Selbstmanagement der oralen Antikoagulation Andrea Siebenhofer, Klaus Jeitler, Karl Horvath, Wolfgang Habacher, Louise Schmidt, Thomas Semlitsch

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Selbstmanagement der oralen Antikoagulation Andrea Siebenhofer, Klaus Jeitler, Karl Horvath, Wolfgang Habacher, Louise Schmidt, Thomas Semlitsch"

Transkript

1 ÜBERSICHTSARBEIT Selbstmanagement der oralen Antikoagulation Andrea Siebenhofer, Klaus Jeitler, Karl Horvath, Wolfgang Habacher, Louise Schmidt, Thomas Semlitsch ZUSAMMENFASSUNG Hintergrund: Eine adäquate orale Antikoagulation (OAK) ist effektiv in der Vermeidung thromboembolischer Ereignisse. Es besteht Unsicherheit, ob erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation vom Patientenselbstmanagement hinsichtlich patientenorientierter Endpunkte und einer verbesserten Gerinnungseinstellung profitieren. Methoden: Selektive Literaturrecherche in Medline nach qualitativ hochwertigen systematischen Übersichtsarbeiten auf Basis von randomisierten kontrollierten Studien, die Patientenselbstmessung oder -selbstmanagement gegenüber einer Standardversorgung untersuchten. Ergebnisse: Es wurden acht Übersichtsarbeiten identifiziert, die teilweise die gleichen randomisierten klinischen Studien eingeschlossen hatten. In allen systematischen Übersichtsarbeiten konnte bei Patientenselbstmessung/ -management eine etwa % geringere Rate an thromboembolischen Ereignissen beobachtet werden, in sechs der Übersichtsarbeiten war auch die Mortalität um etwa % signifikant niedriger. Subgruppenanalysen konnten diese Effekte nur für Patienten mit Selbstmanagement zeigen, nicht jedoch für die alleinige Selbstmessung. Die Häufigkeit von schweren Blutungsereignissen blieb in allen Übersichtsarbeiten unverändert. Die Erhebung der Lebensqualität beziehungsweise Patientenzufriedenheit erfolgte in fünf Übersichten mit unterschiedlichen Instrumenten, weshalb eindeutige Rückschlüsse bei Selbstmessung/-management nicht möglich waren. Die Gerinnungseinstellung wurde in allen Übersichtsarbeiten verbessert, wobei Angaben zur statistischen Signifikanz weitgehend fehlen. Schlussfolgerungen: Erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation profitieren von einem Patientenselbstmanagement im Vergleich zu einer Standardtherapie mit einem ärztlichen Gerinnungsmanagement. Als Limitation zu erwähnen ist, dass die Übersichtsarbeiten in weiten Teilen auf der Analyse der gleichen Studien basieren. Zitierweise Siebenhofer A, Jeitler K, Horvath K, Habacher W, Schmidt L, Semlitsch T: Self-management of oral anticoagulation. Dtsch Arztebl Int 2014; 111(6): DOI: /arztebl Institut für Allgemeinmedizin, Goethe-Universität Frankfurt am Main: Univ.-Prof. Dr. med. Siebenhofer EBM Review Center, Medizinische Universität Graz: Univ.-Prof. Dr. med. Siebenhofer, Dr. med. Jeitler, PD Dr. med. Horvath, Mag. rer. nat. Semlitsch Institut für Medizinische Informatik, Statistik und Dokumentation, Medizinische Universität Graz: Dr. med. Jeitler Universitätsklinik für Innere Medizin, Klinische Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel, Medizinische Universität Graz: PD Dr. med. Horvath HEALTH Institut für Biomedizin und Gesundheitswissenschaften, JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbh, Graz: DI Dr. techn. Habacher, Schmidt MSc, Mag. rer. nat. Semlitsch Zahlreiche Indikationen gehen mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten thromboembolischer Ereignisse einher wie die Vorhofflimmer-Arrhythmie, künstliche Herzklappen, Kardiomyopathien, Gefäßprothesen oder Zustände nach stattgehabten Thrombosen oder Embolien (1). Zu den aktuell am häufigsten für Langzeitanti - koagulation eingesetzten Substanzen zählen die Vitamin-K-Antagonisten (Kumarine) (2). Das Standardmodell der Versorgung von Patienten mit ora ler Antikoagulation (OAK) besteht in der regel - mäßigen venösen Blutabnahme und INR-Bestimmung mit anschließender, auf dem INR-Wert beruhender Dosisanpassung durch zumeist Haus- oder Fachärzte. Mit der Einführung von Point-of-Care-Messgeräten (point-of-care-device; [POCD]) konnten neue Versorgungsmodelle wie die Patientenselbstmessung (patient-self-testing; []) und das darüber hinausgehende Patientenselbstmanagement (patient-selfmanagement; []) entwickelt werden. Beim übernimmt der Patient sowohl die Messung als auch die fleible Dosisadaption selbst. Dazu ist eine vorausgehende Schulung des Patienten und Unterweisung in der Handhabung des Messgeräts notwendig, wobei zur strukturierten Schulung mehrere standardisierte und evaluierte Schulungsprogramme zur Verfügung stehen (3, 4). Im Unterschied dazu, wird bei der nur die INR-Messung von den Patienten selbst durchgeführt, die Dosisanpassung erfolgt aber weiterhin durch den behandelnden Arzt. Mögliche Vorteile einer Versorgung mit oder umfassen: ein besseres kooperatives Verhalten des Patienten im Rahmen der Therapie (5) eine bessere Behandlungszufriedenheit (6) vermittelt durch häufigere Kontrollen und bessere Dosisanpassung, weniger Thrombo - embolien bei gleichbleibendem Blutungsrisi - ko (7). Ziel dieser Übersichtsarbeit war die Beantwortung der Fragestellung, ob erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation vom Patientenselbstmanagement () hinsichtlich patientenorientierter Endpunkte und einer verbesserten Gerinnungseinstellung profitieren. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar

2 GRAFIK 1 Ovid MEDLINE 128 Referenzen (inklusive Duplikate)... potenziell relevante Referenzen potenziell relevante Publikationen relevante systematische Übersichten (9 Publikationen) manueller Ausschluss von Duplikaten: 4 Ausschluss durch Abstract-Screening: 100 Ausschluss auf Volltet-Ebene: keine systematische Übersicht auf Basis von RCTs 2 keine berichtsrelevanten Ergebnisse 1 Oman-Guyatt < 5 Systematische Übersichten: bibliografische Literaturrecherche und Studienselektionsprozess; RCTs, randomisierte kontrollierte Studien Methode Studientypen Zur Beantwortung wurden nur systematische Übersichten herangezogen, die ausschließlich auf ran - domisierten kontrollierten Studien (RCTs) basie rende zusammenfassende Analyseergebnisse (zum Beispiel Metaanalysen) präsentieren. Entsprechend den Methoden des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) (8) kann ein solches Vorgehen dann als verlässlich und zeitsparend angesehen werden, wenn bestimmte spezifische Voraussetzungen wie eine ausreichende Anzahl qualitativ hochwertiger Übersichtsarbeiten mit konkordanten Ergebnissen erfüllt sind. Eine solche Art von Übersichtsarbeiten, die manchmal auch als Meta-Reviews bezeichnet werden, wurde kürzlich auch von der Cochrane Collaboration eingeführt (9). Die für diese Ergebnisse berücksichtigten RCTs mussten die Kriterien entsprechend dem PICO-Schema erfüllen: P: Population: Erwachsene mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation (Kumarine) I : Intervention: entweder oder C: Kontrollintervention: Messung und Dosisanpassung durch medizinisches Personal O: Ergebnisse: patientenrelevante Endpunkte wie Mortalität, thromboembolische Komplikationen, schwere Blutungskomplikationen und Lebensqualität unter Hinzunahme des Surrogatparameters der Gerinnungseinstellung mittels INR-Messung. Informationsbeschaffung, Identifizierung relevanter Studien und Qualitätsbewertung Hierzu wurde für die letzten fünf Jahre eine bibliografische Literaturrecherche in Medline durchgeführt. Sowohl das Abstract- und das Volltetscreening als auch die Qualitätsbewertung erfolgten von zwei Gutachtern unabhängig voneinander, die diskrepante Einschätzungen anschließend gemeinsam auflösten. In methodischer Hinsicht musste die Übersichtsarbeit eine hohe Qualität nach dem Qualitätsinde von Oman und Guyatt (10, 11) aufweisen. Demgemäß wurde sie nur dann eingeschlossen, wenn diese von zwei unabhängigen Gutachtern mit mindestens fünf von sieben möglichen Punkten bewertet wurden. Die Etraktion der relevanten Daten wurde von einem Gutachter durchgeführt und von einem zweiten überprüft. Ergebnisse Ergebnisse der Informationsbeschaffung Insgesamt wurden 128 Referenzen durch die Datenbankrecherche identifiziert (Grafik 1), von denen nach Sichtung im Volltet und der Qualitätsbewertung nach Oman-Guyatt 9 Publikationen zu 8 hochwertigen systematischen Übersichten Berücksichtigung fanden. Charakteristika der systematischen Übersichten In Tabelle 1 finden sich Angaben zu den Charakteristika. Detaillierte Angaben finden sich im vollständigen Bericht des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (12). In 4 Übersichten (7, 13 15) waren Studien, in denen oder die untersuchte Intervention war, inkludiert. Ein Review schloss nur Studien mit ein (16), während ein weiteres Review zusätzlich Studien mit entsprechenden Messungen durch eine Krankenschwester beim Hausarzt (near patient testing [NPT]) mitberücksichtigte (17). Die restlichen zwei Übersichten schlossen generell Studien mit Antikoagulationsmessungen mit einem POCD ein (18, 19). Die Studiendauer reichte von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Die Anzahl der inkludierten RCTs lag zwischen 5 und 22, wobei ein großer Teil der RCTs in den einzelnen Übersichten eingeschlossen war (Tabelle 2). Die Gesamtzahl der Patienten betrug zwischen und Das durchschnittliche Alter wurde nur in zwei Übersichten (7, 13) berichtet und lag dort bei 65 Jahren. Der Anteil der Frauen wurde nur in 4 Reviews berichtet und war mehrheitlich geringer als jener der Männer. Ergebnisse zu den relevanten Endpunkten Patientenrelevante Endpunkte Gesamtmortalität Alle acht Übersichten berichteten Ergebnisse zur Gesamtmortalität und führten auch eine metaanalytische Berechnung durch. In sechs Über - sichten ergab sich, unabhängig von der Anzahl der in der Berechnung berücksichtigten RCTs (4 16), ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von / im Vergleich zur Standardtherapie, wobei die relative Risikoreduktion zwischen 25 % und 52 % lag 84 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar 2014

3 TABELLE 1 Charakteristika der Übersichtsarbeiten, Studiendauer und Patientencharakteristika SR Autor/Jahr/ Quelle wesentliche Einschlusskriterien Angaben zur Suche Patientenzahl (Range)/ Dauer (Median)/ mittleres Alter (Range)/ Anteil Frauen (Range) Indikation(en): n Studien Bloomfield 2011 (13) RCT (n = 22); englische Sprache; Erwachsene in ambulanter Betreuung; Intervention: oder der OAK-Therapie; MEDLINE (2005 bis 2010) CENTRAL (k.a.) Referenzlisten aus Connock M, et al (1966 bis 2005) ( ) / 3 bis 57 Monate (6 Monate) / 65 Jahre (42 75) / 25 % (2 57) M-HKE: 6; VH-FA: 2; M-HKE oder VH-FA: 1; gem. Indik.: 14 * 1 Christensen 2007 (16) RCT (n = 10); Erwachsene (> 18 Jahre); OAK-Therapie > 6 Monate; Intervention: der OAK-Therapie; oder oder computerunterstützte Dosierung PubMed (1951 bis Dez. 2005) CENTRAL (2005 Issue 4) Referenzlisten relevanter Publikationen Persönliche Unterlagen (49 649) / 4,6 bis 24 Monate (7,25 Monate) / / M-HKE: 2; VH-FA: 1; gem. Indik.: 7 * 1 Connock 2007 (17) RCT (n = 16) und non RCT; Intervention: oder der OAK-Therapie bzw. entsprechende Messungen beim HA (NPT); MEDLINE (1966 bis Sept. 2005) EMBASE (1980 bis Woche 38, 2005) CINAHL (1982 bis Sept. 2005) CENTRAL (2005 Issue 3) Referenzlisten relevanter Publikationen Studienregister (National Research Register) * 2 ( ) / 2 bis > 24 Monate (6 Monate) / (42 75) / (24 57) M-HKE: 3; VH-FA: 2; M-HKE oder VH-FA: 1; gem. Indik.: 10 * 1 Garcia Alamino 2010 (14) RCT (n = 18); Erwachsene und Kinder; OAK-Therapie > 2 Monate; Intervention: und der OAK-Therapie; MEDLINE (1966 bis Nov. 2007) EMBASE (1980 bis Nov. 2007) CINAHL (1982 bis Nov. 2007) CENTRAL (2007, Issue 4) Referenzlisten aller relevanten Publikationen Herstelleranfrage bei Roche Diagnostics Studienregister (UK National Research Register, Trials Central, Current Controlled Trials) ( ) / 2 bis > 24 Monate (12 Monate) * 3 / (42 75) / M-HKE: 3; VH-FA: 2; gem. Indik.: 13 * 1 Heneghan 2012 (7) RCT (n = 11); Erwachsene; Intervention: oder der OAK-Therapie; MEDLINE (1966 bis 2009) EMBASE (1980 bis 2009) CINAHL (1982 bis 2009) CENTRAL (2009, Issue 2) Referenzlisten aller relevanten Publikationen Studienregister (UK National Research Register, Trials Central) ( ) / 3 bis 36 Monate (12 Monate) / 65 Jahre (42,3 74,7) / 22 % (2 57) M-HKE: 1; VH-FA: 1; gem. Indik.: 9 * 1 Ontario HTA 2009 (18) RCTs (n = 15) mit mind. 50 Teilnehmern; 3 Monaten Follow-up; englische Sprache; Intervention: Antikoagulationsmessung mit Point-of-Care INR Device (POCD) einschließlich, ; Kontrolle: Standardbetreuung mit venöser INR-Bestimmung (HA/Klinik) MEDLINE (1998 bis 2008) EMBASE (1998 bis 2008) CINAHL (bis 2009) Cochrane Datenbanken (bis 2008) INAHTA (bis 2008) Referenzlisten aller relevanten Publikationen * 2 ( ) / 3 bis 38 Monate (6 Monate) / (42 70) / (29 57) M-HKE: 3; VH-FA: 2; gem. Indik.: 10 * 1 Wells 2007 (19) RCT (n = 14); OAK-Therapie 3 Monate; Intervention: Antikoagluationsmessung mit Point-of-Care device (POCD); Kontrolle: Usual Care MEDLINE (bis Juli 2005) EMBASE (bis Juli 2005) DIALOG (bis Juli 2005) BIOSIS Previews (bis Juli 2005) PASCAL (bis Juli 2005) Alerts für MEDLINE, EMBASE und BIOSIS Previews bis März 2007 Pubmed () Cochrane Library () Webseiten von Zulassungsbehörden, HTA-Organisationen und near-technology assessment -Organisationen Latin American and Caribbean Center on Health Sciences Information (LILACS) (79 834) / 3 bis 51 Monate (6 Monate) / / M-HKE: 3; VH-FA: 2; gem. Indik.: 9 * 1 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar

4 SR Autor/Jahr/ Quelle wesentliche Einschlusskriterien Angaben zur Suche Patientenzahl (Range)/ Dauer (Median)/ mittleres Alter (Range)/ Anteil Frauen (Range) Indikation(en): n Studien Xu 2012 (15) RCT (n = 5); mechanische Herzklappen; OAK-Therapie 6 Monate; Intervention: oder der OAK-Therapie MEDLINE (1966 bis Dez. 2010) EMBASE (1980 bis Dez. 2010) CENTRAL, CDSR, DARE (bis Dez. 2010) CNKI (1966 bis Dez. 2010) Wanfangdata (1998 bis Dez. 2010) CQVIP (1989 bis Dez. 2010) Referenzlisten aller relevanten Publikationen Studienregister (ClinicalTrials.gov) ( ) / 12 bis 51 Monate (24 Monate) / / M-HKE: 5 * 1 Patienten mit oraler Antikoagulationstherapie unabhängig von den zugrunde liegenden Indikationen. Nähere Angaben zu den Indikationen fehlen. * 2 errechnet * 3 Mittelwert gem. Indik., gemischte Indikationen; HA, Hausarzt;, keine Angaben; M-HKE, mechanischer Herzklappenersatz; NPT, Near Patient Testing; POCD, Point-Of-Care Device;, Patientenselbstmessung;, Patientenselbstmanagement; OAK, orale Antikoagulation; RCT, randomisierte kontrollierte Studie; SR, systematisches Review; VH-FA, Vorhofflimmer-Arrhythmie TABELLE 2 In den einzelnen Übersichtsarbeiten eingeschlossene RCTs (Studienspiegel) RCT SR Bloomfield 2011 (13) Connock 2007 (17) Christensen 2007 (16) Garcia-Alamino 2010 (14) Heneghan 2012 (7) Ontario HTA 2009 (18) Wells 2007 (19) Xu 2012 (15) Art der Intervention White 1989 (e1) Horstkotte 1998 (e2) Sawicki 1999 (3) Beyth 2000 (e3) Cromheecke 2000 (e4) Kaatz 2001 (e5) Körtke 2001 (e6) Sidhu and O Kane 2001 (e7) Fitzmaurice 2002 (e8) Gadisseur 2003 (e9), Khan 2004 (e10) Sunderji 2004 (e11) Claes 2005 (e12) Fitzmaurice 2005 (e13) Gardiner 2005 (e14) Menéndez-Jándula 2005 (e15) Völler 2005 (e16) Christensen 2006 (e17) Gardiner 2006* (e18) Dauphin 2008 (e19) Eitz 2008 (e20) Siebenhofer 2008 (20) Ryan 2009 (e21) Soliman Hamad 2009 (e22) Matchar 2010 (e23) *Diese Studie vergleicht versus. Sie wurde in zwei systematischen Reviews zwar eingeschlossen, in den Metaanalysen aber nicht berücksichtigt., Patientenselbstmanagement;, Patientenselbstmessung; RCT, randomisierte kontrollierte Studie; SR, systematischer Review 86 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar 2014

5 TABELLE 3 Ergebnisse der systematischen Reviews zu den Endpunkten Gesamtmortalität, thromboembolische Komplikationen und schwere Blutungen systematischer Review Bloomfield 2011 (13) Christensen 2007 (16) Connock 2007 (17) Garcia-Alamino 2010 (14) Heneghan 2012 (11) Ontario HTA 2009 (18) Wells 2007 (19) Xu 2012 (15) Gesamtmortalität Ereignisse/Gruppe (IG vs KG); Effektmaß Gruppenunterschied 298/3 247 vs 369/3 123; OR (95-%-KI): 0,74 (0,63 0,87) I 2 = 51 %; p < 0,001 20/1 367 vs 45/1 357; RR (95-%-KI): 0,48 (0,29 0,79) I 2 = 0 %; p = 0,004 59/2 028 vs 92/1 952; Risk difference (95-%-KI): 0,0170 ( 0,0287 bis 0,0053) I 2 = 13 %; p = 0,004 * 2 53/2 181 vs 84/2 124; RR (95-%-KI): 0,64 (0,46 0,89) I 2 = 0 %; p = 0, /3 266 vs 274/3 251; HR (95-%-KI): 0,82 (0,62 1,09) I 2 = 37 %; p =0,18 43/1 278 vs 63/1 215; OR (95-%-KI): 0,63 (0,36 1,12) I 2 = 31 %* 2 ; p = 0,11* 2 16/1015 vs 33/953; OR (95-%-KI): 0,48 (0,24 0,94) I 2 = 8,8 %; p = 0,03 19/724 vs 39/728; OR (95-%-KI): 0,50 (0,29 0,86) I 2 = 0 %; p = 0,0115 schwere thromboembolische Ereignisse Ereignisse/Gruppe (IG vs KG); Effektmaß Gruppenunterschied 95/4 004 vs 149/3 755; OR (95-%-KI): 0,58 (0,45 bis 0,75) I 2 = 27 %; p < 0,001 41/2 028 vs 86/1 952; Risk difference (95-%-KI): 0,0224 ( 0,0334 bis 0,0115) I 2 = 26 %; p < 0,0001 * 2 48/2 329 vs 98/2 394; RR (95-%-KI): 0,50 (0,36 0,69) * 3 I 2 = 0 %; p < 0, /3 266 vs 152/3 151; HR (95-%-KI): 0,51 (0,31 0,85) I 2 = 52,6 %; p < 0,010 47/2 249 vs 99/2 441; OR (95-%-KI): 0,53 (0,37 0,76)* 3 I 2 = 0 %* 2 ; p = 0,0006 * 2 26/1 573 vs 54/1 610; OR (95-%-KI): 0,49 (0,30 0,79) I 2 = 0 %; p < 0,003 41/1 194 vs 68/1 023; OR (95-%-KI): 0,52 (0,35 0,77)* 3 I 2 = 0 %; p < 0, /1 367 vs 90/1 357; RR (95-%-KI): 0,58 (0,42 0,81) * 1 I 2 = 0 %; p < 0,001 Schwere Blutungen Ereignisse/Gruppe (IG vs KG); Effektmaß Gruppenunterschied 283/4061 vs 300/3 806; OR (95-%-KI): 0,89 (0,75 1,05) I 2 = 2 %; p = 0,169 68/2028 vs 74/1 952; Risk difference (95-%-KI): 0,0039 ( 0,0154 bis 0,0077) I 2 = 0 %; p = 0,54 * 2 79/2329 vs 93/2 394; RR (95-%-KI): 0,87 (0,66 1,16) I 2 = 0 %; p = 0,34 230/3216 vs 244/3 101; HR (95-%-KI): 0,88 (0,74 1,06) I 2 = 0 %; p = 0,18 59/2249 vs 87/2 441; OR (95-%-KI): 0,72 (0,51 1,02) I 2 = 0% * 2 ; p = 0,06 * 2 32/1498 vs 41/1 535; OR (95-%-KI): 0,75 (0,47 1,20) I 2 = 0 %; p = 0,23 81/1194 vs 65/1 023; OR (95-%-KI): 1,07 (0,77 1,50) I 2 = 0 %; p = 0,68 * 1 Schweren Komplikationen (Thromboembolien und Blutungen gemeinsam) * 2 Errechnet * 3 Alle thromboembolischen Ereignisse HR, Hazard Ratio; IG, Interventionsgruppe; k.a., keine Angaben; KG, Kontrollgruppe; KI, Konfidenzintervall; OR, Odds Ratio; RR, Risk Ratio (errechnet aus den Angaben in Tabelle 3 (Grafik 2). In den Übersichtsarbeiten von Heneghan 2012 und der Ontario HTA Gruppe 2009 zeigte sich lediglich ein numerischer Vorteil im Ausmaß von 16 % beziehungsweise 34 % für die Interventionsgruppe, welcher jedoch statistisch nicht signifikant war (Tabelle 3). In Hinblick auf die statistische Heterogenität zeigte sich diese bei jenen 2 Übersichten (7, 13) mit den meisten ausgewerteten Patienten als erhöht (I 2 = 51 % beziehungsweise 37 %). Im Rahmen von Subgruppenanalysen wurden in sechs Übersichten (7, 14, 15, 17 19) getrennte Ergebnisse zu im Vergleich zur Standardtherapie berichtet. Eine weitere Übersicht (16) befasste sich generell nur mit als Intervention. Insgesamt zeigte sich hierbei in Bezug auf die Gesamtmortalität in fünf Übersichten ein statistisch signifikanter Vorteil zu Gunsten des. In zwei Reviews (7, 18) war der berichtete Vorteil nicht signifikant. Auf der anderen Seite ergab sich für alleine in vier Übersichten (7, 14, 17, 18) kein signifikanter positiver Effekt im Vergleich zur Standardtherapie. Lediglich in der Arbeit von Xu 2012 (15), welche nur Patienten mit mechanischem Herzklappenersatz einschloss, lag ein signifikanter Vorteil auch für vor. Thromboembolische Ereignisse Eine Auswertung der thromboembolischen Ereignisse fand sich in sieben Übersichten, während eine Arbeit (16) lediglich eine gemeinsame Metaanalyse der schweren Komplikationen (Thromboembolien und Blutungen) präsentierte. Hierbei zeigte sich sowohl in den sieben Metaanalysen für die Thromboembolien als auch in jener für die schweren Komplikationen jeweils ein statistisch signifikanter positiver Effekt zu Gunsten von / mit einer relativen Risikoreduktion von % (errechnet aus den Angaben in Tabelle 3 (Grafik 2). Die statistische Heterogenität lag dabei zwischen I 2 = 0 % und 53 %. Bei den Subgruppenanalysen zu im Vergleich zur Standardtherapie in sechs Übersichten (7, 14, 15, 17 19) ergab sich bei den thromboembolischen Ereignissen immer ein statistisch signifikanter Vorteil zu Gunsten der Interventionsgruppen. Für alleine war dies lediglich in einer Übersicht (15) der Fall, während die anderen 4 Reviews (7, 14, 17, 18) keinen statistisch signifikanten positiven Effekt zeigten. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar

6 GRAFIK 2 Systematische Übersicht Bloomfield 2011 (13) Christensen 2007 (16) Connock 2007 (17) Garcia-Alamino 2010 (14) Heneghan 2012 (7) Ontaria HTA 2009 (18) Wells 2007 (19) Xu 2012 (15) Systematische Übersicht Bloomfield 2011 (13) Christensen 2007 (16) Connock 2007 (17) Garcia-Alamino 2010 (14) Heneghan 2012 (7) Ontaria HTA 2009 (18) Wells 2007 (19) Xu 2012 (15) Systematische Übersicht Bloomfield 2011 (13) Christensen 2007 (16) Connock 2007 (17) Garcia-Alamino 2010 (14) Heneghan 2012 (7) Ontaria HTA 2009 (18) Wells 2007 (19) Xu 2012 (15) Gesamtmortalität RCTs [n] Risk Ratio (95-%-KI)* 0,75 [0,57 0,99] 0,48 [0,29 0,79] 0,65 [0,47 0,89] 0,64 [0,46 0,89] 0,84 [0,63 1,12] 0,66 [0,38 1,13] 0,49 [0,25 0,94] 0,51 [0,30 0,88] 0,2 1 5 Selbstmanagement: Vorteil Nachteil Thromboembolische Komplikationen RCTs [n] Risk Ratio (95-%-KI)* 0,59 [0,44 0,80] 0,51 [0,35 0,73] 0,50 [0,36 0,69] 0,50 [0,28 0,87] 0,55 [0,39 0,78] 0,52 [0,32 0,80] 0,56 [0,38 0,82] 0,2 1 5 Selbstmanagement: Vorteil Nachteil schwere Blutungen RCTs [n] Risk Ratio (95-%-KI)* 0,91 [0,78 1,06] 0,91 [0,66 1,26] 0,87 [0,66 1,16] 0,93 [0,78 1,10] 0,73 [0,53 1,01] 0,76 [0,48 1,19] 1,07 [0,78 1,47] 0,2 1 5 Selbstmanagement: Vorteil Nachteil Schwere Blutungen Eine Definition von schweren Blutungen fand sich in sechs Übersichten. Ergebnisse zu schweren Blutungen wurden in sieben Übersichten berichtet. Dabei ergab sich in allen Metaanalysen weder ein statistisch signifikanter Vorteil noch Nachteil für / im Vergleich zur Standardtherapie, bei keiner beziehungsweise einer sehr geringen statistischen Heterogenität (Tabelle 3, Grafik 2). Gegenüberstellung der Ergebnisse der Metaanalysen: Gesamt - mortalität, thromboembolische Ereignisse, schwere Blutungen *Aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit wurde für die einzelnen Übersichten der Punktschätzer für das relative Risiko jeweils aus den darin publizierten Zahlen zu Ereignissen beziehungsweise Studienteilnehmern der Einzelstudien ermittelt. Im Rahmen von Subgruppenanalysen wurden in sechs Übersichten (7, 14, 15, 17 19) getrennte Ergebnisse für im Vergleich zur Standardtherapie berichtet, wobei sich in allen Reviews kein statistisch signifikanter Gruppenunterschied zeigte. Ergebnisse für alleine gab es in 5 Reviews (7, 14, 15, 17, 18). Diese waren uneinheitlich. So kam es in zwei Übersichten (14, 17) zu einem statistisch signifikanten Vorteil gegenüber der Standardtherapie, während in den drei anderen Übersichten kein signifikantes Ergebnis vorlag. Lebensqualität In fünf Übersichten fanden sich Angaben zur Patientenzufriedenheit oder Lebensqualität (QoL) (13, 14, 17 19). Aufgrund der unterschiedlichen Instrumente, die in den RCTs verwendet wurden, gab es in keiner der Übersichten eine quantitative Zusammenfassung. Alle fünf Übersichten beschrieben die Ergebnisse zur selbst wahrgenommenen Behandlungsqualität, die mit einem von Sawicki entwickelten Fragebogen (3) in drei RCTs erhoben wurden. Im Vergleich zur Standardbetreuung zeigte sich dabei ein signifikanter Vorteil für in vier beziehungsweise allen fünf Kategorien des Fragebogens. Bei beschränkte sich der signifikante Unterschied auf die Kategorie self-efficacy. Einige weitere Instrumente zur Patientenzufriedenheit wiesen ebenfalls auf Vorteile für / hin. Die Erhebung der QoL erfolgte mit unterschiedlichen Instrumenten (EuroQoL/EQ-5D, SF-36, SEI- QoL und ein speziell auf antikoagulierte Patienten ausgerichteter Fragebogen) und wurde nur unvollständig publiziert. Soweit berichtet, waren die Gruppenunterschiede meist nicht signifikant. Klare Rückschlüsse hinsichtlich des Effekts von / auf die Lebensqualität waren aus den vorliegenden Daten daher nicht möglich. Surrogatparameter Gerinnungseinstellung Ergebnisse zur Gerinnungseinstellung wurden in den Übersichten als Anteil der INR-Messungen im Zielbereich oder als Anteil der Zeit im Zielbereich dargestellt. Gepoolte Werte der Zeit im Zielbereich wurden in 4 Übersichten (13, 17 19) berichtet und lagen dabei für die Kontrollgruppe bei %. Für / zeigten sich vergleichbar bessere Werte von %. Angaben zur statistischen Signifikanz der Unterschiede fehlen jedoch in den meisten Fällen. Für den Anteil 88 Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar 2014

7 TABELLE 4 Mögliche Begründungen zur Verordnung von Point-of-Care-Messgeräten Keine medizinische Begründung nötig bei geeigneten Patienten mit künstlichem Herzklappenersatz spätestens drei Monate nach Operation Medizinische begründete Leistungsverpflichtung der Kassen zur selbstständigen Überwachung des Krankheitsverlaufs mit sofortiger Dosisanpassung besteht u. a. bei: Komplikationen unter konventioneller Betreuung Schwierigkeiten bezüglich regelmäßigem Arztprais-Besuch (örtliche Verhältnisse, Pflegebedürftigkeit sowie Schichtarbeit oder wechselnde berufliche Einsatzorte) schlechten Venenverhältnissen dauerantikoagulierten Kindern (Messung durch Eltern, später durch Kinder selbst) Verkürzung der Kontrollintervalle wegen stark schwankender Gerinnungswerte oder hoher Antikoagulationsintensität Reduzierung der Komplikationsrate ist belegt* 1 Erfordernis zur Gerinnungskontrolle und eigenständigen Dosisanpassung ist nur mit Gerinnungs-Selbstmanagement erfüllt Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall, bei Ihren Verordnungen sehr detailliert auf die medizinisch zwingenden Erfordernisse zur Blutgerinnungs-Selbstkontrolle einzugehen, damit Ihr Patient beim Kostenübernahmeantrag bei seiner Krankenkasse möglichst keine Probleme hat * 2 * 1 Koertke, H. et al.: INR self-management permits lower anticoagulation levels after mechanical heart valve replacement. Circulation 2003; 108 (Suppl 1): II75 78 * 2 Gemäß Empfehlung der ASA Arbeitsgemeinschaft Selbstkontrolle der Antikoagulation e. V. zur Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses der INR-Werte im Zielbereich gab es gepoolte Ergebnisse nur aus einer Übersicht (13). Diese lagen bei 59 % für die Kontrollgruppe und bei 71 % für /. Die gewichtete Differenz zwischen den beiden Gruppen war nicht signifikant. Details zu den Ergebnissen der QoL und der Gerinnungseinstellung finden sich im vollständigen Bericht des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger (12). Diskussion Insgesamt wurden acht qualitativ hochwertige systematische Übersichtsarbeiten identifiziert, die Patientenselbstmessung oder -selbstmanagement (/ ) versus einer Standardbetreuung untersucht hatten. Übereinstimmend konnte in allen systematischen Übersichtsarbeiten eine Reduktion der thromboembolischen Ereignisse bei / beobachtet werden, in der überwiegenden Mehrzahl der Übersichten war auch die Mortalität signifikant niedriger. Die Häufigkeit von schweren Blutungsereignissen blieb in allen Übersichten unverändert. Im Hinblick auf die Behandlungszufriedenheit zeigte sich mehrheitlich ein signifikanter Vorteil von /, was auch eine Studie an über 60-jährigen Patienten ergab (6). Betrachtet man die unterschiedlichen Strategien der Übernahme von Eigenverantwortung durch Patienten getrennt voneinander, so scheint die überlegene Strategie zu sein. Auch die Autoren des 2010 publizierten Cochrane Reviews (14) zu / bei oraler Antikoagulation, welches auch in der vorliegenden Übersichtsarbeit berücksichtigt wurde, kommen zu dem Ergebnis, dass Patienten durch / die Qualität ihrer Therapie im Vergleich zu einer Standardbetreuung verbessern konnten. Sowohl die Anzahl der Todesfälle (relatives Risiko: 0,64 [0,46 0,89]) als auch jene der thromboembolischen Ereignisse (relatives Risiko: 0,50 [0,36 0,69]) konnte ohne zusätzlichen Schaden statistisch signifikant reduziert werden (Tabelle 3). Weiter geht aus dem Cochrane Review hervor, dass für etwa die Hälfte aller Patienten eine Langzeittherapie mit beziehungsweise möglich ist. Dies konnte auch in der SPOG 60 + Studie (20) gerade für ältere Patienten bestätigt werden. Es ist selbsterklärend, dass zum Beispiel ältere bettlägerige Patienten, demente Personen oder jene mit einer schweren Sehbehinderung ohne Betreuungsübernahmemöglichkeit vom Selbstmanagement ausgenommen sind. Derzeit fehlen Studien, die bei Patienten mit Langzeitindikation einen direkten Therapievergleich zwischen Kumarinen unter beziehungsweise und den neuen Antithrombotika (derzeit zugelassen Dabigatran/Rivaroaban/Apiaban) untersuchen. Man kann daher nur indirekt eine Abschätzung vornehmen, indem man die Effekte beider Therapieoptionen jeweils im Vergleich zur Standardbehandlung (Kumarintherapie unter ärztlichem Management) gegenüberstellt und zusätzlich auch noch weitere Überlegungen zu deren Einsatz unter Realbedingungen anstellt. Sofern in den bisher veröffentlichten Studien zu den neuen Antithrombotika (21 23) signifikante Vorteile beobachtet wurden, lagen die daraus abschätzbaren jährlichen Number Needed to Treat (NNTs) für die Gesamtmortalität bei über 200, für thromboembolische Ereignisse wie Schlaganfall oder Myokardinfarkt bei zumindest 130, und für schwere Blutungen über 100. Oft waren diese Endpunkte aber auch nicht signifikant unterschiedlich. Hingegen kann man bei / und vor allem bei alleiniger Betrachtung von von jährlichen NNTs ausgehen, die für die Gesamtmortalität und thromboembolischen Ereignisse unter 100 liegen. Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar

8 Heneghan (2012) kalkulierte die NNTs auf Basis von individuellen Patientendaten und beschrieb einen positiven Effekt von beziehungsweise auf thromboembolische Ereignisse, wobei sich eine NNT von 78 nach 1 Jahr beziehungsweise eine NNT von 27 über 5 Jahre ergab (7). Eine mögliche Limitation der Übersichtsarbeit besteht darin, dass die systematische Recherche lediglich in einer elektronischen Datenbank durchgeführt wurde. Jedoch wurde ein validierter Filter verwendet, so dass davon ausgegangen werden kann, dass jedenfalls die wichtigsten Arbeiten identifiziert wurden. Darunter finden sich aktuelle Publikationen in Peer-Review-Journals, ein Cochrane Review und HTA-Berichte, die alle großteils dieselben RCTs als Evidenzbasis verwenden und im Wesentlichen zu gleichen Ergebnissen hinsichtlich der Effektivität von / kommen. Dies war insofern interessant, zumal wir zu Beginn unserer Arbeit mit größeren Unterschieden zwischen den Übersichten hinsichtlich der eingeschlossenen RCTs und damit auch der Ergebnisse gerechnet hatten. Durch die gewählte Methodik der Bewertung nach Sekundärliteratur können Arbeitsschritte auf Primär literatur-ebene eingespart werden, die von Autoren hochwertiger Übersichten bereits gemacht wurden, um nicht redundant zu sein und trotzdem von einem robusten Ergebnis ausgehen zu können. Dieser von uns postulierte Vorteil, ob der Robustheit des Ergebnisses, muss aber auch aus dem Blickwinkel einer Limitation betrachtet werden, dass bei Reviews, die weitgehend auf der selben Studienlage basieren, ähnliche Ergebnisse zu erwarten sind. Abschließend ist festzuhalten, dass es im Gerinnungsmanagement generell einer Versorgungsoptimierung bedarf. Aus der Arbeit von Saal 2009 geht hervor, dass zum Beispiel in Deutschland beachtliche Sicherheitslücken bei Ärzten gerade in der Dokumentation, der Patienteninformation, dem Wissen über Nebenrisiken und den Medikamenteninteraktionen bestehen (24). Daran wird sich auch durch die Verschreibung der neuen Antithrombotika nichts ändern, die aufgrund ihrer Wirkungsweise selbstverständlich ein vergleichbares Nebenwirkungsprofil, nämlich die Gefahr der Blutung, aufweisen, wie sie auch in der vorzeitig abgebrochenen Studie zu Dabigatran bei Herzklappenpatienten dokumentiert wurde (25). Ebenso sollte der Kostenaspekt berücksichtigt werden. Selbst wenn man den Jahresbedarf für das Selbstmanagement (Teststreifen und ein Kumarin) summiert, sind die neuen Antithrombotika noch immer um circa Jahreskosten teurer (26). Nichtsdestotrotz stieg die Zahl der Neuverordnungen zum Beispiel von Rivaroaban innerhalb von wenigen Monaten in den zweistelligen Millionenbereich an (27). Der Einsatz solch neuer Blockbuster führt zu einer enormen Zusatzbelastung des deutschen Gesundheitswesens, zumal für den Großteil der Patienten mit Langzeitindikation für eine Gerinnungshemmung die herkömmliche Kumarintherapie ausrei- KERNAUSSAGEN Selbstmanagement der oralen Antikoagulation führt im Vergleich zum alleinigen ärztlichen Gerinnungsmanagement zu einer Verminderung von schweren Thromboembolien und Todesfällen. Hinsichtlich des klinisch relevanten Zusatznutzens scheint das Patientenselbstmanagement einer alleinigen Patientenselbstmessung überlegen zu sein. Eine wichtige Voraussetzung für das Gerinnungs - management ist vor allem das Erlernen der Dosisanpassung im Rahmen von strukturierten, validierten Schulungsprogrammen. Gerinnungsmanagement ist für alle Personen möglich, die über die nötigen geistigen Voraussetzungen, feinmotorische Fähigkeiten und ausreichendes Sehvermögen verfügen. Studien, die Kumarine und Patientenselbstmanagement direkt mit den neu zugelassenen Thrombininhibitoren vergleichen, sind ausständig. chend ist (28). Auch wenn die Erstattung der Geräte in den einzelnen Kassen nicht regelhaft erfolgt, so werden die Kosten bei guter Begründung (Tabelle 4) weitgehend übernommen. Daher wurde in Deutschland kürzlich eine große Versorgungsforschungsstudie (PICANT) initiiert (29), die zum Ziel hat, durch ein Best-Practice-Modell die Versorgung von Patienten mit einer Langzeitindikation für gerinnungshemmende Medikation zu verbessern und gerinnungsassoziierte Komplikationen zu reduzieren. Insgesamt konnte somit gezeigt werden, dass erwachsene Patienten mit Langzeitindikation für eine orale Antikoagulation von einem Patientenselbstmanagement im Vergleich zu einer Standardtherapie mit einem ärztlichen Gerinnungsmanagement profitieren. Für Patientenselbstmessung alleine ist dies hingegen nicht zutreffend. Danksagung Die Autoren danken Frau Antonia Zengerer für die Unterstützung bei der Datenerhebung und der Durchführung der Korrekturarbeiten. Interessenkonflikt Am Institut für Allgemeinmedizin der Goethe Universität Frankfurt am Main läuft seit März 2012 die vom BMBF geförderte Studie (FKZ: 01GY1145) zu Primary Care Management for Optimized Antithrombotic Treatment (PICANT). Das Institut HEALTH der JOANNEUM RESEARCH Forschungs-GmbH erstellte im Jahr 2011 eine gesundheitsökonomische Analyse zum Thema Selbstmanagement bei oraler Antikoagulation im Auftrag der Firma ROCHE Diagnostics. Der vollständige Bericht dieses Manuskripts wurde von den Autoren für den Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger erstellt und ist auf deren Homepage richt_selbstmanagement_orale_antikoagulation.pdf) abrufbar. Manuskriptdaten eingereicht: , revidierte Fassung angenommen: Deutsches Ärzteblatt Jg. 111 Heft 6 7. Februar 2014

Stellungnahme zur Nutzenbewertung des IQWiG gemäß 35a SGB V. Apixaban

Stellungnahme zur Nutzenbewertung des IQWiG gemäß 35a SGB V. Apixaban Gemeinsamer Bundesausschuss Wegelystr. 8 10623 Berlin 23. April 2013 Stellungnahme zur Nutzenbewertung des IQWiG gemäß 35a SGB V Apixaban Vorgangsnummer 2013-01-01-D-053 IQWiG Bericht Nr. 157, veröffentlicht

Mehr

Sauberes Wissen in der Medizin

Sauberes Wissen in der Medizin Prof. Dr. A. Siebenhofer-Kroitzsch Sauberes Wissen in der Medizin Neue Antikoagulanzien Aguilar MI, Cochrane Database Syst Rev 2005; Saxena RCochrane Database Syst Rev 2004 Chronische Krankheit u. Versorgungsforschung

Mehr

Neue Antikoagulanzien

Neue Antikoagulanzien 1. Unabhängiger Fortbildungskongress der Ärztekammer Berlin, Berlin 1.12.2012 Workshop 2: Neue Antikoagulanzien Hans Wille Institut für Klinische Pharmakologie Klinikum Bremen Mitte ggmbh www.pharmakologie

Mehr

V I N VerordnungsInfo Nordrhein

V I N VerordnungsInfo Nordrhein V I N VerordnungsInfo Nordrhein Vitamin-K-Antagonisten (VKA*) oder neue orale Antikoagulantien (NOAK**) bei nicht valvulärem Vorhofflimmern? Seit der Einführung der neuen oralen Antikoagulantien (NOAKs)

Mehr

G.Zenker LKH-Bruck Kardiologie/Angiologie/Nephrologie 2013

G.Zenker LKH-Bruck Kardiologie/Angiologie/Nephrologie 2013 G.Zenker LKH-Bruck Kardiologie/Angiologie/Nephrologie 2013 Prävalenz: 1 2 % der Allgemeinbevölkerung; mehr als 6 Millionen Menschen in Europa 1 Vermutlich näher an 2 %, da VHF lange Zeit unentdeckt bleiben

Mehr

TOP III Kommunikative Kompetenz im ärztlichen Alltag Verstehen und Verständigen

TOP III Kommunikative Kompetenz im ärztlichen Alltag Verstehen und Verständigen 118. Deutscher Ärztetag Frankfurt am Main 12.-15 Mai 2015 TOP III Kommunikative Kompetenz im ärztlichen Alltag Verstehen und Verständigen Nicole Ernstmann IMVR Abteilung Medizinische Soziologie nicole.ernstmann@uk-koeln.de

Mehr

Deutsche Medizinische Wochenschrift

Deutsche Medizinische Wochenschrift Deutsche Medizinische Wochenschrift Schriftleitung: H. E. Blum, FreiburgJ. F. Riemann, Ludwigshafen W. Siegenthaler, Zürich E. Erdmann, KölnM. Rothmund, Marburg J. R. Siewert, München W. Hiddemann, MünchenP.

Mehr

Arbeitskreis Pharmakotherapie der Ärztekammer Krefeld -

Arbeitskreis Pharmakotherapie der Ärztekammer Krefeld - Arbeitskreis Pharmakotherapie der Ärztekammer Krefeld - zur Prophylaxe von Thrombosen und Schlaganfällen und Therapie bei thromboembolischen Erkrankungen Ersatz für Marcumar oder Heparin? Seit 2011 werden

Mehr

Inhalte des Vortrags

Inhalte des Vortrags Ist disease management evidenzbasiert? Gibt es Nachweise für den Nutzen von strukturierten Betreuungsmodellen? Mag. Alois Alkin Dinghoferstr. 4, 4010 Linz Tel: 0732 / 778371/243 Email: qualitaet@aekooe.or.at

Mehr

Vorhofflimmern und Blutverdünnung: Wann Marcumar und wann eine der neuen Substanzen? (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban)

Vorhofflimmern und Blutverdünnung: Wann Marcumar und wann eine der neuen Substanzen? (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban) Die Kontroverse: Schlaganfall Verhinderung (10% 2%) Blutungs Risiko (> 1%) Keine Antikoagulation Vitamin K Antagonisten 64,6% Medicare Kohorte, USA (n = 23657) Birman Deych E et al. Stroke 2006; 37:

Mehr

Home Monitoring in der sektorenübergreifenden. Versorgung

Home Monitoring in der sektorenübergreifenden. Versorgung Home Monitoring in der sektorenübergreifenden Versorgung BIOTRONIK // Cardiac Rhythm Management Herzschrittmacher mit Home Monitoring in der sektorenübergreifenden Versorgung VDE MedTech 2013 26. September

Mehr

Antikoagulation 2012: alles anders?

Antikoagulation 2012: alles anders? Antikoagulation 2012: alles anders? Ärztekongress Arosa 24. März 2012 (Etzel Gysling) Neue Antikoagulantien Wo und wofür sind sie aktuell zugelassen? Seit 2011 sind neue Studienresultate und eine neue

Mehr

Antikoagulation in der Praxis Qual der Wahl

Antikoagulation in der Praxis Qual der Wahl Antikoagulation in der Praxis Qual der Wahl Stephan Krähenbühl Klinische Pharmakologie & Toxikologie Universitätsspital Basel Kraehenbuehl@uhbs.ch Coumarine Karboxylierung Faktoren II, VII, IX, X Heparin

Mehr

Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring

Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring Effizientere Versorgungsprozesse und mehr Lebensqualität mit Home Monitoring Dr. Jens Günther leitender Arzt und Partner am Kardiologischen Centrum / Klinik Rotes Kreuz Frankfurt 17.10.2014 ehealth-konferenz

Mehr

Informationsmanagement in der Praxis des IQWiG Anforderungen und Perspektiven. Jürgen Windeler

Informationsmanagement in der Praxis des IQWiG Anforderungen und Perspektiven. Jürgen Windeler Informationsmanagement in der Praxis des IQWiG Anforderungen und Perspektiven Jürgen Windeler Das IQWiG ist ein unabhängiges wissenschaftliches Institut, das Nutzen und Schaden medizinischer Maßnahmen

Mehr

Health Technology Assessment (HTA) vom Market Access zum Market Success Medical Valley Talk 10.03.2011 Inhalt Aktuelle Entwicklungen in der Gesundheitspolitik Bedeutung von HTA für Kostenerstattung Prospective

Mehr

Klinische Forschung. Klinische Forschung. Effectiveness Gap. Versorgungsforschung und evidenzbasierte Medizin. Conclusion

Klinische Forschung. Klinische Forschung. Effectiveness Gap. Versorgungsforschung und evidenzbasierte Medizin. Conclusion Versorgungsforschung und evidenzbasierte Medizin Klinische Forschung 00qm\univkli\klifo2a.cdr DFG Denkschrift 1999 Aktuelles Konzept 2006 Workshop der PaulMartiniStiftung Methoden der Versorgungsforschung

Mehr

Neue (direkte) orale Antikoagulantien. (DOAKS): Wie damit umgehen? - Copyright nur zum direkten persönlichen Nachlesen bestimmt-

Neue (direkte) orale Antikoagulantien. (DOAKS): Wie damit umgehen? - Copyright nur zum direkten persönlichen Nachlesen bestimmt- Neue (direkte) orale Antikoagulantien (DOAKS): Wie damit umgehen? - Copyright nur zum direkten persönlichen Nachlesen bestimmt- vor drei Wochen im Op 67 j. Patient, Jurist, 183 cm, 79 kg latente Bluthochdruckerkrankung

Mehr

Sturzprävention im häuslichen Umfeld. Methodische Aspekte und Hauptbefunde des HTA

Sturzprävention im häuslichen Umfeld. Methodische Aspekte und Hauptbefunde des HTA Sturzprävention im häuslichen Umfeld Methodische Aspekte und Hauptbefunde des HTA Gesund und aktiv Älterwerden in Deutschland Berlin, 27. November 2012 Der HTA-Bericht Auftrag: Welchen Effekt haben Maßnahmen

Mehr

What`s new in arrhythmias? Highlights vom ESC 2006 in Barcelona

What`s new in arrhythmias? Highlights vom ESC 2006 in Barcelona What`s new in arrhythmias? Highlights vom ESC 2006 in Barcelona Bielefeld, 13.09.2006 ACC/AHA/ESC Guidelines 2006 for the Management of Patients With Atrial Fibrillation ACC/AHA/ESC Guidelines 2006 for

Mehr

TRIPLE THERAPIE (ANTIKOAGULATION UND DUALE PLÄTTCHENHEMMUNG) -WELCHE STRATEGIE WÄHLEN WIR?

TRIPLE THERAPIE (ANTIKOAGULATION UND DUALE PLÄTTCHENHEMMUNG) -WELCHE STRATEGIE WÄHLEN WIR? CAMPUS GROSSHADERN CAMPUS INNENSTADT MEDIZINISCHE KLINIK UND POLIKLINIK I TRIPLE THERAPIE (ANTIKOAGULATION UND DUALE PLÄTTCHENHEMMUNG) -WELCHE STRATEGIE WÄHLEN WIR? UPDATE KARDIOLOGIE 12.11.2014 PD Dr.

Mehr

Rivaroxaban. Indikation. Empfehlungen zur wirtschaftlichen Verordnungsweise (1 5)

Rivaroxaban. Indikation. Empfehlungen zur wirtschaftlichen Verordnungsweise (1 5) Ausgabe 2/2013 Wirkstoff AKTUELL Gemäß internationalen Leitlinien zählen VitaminKAntagonisten wie Phenprocoumon zum Standard in Indikation Alter 75 Jahre Schlaganfall Empfehlungen zur wirtschaftlichen

Mehr

Statine bei Dialysepatienten: Gibt es

Statine bei Dialysepatienten: Gibt es Statine bei Dialysepatienten: Gibt es noch eine Indikation? Christoph Wanner, Würzburg 22. Berliner DialyseSeminar 4. 5. Dezember 2009 Statine Lipidsenkung bei CKD 3 und 4 2003 2004 2006 2011 2012 AJKD

Mehr

Koronare Herzkrankheit: optimales Management

Koronare Herzkrankheit: optimales Management ZÜRICH REVIEW-KURS KLINISCHE KARDIOLOGIE 9.April 2015 Koronare Herzkrankheit: optimales Management Orale Antikoagulation und Thrombozytenaggregationshemmer: was ist zu viel? Klinik für Kardiologie Hans

Mehr

Closed-Loop Healthcare Monitoring in a Collaborative Heart Failure Network

Closed-Loop Healthcare Monitoring in a Collaborative Heart Failure Network Closed-Loop Healthcare Monitoring in a Collaborative Heart Failure Network Graduelle Anpassung der Versorgungsstruktur R. Modre-Osprian 1,*, G. Pölzl 2, A. VonDerHeidt 2, P. Kastner 1 1 AIT Austrian Institute

Mehr

Die Wirksamkeit von Vitamin-D zur Sturzprophylaxe bei nicht hospitalisierten Senioren

Die Wirksamkeit von Vitamin-D zur Sturzprophylaxe bei nicht hospitalisierten Senioren Die Wirksamkeit von Vitamin-D zur Sturzprophylae bei nicht hospitalisierten Senioren Dagmar Lühmann 1, Katrin Balzer 1, Martina Bremer 1, Heiner Raspe 2 1 Institut für Sozialmedizin, Universitätsklinikum

Mehr

Klinische chirurgische Forschung in Deutschland. Biometrie in der Chirurgischen Forschung 13.09.2006 Leipzig C. M. Seiler

Klinische chirurgische Forschung in Deutschland. Biometrie in der Chirurgischen Forschung 13.09.2006 Leipzig C. M. Seiler Klinische chirurgische Forschung in Deutschland Biometrie in der Chirurgischen Forschung 13.09.2006 Leipzig C. M. Seiler Hintergrund Chirurgie 5-24 % aller Therapien in der Chirurgie basieren auf Ergebnissen

Mehr

Begleitmedikation bei gefäßkranken Patienten Was ist evidenzbasiert? N. Attigah Klinischer Abend 27.07.2007 Therapieerfolg -Strenge Indikation -Akkurate OP-Technik -Konsequente Nachsorge -(Best Medical

Mehr

Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG)

Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) Gemeinsame Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) Kritischer Kommentar zu den Empfehlungen zum Einsatz der neuen Antikoagulantien

Mehr

ebm info.at ärzteinformationszentrum Manuelle Lymphdrainage bei Krebserkrankungen

ebm info.at ärzteinformationszentrum Manuelle Lymphdrainage bei Krebserkrankungen ebm info.at ärzteinformationszentrum EbM Ärzteinformationszentrum www.ebm info.at Department für Evidenzbasierte Medizin und Klinische Epidemiologie Donau-Universität Krems Antwortdokument zur Anfrage

Mehr

Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment.

Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment. 5th Congenital Hyperinsulinism International Family Conference Milan, September 17-18 Remission in Non-Operated Patients with Diffuse Disease and Long-Term Conservative Treatment. PD Dr. Thomas Meissner

Mehr

Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Lungenembolie zugelassen

Akutbehandlung und Sekundärprophylaxe der Lungenembolie zugelassen Als einziges der neuen oralen Antikoagulanzien: Rivaroxaban (Xarelto ) jetzt auch zur Akutbehandlung u Als einziges der neuen oralen Antikoagulanzien Rivaroxaban (Xarelto ) jetzt auch zur Akutbehandlung

Mehr

Akupunktur zur Migräneprophylaxe

Akupunktur zur Migräneprophylaxe Akupunktur zur Migräneprophylaxe Ergebnisbericht Recherche Datum der Suche: 29.09.2011 PICO-Fragestellung: Population: erwachsene Patienten mit Migräne Intervention: Körperakupunktur mit Nadeln ohne elektrische

Mehr

Sekundärprävention von TVT/LE

Sekundärprävention von TVT/LE Sekundärprävention von TVT/LE Sekundärprävention TVT/ LE Studienlage Rivaroxaban (Xarelto ) Dabigatranetexilat (Pradaxa ) Apixaban (Eliquis ) Edoxaban (Lixiana ) Vergleich der 4 Substanzen bezogen auf

Mehr

http://www.mig.tu-berlin.de

http://www.mig.tu-berlin.de Management im Gesundheitswesen IV: Gesundheitsökonomische Evaluation Studientypen und Datenquellen; Erfassung und Bewertung von klinischen Ergebnisparametern Querschnittstudie Überblick Studientypen Beobachtungsstudien

Mehr

Quick-Einstellung bietet Gelegenheit für bessere Blutdruckkontrolle. Erkenntnisse dank der Hausärztedatenbank FIRE

Quick-Einstellung bietet Gelegenheit für bessere Blutdruckkontrolle. Erkenntnisse dank der Hausärztedatenbank FIRE Quick-Einstellung bietet Gelegenheit für bessere Blutdruckkontrolle Sven Streit, Vladimir Kaplan, André Busato, Sima Djalali, Oliver Senn, Damian N. Meli und die FIRE Studiengruppe Symposium Versorgungsforschung

Mehr

Pflicht- und Wahlpflichtmodule Projektvorstellung für Praktikum und Masterarbeit

Pflicht- und Wahlpflichtmodule Projektvorstellung für Praktikum und Masterarbeit Informationen zum 2. Semester Pflicht- und Wahlpflichtmodule Projektvorstellung für Praktikum und Masterarbeit Master of Public Health (120 ECTS) Pflichtmodule 90 ECTS Modulübersicht Biometrie I und II

Mehr

Post-Market-Surveillance & PMCF Wann ist eine PMCF-Studie angezeigt? PD Dr. med. Ulrich Matern

Post-Market-Surveillance & PMCF Wann ist eine PMCF-Studie angezeigt? PD Dr. med. Ulrich Matern Post-Market-Surveillance & PMCF Wann ist eine PMCF-Studie angezeigt? PD Dr. med. Ulrich Matern Das Gesetz Clinical investigations shall be performed unless it is duly justified to rely on existing clinical

Mehr

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA

Pressespiegel 2014. Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge. Inhalt. Axel Heidenreich. Zielsetzung des Screening/ der Früherkennung beim PCA Pressespiegel 2014 Klinik für Urologie Sinn und Unsinn der Prostatakarzinomvorsorge Ist die Prostatakrebs-Früherkennung für alle älteren Männer sinnvoll? Laut einer europäischen Studie senkt sie die Zahl

Mehr

Preise für innovative Arzneimittel Kommt das System an seine Grenzen?

Preise für innovative Arzneimittel Kommt das System an seine Grenzen? AOK-Forum live Potsdam, 28. April 2015 Preise für innovative Arzneimittel Kommt das System an seine Grenzen? Wolf-Dieter Ludwig Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ); HELIOS Klinikum

Mehr

Prof. Dr. med. Jens Garbade Nothing to disclose

Prof. Dr. med. Jens Garbade Nothing to disclose Informations- und Kommunikationstechnologien (e-health) bei Patienten mit Kunstherzsystemen: Eine Konzeptstudie Prof. Dr. med. Jens Garbade Nothing to disclose 10. Leipziger Forum GhW Herzmedizin: Heute

Mehr

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern

Diabetes mellitus The silent killer. Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus The silent killer Peter Diem Universitätspoliklinik für Endokrinologie, Diabetologie und Klinische Ernährung Inselspital - Bern Diabetes mellitus und KHK Diabetiker leiden häufig an KHK

Mehr

Präventionspotenzial endoskopischer Vorsorgeuntersuchungen für kolorektale Karzinome

Präventionspotenzial endoskopischer Vorsorgeuntersuchungen für kolorektale Karzinome Präventionspotenzial endoskopischer Vorsorgeuntersuchungen für kolorektale Karzinome Symposium Das Früherkennungsprogramm kolorektaler Karzinome in Deutschland eine Zwischenbilanz Oldenburg, 30.10.2004

Mehr

Beschluss. I. Die Anlage XII wird in alphabetischer Reihenfolge um den Wirkstoff Apixaban wie folgt ergänzt:

Beschluss. I. Die Anlage XII wird in alphabetischer Reihenfolge um den Wirkstoff Apixaban wie folgt ergänzt: Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL): Anlage XII - Beschlüsse über die Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach 35a SGB

Mehr

Qualitätsinstitute im internationalen Vergleich Reinhard Busse, Prof. Dr. med. MPH FFPH

Qualitätsinstitute im internationalen Vergleich Reinhard Busse, Prof. Dr. med. MPH FFPH Qualitätsinstitute im internationalen Vergleich Reinhard Busse, Prof. Dr. med. MPH FFPH FG Management im Gesundheitswesen, Technische Universität Berlin, BerlinHECOR - Gesundheitsökonomisches Zentrum Berlin

Mehr

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues?

Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Ernährung bei akuter Pankreatitis: Was gibt es Neues? Prof. Dr J. Ockenga Medizinische Klinik II Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie & Ernährungsmedizin Klinikum Bremen Mitte DGEM/ESPEN, Guidelines

Mehr

Marcoumar, Xarelto oder Pradaxa: eines für alle oder nicht?

Marcoumar, Xarelto oder Pradaxa: eines für alle oder nicht? Marcoumar, Xarelto oder Pradaxa: eines für alle oder nicht? Gerrit Hellige Inhalt Hintergrund Grundlagen der Antikoagulation Anforderungen an ein Antikoagulans Eigenschaften der neuen oralen Antikoagulatien

Mehr

Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl

Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl Moderne Diabetestherapie evidence based medicine oder managed care? Martin Pfohl Med. Klinik I EVK Bethesda GmbH Duisburg Evidence based medicine Medizinische Entscheidungen aufgrund von evidence ärztlicher

Mehr

Wollen wir wirklich immer individualisieren? Es kommt drauf an!

Wollen wir wirklich immer individualisieren? Es kommt drauf an! Wollen wir wirklich immer individualisieren? Es kommt drauf an! Norbert Donner-Banzhoff Abteilung für Allgemeinmedizin Universität Marburg EbM-Jahrestagung Berlin 2011 Von der kollektiven und der individuellen

Mehr

Szenariotechnikin der Entwicklung von Gesundheitssystemen

Szenariotechnikin der Entwicklung von Gesundheitssystemen Szenariotechnikin der Entwicklung von Gesundheitssystemen Priv.-Doz. Dr. med. Horst Christian Vollmar, MPH 20.10.2014, Berlin PD Dr. Horst Christian Vollmar, MPH Seite 1 Zu meiner Person FA für Allgemeinmedizin,

Mehr

Die perioperative Thromboseprophylaxe an einer Abteilung für Unfallchirurgie Die tägliche Praxis

Die perioperative Thromboseprophylaxe an einer Abteilung für Unfallchirurgie Die tägliche Praxis Prim. Univ.-Prof. DDr. Thomas Klestil Abteilung Unfallchirurgie Die perioperative Thromboseprophylaxe an einer Abteilung für Unfallchirurgie Die tägliche Praxis Inhalt 2 1 Einführung: Zahlen & Fakten 2

Mehr

Gerinnungsbefunde in der klinischen Routine was ändern die neuen Antikoagulantien? Peter Quehenberger Klinisches Institut für Labormedizin AKH Wien

Gerinnungsbefunde in der klinischen Routine was ändern die neuen Antikoagulantien? Peter Quehenberger Klinisches Institut für Labormedizin AKH Wien Gerinnungsbefunde in der klinischen Routine was ändern die neuen Antikoagulantien? Peter Quehenberger Klinisches Institut für Labormedizin AKH Wien Evolution of Knowledge Heparins Warfarin LMWHs direkte

Mehr

Dossierbewertung A13-38 Version 1.0 Teriflunomid Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V 20.12.2013

Dossierbewertung A13-38 Version 1.0 Teriflunomid Nutzenbewertung gemäß 35a SGB V 20.12.2013 2 Nutzenbewertung 2.1 Kurzfassung der Nutzenbewertung Hintergrund Der G-BA hat das IQWiG mit der Nutzenbewertung des Wirkstoffs Teriflunomid gemäß 35a SGB V beauftragt. Die Bewertung erfolgte auf Basis

Mehr

Eine Studie was ist das? Grundlagen klinischer Studien

Eine Studie was ist das? Grundlagen klinischer Studien Eine Studie was ist das? Grundlagen klinischer Studien Grundlagen klinischer Studien Eine Studie ist eine systematische Sammlung von Daten, die dazu dient, eine oder mehrere Fragen zu beantworten. Eine

Mehr

Ist geriatrische Rehabililtation wirksam?

Ist geriatrische Rehabililtation wirksam? Ist geriatrische Rehabililtation wirksam? Dr. med. Stefan Bachmann Chefarzt Rheumatologie/muskuloskelettale Rehabilitation Rehabilitationszentrum Klinik Valens Leiter Forschung Geriatrie Universität Bern

Mehr

Blutgerinnung. Folie 1. Arzneistoffe mit Wirkung auf die Blutgerinnung. Blutgerinnungshemmende Arzneistoffe Antikoagulantien

Blutgerinnung. Folie 1. Arzneistoffe mit Wirkung auf die Blutgerinnung. Blutgerinnungshemmende Arzneistoffe Antikoagulantien Folie 1 Blutgerinnung Arzneistoffe mit Wirkung auf die Blutgerinnung Blutgerinnungshemmende Arzneistoffe 1 Folie 2 Arzneistoffe/ Fertigarzneimittel mit Wirkung auf die Blutgerinnung: Marcumar, Marcuphen,

Mehr

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung. Erfahrungen aus Deutschland - unter besonderer Berücksichtigung medizinischer Leitlinien

Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung. Erfahrungen aus Deutschland - unter besonderer Berücksichtigung medizinischer Leitlinien Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung Erfahrungen aus Deutschland - unter besonderer Berücksichtigung medizinischer Leitlinien Prof. Dr. Günter Ollenschläger Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin,

Mehr

Gesundheit Institut für Pflege. Rehabilitationspflege macht einen Unterschied Mobilitätsfördernde Pflegeintervention (RCT) Bild 28.

Gesundheit Institut für Pflege. Rehabilitationspflege macht einen Unterschied Mobilitätsfördernde Pflegeintervention (RCT) Bild 28. Gesundheit Institut für Pflege Rehabilitationspflege macht einen Unterschied Mobilitätsfördernde Pflegeintervention (RCT) 21. September 2015 3-Länderkonferenz Konstanz Susanne Suter-Riederer 1,2, MScN,

Mehr

Antikoagulation bei erhöhtem gastro-intestinalem Blutungsrisiko

Antikoagulation bei erhöhtem gastro-intestinalem Blutungsrisiko Antikoagulation bei erhöhtem Antikoagulation bei Blutungsanamnese im GI-Trakt: Balanceakt zwischen Blutung, Ischämie und Embolie Prof. Frank M. Baer Interdisziplinäre Fortbildung, St. Antonius KH, 9.5.2012

Mehr

Entscheidungsunterstützung durch Big Data. Perspektiven und Chancen für die Zukunft. Holger Cordes. Chief Operations Officer, Cerner Europe

Entscheidungsunterstützung durch Big Data. Perspektiven und Chancen für die Zukunft. Holger Cordes. Chief Operations Officer, Cerner Europe Entscheidungsunterstützung durch Big Data Perspektiven und Chancen für die Zukunft Holger Cordes Chief Operations Officer, Cerner Europe Enorme Beschleunigung der Wissensgewinnung Medizinisches Wissen

Mehr

Remote Patient Management beim herzinsuffizienten Patienten

Remote Patient Management beim herzinsuffizienten Patienten Remote Patient Management beim herzinsuffizienten Patienten Prof. Dr. med. Friedrich Köhler Charité-Universitätsmedizin Berlin conhit 08. Mai 2014 Chronische Herzinsuffizienz eine demographische Herausforderung

Mehr

Medizinprodukte im Brennpunkt I Workshop der GMDS & DNEbM I Köln 28.11.2012 Kolominsky-Rabas 2012 I Universität Erlangen-Nürnberg

Medizinprodukte im Brennpunkt I Workshop der GMDS & DNEbM I Köln 28.11.2012 Kolominsky-Rabas 2012 I Universität Erlangen-Nürnberg 1 Medizinprodukte im Brennpunkt: Medizin, Regulation und Ökonomie Versuch einer differenzierten Betrachtung Besonderheiten der gesundheitsökonomischen Evaluation von Medizinprodukten Univ.-Prof. Dr. med.

Mehr

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose 20. Newsletter Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte/liebe Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Tuberkuloseinteressierte, wir freuen uns,

Mehr

mie: Kein Ziel mehr?

mie: Kein Ziel mehr? Normoglykämie mie: Kein Ziel mehr? Christian Madl Universitätsklinik für Innere Medizin III Intensivstation 13H1 AKH Wien christian.madl@meduniwien.ac.at Umpierrez ; J Clin Endocrinol Metab 2002 Hyperglykämie

Mehr

Neue orale Antikoagulanzien: Quick-Wert ade? Hämostaseologie im Dialog, Köln Mai 2011

Neue orale Antikoagulanzien: Quick-Wert ade? Hämostaseologie im Dialog, Köln Mai 2011 Neue orale Antikoagulanzien: Quick-Wert ade? Hämostaseologie im Dialog, Köln Mai 2011 Direkte orale Antikoagulanzien - Dabigatran (Pradaxa ) - Rivaroxaban (Xarelto ) - Apixaban (NN ) OA: orale Antikoagulanzien

Mehr

Paradigmenwechsel in der OAK bei PatientInnen mit Vorhofflimmern

Paradigmenwechsel in der OAK bei PatientInnen mit Vorhofflimmern Paradigmenwechsel in der OAK bei PatientInnen mit Vorhofflimmern Dr. Martin Schumacher Interne Abteilung Krankenhaus der Barmherzigen Brüder 8020 Graz, Marschallgasse 12 martin.schumacher@bbgraz.at UpToDate

Mehr

ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention

ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention ACCORD-STUDIE: Neue Erkenntnisse zur Herz-Kreislauf-Prävention Durch die weltweite Zunahme des Diabetes mellitus (Typ 2) gewinnt auch die Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen bei den Betroffenen

Mehr

Nutzenbewertung der DOAKS aus der Sicht des Hämostaseologen

Nutzenbewertung der DOAKS aus der Sicht des Hämostaseologen Nutzenbewertung der DOAKS aus der Sicht des Hämostaseologen karl.jaschonek@med.uni-tuebingen.de Universitätsklinikum Tübingen Abteilung Hämatologie, Onkologie, Immunologie, Rheumatologie und Pulmologie

Mehr

Wissenschaftliche Studien über QI GONG

Wissenschaftliche Studien über QI GONG Wissenschaftliche Studien über QI GONG Im asiatischen Raum wird Qi Gong schon seit mehreren Jahrzehnten erfolgreich wissenschaftlich untersucht. Wissenschaftliche Fakten untermauern somit die Wirksamkeit

Mehr

Erfolge und Limitationen in der Neurologie: praktische Erfahrungen in der Sekundärprophylaxe

Erfolge und Limitationen in der Neurologie: praktische Erfahrungen in der Sekundärprophylaxe Erfolge und Limitationen in der Neurologie: praktische Erfahrungen in der Sekundärprophylaxe Christian Opherk Neurologische Klinik und Poliklinik & Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung LMU München

Mehr

Eckpunkte des sog.rheumavertrages

Eckpunkte des sog.rheumavertrages Eckpunkte des sog.rheumavertrages Titel: Vereinbarung zur Förderung der wirtschaftlichen Verordnung von Arzneimitteln in der Therapie der rheumatoiden Arthritis gemäß 84 Abs. 1 Satz 5 SGB V Rahmenvertrag

Mehr

Medikamentöse Langzeittherapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in der hausärztlichen Praxis-Versuch einer Kosten-Nutzen-Analyse

Medikamentöse Langzeittherapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in der hausärztlichen Praxis-Versuch einer Kosten-Nutzen-Analyse Andreas Lindenau Dr. med. Medikamentöse Langzeittherapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit in der hausärztlichen Praxis-Versuch einer Kosten-Nutzen-Analyse Geboren am 30.01.1965 in Diepholz

Mehr

Was gibt es neues zur Blutverdünnung Wann ist heute Marcumar noch nötig?

Was gibt es neues zur Blutverdünnung Wann ist heute Marcumar noch nötig? Akademie für Ältere, Heidelberg 31. Januar 2013 Was gibt es neues zur Blutverdünnung Wann ist heute Marcumar noch nötig? Job Harenberg, Prof. Dr. med. Shabnam Zolfaghari, M.Sc. Klinische Pharmakologie

Mehr

Health Technology Assessment Einleitung, Geschichte, Terminologie, Nutzergruppen, Versorgungsproblematik

Health Technology Assessment Einleitung, Geschichte, Terminologie, Nutzergruppen, Versorgungsproblematik Health Technology Assessment Einleitung, Geschichte, Terminologie, Nutzergruppen, Versorgungsproblematik Dr. med H.-P. Dauben Allgemeine Einführung Was ist Health Technology Assessment? Health - Gesundheit

Mehr

Antikoagulation bei Vorhofflimmern

Antikoagulation bei Vorhofflimmern Antikoagulation bei Vorhofflimmern CHRISTOPH SUCKER, LABOMED GERINNUNGSZENTRUM BERLIN Thromboembolische Komplikationen stellen eine entscheidende Komplikation bei Patienten mit Vorhofflimmern dar. Insbesondere

Mehr

Universitätsklinikum Regensburg Standards und Aktuelles in der Therapie des Malignen Melanoms

Universitätsklinikum Regensburg Standards und Aktuelles in der Therapie des Malignen Melanoms Standards und Aktuelles in der Therapie des Malignen Melanoms Sebastian Haferkamp Häufigkeit des Malignen Melanoms Fälle pro 100.000 www.rki.de Therapie des Melanoms Universitätsklinikum Regensburg 1975

Mehr

DMP Diabetes - Fluch oder Segen?

DMP Diabetes - Fluch oder Segen? Deutscher Diabetiker Bund Landesverband Bremen e.v. DMP Diabetes - Fluch oder Segen? Jens Pursche Vorsitzender Am Wall 102 28195 Bremen Fon (0421) 616 43 23 Fax (0421) 616 86 07 www.ddb-hb.de Zahlen zum

Mehr

Was wirkt? Frühintervention aus wissenschaftlicher Sicht Die Entwicklungen der letzten 10 Jahre Hans-Jürgen Rumpf Universität zu Lübeck Zentrum für Integrative Psychiatrie (ZIP) ggmbh Forschungsgruppe

Mehr

Methoden der evidenzbasierten Medizin (EbM)

Methoden der evidenzbasierten Medizin (EbM) Methoden der evidenzbasierten Medizin (EbM) Dr. Frank Verheyen WINEG (Wissenschaftliches Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen) WINEG Summer School 2013 3. September 2013, Hamburg

Mehr

Wundermittel? Möglichkeiten und Grenzen der neuen Gerinnungshemmer. Christoph Schmidt Kardiale Rehabilitation und Prävention Klinik Barmelweid

Wundermittel? Möglichkeiten und Grenzen der neuen Gerinnungshemmer. Christoph Schmidt Kardiale Rehabilitation und Prävention Klinik Barmelweid Wundermittel? Möglichkeiten und Grenzen der neuen Gerinnungshemmer Christoph Schmidt Kardiale Rehabilitation und Prävention Klinik Barmelweid Wie ideal sind Vitamin-K-Antagonisten (VKA) und LMWH (low molec.

Mehr

Erstellung einer Integrierten Datenbank mit SAS für die gepoolte Analyse mehrere klinischer Studien

Erstellung einer Integrierten Datenbank mit SAS für die gepoolte Analyse mehrere klinischer Studien Erstellung einer Integrierten Datenbank mit SAS für die gepoolte Analyse mehrerer... 1 Erstellung einer Integrierten Datenbank mit SAS für die gepoolte Analyse mehrere klinischer Studien Thomas Bruckner,

Mehr

Update Rhythmologie 2013. Peter Ammann

Update Rhythmologie 2013. Peter Ammann Update Rhythmologie 2013 Peter Ammann Vorhofflimmern Entwicklung, Neuigkeiten Devicetherapie CRT für alle? Zukunftsperspektive One of the growing cardiovascular epidemics of the 21st century Miyasaka et

Mehr

Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 Abschlussbericht

Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 Abschlussbericht IQWiG-Berichte Jahr: 2009 Nr. 42 Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 Abschlussbericht Auftrag A05-03 Stand: Impressum Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit

Mehr

Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl

Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl Patientenschulung bei Herzinsuffizienz internationale Ergebnisse / Vorerfahrungen - Das neue Schulungsprogramm der AG Patientenschulung der DGPR / Zentrum Patientenschulung

Mehr

Eribulin (Addendum zum Auftrag A14-25)

Eribulin (Addendum zum Auftrag A14-25) IQWiG-Berichte Nr. 270 Eribulin (Addendum zum Auftrag A14-25) Addendum Auftrag: A14-47 Version: 1.0 Stand: 05.01.2015 Impressum Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Mehr

Tiefes Testosteron... Nach Testosteron Substitution...? Kausaler Zusammenhang?? Yesterday, all those troubles seemed so far away..

Tiefes Testosteron... Nach Testosteron Substitution...? Kausaler Zusammenhang?? Yesterday, all those troubles seemed so far away.. Herr F.H., 69 jähriger Manager JA: seit ein paar Jahren zunehmende Libido Erektile Dysfunktion, fühlt sich subdepressiv, vergesslich, abends oft müde Herr F.H., 69 jähriger Manager JA: seit ein paar Jahren

Mehr

Sir Archibald L. Cochrane

Sir Archibald L. Cochrane Die Cochrane Collaboration und der Review Manager (RevMan) Tutorial Software zur Durchführung von Metaanalysen 55. GMDS-Jahrestagung, 05.09.2010, Mannheim Joerg Meerpohl, DCZ email: meerpohl@cochrane.de

Mehr

Labor-Monitoring neuer plasmatischer Gerinnungshemmer

Labor-Monitoring neuer plasmatischer Gerinnungshemmer Hämostaseologisch - Kardiologisches Symposium Hamburg 25.02.2012 Labor-Monitoring neuer plasmatischer Gerinnungshemmer E. Lindhoff-Last Schwerpunkt Angiologie/ Hämostaseologie zertifiziert für Klinik,

Mehr

Priorisierung und Rationierung am Krankenbett. Ergebnisse empirischer Studien

Priorisierung und Rationierung am Krankenbett. Ergebnisse empirischer Studien Priorisierung und Rationierung am Krankenbett. Ergebnisse empirischer Studien Prof. Dr. med. Dr. phil. Daniel Strech Juniorprofessor für Medizinethik Institut für Geschichte, Ethik & Philosophie der Medizin

Mehr

Entwicklung und Evaluation eines interaktiven Informationssystems für Patienten/innen mit chronischen Erkrankungen

Entwicklung und Evaluation eines interaktiven Informationssystems für Patienten/innen mit chronischen Erkrankungen Entwicklung und Evaluation eines interaktiven Informationssystems für Patienten/innen mit chronischen Erkrankungen Nina Weymann, Martin Härter, Jörg Dirmaier Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Institut

Mehr

Themenblock Intervention

Themenblock Intervention Deutsches Cochrane Zentrum Endoskopische Tumortherapie bei Frühkarzinomen des Gastrointestinaltraktes Themenblock Intervention Vorlesung 9 So ist die endoskopische Mukosa- Resektion ein etabliertes Verfahren

Mehr

NOAC s und NOPAI s. Manfred Gütl Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin

NOAC s und NOPAI s. Manfred Gütl Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin NOAC s und NOPAI s Manfred Gütl Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin Medizinische Universität Graz, Auenbruggerplatz 2, A-8036 Graz, www.medunigraz.at NOAC s New Oral Anticoagulants DOAC s Direct

Mehr

Blutverdünnung und Vorhofflimmern: was gilt?

Blutverdünnung und Vorhofflimmern: was gilt? Berner Kardiologie Update 2011 Blutverdünnung und Vorhofflimmern: was gilt? C. Noti 10.9.2011 (nicht valvuläres) VHF: 1. einige Bemerkungen zur Epidemiologie VHF: Inzidenz VHF: Prävalenz VHF: Komplikationen

Mehr

Klinische Studien zu neuen oralen Antikoagulanzien

Klinische Studien zu neuen oralen Antikoagulanzien Übersichtsartikel 1 Klinische Studien zu neuen oralen Antikoagulanzien Mehrwert indirekter Vergleiche (Netzwerkalysen) J. Harenberg 1 ; C. Weiss 2 ; S. Marx 1 ;S. Zolfaghari 1 1 Abteilung für klinische

Mehr

Komplementäre und alternative Therapiemethoden

Komplementäre und alternative Therapiemethoden Komplementäre und alternative Therapiemethoden M.W. Beckmann Inanspruchnahme komplementärer Therapien bei Brustkrebs 78% mindestens eine Therapiemethode 43% zwei oder mehr 23% drei oder mehr (außer Physiotherapie)

Mehr

Wissenschaftliche Bewertung verschiedener Untersuchungsmethoden zur Diagnosestellung eines Asthma bronchiale bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren

Wissenschaftliche Bewertung verschiedener Untersuchungsmethoden zur Diagnosestellung eines Asthma bronchiale bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren Wissenschaftliche Bewertung verschiedener Untersuchungsmethoden zur Diagnosestellung eines Asthma bronchiale bei Kindern im Alter von 2 bis 5 Jahren Dokumentation und Würdigung der Stellungnahmen zum Berichtsplan

Mehr

Addendum zum Auftrag A14-19 (Mirabegron)

Addendum zum Auftrag A14-19 (Mirabegron) IQWiG-Berichte Nr. 250 Addendum zum Auftrag A14-19 (Mirabegron) Addendum Auftrag: A14-40 Version: 1.0 Stand: 16.10.2014 Impressum Herausgeber: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

Mehr

A toolbox to improve algorithms for insulin-dosing decision support

A toolbox to improve algorithms for insulin-dosing decision support ehealth 2014 A toolbox to improve algorithms for insulin-dosing decision support JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbh HEALTH Institute for Biomedicine and Health Sciences DI Klaus Donsa 22.05.2014

Mehr

Gerinnungstherapie bei Vorhofflimmern

Gerinnungstherapie bei Vorhofflimmern Gerinnungstherapie bei Vorhofflimmern Paul Kyrle Univ. Klinik f. Innere Medizin I AKH/Medizinische Universität Wien www.thrombosezentrum.at 20.4.2013 Vorhofflimmern selten bei Personen < 50 Jahre betrifft

Mehr

Neue Therapieoptionen der oralen Antikoagulation. Inselspital Bern

Neue Therapieoptionen der oralen Antikoagulation. Inselspital Bern Neue Therapieoptionen der oralen Antikoagulation Ilk Rü W lt Ilka Rüsges-Wolter Inselspital Bern Neue Therapieoptionen p der oralen Antikoagulation Exkurs Hämostase Wirkungsweise bisheriger Antikoagulantien

Mehr