4.1 Grundlagen der psychologischen Diagnostik. Wintersemester 2008/ 2009 Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Frau Prof. Dr. Gabriele Helga Franke

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1 4.1 Grundlagen der psychologischen Diagnostik Wintersemester 2008/ 2009 Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) Frau Prof. Dr. Gabriele Helga Franke

2 GHF im WiSe 2008 / 2009 an der HS MD-SDL(FH) im Studiengang Rehabilitationspsychologie, B.Sc., 3. Semester Modul: 4.1 Einführung in die psychologische Diagnostik KAPITEL 2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN 2.5 THEMEN, VERFAHREN UND POPULATIONEN 2

3 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Beispiel: Auswahl eines Bewerbers für einen Studienplatz fachspezifischer Studierfähigkeitstest und Gespräch bei dem Test wird geprüft, ob der Kandidat die nötige Punktzahl erreicht und unter die Besten zählt ja - der Kandidat bekommt den Studienplatz nein - der Kandidat bekommt den Studienplatz nicht 3

4 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Beispiel förderungsorientierte Diagnostik die Fähigkeiten eines Kindes in den Bereichen Konzentration und Zahlenverständnis sollen überprüft werden es bedarf unterschiedlicher einzelner psychologisch-diagnostischer Tests, um die Leistungen des Kindes abzubilden Zahlenverständnis überprüfen 4

5 2.5 Themen, Verfahren und Populationen ZVT (Zahlen-Verbindungs-Test; Oswald & Roth, 1987) Anfang Ende

6 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Bewertung der Testleistung beim ZVF: Schnelligkeit der Bearbeitung werden die Zahlen in der richtigen Reihenfolge verbunden verbessert sich die Testperson bei der 2. Aufgabe wie verhält sich die Person während der Testsituation 6

7 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Besondere Umstände können natürlich die Testleistung einer Person beeinflussen und Auswirkungen haben auf: Lernfähigkeit Leistungsmotivation Belastbarkeit Frustrationstoleranz und Aggressivität Konzentration und Aufmerksamkeit 7

8 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Um eine Testleistung möglichst objektiv zu bewerten sind gewisse Gütekriterien nötig. Diese Gütekriterien bestimmen die Qualität eines psychologisch-diagnostischen Verfahrens. Die Gütekriterien haben sich etabliert und haben den Status von Rechtsverbindlichkeit. 8

9 2.5 Themen, Verfahren und Populationen Beispiel eines Tests ohne Gütekriterien (Wie emanzipiert sind Sie?; Brigitte, 1984/ 14, S ) Haben Behalten/ Sie Behielten schon einmal Sie Ihren längere Namen Zeit ohne auch eine im Falle feste einer Partnerschaft Eheschließung? gelebt? Ja Auf jeden Fall 0 Nur Möglicherweise kurze Zeit 21 Nein, nie warum auch 3 Allein der Gedanke macht mir Angst 4 9

10 GHF im WiSe 2008 / 2009 an der HS MD-SDL(FH) im Studiengang Rehabilitationspsychologie, B.Sc., 3. Semester Modul: 4.1 Einführung in die psychologische Diagnostik VERTIEFUNG: KLINISCH- PSYCHOLOGISCHE DIAGNOSTIK 10

11 Klinisch-psychologische Diagnostik Thema Zielgerichtete Anwendung der Methoden, Verfahren und Strategien der psychologischen Diagnostik auf Fragestellung der Psychiatrie (Stieglitz, 2006) Ziel Messung und Beschreibung intra- und interindividueller Unterschiede 11

12 Klinisch-psychologische Diagnostik Methoden Ziel Erkenntnisse über psychologische Sachverhalte Deskriptive Statistik, Inferenzstatistik, multivariate statistische Verfahren Testtheorie und Testkonstruktion klassische und probabilistische Testtheorie Hauptgütekriterien: Objektivität, Reliabilität, Validität Nebengütekriterien: Normierung, Skalierung, Ökonomie, Nützlichkeit, Zumutbarkeit, Unverfälschbarkeit, Fairness 12

13 Klinisch-psychologische Diagnostik Gründe für die zunehmende Wichtigkeit Operationalisierung psychischer Störungen Zunahme von Verfahren, die behandlungsrelevant sind Entwicklung von neuen Therapieverfahren, deren allgemeine wie spezifische Wirksamkeit entsprechend belegt werden muss Externe Forderungen nach Qualitätssicherung (Stieglitz, 2006) 13

14 Klinisch-psychologische Diagnostik Funktionen (Baumann & Stieglitz, 2003) Beschreibung Klassifikation Erklärung Prognose Evaluation 14

15 Klinisch-psychologische Diagnostik Dimensionen Unimodal Multimodal Dimensional Kategorial Störungsübergreifend Störungsbezogen Statusdiagnostik Verlaufsdiagnostik Theoriebezogen Nicht-theoriebezogen Diagnostische Zielsetzung Erfassung Facette, Ausschnitt Erfassung eines weiten Spektrums (Breitband) Schweregraderfassung, Quantifizierung Klassifikation Universelle und vergleichende Erfassung Spezielle und konstruktnahe Erfassung Ist-Zustand (Diagnose oder Prognose) Prozess- oder Veränderungserfassung Therapieorientiert/interventionsspezifisch Allgemeine Einsetzbarkeit 15

16 GHF im WiSe 2008 / 2009 an der HS MD-SDL(FH) im Studiengang Rehabilitationspsychologie, B.Sc., 3. Semester Modul: 4.1 Einführung in die psychologische Diagnostik DISKUSSION IM TUTORIUM 16

17 Freyberger & Stieglitz (2006) Leitlinien zur Diagnostik in der Psychiatrie und Psychotherapie

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