Oktavtag von Weihnachten Hochfest der Gottesmutter Maria 1. Januar, Neujahr Lesejahr ABC

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1 Oktavtag von Weihnachten Hochfest der Gottesmutter Maria 1. Januar, Neujahr Lesejahr ABC : Lk 2, Einführung (kann auch vor dem vorgetragen werden) Das heutige ist der dritte Teil der Erzählung von Jesu Geburt nach Lukas. In ihm geht es darum, wie die Hirten und wir alle zu Jesus hinfinden. Die Hirten, die von Jesu Wesen erzählen, machen es uns vor, ebenso wie danach in besonderer Weise Maria, die Gottes Wirken in ihrem Herzen nachwirken lässt. Wir alle sind vom Evangelisten Lukas ausdrücklich eingeladen, uns mit den Hirten und mit Maria zu identifizieren und zu staunen, denn mit dem Wort alle im Text sind wir Hörenden gemeint. 2. Praktische Tipps zum Vorlesen a. Der Text im Zusammenhang: Einordnung, Textumfang Das ist der dritte Teil von der Geburtserzählung Jesu. Im ersten Teil nimmt der Kaiser äußerlich den Erdkreis ein, und für das neugeborene Kind ist kein Platz. Im zweiten Teil wird uns die Innensicht eröffnet- eine Offenbarung, vermittelt durch die Engel: wer Jesus seinem Wesen und seiner Heilsgestalt nach ist. Im dritten Teil der heutigen Lesung - wird die Wirkung auf die Hörenden erzählt, ihr sich Einlassen, ihre Wandlung (s.anhang). Die Erzählung endet mit dem Namen Jesus (Bedeutung des Namens: Jahwe hilft) im Kontrast zum Namen des Kaisers, Augustus (mit der Bedeutung der Erhabene ), am Anfang der Geburtserzählung in Lk 2. Der Lesungsausschnitt ist mitten aus dem Zusammenhang gerissen und allein im Blick auf Maria, deren Hochfest gefeiert wird, ausgewählt worden. Es ist empfehlenswert, wenigstens einen Teil des Verses 15 dazuzulesen. (s.unten). b. Betonen Aus dem heiligen nach Lukas. [15 Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander:»kommt, wir gehen nach Betlehem und sehen uns an, was da geschehen ist, was Gott uns bekannt gemacht hat!«] 16 Die Hirten eilten hin, kamen zum Stall und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag. 17 Als sie es sahen, 1

2 erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. 18 Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten. 19 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. 20 Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war. 21 Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus. c. Stimmung, Modulation Die Erzählung ist voller Bewegung, voller Handlung, äußerlich und innerlich. Erst im letzten Vers (Abschnitt) kommt die Erzählung zur Ruhe. Der Vortrag sollte also bis dahin lebhaft sein, so dass den Hörenden ein inneres Mitgehen nahegelegt wird, was der Evangelist Lukas will. 3. Textauslegung aus der Reihe Gottes Volk Das des heutigen Festtages ist erschreckend nüchtern. Die Hirten gehen nach Bethlehem. Die Engel sind in den Himmel zurückgekehrt. Aber ihre Botschaft wirkt! Die Hirten eilen nach Betlehem. Die Eile der Hirten ist wichtig. Die Botschaft duldet keinen Aufschub. Alles Unnötige wird übergangen, die Hirten finden rasch Maria, Josef und das Kind in der Krippe. Allerdings sind für sie nicht die Eltern, sondern nur das Kind entscheidend, weil es das Zeichen ist, auf das der Engel hingewiesen hatte (H. Klein). Für sie ist offensichtlich klar, dass nirgendwo anders als in Betlehem der Messias geboren sein konnte (vgl. Mi 5,1.3). Der neuere Streit darüber, ob nun Betlehem oder Nazaret der Geburtsort Jesu sei, ist ziemlich überflüssig. Betlehem ist vor allem ein theologisch bedeutender Ort! Denn es ist der Geburtsort des Königs Davids. In der Geburt dieses Kindes erfüllt sich uralte Sehnsucht von Menschen. Die Hirten erzählen von dem, was die Engel ihnen über das Kind gesagt hatten. Die Botschaft braucht ein Publikum. Und so sind selbstverständlich auch viele andere da. Und alle geraten über dieser Botschaft ins Staunen (W. Radl). Hier treten die Vielen auf den Plan, die von der guten Botschaft betroffen sind (J. Ernst). An der Krippe im Stall erscheinen die Engel nicht. Die Hirten bei ihrer alltäglichen, unansehnlichen Arbeit erfahren den Glanz der himmlischen Welt. Auf ihr armseliges Leben fällt plötzlich etwas von Gottes Glanz. Und davon erzählen sie. Der strahlende Glanz der göttlichen Botschaft kommt auf diese Weise in den ganz armseligen Stall. Es leuchtet noch einmal auf, wer dieses Kind ist: der Retter der Messias der Herr. 2

3 Das Leben der Hirten ist völlig verwandelt. Sie kehren zurück, sie preisen Gott, denn auf ihr armseliges Leben ist sein Glanz gefallen. Sie werden zu Boten der Geburt des Retters und so zu Urbildern christlicher Missionare. Die Hirten verschwinden wieder im Dunkel, aus dem sie für einen Augenblick hervorgetreten waren. Doch ihr Loben und preisen lebt fort im Bekenntnis der christlichen Gemeinde, die sich von der Botschaft angesprochen weiß (J. Ernst). Die Geburt dieses Kindes bedeutet Hoffnung für die ganze Welt. Die in Betlehem Zurückbleibenden aber staunen, und von Maria heißt es, dass sie das, was sie gehört hat, was geschehen ist, in ihrem Herzen bewegt. Sie wird erst nach und nach in das Geheimnis ihres Sohnes hineinfinden, das erzählen die Evangelien auf bewegende Weise (Lk 2,33-35; Lk 2,41-52; Mk 3,20-21; Lk 8,19-21; Lk 11,27-28; Apg 1,13f). Maria wird hier als eine Frau dargestellt, die die Dinge sorgfältig bedenkt. Sie vergisst nichts. Sie wird zum Typus der glaubenden Frau, die über die Botschaft staunt und sie immer neu meditiert (H. Klein). Die Tätigkeit Marias wird mit zwei Verben beschrieben: synetäreo, was heißen kann sich damit befassen, Lehren daraus ziehen, darauf acht geben. Maria ist also mit dem, was sie erfahren hat, innerlich beschäftigt, sie kommt nicht mehr davon los, es geht ihr nach und nach auf. Symballo bedeutet mehr als erwägen ; es bedeutet hier eher den wahren Sinn erfassen. Wer Jesus ist, das liegt nicht klar zu Tage. Den wahren Sinn seiner Sendung kann man erst nach und nach erahnen. Abschließend wird erzählt, dass Jesus wie jeder jüdische Junge beschnitten wird und den Name Jesus erhält. Die Benennung mit dem Jesus-Namen entspricht der Botschaft des Engels Gabriel in Lk 1,31. Wie wir heute wissen, war er ein damals im Judentum weit verbreiteter Name. Vielleicht soll damit auch die Normalität des Menschen Jesus betont werden. Der Name wird hier nicht theologisch ausgedeutet wie in Mt 1,21. Natürlich weiß der christliche Leser, dass Gottes besondere Verheißung über dem Leben dieses Kindes steht. (Franz Josef Ortkemper, Gottes Volk, A 2/2008, 30f) Dipl.-Theol. Anneliese Hecht Anhang 3

4 In der vom Kaiser beherrschten Welt kommt ein Kind zur Welt, für das kein Platz ist. Lk 2,1-7 V 1 V 2 V 3 Es geschah aber in jenen Tagen: Ausging ein Erlass vom KAISER AUGUSTUS: Aufgezeichnet solle werden der ganze Erdkreis. Diese erste Aufzeichnung geschah, als Quirinius Statthalter von Syrien war. Und alle zogen hin, sich aufzeichnen zu lassen, ein jeder in die seine Stadt. V 4 Hinaufstieg aber auch Josef von Galiläa aus der Stadt Nazaret nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt, weil er aus dem Haus und Geschlecht Davids war, V 5 um sich aufzeichnen zu lassen mit Maria, der ihm Angetrauten, die schwanger war. V 6 V 7 Es geschah aber, während sie dort waren: Erfüllt wurden die Tage, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Und sie wickelte ihn und bettete ihn in einer Krippe, weil sie keinen Platz hatten in der Unterkunft. 4

5 Die Herrlichkeit Gottes erscheint strahlend (Epiphanie) - im Kind, nicht im Kaiser. V 8 V 9 V 10 Und Hirten waren in derselben Gegend im Freien und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Und ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie; und sie fürchteten sich in großer Furcht; und es sprach zu ihnen der Engel: Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich frohbotschafte euch große Freude, welche zukommen wird dem ganzen Volk. V 11 V 12 V 13 V 14 Denn geboren wurde euch heute in Davids Stadt ein RETTER, der ist CHRISTUS; HERR. Und dies sei euch das Zeichen: Finden werdet ihr ein Neugeborenes, gewickelt, in einer Krippe liegend. Und plötzlich ward mit dem Engel eine Menge himmlischen Heeres; die lobten Gott und sagten: Herrlichkeit in den Höhen Gott und auf Erden Friede unter den Menschen des Wohlgefallens! 5

6 Menschen gehen hin zum Kind Jesus und kehren verwandelt in ihre Welt zurück. V 15 V 16 V 17 V 18 V 19 V 20 V 21 Und es geschah: Als fortgegangen waren von ihnen in den Himmel die Engel, redeten die Hirten zueinander: Lasst uns doch hingehen nach Betlehem und sehen dies Ding, das geschehen ist, das der Herr uns kundgetan hat! Und sie gingen eilend und fanden Maria und Josef auf und das Neugeborene in der Krippe. Da sie es aber sahen, taten sie kund das Wort, das zu ihnen geredet worden war über dieses Kind. Und alle, die es hörten, staunten über das, was von den Hirten zu ihnen geredet wurde. Maria aber bewahrte alle diese Worte, sie bewegend in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten zurück. Sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und, wie zu ihnen geredet worden, gesehen hatten. Und als erfüllt waren acht Tage, ihn zu beschneiden, da wurde genannt sein Name JESUS: 6

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