Untersuchungen zur mikrobiellen Kontamination der Hausinstallation privater Wohnungen

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1 Untersuchungen zur mikrobiellen Kontamination der Hausinstallation privater Wohnungen Stefan Pleischl Christoph Koch Steffen Engelhart Martin Exner

2 Gliederung Fragestellung Durchführung der Untersuchungen Ergebnisse Schlußfolgerungen

3 Fragestellung 1. Welche mikrobiologische Belastung lässt sich bei üblicher häuslicher Nutzung des Wassers nachweisen? 2. Führen bestimmte Konstellationen in der privaten Hausinstallation besonders häufig zu Beanstandungen oder zu besonders hohen Kontaminationen? 3. Besteht ein gesundheitliches Risiko für immunabwehrgeschwächte Patienten bei häuslicher Pflege?

4 Durchführung Anleitung zur Probenahme Fragebogen Untersuchte Parameter Bewertungsgrundlagen

5 Anleitung zur Probenahme

6 Fragebogen

7 Untersuchte Parameter Parameter Untersuchte Volumina Methode Allgemeine Koloniezahl 1 ml Koch sches Plattengussverfahren E. coli, Coliforme Bakterien 100 ml Colilert Pseudomonas aeruginosa 100 ml EN ISO 12780: 2002 Legionellen 1, 10, 100 ml ISO Abstrich Pseudomonaden - Cetrimid-Selektiv-Agar (gem. EN ISO 12780) Pilze und Hefen 1, 100 ml Malzextrakt-2%Saccharose Agar (MEA 2%)

8 Bewertungsgrundlagen Zur Bewertung der bakteriologischen Ergebnisse wurden die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung 2001 herangezogen, für die Bewertung der Pilze und Hefen der hauseigene Erfahrungswert von 100 KBE/100mL. Bei der Bewertung ist zu berücksichtigen, dass es sich bei den Wasserproben ausdrücklich nicht um Probenahmen gemäß der TrinkwV 2001 handelt, da (entspr. üblicher privater Praxis) Stagnationswasser aus dem Duschkopf nicht vorher ablaufen gelassen wurde -> worst-case-bedingungen

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11 Ergebnisse Anzahl der Untersuchungen Fragebogen-Auswertungen Mikrobiologische Befunde Pseudomonaden Legionellen Allgemeine Koloniezahl (Gesamtkeimzahl) Pilze und Hefen

12 Anzahl der Untersuchungen Insgesamt nahmen 54 Haushalte von Mitarbeitern des Hygiene-Instituts an der Untersuchung teil

13 Fragebogenauswertung 1: Alter der Gebäude u. Duschschläuche Alter Duschschlauch Alter Gebäude Kürzlich gewechs elt älter als sechs Monate älter als 1 Jahr älter als zwei Jahre bis 2 Jahre Summe bis 10 Jahre bis 20 Jahre bis 50 Jahre älter als 50 Jahre Summe

14 Fragebogenauswertung 2: Art der Trinkwassererwärmung und Entkalkung der Duschköpfe Duschkopf entkalken Art der Trinkwassererwärmung Durchlauferhitzer Boiler < 400 Liter Boiler > 400 Liter Boilergröße unbekannt viermal jährlich 1 1 Summe zweimal jährlich seltener als zweimal jährlich Summe

15 Pseudomonaden-Nachweise Abstriche Wasser (KBE/100mL) Schlauch Siphon alle anderen Stellen waren Pseudomonaden negativ Anteil Nachweise Pseudomonaden in Abstrichen in % Duschschlauch Siphon 22,2 22,2

16 With kind permission of Prof. Dr.med.Matthias Trautmann, Hygiene Institute, Stuttgart

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19 Ergebnisklassen Legionellen je nach Alter Duschschlauch Alter Schlauch 0 Bis 10 Bis 100 Bis 1000 Bis über Summe ( 1) kürzlich gewechselt 8 8 ( 2) älter als sechs Monate 3 3 ( 3) älter als 1 Jahr ( 4) älter als zwei Jahre Summe Anzahl Überschreitungen je nach Alter Duschschlauch Alter Schlauch Legionellen E_coli Coliforme Pseudomonas KBE20 KBE36 Pilze Summe ( 1) kürzlich gewechselt ( 2) älter als sechs Monate ( 3) älter als 1 Jahr ( 4) älter als zwei Jahre Summe

20 Prozent 100 Grenzwertüberschreitungen nach TrinkwV in % nach Sofortentnahme in Privathaushalten am Duschkopf 90 87, ,5 11,1 13,0 9,3 1,9 Legionellen E. coli Coliforme Pseudomonas KBE20 KBE36

21 Prozent der Proben Nachweise von Pilzen und Hefen in % der Sofortentnahmen in Privathaushalten am Duschkopf , ,8 22,2 Demateaceen steriles Mycel Rhodotorula Acremonium Cladosporium schwarze Hefen 1,9 7,4 1,9 16,7 13,0 1,9 Hefen Phoma Fusarium

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23 Schlußfolgerungen

24 Zu Frage 2: Führen bestimmte Konstellationen in der privaten Hausinstallation besonders häufig zu Beanstandungen oder zu besonders hohen Kontaminationen? Statistische Auswertungen der Daten konnten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen den erhobenen Randbedingungen und den Ergebnissen belegen. Für eine gesicherte Aussage ist die gewählte Zufallsstichprobe offenbar zu klein bzw. sind die Randbedingungen zu ungleichmäßig verteilt. Eine Nacherhebung in einzelnen Hausinstallationen mit Überschreitungen vor allem bei den Legionellen ergab als Ursache Probleme, wie sie bereits im DVGW-Arbeitsblatt W551 beschrieben sind (zu lange Stichleitungen, schlechte Zirkulation, geringe Boilertemperaturen).

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26 Colony counts in water at the inlet and outlet of a silicone tube and at its internal surface CFU/mL ( inlet /outlet) CFU/cm 2 (film) Film on the inner surface Outlet Inlet Time (days)

27 Zu Frage 3: Besteht ein gesundheitliches Risiko für immunabwehrgeschwächte Patienten bei häuslicher Pflege? Die Untersuchungen zeigen, dass auch im häuslichen Umfeld grundsätzlich mit einer Kontamination insbesondere mit Legionellen bzw. mit Pseudomonas aeruginosa zu rechnen ist. Dies muss zukünftig bei der Risikoabschätzung berücksichtigt werden. Der Nachweis von Pilzen (z.b. Fusarium) sollte Anlaß für gründliche Beobachtungen (weiterführende Untersuchungen) sein. Daher erscheint es den Verfassern bei der Versorgung von immunsupprimierten Patienten im häuslichen Bereich als gerechtfertigt, im Sinne eines umfassenden Patientenschutzes die zum Reinigen und zur Anwendung am Patienten genutzten Wasserentnahmestellen, z. B. durch Ausstattung mit endständigen Filtern, unter Kontrolle zu halten.

28 Water and immunosuppressed patients - sterile water by end point-filtration

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30 Trautmann et al. 2003

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