Knowledge Management und Business Intelligence: Synergiepotenziale und Herausforderungen

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1 Knowledge Management und Business Intelligence: Synergiepotenziale und Herausforderungen Dipl.-Ök. C. Dittmar Folie 1 MIS 2001 Gliederung Managementmode Knowledge Management? Gründe - Strategien - Instrumente Business Intelligence Aus Daten Wissen generieren Synergiepotenziale von Knowledge Management & Business Intelligence Vision eines Business Intelligence-Systems der Zukunft Folie 2 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 1

2 Notwendigkeit zur Einführung von Knowledge Management Wissensexplosion Wissensexplosion Dezentralisierung Dezentralisierung führt führt zu zu Wissensinseln Wissensinseln Customer CustomerRelationship Management Management Verkürzung Verkürzung der der Zykluszeiten Zykluszeiten Wissensverlust Wissensverlust durch durch Outsourcing Outsourcing In In a global economy, knowledge may may be bea company s greatest competitive advantage. [Davenport/Prusak (1998)] (1998)] Informationsüberflutung Informationsüberflutung Globalisierung Globalisierung Fachpersonalkrise Intellektuelles Intellektuelles übersteigt übersteigt materielles materielles Kapital Kapital oft oft um um ein ein Vielfaches Vielfaches Folie 3 MIS 2001 Zunehmende Zunehmende Wissensintensitäintensitätaller aller Wissens- Managementprozesse Zunahme Zunahme von von wissensintensiveintensiven Produkten wissens- Produkten Hemmnisse eines Wissenstransfers in Unternehmungen Zeitknappheit Fehlendes Bewusstsein 70,1% 67,7% Unkenntnis über Wissesbedarf Einstellung "Wissen ist Macht" Fehlende Transparenz Fehlende Anreizsysteme Mitarbeiterspezialisierung Keine fördernde Unternehmenskultur Kein organisierter Wissensaustausch Ungeeignete IT-Struktur Hierarchische Strukturen Konkurrenz der Organisationseinheiten 39,4% 39,0% 34,6% 34,4% 32,3% 28,7% 28,7% 28,2% 28,0% 27,6% Angaben in Prozent der Befragten [Fraunhofer-IAO, 1997] Folie 4 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 2

3 Wir hungern nach Wissen und ertrinken in Informationen Wissen entsteht durch die Vernetzung von Informationen, so dass ein bestimmter Zweck unter spezifischen Kontextbedingungen effizienter verfolgt werden kann Wissen nutzt sich durch Gebrauch/Weitergabe nicht ab Wissen ist subjektrelativ und perspektivisch zweckbezogen kontextabhängig handlungsorientiert objektiv Syntax Semantik Pragmatik Zeichen Daten Information Wissen benötigt Menschen Wissen-wovon-für wen-wozu Wissen Folie 5 MIS 2001 Gestaltungsdimensionen für ein ganzheitliches Knowledge Management Humanorientiertes Knowledge Management Soziologie Mentorenprogramme Vertrauensbildende Maßnahmen Change Management Lernende Organisation Pädagogik Organisationsübergreifende Teams Psychologie Mensch Organisation Betriebswirtschaftslehre Anstreben einer lern- und kommunikationsoffenen Kultur Informatik Technik Expertensysteme Groupware-Systeme Gestaltung einer Knowledge Base Wirtschaftsinformatik Technikorientiertes Knowledge Management Folie 6 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 3

4 Strategien zum Umsetzen von Knowledge Management Ökonomie der Wissenswiederverwendung Einmalige Investition in ein Wissenskapital, das viele Male wiederverwendet wird Ausrichtung auf hohe Gesamteinnahmen anspruchsvolle Routineaufgaben mit Wiederholungscharakter Wettbewerbsstrategie Aufgabenart Ökonomie der individuellen Expertise Entwicklung höchst kundenspezifischer Lösungen für einzigartige Probleme Ausrichtung auf das Erzielen von hohen Gewinnen (pro Projekt) Innovative und kreative Aufgaben Folie 7 MIS 2001 Dokumentenbasierter Wissensaustausch KODIFIZIERUNG in Wissensbasen abgelegtes explizierbares Wissen Knowledge Management Strategie Interpersoneller Wissensaustausch PERSONALISIERUNG Nachweis von Personen mit implizitem Erfahrungswissen [Hansen/Nohria/Tierney, 1999] Wissensprozess und Einsatz von Software Meeting Support-Werkzeuge, Group Decision Support- Software OLAP Data Mining Text Mining Folie 8 MIS 2001 Verteilung des Wissens innerhalb einer Gruppe Wissenstransfer Online Kooperation Groupware Systeme Workflow Management Systeme Internet/Intranet- Technologien Wissensinnovation innerhalb der Organisation Wissensgenerierung / Wissensidentifikation Wissenslebenszyklus Wissenssuche / Wissensnavigation Auffinden des gespeicherten Wissens Dokument Management Systeme (Relationale) Datenbanksysteme Data Warehouse Wissenskodifizierung Extrahierung, Kategorisierung und Speicherung des Wissens für sich und andere Indexing-Engines Information Retrieval Knowledge Maps Dipl.-Ök. C. Dittmar 4

5 "Neue" Instrumente zum Knowledge Management Management von unternehmensinternem Wissen Institutionalisierte Kommunikationsforen Innerbetriebliche Dokumentations- Weiterbildung prozesse Anreizsysteme (E-Learning) Erhöhung Wissenslandkarten & des Handbücher und Handlungsspielraums -branchenbücher interne (Yellow / Blue Pages) Einführung von "Wissensrollen" (Wissens-Broker) Job-Rotation Betriebliches Vorschlagswesen und Ideenwettbewerbe Weisungsdienste Multifunktionale Projektgruppen und Qualitätszirkel Management von unternehmensexternem Wissen Zukauf von Fremd- Außerbetriebliche Organisationsdienstleistungen Weiterbildung zusammenschlüsse Rekrutierung Patente und Lizenzen Stakeholder-Mgmt. Folie 9 MIS 2001 Knowledge Management Zusammenfassung... ein systematischer Ansatz, um die organisatorische Wissensbasis und die damit in Verbindung stehenden Prozesse einer Unternehmung durch geeignete Interventionen hinsichtlich eines effizienten und effektiven Wissensflusses zur Steigerung des Unternehmenserfolges zu optimieren... umfasst die Gesamtheit der Managementaufgaben, die die Generierung der Ressource Wissen als Ergebnis des Transformationsprozesses von Daten über Informationen aus unternehmensinternen und -externen Quellen, die zielgerechte Nutzung der Ressource Wissen im Rahmen der Geschäftsprozesse und den Transfer der Ressource Wissen inner- und außerhalb des Unternehmens gestalten, steuern und kontrollieren.... umfasst strategische und operative Maßnahmen... ganzheitlicher Ansatz, der Interventionen in die drei Gestaltungsdimensionen Mensch, Organisation und Technik berücksichtigt Folie 10 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 5

6 Gliederung Managementmode Knowledge Management? Gründe - Strategien - Instrumente Business Intelligence Aus Daten Wissen generieren Synergiepotenziale von Knowledge Management & Business Intelligence Vision eines Business Intelligence-Systems der Zukunft Folie 11 MIS 2001 Business Intelligence (BI) analytischer Prozess, der fragmentierte Unternehmens- und Wettbewerbsdaten in handlungsgerichtetes Wissen über die Fähigkeiten, Positionen und Ziele der betrachteten internen und externen Handlungsfelder transformiert Schwerpunkt auf quantitativen, strukturierten Daten Web Log Mining Data Mining Decision Support System (DSS) Data Mart Management Information System (MIS) Data Warehousing Web Farming On-Line Analyical Processing (OLAP) Analytisches CRM Enterprise Information Portal (EIP) Folie 12 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 6

7 Begriffsverständnis Business Intelligence ETL Intelligente Agenten Orientierung Data Warehouse Standard- Reporting Ad-Hoc- Reporting OLAP Data / Text Mining MIS / EIS / DSS EIP Analytisches CRM Planung / Konsolidierung Kennzahlen / Balances Scorecards Weites BI- Verständnis Analyseorientiertes BI-Verständnis Enges BI- Verständnis Technik Anwendung Datenbereitstellung Datenauswertung Prozessschwerpunkt Folie 13 MIS 2001 Gliederung Managementmode Knowledge Management? Gründe - Strategien - Instrumente Business Intelligence Aus Daten Wissen generieren Synergiepotenziale von Knowledge Management & Business Intelligence Vision eines Business Intelligence-Systems der Zukunft Folie 14 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 7

8 Knowledge Management und Business Intelligence - Synergien Business Intelligence als Instrument Knowledge Management Synergiepotenziale: Gestaltungsprozess zum Aufbau eines BI-Systems Technik Nutzung eines BI-Systems und Gewährleistung der Knowledge Supply Chain Organisation Mensch Organisation Knowledge Management Technik Business Intelligence Folie 15 MIS 2001 Wissen des Gestaltungs- prozesses von BI-Systemen nutzen Festlegung einer unternehmensweiten geltenden Begriffsdefinition zu Strukturen und Kennzahlen ("one single point of truth") Ontologie zum Aufbau einer Knowledge Map weiterverwenden Ontologie zum Aufbau von Interessensprofilen weiterverwenden Institutionalisierung des Dokumentationsprozesses Lessons-learned Best-practices Reporting- und Planungsprozesse hinsichtlich Wissensfluss und Wissenstransparenz verbessern Gestaltung eines BI-Systems ist nicht nur ein IT-Thema! Partizipation der Fachabteilungen durch Bildung von Wissensrollen erhöhen Partizipation der Fachabteilungen bei Entwicklungsprozessen initiiert die "Spirale des Wissens" Folie 16 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 8

9 Knowledge Supply Chain Wissen zu Vorgehensweisen/Methoden bei Analyseprozessen dokumentieren (Navigationswissen) Best-practices Kontextbezug der Analyseergebnisse Integration von strukturierten und unstrukturierten Daten Die Realisation der bidirektionalen Versorgung mit Wissen erfordert entsprechende Organisationsstrukturen und Anreizsysteme Information (Warehousing) Zugriff (Data Access) Analyse (Analytical Application) Knowledge Supply Chain Wissen (Intelligent Frontends) Aktion (Knowledge Distribution) Daten Operative Geschäftsprozesse Folie 17 MIS 2001 Gliederung Managementmode Knowledge Management? Gründe - Strategien - Instrumente Business Intelligence Aus Daten Wissen generieren Synergiepotenziale von Knowledge Management & Business Intelligence Vision eines Business Intelligence-Systems der Zukunft Folie 18 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 9

10 Vom Data Warehouse zum Knowledge Warehouse Knowledge Warehouse (unstrukturierte Daten) Data Warehouse (strukturierte Daten) Navigations- Data Abfrage- und Push- und Pull- wissen/workflow Mining Berichtssysteme Technologien Executive -- Information Systeme OLAP- Frontend Portal-Technik Archivierungs- system Metadaten- bankystem Data Mart Data Mart OLAP Server Zentrale Datenbasis Text Mining ETL-System Intelligente Agenten Externe Daten Web Farming Operative Vorsysteme Metadatenintegration Folie 19 MIS 2001 Einsatz von Push- und Pull-Technologien Data Warehouse Knowledge Warehouse Ereignis Informationsprofil Agententechnologie Hypothesengestützt (OLAP, SQL) Hypothesenfrei (Data Mining) Anfrage Anwender Ergebnis Passives Data Warehouse Pull Empfänger Ergebnis Push Aktives Knowledge Warehouse Folie 20 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 10

11 Wissen über Navigationspfad nutzen Interaktion zwischen Anwender und OLAP-System erfolgt durch Sequenz von Abfragen innerhalb einer Arbeitssitzung (Session) Ansatz: Jede analytische Zielsetzung besitzt ein (benutzerspezifisches) charakteristisches Interaktionsmuster Vorteile der Speicherung von Abfragesequenzen Performancesteigerung Hilfestellung bei der Umsetzung neuer Anforderungen Wissen über die Anwendung (Navigationswissen) wird registriert Benutzer- und anwendungsübergreifende Ausweitung des Navigationspfades zu einem Workflow Kopplung mit Case Based Reasoning-Technologien zur aktiven Hilfestellung Umsetzung Berechnung des Abstands von multidimensionalen Abfragen (query distance), um ein Muster von Abfragesequenzen zu finden, die auf ähnlichen multidimensionalen Abfragen basieren Nutzungsprofil (task profile) kann Aufgabe und Navigationspfad verbinden Folie 21 MIS 2001 Integration unstrukturierter Daten Applikationsübergreifendes Dokumentenmanagement Wissensstrukturierung anhand der Metadaten des Data Warehouse bzw. der OLAP-Dimensionen Manuell: Anwendergetrieben über einen Redaktionsleitstand Automatisch: Verfahren des Text Mining Endbenutzer- werkzeuge Wissensbasis für unstrukturierte Daten (Dokument Management System) Endbenutzer- werkzeuge Text-Mining Mining: Metadaten- Categorizing banksystem (Indexdaten- Archivspeicher- Manuelle banksystem) system Kategorisierung Data Warehouse Metadaten- bankystem -- Zentrale Zentrale Datenbasis Datenbasis ETL-System Archivierungs- system Folie 22 MIS 2001 derzeitige Lösungen (z.b. Portalsysteme) Externe Daten Operative Vorsysteme Dipl.-Ök. C. Dittmar 11

12 Zusammenfassung Business Intelligence (BI) legt bisher den Schwerpunkt auf strukturierte Daten. In Zukunft werden integrierte BI-Systeme neben den strukturierten Daten auch unstrukturierte Daten verarbeiten und auswerten können. Die Integration auf Ebene der analyseorientierten Informationssysteme wird zunehmen. Integration von strukturierten und unstrukturierten Daten Integration von unternehmensexternen und -internen Daten Metadatenintegration zur Bildung einer unternehmensweiten Ontologie Integration von technischen Infrastrukturen Nicht die Analysemethoden an sich, sondern die organisatorische Ausgestaltung der Knowledge Supply Chain wird im Vordergrund des Einsatzes neuer BI-Systeme stehen. Folie 23 MIS 2001 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Dipl.-Ök. Carsten Dittmar Bochum Folie 24 MIS 2001 Dipl.-Ök. C. Dittmar 12

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