Konjunkturbericht Bau BAUKONJUNKTUR. Juni GESCHÄFTSSTELLE BAU Seite 1 von DI Peter Scherer

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1 BAUKONJUNKUR Juni 2008 GESCHÄFSSELLE BAU Seite 1 von

2 Wirtschaft allgemein Gemäß der aktuellen WIFO-Schnellschätzung wuchs die Wirtschaft im 1. Quartal 2008 gegenüber der Vorperiode real um 0,8%; gegenüber der Vorjahresperiode betrug der Anstieg 3,5%. Weiterhin bildete die Auslandsnachfrage die Haupttriebfeder. Der Export erhöhte sich um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigt gegenüber dem Vorquartal real um 2%. Das Bruttoinlandsprodukt wird in Österreich von 2008 bis 2012 real um durchschnittlich 2,3% pro Jahr zunehmen. Wegen der internationalen Konjunkturabschwächung fällt das Wachstum damit etwas geringer aus als in den letzten fünf Jahren. Der Vorsprung gegenüber dem Durchschnitt des Euro-Raums bleibt jedoch erhalten. Der Preisdruck erhöhte sich im März weltweit. Auch in Österreich zeigte der harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) mit 3,5% eine Beschleunigung des Preisauftriebs an (nach 3,1% im Jänner und Februar); die Inflationsrate lag damit nur leicht unter jener des Euro- Raums von 3,6%. Die Entwicklung der Nahrungsmittel- und Energiepreise deutet darauf hin, dass der Preisauftrieb in den nächsten Jahren höher ausfallen wird. Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 ist mit einer Inflationsrate von 2,3% zu rechnen. Nach wie vor günstig ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt, welcher üblicherweise mit einer gewissen Verzögerung auf den Konjunkturverlauf reagiert. Nach dem besonders starken Zuwachs im Februar und März (+3,2% bzw. +3,0%) war die Zahl der unselbständig aktiv Beschäftigten in Österreich im April erneut um 2,6% höher als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sank nach österreichischer Berechnungsmethode von 5,8% im März auf 5,7% im April. Saisonbereinigt kommt allerdings sowohl der Beschäftigungsanstieg als auch der Rückgang der Arbeitslosenquote langsam zum Stillstand. Für die nächsten fünf Jahre zeichnet die Arbeitsmarktprognose ein günstiges Bild bezüglich der Beschäftigung. Der erwartete durchschnittliche reale BIP-Zuwachs von 2,3% pro Jahr wird eine Ausweitung der aktiven Beschäftigung um gut Personen bzw. 1,1% pro Jahr bewirken. (Quelle: Österreichisches Wirtschaftsforschungsinstitut [WIFO]) GESCHÄFSSELLE BAU Seite 2 von

3 Bau in Österreich Auch die Bauwirtschaft gewann im 1. Quartal 2008 nochmals an Schwung, um Saison- und Arbeitstagseffekte bereinigt wurde die Wertschöpfung dank des milden Winters gegenüber dem Vorquartal real um 0,7% ausgeweitet (+3% gegenüber dem Vorjahr). Die aktuelle Auftragslage wurde aber im jüngsten WIFO-Konjunkturtest als nur durchschnittlich bewertet. Vor diesem Hintergrund planen die Unternehmen nunmehr weniger Personal neu einzustellen als saisonüblich. Die Bauwirtschaft wird in den nächsten Jahren geringere Wachstumsraten erzielen als in den letzten fünf Jahren, in denen der iefbau dank der umfangreichen Investitionen in den Straßen- und Schienenbau rasch expandierte. Im Wohnbau ist eine Erholung zu erwarten. Die rege Immigration und die zunehmende Knappheit an Wohnungen werden diese Entwicklung akzentuieren. Die Nachfrage nach Wohnungen wird zunehmen und dem Wohnbau wieder Impulse geben. Für die Bahn ist ein umfangreiches Ausbauprogramm vorgesehen. Im Straßenbau werden jedoch die Zuwächse kleiner. Die gesamten Bauinvestitionen werden im Prognosezeitraum real um etwa 2,5% expandieren. In den ersten beiden Monaten 2008 erwirtschafteten die österreichischen Hoch- und iefbauunternehmen nach Berechnungen der Statistik Austria einen Bauproduktionswert von 1,66 Mrd. Euro (ein Plus von 19,7% im Vorjahresvergleich), wobei sich die Produktion sowohl im Hochbau (+10,7%) als auch im iefbau (+39,8%) positiv entwickelte. Der Anteil des Baugewerbes an der Bauproduktion liegt dabei im betrachteten Zeitraum mit rund 1,1 Mrd. (+13,8%) bei etwa 65%. Im Februar stieg der Produktionswert des Baugewerbes gegenüber dem Vorjahr um etwa 19%. Die Bauindustrie produzierte von Jänner bis Februar 2008 mit rund 570 Mio. um rund 27% mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Zusammenhang mit der Entwicklung der Bauproduktion ist die Kostensituation kritisch zu betrachten. Während im Wohnhaus- und Siedlungsbau laut Baukostenindex die Herstellkosten im März 2008 gegenüber dem Vorjahr um 4,8% gestiegen sind konnten die Baupreise zwar nachziehen, bleiben mit einem Plus von 3,9% jedoch hinter den Kostensteigerungen zurück. Die Ursachen für die Kostensteigerungen liegen hauptsächlich im massiven Preisanstieg im Rohstoff- und Energiesektor. Der Großhandelspreisindex für Baustahl ist alleine von April auf Mai (C55) um mehr als 26% gestiegen, Diesel um fast 10% womit die Preis- Kostenschere nochmals weiter auseinander gehen wird. (Quellen: WIFO, KMU-Forschung Austria, Statistik Austria, Geschäftsstelle Bau) GESCHÄFSSELLE BAU Seite 3 von

4 Stimmungslage im Baugewerbe (KMU Forschung Austria) Konjunkturbericht Bau Die Unternehmen des Baugewerbes beurteilen die aktuelle Geschäftslage laut Erhebung der KMU-Forschung Austria im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas schlechter. 20% der Betriebe beurteilen die aktuelle Geschäftslage mit "gut" (Vorjahr: 32%), 67% mit "saisonüblich" (Vorjahr: 61%) und 13% mit "schlecht" (Vorjahr: 7%). Der durchschnittliche Auftragsbestand ist im Vergleich zum Vorjahr von 17,6 auf 17,1 Wochen gesunken. Der durchschnittliche Anteil öffentlicher Aufträge am Auftragsbestand ist rückläufig und beträgt 16%. Die Auftragseingangserwartungen für den Zeitraum Juli bis September 2008 sind mit einem Saldo (positive versus negative Erwartungen) von +16% insgesamt um 13%-Punkte negativer als im Vergleichsquartal Im Branchendurchschnitt ist für das III. Quartal 2008 eine Erhöhung des Beschäftigtenstandes um 4,2% geplant. 30,0 25,0 20,0 15,0 10,0 5,0 0,0 Baugewerbe Auftragsbestand in Wochen f. d. 2. Quartal Österr. B K NÖ OÖ S Stmk V W , ,0 22,3 15,8 12,8 15,3 8,3 14,6 21, , ,5 24,6 16,4 14,3 17,7 13,6 17,6 16, ,1 13,8 11,8 19,6 18,7 16,9 15,1 13,4 15,8 18,7 Quelle: Bundesinnung Bau Baugewerbe - Österreich Auftragseingangserwartungen für das 2. und 3. Quartal 40% 30% 20% 10% 0% -10% -20% % 29% 26% 24% 29% 24% 21% 13% 11% 16% 4%- 8%- 9%- 13%- 12%- Eingangserwartung in % der Betriebe steigend sinkend Saldo Quelle: Bundesinnung Bau (Quellen: KMU-Forschung Austria, Geschäftsstelle Bau) GESCHÄFSSELLE BAU Seite 4 von

5 Beschäftigung Im März 2008 waren in Baugewerbe und Bauindustrie Arbeiter angemeldet. Der gemeinsame Durchschnitt der letzten 12 Monate stieg damit wieder um 0,5% auf etwa Beschäftigte an. Im Gewerbe nahm die Beschäftigung um 0,4% zu, die Industrie beschäftigte um 0,5% mehr Arbeiter als im Durchschnitt der 12 Monate davor. Arbeitslose Laut einer Pressemeldung des AMS ist die Zahl der Arbeitslosen am Bau im Mai um 9,1 Prozent oder fast 1100 Menschen auf Personen gesunken. Aktuelle Daten für den Hochund iefbau liegen derzeit nicht vor. Insolvenzen Nach Insolvenzbericht des KSV für das I. Quartal 2008 liegt die Bauwirtschaft, nur nach Anzahl der eröffneten Verfahren auf dem ersten Platz der Insolvenzstatistik. Mit 155 eröffneten Verfahren liegt die Bauwirtschaft im betrachteten Zeitraum vor, mit Passiva in der Höhe von 82,1 Mio. (-5,2%) allerdings in der Insolvenzstatistik hinter den Unternehmensbezogenen Dienstleistungen. GESCHÄFSSELLE BAU Seite 5 von

6 Aktuelle Statistikdaten BUAK WKO ÖSA Baugewerbe Bauindustrie Betriebe ø ø Beschäftigte ø ø Lehrlinge Bauproduktionswert Hoch- & iefbau Mio AMS ÖSA Ö S A Ö S A Arbeitslose (H&-Bau = ÖNACE 45.1, 45.2 ohne 45.22) Bauwesen H&-Bau Dez Dez Arbeitslose H&-Bau Durchschnitt 2007: (-12,7%) (-3,7%) (-3,7%) Feb ,6 (3,2%) Verbraucherpreisindex VPI 2005 (2005=100) März ,4 (3,5%) April ,7 (3,3%) Baupreisindex W&S-Bau; Veränderungsrate I/07 - I/08 3,9% Baukostenindex W&S-Bau; Veränderungsrate 03/07-03/08 4,8% [%] 16,0 Bauproduktion und Auftragseingänge im Hoch- und iefbau Veränderung des gleitenden Durchschnitts in % für 12 Monate zum Vorjahresmonat 14,0 12,0 10,0 8,0 6,0 4,0 2,0 0,0 Jän.05 Feb.05 Mär.05 Apr.05 Mai.05 Jun.05 Jul.05 Aug.05 Sep.05 Okt.05 Nov.05 Dez.05 Jän.06 Feb.06 Mär.06 Apr.06 Mai.06 Jun.06 Jul.06 Aug.06 Sep.06 Okt.06 Nov.06 Dez.06 Jän.07 Feb.07 Mär.07 Apr.07 Mai.07 Jun.07 Jul.07 Aug.07 Sep.07 Okt.07 Nov.07 Dez.07 Bauproduktionswert Österreich Auftragseingang Österreich Grafik: Geschäftsstelle Bau / Quelle: SAISIK AUSRIA GESCHÄFSSELLE BAU Seite 6 von

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