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2 Sitzungstermine Die Abstimmung der IT-Strategie für die Fachhochschule Erfurt erfolgte in den folgenden Sitzungsterminen: , 8-10 Uhr , Uhr , Uhr , 9-13 Uhr , Uhr , Uhr , Uhr , Uhr , Uhr II

3 Zusammenfassung Das vorliegende Dokument spiegelt die IT-Strategie für die Fachhochschule Erfurt in einer ersten Version wieder. Nach Auftrag des Präsidenten bezieht sich die IT-Strategie auf das zentrale Rechenzentrum, die dezentralen Einheiten sind nicht berücksichtigt. IT in Hochschulen durchdringt wie auch in Unternehmen alle Geschäftsprozesse in komplexer Weise. Durch die IT-Strategie wird die notwendige Transparenz erzeugt und langfristige Ausrichtung hergestellt. Sie kann dies nicht als einmaliges Projekt leisten, sondern muss als ein Prozess etabliert werden, um langfristig zum Erfolg zu führen. Auch die dezentralen Einheiten müssen in diesem Prozess betrachtet werden. Umfangreiche Inputs (bspw. Organisationsziele, Trends, Stakeholder) wurden detailliert analysiert. Parallel wurde die IT-Situation an der FH Erfurt analysiert. Dabei hat sich vor allem eine deutliche Schwäche im Hinblick auf Governance der Hochschulprozesse gezeigt, die letztlich negative Auswirkungen auf die IT hat. Wesentliches Ergebnis der IT-Strategie sind die in Kapitel 7 dargestellten Ziele. Strategischen Zielen sind konkrete Teilziele zugeordnet, die kurz-, mittel- und langfristig angelegt sind. Auf die Ableitung konkreter Maßnahmen, die sich an die Teilziele anschließen sollten, ist bewusst verzichtet worden, da hier die Hochschulleitung gefordert ist. Ohne das Erreichen dieser Ziele wird die IT- Unterstützung für die Hochschulprozesse an der FHE nur in geringer Qualität und mit vergleichbar hohen Kosten möglich sein. III

4 Inhaltsverzeichnis Sitzungstermine... II Zusammenfassung... III Inhaltsverzeichnis...IV Abbildungsverzeichnis...VII Abkürzungsverzeichnis...VIII 1. Einleitung und Motivation Bestandteile Vorgehen Input Analyse Leitbild Trends Technische Trends Nicht-technische Trends Zusammenfassung Rahmenbedingungen Externe Faktoren Status IT-Vision und Mission IT-Analyse Leadership IT-Strategie Unternehmensarchitektur Governance Service Management Infrastruktur Datennetz IV

5 Rechnerarbeitsplätze Server und externe Speichereinheiten Zentrale Betriebsräume Basisdienste Datenmanagement Beschaffung und Entsorgung Nutzer- und Zugriffsverwaltung Adress- und Domain-Verwaltung Kommunikationsdienste , Anrufbeantworter, Videokonferenz Voice Web-Service (Außendarstellung) Geschützte Innensicht Anwendungsdienste Prüfungsverwaltung Lehrveranstaltungsevaluierung Lernmanagement/e-Learning Lehrveranstaltungs- und Raumplanung Alumni-Verwaltung Zutrittskontrolle Zeiterfassung für Mitarbeiter Ressourcenmanagement Bibliotheksverwaltung und Verbundsysteme Asset Management Change Management und Project Portfolio Management Financial Management Performance Management Sourcing V

6 5.11. Security and Risk Management Organisation und Personen Zusammenfassung Ergebnis - IT-Vision und Mission Abgeleitete IT-Ziele Literaturverzeichnis...IX Anlage 1: FHE - IT-Versorgungskonzept des Hochschulrechenzentrums, Stand 11/ XI Anlage 2: FHE - IT-Versorgungskonzept des Hochschulrechenzentrums - Fortschreibung, Stand 10/ XII VI

7 Abbildungsverzeichnis Abbildung 1 Bestandteile einer IT-Strategie... 2 Abbildung 2 Vorgehensweise zur Erstellung einer IT-Strategie... 3 Abbildung 3 Auszug Qualität und Exzellenz aus dem Leitbild der FH Erfurt.. 4 Abbildung 4 Auszug Vielfalt und Interdisziplinarität aus dem Leitbild der FH Erfurt... 5 Abbildung 5 Auszug Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung aus dem Leitbild der FH Erfurt... 5 Abbildung 6 Auszug Effizienz und Transparenz aus dem Leitbild der FH Erfurt... 6 Abbildung 7 Auszug Katalysator der Entwicklung in der Region aus dem Leitbild der FH Erfurt... 7 Abbildung 8 Auszug Internationalität aus dem Leitbild der FH Erfurt... 7 Abbildung 9 Top Concerns Umfrage des ZKI [ZK08] Abbildung 10 Trend Bewertung Abbildung 11 Gartner Twelve Core IT-Management Disciplines [MR08, S. 6] Abbildung 12 Gartner Running IT as a Business [MR08, S. 9] Abbildung 13 Zentral betreute Arbeitsplätze Abbildung 14 Anzahl produktiver Server Abbildung 15 IT-Vision Map VII

8 Abkürzungsverzeichnis ABAP AG DCP FH FHE ITG KPI SAGS ZKI Advanced Business Application Programming Arbeitsgruppe Data Center Productivity Fachhochschule Fachhochschule Erfurt IT Governance Key Performance Indicator Ständige Arbeitsgruppe Software beim Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung e.v. VIII

9 1. Einleitung und Motivation Für eine zielorientierte Ausrichtung der IT wird eine IT-Strategie als unerlässlich angesehen. Die IT wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern bezogen auf die Unternehmensziele (hier den Zielen der Hochschule). Hier soll sich der Wert einer IT-Strategie langfristig zeigen. Mit ihr wird die notwendige Transparenz und langfristige Ausrichtung geschaffen, die für den Erfolg der IT im Hinblick auf die Ziele der Organisation notwendig ist. An der Fachhochschule Erfurt wurde durch die Kommissionen für Exzellenz und Qualität sowie Organisation und Finanzen im Ende 2008 die Einrichtung einer temporären Arbeitsgruppe zur Erarbeitung einer IT-Strategie für das zentrale Rechenzentrum empfohlen. Die Arbeitsgruppe wurde am mit einem Schreiben des Präsidenten der Fachhochschule eingesetzt und besteht aus den Autoren dieses Dokumentes. 2. Bestandteile A strategy takes a vision or objective and bounds the options for attaining it. (Gartner) The strategy has to define a target and also the actions and will lead there (the plan). (Clausewitz98) Basierend auf den Unternehmenszielen, unter Berücksichtigung der Ist-Situation und externer Einflussfaktoren definiert eine IT-Strategie also das Ziel und die notwendigen Schritte (auf abstrakter Ebene) um das Ziel zu erreichen. Die einzelnen Bestandteile einer IT-Strategie zeigt die folgende Abbildung: 1

10 Abbildung 1 Bestandteile einer IT-Strategie 1 3. Vorgehen Eine IT-Strategie ist kein Projekt, welches einmal durchgeführt eine feste Basis für die kommenden Jahre liefert. Sie muss in einem Prozess regelmäßig überarbeitet und so an die sich ändernden Einflussfaktoren angepasst werden. Für die Entwicklung einer IT-Strategie existieren verschiedenen Ansätze. Am bekanntesten sind die aus dem amerikanischen Raum stammenden Ansätze Togaf und das Zachmann Framework. In der Praxis werden diese Frameworks häufig deutlich an die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Unternehmens angepasst. Im Rahmen der Strategieentwicklung für die Fachhochschule Erfurt soll aufgrund seiner Einfachheit und Praxisorientierung dem Vorgehen von Tiemeyer [TI07] gefolgt werden, das sich stark an den amerikanischen Ansätzen orientiert. Zu Beginn erfolgt eine Input Analyse von sowohl internen Quellen wie der Unternehmensstrategie als auch externen Quellen wie IT-Trends. Hierauf aufbauend und die IT-Vision und Mission reflektierend, erfolgt eine IT-Analyse, 1 Tiemeyer, E.: IT-Strategien entwickeln, IT-Architekturen planen, 2007, S

11 nachdem zuvor die Ist-Situation erhoben und dokumentiert wurde. Aus der Analyse und unter Bezugnahme auf die IT-Vision und Mission werden anschließend die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele aufgestellt, sowie Messgrößen, um die Zielerreichung zu messen. Hier endet der konzeptionelle, nicht umsetzungsgetriebene Teil der IT-Strategie. Zur Umsetzung der Ziele können anschließend noch spezielle IT-Architekturen erarbeitet werden, die danach im Rahmen des Portfolio Planning in konkreten Realisierungsprojekten umgesetzt werden. IT-Controlling und IT-Governance unterstützen diesen Prozess. Abbildung 2 Vorgehensweise zur Erstellung einer IT-Strategie 2 2 : In Anlehnung an [Tiemeyer2007], S

12 4. Input Analyse Wie bereits dargestellt ist die Analyse der verschiedenen Einflussfaktoren ein wichtiger Schritt im Rahmen der Erstellung der IT-Strategie Leitbild Das Leitbild der FH Erfurt [FH08] bildet die Basis der Geschäftsstrategie der Fachhochschule. Aus den einzelnen Elementen des Leitbildes sollen im Folgenden die für die Entwicklung der IT-Strategie relevanten Teile extrahiert werden. Abbildung 3 Auszug Qualität und Exzellenz aus dem Leitbild der FH Erfurt Für die IT-Strategie relevant sind: Wesentliche Aufgaben/Prozesse sind Lehre und innovative Forschung Hohe Bedeutung des Qualitätsmanagement Multimediale Kompetenz als Teil der Lehre/Weiterbildung 4

13 Abbildung 4 Auszug Vielfalt und Interdisziplinarität aus dem Leitbild der FH Erfurt Für die IT-Strategie relevant sind: Integration und Interdisziplinarität Abbildung 5 Auszug Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung aus dem Leitbild der FH Erfurt Für die IT-Strategie relevant sind: Ökologische Verantwortung und Nachhaltigkeit 5

14 Berücksichtigung von Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen Vereinheitlichung von Familie und Studium und Familie und Beruf Abbildung 6 Auszug Effizienz und Transparenz aus dem Leitbild der FH Erfurt Für die IT-Strategie relevant sind: Transparente Mittelverteilung und -verwaltung Sparsamer und wirtschaftlicher Mitteleinsatz 6

15 Abbildung 7 Auszug Katalysator der Entwicklung in der Region aus dem Leitbild der FH Erfurt Für die IT-Strategie relevant sind: Weiterbildungsangebote Zugang der Öffentlichkeit zu den Angeboten Abbildung 8 Auszug Internationalität aus dem Leitbild der FH Erfurt 7

16 Für die IT-Strategie relevant sind: Berücksichtigung von Bedürfnissen ausländischer Studierender/ Forschender 4.2. Trends Relevante Trends umfassen technische und nicht-technische Trends. Diese sollen an dieser Stelle aufgeführt und wo nicht allgemein verständlich kurz erläutert werden Technische Trends Als Basis für die Evaluierung der technischen Trends wurde zwischen allgemeinen Industrietrends und IT-Trends innerhalb von deutschen Hochschulen unterschieden. Die wesentlichen Industrietrends für 2010/2011 sind nach Gartner [PA09]: Virtualization (Applikationen, Infrastruktur, Desktop...) o IT wird ein logisches System o IT-Nutzung wird sich verändern o Zusätzliche Ressourcen können on-demand genutzt werden o Zusammenhang zu Green IT Data Deluge ( deutsch: Datenüberschwemmung) o Komplexitätserhöhung setzt sich fort o Bedarfsgesteuert - erhöhte Zugriffe erhöhen die produzierten Daten o Compliance Informationen, Audits, Sicherheit Energy and Green IT o Kosten werden die Handlungen steuern o Neue KPI s basierend auf potentieller Auslastung (Data Center Productivity, DCP) Consumerization and Social Software o Nutzer haben diese Entscheidung schon getroffen... o Getrieben durch Nutzerbedarf (Wireless, Smartphones, Social Networking, Blogs, Wikis) Unified Communications o sehr enge Integration der Kommunikationsapplikationen o Technologie und Organisationsthema 8

17 Complex Resource Tracking (Monitor, Visualize and Automate Ressource usage) o neue Key Performance Indicators (KPI s) o neue Anbieter und neue Fähigkeiten o eng verbunden mit dem Thema Green IT Mobile and Wireless o Mobile Applikationen benötigen neue Server für die Versorgung o Komplexität der Versorgung o Immature Management Tools System Density o Blades führen zu komponenten-orientierten Servern o Virtualisierung ist ein kritisches Element o Trend umfasst die hohe Dichte von Rechenleistung (auch pro Fläche) Mashups and Portals o Kunden arbeiten bereits so o Unerkannte Geschäftsprozesse o Interne und externe Quellen o Derzeitig keine klaren Standards Cloud Computing o Leistungen sind in Form von Cloud Diensten verfügbar In einer Umfrage des ZKI (Zentren für Kommunikation und Informationsverarbeitung e.v.) unter den Rechenzentren deutscher Hochschulen wurden die folgenden wesentlichen Trends aus deutschen Hochschulen zusammengetragen: 9

18 Abbildung 9 Top Concerns Umfrage des ZKI [ZK08] Nicht-technische Trends Neben den dargestellten technischen Trends wirken eine Reihe von nichttechnischen Trends auf die IT-Strategie für die Fachhochschule Erfurt ein. Bologna Prozess Der Bologna Prozess hat nur mittelbare Auswirkungen auf die IT durch die Umsetzung in Verwaltungsverfahren. Bildungsbudgets Bis 2011 sind die Bildungskosten als fix definiert. Der aktuellen Bundesregierung, wie auch der Vorgängerregierung, ist die Bildung ein wichtiges Thema. Hier sind keine Budgeteinschränkungen für die nächsten zwei Jahre zu erwarten. Ebenso sind allerdings auch keine größeren Budgeterhöhungen zu erwarten. Internationalisierung Internationalisierung bleibt weiter eine wichtige Entwicklung im Bildungswesen. Sowohl im europäischen als auch internationalen Vergleich studieren wesentlich 10

19 mehr Studierende aus dem Ausland in Deutschland und deutsche Studierende sind auch eher bereit im Ausland zu studieren. [BM05] Die Fachhochschule Erfurt hat im Durchschnitt ca. 4% ausländische Studierende. [ST09] [ST10] Zahlen über die Studierenden der FHE im Ausland liegen nicht vor. Zusammenarbeit Thüringer Hochschulen Am Standort Erfurt existieren derzeit drei Hochschulen die Universität Erfurt, die Fachhochschule Erfurt und die Adam Ries Fachhochschule Erfurt. Eine Zusammenarbeit dieser Hochschulen existiert partiell zwischen der Universität Erfurt und der Fachhochschule Erfurt. Im IT-Umfeld ist ein reger Austausch inhaltlicher Art etabliert. Zwischen den im Freistaat Thüringen existierenden Hochschulen gibt es im IT- Umfeld eine starke Zusammenarbeit und einen regen Austausch von Wissen. Zum Landesrechenzentrum besteht keine Zusammenarbeit aufgrund der Aufgabe des Landesrechenzentrums mit seiner Zuständigkeit für den Betrieb von IT-Verfahren für die oberen Regierungsbehörden. Trennungsrechnung, doppelte Buchführung HIS Administration im Rechenzentrum führt zur notwendigen Umsetzung im Rechenzentrum. Die Planung hierzu erfolgt gemeinsam mit der Universität Erfurt. Das Umsetzungsprojekt ist mit einer Dauer von zwei Jahren (Ende 2010) definiert. Zentralisierung von IT-Leistungen IT-Leistungen werden jeweils vom zentralen Rechenzentrum und den Fakultäten angeboten. Beobachten lässt sich derzeit ein Trend der Rezentralisierung von einzelnen IT-Leistungen aus den Fakultäten hin zum zentralen Rechenzentrum. Ein Beispiel ist der Fileservice. Eine Abrechnung der einzelnen Leistungen erfolgt derzeit nicht Zusammenfassung Die technischen Trends sowohl aus dem Hochschulbereich als auch die generellen IT-Trends sind sehr ähnlich. Sie müssen bei der Entwicklung der Ziele dringend berücksichtigt werden. Die nicht-technischen Trends haben nur einen geringen Einfluss auf die IT-Strategie. Als wichtig anzusehen sind die 11

20 Zusammenarbeit Thüringer Hochschulen und die Zentralisierung von IT- Leistungen. Die folgende Abbildung stellt die identifizierten und bewerteten Trends dar. Abbildung 10 Trend Bewertung 4.3. Rahmenbedingungen Bisher ist durch die Hochschulleitung keine Entscheidung in Bezug auf ein Campusmanagement-System erfolgt (Auskunft von Herrn Flaig, ). Die Campus Management Altverfahren werden noch bis mindestens 2014 seitens HIS unterstützt, die Ressourcen Management Altverfahren noch bis mindestens 2015 (Schriftverkehr HISinOne ). Die FHE ist eine familienfreundliche Hochschule, die auch auf die Belange von Menschen mit Behinderungen Rücksicht nimmt. Barrierefreiheit gilt daher auch für die IT-Leistungen. 12

21 4.4. Externe Faktoren Als externer Faktor wirkt auf die IT-Strategie vor allem die Hochschulpolitik insbesondere des Freistaates Thüringen. Gesetzgebung und Vorschriften der öffentlichen Verwaltung bestimmen den Rahmen des Handelns. Die finanzielle Ausstattung der Hochschule bestimmt sich wesentlich aus Landeszuweisungen und Drittmitteln Status IT-Vision und Mission Die FH Erfurt besitzt bisher keine definierte IT-Vision und Mission. Diese wäre ein notwendiger Input Faktor für die IT-Strategie. Die Erarbeitung einer IT-Vision und Mission wurde daher als Teil der Arbeit der Arbeitsgruppe IT-Strategie betrachtet und findet sich in Kapitel (Kapitel 6 Ergebnis - IT-Vision und Mission). 13

22 5. IT-Analyse Als Strukturierung der IT-Analyse wird eine Systematisierung von Gartner [MR08] zu den zwölf IT-Kerndisziplinen verwendet. Diese Kerndisziplinen finden sich in der folgenden Abbildung: Abbildung 11 Gartner Twelve Core IT-Management Disciplines [MR08, S. 6] Als inhaltliche Basis der Ist-Situation werden die IT-Versorgungskonzepte des Hochschulrechenzentrums der FHE verwendet: Hochschulrechenzentrum der FHE: IT-Versorgungskonzept, Stand 11/2008 Hochschulrechenzentrum der FHE: IT-Versorgungskonzept Fortschreibung, Stand 10/

23 Beide Dokumente finden sich als Anhang an dieses Dokument. Wesentliche Punkte der Ist-Analyse fanden ohne die Leitung des Rechenzentrums statt, um die Subjektivität der Diskussion zu reduzieren. Nach einer initialen Aufnahme und Analyse fand dann ein Abgleich und eine Abstimmung mit der Leitung des Rechenzentrums statt Leadership Unter der Kerndisziplin Leadership wird die Notwendigkeit verstanden, dass die IT-Leitung gemeinsam mit der Leitung der Fachhochschule die Richtung der gemeinsamen Entwicklung vorgibt sowie Erwartungen und Wertfaktoren definiert (IT-Demand side). Die IT-Leitung muss darauf aufbauend die eigenen IT-Mitarbeiter dahingehend führen, dass die IT-Leistungen kosteneffizient erbracht werden (IT-Supply side). An der Fachhochschule Erfurt findet derzeit kein zielgerichtetes Leadership in Bezug auf IT-Leistungen statt. Die Leitung des Rechenzentrums wird in ihren strategischen Entscheidungen und Entwicklungsrichtungen weitgehend allein gelassen IT-Strategie Im Rahmen der Kerndisziplin IT-Strategie wird die Notwendigkeit verstanden, eine IT-Strategie mit abgeleiteten kurz-, mittel- sowie langfristigen Zielen zu erarbeiten und kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Erarbeitung und Weiterentwicklung einer IT-Strategie kann dabei nicht isoliert innerhalb der IT- Abteilung erfolgen; es ist die Mitarbeit der Fachabteilungen notwendig. Von der IT-Leitung wurde eine Bestandsanalyse vorgelegt (2008 und Fortschreibung 2009). Im Oktober 2009 berief der Präsident die AG IT-Strategie ein. Darüber hinaus gibt es keine bekannten dezentralen Bestandsaufnahmen und Strategieaktivitäten. Die Initiative zur Erarbeitung einer IT-Strategie ist positiv zu bewerten. Diese kann jedoch nicht als einmaliges Projekt behandelt werden 15

24 5.3. Unternehmensarchitektur Eine Unternehmensarchitektur (engl. Enterprise Architecture) beschreibt die Elemente des Unternehmens, wie diese Elemente miteinander in Zusammenhang stehen und mit der Außenwelt. Die Beschreibung der Unternehmensarchitektur aus IT-Sicht bezieht sich typischerweise auf die Elemente Geschäftsziel und -zweck, Prozess-, Applikations-, Technologie-, Infrastruktur-, Lokations- und Organisationsarchitektur. Aspekte der Unternehmensarchitektur werden im IT-Versorgungskonzept behandelt. Die Infrastruktur Architektur existiert nur in Auszügen und rudimentär in Bezug auf die Netzwerkarchitektur (Standortübersicht). Eine Serverzuordnung zu den Diensten/Applikationen existiert nicht (Microsoft Excel Tabelle nach Räumen). Technologie-, Applikations- und Prozessarchitektur existieren nicht. Lokationsund Organisationsarchitektur existieren in Teilen. Aufgrund der Infrastrukturlastigkeit der Leistungen des HRZ sollte vor allem eine Netzwerkarchitektur und eine Übersicht der Serverzuordnung zu den Diensten/Applikationen erstellt und aktuell gehalten werden. Damit in Zusammenhang sollte auch eine Applikationsarchitektur in Bezug auf zentral betreute Applikationen erstellt werden. Die Erarbeitung einer Prozessarchitektur liegt in der Verantwortung des Zentrums für Qualität mit ihrer Erarbeitung ist begonnen worden Governance Unter IT-Governance (ITG) wird der Prozess verstanden...that ensure the effective and efficient use of IT in enabling an organization to achieve its goals." ITG ist kritisch für die effektive Zusammenarbeit von Fachabteilung und IT-Abteilung. Seitens der IT existiert kein Leistungskatalog mit entsprechender Verrechnung. Zwischen dem HRZ und den Fachbereichen gibt es kooperative und verteilte Zusammenarbeit (u.a. Technikerrunde). 16

25 Auf technische Governance wird hoher Wert gelegt (technische Regelungen auf den Webseiten des HRZ). Eine übergreifende Verantwortung für IT-Themen in der Hochschule muss als Teil oder im Umfeld der Hochschulleitung geschaffen werden (zentrale Verantwortung). Das Bedarfsmanagement der IT ist verbesserungsfähig (Schnittstelle zwischen Hochschulleitung als Bedarfsträger und HRZ). Hierfür wäre ebenfalls eine stärkere Einbettung der HRZ-Leitung in Arbeitsgremien der Bedarfsträger (bspw. Dezernentenrunde, Kommissionen) empfehlenswert, um der unabdingbaren IT- Unterstützung Rechnung zu tragen. Ein Leistungskatalog muss erstellt werden, um die zentral erbrachten Leistungen an die konsumierenden Einheiten transparent zu verrechnen. Gerade das Demand Management (u.a. Bedarfsidentifizierung, -analyse und -entscheidung) sowie Projektsteuerung bis hin zum Service Management sollte formalisiert werden Service Management Das IT-Service Management ist die ganzheitliche Sicht auf alle Leistungen des IT-Service Providers, um die richtigen Leistungen zur richtigen Zeit zum richtigen Preis und in angemessener Qualität bereitzustellen, um die Anforderungen der Fachabteilungen zu erfüllen. 17

26 Abbildung 12 Gartner Running IT as a Business [MR08, S. 9] Die Leistungserbringung des HRZ ist im Wesentlichen gut und wird als selbstverständlich angenommen. Es existiert keine Leistungsmessung oder SLA für einzelne Leistungen (siehe Detailleistungen weiter unten). Ein Leistungskatalog mit SLA s muss erstellt werden, um die zentral erbrachten Leistungen an die konsumierenden Einheiten transparent zu verrechnen Infrastruktur Datennetz Die Betrachtung der Datennetz-Infrastruktur bleibt auf der abstrakten Ebene der Standortanbindung. LAN: Datennetz ist eine zentral bereitgestellte Leistung Redundanter WiN-Anschluss (zweiter WiN-Router für die Leipziger Straße, dritter als Ersatzgerät) WiN-Auslastung 2008 durchschnittlich 54 % Monatliche WiN-Auslastung teilweise über 70 % (Spitzenlast) WiN auch langfristig ok, wird über DFN kontinuierlich erhöht 10-Gigabit-Backbone als Kernnetz, 1 Gigabit Verbindungen in alle Struktureinheiten/Standorte 18

27 Internes Netz wird in seiner Auslastung derzeit nicht kontinuierlich gemessen NAGIOS-Netzüberwachung mit Monitoring und Benachrichtigung Die Hauptfirewall wurde 2008 beschafft und die Verwaltungsfirewall wurde 2009 neu beschafft. Ihre Leistungsfähigkeit wird als ausreichend für die nächsten 3 Jahre angesehen. Ein zweiter WiN-Anschluss wird derzeit nur für die Wohnheime (Studentenwerk) genutzt, im Bedarfsfall (z.b. bei Ausfall) kann dieser anstatt des Hauptanschlusses eingesetzt werden. LAN: Die LAN Ausstattung wird als derzeit ausreichend angesehen. Das 10-Gigabit- Backbone ist nur am Campus verfügbar, die Leipziger Straße und die Schlüterstraße sind über Standortverbindungen mit 1-Gigabit angeschlossen. Eine Leistungsmessung wird derzeit nicht regelmäßig durchgeführt, teilweise gibt es Einzelmessungen. WLAN: Basis des WLAN ist der europäische DFN-Verbunddienst eduroam. Die Grundversorgung ist bis auf die Leipziger Straße und den Steinplatz flächendeckend gewährleistet (Abdeckung ca. 90%). Teilweise wird der Dienst als problematisch in Bezug auf das Login angesehen. 19

28 Rechnerarbeitsplätze Zentral betreute Arbeitsplätze: Abbildung 13 Zentral betreute Arbeitsplätze Die Betreuung von 143 zentralen Rechnerarbeitsplätzen stellt einen erheblichen Aufwand dar. Die Suche nach Szenarien, diesen Betreuungsaufwand zu senken, ist dringend notwendig. Dies kann bspw. durch die Einführung von Standard- Clients mit zentralen Images oder Desktopvirtualisierung erfolgen. Die Anzahl der in zentraler Verwaltung stehenden Arbeitsplatzdrucker (siehe Tabelle oben) ist unverhältnismäßig. Von einer Ersetzung dieser Arbeitsplatzdrucker ist zugunsten von Zentraldruckern abzusehen Server und externe Speichereinheiten Bei der Anzahl der Server für zentral bereitgestellte Dienste ist eine deutliche Erhöhung zu verzeichnen. In der Darstellung des FHE - IT-Versorgungskonzept des Hochschulrechenzentrums sind sowohl virtuelle als auch physikalische Server enthalten. Dies sollte zukünftig unterschieden werden Abbildung 14 Anzahl produktiver Server 20

29 Der Aufbau einer Servervirtualisierung ist positiv zu werten, wobei ein weiterer Know How-Aufbau notwendig erscheint. Ziel muss es sein, die Anzahl physischer Server zu senken. Einhergehend mit der Virtualisierung sollte eine Leistungs- und Auslastungsmessung erfolgen, um frühzeitig den Ersetzungsbedarf zu erkennen Zentrale Betriebsräume Der Raum 7E02 ist der zentrale Serverraum, Raum 5U17 ist der Anschlussraum für das Hochschulnetz und Raum 7U21 ist der Netz- und Backupraum des Rechenzentrums. 5U17: Es arbeiten 2 Klimageräte, welche ca. 5 Jahre alt sind, soweit zuverlässig, deren Wirtschaftlichkeit jedoch fraglich erscheint. Die Elektroverkabelung (gemeinsam mit 7E02) ist ausreichend dimensioniert. 7E02: Der Raum wird durch eine verteilte Klimaanlage, welche ca. 2 Jahre alt ist zuverlässig und wirtschaftlich klimatisiert. Die Kältemaschine mit einer Leistung von 50 kw ist im Haus 9 stationiert, Anschlüsse für die Serverräume 7E02 und 7U02 werden durch Haus 6 und Haus 7 geführt. Die Elektroverkabelung ist ausreichend und hat Reserven. 7U21: In diesem Serverraum wird 1 Klimagerät mit einem Alter von ca. 7 Jahren betrieben, welches soweit zuverlässig arbeitet, dessen Wirtschaftlichkeit aber fraglich erscheint. Nach Auskunft vom Dezernat soll eine Erneuerung 2010 erfolgen (Bauunterhalt 2010).Die Elektroverkabelung (gemeinsam mit 7E02) ist ausreichend. Alle Serverräume sind über eine zentrale USV versorgt (10 Minuten Überbrückungszeit bei Vollauslastung, Auslastung derzeit 40%). Für das zentrale Haus 8 und 9 existiert ein Dieselaggregat. Es versorgt die Serverräume des HRZ (innerhalb der 10 Minuten Überbrückungszeit) mit Strom. Die Klimaanlagen für 7E02 und 5U17 werden ebenfalls mitversorgt. Die zentralen Serverräume sind alle klimatisiert und werden derzeit mit durchschnittlich 25 C Raumtemperatur geführt. Bei niedrigeren Außentemperaturen erfolgt eine freie Kühlung. Die Steuerung der Kühlung erfolgt über die 21

30 Raumtemperaturmessung. Kennzahlen für eine Kühlungsauslastung sind nicht vorhanden. Die Redundanz der Klimaversorgung für den zentralen Serverraum 7E02 ist durch die alte Kältemaschine abgesichert. Die Umluftgeräte sind im Raum redundant vorhanden. Es existiert eine Netzersatzanlage. Der Betrieb der Serverräume mit durchschnittlichen 25 C sollte risikobewertet werden (der Haupttemperaturfühler befindet sich an der hinteren Wand, außerhalb der Hauptluftführung). Eine Alarmierung bei Ausfall des Kältegerätes, welche in Folge zu einem Temperaturanstieg führen kann, erfolgt an das Dezernat D4 und die Firma Serval, wobei durch die Firma Serval ein Zeitfenster von einer Stunde garantiert wird. Es existiert ein Notplan. Grundsätzlich besitzen die Serverräume eine solide Ausstattung Basisdienste Im Folgenden werden die Basisdienste betrachtet Datenmanagement Fileservice File-Service wird zentral und dezentral betrieben. Ein zentraler File-Service existiert seit Derzeit nutzen ihn die Fakultäten ARC, BKR und SOZ. Der Ansatz ist positiv zu bewerten. Eine Leistungs- und Kostentransparenz ist derzeit nicht gewährleistet (Thema Governance). Backup Ein Backup wird zentral durch das HRZ angeboten. Die Datensicherung bezieht sich auf Verwaltungsdaten und ausgewählte Bereichsdaten (standortübergreifend). Individuell wird bei Interesse der Bereiche eine Sicherung angeboten. Die Daten werden ca. für ein Jahr vorgehalten. Das Backup beinhaltet insgesamt ca. 5.5 TByte mit einer jährlichen Steigerung von 1.5 TByte. Derzeit werden 36 Server gesichert (unterschiedliche Betriebssystemplattformen). 22

31 Eine Leistungs- und Kostentransparenz ist derzeit nicht gewährleistet (Thema Governance) Beschaffung und Entsorgung Die bisher durch das HRZ wahrgenommene Aufgabe des Hardware-Service wird nur noch bis 2011 durch das HRZ angeboten (Ausscheiden des Technikers). Die Entsorgung von Geräten wurde 2009 innerhalb der FHE neu geregelt, die Neuregelung muss jedoch noch implementiert werden. Die Hardwarebeschaffung und Entsorgung sind klar geregelt und dokumentiert. Für neu beschaffte Hardware wird ein Vor-Ort-Service von 5 Jahren vereinbart, hierdurch ist sichergestellt, dass die ab 2011 nicht mehr durch das Rechenzentrum angebotene Leistung des Hardware-Service extern abgedeckt ist Nutzer- und Zugriffsverwaltung Der hochschulweite Verzeichnisdienst edirectory ist das zentrale Element der Nutzer- und Zugriffsverwaltung. Er läuft über den Master-Server im HRZ mit Replika-Serverinstanzen in verschiedenen Standorten und Bereichen. Die existierende Nutzer- und Zugriffsverwaltung ist nicht als eine langfristig tragfähige Lösung anzusehen. Dringend notwendig ist ein zentrales Identity Management, dessen Daten auch von dezentralen Lösungen genutzt werden können und müssen (Governance). Das Fehlen eines solchen Identity Management ist bereits für laufende Projekte wie das der Einführung eines Intranet/Interner Bereichs als kritisch anzusehen. Mit Verfügbarkeit eines zentralen Identity Management kann langfristig ein Single Sign On aufgebaut werden. Im Sinne der Governance der existierenden edirectory Lösung fehlen klare Regelungen, in welcher Form die dezentralen Replika-Instanzen in Hinblick auf die Hardware aufgebaut sind. Teilweise wird hier Hardware vom Rechenzentrum beschafft und den Bereichen für diesen Dienst bereitgestellt, teilweise wird der Dienst auf existierender Hardware der Bereiche installiert. 23

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