Schlafstörungen. 1) Dyssomnien (Schlafstörungen)

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1 Schlafstörungen Ungefähr 20% der österreichischen Bevölkerung leiden an Schlafstörungen. Dies führt zur Einschränkung des Wohlbefindens und der Leistungsfähigkeit. Insbesondere ältere Menschen leiden vielfach unter Schlafstörungen. Nach pharmakotherapeutischen Gesichtspunkten können Schlafstörungen in 4 Hauptgruppen mit weiterer Differenzierung eingeteilt werden: 1) Dyssomnien (Schlafstörungen) Unter einer Dyssomnie (Fehlschlaf) wird allgemein eine Beeinträchtigung des Schlafs hinsichtlich Dauer, Qualität und zirkadianer Periodik verstanden. Bei den Dyssomnien werden die Insomnie, Hypersomnie und Störungen des zirkadianen Schlaf-Wach- Rhythmus unterschieden. Unter klinischen Gesichtspunkten ist ferner bedeutsam, ob es sich bei der Insomnie um eine Einschlaf- oder Durchschlafstörung handelt 1a) Insomnien (Schlaflosigkeit) Insomnien sind Einschlaf- und Durchschlafstörungen, unerholsamer Schlaf sowie zu frühes Erwachen. Oft liegen die Störungen kombiniert vor. Die Leistungsfähigkeit am Tag ist vermindert. Insomnien können Symptome anderer Erkrankungen sein, aber auch organisch oder psychisch verursacht werden. Dementsprechend werden folgende Typen unterschieden: Schlaf-Apnoe-Syndrom Dabei handelt es sich um wiederholte Atemstillstände von mehr als zehn Sekunden Dauer. Hierbei wird die Sauerstoffsättigung im Blut verringert. In den Apnoe- Phasen kommt es zu einem sehr starken Anstieg der Herzfrequenz sowie des arteriellen Blutdrucks im kleinen und großem Kreislauf. Schlafapnoe kann Erkrankungen auslösen, insbesondere des Herz- Kreislauf- Systems. 1

2 Iodiopathische Insomnie Sie beruht wahrscheinlich auf einer genetischen Disposition, es sind keine auslösenden Faktoren feststellbar. Psychophysiologische Insomnie Diese Form ist auf eine Stress- Reaktion zurückzuführen (psychosoziale Belastung). Pharmakogene oder toxische Insomnie Von dieser Insomnie wird dann gesprochen, wenn diese durch Einnahme zentral erregender Substanzen wie z.b. Coffein, Amphetamine oder Appetitzügler ausgelöst wird. Situative Insomnie Eine situative Insomnie wird durch Umgebungsreize (Wetterveränderung, Schichtarbeit, Lärm, unregelmäßiger Lebenswandel) verursacht. Symptomatische Insomnie Hier ist die Insomnie ein Begleit- bzw. Folgesymptom einer organischen oder psychischen Erkrankung. 1b) Hypersomnien (abnorm starkes Schlafbedürfnis) Bei einer Hypersomnie (anhaltend abnorm hohes Schlafbedürfnis) besteht eine exzessive Einschlafneigung während des Tages. Bei ihrer Entstehung spielen genetische Einflüsse bzw. neurologische Störungen (vor allem Depressionen) eine Rolle. Hierzu wird die Narkolepsie gezählt. Narkolepsie Die Narkolepsie ist durch Einschlafattacken gekennzeichnet, die mit einem kompletten Tonusverlust der Skettlmuskulatur (Katalepsie) einhergeht. Die Schlafanfälle setzen abrupt ein und können von den Betroffenen nicht verhindert werden. Daneben macht sich ein kontinuierliches 2

3 Müdigkeitsgefühl bemerkbar. Die plötzlichen Schlafattacken führen zu einer erhöhten Unfall- und Verletzungsgefahr. 1c) Störungen des zirkadianen Schlaf- Wach- Rhythmus Störungen des zirkadianen Schlaf- Wach- Rhythmus sind durch einen Mangel an Synchronizität zwischen individuellem Schlaf- Wach- Rhythmus und Schlaf- Wach- Rhythmus der Umgebung gekennzeichnet. Jet-lag-Syndrom (Zeitzonenkater) Beim Jetlag handelt es sich um eine zirkadiane Rhythmusstörung. Die Symptome dieser Störung können Ein- und Durchschlafschwierigkeiten, Tagesschläfrigkeit, gastrointestinale Störungen, Gereiztheit und Konzentrationsstörungen sein. Das Jet- lag- Syndrom kann nach längerer Flugreisen durch die Zeitumstellung aber auch bei der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit bzw. umgekehrt auftreten. Am schnellsten gelingt die Umstellung, wenn man sich Licht aussetzt, denn dieses ist der stärkste exogene Zeitgeber. 2) Parasomnien (störende und krankhafte Begleitsymptome des Schlafs) Parasomnien sind durch auffällige und ungewöhnliche Verhaltensweisen im Schlaf gekennzeichnet., d.h. sie stellen störende und krankhafte Begleitsymptome des Schlafs dar. Hauptsächlich treten sie im Kindes- und Jugendzeitalter auf, sind aber meistens harmlos. Zu den Parasomnien werden gezählt: Schlafwandeln (Somnambulismus) Alpträume Nächtliches Zähneknirschen Nachtangst (Pavor nocturnus) Essen im Schlaf Schreien, Weinen und Sprechen im Schlaf 3

4 Aufwachstörungen (Arousal- Störungen) Bettnässen Störungen des Schlaf- Wach- Übergangs 3) Organisch und psychiatrisch bedingte Schlafstörungen Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen Schlafstörungen bei psychiatrischen Erkrankungen Schlafstörungen bei internistischen Erkrankungen 4) Schlafstörungen unterschiedlicher Genese Restless-Legs-Syndrom (RLS, Wittmaack-Ekbom-Syndrom) Hier handelt es sich um periodisch wiederkehrende, kurze Muskelkontraktionen, die Zuckungen in den Beinen (gelegentlich auch Arme) auslösen. Diese Bewegungen führen zu einem unruhigen Schlaf, der keine ausreichende Erholung bietet. Die Erkrankung wird zu den extrapyramidalen Hyperkinesien gerechnet. Chronisches Erschöpfungssyndrom Diese Erkrankung ist durch lähmende geistige und körperliche Erschöpfung, die mit weiterenindividuell unterschiedlichen Symptomen verknüpft sind, gekennzeichnet. Zum Krankheitsbild gehören Muskel- und Gelenksschmerzen, nicht erholsamer Schlaf, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Nervenzuckungen und Kribbeln im Körper. ************************** Nach der Internationalen Klassifikation von Schlafstörungen (ICSD), bei der auch Befunde aus den Schlaflaboratorien berücksichtigt werden, werden Schlafstörungen derzeit in 8 Gruppen unterteilt: 4

5 Insomnien Schlafbezogene Atmungsstörungen Hypersomnien Circadiane Rhythmusstörungen (Schlaf zur falschen Zeit) Parasomnien Schlafbezogene Bewegungsstörungen Isolierte Symptome Schlafstörungen unterschiedlicher Genese 5

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