THEMA 1: FEHLER BEI DER SIGNALISATION AM START

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1 Workshop III NRO THEMA 1: FEHLER BEI DER SIGNALISATION AM START 1

2 Thema 1: Fehler bei der Signalisation am Start Ausgangslage: Fehler in der Signalisation während des Startprozederes sind regelmässig zu beobachten. Um Proteste auf Wiedergutmachung zu vermeiden, muss der WFL rasch die richtige Entscheidung treffen und die möglichen Konsequenzen abwägen. Fragestellung: 1. Schätze die Situation in den Beispielen ein und diskutiere die möglichen Handlungsoptionen. Wie soll der WFL nun reagieren? 2. Gebt jeweils die Grundlagen in den Regeln dazu an? 2

3 Situation 1.1: Flaggen stimmen nicht Beim 1-Minuten Signal wird die Flagge P versehentlich nicht gestrichen. Das akustische Signal folgt korrekt. Der WFL merkt das Versehen rund 45 Sek. vor dem Start. 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 3

4 Situation 1.2: Schallsignal kommt zu spät Beim Vorbereitungssignal streikt die Pistole und der Schuss kommt rund 8 Sekunden zu spät. Das Flaggensignal wird richtig gesetzt. 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 2. Annahme: Würde dein Verhalten in Pt. 1 abweichen, wenn der Schuss gar nicht abgegeben worden wäre? 4

5 Aufgabe 1.3: Diskutiert folgende Punkte Gibt es in der WR eine Unterscheidung bezüglich der Wichtigkeit von akustischen und optischen Signalen? Wie ist das allgemeine Verfahren, wenn das Schallsignal zeitlich nicht mit dem optischen Signal übereinstimmt? Bspw. zu früh oder zu spät ist. Gilt bei Signalen im Startprozedere diesbezüglich etwas anderes als bei den sonstigen Signalen wie bspw. Abbruch, Verschiebung, Bahnabkürzung? 5

6 Workshop III NRO THEMA 2: RÜCKRUFSIGNALE 6

7 Thema 2: Rückrufssignale Ausgangslage: Das richtige Vorgehen und die richtige Signalisation bei Frühstarts ist esseziell. Regelmässig gibt es aufgrund missverständlichen oder falschen Verhalten der WFL Proteste auf Wiedergutmachung. Die Zahl der Proteste auf Wiedergutmachung aufgrund von Rückrufen soll in Zukunft verringert werden. Fragestellung: 1. Schätze die Situation in den Beispielen ein und diskutiere die möglichen Handlungsoptionen. Wie soll der WFL nun reagieren? 2. Welche Grundlagen in den Regeln gibt es dazu? 7

8 Situation 2.1: Verhalten bei Frühstart 1. Wir starten unter WR mit Flagge P. Beim Startsignal sind 5 Boote über der Startlinie. Wie verhältst du dich in folgenden Situationen: a) Du identifizierst alle 5 Boote eindeutig. b) Du identifizierst 4 der 5 Boote eindeutig. c) Du identifizierst 2 der 5 Boote eindeutig. 2. Wie ist dein Verhalten in der gleichen Situationen, wenn unter WR 30.3 gestartet wird? 8

9 Situation 2.2: Flagge zu früh Start von 80 Optimisten unter Black Flag WR Sekunden vor dem Start sind rund 25 Boote über der Linie. Der Wettfahrtleiter schreibt fleissig auf und sagt zu seiner Crew: «das wird ein Massenfrühstart». Seine Crew interpretiert dies als Anweisung und setzt den 1. Hilfsstander mit zwei Schallsignalen. Die Segelnden sind verwirrt, da das Signal deutlich vor dem Start kam. Auf der Black Flag Liste des WFL sind 15 Boote. 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 9

10 Situation 2.3: Fehlendes Schallsignal Beim Start mit Flagge P erkennt der Wettfahrtleiter vier Boote klar über der Linie. Er entscheidet sich für Einzelfrühstart. Die Flagge X wird korrekt unmittelbar nach dem Startsignal gesetzt. Die Hupe streikt, da sie die Gaspatrone leer ist. Nach dem Austauschen der Gaspatrone der Hupe (20 Sek. nach dem Start) kommt ein Schallsignal. 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 10

11 Situation 2.4: Falsche Flagge Der Wettfahrtleiter erkennt einige Frühstarter und möchte Einzelrückruf signalisieren, die Person an den Flaggen zieht aber versehentlich die Flagge N «Abbruch der Wettfahrt». Es gibt 1 Schallsignal. Ein Segler fährt zurück, alle anderen fahren weiter. 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 11

12 Workshop III NRO THEMA 3: PROTEST DURCH DAS RACE COMMITTEE 12

13 Thema 3: Protest durch Race Committee Ausgangslage: Selten sieht man die WFL einen Protest einreichen, obwohl Regelverstösse stattfinden. Oft ist unklar, bei welchen Vorfällen der WFL aktiv werden und einen Protest gegen ein Boot einreichen soll/muss. Fragestellung: 1. In welchen Fällen soll/muss die Wettfahrtleitung einen Protest einreichen? Grundlagen in den Regeln? 2. Schätze die Situation in den Beispielen ein und diskutiere die möglichen Handlungsoptionen. Wie soll der WFL nun reagieren? 3. Wie ist in den unter Punkt 1 genannten Fällen korrekte vorzugehen? 13

14 Situation 3.1: Bojenberührung An Land angekommen teilt dir der Fahrer des Bojenkontrollboots mit, dass er in der 1. Wettfahrt zwei Boote beobachtet hat, welche die Boje offensichtlich klar berührt haben. Eine unmittelbare Entlastung wurde nicht beobachtet. Wie ist dein Verhalten als WFL? 14

15 Situation 3.2: Vermessungsprotest An einer 470er SM findet am ersten Tag eine Kontrollvermessung der Segel statt. Am 2. Regattatag meldet dir der Vermesser mündlich, «er habe beobachtet, dass ein Boot die beiden heutigen Wettfahrten mit einem unvermessenen Spinnacker unterwegs war». 1. Wie ist dein Verhalten als WFL? 2. Annahme: Inwiefern weicht dein Verhalten von Pt. 1 ab, wenn die Info statt vom Vermesser: a) von einem Trainer kommt. b) von einem Mitglied der WFL (Bojenleger) kommt. 15

16 Situation 3.3: Verstoss gegen die SA In den Segelanweisungen ist folgendes festgehalten: Verstösse gegen die Segelanweisungen 11.3, 18, 21, 23, 24, 25 und 26 sind nicht Gründe für einen Protest durch ein Boot. Das ändert die Regel 60.1(a). Strafen für diese Verstöße können geringer sein als eine Disqualifikation, wenn das Schiedsgericht so entscheidet. 25. Einschränkungen des Aus dem Wasser Nehmens Kielboote dürfen während der Regatta nur unter den Bedingungen einer vorher eingeholten schriftlichen Erlaubnis der Wettfahrtleitung aus dem Wasser genommen werden. Am zweiten von insgesamt vier Regattatagen beobachtest du als WFL, dass ein Boot unmittelbar nach der letzten Wettfahrt ausgewassert und gereinigt wird. 1.Wie ist dein Verhalten als WFL? 16

17 Workshop III NRO THEMA 4: ABSEGELN DER BAHN 17

18 Thema 4: Absegeln der Bahn Ausgangslage: Die Formulierung der Regel 28 hat in der Vergangenheit oft zu Unklarheiten und Diskussionen geführt. Vor diesem Hintergrund gab es immer wieder unkorrekte Vorgehensweisen und Wertungen durch die WFL. Fragestellung: 1. Beurteile in den beschriebenen Situationen das Verhalten des WFL. 2. Inwiefern hat sich die Regel 28 in der WR genenüber vorher geändert? 18

19 Situation 4.1: Boje falsch gerundet Du bekommst als WFL über Funk die Information vom Bojenkontrollboot in Lee, dass ein Boot die letzte Boje falsch herum gerundet hat und den Kurs weitersegelt. Kurze Zeit später kommt es ins Ziel. 1. Was unternimmst du als WFL? 2. Wie wird das Boot gewertet? 3. Annahme: Nach dem Zieldurchgang wird der Skipper des Bootes von einem Konkurrenten auf sein Fehler hingewiesen. Daraufhin segelt er zurück zur Leeboje und korrigiert seinen Fehler. Das Boot schafft es gerade noch im Zeitlimit wieder ins Ziel zu segeln. Inwiefern ändert dies dein Verhalten als WFL? 19

20 Situation 4.2: Alle segeln den falscher Kurs In den Segelanweisungen wurden als Kurse die Trapezkurse A) Innerloop und B) Outerloop definiert. Der WFL signalisiert rechtzeitig und korrekt Kurs A. Das führende Boot segelt jedoch einen Outerloop, wobei ihm die anderen Boote folgen. Das ganze Feld ist dran, den falschen Kurs zu segeln. 1. Was unternimmst du als WFL? 2. Annahme: In der beschriebenen Situation kommen alle Boote ins Ziel. Wie wertest du die Boote? 20

21 Workshop III NRO THEMA 5: ZIELDURCHGANG 21

22 Thema 5: Zieldurchgang Ausgangslage: Die Formulierung der Definition Zieldurchgang hat in der Vergangenheit oft zu Unklarheiten und Diskussionen geführt. Vor diesem Hintergrund gab es immer wieder unkorrekte Wertungen durch die WFL. Fragestellung: 1. Beurteile in den beschriebenen Situationen das Verhalten des WFL. 2. Inwiefern hat sich die Definition Zieldurchgang in der WR genenüber vorher geändert? 22

23 Situation 5.1: Zu früh im Ziel Ausgangslage: Up-and-Down Kurs mit drei Runden und einem separatem Ziel im Luv der Luvboje. Ein Boot kommt nach zwei gesegelten Runden direkt ins Ziel. 1. Was unternimmst du als WFL? 2. Wie wertest du als WFL dieses Boot? 3. Annahme: Der Skipper merkt, kurz nach dem Zieldurchgang, dass er zu früh ins Ziel gesegelt ist. Er nimmt wieder Fahrt auf und begibt sich auf die dritte Runde. Inwiefern ändert dies dein Verhalten als WFL? 23

24 Situation 5.2: Zielboje berührt Es herrschen leichte Winde um 5kn und eine leichte Strömung mit gleicher Richtung wie der Wind. Ein Boot nähert sich der Ziellinie sehr nahe an der Zielboje. Der Bug geht über die Linie und die WFL hupt das Boot ab. Der Zieldurchgang wird notiert. In Freude über den erreichten Rang ist der Skipper unachtsam. Die Strömung drückt das Boot in Richtung Zielboje, welche es mit dem Heck klar berührt. Der Skipper bemerkt den Vorfall und entfernt sich von der Boje. 1. Was unternimmst du als WFL? 2. Wie wertest du als WFL dieses Boot? 24

25 Situation 5.3 Zwei Mal durchs Ziel Ein Boot überquert die Ziellinie von der letzten Bahnmarke her kommend auf dem 15. Rang. Die Crew des Zielbootes notieren die Nummer auf der Einlaufliste. Zwei Minuten später überquert das selbe Boot wieder die Ziellinie, diesmal auf Rang Was unternimmst du als WFL? 2. Wie wertest du als WFL dieses Boot? 25

26 Workshop III NRO THEMA 6: STARTPROZEDRE MIT FLAGGE U 26

27 Thema 6: Startprozedere mit Flagge U Ausgangslage: Bei Start unter Flagge P (WR 30.1) kommt es mit grossen Feldern oft zu Massenfrühstarts, da die Boote bis zur letzten Sekunde über der Linie sind und erst kurz vor dem Start von oben eintauchen möchten. Seitens der ISAF ist nun eine neue Möglichkeit vorgesehen diesen Massenfrühstarts entgegenzuwirken. Aufgabenstellung: 1. Studiere die beiliegenden Unterlagen und Regeln 2. Diskutiert die möglichen Anwendungsfälle der Flagge U. Wann ist eurer Meinung nach die Anwendung sinnvoll? 3. Wie soll konkret vorgegangen werden, wenn Flagge U verwendet wird? «U» anstatt «P»? oder «U» anstatt «Black Flag»? Oder «U» als Zwischenschritt, nach «P» und vor «Black Flag»? 27

28 Anhang L: Leitfaden für Segelanweisungen Quelle: WR Anhang L: Leitfaden für Segelanweisungen, Deutsche Übersetzung des DSV 28

29 ISAF Race Management Policies Quelle: ISAF Race Management Policies, Nov

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