Der Netzwerk Insider Systematische Weiterbildung für Netzwerk- und IT-Professionals

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1 Sicherheit 2.0 BSI veröffetlicht aktualisierte TLSTK vo Dr. Simo Hoff ud Dipl.-Ig. Domiik Zöller Dr. Simo Hoff ist techischer Direktor der ComCosult Beratug ud Plaug GmbH ud blickt auf ahrelage Proekterfahrug i Forschug, Stadardisierug, Etwicklug, Plaug ud Betrieb i de Bereiche IT- Sicherheit, lokale Netze ud mobile Kommuikatiossysteme zurück. Dipl.-Ig. Domiik Zöller leitet des Competece-Ceter User-cetric Commuicatios (UcC) der ComCosult Beratug ud Plaug GmbH. Er berät eie Vielzahl vo Kude i Privatwirtschaft ud öffetlichem Sektor. Herr Zöller ist regelmäßig als Referet für die ComCosult Akademie tätig ud als Autor ud Co-Autor a eier Vielzahl vo Veröffetlichuge, wie z.b. der Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf (TLSTK II) des BSI, beteiligt. Am war es so weit: Das Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik (BSI) veröffetlicht die Aktualisierug der ursprüglich uter dem Name Techische Leitliie Sichere TK- Alage (TLSTK) bekate Leitliie zur Kozeptio vo Kommuikatioslösuge mit erhöhtem Schutzbedarf. Die u veröffetlichte Versio 2.0 der TL (so der offizielle Name) fasst de Begriff des Telekommuikatiossystems deutlich weiter als die Vorgägerversio. Die Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf (im Folgede kurz: TLSTK II) beleuchtet ebe klassische ud VoIP-basierte TK-Alage eie Vielzahl vo weitere Systeme für die Telekommuikatio. Hieruter falle uter aderem Uified Commuicatios & Collaboratio, die Itegratio mobiler Edgeräte, Videokoferezsysteme ud soziale Netzwerke ud Medie. Die techische Leitliie richtet sich dabei a Plaer, Beschaffer, Betreiber ud Revisore vo sichere Telekommuikatioslösuge sowie die i die Beschaffug ivolvierte Etscheider. Hierzu bietet die Techische Leitliie i drei Bäde verschiedee Werkzeuge a:

2 Teil 1, Gefährduge ud Sicherheitsmaßahme [1] diet der Vermittlug des Basiswisses zu de betrachtete Techologie, der Beschreibug vo kokrete Gefährduge für Telekommuikatiossysteme sowie der Bereitstellug eies Maßahmekatalogs um diese Gefährduge zu begege. Er richtet sich a alle aufgeführte Zielgruppe ud bietet hierzu Iformatiosmaterial i verschiedee Detailstufe. Teil 2, Sicherheitskozepte [2] füllt die i Teil 1 dargestellte Techologie ud Maßahme mit Lebe ud bildet sie auf kokrete Awedugsszearie ab. Es werde Fallbeispiele verschiedester Orgaisatiosgröße ud -rolle besproche. Für edes Szeario wird im Sie eier exemplarische Sicherheitskozeptio eie Auswahl azuwededer Maßahme idetifiziert. Auf dieser Basis wird e Szeario eie Zielarchitektur für de hohe Schutzbedarf etworfe. Dieser Bad richtet sich vorragig a Plaer ud Sicherheitsveratwortliche. Teil 3, Beschaffugsleitfade [3] formuliert auf Basis der im erste Teil formulierte Maßahme kokrete Auswahlkriterie für Telekommuikatiossysteme, die diese zur Umsetzug der Maßahme erfülle müsse. Die Formulierug der Auswahlkriterie ist dabei so gewählt, dass sie im Sie eier UfAB-koforme [6] Ausschreibug eideutig ud möglichst als a/ei-frage beatwortet werde ka. Zu edem Auswahlkriterium werde zudem Prüfkriterie formuliert, die z.b. im Rahme eies Abahmetests bei eier Beschaffug eie Überprüfug der Umsetzug uterstütze solle. Dieser Beschaffugsleitfade diet somit sowohl der Uterstützug vo Beschaffer, als auch der i die Umsetzug ud Abahme ivolvierte Plaer, Betreiber ud Revisore. Die TLSTK II stellt somit eie Werkzeugkaste für de gesamte Lebeszyklus eies Telekommuikatiossystems mit erhöhtem Schutzbedarf dar. Der Awedugsbereich der TLSTK II ist edoch icht auf Systeme mit erhöhtem Schutzbedarf bei Behörde ud öffetliche Eirichtuge beschräkt. Die meiste der spezifizierte Maßahme sid als Ergäzug des IT-Grudschutzes ud zur Komplettierug darauf basiereder Sicherheitskozeptioe geeiget. Der Awedugsbereich der TLSTK II erstreckt sich somit auch auf privatwirtschaftliche Uterehme, welche ihre IT- ud TK-Systeme im Sie eies umfassede Iformatiossicherheitskozeptes schütze wolle ud sich hierbei a de Maßgabe des BSI orietiere. Aufgrud dieses uiverselle Awedugsgebietes wird i der Techische Leitliie eutral vo Orgaisatioe astelle vo Behörde oder Uterehme gesproche. Um eie Eidruck vom Mehrwert der TLSTK II für de Eisatz i de Orgaisatioe zu vermittel, werde die Ihalte der drei Teile im Folgede kurz diskutiert. Teil 1 Gefährduge ud Sicherheitsmaßahme Teil 1 bildet das Fudamet der gesamte Leitliie. Seie grudlegede Struktur ist Abbildug 1 zu etehme. Es wird zuächst eie Eiführug i die Systematik der TLSTK II gegebe. Eie Kurzfassug ud ei separat verfügbares Maagemet Summary [4] adressiere Etscheider, um Awedugsbereich ud Tragweite der Techische Leitliie eiorde zu köe. Ei Überblick über die behadelte Techologie erleichtert die Orietierug ud Eiordug der folgede Kapitel, welche sich detailliert mit eweils eiem Teil 1: Gefährduge ud Sciherheitsmaßahme Voice over IP Hybrid-Systeme UCC Videokofereze Kotaktceter Hädlersysteme Alarmierugssysteme SNM Outsourcig, Cloud,... Eibidug Mobiler Edgeräte Spez. TK- Systeme Prov.- basiert Komplex vo Telekommuikatiossysteme befasse. Jede Techologie wird i eiem weitestgehed eigestädige Kapitel behadelt. Diese weise eie immer idetische Struktur auf: Basiswisse vermittelt die für das Verstädis der Techologie otwedige Grudlage. Gefährduge stellt die i der spezifische Techologie begrüdete Gefährduge für die Iformatiossicherheit dar. Diese glieder sich eweils i Höhere Gewalt, Orgaisatorische Mägel, Meschliche Fehlhadluge, Techisches Versage ud Vorsätzliche Hadluge. Maßahme stellt allgemeie ud techologiespezifische Maßahme zur Miimierug der durch die Gefährduge implizierte Risike dar. Diese glieder sich i Maßahme auf Ebee der zetrale Systeme, Edgeräte, des Netzwerks, des Netz- ud Systemmaagemets sowie übergreifede Maßahme. Auf diese Weise werde die folgede techologische Themekomplexe als eigestädige Kapitel behadelt: Klassische Telekommuikatiossysteme Kurzfassug, Eiführug, Überblick Gefährduge Basiswisse Maßahme Ahäge Abbildug 1: Struktur des erste Teils der TLSTK II, Gefährduge ud Sicherheitsmaßahme Quelle: [1]

3 (Digital- ud Aalogtechik) Voice-over-IP-Lösuge Hybridsysteme Uified Commuicatios & Collaboratio Spezielle TK-Systeme Videokoferezsysteme Kotaktceter Hädlersysteme Alarmierugssysteme Providerbasierte Systeme Soziale Netzwerke ud Medie Outsourcig, IP-Cetrex, Cloud ud UCaaS Eibidug mobiler Edgeräte Die drei erstgeate bilde sogeate Basis-Telekommuikatiossysteme. Die i diese Kapitel beschriebee Grudlage ( Basiswisse ) sowie Gefährduge ud Maßahme sid auf adere Bereiche übertragbar. So basiere Sprach- ud Videoübertragug auf deselbe oder ähliche techische Mechaisme, weshalb das Kapitel Videokoferez das Basiskapitel Voiceover-IP refereziert ud als Grudlage voraussetzt. Im Rahme der Sicherheitskozeptio eier Videokoferezlösug wäre demetspreched beide Kapitel herazuziehe. Hierdurch wird Redudaz bei der Beschreibug der Basistechologie vermiede ud deoch ei hohes Maß a Eigestädigkeit für die Eizelkapitel erzielt. Der Aweder ka daher sehr zielgerichtet die für ih relevate Kapitel idetifiziere. Die Strukturierug der Leitliie ach Techologie ist Abbildug 2 zu etehme. Wede wir us u de Techologie im Fokus der Leitliie zu. Die bereits i der erste Versio ethaltee Beschreibuge der Basis-Telekommuikatiossysteme wurde umfassed aktualisiert ud dem Stad der Techik agepasst. Weitere, bereits i der erste Fassug ethaltee Techologie (z.b. TK-Applikatioe ud Videokoferezsysteme ) gige ebefalls i der überarbeitete Fassug auf. Die Maßahmekataloge sid dabei so gestaltet, dass eie grudsätzliche Vorgehesweise dargestellt wird, welche die Maßahme bei ihrer Bearbeitug im Sie eies Flussdiagramms i Beziehug setzt. Abbildug 3 illustriert dies am Beispiel vo VoIP. Im Vergleich zur erste Versio der Leitliie wurde zahlreiche weitere Themefelder aufgeomme. So beihaltet das Kapitel Uified Commuicatios & Collaboratio (UCC) zwar zahlreiche der ursprüglich uter TK-Applikatioe geführte Techologie, ergäzt diese aber zu eier gazheitliche Sicht auf das Thema UCC. Auch bis dato icht berücksichtigte, spezialisierte Techologie, wie z.b. Kotaktceter ud Hädlersysteme, wird Rechug getrage. Die Behadlug vo Alarmierugssysteme beschräkt sich ierhalb der TLSTK II auf eie Schittstellebetrachtug. Dies ist otwedig, da Alarmierugssysteme zu eier der häufigste Spezialitegratioe i TK-Systeme zähle. Eie Sicherheitskozeptio der Alarmierugssysteme selbst steht icht im Fokus der Leitliie. Weitere Schwerpukte sid, wie auch der Themekomplex UCC, aus der dramatische Veräderug des Marktes seit Er- Uified Commuicatio & Collaboratio (UCC) Ergäzug des Telekommuikatiossystems Klassische Telekommuikatio Orgaisatiositere Telekommikatiossysteme Eibidug Mobiler Egeräte Spezielle TK-Systeme Videokofereze Kotaktceter Basis-Telekommuikatiossystem Voice over IP (VoIP) Aktive Netzifrastuktur Passive Netzifrastuktur scheie der erste Versio im Jahr 2008 hervorgegage. Die wichtigste sid die Eibidug mobiler Edgeräte sowie Provider-basierter Kommuikatiossysteme, die vermehrt Eizug i Uterehme ud Behörde halte. Zu letztere zähle Soziale Netzwerke ud Medie (SNM), die getriebe durch die Privatutzug dieser Dieste ierhalb vo Orgaisatioe als Datequelle für Kommuikatiossysteme, als offizieller Kommuikatioskaal aber auch als Ergäzug des Hadwerkzeugs des eizele Mitarbeiters zum Eisatz komme. De hierdurch implizierte Gefährduge stehe viele Orgaisatioe heute oft rat- bis hilflos gegeüber. Es werde daher grudlegede Maßahme zur Kotrolle bzw. Kaalisierug der SNM-Nutzug diskutiert, die eie Orgaisatio i die Lage versetze solle, de Spagat zwische kotrollierter Nutzug ud ukotrolliertem Dateabfluss über soziale Netze zu meister. Hädlersysteme Alarmierugssysteme Provider-basierte TK-Systeme Soziale Netzwerke ud Soziale Medie Klassische TK Hybrid-Systeme Outsourcig, Cloud, IP- Cetre, UCaaS Abbildug 2: Eiordug vo Techologie i die Struktur der TLSTK II Quelle: [1] VoIP

4 Midestes ebeso otwedig ist die Behadlug des zweite, providerbasierte Techologiekomplexes: Outsourcig, IP- Cetrex, Cloud ud UCaaS befasst sich mit dem extere Hostig vo Kommuikatioslösuge im Allgemeie ud dem Eikauf vo Telekommuikatiosdieste aus der Cloud im Spezielle. Die beschriebee Gefährduge reiche vo fehlede Maßahme zur Aufrechterhaltug der Treug zwische verschiedee Orgaisatioe ( Madate ) bis zum Abfluss der Date aus dem Rechezetrum des Diestabieters. Es wird eie Reihe vo orgaisatorische, techische ud icht zuletzt vertragliche Maßahme diskutiert, die eie möglichst sichere Nutzug vo Telekommuikatiosdieste aus der Cloud ermögliche solle. Die Eibidug Mobiler Edgeräte rudet de erste Teil thematisch ab. Die betrachtete Techologie umfasse sowohl die stadort-itere Mobilität auf Basis vo DECT ud WLAN, als auch die Itegratio vo Mobilfuk-Edgeräte i die orgaisatiositere TK-Lösug (Fixed Mobile Covergece). Die Eibidug mobiler Edgeräte bildet ei Querschittsthema zu de im Vorfeld besprochee Techologie, das sowohl i der klassische TK, i VoIP-Lösuge ud UCC-Systeme aber auch ierhalb vo Spezialaweduge wie Alarmierugssysteme relevat ist. Aufgrud der vielfältige Awedugsbereiche, verschiedester Basis- VoIP-Absicherug erforderlich Sicherheitsmaßahme auf Ebee der zetrale Kompoete des VoIP-Systems (Härtug, Vireschutz, sichere Admiistratio, etc.) Zugriff auf zetrale Kompoete ud dere Date agemesse geschützt? Techologie vo Voice-over-WLAN bis hi zu Cat-iq ud de sicherheitstechische Herausforderuge vieler Systeme (ma Aufbau eier Sicherheitszoe für die zetrale Kompoete mit Firewall-Techike Hier wird der Spagat zwische dem schelle ud eifache Bezug kostegüstiger Dieste vo eiem extere Provider ud dem hohe Schutzbedürfis besoders deutlich. Währed Cloud Dieste oft ei höheres Schutziveau biete, als kleiere Orgaisatioe es emals wirtschaftlich realisiere köte, sid die verbleibede Restrisike bei der aktuelle techische ud vertragliche Situatio deoch erheblich. Ud so kommt ma i Hiblick auf de erhöhte Schutzbedarf zu dem Fazit: Es ist festzuhalte, dass uter de derzeitige techische ud vertragliche Gegebeheite bei erhöhtem Schutzbedarf auf eie Nutzug vo Outsourcig-Asätze mit geteilte Ressource also UCaaS aus Public Cloud ud Virtual Private Cloud sowie IP-Cetrex verzichtet werde muss. (siehe [1], S. 263). TLS, SRTP o. vergleichbar auf VoIP-Ebee möglich? Absicherug Mediestrom, z.b. SRTP Absicherug der Sigalisierug, z.b. TLS Sicherheitsmaßahme auf Ebee der Edgeräte dees VoIP-Systems (Härtug, sichere Kofiguratio etc.) Risiko durch Verwudbarkeit der IP-Telefoe tragbar? Risiko durch uautorisierte Geräteaschluss tragbar? Überwachug des VoIP-Systems, isbesodere der Diestgüte VPN möglich? Absicherug vo VoIP durch VPN Restrisiko tragbar? (logische) Netztreug, z.b. VLAN + ggf. VRF (logische) Netztreug, z.b. VLAN + ggf. VRF Netzzugagskotrole, z.b. IEEE 802.1X Abbildug 3: Flussdiagramm als roter Fade zur Bearbeitug der Maßahme Absicherug vo VoIP Quelle: [1] VoIP icht eisetzbar!

5 Teil 2: Sicherheitskozepte Voice over IP Hybrid-Systeme UCC Spezielle TK-Systeme Provider-basierte TK-Systeme Eibidug Mobiler Edgeräte Klassische Orgaisatio... Sehr große Orgaisatio Org. i Provider-Rolle Vorgehesweise Abbildug der Maßahme auf Kommuikatiosbeziehuge Kleie Orgaisatio Sicherheitskozept zur geeigete Sesibilisierug ud Schulug vo Aweder ud Admiistratore. Teil 1 der techische Leitliie gibt somit eie Gesamtüberblick über aktuell i öffetliche Eirichtuge ud privatwirtschaftliche Uterehme eigesetzte Telekommuikatiostechike sowie die damit verbudee Gefährdugslage. Ergäzedes Material, wie z.b. eie tabellarische Auflistug aller Gefährduge ud Maßahme der TLSTK II ud der aus de IT-Grudschutzkataloge referezierte Gefährduge ud Maßahme, rudet de erste Bad ab. Abbildug 4: Struktur des zweite Teils der TLSTK II, Sicherheitskozepte Quelle: [2] Teil 2 Sicherheitskozepte 1. Auswahl der relevate Maßahme für de ormale Schutzbedarf (z.b. aus BSI IT-GSK) 4. Detail-Festlegug: Umsetzug der Maßahme 5. Start 2. Erhöhter Schutzbedarf? Ergäzede Vorgabe a Kofiguratio/Betrieb 3. Erstellug Sicherheitskozept Auswahl der relevate zusätzliche Maßahme Teil 2 der techische Leitliie wedet die i Teil 1 formulierte Maßahme auf verschiedee Beispielszearie a. Struktur ud Ihalt dieses zweite Teils ist Abbildug 4 zu etehme. Zuächst wird hieri die allgemeie Vorgehesweise eier Sicherheitskozeptio auf Basis der TLSTK II beschriebe. Im Aschluss werde praxisahe Szearie beschriebe, welche im Folgede als Grudlage für eweils exemplarische Sicherheitskozeptioe heragezoge werde. Folgede Beispielszearie beschreibt die TLSTK: Kleie Orgaisatio: Awaltsbüro Mittlere Orgaisatio: großes Igeieurbüro Große Orgaisatio: Großkliikum Große Orgaisatio: Eergieversorger Sehr große Orgaisatio: Großkozer Spezielle Orgaisatiosform: Orgaisatio i Providerrolle 6. Vorgabe a Schuluge Abbildug 5: Vorgehesweise zur Sicherheitskozeptio gemäß BSI TLSTK II Quelle: [2] deke ur a Smartphoes) ist dieses Kapitel eies der komplexeste, aber auch spaedste der Leitliie. Nebe de Techologie-spezifische Gefährduge ud Maßahme listet der erste Teil zudem eie Reihe vo Geerell zu ergreifede Maßahme. Diese diee als Ergäzug ud sollte im Rahme eder Sicherheitskozeptio für Telekommuikatiossysteme Berücksichtigug fide. Die Spabreite dieser Maßahme reicht vo der sichere Kabelführug i Bereiche mit hohem Schutzbedarf bis hi Der Ausgagspukt der Sicherheitskozeptio sid u die BSI IT-Grudschutz-Kataloge [5], welche de ormale Schutzbedarf adressiere. Gemäß des Etscheidugsbaumes i Abbildug 5 wird ahad eier Schutzbedarfsaalyse über eie evetuell vorliegede erhöhte Schutzbedarf etschiede. Im Falle des erhöhte Schutzbedarfes wird u eie Auswahl der relevate Maßahme aus der TLSTK II getroffe. Gemeisam mit de Maßahme des Grudschutzes bilde diese die Ausgagsbasis für die Sicherheitskozeptio. Im weitere Verlauf der Kozeptio wird u die Umsetzug

6 Exter Iter dieses Maßahmekatalogs kokretisiert. Hieraus resultiere weitere Vorgabe für die kokrete Kofiguratio ud de Betrieb des Exter Iter Extere Orgaisatioe (X) Filiale (F) Extere Orgaisatioe (X) Filiale (F) Dieste (W) LAN + Dieste Stadorte (S) Stadorte (S) Abbildug 6: Struktur eier Orgaisatio mit Kommuikatiosedpukte ud -etze Quelle: [2] Systems, sowie Vorgabe für die Schulug vo Admiistratore ud Aweder. Provider (P) Remote User (R) Legede: Provider (P) Dieste Mobile / PSTN / Iteret / WAN / MAN (W) LAN + Dieste Edgeräte Remote User (R) Kommuikatiosverbiduge zwische gefärbte Felder komme zu Awedug. Abbildug 7: Auswahl der relevate Kommuikatiosedpukte für ei Awaltsbüro Quelle: [2] Der Fokus des zweite Teils der techische Leitliie liegt auf de i Abbildug 5 formulierte Schritte 3 ud 4, also der Auswahl relevater Maßahme sowie dere Umsetzug i eie techische Kozeptio. Für die Auswahl geeigeter Maßahme werde zuächst die relevate Techologie idetifiziert. Plat ma die Eiführug eier VoIP-Lösug, die im Parallelbetrieb zu eier existierede klassische Telefoalage aufgebaut werde soll (z.b. Migratiosszeario), sowie die Itegratio vo Smartphoes als itere VoIP-Nebestelle via Mobilfuk ud WLAN, so wählt ma die etsprechede Kapitel bzw. Maßahmekatalog aus Teil 1 aus. Aus dieser Vorauswahl werde u ahad der kokrete Struktur der Orgaisatio die relevate Maßahme ausgewählt. Hierzu diet das i der TLSTK II eigeführte Werkzeug der Kommuikatiosbeziehuge (siehe auch [2], Kapitel 2.3). Kommuikatiosbeziehuge beschreibe die Kommuikatiosflüsse ierhalb eier kokrete techische Lösug ierhalb eier Orgaisatio, die sich sowohl durch die Architektur der techische Lösug, als auch aus der Struktur der Orgaisatio selbst ergebe. Die Struktur eier Orgaisatio wird hierbei durch sogeate Kommuikatiosedpukte wie folgt gegliedert: Orgaisatiositer Stadorte (S) sid größere Liegeschafte mit eigeer Telekommuikatiosifrastruktur. Jede Orgaisatio hat midestes eie Stadort. Filiale (F) sid kleiere Liegeschafte ohe eigee TK-Ifrastruktur, abgesehe vo Ifrastrukture für de Notbetrieb. Es wird die Ifrastruktur eies Stadortes mitgeutzt. Remote User (R) umfasst Heimarbeitsplätze ud mobile Arbeitsplätze, a dee die Orgaisatio keie eigee TKud Netzifrastruktur betreibt. Orgaisatiosexter Extere Orgaisatioe (X) sid Stadorte, die icht direkt de Weisuge der Orgaisatio uterliege, aber ggf. der Orgaisatio Dieste bereitstelle bzw. a Dieste der Orgaisatio ageschlosse sid. Beispiele sid eigestädige Kozerutereh-

7 Abbildug 8: Grobkozeptio des Szearios "Awaltsbüro" Quelle: [2] me oder extere Parterorgaisatioe. Provider (P) stelle eigee Dieste zur Nutzug durch die Orgaisatio bereit. Vorgabe zur IT-Sicherheit köe allefalls über vertragliche Regeluge durchgesetzt werde. Diese Kommuikatiosedpukte sid durch verschiedee Netze miteiader verküpft. Somit ergibt sich die allgemeie Struktur eier Orgaisatio gemäß Abbildug 6. Zur Idetifikatio geeigeter Maßahme wählt ma u die i der Orgaisatio vorhadee Kommuikatiosedpukte aus. Ahad des Awaltsbüros lässt sich dies leicht verdeutliche. Das Awaltsbüro verfügt über eie Stadort (S), sowie über Mitarbeiter mit Telearbeitsplätze. Aufgrud der gerige Größe ka kaum eigee IT betriebe werde, weshalb viele Services vo eiem Provider bezoge werde. Eie Veretzug mit extere Orgaisatioe oder eie Abidug vo Filiale liegt icht vor. Die Auswahl der Kommuikatiosedpukte ergibt sich da gemäß Teil 3: Beschaffugsleitfade Voice over IP Hybrid-Systeme UCC Videokofereze Kotaktceter Hädlersysteme Alarmierugssysteme SNM Outsourcig, Cloud,... Eibidug Mobiler Edgeräte Spez. TK- Systeme Prov.- basiert Abbildug 7. Nu wird die Auswahl relevater Techologie getroffe. Gemäß Szearie-Beschreibug solle VoIP-Telefoie ud Uified Methodik Auswahlkriterie Prüfkriterie Abbildug 9: Struktur des dritte Teils der TLSTK II, Beschaffugsleitfade Quelle: [3]

8 Commuicatios & Collaboratio geutzt werde. Aufgrud der gerige Größe (ca. zeh Mitarbeiter) wird kei eigees IT- Persoal vorgehalte ud der Betrieb der UCC-Aweduge als UCaaS vo eiem extere Provider bezoge. Es sid somit die Maßahme der Kapitel Voice-over- IP ([1], Kapitel 4), UCC ([1], Kapitel 6), UCaaS ([1], Kapitel 8.2) sowie geerell zu ergreifede Sicherheitsmaßahme ([1], Kapitel 10) azuwede. Die Awedug der Maßahme bzgl. UCC wird icht durch die Orgaisatio selbst erbracht, soder muss vertraglich vom UCaaS- Provider eigefordert werde. Jede der obe aufgeführte Maßahme ist u eier oder mehrere Kommuikatiosbeziehuge zuzuorde. So betrifft beispielsweise die Verschlüsselug des Mediestroms (M-TK 31, siehe [1], Kapitel 4) die Kommuikatiosbeziehuge zwische alle Kommuikatiosedpukte, zwische dee Medieströme fließe. Dies sid im Falle des Awaltsbüros die Beziehuge Stadortiter, S-I (z.b. Stadortitere Telefoie) Stadort - Remote User, S-R (z.b. Orgaisatiositere Telefoie) Stadort Provider, S-P (z.b. Telefoie is öffetliche Festetz oder exter gehostete Kofereze) Remote User Provider, R-P (wie S-P) Diese Maßahme ist also für alle Kommuikatiosbeziehuge im Szeario Awaltsbüro azuwede ud somit i edem Fall Teil der Sicherheitskozeptio. Auf diese Weise ka ma u aus dem vorausgewählte Maßahmekatalog alle relevate Maßahme idetifiziere. Die verbleibede Maßahme müsse u i Hiblick auf ihre Realisierbarkeit geprüft werde. Ei wesetlicher Faktor ist hierbei die wirtschaftliche Leistugsfähigkeit der umsetzede Orgaisatio, die i Relatio zu de Restrisike durch Verzicht auf eizele Maßahme gesetzt werde muss. So muss z.b. im Szeario Awaltsbüro auf das Vorhalte separater Räumlichkeite für TK-Aweduge oder de Aufbau vo geschultem IT-Persoal aus wirtschaftliche Grüde verzichtet werde. So erhält ma schlussedlich eie Liste der umzusetzede Maßahme, die da i die Sicherheitskozeptio eies kokrete Awedugsszearios eifließe. Die Grobkozeptio des Szearios Awaltsbüro ist i Abbildug 8 dargestellt. Die Liste der für die eweilige Szearie azuwedede Sicherheitsmaßahme ist Teil 2 zu etehme (siehe [2], Kapitel 4.7). Teil 3 Beschaffugsleitfade Nach erfolgter Sicherheitskozeptio müsse dere Ergebisse atürlich i die kozeptkoforme Beschaffug eifließe. Hierzu bietet Teil 3 der Leitliie mit eiem Beschaffugsleitfade die etsprechede Werkzeuge. Zuächst wird die Methodik zur Defiitio ud Awedug dieser Werkzeuge dargelegt (siehe [3], Kapitel 2). Darauf aufbaued wird u für ede der i Teil 1 beschriebee Techologie eie Liste vo Auswahlkriterie defiiert. Ihalt ud Struktur des Beschaffugsleitfades sid i Abbildug 9 dargestellt. Auf Basis der im Rahme der Sicherheitskozeptio festgelegte Maßahme köe u die kokrete Systemeigeschafte i Form vo Auswahlkriterie für die Beschaffug eier Lösug formuliert werde. Jedes Auswahlkriterium diet der Umsetzug eier oder mehrerer Maßahme. Zu eder Maßahme existiert immer midestes ei Auswahlkriterium, welches die Umsetzug der Maßahme uterstützt. Die Auswahlkriterie sid dazu geeiget, als Kriterie eies Kriteriekataloges ach der Methodik der Uterlage für die Ausschreibug ud Bewertug vo IT-Leistuge (UfAB V, Versio 2.0, siehe [6]) zu diee. Eie Eiordug der Kriterie i Ausschlusskriterie, die zwiged erfüllt sei müsse Bewertugskriterie, dere Erfüllug erwüscht ist ud auf Basis eier zuvor festgelegte Bewertugsskala hooriert wird wird im Rahme des dritte Teils ebefalls exemplarisch vorgeomme (siehe [3], Kapitel 11). Wichtig ist hierbei, dass die i der techische Leitliie vorgeommee Gewichtug der Kriterie lediglich beispielhafte Charakter hat. Eie Auswahl ud Gewichtug der Kriterie ka ausschließlich auf Basis eier bereits erfolgte Lösugs- ud Sicherheitskozeptio erfolge, da asoste die Notwedigkeit eies Ausschlusskriteriums sowie die Gewichtug eies Bewertugskriterie icht sivoll bewertet werde ka. Eie Gewichtug ist also immer Eizelfalletscheidug ud ka iemals pauschal getroffe werde. Die techische Leitliie weist auf diese Umstad explizit ud umissverstädlich hi. Berücksichtigt ma dies, stellt der Beschaffugsleitfade ei wertvolles Werkzeug bei der Beschaffug sicherer Kommuikatioslösuge dar. I rud 250 Videobeiträge werde IT-Techike aschaulich vorgestellt, Treds aalysiert ud Progose zur Marktetwicklug gegebe. Nebe klassische IT- Techike wie UC, Rechezetrum ud Sicherheit werde auch Theme behadelt, die über das reie Fachwisse hiausgehe. So gibt es Schuluge zur Präsetatiostechik, Fotografie für PR ud Marketig ud Empfehluge für eie erfolgreiche Webauftritt. Mit dem Abo bleibe Sie immer auf dem aktuelle Stad.

9 Doch auch für die Implemetierug ud de Betrieb eier Telekommuikatioslösug bietet der Beschaffugsleitfade wichtige Werkzeuge. Zu edem Auswahlkriterium werde Vorgehesweise zur Prüfug vo Systemeigeschafte defiiert. Komplexere, sich ggf. für verschiedee Auswahlkriterie wiederholede Prüfkriterie werde zu allgemeie Prüfroutie zusammegefasst. So solle Plaer, Beschaffer, Betreiber ud Revisore i die Lage versetzt werde, die Umsetzug der zugesicherte Auswahlkriterie am kokrete System zu verifiziere. Dies diet zum eie der Abahme vo Implemetieruge vor Ibetriebahme, zum adere der regelmäßige Revisio der Systemsicherheit, z.b. der turusmäßige Auditierug oder der Revisio ach Durchführug vo größere Systemäderuge (Chages). Zusammefassug Mit der Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf stellt das BSI ei wichtiges Werkzeug zur Kozeptio, Beschaffug ud dem Betrieb vo sichere Telekommuikatioslösuge bereit. Durch verschiedee Verfahre zur Kategorisierug ud Bewertug vo Maßahme lasse sich Sicherheitskozepte vo Grud auf eu gestalte oder Bestehede um de Aspekt der Telekommuikatio erweiter. Sehr hilfreich sid hierbei der modulare, a Techologie orietierte Aufbau der Leitliie ud die Alehug a die geerelle Struktur des IT-Grudschutzes. Durch die ergäzede Teile zur Sicherheitskozeptio ud zur Beschaffug wird die techische Leitliie für Plaer ud Beschaffer, die im öffetliche ud private Sektor mit Systeme für de erhöhte Schutzbedarf befasst sid, ei uverzichtbares Stadardwerk. Es bleibt zu hoffe, dass sich die Aweder der techische Leitliie de Ratschlag des BSI zu Herze ehme ud der Beschaffug eier solche Lösug eie solide Sicherheitskozeptio ud eie sivolle Maßahmeauswahl vorastelle. Wird dies berücksichtigt, liefert die TLSTK II eie echte Mehrwert für die orgaisatiositere Telekommuikatio ud legt de Grudstei für eie echte Sicherheitsgewi. Die Ihalte ud Awedugsfälle der Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf werde Gegestad weiterer Veröffetlichuge auf diesem Medium sei. Im Rahme des ComCosult UC-, Video- ud Kommuikatiosforums 2014 werde Mitautore der Leitliie zugege sei um Ihe die Ihalte der TLSTK II äher zu brige ud praktische Awedugsfälle mit Ihe zu diskutiere. Wir freue us sehr auf eie rege Austausch ud darauf, Sie vom i Düsseldorf begrüße zu dürfe. Quelle [1] Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik, Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf, Teil 1 Gefährduge ud Sicherheitsmaßahme, Bo, Oktober 2014, https://www.bsi.bud.de/shareddocs/dowloads/de/bsi/publikatioe/ TechischeLeitliie/TKAlage/TLSTK_II- Teil_1%E2%80%93Basiswisse.pdf, (zuletzt besucht am ) [2] Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik, Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf, Teil 2 Sicherheitskozepte, Bo, Oktober 2014, verfügbar uter https://www.bsi.bud.de/shareddocs/dowloads/de/bsi/publikatioe/ TechischeLeitliie/TKAlage/TLSTK_II- Teil_2%E2%80%93Sicherheitskozepte.pdf, (zuletzt besucht am ) Das Wissesportal [3] Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik, Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf, Teil 3 Beschaffugsleitfade, Bo, Oktober 2014, verfügbar uter https://www.bsi.bud.de/shareddocs/dowloads/de/bsi/publikatioe/ TechischeLeitliie/TKAlage/TLSTK_II-Te il_3%e2%80%93beschaffugsleitfade.pdf, (zuletzt besucht am ) [4] Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik, Techische Leitliie für orgaisatiositere Telekommuikatiossysteme mit erhöhtem Schutzbedarf, Maagemet Kurzfassug, Bo, Oktober 2014, verfügbar uter https://www.bsi.bud.de/shared- Docs/Dowloads/DE/BSI/Publikatioe/ TechischeLeitliie/TKAlage/TLSTK_II- Maagemet-Kurzfassug.html, (zuletzt besucht am ) [5] Budesamt für Sicherheit i der Iformatiostechik, IT-Grudschutz-Kataloge, Bo, September 2013, verfügbar uter https://www.bsi.bud.de/de/theme/it- Grudschutz/itgrudschutz_ode.html, (zuletzt besucht am ) [6] Budesmiisterium des Iere (BMI), UfAB V - Uterlage für Ausschreibug ud Bewertug vo IT-Leistuge, Versio 2.0, Jui 2010, verfügbar uter UfAB/ufab_ode.html, (zuletzt besucht am ) Im Gegesatz zum Netzwerk Isider, desse Artikel lag ud ausführlich sid, sid alle Artikel auf dem Wissesportal kurz gehalte. Der Zugag zum Wissesportal erfordert keie Registrierug. Die Artikel des ComCosult Wissesportal gebe Ihe die Möglichkeit der Stellugahme, des Kommetars oder der Diskussio mit adere Leser.

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