Family Business Barometer: Im Sinne der Familienunternehmen

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1 Family Business Barometer: Im Sinne der Familienunternehmen Keyfacts über Familienunternehmen - Europäische Familienunternehmen bewerten Zukunft positiv - Fremdmanager werden in deutschen Familienunternehmen eher skeptisch beurteilt - Wettbewerb und Lohnkosten werden als herausfordernd eingestuft Familienunternehmen blicken überwiegend optimistisch in die Zukunft, so das Ergebnis des 4. Family Business Barometers. Globalisierung, Digitalisierung und Profitabilitätssteigerung sind zentrale Zukunftsthemen der Unternehmer. Fremdmanager werden in Deutschland skeptischer beurteilt. Wieso das so ist, erläutern die beiden Governance-Spezialisten Professor Dr. Bernd Grottel und Dr. Alexander Koeberle-Schmid, die gemeinsam das Buch Führung von Familienunternehmen herausgegeben haben. Grottel ist Partner bei der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Koeberle-Schmid Senior Manager. Herr Grottel, wie sehen die Familienunternehmen ihre Lage? Grottel: Familienunternehmen, in Europa wie in Deutschland, sehen ihre Lage nach wie vor optimistisch. Allerdings werden zunehmender Wettbewerb, steigende Lohnkosten und die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern mit Sorge betrachtet. Ist die Sorge der Familienunternehmer realistisch? 1/5

2 Grottel: Ich denke, die Entwicklung vieler Familienunternehmen in Europa und insbesondere in Deutschland während der Finanzkrise hat gezeigt, dass sich die meisten gut aufgestellt haben. So ist es nachvollziehbar, auch die Zukunft optimistisch zu sehen. Allerdings hatte die Bewältigung der Finanzkrise ihren Preis, zumeist in Form von Einbußen bei der Profitabilität. Daher ist es konsequent, dass sich die Familienunternehmen bei der Umfrage einig waren: die höchste Priorität muss die Steigerung der Profitabilität sein. Vor welchen Herausforderungen sehen Sie die Familienunternehmen? Grottel: Die zunehmende Globalisierung wird speziell mittelständische Betriebe vor die Herausforderung stellen, ob sie der Internationalisierung folgen können oder sie ihr nicht folgen müssen, weil sie mit ihren Produkten und Leistungen auch lokal bestehen können. Daneben ist eine der größten Herausforderungen die Digitalisierung und zwar in allen Bereichen: Produkt, Kunde, Markt, Unternehmensprozesse, Kommunikation und Datensicherheit. 73 % der deutschen Familienunternehmen befinden sich zu 100 Prozent in Familieneigentum. Herr Koeberle-Schmid, welches Ergebnis des aktuellen Barometers hat sie überrascht? Koeberle-Schmid: Eine gute Governance bedeutet für europäische Familienunternehmen, ihre Führung und Prozesse optimal zu strukturieren. Das ist für deutsche Unternehmer scheinbar nicht so wichtig. Hierzulande ist die Top-Priorität, die Kommunikation zwischen den Generationen zu steigern. Es wird also die Relevanz erkannt, neben einer guten Unternehmensführung auch eine offene Kommunikations- und Informationskultur innerhalb der Familie zu etablieren. Und, dass ein gelungener Generationenübergang erfolgsentscheidend ist, darüber sind sich die Familienunternehmer europaweit einig. Wieso scheinen deutsche Familienunternehmer skeptischer gegenüber externen Managern als die europäische Peergruppe? Koeberle-Schmid: In Familienunternehmen braucht es eine besondere Vertrauensbasis zwischen Gesellschaftern und Managern. Familienmitglieder, die man von klein auf kennt, sind einem natürlicherweise vertrauter. Ist ein Externer an der Führungsspitze, muss dieses Vertrauen erst aufgebaut werden. Hinzu könnte kommen, dass die Medien Fehlentscheidungen und Missgriffe von Managern aufgreifen. Insofern entsteht ein falsches Bild, angestellte Führungspersonen würden per se nicht nachhaltig und kompetent im Sinne des Unternehmens und der Eigentümer agieren. Ist diese Skepsis berechtigt? 2/5

3 Koeberle-Schmid: Eine gewisse Skepsis kann ich verstehen. Es ist nicht einfach, das selbst oder über Generationen Aufgebaute in fremde Hände zu legen. Andererseits kann eine familienfremde Führungskraft mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen neue Impulse setzen, bestehende Strukturen kritisch und mit Distanz hinterfragen. Fremdmanager treten oftmals an, neue Strategien zu entwickeln und Geschäftsmodelle zu verändern. Sie bringen Kompetenzen mit, die vielleicht in der Familie nicht vorhanden sind. Darüber hinaus kann Fremdmanagement eine gute Lösung sein, ohne das Unternehmen gleich verkaufen zu müssen. Eine kategorische Ablehnung halte ich daher nicht für klug. Herr Grottel, Wie können sich Firmen am nächsten Barometer beteiligen? Grottel: Wir wollen das Barometer künftig auf jährlicher Basis erheben; das nächste Mal wäre somit im Sommer In Deutschland werden aufgrund unserer Kooperation mit dem Verband Die Familienunternehmer ASU deren Mitglieder befragt. Ich kann die vom Verband angeschriebenen Unternehmen nur dazu ermuntern, aktiv daran teilzunehmen. Denn mit den ermittelten Trends können Familienunternehmer frühzeitig Anhaltspunkte für eigene Entscheidungen ableiten. Zusammengefasst»Die zunehmende Globalisierung wird insbesondere mittelständische Betriebe vor die Herausforderung stellen, ob sie der Internationalisierung folgen können oder sie ihr nicht folgen müssen, weil sie mit ihren Produkten und Leistungen auch lokal bestehen können. «Familienunternehmen, in Europa wie in Deutschland, sehen ihre Lage optimistisch. Allerdings werden zunehmender Wettbewerb, steigende Lohnkosten und die Suche nach qualifizierten Mitarbeitern mit Sorge betrachtet. Zu den größten Herausforderungen der Firmen zählt die Digitalisierung und zwar in allen Bereichen: Produkt, Kunde, Markt, Unternehmensprozesse und Kommunikation. Dazu gehört natürlich auch die Datensicherheit. 3/5

4 Alexander Koeberle-Schmid Familienunternehmen ÄHNLICHER ARTIKEL BLOG Familienunternehmen gehen neue Wege Die Wahrnehmung vom Mittelstand ändert sich. Wurzeln und Werte bilden die Basis für Unternehmergeist und Flexibilität. Dies ist das Ergebnis einer KPMG-Studie. 75 Prozent der... MEHR 4/5

5 KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, ein Mitglied des KPMG-Netzwerks unabhängiger Mitgliedsfirmen, die KMPG International Cooperative ("KPMG International"), einer juristischen Person schweizerischen Rechts, angeschlossen sind. Alle Recht vorbehalten. 5/5

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