooling Outcomes across countries. 66

67 8.5 Karten Quelle: de.wikipedia.org: Politische Karte Ghanas 67

68 8.6 Bilder "My hope International School" in Seniegya - Mapong "My hope International School" in Seniegya - Mapong "Grace Learner Academy" in Kotwy 68

69 "Grace Learner Academy" in Kotwy Schüler an der "Gods Heritage Academy" in Ahenema Kokoben Schüler an der "Gods Heritage Academy" in Ahenema Kokoben 69

70 Unterricht an der "Ebenezer Preparatory School" in Tano Odumase Schulbus der "Ebenezer Preparatory School" in Tano Odumase Klassenraum der "Life gate Educational Centre" in Abuakwa Maakro 70

71 Spielfläche der "Life gate Educational Centre" in Abuakwa Maakro Interview an der "Emmanuel Preparatory School" in Akrokeri Innenhof der "Emmanuel Preparatory School" in Akrokeri 71

72 Bibliothek der "Emmanuel Preparatory School" Der Eigentümer der "Unique Royal Academy Preparatory School" in Obuari-Kunka Schulhof der "Unique Royal Academy Preparatory School" in Obuari-Kunka 72

73 Die Bildungsunternehmerin der "BAAH Memorial Community School" in Ampayoo- Kumasi Schuluniformen der "BAAH Memorial Community School" Der Schulbus 73

74 Die "Peace International School" in Daban Die "Peace International School" in Daban Die "Amazing Grace International School" 74

75 Einfache Schulmöbel in der "Mascapone Living Academy School" in Breman Nlontwima Die "Romesco International School" im Dompoase-Adansi North District Der Schulhof der "Romesco International School" Dompoase-Adansi 75

76 Die Christ is the answer Preparatory School in Dompoase Der Innenhof Schüler unterstützen sich 76

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