SoundPLAN GmbH. Beiderseits der Schlossgasse. Ingenieurbüro für Softwareentwicklung Lärmschutz Umweltplanung

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1 Ingenieurbüro für Softwareentwicklung Lärmschutz Umweltplanung Beiderseits der Schlossgasse Schalltechnische Stellungnahme zum Bebauungsplan Bericht Nr.: 15 GS Datum:

2 Schalltechnische Stellungnahme zur Veränderung der Verkehrslärmsituation innerhalb des Bebauungsplangebietes Beiderseits der Schlossgasse in Münchingen Projekt Nr.: 15 GS Berichtsdatum: Auftraggeber: Stadt Korntal-Münchingen Stadtplanung Görlitzstraße Korntal-Münchingen Projektbearbeiter: Dipl.-Ing. Marco Schlich (Qualitätssicherung: Dipl.-Ing. Gert Braunstein) Etzwiesenberg Backnang Tel.:+49 (0) 7191 / Fax:+49 (0) 7191 / GF: Dipl.-Math. (FH) Michael Gille Dipl.-Ing. (FH) Jochen Schaal HRB Stuttgart Qualitätsmanagement zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2008

3 Bericht Nr. 15 GS Seite 3 / 6 1 Einleitung Das größtenteils bereits bebaute Gebiet entlang der Schlossgasse und der Hinteren Gasse in Münchingen soll mit einem Bebauungsplan überplant werden. Dies ist eine städtebauliche Ordnung der bisher wild gewachsenen Bebauung und soll gleichzeitig Planungsrecht für die Errichtung neuer (Wohn-)Gebäude auf den letzten freien Grundstücken schaffen (Innenverdichtung). Die Anwohner des Bebauungsplangebiets befürchten, dass durch die neue Bebauung der Verkehr zunehmen wird und dies zu einer unzumutbaren Erhöhung der Verkehrslärmsituation im Gebiet führt. Übersicht Bebauungsplangebiet

4 Bericht Nr. 15 GS Seite 4 / 6 2 Schalltechnische Prognose 2.1 relative Pegelzunahme Das Bebauungsplangebiet liegt abseits stark befahrener Verkehrswege und ist daher prinzipiell nur sehr gering von Verkehrslärm belastet (eine Landesstraße befindet sich erst in einem größeren Abstand von ca. 250 m). Verkehrsgeräusche im Plangebiet resultieren in erster Linie durch Fahrten auf den beiden Straßen innerhalb des Gebietes selbst, die Schlossgasse und die Hintere Gasse. Beide Straßen dienen fast ausschließlich zur Erschließung des eigenen Gebietes (Anliegerverkehr) und weisen nahezu keinen Fremdverkehr auf. Genaue Erkenntnisse zum Anliegerverkehr liegen uns nicht vor. Um einige relative schalltechnische Aussagen treffen zu können, werten wir daher die Baufelder des Bebauungsplans aus und rechnen anhand dessen den Verkehr hoch: Anzahl Fläche Baufelder bereits bebaut 23 ca m² Baufelder noch unbebaut 3 ca. 600 m² Summe 26 ca m² Die Pegelerhöhung auf der Schlossgasse bzw. der Hinteren Gasse lässt sich damit ungefähr folgendermaßen hochrechnen: Wenn die neue Bebauung ungefähr gleiche Verkehrsmengen erzeugt als die bestehende Wenn die neue Bebauung dreimal so viel Verkehr erzeugt als die bestehende Bei Hochrechnung über die Anzahl der Baufelder Bei Hochrechnung über die Fläche + 0,5 db + 0,4 db + 1,4 db + 1,1 db Es lässt sich aus der obigen Tabelle erkennen, dass bei die Pegelerhöhung maximal 0,5 db betragen wird, wenn die neue Bebauung ähnlich der bereits heute bestehenden Bebauung sein wird. Diese Pegelerhöhung ist im Alltag nicht wahrnehmbar. Selbst wenn es sich bei der Neubebauung um eine verdichtete Mehrfamilienbebauung handeln sollte, die dreimal mehr Menschen Platz bietet als die umliegende Bebauung, liegt die Pegelerhöhung unter 1,5 db. Im Allgemeinen sagt man, dass im Alltag erst Pegelerhöhungen ab 3 db eine spürbare Zunahme des Verkehrslärms verursachen. Aus schalltechnischer Sicht ist die hier prognostizierte Pegelerhöhung damit als irrelevant einzustufen.

5 Bericht Nr. 15 GS Seite 5 / absolute Pegelzunahme Eine absolute Aussage zu Verkehrsmengen auf der Schlossgasse und der Hinteren Gasse ist uns nicht möglich und damit können wir auch keine verlässliche Aussage über die absoluten Pegelwerte an den Gebäuden treffen. Allerdings ist aufgrund des insgesamt sehr geringen Verkehrsaufkommens auf den Straßen auch nur eine moderate Geräuscheinwirkung an den Gebäuden zu erwarten. Von einer gesundheitsgefährdenden Verkehrslärmsituation 1) ist man im Untersuchungsgebiet weit entfernt. Auch die Pegelbereiche, die man im Allgemeinen in der städtebaulichen Abwägung als zumutbar 2) erachtet, werden sicherlich noch eingehalten. Wir halten es sogar für wahrscheinlich, dass an den meisten Gebäuden/Fassaden das städtebauliche Idealziel 3) eingehalten ist sowohl im Bestand als auch für die zukünftige Situation. 1) in der Regel orientiert man sich dabei an den Grenzwerten der VLärmSchR [1] bzw. der Lärmschutz-Richtlinien-StV [2], d.h db(a) am Tage und db(a) in der Nacht. 2) Hier gibt es keine klare Grenze. Häufig greift man in der Abwägung auf die Grenzwerte der 16.BImSchV [3] zurück, welche für allgemeine Wohngebiete 59 db(a) am Tag und 49 db(a) in der Nacht betragen. 3) Die städtebauliche Zielsetzung ist über die schalltechnischen Orientierungswerte der DIN [4] definiert, die in allgemeinen Wohngebieten 55 db(a) am Tag und 50 db(a) in der Nacht betragen. 2.3 Verdichtung der bestehenden Bebauung Der neue Bebauungsplan erlaubt allerdings nicht nur die Errichtung neuer Gebäude auf den noch unbebauten Grundstücken. Auch auf den bereits bebauten Baufeldern ist eine nachträgliche bauliche Verdichtung zulässig. So gibt es zum Beispiel einige Baufelder, die derzeit mit Schuppen oder Scheunen bebaut sind. Bei Rückbau dieser Gebäude könnten dort Wohngebäude neu errichtet werden. Diese Schuppen und Scheunen sind historisch bedingt aus landwirtschaftlicher oder handwerklicher Nutzung entstanden. Bei Wohngebäuden (insbesondere Mehrfamiliengebäuden) ist der Erschließungsverkehr (Fahrten pro Tag) deutlich höher als heutzutage. Allerdings ist der Schwerverkehrsanteil bei Wohnnutzungen wesentlich geringer als bei gewerblicher oder landwirtschaftlicher Nutzung. Da der Schwerverkehr (z.b. Lkw und Traktoren) wesentlich lauter ist als der reine Pkw-Verkehr, gehen wir davon aus, dass sich diese beiden Effekte gegenseitig aufheben werden. Die Nutzungsänderung bzw. Nachverdichtung wird daher keine relevante Pegelerhöhung verursachen.

6 Bericht Nr. 15 GS Seite 6 / 6 3 Zusammenfassung und Fazit Die Aufstellung des Bebauungsplanes Beiderseits der Schlossgasse in Münchingen ist nach unserer Auffassung aus Sicht des Aspekts Verkehrslärms vollkommen unproblematisch. Die Lage des Bebauungsplangebiets abseits stark befahrener Verkehrswege ist ideal für die Ausweisung von Wohnflächen. Die Verkehrszunahme durch eine möglicherweise zukünftig verdichtete und erweiterte Bebauung ist sehr gering und aus schallimmissionsschutzrechtlicher Sicht unbedenklich. 4 Literaturverzeichnis [1] Richtlinien für den Verkehrslärmschutz an Bundesfernstraßen in der Baulast des Bundes Verkehrslärmschutzrichtlinien 1997 (VlärmSchR 97), Allgemeines Rundschreiben Straßenbau ARS Nr. 26/1997. Letze Änderung: Absenkung der Auslösewerte für die Lärmsanierung an Bundesfern- und Landesstraßen, Einführungsschreiben des Innenministeriums vom , Az /38 [2] Richtlinien für straßenverkehrliche Maßnahmen zum Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm (Lärmschutz-Richtlinien-StV) vom , VkBl. Nr. 24/2007 [3] 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes / Verkehrslärmschutzverordnung - (16. BImSchV), vom 12. Juni 1990 (BGBl. I S. 1036), die durch Artikel 1 der Verordnung vom 18. Dezember 2014 (BGBl. I S. 2269) geändert worden ist. [4] DIN 18005, Teil 1, Schallschutz im Städtebau, Ausgabe Juli 2002

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